Sonntag, 7. Juni 2026
Der letzte Akt zur Herkunft des Wortes „Falen“
ulrich leyhe, 12:30h
Um den Faden wieder aufzunehmen wo die Cherusker abgeblieben sind muss der Blick tief in die "alfränkschen" Zeiten hinab gleiten. Die fränkischen Reichsannalen die „Annales regni Francorum” wurden von einem uns nicht bekannten Autoren verfasst. Im Zusammenhang mit einem sächsischen Aufstand bei Lübbecke “hlidbeki” im Jahre 775 erscheint erstmals die schriftliche Urform des Wortes „Westfalen“ in der germanisch/lateinischen Schreibweise bzw. Buchstabenfolge “Uuestfal – aos” = “Westfalaos”. In der Folge lautete der für die Forschung wesentliche Teil des Satzes: “.....iterum super Saxones cum exercitu irruens et non minorem stragem ex eis fecit et praedam multam conquisivit super Uuestfalaos .....”. Unter einer Eintragung des Jahres 784 die im Original nicht mehr vorliegt heißt es desweiteren “.....Carolum dimisisset una cum scara contra “WESTFALAOS“ bzw. “....WESTFALI vero voluerunt se congregare ad Lippiam.…“. Als die fränkischen Reichsannalen sich auf das antike Wort „Fallere“ in der Schreibweise „Falaos“ und „Falai“ bzw. „Fali“ stützend zeigt, dass es noch nicht in Vergessenheit geraten oder anders ausgedrückt immer noch eine in Gebrauch befindlich Bezeichnung war. Der Name für eine lokale Bevölkerung der sich zur Lokalisierung des Wohngebietes eines nachgermanischen Volkes eignet. Das Wort „Westfalaos“ fiel erstmals im Jahre 775 als es in der Nähe des Lidbaches zu einem Gefecht kam bei dem Karl der Große einem zuvor vom Hauptheer abgetrennten Kontingent zu Hilfe kommen musste, sodass die Schlacht siegreich beendet werden konnte. Die Quellen berichten, dass es zu einem erhebliches Gemetzel kam bei dem man wohlweislich unter den „Westfalaos“ reiche Beute machte und diese Geiseln stellen mussten. Und da war es, dass Wort „Westfalaos“, dass uns in diesem Kapitel noch mal besonders beschäftigen wird. Die Kampfhandlungen am Lidbach der damals „Hlidbeki“ genannt wurde und von dem die heutige Stadt Lübbecke ihren Namen haben soll, dürften sich im Umfeld des prähistorischen „Hellweg vor dem Sandforde“ ereignet haben dem heute die Bundesstraße 65 weitgehend folgt, da die Geographie der Landschaft in dieser Region andere Verbindungen schlecht zulässt. Da auch die aus Ostfalen anrückenden Heere der Franken diesen Hellweg nutzen mussten ist davon auszugehen, dass sich die Auseinandersetzung so wie auch überliefert am Hlidbach dem heutigen Roncevabach zugetragen haben könnte. Jener Bach der sich in älteren Aufzeichnungen Ronxavabach nannte, was nach fränkischem Ursprung klingt und im Kontext mit der Schlacht bei Roncesvalles gestanden haben könnte Von Minden kommend verlief der Hellweg in Richtung Preußisch - Oldendorf und führte durch den erstmals im 10. Jahrhundert erwähnten Lübbecker Ortsteil Blasheim am Mehner Bach. Ein Fließgewässer etwa fünf Kilometer westlich der Ronceva das sich südlich von Obermehnen etwa 4 Kilometer westlich Bastau Niederung befindet. Eine strategisch betrachtet auffällige Region in der Wiehensenke nahe der bedeutenden eisenzeitlichen vermutlich von Kelten erbauten Wallanlage „Babilonie“ die sich nur etwa drei Kilometer südlich von Blasheim befindet und in dieser Zeit als Verteidigungsanlage gedient haben dürfte. Zwei sowohl geographisch als auch historisch bedeutsame Landmarken am Hellweg die geeignet waren sie in militärische Konflikte einzubeziehen. So waren es nicht nur der markante Eggeaufstieg von Borlinghausen nahe der „Alteburg“ zum Sintfeld vor dem vermutlich das Varusheer letztlich geschlagen wurde und wo die Nachfahren mit der Irminsul jahrhundertelang an das Geschehene erinnerten, der markante Obermarsberg, oder die Furt unter der Brunsburg die gezeigt haben welche Bedeutung natürlich gewachsenen Strukturen seit Menschengedenken haben und so war auch die Hellweg Passage am Rande der Bastau Niederung seit jeher von hohem strategischen Wert. Denn in dieser Region wo sich Karl der Große nachweislich schlug, ließe sich auch der Angrivarierwall aus Germanicus Zeiten verorten. Wie sich das Zusammenleben von Engern und Falen vor dem Einfall der Franken gestaltete ist nicht bekannt. Die Angrivarier kamen aus den unwirtlichen Region nördlich des Wiehengebirges als ein Siedlungsland suchendes Volk in eine Region, die ihnen durch Abwanderungen Raum bot in der aber auch Stämme sesshaft geblieben waren mit denen sie sich zu arrangieren hatten. Wie sich ihr Verhältnis zueinander entwickelte lässt sich unterschiedlich bewerten und beinhaltete wohl bis man sich im Widerstand gegen einen gemeinsamen Gegner einig wurde bzw. werden musste alle Facetten von Ablehnung über Toleranz bis hin zur Akzeptanz. Aus den fränkischen Annalen lässt sich dieses Ungleichgewicht heraus lesen in dem nahezu ausnahmslos nur Angrivariern/Engern als Gegner Erwähnung finden während die Vorbevölkerung, als ob sie nicht existieren würde nicht in Erscheinung tritt. Die Angrivarier besiedelten einst die Sumpfregionen Norddeutschlands breiteten sich vermutlich ab dem 3.Jahrhundert in Wellen nach Süden aus und siedelten als Angarii südlich der Mittelgebirge unter den Westfalaos sowie den Ostfalaos, den Nachfahren jener keltisch – germanischen Mischbevölkerung, sodass die Völker abweichende Vorgeschichten hatten. Nahe Bückeburg stand bei Obernkirchen das „Castrum Bukkaburg“ die später Bückeburg genannte Befestigung die sich zweifellos in einer von Engern besiedelten Region befand und im Zuge der Kapitulation der Engern unter Bruno wahrscheinlich eine zentrale Rolle gespielt hat. Karl dem Großen dem es nach einem erfolgreichen Gefecht wie die Chronisten berichten gelang reiche Beute zu machen machte diese aber, obwohl er im Land der Engern kämpfte unter den „Westfalaos“. Ein Sachstand der irritiert und sich schwer erklären lässt. Es geschah in bzw. am „Hlidbeki“ folglich am „Hlid - Bach aus dem der Name Lidbach wurde der durch Lübbecke floss, dass ihm seinen Namen verdankt. Der Schilderung des Kampfverlaufs nach gelang es den „Westfalaos“ sich als Bauern verkleidet mit versteckten Waffen unter die fränkischen „Futterholer“ zu mischen wodurch dieses von der Hauptmacht abgetrennte fränkische Kontingent unter Druck geriet und Karl der Große herbei eilen musste und sie erfolgreich unterstützen konnte. Demnach waren hier nur wenig entfernt vom Ort der Kapitulation der Angarii eindeutig die „Westfalaos“ und nicht sie die Gegner der Franken wobei in diesem Zusammenhang erstmals das westliche Teilvolk der Falaos erwähnt wird. Das die Engern vermutlich nahe der Bukkaburg die sich im Besitz des engrischen Herrschers Brun befand kapitulierten, die Franken aber am unweit gelegenen Lidbach gegen die Westfalen kämpften muss nicht bedeuten, dass sich das „Lidbach – Gefecht“ schon im Stammensgebiet der Westfalaos ereignete. Fakt ist aber, dass die Westfalaos trotz der voraus gegangenen Kapitulation der Engern den Kampf fortsetzten jedoch unterlagen und ebenfalls Geiseln stellten. Diese als Zeichen der Unterwerfung dienende Handlung war oft der Schlussakt einer statt gefundene Schlacht, entsprach aber nicht unbedingt der Gesamtkapitulation eines Volkes. Grenzverläufe folgten zwar Gesetzmäßigkeiten die weit zurück reichten, die respektiert aber immer wieder neu definiert und den Gegebenheiten angepasst werden mussten. Auch aufgrund der Ungenauigkeit der fränkischen Chroniken finden diese keine Erwähnung, sodass auch nicht erkennbar wird, wo sie 775 zwischen „Angarii“ und „Falaos“ verliefen. Zu flächigen Landnahmen der Angarii im Zuge ihrer Ausbreitung wird es nicht gekommen und nach Süden werden sich Ausdünnungen ergeben haben, sodaß von Enklaven bzw. Siedlungsnester sowohl von Falaos als auch Angarii ausgegangen werden darf. Eine Bewertung der Ereignisse die Fragen aufwerfen wie sich das ursprünglich nördlich des Wiehengebirges siedelnde Volk der Angrivarier, dass die Franken Angarii nannten und später Engern genannt wurde in den Regionen zwischen dem südlichen Wiehengebirgsvorland bis zur Diemel faktisch und nicht nur politisch bemerkbar machte. Ein Volk, das 775 scheinbar kampflos kapitulierte da nichts dergleichen bekannt wurde, während die Westfalaos die Franken am Lidbach attackierten und danach weiter rebellierten bevor sie 779 bei Bocholt den Franken unterlagen. In welchem Ausmaß und Intensität sich die Engern in dem Vakuum etabliert hatten, das sich die durch das teilweise Abwandern von Brukterer nach Westen und das von Cherusker nach Osten auftat und welche Autorität und Einflussnahme ihnen gegenüber den Sessahft gebliebenen dadurch zuwuchs wird nur durch die Dominanz deutlich wie sie in den fränkischen Chroniken zum Ausdruck kommt, ob dies jedoch der damaligen Realität entsprach muss offen bleiben, könnte aber überzogen dargestellt worden sein. Anhand dieser Ereignisse lässt sich einschätzen wo sich die Westgrenze der engrischen Herrschaft befand. Die Angrivarier die sich intervallartig über einen größeren Zeitraum nach Süden ausdehnten um für sich neues Siedlungsgebiet zu erschließen in dem sie in die frei gewordenen Wohngebiete der West- und Ostfalaos eindrangen sollten nach unseren Vorstellungen auch ihre Sprachweise mit eingeführt haben, es aber nicht deutlich welcher oder welche Dialekte sich auf sie zurück führen lassen. Möchte man die Mundarten heran ziehen um sich über sie das Stammesgebiet der Engern von dem der Westfalaos und den Ostfalaos erschließen zu unterscheiden oder abzugrenzen so hat sich die Sprachforschung darauf verständigt ihnen ihr sprachlichen Durchsetzungsvermögen abzusprechen in dem sie den Dialektraum zwischen West – und Ostfalen nicht Engrisch und auch nicht „Westostfälisch“ nannte, sondern den Kunstnamen Ostwestfälisch vergab, da der Dialekt der Region stärker nach Westen als nach Osten tendierte. Da Ostwestfalen in etwa dem einstigen Stammesherzogtum Engern entsprach wurde noch die Bezeichnung Lippe angehangen um der dortigen Sprach- und Herrschaftstradition gerecht zu werden. In den sieben in Ostwestfalen gesprochen Dialektvarianten Ansätze eines angrivarischen bzw. „niedersächsischen Urdialekt“ ausfindig zu machen ist uns bis auf ähnlich klingende Mundarten in Grenznähe nicht mehr vergönnt. Somit könnte das Lidbach Gefecht auch schon im Stammesgebiet der Westfalaos westlich des engrisches Territorium stattgefunden haben und die Franken hätten demnach Engern bereits verlassen. Daraus ließe sich schließen, dass westlich Lübbecke etwa nahe Blasheim die Grenze zwischen Angarii und Westfalaos verlaufen sein könnte. Eine Grenz aber auch eine Sprachregion die auch in den folgenden Jahrhunderten diesen Charakter beibehielt und sich im Fürstentum Minden bzw. in der angrenzenden Grafschaft Ravensberg wieder finden ließe. Gerade mal 23 Jahre vor der Schlacht „am Hlidbeki“ um 751/752 endete in Soissons die Herrschaft der Merowinger. Die Wurzeln der ersten frühfränkischen Herrscherdynastie wurzelten auf beiden Seiten des Niederrhein reichten ins Salland und in die westfälische Bucht bis Ostwestfalen und profitierten von den römisch/antiken Gesellschaftsschichten in Norden Frankreichs deren Nachfolge sie antraten grenzte sich aber von Ripuarien, also auch der „schäle Sick“ ab. Man darf also davon ausgehen, dass schon für sie die Worte „Falaos“ und „Falai“ ein fester Begriff für die rechtsrheinische Bevölkerung waren und die Karolinger den Namen nicht zuerst anwendeten. Als der im 9. Jahrhundert lebende aber namentlich unbekannt gebliebene sächsische Dichter und Geschichtsschreiber aus Corvey dem man daher das Pseudonym „Poeto Saxo“ gab sich zu seiner Zeit auf das Jahr 772 beziehend die fränkischen Reichsannalen zitierte und einen Epos über das Leben Karls des Großen verfasste, nannte er die Regionen „Westfalahi und Ostfalahi“ und nicht „Westfalaos“. So könnte im ersten Fall die Region und im zweiten deren Bewohner gemeint gewesen sein. Bestätigung soll es durch die Analyse des Wortes „Uuestfalaos“ so wie in der Urhandschrift geschrieben steht, finden. In der Einzahl war es der „Uuestfal bzw. fale“ während es ab dem 8. Buchstaben zur Mehrzahl gleich „Uuestfalaos“ wurde. Es wurde zum Grundsteinnamen für eine Großregion für die sich später die Bezeichnung Falen durchsetzen sollte in der aber keine Völkerschaften Fuß gefasst hatten die ihren Ursprung in den Küsten nahen Gebieten hatten. Für die römischen Feldherren begann östlich des Rhein die „Germania Magna“ bzw. das „Barbaricum“ und in dieser Zeit fasste man die Stämme der Meeresanwohner unter dem Begriff Inwäonen zusammen, während man in der Spätantike dazu überging für die plündernden Seeräuber und Piraten unter ihnen die Sammelbezeichnung Saxones zu benutzen. Ein Name der sich von ihren Kurzschwertern den "Sahs" ableitete. Es war ein Exonym also eine Fremd - und keine Eigenbezeichnung hinter der sich vermutlich Chauken, Jüten, Friesen, Kimbern, Angrivarier, Teutonen oder Angeln verbargen. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts unterteilte man politisch betrachtet die Stämme in jene die sich mehrheitlich neutral verhielten wie anfänglich die Angrivarier, jene die collaborativ auftraten wie etwa die Chauken oder Friesen und fasste die südlich der Mittelgebirgslinie siedelnden Stämme die sich ihnen kriegerisch verhielten nach dem Jahr 9 + bzw. 16 + unter der Bezeichnung „fides fallere“ im Sinne von, die Treue - bzw. die Verträge brechende zusammen oder nannte sie schlicht Betrüger. Die Franken übernahmen für alle ab dem 6. Jahrhundert den antiken Namen Sachsen als Dachbegriff als auch für die inländischen Völker die nicht an der Küste siedelten und andere Dialekte pflegten. So befand sich von Norden aus betrachtet ab der Region Hannover eine Grenzregion von wo an man ostfälisch aber keine Küstendialekte mehr sprach. So achtete auch die dort lebende Bevölkerung vielleicht um sich sich vom maritim geprägten Dialekt zu unterscheiden bis heute auf eine korrekte Aussprache, was möglicherweise vergleichbar mit dem französischen Nancy ist, wo man im Grenzgebiet zu Lothringen ebenfalls großen Wert auf sprachliche Neutralität legte. Ganz so wie es auch der isländische Mönch Nikulas Bergsson überlieferte als er sich in der Mitte des 12. Jahrhunderts ab Minden mit der westfälischen Zunge konfrontiert sah. Bis heute ist das zum Ostfälischen gerechnete Plattdeutsche des Calenberger und Schaumburger Landes bezeichnend für diese Übergangszone. So lässt sich noch am Dialekt die Ausbreitung der von Römern und Franken auch nicht unbegründet gefürchteten Sachsen nach Süden erkennen. Schon ab dem 3. Jahrhundert bedrohten die seeräuberischen Saxones die vom Imperium beanspruchten Küsten von Gallien und Britannien und siedelten sich im Zuge ihrer Piraterie sogar an der nordgallischen Küste in der heutigen Normandie und Bretagne an. Gegenüber den aufstrebenden Merowingern verhielten sie sich zunächst pragmatisch und arrangierten sich mit ihnen wurden dann aber für ihre Herrschaft zu eine Bedrohung und es kam im 5. Jahrhundert zu heftigen Kämpfen in dessen Folge sich die Sachsen unterwarfen. In der Folge machte man sie zu militärischen Helfern integrierte sie in das merowingische System in dem man sie als Söldner verpflichtete. Aus ihnen wurden Elitekämpfern und sogar ein stehendes Heer bildeten. Für ihre begrenzte kulturelle Eigenständigkeit mussten sie Treue schwören, Steuern zahlen und Kriegsdienst leisten, verschmolzen später mit der fränkisch-gallorömischen Mehrheitsgesellschaft und nahmen den christlichen Glauben an, sodass sie im Laufe des 7. Jahrhunderts zwar als eigenständige Gruppe im westlichen Teil des Frankenreiches unsichtbar wurden aber in ihrer Nachkommenschaft an der normannischen Eroberung Englands wohl nicht ganz unbeteiligt gewesen sein dürften. Die Erfahrungen der Merowinger mit den „gallischen Sachsen“ hatten weitreichende Folgen und man war sich der Tatsache bewusst, dass sich das ursprüngliche Kerngebiet dieses ungestümen und schwer zähmbaren Volkes einen breiten Streifen des Nordseeküstenbereich besiedelte. Und was für Rom die vertragsbrüchigen Cherusker waren, waren für die Franken die unberechenbaren Sachsen. Im Zuge der ab 531 + einsetzenden fränkischen Auseinandersetzungen die ab 772 ihren Höhepunkt erreichten entsann man sich der einst an den gallischen Küsten lebenden Sachsen und die Franken nutzten den Namen für die zusammen hängende Großregionen für die sich kein anderer Name anbot. So wird es verständlich warum Merowinger und Karolinger in ihnen die wesentlichen Gegenspieler sahen und sie es waren, die hinter dem Widerstand gegen sie standen. Dabei verkannten sie jedoch, dass sie es rechts des Rhein mit Stämmen aufzunehmen hatten die auf eine andere Entstehungsgeschichte zurück blickten und mit den Küstensachsen nicht vergleichbar waren. Es waren die Falen und die Engern die sich ihnen entgegen stellten wobei der Ursprung des Wortes Falen schon in der ersten Hälfte des 2. Jahrhundert seinen Ursprung hat, als die Saxones noch weit davon entfernt waren die gallische Küste zu verunsichern. Auch wenn man sich unter den fränkischen Machthabern des Ursprunges und der Bedeutung des Wortes „Falaos“ nicht mehr bewusst war, so kursierte diese einstige historische Bezeichnung und wurde im Zuge ihrer Eroberungszüge parallel angewendet und wieder publik in dem man ins „ Terra Fallatorum einfiel. Falen wurde nach den Germanenkriegen zur Bezeichnung für die betrügerischen Stämme die sich Rom widersetzten, die man schon in antiker Zeit herabwürdigend behandelte und ihnen möglicherweise Schimpfnamen wie „Fallatore“ gab. Und obwohl die Gefechte der fränkischen Heere zwischen Rhein und Weser bekanntermaßen nur gegen Westfalen, Ostfalen und Engern statt fanden warf man sie im Zuge der geschichtlichen Entwicklung pauschal mit den Sachsen in einen Topf warf. Die Neuzeit konnte nicht anders, übernahm die verallgemeinernde Gleichsetzung und nannte die Kämpfe seit dem 19. Jahrhundert „Sachsenkriege“, obwohl sie einen anderen Namen verdient hätten. Zweifelsfrei geht aus den fränkischen Geschichtsquellen mehrfach hervor, dass man gegen die Sachsen kämpfte trotzdem nannten sie es nie Sachsenkrieg, sondern bezeichneten es als Feldzüge, einzelne, aufeinanderfolgende Kriege oder militärische Unternehmungen. Der heutigen Sprachweise „Falen“ auch wenn sie in dieser Form nicht angewendet wird, ging in Italien die heute veraltete literarische Form „ Falsarii“ voraus mit der man in früherer Zeit Betrüger bezeichnete. Eine Region die zu Zeiten Roms umgangssprachlich für die abgefallenen und treulosen Vertragsbrecher gebrandmarkt wurde. Während sich in Italien die lateinische Bezeichnung „Fallatore“ verfestigte und die Zeiten des römischen Reiches somit überdauerte, fiel das Land der Falen westlich und östlich der Weser ab dem Jahre 16 + in die Bedeutungslosigkeit. Außerdem bestand für die dort lebenden Menschen in den folgenden Jahrhunderten keine Notwendigkeit mehr gegenüber einem Imperium Widerstand leisten zu müssen, das sich im Niedergang befand. Insbesondere wegen dem im Verb „fallere“ ruhenden tief sitzenden Synonym für Verwerflichkeit verselbstständigte sich der Begriff und erwies sich innerhalb der alten lateinischen Sprache als äußerst langlebig. So überlebte er etwa im Mittelniederländischen, dem Vorläufer der heutigen niederländischen Sprache wie sie etwa in der Zeit zwischen 1150 und 1500 gesprochen wurde in dem man für das Wort „Versagen oder Scheitern“ noch die unmissverständliche Bezeichnung „falen“ verwendete bzw. aus dem Altfranzösischen das Wort „faillir“ entlehnte und nutzte. Abgeleitet von „fallere“ sind uns aus dem Mittelhochdeutschen auch Worte wie „vaelen“ bzw. „velen“ bekannt. Etwa als „nicht den Erwartungen gerecht werdend“ bzw. „einen Fehler begehend“ und sich hauptsächlich auf die Cherusker bezog, der Stamm bezog der sich der römischen Kultur verweigerte wofür im Englischen die Bezeichnung „fallible“ = fehlbar steht. Der „Falaha Gau“ in Ostfalen dessen Bezeichnung korrekterweise „Hastfala Gau“ lautete da sie älteren Datums war, trug auch die Bezeichnungen Pagus Falhon, bzw. Valun oder Valon Gau was auf abweichende Formen der Verschriftung zurück zu führen sein dürfte als man noch der älteren Schreibweise mit „V“ den Vorzug gab. Etwas ausschweifend betrachtet könnte in einem kleinen verborgenen und beschaulichen Tal am Osthang der Egge durch das die Öse fließt und über die, nahe der Kluskappelle schon der prähistorische und spätere Hellweg von Schwaney nach Brakel führte ein Kern der Lösung ruhen. Jene antike Straßenverbindung die in ihrer östlichen Fortsetzung dem aus römischen Zeiten stammenden Hellweg in Belgien, dem „Helvius sive strata publica“ entsprach und den Namen Helvius von seinem Erbauer bekam. Folgt man ihrem Lauf dann passiert man in Fließrichtung links den Gradberg wo sich aufgrund seines relativ steilen Hanges eine Engstelle auftut die dem Flüsschen Öse seinen Namen gab. Es ist der einzige und klassisch zu nennende Engpass zwischen Paderborn und Höxter der sich aufgrund seiner besonderen geographischen Lage anbietet um darin der Theorie folgend den Untergang des zivilen Trosses verorten zu können, den die so genannten römischen Abstellungen begleiten sollten und den Varus nach dem Verlassen seines Sommerlagers vom militärischen Teil abgetrennt in Richtung Schwaney bzw. Paderborn voraus schicken wollte. Jene seltsame Wortwahl „Abstellungen“ die da unlogisch schon die antiken Historiker verwirrte, da schon damals keiner eine Erklärung dafür hatte, warum Varus im Feindesland auf dem Weg in ein Aufrührergebiet seine Armee nicht zusammen hielt und sich dies bis heute nicht geändert hat und zu fehl geleiteten Schlußfolgerungen führt. Es war der Transport der Wertsachen, die man verständlicherweise nicht auf dem Umweg zu den Rebellen mitnehmen wollte und auf die es die Germanen abgesehen hatten. Ein umfangreicher Tross der aus Sklaven bestand die es zu bewachen galt, sowie aus Kampfes untauglichen Personen aber auch Frauen und Kindern. Sie werden in diesem Zusammenhang letztmalig und einzig erwähnt während von ihnen im Verlauf der Schlacht keine Rede mehr war. Hier vollzog sich obwohl die Germanen auch an römischen Waffen und Rüstungen interessiert waren aus ihrer Sicht der lukrativere Teil der Varusschlacht und hier war die imperiale Enttäuschung über die vertragsbrüchigen Cherusker greifbar und nachvollziehbar. Hier verloren die Römer in der Gradberg Enge das, was noch zusätzlich schmerzte nämlich ihr wertvolles Hab und Gut. Es war ein Parallelgeschehen während die Kampflegionen die sich unterdessen einige Kilometer südöstlich befanden im Zuge eines mehrtägigen Zermürbungmarsches ihr Leben ließen. Da sich die Germanen auch am Reichtum vergriffen hatten sie sich umso mehr des „Fallacia“ schuldig gemacht und sich hier ebenfalls ihren Namen als die falschen und hinterlistigen Betrüger verdient, sodass sich Arminius als der perfekte „Fallaciloquus“ erwies. Insgesamt Ereignisse die im Zuge der Falenforschung nochmal in Erinnerung zu rufen sind. Ebenfalls abgeleitet von „fallere“ lassen sich lateinische Sprachrelikte im Altbayrischen finden, wo man Gauner „Falodn“ nannte aber auch in Österreich wo der Name „Falott“ umgangssprachlich für Halunke oder Lump steht. So war es folgerichtig auch die passende Bezeichnung für ein Volk von Gaunern und Betrügern, denen die Falschheit wie es Tacitus beschrieb schon ins Gesicht geschrieben stand und man wird auch die frappante Ähnlichkeit zwischen den bayrischen und österreichischen Schimpfwörtern „Falodn“ und „Falott“ in Bezug auf die Bewohnern im Osten von Nordrhein – Westfalen kaum übersehen können. Die Bezeichnung behielt ihre Sinnhaftigkeit noch in eine Zeit hinein als Rom die Rheingrenze schon längst aufgegeben hatte bzw. sie nur noch mit Hilfe ihrer einstigen Gegner aufrecht erhalten konnte. Übertrat man die unsichtbare Grenze ins Hinterland der Fallatores wurden jegliche Einfälle vom Rhein- oder Maintal aus gleich welcher Art sie waren auch wenn es den Legionen wie die Schlacht am Harzhorn zeigte gelang germanische Blockaden erfolgreich zu durchbrechen da die Schlachten zwischen 9 + und 16 + ihre Spuren hinterlassen hatten zum Wagnis. Nicht nur weil sie des Lateinischen nicht mächtig waren werden die cheruskischen und bruktischen Germanen schon bevor die Völker ab etwa 375 verstärkt zu wandern begannen keine Vorstellungen davon gehabt haben, warum die Römer am Rhein sie „Falsarii“ nannten. Der Name mit dem eine verbitterte römische Bevölkerungsschicht nur die germanischen Stämme bezeichnete die sich ihnen während der dreißig Jahre andauernden Kriege widersetzt hatten aber auch der Name unter dem sie in der abgewandelten Form "Falen" später Geschichte schreiben sollten. Somit war es auch der Name den Teile der im rechtsrheinischen verbliebenen germanischen Gründerstämme der Merowinger trugen, bevor sich einige Bevölkerungsgruppen von ihnen abspalteten, den Fluss nach Westen in römisches Gebiet überquerten und in der Folge die Verbindungen zu ihrer früheren Siedlungsgemeinschaft im Osten abbrachen.
Wohl auch weil der mit Makel behaftete Name „Falsarii“ nur für bestimmte Stämme angewendet wurde zutraf aber nicht für alle die sich später unter dem Dach der Merowinger zusammen fanden, legte man ihn ab und nahm den Namen "Franci" der römischen Ursprungs war an, obwohl er im Germanischen wurzelte. Damit sonderten sich zwei Gesellschaftsschichten voneinander ab. Jene "Franci" genannten die ihre Wohngebiete verließen, sich von einstigen Bündnissen los sagten bzw. befreiten in dem sie sich nach Westen orientierten und jene im Osten sesshaft gebliebene Bevölkerung die Rom „Falsarii“ und die Franken "Falaos" nannte. So muss es wie ein Treppenwitz der Geschichte klingen, dass die Nachfahren dieser einstigen Umsiedler unter den Namen Merowinger bzw. Karolinger im Zuge ihrer Kämpfe wieder den Boden der "Falsarii" betraten die sie "Falaos" nannten aus denen Teile von ihnen einst selbst entstammten. In die historische Verlegenheit geraten sich im Zuge dieser Völkerbewegungen neu definieren zu müssen war es für die einstigen Germanen die östlich des römischen Speckgürtels dem späteren Ripuarien zwischen Wupper und Fuhse und der Nordkante des Sauerlandes bis zum Wiehengebirge sesshaft blieben naheliegend sich mit der Fremdbezeichnung zu identifizieren unter der sie in römischen Landen geführt wurden. Krieger für die die Historie nicht mehr den römischen Name "Germani", sondern den fränkischen Namen "Falaos" anwendete zog es nach dem Untergang Westroms nicht nach Westen sondern dienten als Söldner unter den oströmischen Herrschern wo man sie in der Spätantike "Falchovarii" nannte. Während dessen entwickelte sich in ihrer Heimat der langsame Prozess den einzelnen Gauen oder den lokalen Ansiedlungen Namen mit Falenbezug zu geben. Der Name den ihnen die Franken für die Gesamtheit ihrer Bevölkerung gegeben hatten schlug sich nun auch im Alltagsleben nieder. Eine Theorie die darauf fußt, dass sich Gaue und Ortschaften bzw. Pagi und Vici erst im Zuge karolingischer Einflussnahme danach genannten. Namensgebungen die sich bevorzugt in den Regionen befanden in der sich die Bevölkerung nach dem Zerfall der germanischen Stammesstrukturen nicht nach Westen, sondern nach Südosten orientierte. Während es Gaunamen gab die noch aus der Sagenzeit stammten, bevor sie sich verschriften ließen als man sie sich noch „zuraunte“. So erging es den Falen nicht anders als den Sachsen die sich ebenfalls mit einem Exonym arrangieren mussten bis sie es adaptierten und die Geschichte langsam begann die alten Stammesnamen zu vergessen. Aber es dauerte wie auch beim Namen der „wilden“ Cherusker wie Claudian sie noch um 398 nannte, bzw. Sidonius Apollinaris der sie letztmalig um das Jahr 456 + erwähnt oder Venantius Fortunatus der sie zu Lebzeiten des Bischofs Felix von Nantes, der 582 verstarb noch mit den Sachsen verglich bis sie dank Tacitus im 9. Jahrhundert endgültig wieder auf die zeitgenössische Bühne zurück kehrten bis er vom Sammelbegriff „Falaos“ verdrängt wurde. In diesem Zusammenhang nutzte Venantius Fortunatus auch den Namen Sicambri, den wir von der schälen „Sic“ her kennen um damit die Franken zu bezeichnen, war also der Auffassung, dass die Cherusker die Vorfahren der Sachsen waren als diese von den Merowinger „Falaos“ genannt wurden. Die Forschungsgeschichte der Volksnamen führte zu dem Ergebnis, dass die Franken als sie sich im 3. und 4. Jahrhundert formierten für viele germanischen Stämme und Völker eigene Namen prägten um sich von ihnen abzugrenzen. Wesentlich und deutlich wird in diesem Zusammenhang, dass die Franken lateinische Bezeichnungen weiter führten und auch nach kulturellen oder geografischen Merkmalen unterschieden. Damit brachten sie ihre Macht zum Ausdruck, inszenierten ihre Einzigartigkeit und stärkten ihre Identität, sodass der Name Falaos einen kontinuierlichen Eingang in die spätgermanische bzw. frühmittelalterliche Mundart fand. Die ursprüngliche Bestimmung des Wortes „Falaos“, wechselte seine Bedeutung und veränderte die Wahrnehmung, sodass die Menschen auf die die Franken es anwendeten darin kein Schimpfwort sahen und spätere Generationen es als ihren Eigennamen verstanden. Mit dem Einzug der Verschriftung nahm es von der Mundart beeinflusst auch zwangsläufig andere Schreibweisen an. Wissenschaft war dünn gesät und Informationen wonach es Klosterinsassen gab, die an den Ursprüngen des Wortes „Falaos“ Interesse gezeigt hätten liegen nicht vor, sodass keine anderen älteren Deutungen bekannt wurden. So wurde bislang keine Spur erkennbar, wonach man es mit dem lateinischen Wort „Fallatore“ in Verbindung gebracht hätte. In dem man in der Neuzeit begann das Wort Falen nahezu „Gebetsmühlenhaft“ immer wieder auf flaches Land, Ebenen oder fahle Hautfarben etc. zurück führte und sogar in den jahrtausendealten indogermanischen Sprachwurzeln nach Lösungen suchte ließ es die Forschung letzlich doch rat- und hilflos zurück, da diese Erklärungen nicht überzeugen konnten. So begann nach dieser Theorie alles mit dem Zorn der römischen Besatzer, die für ihre Gegner nach der Varusschlacht nicht anders konnten und das lateinische Wort „Fallere“ bzw. „Fallatore“ für sie prägten. Ein feindseliger Begriff der an ihnen haften blieb und aus dem sich im frühen Mittelalter zunächst das fränkisch/latinisierte und 775 erstmals verschriftete Wort „Falaos“ entwickelte. Es folgten noch in fränkischer Zeit Namen wie „Falai“ bzw. „West- oder Ostfalahi“, bevor es in der Sprache der einheimischen Ostfalen in Verbindung mit der karolingischen Landnahme„seßhaft“ wurde und sich Worte wie „Valen“ bzw. „Phalen“ bildeten, bis es beim Wort Falen stehen blieb. Der karolingischen Renaissance sei gedankt, denn hätte es diese Epoche bzw. Zeitabschnitt nicht gegeben, hätte sich auch kein Bezug zum antiken Wort „Fallere“ bzw. „Fallatore“ erkennbar gemacht und etymologische Deutungsversuche in diese Richtung hätten sich erübrigt. Drei Mal „hätte“ in einem Satz zeigt zu welch kuriosen Schlussfolgerungen die Geschichtsforschung manchmal fähig sein muss um der möglichen Wahrheit näher zu kommen. Teile des fränkischen Adelsgeschlechts der Merowinger die als Salfranken schon ab 420 ins zur Neige gehende Imperium einwanderten entstammten den Sigambrern. Einem germanischen Stamm der wegen seines gegen Rom gerichteteten aggressiven Kampfgeistes von Tiberius 8 – auf die linke Rheinseite zwangsumgesiedelt wurde, in Teilen im alten Stammesgebiet unter römischer Duldung sesshaft bleiben durfte, sich aber auch zur Flucht in den Osten vermutlich zu den Marsern entschied und möglicherweise auch an der Varusschlacht teilnahm. Es beantwortet die Frage wie die seinerzeit von den römischen Zeitgenossen für die vertragsbrüchigen Germanen erdachten Schimpfworte übergangslos von der Antike ins frühe Mittelalter und in den Sprachgebrauch der fränkischen Erben Roms gelangten. Indirekt war der Merowingerkönig Chlodwig da er sigambrischer Abstammung war selbst ein „Falaos“. Denn zu ihren Zeiten siedelten die Sigambrer die links und rechts des Rhein stammten aber urspünglich von der rechten der nun fälischen Rheinseite, sodass die Sigambrer poetisch ausgedrückt mit an der Wiege der Franken und damit auch der Karolinger standen. So war das Wort„Falaos“ vorhanden und bedurfte keiner neuen Wortschöpfung und den Sinn des darin ruhenden antike Urwortes, dass sie übernahmen zu erforschen lag auch ihnen fern. So waren ohne den Hintergrund zu kennen Worte wie etwa „Fallatore“ bzw. „Falaisii“ für ein betrügerisches Volk auch noch im fränkischen Milieu vorherrschend und ließen sich dem Klang nach gut für die neuen Widersacher weiter benutzen. In früheren Schriften der gehobenen antik/lateinischen Literatur sollte sich ein Wort wie „Falaos“ nicht niederschlagen, fuhr nur auf dem Trittbrett der Geschichte mit und führte ohne das man es beim Namen nannte ein Leben zwischen den Zeilen. Bis zur zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts als die karolingischen Franken mit der Verschriftlichung der germanischen Volkssprache begannen fand nur die lateinische Schrift Verwendung aber die Schreibweise des Wortes „Uuestfalaos“ verrät aufgrund des zweifachen „U“ erste althochdeutsche Einflüsse. So überlebte der römischem Zorn entsprungene Begriffe die Zeiten und begann sich um 775 auch im östlichen Frankenreich durchzusetzen bis auch die Nachwelt ihn nutzte und man dem Land und seinen Bewohnern den Namen „Falaos“ und später Falen gab. Ein Wort das sich im Kürzel NRW bis heute erhielt. Nicht zu verkennen ist, dass sich das Imperium nach dem fehl geschlagenen Markomannenfeldzug. dem aufwendigen Pannonienkrieg, der verlorenen Varusschlacht und den darauf folgenden gescheiterten Racheaktionen nur eine vorübergehende Schwächephase leistete, sich aber in den folgenden Jahrzehnten zu neuen Höchstleistungen aufschwang was sie langfristig betrachtet zum Sieger der Zeitgeschichte machte. Obwohl es sich plausibel machen lässt, dass die Empörung über die Niederlage in der Antike explizit nach dem Jahr 16 + ihren Anfang nahm wird man einen eindeutigen also beweiskräftigen Hinweis, wonach zwar die Cherusker bezogen auf ihren Namen der Historie entschwanden, aber als Falen wieder zurück kehrten bzw. sesshaft blieben im Sinne der Falsarii/Fallere/Falen Theorie vergeblich suchen. Die Egge markierte basierend auf den historischen Erkenntnissen einst die Westgrenze der „Falaos cheruskischer Abstammung“ gegenüber den „Falaos brukterischer Abstammung“. Nur diese bei Lübbecke gegen Kal den Großen kämpfenden Nachfahren der Brukterer nannten die Reichschroniken 775 zunächst „Westfalaos“, während man den „Falaos cheruskischer Abstammung“ die im Zuge engrischer Einwanderung über die Weser gedrängt wurden in der Folge den Namen „Ostfalaos“ gab. Beide Völker stießen bevor die Angrivarier im Zuge ihrer Südwärtsbewegung den Namen Engern annahmen im Umfeld der Porta Westfalica an deren einstige Siedlungsgebiete nördlich des Wiehengebirges. Die Ausbreitung der Angrivarier südlich davon in die Wohngebiete der dort siedelnden „cheruskischen Falaos“ als auch der „brukterischen Falaos“ führte in der Konsequenz zur Entstehung des Ostwestfälischen und seinen Unterdialekten und während sich im Lippischen oder im Ravensburger Platt noch eine Urform des angrivarischen Mischdialektes erhalten haben könnte waren die Angrivarier im Sinne der einstigen Geschehnisse für Rom als auch für die Franken keine „Falaos“ und wurden daher einheitlich Engern genannt. Die den Ostfalaos um einige Generationen voraus gegangenen Cherusker hätte die Geschichte schon fasst verschluckt wäre man nicht der Vorgabe Karl des Großen gefolgt und hätte Corvey nicht zu einem geistigen Mittelpunkt der christlichen Ostmission gemacht. Aufgrund dieser Aufwertung wurden 836 die Gebeine des heiligen Vitus nach Corvey überführt und auch eine Abschrift der Bücher 1 – 6 der Tacitus Annalen könnte als Schenkung in Gestalt einer „Morgengabe“ zur Aufwertung der neuen Blüte der Christenheit in diesem Zusammenhang von Fulda nach Corvey gelangt sein. Schriften in denen auf die antiken Vorgänge der Varusschlacht nahe der „Visurgis“ eingegangen wird womit den Ostfalaos erstmals ihre Abstammung bewusst gemacht wurde. Das es die Falaos, pardon die Cherusker waren, die sich damals dem Imperium entgegen stellten und ihm ihre großen Niederlagen zufügten gehörte in der Antike noch zum allgemeinen Wissenstand war aber in fränkischer Zeit erloschen. Opposition gehörte damals wie heute zum gesellschaftlichen Leben und so wie es einen Segestesclan unter den Cheruskern gab, dürfte es auch Germanen jenseits des Rhein respektive im römischen Lager gegeben haben die eine Genugtuung empfanden Rom auf der Verliererseite zu sehen wobei sich nur wenige wagten es öffentlich zur Schau zu stellen. Die gegen Sold verpflichteten römischen Legionäre profitierten nach erfolgreichen Feldzügen noch zusätzlich von Kriegsbeute, sodass ihre Verbitterung wuchs nach dem der Kaiser nach 16 + erneute Feldzüge untersagte. Auch innerhalb der römisch gesinnten Bevölkerung war der Groll über die erlittene Schmach etwa bezogen auf den ausbleibenden Handel mit den Germanen allgegenwärtig. So hatten die mit dem Stigma des Verrats behafteten Cherusker auch den Unwillen von Teilen der Bevölkerung auf sich gezogen, die auf Seiten des Imperiums standen was dazu beitrug für den Wortbruch der Cherusker aufgrund seiner verheerenden Auswirkungen Namen wie „Falsarii bzw. Fallax“ zu prägen. Den Begriff des Wort - bzw. Treuebruchs der mit dem lateinischen Namen „Fidem fallere“ einher geht stilisierte man zur haarsträubendsten Untat aller Zeiten und dem Wort „fallere“ gelang es, sich bis in unsere Tage zu erhalten und vieles was dem in unserem Sprachgebrauch ähnelt wie etwa das Wort „falsch“ hatten darin ihre Wurzel. Aber Rom sah nicht in allen Germanen Betrüger und Wortbrecher da sich unter ihnen auch Stämme befanden, die dem Imperium unkritischer gegen überstanden und auch mit ihm kooperierten. Völker die ihre Unterstützung anboten und sich dadurch Vorteile versprachen. Aufspüren lässt es sich im Verhalten der Angrivarier die in der Geschichte zwiespältig erscheinen. Weder Drusus noch Ahenobarbus kämpften gegen sie und auch an der Varusschlacht nahmen sie nicht teil. Und als Germanicus 16 + gegen die Cherusker zu Felde zog um gegen sie bei Idistaviso zu kämpfen nutzte er dafür den Hellweg vor dem Sandforde der an der Südgrenze des angrivarischen Stammesgebietes vorbei führt. Tacitus berichtete nur von einer „Defection“ und dies beschreibt sowohl einen Aufstand, als auch den Akt des Abtrünnig werdens, sowie das Abfallen von bisherigen Gemeinsamkeiten. General Stertinius konnte es mit seiner Kavallerie auf leichte Weise niederschlagen was auf kein umfängliches Schlachtgeschehen hindeutet. „Defectio“ steht für Abtrünnig bzw. Abfallen, sodass sich die Angrivarier in ihrer Gesamtheit zuvor mit Rom verständigt bzw. dem Durchzug zugestimmt haben könnten und sich dem Geplänkel nur Teilstämme von ihnen angeschlossen hatten. Insgesamt ein Verhalten, das für Mäßigung und Zurückhaltung, aber nicht für eine Konfrontation größeren Ausmaßes spricht. Nach der Niederlage am so genannten Angrivarierwall unterwarfen sie sich vielleicht zu vorschnell und zudem bedingungslos was von den Cheruskern nicht überliefert ist. Schon kurze Zeit nach der Schlacht leisteten sie im Jahr 17 + einen entscheidenden Beitrag bei der Rückführung der gefangenen römischen Flutopfer in dem sie sich für einen Austausch bei Lösegeldzahlung einsetzten und somit an der Übergabe beteiligt waren. Obwohl dies im Rahmen des Prozedere nahe dem Kalkrieser Berg vermutlich aus dem Ruder lief rechneten es ihnen die Römer hoch an und trug in der Folge zur Verbesserung des Verhältnisses bei. Fortan standen sie dem Imperium loyal gegenüber und sollen danach sogar als Vermittler zwischen Römern und Cherusker aufgetreten sein. Dies unterschied sie von den betrügerischen Cheruskern, so dass sie nicht in zweifelhaften Genusskamen als Falsarii sondern Engern in die Geschichte einzugehen. Als Germanicus nach der pattartigen Schlacht gegen die Cherusker seinen Rückzug zur Ems antrat passierte er dazu vermutlich im Raum Lübbecke eine dammartige Struktur über dessen Funktion man geteilter Auffassung sein darf. Ein Bauwerk das vermutlich schon zu Zeiten der Kelten entstand um trockenen Fußes über die Wiehensenke zur Babilonie zu gelangen, also schon existierte als Rom noch nicht germanischen Boden betreten hatte. Es war eine Erdaufschüttung die Tacitus so interpretierte als hätten sie die Angrivarier hinterlassen um sich vom Nachbarstamm der Cherusker abzugrenzen. Germanen errichteten keine steinernen Wallanlagen und auch das Anschütten aufwändiger Erdwallstrukturen passte nicht zu ihren Lebensgewohnheiten. Unabhängig davon bringt Tacitus aber zum Ausdruck, dass den Angrivarier daran gelegen war Distanz zu den Cherusker wahren zu wollen, sie sich also nicht „grün“ waren. Und sollten die Angrivarier wirklich einen derartigen Aufwand nicht gescheut haben, dann klingt das nicht unbedingt nach guter Nachbarschaft. Tacitus könnte damit dem Sprichwort gefolgt sein, wonach der Feind meines Feindes mein Freund ist, man sich also gegen den gemeinsamen Feind Rom zusammen schloss danach aber wieder getrennte Wege ging. Anders ausgedrückt standen die Angrivarier wie es auch die Historie nahe legt dem Imperium positiver gegenüber als die Cherusker. Darin läge dann eine frühe Erklärung dafür, dass später auch die Franken den Stamm der Engern anders einschätzten, sie daher nicht als „Falaos“ bezeichneten aber trotzdem von ihnen bekämpft wurden. Da sich zwischen West – und Ostfalaos die Angrivarier nieder ließen und die aus ihnen hervor gegangenen Engern aus Sicht der Franken die Oberhand besaßen war auch die Frage beantwortet, warum man dieser Region im frühen Mittelalter nicht den Namen „Falaos“ sondern Angarii gab. Und so wie es auch die Franken hielten verspürten auch nur wenige Historiker in der Neuzeit den Wunsch sich auf die Suche nach den „Falaos“ innerhalb der Engern begeben zu wollen. Wie sich dem Verzeichnis über die Grundstücksüberlassungen und Schenkungen an das Kloster Corvey zwischen 822 und 875 entnehmen lässt, sind im Betrachtungsraum diverse Gehöfte und kleinere Dörfer mit Fal bzw. Valnamen wie Valahuson, Valeshuss, Valahus (en), Valahus (un), Falahus, Falohus, Falahusen, Falhusen, Falohus (un), Falha(h)us (un) bezeugt die sich nach den Sachsenkriegen begannen auch literarisch zu verfestigten. Es waren jene Ansiedlungen die sich im Zuge der karolingischen Machtausdehnung als Niederlassungen der Vorbevölkerung innerhalb einer von Angarii dominierten Landschaft identifizieren lassen, aber auch außerhalb davon nachweisbar sind da man Gehöfte namentlich hervor heben wollte in die sich eine selbstbewusste Bevölkerung zurück gezogen hatte. Vielleicht aber auch Anwesen von Menschen die dazu übergegangen waren sich selbst so zu nennen, weil man sie von außerhalb so bezeichnete, die in kleinsten Heimstätten lebten und ihre Namen schon in Zeiten bekamen, als diese sie noch nicht bewohnten. Es war eine Bevölkerung die sich mehr ihrem Gaufürsten verpflichtet sah und nicht danach fragten welchem übergeordneten Volk sie angehörten, oder wie sich dieses nannte. So konnte keiner zurück denken wo ihre Wurzeln lagen und wer ihren Wohnstätten die Namen gab. Brauch und Zeitgeist hatten den „Nachgermanen“ des 8. Jahrhundert schon längst einen Namen gegeben und die Suche danach war überflüssig, da der Mensch den Alltag überstehen musste. So verstanden sich die Bewohner als „Falaos“ ohne zu wissen warum und einen tieferen Wunsch die Gründe erfahren zu wollen dürfte es unter ihnen nicht gegeben haben. Die Ersterwähnung von „Falaos“ im Jahr 775 schließt nicht aus, dass bereits ab dem 7. Jahrhundert als die Merowinger begannen ihre Fühler nach Osten auszustrecken und die Bezeichnung „Falaos“ ihre Fremdartigkeit verloren hatte, Ansiedlungen mit der Vorsilbe „Fal“ entstanden. Schriftliche Überlieferungen setzten erst im frühen Mittelalter ein, sodass die Suffixe also die Endungen die Wissenslücken ihrer Entstehungszeiten schließen sollten. Darauf basierend verständigte sich die Forschung wider besseren Wissens darauf diese Zeitspanne zwischen das 8. und 10. Jahrhundert zu legen. Siedlungen die sich auf die „Falaos“ beziehen und mit „hus“ enden was sich über das Wort „hūsan“ bis in urgermanische Zeiten zurück verfolgen lässt setzt das Vorhandensein von Gebäuden gleich welcher Bauart voraus. „Hus“ galt also als zeitlich gesetzt, sodass darin immer die Anwesenheit von Falen als Bewohner voraus gesetzt werden kann. Orte die mit „hus“ oder dem davon abgeschliffenen „sen“ endeten und von Falen bewohnt wurden lassen sich einer Epoche zuordnen in der ein Entwicklungsprozess sein Ende fand der im Betrachtungsraum seinen Anfang nahm und die Merowinger begannen die dortigen Bewohner mit dem Begriff „Falaos“ vertraut zu machen. Die „Falaos“ ob im Westen oder Osten sahen sich in dieser Zeit nicht als ein eigenständiges Volk und definierten sich nicht namentlich. Aber damit einher gehend wuchs nun die allgemeine Erkenntnis und ein Bewusstsein dafür, dass man sich hinsichtlich Sprache, Identität, Übereinstimmung und Wesensgleichheit verbunden fühlte. So erwachte mit dem Wort „Falaos“ in den Wirren der nachgermanischen Phase auch das Bedürfnis diesem neuen gemeinsamen und übergeordneten Volk angehören zu wollen. Obwohl die Gaugemeinschaften ihre Bedeutung nicht verloren entwickelte sich ein zuvor nicht vorhandenes Verständnis von Zugehörigkeit. Die Volkssprache, das Theodisk verband sie miteinander aber sie waren weder Saxones noch Thoringi und nur weil sich mit dem Erwachen der Schriftlichkeit in Westfalen die „Fal bzw. Val“ Siedlungen in der „sächsischen Epoche“ der ersten Hälfte des 9. Jahrhundert in den Corveyer Traditionen häufen bzw. sich ihnen entnehmen lassen und die Franken der Überzeugung waren es mit den Nachfahren der seeräuberischen Sachsen zu tun zu haben, obwohl sich ihnen in erster Linie Falen bzw. Engern entgegen gestellt hatten, machte aus Falen keine Sachsen. Man hatte den Bezug zu ihren germanischen Vorfahren längst verloren war sich aber im Klaren darüber kein Sachse zu sein und ob man nun weiter im Osten oder im Westen lebte gab man sich als Fale zu erkennen und setzte sich damit sowohl von Sachsen als auch von Franken ab bzw. unterschied sich von ihnen was ihr Selbstwertgefühl steigerte. Die Bewohner östlich der Weser standen in enger Verbindung zum Reich der Thüringer, das quasi über Nacht mit dem Tod von Theoderich dem Großen 526 seine ostgotisch arianische Schutzmacht verloren hat. Dies führte dazu, dass sich die Franken nachdem sie 496 den katholischen Glauben angenommen hatten stärker nach Osten orientierten und schon fünf Jahre nach seinem Tod im Jahr 531 das Reich der Thüringer unterwarfen. Da Ostgoten und Thüringer 451 auf den katalaunischen Feldern gemeinsam mit den Hunnen gegen die Franken kämpften waren die Beziehungen belastet und man darf davon ausgehen, dass sich ihnen auch Stämme bzw. Völker angeschlossen haben die im Einflussbereich der Thüringer, also östlich der Weser lebten. Durch die politischen Verwerfungen gezwungen kam diese in die prekäre Lage sich neu orientieren zu müssen, da sie aus dem Osten keine Unterstützung mehr zu erwarten hatten. So gelang es dem Merowingerkönig Chothar die Stämme der Region 555 Tribut pflichtig zu machen was vermutlich an der Diemel geschah und sah sich erstmals mit den „Falaos“ konfrontiert. So richtete sich der Blick der Menschen zwischen Weser und Fuhse unter den neuen fränkischen Machthabern gezwungenermaßen und zunehmend nach Westen und sie nahmen in der Folge den Namen an unter dem man sie links des Rheins führte. Ein Name der auch in der ausklingenden Antike des 5. Jahrhundert in der „Notitia dignitatum“ erscheint worin man sie „Falchowaren“ nannte. Ein Wort, dass ihre Verbindung zu den germanischen Nachbarstämmen verdeutlicht die sich „varen“ bzw. „varier“ nannten. „Waren“ vergleichbar mit den Amsiwaren bzw. Angriwaren was sich auf den Begriff „Warrior“ gleich Kämpfer zurück führen ließe. Ihr einstiger Name Cherusker, die Tacitus in seinen Annalen „Cherusci“ nannte erschien auf historischer Bühne letztmalig im Zusammenhang mit einem Schriftverkehr zwischen dem Venezianer Venantius Fortunatus und dem 584 verstorbenen Bischof Felix von Nantes und war bis die Schriften von Tacitus im 9. Jahrhundert an der Weser ausgewertet wurden verblasst. Mangels eigener Identität und einem noch nicht vorhandenen Bedürfnis danach, war man nun geneigt die Bezeichnung diee die Franken für sie nutzten umgangssprachlich zu addaptieren und bgann damit zu leben. Man betrachtete es nicht als verwerflich auch eigene Ansiedlungen danach zu benennen und es könnte sich auch zu einem frühen Merkmal entwickelt haben um sich von den Engern zu unterscheiden. Mit der Taufe Widukind der den Westfalaos und nicht den Engern zugerechnet wird, obwohl er in Enger bestattet worden sein soll, schien die Phase des Gegeneinander von Franken und Falaos zunächst überwunden zu sein und es begann ein langwieriger Prozess der Annäherung der sich noch bis weit in die Neuzeit erstreckte und mit deren Auswüchsen sich noch ein separates Kapitel beschäftigen wird. Das Bewusstsein im Land der Falen zu leben begann sich auch in den Köpfen seiner Bewohner niederzuschlagen und es verloren sich die letzten Reste fränkischer Last. Aber erst Kaiser Friedrich Barbarossa etablierte im Jahr 1180 ein Herzogtum Westfalen und schuf damit die Basis für seine feste politische Identität. Aber zurück an die beschauliche Öse und dorthin wo sie das mittelalterliche Städtchen Dringenberg mit seiner historischen Burganlage in der Eggelandschaft umfließt. Nordöstlich von Dringenberg befindet sich möglicherweise eine der sprachlichen Keimzellen, die den Sprung von den Cheruskern die sich der „Fallacia“, also der Täuschung schuldig gemacht hatten über die Falon bis zu den Falen ins heutige Ostwestfalen - Lippe verdeutlichen könnte. Denn in einer Wiesenlandschaft nahe Dringenberg befand sich bis ins Jahr 1318 eine Siedlung die den Namen „Falhusen“ trug und wo demnach die Falen hausten. Dort könnten also noch bis ins hohe Mittelalter die Nachfahren jener „Betrüger“ gelebt haben, die das Imperium von der Bildfläche tilgen wollte in dem man sie nicht mehr Cherusker, sondern nur noch Betrüger nannte. So könnten sich Spuren ihrer einstigen Bewohner die damals auch links der Weser siedelten, bevor sie von den Engern geschluckt wurden erhalten haben können. Aber nach 1318 wurden die Zeiten rauher und die Bewohner von Falhusen zogen sich hinter die sicheren Mauern von Dringenberg zurück der Ort, der 1323 seine Stadtrechte bekam. Falhusen verfiel zur Wüstung und ist heute nur auf alten Parzellenkarten als „Falhuser Feld“ nur noch dann erwähnenswert, wenn man es als Bauland nutzen möchte. Das in diesem „Falhusen“ möglicherweise noch um die Zeit der Sachsenkriege Blutsverwandte der einst vertragsbrüchigen Falen, also der Cherusker lebten, ist schwer vorstellbar aber denkbar. Was aber dabei hilft diese Distanz begründbar zu machen ist die Tatsache, dass man dem Falhuser Feld, nach dem es die alten Falhuser verließen einen anderen doppelsinnigen Namen gab. Einen Namen den ihnen möglicherweise die alt eingesessenen fränkisch geprägten Dringenberger gaben. Denn aus dem „Falhuser Feld“ wurde nach dem die Falhuser in Dringenberg lebten das „Falsche Feld“. Für die Dringenberger des 14. Jahrhundert war möglicherweise die Erinnerung noch lebendig, dass die Nachbarn vor ihrer Haustür einst den Namen „die Falschen“ trugen. Aber selbst für sie war es nach 1300 Jahren nicht mehr möglich zu erklären, wie sich diese Namensveränderung begründen ließe.
(07.06.2026)
Wohl auch weil der mit Makel behaftete Name „Falsarii“ nur für bestimmte Stämme angewendet wurde zutraf aber nicht für alle die sich später unter dem Dach der Merowinger zusammen fanden, legte man ihn ab und nahm den Namen "Franci" der römischen Ursprungs war an, obwohl er im Germanischen wurzelte. Damit sonderten sich zwei Gesellschaftsschichten voneinander ab. Jene "Franci" genannten die ihre Wohngebiete verließen, sich von einstigen Bündnissen los sagten bzw. befreiten in dem sie sich nach Westen orientierten und jene im Osten sesshaft gebliebene Bevölkerung die Rom „Falsarii“ und die Franken "Falaos" nannte. So muss es wie ein Treppenwitz der Geschichte klingen, dass die Nachfahren dieser einstigen Umsiedler unter den Namen Merowinger bzw. Karolinger im Zuge ihrer Kämpfe wieder den Boden der "Falsarii" betraten die sie "Falaos" nannten aus denen Teile von ihnen einst selbst entstammten. In die historische Verlegenheit geraten sich im Zuge dieser Völkerbewegungen neu definieren zu müssen war es für die einstigen Germanen die östlich des römischen Speckgürtels dem späteren Ripuarien zwischen Wupper und Fuhse und der Nordkante des Sauerlandes bis zum Wiehengebirge sesshaft blieben naheliegend sich mit der Fremdbezeichnung zu identifizieren unter der sie in römischen Landen geführt wurden. Krieger für die die Historie nicht mehr den römischen Name "Germani", sondern den fränkischen Namen "Falaos" anwendete zog es nach dem Untergang Westroms nicht nach Westen sondern dienten als Söldner unter den oströmischen Herrschern wo man sie in der Spätantike "Falchovarii" nannte. Während dessen entwickelte sich in ihrer Heimat der langsame Prozess den einzelnen Gauen oder den lokalen Ansiedlungen Namen mit Falenbezug zu geben. Der Name den ihnen die Franken für die Gesamtheit ihrer Bevölkerung gegeben hatten schlug sich nun auch im Alltagsleben nieder. Eine Theorie die darauf fußt, dass sich Gaue und Ortschaften bzw. Pagi und Vici erst im Zuge karolingischer Einflussnahme danach genannten. Namensgebungen die sich bevorzugt in den Regionen befanden in der sich die Bevölkerung nach dem Zerfall der germanischen Stammesstrukturen nicht nach Westen, sondern nach Südosten orientierte. Während es Gaunamen gab die noch aus der Sagenzeit stammten, bevor sie sich verschriften ließen als man sie sich noch „zuraunte“. So erging es den Falen nicht anders als den Sachsen die sich ebenfalls mit einem Exonym arrangieren mussten bis sie es adaptierten und die Geschichte langsam begann die alten Stammesnamen zu vergessen. Aber es dauerte wie auch beim Namen der „wilden“ Cherusker wie Claudian sie noch um 398 nannte, bzw. Sidonius Apollinaris der sie letztmalig um das Jahr 456 + erwähnt oder Venantius Fortunatus der sie zu Lebzeiten des Bischofs Felix von Nantes, der 582 verstarb noch mit den Sachsen verglich bis sie dank Tacitus im 9. Jahrhundert endgültig wieder auf die zeitgenössische Bühne zurück kehrten bis er vom Sammelbegriff „Falaos“ verdrängt wurde. In diesem Zusammenhang nutzte Venantius Fortunatus auch den Namen Sicambri, den wir von der schälen „Sic“ her kennen um damit die Franken zu bezeichnen, war also der Auffassung, dass die Cherusker die Vorfahren der Sachsen waren als diese von den Merowinger „Falaos“ genannt wurden. Die Forschungsgeschichte der Volksnamen führte zu dem Ergebnis, dass die Franken als sie sich im 3. und 4. Jahrhundert formierten für viele germanischen Stämme und Völker eigene Namen prägten um sich von ihnen abzugrenzen. Wesentlich und deutlich wird in diesem Zusammenhang, dass die Franken lateinische Bezeichnungen weiter führten und auch nach kulturellen oder geografischen Merkmalen unterschieden. Damit brachten sie ihre Macht zum Ausdruck, inszenierten ihre Einzigartigkeit und stärkten ihre Identität, sodass der Name Falaos einen kontinuierlichen Eingang in die spätgermanische bzw. frühmittelalterliche Mundart fand. Die ursprüngliche Bestimmung des Wortes „Falaos“, wechselte seine Bedeutung und veränderte die Wahrnehmung, sodass die Menschen auf die die Franken es anwendeten darin kein Schimpfwort sahen und spätere Generationen es als ihren Eigennamen verstanden. Mit dem Einzug der Verschriftung nahm es von der Mundart beeinflusst auch zwangsläufig andere Schreibweisen an. Wissenschaft war dünn gesät und Informationen wonach es Klosterinsassen gab, die an den Ursprüngen des Wortes „Falaos“ Interesse gezeigt hätten liegen nicht vor, sodass keine anderen älteren Deutungen bekannt wurden. So wurde bislang keine Spur erkennbar, wonach man es mit dem lateinischen Wort „Fallatore“ in Verbindung gebracht hätte. In dem man in der Neuzeit begann das Wort Falen nahezu „Gebetsmühlenhaft“ immer wieder auf flaches Land, Ebenen oder fahle Hautfarben etc. zurück führte und sogar in den jahrtausendealten indogermanischen Sprachwurzeln nach Lösungen suchte ließ es die Forschung letzlich doch rat- und hilflos zurück, da diese Erklärungen nicht überzeugen konnten. So begann nach dieser Theorie alles mit dem Zorn der römischen Besatzer, die für ihre Gegner nach der Varusschlacht nicht anders konnten und das lateinische Wort „Fallere“ bzw. „Fallatore“ für sie prägten. Ein feindseliger Begriff der an ihnen haften blieb und aus dem sich im frühen Mittelalter zunächst das fränkisch/latinisierte und 775 erstmals verschriftete Wort „Falaos“ entwickelte. Es folgten noch in fränkischer Zeit Namen wie „Falai“ bzw. „West- oder Ostfalahi“, bevor es in der Sprache der einheimischen Ostfalen in Verbindung mit der karolingischen Landnahme„seßhaft“ wurde und sich Worte wie „Valen“ bzw. „Phalen“ bildeten, bis es beim Wort Falen stehen blieb. Der karolingischen Renaissance sei gedankt, denn hätte es diese Epoche bzw. Zeitabschnitt nicht gegeben, hätte sich auch kein Bezug zum antiken Wort „Fallere“ bzw. „Fallatore“ erkennbar gemacht und etymologische Deutungsversuche in diese Richtung hätten sich erübrigt. Drei Mal „hätte“ in einem Satz zeigt zu welch kuriosen Schlussfolgerungen die Geschichtsforschung manchmal fähig sein muss um der möglichen Wahrheit näher zu kommen. Teile des fränkischen Adelsgeschlechts der Merowinger die als Salfranken schon ab 420 ins zur Neige gehende Imperium einwanderten entstammten den Sigambrern. Einem germanischen Stamm der wegen seines gegen Rom gerichteteten aggressiven Kampfgeistes von Tiberius 8 – auf die linke Rheinseite zwangsumgesiedelt wurde, in Teilen im alten Stammesgebiet unter römischer Duldung sesshaft bleiben durfte, sich aber auch zur Flucht in den Osten vermutlich zu den Marsern entschied und möglicherweise auch an der Varusschlacht teilnahm. Es beantwortet die Frage wie die seinerzeit von den römischen Zeitgenossen für die vertragsbrüchigen Germanen erdachten Schimpfworte übergangslos von der Antike ins frühe Mittelalter und in den Sprachgebrauch der fränkischen Erben Roms gelangten. Indirekt war der Merowingerkönig Chlodwig da er sigambrischer Abstammung war selbst ein „Falaos“. Denn zu ihren Zeiten siedelten die Sigambrer die links und rechts des Rhein stammten aber urspünglich von der rechten der nun fälischen Rheinseite, sodass die Sigambrer poetisch ausgedrückt mit an der Wiege der Franken und damit auch der Karolinger standen. So war das Wort„Falaos“ vorhanden und bedurfte keiner neuen Wortschöpfung und den Sinn des darin ruhenden antike Urwortes, dass sie übernahmen zu erforschen lag auch ihnen fern. So waren ohne den Hintergrund zu kennen Worte wie etwa „Fallatore“ bzw. „Falaisii“ für ein betrügerisches Volk auch noch im fränkischen Milieu vorherrschend und ließen sich dem Klang nach gut für die neuen Widersacher weiter benutzen. In früheren Schriften der gehobenen antik/lateinischen Literatur sollte sich ein Wort wie „Falaos“ nicht niederschlagen, fuhr nur auf dem Trittbrett der Geschichte mit und führte ohne das man es beim Namen nannte ein Leben zwischen den Zeilen. Bis zur zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts als die karolingischen Franken mit der Verschriftlichung der germanischen Volkssprache begannen fand nur die lateinische Schrift Verwendung aber die Schreibweise des Wortes „Uuestfalaos“ verrät aufgrund des zweifachen „U“ erste althochdeutsche Einflüsse. So überlebte der römischem Zorn entsprungene Begriffe die Zeiten und begann sich um 775 auch im östlichen Frankenreich durchzusetzen bis auch die Nachwelt ihn nutzte und man dem Land und seinen Bewohnern den Namen „Falaos“ und später Falen gab. Ein Wort das sich im Kürzel NRW bis heute erhielt. Nicht zu verkennen ist, dass sich das Imperium nach dem fehl geschlagenen Markomannenfeldzug. dem aufwendigen Pannonienkrieg, der verlorenen Varusschlacht und den darauf folgenden gescheiterten Racheaktionen nur eine vorübergehende Schwächephase leistete, sich aber in den folgenden Jahrzehnten zu neuen Höchstleistungen aufschwang was sie langfristig betrachtet zum Sieger der Zeitgeschichte machte. Obwohl es sich plausibel machen lässt, dass die Empörung über die Niederlage in der Antike explizit nach dem Jahr 16 + ihren Anfang nahm wird man einen eindeutigen also beweiskräftigen Hinweis, wonach zwar die Cherusker bezogen auf ihren Namen der Historie entschwanden, aber als Falen wieder zurück kehrten bzw. sesshaft blieben im Sinne der Falsarii/Fallere/Falen Theorie vergeblich suchen. Die Egge markierte basierend auf den historischen Erkenntnissen einst die Westgrenze der „Falaos cheruskischer Abstammung“ gegenüber den „Falaos brukterischer Abstammung“. Nur diese bei Lübbecke gegen Kal den Großen kämpfenden Nachfahren der Brukterer nannten die Reichschroniken 775 zunächst „Westfalaos“, während man den „Falaos cheruskischer Abstammung“ die im Zuge engrischer Einwanderung über die Weser gedrängt wurden in der Folge den Namen „Ostfalaos“ gab. Beide Völker stießen bevor die Angrivarier im Zuge ihrer Südwärtsbewegung den Namen Engern annahmen im Umfeld der Porta Westfalica an deren einstige Siedlungsgebiete nördlich des Wiehengebirges. Die Ausbreitung der Angrivarier südlich davon in die Wohngebiete der dort siedelnden „cheruskischen Falaos“ als auch der „brukterischen Falaos“ führte in der Konsequenz zur Entstehung des Ostwestfälischen und seinen Unterdialekten und während sich im Lippischen oder im Ravensburger Platt noch eine Urform des angrivarischen Mischdialektes erhalten haben könnte waren die Angrivarier im Sinne der einstigen Geschehnisse für Rom als auch für die Franken keine „Falaos“ und wurden daher einheitlich Engern genannt. Die den Ostfalaos um einige Generationen voraus gegangenen Cherusker hätte die Geschichte schon fasst verschluckt wäre man nicht der Vorgabe Karl des Großen gefolgt und hätte Corvey nicht zu einem geistigen Mittelpunkt der christlichen Ostmission gemacht. Aufgrund dieser Aufwertung wurden 836 die Gebeine des heiligen Vitus nach Corvey überführt und auch eine Abschrift der Bücher 1 – 6 der Tacitus Annalen könnte als Schenkung in Gestalt einer „Morgengabe“ zur Aufwertung der neuen Blüte der Christenheit in diesem Zusammenhang von Fulda nach Corvey gelangt sein. Schriften in denen auf die antiken Vorgänge der Varusschlacht nahe der „Visurgis“ eingegangen wird womit den Ostfalaos erstmals ihre Abstammung bewusst gemacht wurde. Das es die Falaos, pardon die Cherusker waren, die sich damals dem Imperium entgegen stellten und ihm ihre großen Niederlagen zufügten gehörte in der Antike noch zum allgemeinen Wissenstand war aber in fränkischer Zeit erloschen. Opposition gehörte damals wie heute zum gesellschaftlichen Leben und so wie es einen Segestesclan unter den Cheruskern gab, dürfte es auch Germanen jenseits des Rhein respektive im römischen Lager gegeben haben die eine Genugtuung empfanden Rom auf der Verliererseite zu sehen wobei sich nur wenige wagten es öffentlich zur Schau zu stellen. Die gegen Sold verpflichteten römischen Legionäre profitierten nach erfolgreichen Feldzügen noch zusätzlich von Kriegsbeute, sodass ihre Verbitterung wuchs nach dem der Kaiser nach 16 + erneute Feldzüge untersagte. Auch innerhalb der römisch gesinnten Bevölkerung war der Groll über die erlittene Schmach etwa bezogen auf den ausbleibenden Handel mit den Germanen allgegenwärtig. So hatten die mit dem Stigma des Verrats behafteten Cherusker auch den Unwillen von Teilen der Bevölkerung auf sich gezogen, die auf Seiten des Imperiums standen was dazu beitrug für den Wortbruch der Cherusker aufgrund seiner verheerenden Auswirkungen Namen wie „Falsarii bzw. Fallax“ zu prägen. Den Begriff des Wort - bzw. Treuebruchs der mit dem lateinischen Namen „Fidem fallere“ einher geht stilisierte man zur haarsträubendsten Untat aller Zeiten und dem Wort „fallere“ gelang es, sich bis in unsere Tage zu erhalten und vieles was dem in unserem Sprachgebrauch ähnelt wie etwa das Wort „falsch“ hatten darin ihre Wurzel. Aber Rom sah nicht in allen Germanen Betrüger und Wortbrecher da sich unter ihnen auch Stämme befanden, die dem Imperium unkritischer gegen überstanden und auch mit ihm kooperierten. Völker die ihre Unterstützung anboten und sich dadurch Vorteile versprachen. Aufspüren lässt es sich im Verhalten der Angrivarier die in der Geschichte zwiespältig erscheinen. Weder Drusus noch Ahenobarbus kämpften gegen sie und auch an der Varusschlacht nahmen sie nicht teil. Und als Germanicus 16 + gegen die Cherusker zu Felde zog um gegen sie bei Idistaviso zu kämpfen nutzte er dafür den Hellweg vor dem Sandforde der an der Südgrenze des angrivarischen Stammesgebietes vorbei führt. Tacitus berichtete nur von einer „Defection“ und dies beschreibt sowohl einen Aufstand, als auch den Akt des Abtrünnig werdens, sowie das Abfallen von bisherigen Gemeinsamkeiten. General Stertinius konnte es mit seiner Kavallerie auf leichte Weise niederschlagen was auf kein umfängliches Schlachtgeschehen hindeutet. „Defectio“ steht für Abtrünnig bzw. Abfallen, sodass sich die Angrivarier in ihrer Gesamtheit zuvor mit Rom verständigt bzw. dem Durchzug zugestimmt haben könnten und sich dem Geplänkel nur Teilstämme von ihnen angeschlossen hatten. Insgesamt ein Verhalten, das für Mäßigung und Zurückhaltung, aber nicht für eine Konfrontation größeren Ausmaßes spricht. Nach der Niederlage am so genannten Angrivarierwall unterwarfen sie sich vielleicht zu vorschnell und zudem bedingungslos was von den Cheruskern nicht überliefert ist. Schon kurze Zeit nach der Schlacht leisteten sie im Jahr 17 + einen entscheidenden Beitrag bei der Rückführung der gefangenen römischen Flutopfer in dem sie sich für einen Austausch bei Lösegeldzahlung einsetzten und somit an der Übergabe beteiligt waren. Obwohl dies im Rahmen des Prozedere nahe dem Kalkrieser Berg vermutlich aus dem Ruder lief rechneten es ihnen die Römer hoch an und trug in der Folge zur Verbesserung des Verhältnisses bei. Fortan standen sie dem Imperium loyal gegenüber und sollen danach sogar als Vermittler zwischen Römern und Cherusker aufgetreten sein. Dies unterschied sie von den betrügerischen Cheruskern, so dass sie nicht in zweifelhaften Genusskamen als Falsarii sondern Engern in die Geschichte einzugehen. Als Germanicus nach der pattartigen Schlacht gegen die Cherusker seinen Rückzug zur Ems antrat passierte er dazu vermutlich im Raum Lübbecke eine dammartige Struktur über dessen Funktion man geteilter Auffassung sein darf. Ein Bauwerk das vermutlich schon zu Zeiten der Kelten entstand um trockenen Fußes über die Wiehensenke zur Babilonie zu gelangen, also schon existierte als Rom noch nicht germanischen Boden betreten hatte. Es war eine Erdaufschüttung die Tacitus so interpretierte als hätten sie die Angrivarier hinterlassen um sich vom Nachbarstamm der Cherusker abzugrenzen. Germanen errichteten keine steinernen Wallanlagen und auch das Anschütten aufwändiger Erdwallstrukturen passte nicht zu ihren Lebensgewohnheiten. Unabhängig davon bringt Tacitus aber zum Ausdruck, dass den Angrivarier daran gelegen war Distanz zu den Cherusker wahren zu wollen, sie sich also nicht „grün“ waren. Und sollten die Angrivarier wirklich einen derartigen Aufwand nicht gescheut haben, dann klingt das nicht unbedingt nach guter Nachbarschaft. Tacitus könnte damit dem Sprichwort gefolgt sein, wonach der Feind meines Feindes mein Freund ist, man sich also gegen den gemeinsamen Feind Rom zusammen schloss danach aber wieder getrennte Wege ging. Anders ausgedrückt standen die Angrivarier wie es auch die Historie nahe legt dem Imperium positiver gegenüber als die Cherusker. Darin läge dann eine frühe Erklärung dafür, dass später auch die Franken den Stamm der Engern anders einschätzten, sie daher nicht als „Falaos“ bezeichneten aber trotzdem von ihnen bekämpft wurden. Da sich zwischen West – und Ostfalaos die Angrivarier nieder ließen und die aus ihnen hervor gegangenen Engern aus Sicht der Franken die Oberhand besaßen war auch die Frage beantwortet, warum man dieser Region im frühen Mittelalter nicht den Namen „Falaos“ sondern Angarii gab. Und so wie es auch die Franken hielten verspürten auch nur wenige Historiker in der Neuzeit den Wunsch sich auf die Suche nach den „Falaos“ innerhalb der Engern begeben zu wollen. Wie sich dem Verzeichnis über die Grundstücksüberlassungen und Schenkungen an das Kloster Corvey zwischen 822 und 875 entnehmen lässt, sind im Betrachtungsraum diverse Gehöfte und kleinere Dörfer mit Fal bzw. Valnamen wie Valahuson, Valeshuss, Valahus (en), Valahus (un), Falahus, Falohus, Falahusen, Falhusen, Falohus (un), Falha(h)us (un) bezeugt die sich nach den Sachsenkriegen begannen auch literarisch zu verfestigten. Es waren jene Ansiedlungen die sich im Zuge der karolingischen Machtausdehnung als Niederlassungen der Vorbevölkerung innerhalb einer von Angarii dominierten Landschaft identifizieren lassen, aber auch außerhalb davon nachweisbar sind da man Gehöfte namentlich hervor heben wollte in die sich eine selbstbewusste Bevölkerung zurück gezogen hatte. Vielleicht aber auch Anwesen von Menschen die dazu übergegangen waren sich selbst so zu nennen, weil man sie von außerhalb so bezeichnete, die in kleinsten Heimstätten lebten und ihre Namen schon in Zeiten bekamen, als diese sie noch nicht bewohnten. Es war eine Bevölkerung die sich mehr ihrem Gaufürsten verpflichtet sah und nicht danach fragten welchem übergeordneten Volk sie angehörten, oder wie sich dieses nannte. So konnte keiner zurück denken wo ihre Wurzeln lagen und wer ihren Wohnstätten die Namen gab. Brauch und Zeitgeist hatten den „Nachgermanen“ des 8. Jahrhundert schon längst einen Namen gegeben und die Suche danach war überflüssig, da der Mensch den Alltag überstehen musste. So verstanden sich die Bewohner als „Falaos“ ohne zu wissen warum und einen tieferen Wunsch die Gründe erfahren zu wollen dürfte es unter ihnen nicht gegeben haben. Die Ersterwähnung von „Falaos“ im Jahr 775 schließt nicht aus, dass bereits ab dem 7. Jahrhundert als die Merowinger begannen ihre Fühler nach Osten auszustrecken und die Bezeichnung „Falaos“ ihre Fremdartigkeit verloren hatte, Ansiedlungen mit der Vorsilbe „Fal“ entstanden. Schriftliche Überlieferungen setzten erst im frühen Mittelalter ein, sodass die Suffixe also die Endungen die Wissenslücken ihrer Entstehungszeiten schließen sollten. Darauf basierend verständigte sich die Forschung wider besseren Wissens darauf diese Zeitspanne zwischen das 8. und 10. Jahrhundert zu legen. Siedlungen die sich auf die „Falaos“ beziehen und mit „hus“ enden was sich über das Wort „hūsan“ bis in urgermanische Zeiten zurück verfolgen lässt setzt das Vorhandensein von Gebäuden gleich welcher Bauart voraus. „Hus“ galt also als zeitlich gesetzt, sodass darin immer die Anwesenheit von Falen als Bewohner voraus gesetzt werden kann. Orte die mit „hus“ oder dem davon abgeschliffenen „sen“ endeten und von Falen bewohnt wurden lassen sich einer Epoche zuordnen in der ein Entwicklungsprozess sein Ende fand der im Betrachtungsraum seinen Anfang nahm und die Merowinger begannen die dortigen Bewohner mit dem Begriff „Falaos“ vertraut zu machen. Die „Falaos“ ob im Westen oder Osten sahen sich in dieser Zeit nicht als ein eigenständiges Volk und definierten sich nicht namentlich. Aber damit einher gehend wuchs nun die allgemeine Erkenntnis und ein Bewusstsein dafür, dass man sich hinsichtlich Sprache, Identität, Übereinstimmung und Wesensgleichheit verbunden fühlte. So erwachte mit dem Wort „Falaos“ in den Wirren der nachgermanischen Phase auch das Bedürfnis diesem neuen gemeinsamen und übergeordneten Volk angehören zu wollen. Obwohl die Gaugemeinschaften ihre Bedeutung nicht verloren entwickelte sich ein zuvor nicht vorhandenes Verständnis von Zugehörigkeit. Die Volkssprache, das Theodisk verband sie miteinander aber sie waren weder Saxones noch Thoringi und nur weil sich mit dem Erwachen der Schriftlichkeit in Westfalen die „Fal bzw. Val“ Siedlungen in der „sächsischen Epoche“ der ersten Hälfte des 9. Jahrhundert in den Corveyer Traditionen häufen bzw. sich ihnen entnehmen lassen und die Franken der Überzeugung waren es mit den Nachfahren der seeräuberischen Sachsen zu tun zu haben, obwohl sich ihnen in erster Linie Falen bzw. Engern entgegen gestellt hatten, machte aus Falen keine Sachsen. Man hatte den Bezug zu ihren germanischen Vorfahren längst verloren war sich aber im Klaren darüber kein Sachse zu sein und ob man nun weiter im Osten oder im Westen lebte gab man sich als Fale zu erkennen und setzte sich damit sowohl von Sachsen als auch von Franken ab bzw. unterschied sich von ihnen was ihr Selbstwertgefühl steigerte. Die Bewohner östlich der Weser standen in enger Verbindung zum Reich der Thüringer, das quasi über Nacht mit dem Tod von Theoderich dem Großen 526 seine ostgotisch arianische Schutzmacht verloren hat. Dies führte dazu, dass sich die Franken nachdem sie 496 den katholischen Glauben angenommen hatten stärker nach Osten orientierten und schon fünf Jahre nach seinem Tod im Jahr 531 das Reich der Thüringer unterwarfen. Da Ostgoten und Thüringer 451 auf den katalaunischen Feldern gemeinsam mit den Hunnen gegen die Franken kämpften waren die Beziehungen belastet und man darf davon ausgehen, dass sich ihnen auch Stämme bzw. Völker angeschlossen haben die im Einflussbereich der Thüringer, also östlich der Weser lebten. Durch die politischen Verwerfungen gezwungen kam diese in die prekäre Lage sich neu orientieren zu müssen, da sie aus dem Osten keine Unterstützung mehr zu erwarten hatten. So gelang es dem Merowingerkönig Chothar die Stämme der Region 555 Tribut pflichtig zu machen was vermutlich an der Diemel geschah und sah sich erstmals mit den „Falaos“ konfrontiert. So richtete sich der Blick der Menschen zwischen Weser und Fuhse unter den neuen fränkischen Machthabern gezwungenermaßen und zunehmend nach Westen und sie nahmen in der Folge den Namen an unter dem man sie links des Rheins führte. Ein Name der auch in der ausklingenden Antike des 5. Jahrhundert in der „Notitia dignitatum“ erscheint worin man sie „Falchowaren“ nannte. Ein Wort, dass ihre Verbindung zu den germanischen Nachbarstämmen verdeutlicht die sich „varen“ bzw. „varier“ nannten. „Waren“ vergleichbar mit den Amsiwaren bzw. Angriwaren was sich auf den Begriff „Warrior“ gleich Kämpfer zurück führen ließe. Ihr einstiger Name Cherusker, die Tacitus in seinen Annalen „Cherusci“ nannte erschien auf historischer Bühne letztmalig im Zusammenhang mit einem Schriftverkehr zwischen dem Venezianer Venantius Fortunatus und dem 584 verstorbenen Bischof Felix von Nantes und war bis die Schriften von Tacitus im 9. Jahrhundert an der Weser ausgewertet wurden verblasst. Mangels eigener Identität und einem noch nicht vorhandenen Bedürfnis danach, war man nun geneigt die Bezeichnung diee die Franken für sie nutzten umgangssprachlich zu addaptieren und bgann damit zu leben. Man betrachtete es nicht als verwerflich auch eigene Ansiedlungen danach zu benennen und es könnte sich auch zu einem frühen Merkmal entwickelt haben um sich von den Engern zu unterscheiden. Mit der Taufe Widukind der den Westfalaos und nicht den Engern zugerechnet wird, obwohl er in Enger bestattet worden sein soll, schien die Phase des Gegeneinander von Franken und Falaos zunächst überwunden zu sein und es begann ein langwieriger Prozess der Annäherung der sich noch bis weit in die Neuzeit erstreckte und mit deren Auswüchsen sich noch ein separates Kapitel beschäftigen wird. Das Bewusstsein im Land der Falen zu leben begann sich auch in den Köpfen seiner Bewohner niederzuschlagen und es verloren sich die letzten Reste fränkischer Last. Aber erst Kaiser Friedrich Barbarossa etablierte im Jahr 1180 ein Herzogtum Westfalen und schuf damit die Basis für seine feste politische Identität. Aber zurück an die beschauliche Öse und dorthin wo sie das mittelalterliche Städtchen Dringenberg mit seiner historischen Burganlage in der Eggelandschaft umfließt. Nordöstlich von Dringenberg befindet sich möglicherweise eine der sprachlichen Keimzellen, die den Sprung von den Cheruskern die sich der „Fallacia“, also der Täuschung schuldig gemacht hatten über die Falon bis zu den Falen ins heutige Ostwestfalen - Lippe verdeutlichen könnte. Denn in einer Wiesenlandschaft nahe Dringenberg befand sich bis ins Jahr 1318 eine Siedlung die den Namen „Falhusen“ trug und wo demnach die Falen hausten. Dort könnten also noch bis ins hohe Mittelalter die Nachfahren jener „Betrüger“ gelebt haben, die das Imperium von der Bildfläche tilgen wollte in dem man sie nicht mehr Cherusker, sondern nur noch Betrüger nannte. So könnten sich Spuren ihrer einstigen Bewohner die damals auch links der Weser siedelten, bevor sie von den Engern geschluckt wurden erhalten haben können. Aber nach 1318 wurden die Zeiten rauher und die Bewohner von Falhusen zogen sich hinter die sicheren Mauern von Dringenberg zurück der Ort, der 1323 seine Stadtrechte bekam. Falhusen verfiel zur Wüstung und ist heute nur auf alten Parzellenkarten als „Falhuser Feld“ nur noch dann erwähnenswert, wenn man es als Bauland nutzen möchte. Das in diesem „Falhusen“ möglicherweise noch um die Zeit der Sachsenkriege Blutsverwandte der einst vertragsbrüchigen Falen, also der Cherusker lebten, ist schwer vorstellbar aber denkbar. Was aber dabei hilft diese Distanz begründbar zu machen ist die Tatsache, dass man dem Falhuser Feld, nach dem es die alten Falhuser verließen einen anderen doppelsinnigen Namen gab. Einen Namen den ihnen möglicherweise die alt eingesessenen fränkisch geprägten Dringenberger gaben. Denn aus dem „Falhuser Feld“ wurde nach dem die Falhuser in Dringenberg lebten das „Falsche Feld“. Für die Dringenberger des 14. Jahrhundert war möglicherweise die Erinnerung noch lebendig, dass die Nachbarn vor ihrer Haustür einst den Namen „die Falschen“ trugen. Aber selbst für sie war es nach 1300 Jahren nicht mehr möglich zu erklären, wie sich diese Namensveränderung begründen ließe.
(07.06.2026)
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Montag, 18. Mai 2026
Das römische Militärlager am Menkhauser Bach - Gab es eine Verbindung zur Varusschlacht ?
ulrich leyhe, 21:49h
Bis es dem Niederländer René Jansen Venneboer im Jahr 2017 gelang dieses Lager am Einstieg eines Passes an der Südseite des Teutoburger Waldes mittels Bodenradar zu entdecken konnten sich nur wenige Historiker vorstellen, dass es auch durch das Menkhauser bzw. Schopkebachtal eine römische Marschroute über den Teutoburger Wald in die nördliche Richtung gab, sodass es sich lange verborgen halten konnte. Aufgrund seiner Lage im Kreuzungsbereich zweier Altstraßen hatte es eine erweiterte Funktion und war an dieser Stelle mehr, als nur ein kurzzeitig genutztes Marschlager im Sinne eines Übernachtungslagers, dass man am folgenden Morgen wieder zurück gebaut bzw. eingeebnet hätte. Dieses Lager dürfte zu jenen gezählt haben, die an exponierten Stellen in strategisch günstiger Lage für eine Mehrfachnutzung ausgelegt waren, sodass es durchziehende Legionen wieder verwendeten, also bei Bedarf häufiger nutzen konnten und bot Truppen bis zu einer Stärke von max. drei Legionen platz. Im Zuge der etwa 30 Jahre andauernden Germanenkriege dürfte es von unterschiedlichen römischen Feldherren mit ihren Legionen genutzt worden sein deren militärische Absichten darin bestanden die Regionen nördlich des TW erkunden zu wollen, sodass sich damit eine Vielzahl an kriegerischen Auseinandersetzungen in Verbindung bringen lässt. Solange sich jedoch keine eindeutigen Hinweise ergeben lässt es sich mit keinem historisch konkret verbrieften antiken Ereignis wie etwa der Varusschlacht in Verbindung bringen. Möchte man trotz Mangel an Wissen über die Gegebenheiten vor 2000 Jahren den Versuch wagen Wahrscheinlichkeiten herzustellen setzt man sich einem heiklen Unterfangen aus bei dem die Forschung in die ungeliebten Grauzonen der Spekulation absteigen müsste und wozu die vorherige Festlegung von Prämissen und Kriterien gehört. Was wir wissen ist, dass die römischen Eroberer bis zum Jahre 9 + bevorzugt die Lippe und später auch die Ems und die Weser nutzten um in Germanien vorzudringen aber am Ende jeder Schiffbarkeit stand der Fuß- und Eselsmarsch. Da wirkte die von Osnabrück bis Scherfede reichende alte Osnegge, der später abschnittsweise TW (Teutoburger Wald) und Egge genannte Gebirgszug wie eine Barriere. die es an mehreren Stellen zu überwinden galt. Eine Bezeichnung die erstmals die Franken 782/783 unter dem Namen „Osneggi“ schriftlich erwähnten und sich vermutlich auf den Berg bezieht an dessen Nähe sie kämpften und auf dem sich die aus keltischen Zeiten stammende Wallanlage „Grotenburg“ befindet. Alle Annahmen und Schlussfolgerungen zu Verlauf und Örtlichkeit der Schlacht lassen sich nur durch logisch aufgebaute Denkprozesse und Kombinationen erarbeiten, lassen sich weder von diversen Bodenfunden ableiten, sich schwerlich den geologischen Gegebenheiten entnehmen und sich nur mit viel Akribie aus dem erschließen, was textuell die Schilderungen über die Germanicus Schlachten zur Verortung hergeben. Obwohl die Forschung am römischen Bodendenkmal im Menkhauser Tal erst am Anfang steht, hält dies den investigativen Geschichtswissenschaftler nicht davon ab Fragen nach der Möglichkeit zu stellen, ob das Menkhauser Lager nicht vielleicht auch von Varus genutzt worden sein könnte. Allerdings sollte die Forschungsgeschichte um die Funde am Kalkrieser Berg abschreckendes Beispiel genug sein um zu frühe Festlegungen zu vermeiden. Denn auch wenn der Lagerbereich mittels Laser gescannt wurde womit sich die Wall- und Grabenstrukturen im Gelände sichtbar machen lassen, verbietet es sich streng wissenschaftlich betrachtet Thesen in jeglicher Form aufzustellen, solange nicht die gesamten 26 ha Fläche über die es sich erstreckte bodenkundlich zufriedenstellend erforscht sind. Ein Aufwand der auch weil er nicht zum Nulltarif zu haben ist viele Jahre Zeit in Anspruch nimmt dafür aber unseren Wissenstand stetig verbessern helfen kann und wird. Da das Menkhauser Tal nach 16 + von keinen römischen Legionen mehr aufgesucht worden sein dürfte, würden schon wenige Münzfunde etwa mit dem Kürzel "VAR" versehene oder frühe aber schon unter Kaiser Tiberius geprägte Münzen bestätigen, dass es zu Zeiten von Varus bzw. Germanicus genutzt bzw. sogar von ihnen selbst betreten worden sein könnte. Damit ist jedoch nicht der Beweis erbracht, dass das Lager mit der Varusschlacht in Verbindung gestanden hat, da römische Legionen während der Germanenkriege in vielen Bereichen der rechtsrheinischen Großregion aktiv waren. Und selbst wenn sich organische Teile fänden, die sich auf Basis der C 14 Methode untersuchen ließen, so bieten diese aufgrund der zeitlichen Streuung keine belastbaren Hinweise bzw. einen Bezug zu dieser Schlacht. So wird es nur ein im Spätsommer des Jahres 9 + gefällter Baum sein, der sich im Schlick des Menkhauser Baches erhielt und der aufgrund seines datierfähigen Baumringes, den er in der Vegetationsperiode vom Frühjahr bis zum Spätsommer bzw. Herbst dieses Jahres gebildet hat die Historie davon überzeugen kann, dass auch Varus einst die dort nachgewiesenen Clavicula Tore passiert haben könnte. Aber das Lager fällt nicht nur ins Auge weil es sich unmittelbar an der Nordsüdroute, sondern auch weil es sich im Nahbereich der bedeutsamen Ostwestverbindung die ebenfalls von römischen Truppen frequentiert wurde befindet. Dadurch stand es an einem wichtigen Knotenpunkt mit Drehkreuzfunktion was im Umkreis einer Tagesmarschetappe die Existenz weiterer Nacht - bzw. dauerhafterer Lager erwarten lässt. Während diese ostwestlich verlaufende Heerstraße den Namen Senner Hellweg trägt die nur 200 Meter südlich des Menkhauser Lagers vorbei führt und auch unter dem Namen "Weg unter dem Berge" oder als "Weg unter dem Walde" bekannt ist, ist für die Nordsüdstrecke die ebenfalls seit ältesten Zeiten genutzt wurde kein historischer Name überliefert. Und während man den Namen Hellweg der sich auf Basis von Forschungen vermutlich auf die römische Namensbezeichnung „Helvius“ zurück führen lässt nur für Westostrouten anwendete, nannten die Germanen ihre Straßen Dietwege wobei einer dieser Volkswege durch das Menkhauser Nordsüdtal führte. Römisches Militär war in den drei Jahrzehnte andauernden kriegerischen Konflikten allgegenwärtig präsent und darunter war die Varusschlacht zwar eine kriegsentscheidende, aber letztlich nur eine von weiteren, wobei die gigantischen Germanicus Schlachten des Jahres 16 + was ihre Anzahl an Kämpfern anbelangt in Mitteleuropa erst unter neuzeitlichen Bedingungen übertroffen wurde. So muss die Diskussion aufgrund seiner Lage im Kreuzungsbereich zweier Fernverbindungen auch bezogen auf die Varusschlacht dem Rechnung tragen was einer Fülle von Grundannahmen bedarf um es entweder annähernd überzeugend darzustellen oder es andernfalls infrage stellen zu müssen. Diese sich durch das Bachtal deutlich nach Norden orientierende Marschroute unterstreicht das bekannte Muster einer pragmatisch gradlinigen Vorgehensweise römischer Baumeister bzw. Feldherren. Gleichzeitig ist sie auch die bislang einzig bekannte, westlichste nachgewiesene römerzeitliche Verbindung die den Ostbereich der westfälischen Bucht über den Teutoburger Wald mit dem Wiehengebirge verbindet. Vom nordöstlichsten Clavicula Tor des Menkhauser Lagers misst die kürzeste Entfernung in Form einer Luftlinie bis zur Weser bei Vlotho 28,5 Kilometer. Damit hebt sich diese Verbindung von der Externsteine Passage ab, die eine Marschrichtung vom Ostbereich der westfälischen Bucht ausgehend nach Nordosten erkennen lässt. Römische Legionen die nach Norden etwa in die Richtung der Porta Westfalica marschieren wollten nutzten folglich das Menkhauser Tal, während jene Truppen deren Ziel sich im nordöstlichen Bereich um Hameln befand die Externsteine passierten. Zur Vervollständigung sei gesagt, dass der Hellweg das klassische römische Einfalltor von Ostwestfalen aus an die Weser bei Höxter mit seinem Lagerstandort am Paderborner Johannisstift war und die Egge bei Schwaney überwand. Andere mögliche Marschwege an denen sich nach aktuellem Wissenstand keine Marschlager fanden wie etwa dem bei Stapelage treten somit in den Hintergrund und erscheinen zweitrangig. So zeigt es sich, dass diese drei Verbindungen in antiken Zeiten die vorteilhaftesten da zielgerichtetsten gewesen sein dürften wenn man in den Osten, den Norden bzw. den Nordosten vordringen wollte. Historiker die das Menkhauser Lager mit der Varusschlacht in Verbindung bringen wollen sehen in ihm ein Lager, das sich innerhalb des Zugkorridors der Varuslegionen befunden haben sollte. Dies erfordert sich detailliert mit den Überlieferungen des Cassius Dio auseinandersetzen zu müssen, der den Verlauf der Schlacht am plausibelsten hinterlassen hat. Aber welche Bedeutung sollte ein Römerlager im Menkhauser Tal im direkten Zusammenhang mit den Kämpfen der Varusschlacht gehabt haben. Möchte man es in Kontext zur Varusschlacht bringen, dann ist seine Funktion zu hinterfragen und man muss zunächst feststellen, das dieses Drehkreuzlager den Zweck eines längerfristig nutzbaren Durchgangslagers zu erfüllen hatte. Da es aber nicht mit dem seit Jahrhunderten gesuchten „Übersommerungslager“ des Varus, noch dem stark umkämpften „prima Vari castra“ und auch nicht mit dem Fluchtlager Aliso identisch ist und sich den historischen Aufzeichnungen auch kein Lager am südlichen Einstieg in den TW entnehmen lässt fällt es schwer ihm einen Platz unter den wesentlichen Kernstätten im Verlauf der Mehrtagesschlacht zuweisen zu können und einen Ort zu finden wo es eine mögliche Daseinsberechtigung gehabt hätte.
Zuvor gilt es aber zwei Thesen anzusprechen.
Theorie 1.)
Man suchte es vor der Schlacht auf (Hinweglager)
Hätte Varus es also auf dem Weg ins Gebiet der Aufrührer als Zwischenraststation genutzt, dann hätte er es nichts ahnend vor dem was ihm bevor stand auf seinem Zug in den Norden im unzerstörten Zustand verlassen. Dann hätte sich sein Ausgangs - also das bedeutsame „Sommerlager“ zwangsläufig in einer dazu passenden Marschdistanz im Osten der westfälischen Bucht, etwa im Raum Paderborn befunden. Einer Region durch die keine Weser floss, sondern sich nahe den Quellgebieten von Lippe und Ems unweit der „äußersten Brukterer“ und sich nicht im Stammesgebiet der Cherusker befand, wie es überliefert ist. Das Menkhauser Lager wäre demnach das erste Lager gewesen, das Varus auf dem Hinweg in die Schlacht zur Übernachtung aufgesucht hätte, nach dem man am Morgen das Hauptlager verlassen hatte. Passierte man das Menkhauser Lager auf dem Weg nach Norden in die Varusschlacht, dann wäre es den Germanen gelungen die römischen Legionen in eine Region zu locken, die sich nahezu entgegen gesetzt zum Rhein befindet was ebenfalls nicht im Einklang mit der Quellenanalyse steht wonach die Schlacht auf dem Weg in die Winterlager ausbrach. Auf diesem Weg in den Norden wäre man auch sicherlich ohne Frauen und Kinder bzw. einem umfänglichen Tross aufgebrochen. Wäre es so geschehen, dann verließ man das Menkhauser Lager auf dem noch friedlich verlaufenden Hinweg, nutzte es dann aber erneut auf dem fluchtartig angetretenen Rückweg nach der verlorenen Schlacht womit man bei der Definition eines Rückweglagers wäre. Insgesamt Argumente die dagegen sprechen, dass Varus das Menkhauser Lager auf dem Weg in die Schlacht genutzt hätte.
Theorie 2.)
Man suchte es nach der Schlacht auf (Rückweglager)
Da man Varus wie es die römische Geschichtsschreibung überlieferte an die Weser ins Land der Cherusker gelockt hatte gibt die Lage des römischen Militärlager im Menkhauser Bachtal eine deutliche Marschrichtung nach Norden in die Region vor durch die die Weser floss. Folglich könnte man von dieser Warte aus betrachtet das so genannte Sommerlager im Bereich der Weserschleife bei Vlotho erwarten. Die Cherusker waren ein Stamm der wie geographische Hinweise belegen, sowie Dialekt- und Keramikforschungen zeigen vorwiegend rechts, aber vor 2000 Jahren auch noch links der Weser siedelte bevor die Ausbreitung der Angrivarier sie nach Osten abdrängte. Wobei Varus wohl keinem Lockruf folgte, sondern dem Befehl des Kaisers nachkam mitzuhelfen das Reich nach Osten expandieren zu lassen. Um über das Menkhauser Lager eine Verbindung zur Schlacht herstellen zu können spielt demzufolge sowohl die Lage der Wohngebiete der Cherusker und somit auch der Ort wo der Segimer Clan mit dem Varus anfänglich zusammen arbeitete seine Residenz hatte, eine wesentliche Rolle. Diese Sippe führte das Volk der Cherusker an und ihr Hauptsitz dürfte sich zentral innerhalb ihres Stammesgebietes und weniger in Randlage befunden haben. Das Volk der Cherusker beherrschte seinerzeit eine Großregion die vermutlich das Weserbergland über Hildesheim und Hanover bis an die Oker umfasste und sich über den Nethegau, sowie den Solling und den Westharz bis an die obere Leine erstreckte. Dadurch war dieser Stamm für die römischen Bemühungen nach Osten expandieren zu wollen von elementarer Bedeutung, sodass Rom eine Art Bündnis bzw. ein vertragsähnliches Verhältnis anstrebte. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich die Sinnhaftigkeit eines römischen Stützpunktes im Nordwesten ihres Siedlungsgebietes nur schwer erklären was aber nicht davon abhalten soll diese Theorie weiter zu verfolgen. Aus dem vermeintlichen „Sommerlager“, für das sich der Weserknick bei Vlotho anbietet, es aber auch noch östlich davon gelegen haben könnte kommend, marschierten die Rumpflegionen, da man Tiberius einige Kontingente für seinen Markomannen Feldzug abtreten musste in südlicher Richtung. Eine Marschrichtung die der Zielsetzung entsprach die Winterlager erreichen zu wollen. Man hatte folglich das Lager verlassen in dem Varus von Segestes gewarnt worden sein soll, so wie es dieser acht Jahre später zu seiner Reputation in Rom vorgab getan zu haben. Das Lager in dem sich unter Varus der Generalstab traf, man den Marsch ins Gebiet der Aufrührer beschloss und in dem man wie überliefert unter die Waffen trat. Die Region Vlotho am südlichen Weserufer und westlich des Weserberglandes gelegen wo man heute das Ravensberger Platt spricht gehört zur Gruppe der westfälischen Dialekte und befand sich demnach im einstigen Stammesgebiet der Brukterer. Ein Grenzgebiet zum lippisch sprechenden Weserbergland, das ebenfalls zu den westfälischen Dialekte zählt, aber schon zum Ostfälischen Sprachraum der Cherusker tendiert. Ptolemäus der die Cherusker östlich der Weser verortete während die cheruskische Keramikform nach von Uslar im Werrebereich nicht nachweisbar ist. Eine Grenzregion in der man nicht mehr westfälisch, sondern Lippisch spricht, das wiederum einem Übergangsdialekt ins Ostfälische, dem Nachfolgedialekt der Cheruskersprache entspricht. Das 1055 erstmals erwähnte Valethorpe ein Ortsteil von Vlotho deutet darauf hin, dass es wie es die Falenforschung verdeutlicht von Brukterer als auch Cheruskern besiedelt wurde. Nördlich von Vlotho dürfte sich bereits angrivarischer Einfluss bemerkbar gemacht haben, sodass Varus sein Hauptquartier nicht mehr in einem Kerngebiet, sondern im nordwestlichen Randgebiet der Cherusker hatte was sich nicht mit der allgemeinen Auffassung verträgt. Von hier aus hätte Varus demnach seinen Marsch angetreten der vor dem Erreichen des Menkhauser Tales im Desaster endete. Varus verließ das Lager mit einem umfänglichen Anhang an Privatpersonen und Familienangehörigen während Arminius parallel zum Verlassen des Lagers an einen unbekannten Ort zu seinen Männern ritt. Das Dilemma um die folgenden Ereignisse wurzelt bzw. nahm seinen Anfang in der irreführenden Interpretation der antiken Wortwahl bzw. der Fehlübersetzung der Auseinandersetzung zwischen Varus und Arminius. Denn dem Ursprung folgend nannte die Antike sie an keiner Stelle eine Schlacht und das hatte auch seine Gründe, denn für das was geschah fand sich schon in der Antike keine zutreffende Bezeichnung weil sich niemandem im römischen Reich der genaue Hergang erschloss. Primär nannte man das Ereignis „Clades Variana“, das aber für eine Niederlage oder ein Unglück steht. Das Wort Proelium, das man für Kampfhandlungen zwischen Heeren nutzte hätte es getroffen, wurde aber an keiner Stelle überliefert. Optimal wäre es gewesen die Katastrophe so zu nennen wié die die römische Niederlage von Cannae, für die man in der Antike den Namen „pugna Cannensis“ hatte. Wie es sich aber dem Caeliusstein den man 1620 entdeckte entnehmen lässt, entschied man sich am Niederrhein für die Wortwahl „bello Variano“ also den Krieg des Varus. Aber was sich wirklich zutrug fand dank Cassius Dio erst über 200 Jahre später den Weg in die Öffentlichkeit. Erst dieser Bericht klärte die Nachwelt darüber auf, dass es keine Schlacht im Sinne einer Feldschlacht war, sondern eine dramatische Verkettung von Gefechten in denen die Germanen wie Partisanen auftraten, die sich über mehrere Tage verteilte, in der die Germanen die Natur für sich kämpfen ließen und zudem das Wetter auf ihrer Seite hatten. Cassius Dio beschrieb die Varusschlacht als ein Ereignis dem sich entnehmen lässt, dass es sich über max. 3 1/2 Tage hinzog. Auf dieser Basis eine Tagesetappenleistung zu errechnen die aus Marsch - Ruhe und Gefechtsphasen bestand gestaltet sich schwierig. Dem Problem näher zu kommen, wo der Marsch und die Scharmützelgefechte ihren Anfang nahmen. Wo aber die Germanen aus der Deckung heraus die ersten Lanzen auf die Legionen warfen bzw. sie sich auf versteckten Pfaden dem Marschzug näherten und wo Varus am Abend des ersten Kampftages sein erstes Nachtlager errichten ließ, dass in den Mittelpunkt der Kamphandlungen geriet, bleibt eine theoretische Herausforderung. Ebenso wie die Frage wo und wann die ersten Speere flogen was nicht unmittelbar nach dem Ausmarsch der Fall war, sondern erst passierte als man sich schon vom Ausgangslager entfernt hatte, So weit, dass man den Gedanken an eine Rückkehr fallen ließ. Im weiteren Verlauf schien unschlüssig vorzuherrschen wie man die ersten Attacken zu bewerten hatte woraufhin man in der Folge die falschen Entscheidungen traf. Angefangen vom Angriff Scenario, der Definition von Örtlichkeiten in Verbindung mit der Marschgeschwindigkeit, über die Legionsstärke bis hin zur Position des ersten Varuslagers, sowie dem Ort wo Germanicus die Knochen bestattete wurden um diesen undurchschaubaren Prozess darzustellen schon eine Vielzahl von Theorien entworfen und wieder verworfen. Und immer stand die Frage im Vordergrund wo sich der Hinterhalt befunden haben könnte in den man die Truppen lockte um sie besser bekämpfen zu können, wie weit es gelang Varus dafür vom Ursprungskurs abzubringen und wieviel Zeit ihm dafür verloren ging. Denn jener Marsch in den Hinterhalt musste die Marschzeit um zusätzliche Kilometer verlängert haben was dazu führte, dass sich das Operationsgebiet ausweitete. Ein Exkurs mit dem alle Theorien in Einklang zu bringen sind, sodass die Strecke deren Überwindung unter normalen Marschbedingungen nur einen Tag gedauert hätte sich gut über die etwa 3 1/2 Tage hingezogen haben könnte, so wie es sich der Cassius Dio Überlieferung entnehmen lässt. Wenn man denn dem Menkhauser Lager eine Funktion innerhalb des Desasters zubilligen möchte und man es zum Ende hin wieder tangieren wollte, dann sollte sich die Mehrtagesschlacht weitestgehend innerhalb eines Korridors auf der 24 Kilometer umfassenden Distanz etwa zwischen Vlotho – Valdorf und Oerlinghausen zugetragen haben, bevor man von dort aus ins besser befestigte Aliso flüchtete. So lässt sich im Groben betrachtet im Menkhauser Lager eine Station erkennen die sich zwischen den Endkämpfen und dem Lager Aliso befand, Das besagte Dilemma, dass man genau genommen nicht mehr Varusschlacht nennen sollte auch wenn damit ein großes Abschlachten einherging. Gegen ein kurzfristiges Aufnahmelager spräche, dass die Germanen speziell in diesem Lager rückkehrende Legionäre erwarteten, sodass sie sich kaum gewagt hätten in diesem allen Germanen bekannten Lager, wenn auch nur vorübergehend einen sicheren Zufluchtsort zu sehen. Aber es gibt noch eine weitere Deutung mit der man das Menkhauser Lager mit dem varianischen Niedergang in Verbindung bringen kann. Denn es könnte auch das zweite von Cassius Dio erwähnte, auch als Notlager titulierte Lager gewesen sein, das die Reste der Varusarmee nach dem Verlassen des „prima Vari castra“ am Folgeabend aufnahm und wo sich Varus ins Schwert stürzte. Es wäre dann das Lager gewesen, das im Zuge der Kämpfe baulich erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde und nur noch aus eingestürzten zusammen gefallenen Wällen bestand. Ein Lager in dem die Germanen die Überlebenden nieder gemacht hatten oder in die Gefangenschaft führten. Ein Deutung die substanzlos bleibt, da das Gelände noch nicht umfassend untersucht wurde, bzw. sich bislang keine Waffenfunde bzw. Zerstörungen nachweisen lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst derartige Funde bzw. Feststellungen keine eindeutigen Indizien sind die für das erwähnte varianische Notlager sprächen. Sollte sich noch ein Zerstörungshorizont zu erkennen geben, so ließe sich dieser auch ohne, dass das Lager von Varuslegionären im Zuge der Schlacht genutzt wurde auch auf die Wut alles Römische vernichten zu wollen zurück führen. Bei näherer Betrachtung käme noch eine Trassenanalyse zwischen Vlotho und dem Menkhauser Tal infrage was seine „Hinterhalttauglichkeit anbelangt. Um die Stationen der Varusschlacht heraus arbeiten zu können käme ein Marschkorridor in Frage der sich zwischen dem Menkhauser Lager und der Örtlichkeit erstreckt wo man einen Gefechtsbeginn erwarten darf, da dies nicht unmittelbar nach dem Verlassen des Lagers statt fand. In Frage käme eine Distanz von etwa 24 Kilometern und möchte man auch hier tief in der Spekulation versinken, dann kann sich der Hinterhalt auch noch in einem unbestimmbaren Abstand zur Hauptstrecke befunden haben was Visionen weckt ihn sogar noch im weit entfernten Kalkriese vermuten zu können. Da aber das Menkhauser Lager auf Basis der Grundannahme, dass es nicht im direkten Kampfbereich lag so doch im Korridor so sollte man nicht gänzlich ausschließen, dass es Überlebende gab die es trotz der Risiken aufgesucht haben, Legionäre die also das Lager Menkhausen während sie zurück fluteten passierten, sich dort sammelten um dann den Marsch nach Aliso anzutreten. Legionäre die dem Hinterhalt entkamen gleich wo sich dieser befand wenn man nicht sogar davon ausgehen sollte, dass die gesamte Marschstrecke aus einem einzigen Hinterhalte bestand. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich die Gefechtsfolge wie sie die antiken Schriften offenbaren am Plausibelsten mit dem Rückmarsch vom Weserlager Höxter erklärt, wo für die Kampflegionen der Hinterhalt ab der Hellwegstation Brakel begann und vor dem Eggeaufstieg bei Borlinghausen endete während der dort abgekoppelte zivile Tross am Gradberg in die Hände der Cherusker überging. So wie es die Theorie dieses Internet Buches „Vom Sommerlager in den Untergang“ beschreibt. Sich die Beschaffenheit der Zugstrecke von der Weser bei Vlotho bis Oerlinghausen vor 2000 Jahren vorzustellen lassen die Naturräume zu. Heute noch bestehende Wald- oder Sumpfregionen waren früher umfänglicher, Flüsse und Gebirgsrücken bedeuteten Hindernisse und konnten sich für einen Hinterhalt als begünstigend erweisen. Der ab dem Menkhauser Bachtal nach Norden führende Marschweg was auch für die umgekehrte Richtung galt, suchte sich die bestbegehbarste Trasse vermied ungünstiges Terrain und ist nachvollziehbar. Der historische Handelsweg auch Diet – bzw. Heerweg genannt führte über die "Alte Vlothoer Straße" zwischen Bad Salzuflen und Vlotho die sich noch durch Hohlwegbündel erkennbar macht was auch für eine prähistorische bzw. römerzeitliche Nutzung spricht. Insgesamt ist es eine Landschaft die sich nicht durch imposante, schroffe bzw. augenfällige Strukturen verdächtig macht die man hätte für einen Hinterhalt nutzen können. Möchte man den Verlauf rekonstruieren dann bietet das Gelände keine herausragenden Hinterhaltqualitäten und die, die Zugstrecke kreuzenden Flüsse Bega und Werre hätten als Hindernisse in den antiken Schriften erwähnt sein sollen. Insgesamt betrachtet war es eine überschaubare Naturkulisse in der sich keine Engpass ähnlichen Strukturen erkennen lassen in die man die Legionen hätte locken können, sodass erst der Einstieg in den TW nahe Oerlinghausen Geländeformationen bot die es den Germanen ermöglicht hätten erfolgversprechend über die Marschkolonne herzufallen. Überlegungen die in Betracht zu ziehen sind und zu dem Schluss führt, dass Menkhauser Lager nicht mit dem Stempel „Varusverdächtig“ versehen zu können. Ungeachtet der Theorie spricht die Entdeckung des Menkhauser Lagers für die Existenz weiterer Marschlager einschließlich des gesuchten Aliso wobei die Entfernung nach Paderborn etwa 27 km bzw. nach Anreppen etwa 23 km einer Tagesmarschetappe gleich kommt und der Paderborner Ortsteil Elsen immer noch verlockend klingt. Aber auch wenn das Menkhauser Lager im Zuge der Schlacht zu keiner Bedeutung gelangte, es wurde immer doppelseitig genutzt, gleich ob man von der Lippe aus kommend an die Weser wollte, oder es auf dem Rückweg aufsuchte. Germanicus kämpfte gegen die Angrivarier in der Region Minden/Rinteln deren Einflussbereiche um diese Zeit schon südlicher reichten, sodass damals Vlotho ein Grenzort zwischen ihnen und den Brukterer gewesen sein könnte und möchte man der Theorie folgen, dass die Westfalen ein Nachfolgevolk dieser Brukterer waren, dann kämpfte Karl der Große gegen die "Westfalaos" in der gleichen Region während sich die cheruskischen Stammesgebiete erst östlich anschlossen. Die Trasse zwischen Vlotho und Oerlinghausen hätte sich demnach in Gänze auf die Wohngebiete der Brukterer konzentriert, sodass die Gefechte gegen Varus abseits der Cherusker statt fanden was gegen alle Annahmen spräche die man mit dem Varusereignis verbindet. So kann man zu dem Resümee gelangen, dass sich hinter dem Menkhauser Lager vieles verborgen haben könnte aber ein Zusammenhang mit der Varuskatastrophe nicht herstellbar ist.
(18.05.2026)
Zuvor gilt es aber zwei Thesen anzusprechen.
Theorie 1.)
Man suchte es vor der Schlacht auf (Hinweglager)
Hätte Varus es also auf dem Weg ins Gebiet der Aufrührer als Zwischenraststation genutzt, dann hätte er es nichts ahnend vor dem was ihm bevor stand auf seinem Zug in den Norden im unzerstörten Zustand verlassen. Dann hätte sich sein Ausgangs - also das bedeutsame „Sommerlager“ zwangsläufig in einer dazu passenden Marschdistanz im Osten der westfälischen Bucht, etwa im Raum Paderborn befunden. Einer Region durch die keine Weser floss, sondern sich nahe den Quellgebieten von Lippe und Ems unweit der „äußersten Brukterer“ und sich nicht im Stammesgebiet der Cherusker befand, wie es überliefert ist. Das Menkhauser Lager wäre demnach das erste Lager gewesen, das Varus auf dem Hinweg in die Schlacht zur Übernachtung aufgesucht hätte, nach dem man am Morgen das Hauptlager verlassen hatte. Passierte man das Menkhauser Lager auf dem Weg nach Norden in die Varusschlacht, dann wäre es den Germanen gelungen die römischen Legionen in eine Region zu locken, die sich nahezu entgegen gesetzt zum Rhein befindet was ebenfalls nicht im Einklang mit der Quellenanalyse steht wonach die Schlacht auf dem Weg in die Winterlager ausbrach. Auf diesem Weg in den Norden wäre man auch sicherlich ohne Frauen und Kinder bzw. einem umfänglichen Tross aufgebrochen. Wäre es so geschehen, dann verließ man das Menkhauser Lager auf dem noch friedlich verlaufenden Hinweg, nutzte es dann aber erneut auf dem fluchtartig angetretenen Rückweg nach der verlorenen Schlacht womit man bei der Definition eines Rückweglagers wäre. Insgesamt Argumente die dagegen sprechen, dass Varus das Menkhauser Lager auf dem Weg in die Schlacht genutzt hätte.
Theorie 2.)
Man suchte es nach der Schlacht auf (Rückweglager)
Da man Varus wie es die römische Geschichtsschreibung überlieferte an die Weser ins Land der Cherusker gelockt hatte gibt die Lage des römischen Militärlager im Menkhauser Bachtal eine deutliche Marschrichtung nach Norden in die Region vor durch die die Weser floss. Folglich könnte man von dieser Warte aus betrachtet das so genannte Sommerlager im Bereich der Weserschleife bei Vlotho erwarten. Die Cherusker waren ein Stamm der wie geographische Hinweise belegen, sowie Dialekt- und Keramikforschungen zeigen vorwiegend rechts, aber vor 2000 Jahren auch noch links der Weser siedelte bevor die Ausbreitung der Angrivarier sie nach Osten abdrängte. Wobei Varus wohl keinem Lockruf folgte, sondern dem Befehl des Kaisers nachkam mitzuhelfen das Reich nach Osten expandieren zu lassen. Um über das Menkhauser Lager eine Verbindung zur Schlacht herstellen zu können spielt demzufolge sowohl die Lage der Wohngebiete der Cherusker und somit auch der Ort wo der Segimer Clan mit dem Varus anfänglich zusammen arbeitete seine Residenz hatte, eine wesentliche Rolle. Diese Sippe führte das Volk der Cherusker an und ihr Hauptsitz dürfte sich zentral innerhalb ihres Stammesgebietes und weniger in Randlage befunden haben. Das Volk der Cherusker beherrschte seinerzeit eine Großregion die vermutlich das Weserbergland über Hildesheim und Hanover bis an die Oker umfasste und sich über den Nethegau, sowie den Solling und den Westharz bis an die obere Leine erstreckte. Dadurch war dieser Stamm für die römischen Bemühungen nach Osten expandieren zu wollen von elementarer Bedeutung, sodass Rom eine Art Bündnis bzw. ein vertragsähnliches Verhältnis anstrebte. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich die Sinnhaftigkeit eines römischen Stützpunktes im Nordwesten ihres Siedlungsgebietes nur schwer erklären was aber nicht davon abhalten soll diese Theorie weiter zu verfolgen. Aus dem vermeintlichen „Sommerlager“, für das sich der Weserknick bei Vlotho anbietet, es aber auch noch östlich davon gelegen haben könnte kommend, marschierten die Rumpflegionen, da man Tiberius einige Kontingente für seinen Markomannen Feldzug abtreten musste in südlicher Richtung. Eine Marschrichtung die der Zielsetzung entsprach die Winterlager erreichen zu wollen. Man hatte folglich das Lager verlassen in dem Varus von Segestes gewarnt worden sein soll, so wie es dieser acht Jahre später zu seiner Reputation in Rom vorgab getan zu haben. Das Lager in dem sich unter Varus der Generalstab traf, man den Marsch ins Gebiet der Aufrührer beschloss und in dem man wie überliefert unter die Waffen trat. Die Region Vlotho am südlichen Weserufer und westlich des Weserberglandes gelegen wo man heute das Ravensberger Platt spricht gehört zur Gruppe der westfälischen Dialekte und befand sich demnach im einstigen Stammesgebiet der Brukterer. Ein Grenzgebiet zum lippisch sprechenden Weserbergland, das ebenfalls zu den westfälischen Dialekte zählt, aber schon zum Ostfälischen Sprachraum der Cherusker tendiert. Ptolemäus der die Cherusker östlich der Weser verortete während die cheruskische Keramikform nach von Uslar im Werrebereich nicht nachweisbar ist. Eine Grenzregion in der man nicht mehr westfälisch, sondern Lippisch spricht, das wiederum einem Übergangsdialekt ins Ostfälische, dem Nachfolgedialekt der Cheruskersprache entspricht. Das 1055 erstmals erwähnte Valethorpe ein Ortsteil von Vlotho deutet darauf hin, dass es wie es die Falenforschung verdeutlicht von Brukterer als auch Cheruskern besiedelt wurde. Nördlich von Vlotho dürfte sich bereits angrivarischer Einfluss bemerkbar gemacht haben, sodass Varus sein Hauptquartier nicht mehr in einem Kerngebiet, sondern im nordwestlichen Randgebiet der Cherusker hatte was sich nicht mit der allgemeinen Auffassung verträgt. Von hier aus hätte Varus demnach seinen Marsch angetreten der vor dem Erreichen des Menkhauser Tales im Desaster endete. Varus verließ das Lager mit einem umfänglichen Anhang an Privatpersonen und Familienangehörigen während Arminius parallel zum Verlassen des Lagers an einen unbekannten Ort zu seinen Männern ritt. Das Dilemma um die folgenden Ereignisse wurzelt bzw. nahm seinen Anfang in der irreführenden Interpretation der antiken Wortwahl bzw. der Fehlübersetzung der Auseinandersetzung zwischen Varus und Arminius. Denn dem Ursprung folgend nannte die Antike sie an keiner Stelle eine Schlacht und das hatte auch seine Gründe, denn für das was geschah fand sich schon in der Antike keine zutreffende Bezeichnung weil sich niemandem im römischen Reich der genaue Hergang erschloss. Primär nannte man das Ereignis „Clades Variana“, das aber für eine Niederlage oder ein Unglück steht. Das Wort Proelium, das man für Kampfhandlungen zwischen Heeren nutzte hätte es getroffen, wurde aber an keiner Stelle überliefert. Optimal wäre es gewesen die Katastrophe so zu nennen wié die die römische Niederlage von Cannae, für die man in der Antike den Namen „pugna Cannensis“ hatte. Wie es sich aber dem Caeliusstein den man 1620 entdeckte entnehmen lässt, entschied man sich am Niederrhein für die Wortwahl „bello Variano“ also den Krieg des Varus. Aber was sich wirklich zutrug fand dank Cassius Dio erst über 200 Jahre später den Weg in die Öffentlichkeit. Erst dieser Bericht klärte die Nachwelt darüber auf, dass es keine Schlacht im Sinne einer Feldschlacht war, sondern eine dramatische Verkettung von Gefechten in denen die Germanen wie Partisanen auftraten, die sich über mehrere Tage verteilte, in der die Germanen die Natur für sich kämpfen ließen und zudem das Wetter auf ihrer Seite hatten. Cassius Dio beschrieb die Varusschlacht als ein Ereignis dem sich entnehmen lässt, dass es sich über max. 3 1/2 Tage hinzog. Auf dieser Basis eine Tagesetappenleistung zu errechnen die aus Marsch - Ruhe und Gefechtsphasen bestand gestaltet sich schwierig. Dem Problem näher zu kommen, wo der Marsch und die Scharmützelgefechte ihren Anfang nahmen. Wo aber die Germanen aus der Deckung heraus die ersten Lanzen auf die Legionen warfen bzw. sie sich auf versteckten Pfaden dem Marschzug näherten und wo Varus am Abend des ersten Kampftages sein erstes Nachtlager errichten ließ, dass in den Mittelpunkt der Kamphandlungen geriet, bleibt eine theoretische Herausforderung. Ebenso wie die Frage wo und wann die ersten Speere flogen was nicht unmittelbar nach dem Ausmarsch der Fall war, sondern erst passierte als man sich schon vom Ausgangslager entfernt hatte, So weit, dass man den Gedanken an eine Rückkehr fallen ließ. Im weiteren Verlauf schien unschlüssig vorzuherrschen wie man die ersten Attacken zu bewerten hatte woraufhin man in der Folge die falschen Entscheidungen traf. Angefangen vom Angriff Scenario, der Definition von Örtlichkeiten in Verbindung mit der Marschgeschwindigkeit, über die Legionsstärke bis hin zur Position des ersten Varuslagers, sowie dem Ort wo Germanicus die Knochen bestattete wurden um diesen undurchschaubaren Prozess darzustellen schon eine Vielzahl von Theorien entworfen und wieder verworfen. Und immer stand die Frage im Vordergrund wo sich der Hinterhalt befunden haben könnte in den man die Truppen lockte um sie besser bekämpfen zu können, wie weit es gelang Varus dafür vom Ursprungskurs abzubringen und wieviel Zeit ihm dafür verloren ging. Denn jener Marsch in den Hinterhalt musste die Marschzeit um zusätzliche Kilometer verlängert haben was dazu führte, dass sich das Operationsgebiet ausweitete. Ein Exkurs mit dem alle Theorien in Einklang zu bringen sind, sodass die Strecke deren Überwindung unter normalen Marschbedingungen nur einen Tag gedauert hätte sich gut über die etwa 3 1/2 Tage hingezogen haben könnte, so wie es sich der Cassius Dio Überlieferung entnehmen lässt. Wenn man denn dem Menkhauser Lager eine Funktion innerhalb des Desasters zubilligen möchte und man es zum Ende hin wieder tangieren wollte, dann sollte sich die Mehrtagesschlacht weitestgehend innerhalb eines Korridors auf der 24 Kilometer umfassenden Distanz etwa zwischen Vlotho – Valdorf und Oerlinghausen zugetragen haben, bevor man von dort aus ins besser befestigte Aliso flüchtete. So lässt sich im Groben betrachtet im Menkhauser Lager eine Station erkennen die sich zwischen den Endkämpfen und dem Lager Aliso befand, Das besagte Dilemma, dass man genau genommen nicht mehr Varusschlacht nennen sollte auch wenn damit ein großes Abschlachten einherging. Gegen ein kurzfristiges Aufnahmelager spräche, dass die Germanen speziell in diesem Lager rückkehrende Legionäre erwarteten, sodass sie sich kaum gewagt hätten in diesem allen Germanen bekannten Lager, wenn auch nur vorübergehend einen sicheren Zufluchtsort zu sehen. Aber es gibt noch eine weitere Deutung mit der man das Menkhauser Lager mit dem varianischen Niedergang in Verbindung bringen kann. Denn es könnte auch das zweite von Cassius Dio erwähnte, auch als Notlager titulierte Lager gewesen sein, das die Reste der Varusarmee nach dem Verlassen des „prima Vari castra“ am Folgeabend aufnahm und wo sich Varus ins Schwert stürzte. Es wäre dann das Lager gewesen, das im Zuge der Kämpfe baulich erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde und nur noch aus eingestürzten zusammen gefallenen Wällen bestand. Ein Lager in dem die Germanen die Überlebenden nieder gemacht hatten oder in die Gefangenschaft führten. Ein Deutung die substanzlos bleibt, da das Gelände noch nicht umfassend untersucht wurde, bzw. sich bislang keine Waffenfunde bzw. Zerstörungen nachweisen lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst derartige Funde bzw. Feststellungen keine eindeutigen Indizien sind die für das erwähnte varianische Notlager sprächen. Sollte sich noch ein Zerstörungshorizont zu erkennen geben, so ließe sich dieser auch ohne, dass das Lager von Varuslegionären im Zuge der Schlacht genutzt wurde auch auf die Wut alles Römische vernichten zu wollen zurück führen. Bei näherer Betrachtung käme noch eine Trassenanalyse zwischen Vlotho und dem Menkhauser Tal infrage was seine „Hinterhalttauglichkeit anbelangt. Um die Stationen der Varusschlacht heraus arbeiten zu können käme ein Marschkorridor in Frage der sich zwischen dem Menkhauser Lager und der Örtlichkeit erstreckt wo man einen Gefechtsbeginn erwarten darf, da dies nicht unmittelbar nach dem Verlassen des Lagers statt fand. In Frage käme eine Distanz von etwa 24 Kilometern und möchte man auch hier tief in der Spekulation versinken, dann kann sich der Hinterhalt auch noch in einem unbestimmbaren Abstand zur Hauptstrecke befunden haben was Visionen weckt ihn sogar noch im weit entfernten Kalkriese vermuten zu können. Da aber das Menkhauser Lager auf Basis der Grundannahme, dass es nicht im direkten Kampfbereich lag so doch im Korridor so sollte man nicht gänzlich ausschließen, dass es Überlebende gab die es trotz der Risiken aufgesucht haben, Legionäre die also das Lager Menkhausen während sie zurück fluteten passierten, sich dort sammelten um dann den Marsch nach Aliso anzutreten. Legionäre die dem Hinterhalt entkamen gleich wo sich dieser befand wenn man nicht sogar davon ausgehen sollte, dass die gesamte Marschstrecke aus einem einzigen Hinterhalte bestand. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich die Gefechtsfolge wie sie die antiken Schriften offenbaren am Plausibelsten mit dem Rückmarsch vom Weserlager Höxter erklärt, wo für die Kampflegionen der Hinterhalt ab der Hellwegstation Brakel begann und vor dem Eggeaufstieg bei Borlinghausen endete während der dort abgekoppelte zivile Tross am Gradberg in die Hände der Cherusker überging. So wie es die Theorie dieses Internet Buches „Vom Sommerlager in den Untergang“ beschreibt. Sich die Beschaffenheit der Zugstrecke von der Weser bei Vlotho bis Oerlinghausen vor 2000 Jahren vorzustellen lassen die Naturräume zu. Heute noch bestehende Wald- oder Sumpfregionen waren früher umfänglicher, Flüsse und Gebirgsrücken bedeuteten Hindernisse und konnten sich für einen Hinterhalt als begünstigend erweisen. Der ab dem Menkhauser Bachtal nach Norden führende Marschweg was auch für die umgekehrte Richtung galt, suchte sich die bestbegehbarste Trasse vermied ungünstiges Terrain und ist nachvollziehbar. Der historische Handelsweg auch Diet – bzw. Heerweg genannt führte über die "Alte Vlothoer Straße" zwischen Bad Salzuflen und Vlotho die sich noch durch Hohlwegbündel erkennbar macht was auch für eine prähistorische bzw. römerzeitliche Nutzung spricht. Insgesamt ist es eine Landschaft die sich nicht durch imposante, schroffe bzw. augenfällige Strukturen verdächtig macht die man hätte für einen Hinterhalt nutzen können. Möchte man den Verlauf rekonstruieren dann bietet das Gelände keine herausragenden Hinterhaltqualitäten und die, die Zugstrecke kreuzenden Flüsse Bega und Werre hätten als Hindernisse in den antiken Schriften erwähnt sein sollen. Insgesamt betrachtet war es eine überschaubare Naturkulisse in der sich keine Engpass ähnlichen Strukturen erkennen lassen in die man die Legionen hätte locken können, sodass erst der Einstieg in den TW nahe Oerlinghausen Geländeformationen bot die es den Germanen ermöglicht hätten erfolgversprechend über die Marschkolonne herzufallen. Überlegungen die in Betracht zu ziehen sind und zu dem Schluss führt, dass Menkhauser Lager nicht mit dem Stempel „Varusverdächtig“ versehen zu können. Ungeachtet der Theorie spricht die Entdeckung des Menkhauser Lagers für die Existenz weiterer Marschlager einschließlich des gesuchten Aliso wobei die Entfernung nach Paderborn etwa 27 km bzw. nach Anreppen etwa 23 km einer Tagesmarschetappe gleich kommt und der Paderborner Ortsteil Elsen immer noch verlockend klingt. Aber auch wenn das Menkhauser Lager im Zuge der Schlacht zu keiner Bedeutung gelangte, es wurde immer doppelseitig genutzt, gleich ob man von der Lippe aus kommend an die Weser wollte, oder es auf dem Rückweg aufsuchte. Germanicus kämpfte gegen die Angrivarier in der Region Minden/Rinteln deren Einflussbereiche um diese Zeit schon südlicher reichten, sodass damals Vlotho ein Grenzort zwischen ihnen und den Brukterer gewesen sein könnte und möchte man der Theorie folgen, dass die Westfalen ein Nachfolgevolk dieser Brukterer waren, dann kämpfte Karl der Große gegen die "Westfalaos" in der gleichen Region während sich die cheruskischen Stammesgebiete erst östlich anschlossen. Die Trasse zwischen Vlotho und Oerlinghausen hätte sich demnach in Gänze auf die Wohngebiete der Brukterer konzentriert, sodass die Gefechte gegen Varus abseits der Cherusker statt fanden was gegen alle Annahmen spräche die man mit dem Varusereignis verbindet. So kann man zu dem Resümee gelangen, dass sich hinter dem Menkhauser Lager vieles verborgen haben könnte aber ein Zusammenhang mit der Varuskatastrophe nicht herstellbar ist.
(18.05.2026)
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Dienstag, 17. März 2026
Die Wohngebiete der Cherusker und Hastfalen deckten sich.
ulrich leyhe, 12:11h
Nach den Spuren Ausschau zu halten, die das verstreute Volk der Cherusker historisch insbesondere in Ostfalen aber auch in anderen Regionen Europas hinterließ setzt komplexe Herangehensweisen voraus und steht immer in engem Verhältnis zu den seinerzeit vor allem westlich von ihnen siedelnden Völkerschaften wie etwa den Brukterer. Das die Angrivarier sie im Verbund mit den Chamaven im 1. nachchristlichen Jahrhundert angegriffen haben, soll der Germania des Tacitus Kapitel 33 zufolge an ihrem Übermut gelegen haben, während beide Stämme es aber auch auf das Beute machen abgesehen haben sollen. So klingt es wie eine in dieser Zeit nicht unübliche Stammesfehde aus der sich aber keine grundlegenden Wohnsitzverlagerungen ableiten lassen. Zudem bleibt unklar inwieweit sie Widerstand leisteten, ob sich an den Kämpfen die Bewohner aller von Brukterer besiedelten Gaue beteiligten, oder ob es die Angrivarier nur auf die Sippen der führenden Fürsten in einzelnen Gauen abgesehen hatten. Dieser Hinweis bildete jedoch den Grundstein dafür anzunehmen, dass sich die nördlich des Wiehengebirges siedelnden Angrivarier schon nach Süden zu orientieren begannen, bevor eine Epoche ihren Anfang nahm, die als Völkerwanderung bezeichnet wird. Der Geschichtsverlauf kennt Prozesse die zu einer schlagartigen Veränderung in der Zusammensetzung einer Bevölkerung führten aber auch jene, die sich schleichend vollzogen. Wenn auch nur lückig, so waren Territorien nie unbesiedelt und häufig kam es auch zu Gegenbewegungen indem sich verdrängte Völker ihre einstigen Wohngebiete zurück eroberten. Dieser Anmerkung der es gelang sich einen Platz in der Geschichtsschreibung zu sichern macht die Auswirkungen die man in neuerer Zeit meinte dahinter erkennen zu können nicht unbedingt glaubwürdiger. Tacitus kommentierte zwiespältig in dem er zum einen das germanische Wesen verklärte zum anderen aber bedauerte, dass Tiberius die Bemühungen Germanien zu erobern nicht weiter verfolgte, sodass Zwistigkeiten innerhalb der germanischen Welt Balsam für seine Seele gewesen sein könnten. So passt es auch nicht zu der Überlieferung, dass die Brukterer völlig aufgerieben worden sein sollen und wird daher als übertrieben gewertet. Die Forschung tut sich seit jeher schwer den germanischen Stämmen ihre Siedlungsgebiete zuzuweisen was sich insbesondere auf die rheinnahen Völker bezieht die im Sog des römischen Einflusses lebten. So basierten all unsere Lokalisierungsbemühungen auf den oft voneinander abweichenden und mageren Vorgaben römischer Historiker und Geographen, sodass man dazu überging die Wissenslücken mit teils vagen Vermutungen zu schließen. Jede im Umlauf befindliche Verbreitungskarte basiert daher zwangsläufig auf Unabwägbarkeiten und ist abhängig von der Sichtweise ihres Erschaffers. Das Eingrenzen des Siedlungsgebiet der Brukterer ist speziell, da sich ihr Dialektraum im Gegensatz zum Ostfälischen der Cherusker weniger scharf abzeichnet. Auf Basis unseres Geschichtsverständnisses besiedelten sie eine umfängliche Region die nordöstlich des Niederrhein an der mittleren Ems begann, Raum zum Rhein für benachbarte Stämme ließ, das Münsterland umfasste und in seiner Breite bis zu den äußersten Brukterer an die obere Lippe reichte. Da inmitten dieses Gebietes der Höhenrücken des Teutoburger Waldes verläuft deutet dies daraufhin, dass sie auch in den Gebieten zwischen dem Teutoburger Wald und dem Wiehengebirge lebten. Damit wären sie das südliche Nachbarvolk der nördlich des Wiehengebirges siedelnden Angrivari (lat.), aber auch der Chasuari (lat.) und Chamavi (lat.) und das westliche Nachbarvolk der Cherusci (lat.) gewesen, während sich südlich von ihnen die Stammesgebiete der Sigambri, Tencteri, Usipetes bzw. Marsi (lat.) anschlossen die sich weder geographisch noch ethnisch isolieren lassen und nur im Dialektischen Spuren hinterlassen haben könnten. Bezogen auf die Brukterer geht die Forschung davon aus, dass sie aufgrund der in der Konsequenz jedoch als historisch zweifelhaft bezeichneten Auseinandersetzung mit den Angrivariern in die Regionen südlich der Lippe ausgewichen sein sollen. Sollte es sich so zugetragen haben, dann müsste man ihnen dialektisch betrachtet die südlich der Lippe vorherrschende heutige südwestwestfälische Mundart zuschreiben. Wahrscheinlicher scheint aber, dass der ab der Lippe nördlich verbreitete Münsterländische Dialekt der durch den Fluss eine deutliche Abgrenzung erfährt in seiner Urform die originäre Sprache der Brukterer war und es über die Jahrhunderte, die entsprechenden Lautwandel berücksichtigt, blieb. Somit ließe sich anhand von Dialekt und historischer Bewertung die Behauptung aufstellen, dass sich der Prozess der die Angrivarier südlich des Wiehengebirges zu Engern machte nicht auf den westlichen Teil des Münsterlandes südlich des Teutoburger Waldes auswirkte. Folglich hätte sich die Südexpansion der Angrivarier nur auf den östlichen Teil des Münsterlandes ausgewirkt. Eine Theorie die die Dialektgrenze zwischen dem „Münsterländisch der Brukterer „und dem „Ostwestfälisch der Angrivarier/Engern“ bestätigt und die die Nörrenberg Karte wieder gibt. Die Unmenge von Worten die sich auch im Münsterländischen Dialekt erhalten haben und denen ihre germanische Herkunft zu entnehmen ist symbolisieren den Bogenschlag in die Neuzeit, sodass diese Mundart als die regionale Nachfolgesprache jenes geographischen Raumes gilt den die Brukterer einst besiedelten. Gleiches gilt für die ostwestfälische Mundart in der sich aufgrund der angrivarischen Zuwanderung insbesondere im Grenzbereich zum Ostfälischen naheliegenderweise südniedersächsische Merkmale finden lassen. Die Vermischung der Mundart Traditionen in den Regionen in die die Engern einwanderten führte nach dieser Theorie zur Entstehung des Ostwestfälischen während sich westlich davon das Münsterländische und östlich davon das Ostfälische entwickelte. Obwohl die angrivarischen Zuwanderungen auch zu Machtverschiebungen geführt haben dürften, lassen sich keine Anzeichen finden die darauf hindeuten, dass das Alltagsleben unter engrischer Dominanz litt. Es ist zu erwarten, dass es von Seiten der Engern Ansprüche gab eigene Gaufürsten zu stellen man wird aber auch Gaufürsten der Brukterer akzeptiert haben. Eine Bewegung die sich in ähnlicher Weise auch in den östlichen Regionen gab, die vor ihrer Einwanderung von Cheruskern besiedelt waren. Allesamt waren es Gebiete in denen die Dialektik der alt eingesessenen Bewohner überlebte und dem Druck der neuen Spracheinflüsse aus dem Norden stand hielten, sodass sie sich noch heute zu Forschungszwecken heran ziehen lassen um Rückschlüsse auf die einstigen Machtverhältnisse zu ziehen bzw. Einflusszonen zu definieren. Trotz engrischer Siedlungspräsenz darf man von einer Mischbevölkerung ausgehen in der jedoch die „Brukterer Falen“ als auch die „Cherusker Falen“ für die Franken unauffällig blieben und historisch ein Schattendasein führten während die Engern die keine Falen waren für einige Jahrhunderte zum Namensgeber des Landes avancierten. Der Theorie folgend, dass die Egge in germanischen Zeiten Cherusker und Brukterer, das Wiehengebirge die Angrivarier von den Brukterer und ein Damm die Angrivarier von den Cheruskern schied behielten die Übergangszonen in dialektischer Hinsicht ihre trennende Wirkung und haben sie bis heute nicht verloren. So erhielten sich die Sprachgrenzen zwischen der West- und Ostfalai bis heute wobei man die engrische Mundart als Brücke versteht. Es verdeutlicht, dass die Angrivarier in ein geschlossenes von Brukterer und Cherusker besiedeltes "Falenland" einbrachen, es trennten bzw. durchschnitten bis sie sich im Integrationsprozess vermischten und sich ihre Spuren nur noch im ostwestfälischen erkennbar machen. Dazu passt auch die Überlegung, dass man das lippische Platt, einen akut vom Aussterben bedrohten Dialekt der ab den Externsteinen nahe Horn bis an die Weser gesprochen wird, als ein mundartliches Relikt der „Angarier“ im Sinne einer urangrivarischen Sprachinsel bezeichnen könnte. Eine Altsprache die sich nach Süden hin nicht mehr durch setzte und aufgrund einer schwächeren Besiedelungsintensität ihre Kraft verlor. Hinweise die sich mithilfe der Historie wie sie die fränkischen Chroniken hinterlassen haben ergänzen lassen. Und während auf die Franken die Engern wie der militante Teil unter der gegnerischen Streitmacht wirkte, behielt ein großer Teil der Bevölkerung seine fälische Natur bei. Und als die Karolinger 772 und 775 in die fälisch/engrischen Landschaften einfielen schien es aus Sicht der Franken so, als ob sich ihnen immer nur Engern entgegen stellen würden. Und obwohl der fälische Kriegeranteil nicht unerheblich gewesen sein dürfte so fanden sie aufgrund engrischer Dominanz in den Annalen keine Erwähnung und die Eresburg die von Karl dem Großen mehrfach erobert werden musste wurde wie überliefert folgerichtig auch nur von Engern und nicht von Falen verteidigt. Und so waren es sowohl unter der Brunsburg als auch anlässlich der Geiselstellung, die vermutlich in bzw. bei Herstelle erfolgte auch wieder nur Engern mit denen sie es zu tun bekamen. Was bei der Lektüre der fränkischen Chroniken auffällt ist, dass von Sachsen als Gegnern keine Rede war. In der Konsequenz allerdings logisch, da die Franken in den Sachsen nur ein über alle stehendes Feindbild sehen wollten, so wie sie es für ihre Innenpolitik brauchten um die Notwendigkeit von Feldzüge zu begründen. Das die Franken die Falen gegenüber den Engern untergewichteten dürfte auch an ihrer Unkenntnis gelegen haben nicht zu wissen, welches Volk oder welcher Stamm ihnen gerade gegenüber trat. Sie standen wechselnden Stammesführern gegenüber und wähnten sich obwohl sie 775 in engrischen Landen kämpften nicht in Engern, sondern wie es die Chronik berichtet unter der Volksgruppe der „Westfalaos“. Sie erkannten folglich kaum ab welcher Landmarke sie die Westfalai verließen und ab wann sie sich innerhalb eines von Engern dominierten Territorium bewegten bzw. in der Folge wann sie das Stammesgebiet der „Osterludi“ betraten, sodass man dazu aus den Chroniken keine territorialen Hinweise erwarten darf. Lediglich die Kapitulation der „Osterludi“ denen man schon keine Stammeszugehörigkeit mehr zubilligen wollte und über die die fränkischen Reichsannalen im Jahre 775 und später die corvey`schen Aufzeichnungen berichten liefern Anhaltspunkte über ein Volk das man äußerst knapp nur „Ostleute“ nannte um Ansatzweise zu versuchen ihre äußeren Grenzen abzutasten. Auf Basis der ostfälischen Dialektik die sich auch heute immer noch in einem Streifen links der Weser bemerkbar macht, sich aber in den letzten Jahrhunderten nach Osten zurück gezogen hat darf voraus gesetzt werden, dass sich außer dem Mischvolk der Engern und Falen auch die Ostfalen an den Kämpfen unter der Brunsburg beteiligt hatten zumal ihr Stammesgebiet zu Zeiten der fränkischen Eroberungen auf dem rechten Weserufer begann. Neben historischen, dialektischen oder geographischen Hinweisen auf die einstigen Wohnsitze der Völker lassen sich noch schwache Spuren in den Stilen der Bauernhäuser finden und obwohl das Querdielenhaus im Gegensatz zum niedersächsischen Vierständer Längsdielen bzw. Hallenhaus ein prägender Haustyp für die ostfälische Kulturlandschaft ist, so liefern die wenigen noch existenten Gebäude mit ihren unterschiedlichen Bauweisen bzw. ihrem Giebelschmuck zwar keine stichhaltigen Hinweise auf die Wohngebiete jener Menschen die sie einst prägten aber das Querdielenhaus scheint für Ostfalen charakteristisch gewesen zu sein. So bleibt festzuhalten, dass alle Bemühungen sich eine Vorstellung über die Ausdehnung des Falenlandes zu machen deren Bewohner man bereits in antiken Zeiten den Namen „Falaisii“ gegeben haben könnte, nahezu einzig auf der Dialektkunde fußen. So wirkte die „Ostfalai“ an ihrem östlichen Ende im 8. Jahrhundert wie ein vom engrischen Stammesgebiet an den Rand gedrücktes, abgelegenes und politisch bedeutungslos gewordenes Terrain und es war kaum vorstellbar mit welcher Vehemenz diese Region nach dem Zusammenfall des Frankenreiches die Kraft zum Aufbau des „Sacrum Imperium Romanum“ nahm. Eine isolierte Region über die sich nach den Römerkriegen eine lange historische Ruhedecke ausgebreitet hat, die sich erst im Zuge der fränkischen Machtausdehnung allmählich hob. Das man sich aber in Ostfalen immer schon zu wehren wusste ist einem Relief zu entnehmen, das auf einer in Hornhausen gefundenen Steinplatte zu sehen ist und einen Reiter samt Lanze zeigt deren Entstehungszeit man im 7. Jahrhundert vermutet und bei dem es sich wohl um einen „Osterludi“ gehandelt haben dürfte. Nach den Jahren militärischer Gewalt begann sich der sächsische Adel mit den neuen Machthabern zu arrangieren und den schlichten Ostfalen half die ihnen eigene stoische Gelassenheit um die fränkische Oberhoheit und das missionarische Treiben zu ertragen. Unter Ludwig dem Frommen entspannte sich die karolingische Zwangsherrschaft und mit Liudolf dem ersten Herzog von Ostsachsen besser gesagt Ostfalen der aus der Region Gandersheim stammte und Großvater des Sachsenkönigs Heinrich war, der nur 40 Jahre nach dem Ende der Sachsenkriege geboren wurde vollzog sich eine Wende. Auf der Ostfalen Karte sticht der größte Verwaltungsbezirk mit Namen „Astfala Gau“ hervor dessen Entstehungsgeschichte sich unmittelbar mit dem Volk der Falen in Verbindung bringen lässt. Die Vorsilbe „Ast“ hält die Forschung wie selbstverständlich für die Himmelsrichtung „Ost“ und das nicht nur, weil es die fränkische Reichschronik so hinterließ oder der Franke Einhard es 775 die „Ostfalai“, also das im Osten liegende Falenland so nannte, sondern auch weil es ab dem 5. Jhdt. In der nach Südengland eingewanderten Schriftsprache als „East“ erhalten hat wo man daher Ostfalen auch heute noch „Eastphalia“ nennt, eben weil es am östlichen Ende des Falenlandes liegt. Da diese Theorie nahe liegt stellte man auch nicht infrage, dass Ast für Ost steht obwohl die germanischen Namen für „ost“ „austa bzw. austra“ lauten. Das sich ein Ostfalen, obwohl es sich am östlichen Rand befand nicht unbedingt mit der Silbe „Ast“ verträgt erfordert das Anstellen neuer Überlegungen wie dieser. Die Cherusker besiedelten ein vorteilhaftes Gebiet deren kontinentale Lage im Sinne einer West/Ost Achse den Wunsch des Imperiums verständlich macht dieses aus ihrer Sicht rückständige Germanenvolk in ein Vertragsverhältnis zu überführen in dem man ihm ein vergiftetes Bündnis anbot. Die in den Köpfen der römischen Elite wachsende Vorstellung einer kaiserlichen Provinz „Medium Germaniae“ die einen gesicherten Durchzugkorridor nach Osten garantiert hätte wäre auch für jene Fraktion eine lukrative Vorstellung gewesen, die innerhalb des cheruskischen Fürstenhauses dem Imperium positiv gegenüber stand. Es war der Kreis um den mächtigen Segestes dessen Residenz sich möglicherweise nahe Salzderheiden an dem Ort befand, wo später der Liudolfinger Sachsenkönig Heinrich seinem Hobby Singvögel zu fangen nachgegangen sein soll, wo ein eisenzeitlicher Ringwall aus dieser Epoche nachgewiesen wurde und wo sich die Örtlichkeit mit dem Zugkorridor von Germanicus 15 + deckt. Sein somit zentraler Fürstensitz auf der Vogelsburg am bedeutsamen Leineübergang von dem aus er den Suilberg – Morunga - Leine – Ritti und Lis Gau sowie das südliche Harzvorland hätte beherrschen können machte seine Sippe einflussreich. Folgt man dieser Theorie, dann hätten sich diese Gaue unter einem starken Anführer eine Distanz zu den nördlichen Siedlungsgebieten der Cherusker ihre Eigenständigkeit bewahrt waren autark und konnten sich bis ins frühen Mittelalter erhalten und sich mit einer engrischen Zugehörigkeit vielleicht auch Abhängigkeit besser arrangieren. Und das, obwohl auch in diesen Gauen bis heute der ostfälische und nicht der ostwestfälische Dialekt vorherrschend ist. Es wäre eine Erklärung dafür, warum diese abseitig gelegenen Gaue südwestlich des Harzes und östlich der Weser zum Stammesgebiet der Engern gehörten. Wir kennen die vielen Namen der anderen Gaufürsten oder Sippenältesten nicht, denn die Cherusker wurden nicht allein von Segimer bzw. Arminius oder Segestes geführt. Die Namen der Männer die möglicherweise einem schon damals existierenden Gudin – oder Densi Gau vorstanden hat uns die Geschichtsschreibung verschwiegen. In den entscheidenden Zeiten vor der Varusschlacht waren zweifellos alle Augen auf die Sippe des in Ostfalen residierenden Segimerclans gerichtet dessen Jungspross Arminius die Geschicke erst kurz vor Ausbruch der Varusschlacht in die Hand nehmen konnte, da er in Pannonien gebunden war. Ungeachtet des cheruskischen Hauptortes Hildesheim könnte er seinen Fürstensitz am sensiblen Weserübergang in Fürstenberg vis a vis von Höxter an der Weser gehabt haben. Einer neuralgischen Route am Hellweg die die späteren Falen 775 heftig verteidigen mussten. So regierte der von den Römerkriegen besonders betroffene Stammesteil östlich ab der Egge und beanspruchte auch den westlich gelegenen Nethegau, sodass auch auf ihren Schultern die Hauptlast des Verteidigungskrieges und die damit verbundene Verantwortung ruhte. Obwohl uns die Varusschlacht oft wie ein Akt spontaner Raserei bis zur Willkürlichkeit und gespickt mit einer Verkettung von Zufälligkeiten vermittelt wird, ganz so wie man sich das Verhalten unserer Vorfahren gerne in Erinnerung ruft, so dürften die Vorbereitungen nicht ohne eine kampferfahrene Führungsspitze abgelaufen sein. Dies setzt ein Zentrum voraus wo Absprachen statt fanden und die Geburtsstunde der Strategie schlug und sich sicherlich nicht im Quartier des römischen Feldherrn befand. Es lässt sich auf die germanische Stammestradition zurück leiten, dass man sich in Kriegszeiten auf einen gemeinsamen Anführer verständigte der von allen anderen akzeptiert, ihnen vor stand und im Sinne eines Her - zogs fungierend vor ihnen her zog bzw. das Heer hinter sich her zog. Ableitend vom althochdeutschen Wort Furisto gleich Fürst im Sinne von der Vörderste darf man im besagten Fürstenberg, dass sich im Jahre 1350 Vorstenberch nannte und sich nur wenige Kilometer südöstlich von Corvey nahe der Weserfurt befindet den Stammessitz des Segimerclans vermuten. So könnte dies der Ort gewesen sein, wo einst in Sichtweise zum „römischen Weserufer“ die Fäden zusammen liefen. Da uns die exakten Konturen der cheruskischen Stammesgebiete aus Germanenzeiten unbekannt sind lässt sich auch ihr Verbleib innerhalb des fälischen Volksverbundes kartographisch selbst unter Heranziehung vieler Mosaiksteine nur schwerlich aufspüren wenn nicht die Sprachunterschiede auf Basis der Dialekte gute Hinweise liefern würden. Anhaltspunkte die jedoch immer dürftiger werden soweit die Zeit voran schreitet. Geschichtliche Überlieferungen oftmals verborgen in Nebensätzen oder unscheinbaren Dorfchroniken offenbaren die vergangenen Machtzentren und damit auch die Territorien über die man einst herrschte und sich für die Zuordnung nutzen lässt. Namen geographischer Natur, verschollene Ortsname oder einstige Flurbezeichnungen wie Falen, Phalen oder Valen lassen sich der Literatur entnehmen. Bezeichnungen aus denen keine Himmelsrichtungen wie Ost oder West sprechen. Aber auch Familiennamen die aus diesen Namen hervor gingen sind weit verbreitet und lassen sich heute noch in jedem Telefonverzeichnis in zahlreichen Schreibweisen finden. Sie sind zahlreich und lauten mal Fahle, Vahl, von Vahl, Vahland, Vahlberg, Vahlbrock, Vahlbruch, Vahlbusch, Vahldieck, aber auch Vahldiek, Vahle, Vahlen, Vahlert, Vahlhaus, Vahlke, Vahlmann, Vahlefeld, Fahl, Fahland, Fählandt, Fahlbusch, Fahldieck, Fahlen, Fahlenbock, Fahlenbrach, Fahling, Fählinger oder Fahlkamp. Aber ihr Urprung ist immer noch gut erkennbar, lässt sich aus der onomastischen Forschungslandschaft nicht tilgen, ermuntert immer wieder zu neuen Überlegungen und scheint allgegenwärtig zu sein. Verbreitete Worte deren Ursprünge sich vermehrt in West- Ostfalen und Ostwestfalen finden lassen. Jenes Ostwestfalen, das sich über das ganze Mittelalter bis fasst in die Neuzeit unter dem Mantel Engern verbirgt aber den fälischen Bevölkerungsanteil in sich trägt. Das politisch durch den angrivarischen Zuzug entstandene Engern genannte Land, das ohne ihre Einwanderung das Land der Falen geblieben wäre. Ein einst unter Brukterer und Cherusker Einfluss stehendes Territorium, in der Mitte zwischen Ost - und Westfalen, samt einem Hastfalen, das die Forschung schlechterdings meinte immer nur in Verbindung mit den Himmelsrichtungen sehen zu können, obwohl sich ihre Bewohner der älteren Schreibweise folgend Hastfalen und nicht Ostfalen nannten. Mittig ist ein geläufige Bezeichnung und so kennt man auch nicht nur ein West-, ein Nord-, ein Süd- oder ein Ostdeutschland, sondern auch noch den Begriff eines Mitteldeutschland, wie es noch im „Mitteldeutschen Rundfunk“ zum Ausdruck kommt. Von Italien kennen wir ein Mittelitalien oder eben ein „Italia centrale oder Centro Italia“. Und so lebte auch damals schon der Mitte zwischen West - und Ostfalen eine Bevölkerung die einstmals zusammen hielt um sich gegen die römische Besatzung zur Wehr zu setzen um später unter fränkischer Ägide endgültig den Weg in die stammesgeschichtliche Bedeutungslosigkeit fortzusetzen. Und hätte uns die römische Literatur nicht so vieles überliefert, dann wären auch die Cherusker in Gänze unserem Namensgedächtnis entschwunden und wir hätten von ihrer Existenz nie erfahren. Möchte man versuchen diese These zu untermauern geraten bei der „Falenhypothese“ immer wieder die alten Namen längst vergangener Zeiten ins Blickfeld, werden auf die eine oder andere Art in die Gegenwart gezerrt und in ihre Bestandteile zerlegt. Man stöbert die verdächtigen Ortsnamen durch, stößt auf den einen oder anderen Hinweis und versucht alles miteinander in Verbindung zu bringen. Es lassen sich aber noch weitere Bezugspunkte und Anknüpfungsstellen finden, die den Verdacht erhärten, dass die Ostfalen und Teile der ostwestfälischen Bevölkerung die Nachfahren der Cherusker waren. An dieser Suche beteiligen sich im Gegensatz zu den anerkannten Forschungsstätten bevorzugt jene Historiker, die sich auf Privatinitiative hin aus unterschiedlichen Beweggründen wie auch der Verfasser die Aufgabe gestellt haben diesen Teil der Forschungslandschaft nicht der Vergessenheit preis geben zu wollen. Befragt man aktuell den offiziellen Stand der Forschung via KI, dann bekommt man die Antwort „Ja, die Falen (Westfalen und Ostfalen) waren wahrscheinlich ein Teil der Cherusker. Es wird vermutet, dass sich der Name "Falen" im Laufe der Zeit aus dem Stammesverband der Cherusker herausgebildet hat und das sie im 4. Jahrhundert in den Sachsen aufgegangen sind, dabei aber eine Sonderstellung unter diesem Namen bei behielten“. Man sollte sich also nicht damit abfinden, dass bislang alle zaghaften Anläufe in wiederkehrender Regelmäßigkeit dort verharren besser gesagt scheitern, wo ihnen die sich nur schwer zum Reden bringen lassende Historie die schroffe Mauer der Ratlosigkeit aufgebaut hat. Die literarisch bewiesene Existenz der Cherusker war immer schon der Antrieb und forderte die „modernen“ Falen heraus nach ihren einstigen Traditionen und Wurzeln zu forschen und so versuchte man sich auf diesem Wege auch der Frage nach der Varusschlacht anzunähern. Die „Acta Eruditorum“ eine 1682 gegründete Gelehrtenzeitschrift war die wichtigste in der damaligen Zeit. Sie berichtet in ihrer Ausgabe von 1741 von der kleinen Ortschaft Alferde. Sie liegt 5 Kilometer nordwestlich der Poppenburg und wurde früher Alecfurdi oder Alacfurd genannt. Sie erwähnt aber im Umkreis davon auch einen Ort mit dem Namen „vicus falini inclytus“. Inclytus steht für einen glorreichen bzw. berühmten Ort mit großer Vergangenheit der zwar einen Bezug zum Namen Falen verrät aber keine Erklärung hinterlässt was ihn so bedeutsam gemacht hat. Einzig, dass Falini dem lateinischen Wort Fallimini und damit dem Verb „Fallere“ nahe steht macht ihn interessant, denn im Imperativ I ist „Fallimini“ die mögliche Langform von „Falini“ und steht somit im passiven Sinne als Mehrzahl gegenüber der Einzahl „Fallere“. Damit wird es zum Mosaikstein bzw. zum Verdachtsfall und möchte man es im Sinne dieser Theorie deuten, dann war es ein Ort der den Falen ihren Ruhm verdankt. Es war aber auch ein Dorf in der Region um die Poppenburg und die Hallerburg und es könnte sich vermutlich dabei schon um einen cheruskisch/fälischen Grenzort zum westlich angrenzenden Angivarien bzw. Engern gehandelt haben. Zu erwähnen ist, dass sich in dieser Gegend, man könnte sagen noch ein Widerstandsnest gegen die fränkische Obrigkeit befand. Eine Landschaft in der man sich mit ihr nicht arrangieren wollte und auch ihre Verwaltungszentren in Form der Meierhöfe ablehnte weshalb in Ostwestfalen der Name Meier auch nicht in der üblichen Dichte auftritt. Und zwischen der im „Valen Gau“ liegenden fälischen Poppenburg und dem heutigen Ort Irmenseul liegen nur 21 Kilometer. Dazu steuert uns eine Überlieferung einen Hinweis aus dem Jahr 1590 zu demnach dort Westfalen und Sachsen einen letzten Versuch unternommen haben sollen um den Transport eines Marmorsäulenfragmentes nach Hildesheim zu verhindern. Ein Säulenelement, dass sich im Boden der Reichsabtei Corvey befand bauzeitlich aber früheren Datums war, sodass es die frühmittelalterliche Bevölkerung fälschlicherweise für die Irminsul hielt die jedoch aus Holz war. Und wie es für diese Region auch bezeichnend ist wurden, da sie dort nicht siedelten in diesem Zusammenhang auch keine Engern mit diesem Raubversuch in Verbindung gebracht. Im Kontext der Analyse stellt sich auch die Frage nach dem Namen des „Gau Valen“ bzw. warum man das Wort einmal mit „F“ und einmal mit „V“ schrieb. In Westfalen betont man bewusst und aus innerer Überzeugung bzw. Tradition heraus den Konsonanten „V“ stärker etwa so wie es beim Wort „Veltin“ deutlich wird. So wird deutlich, dass „V - Worte“ aus älterer Zeit stammten. Da die Geschichte der Schrift noch in den Anfängen steckte und mündliches erst noch verschriftet werden wollte ist anzunehmen, dass sich die Verwendung des „V“ gegenüber dem „F“ auf frühere Traditionen stützt, daher aber für die Forschung interessanter ist, als Worte die mit „F“ beginnen. So ist es auch immer noch für einen “Falen“ unmöglich und nahezu verpönt das „V“, wie es häufig in Süddeutschland geschieht wie ein „W“ auszusprechen, sodass sich ein Fale sofort zur Korrektur heraus gefordert fühlt. Und dann spricht er das „V“ auch prägnanter und mit besonderen Betonung, aber letztlich doch wie wie ein „F“ aus um den Unterschied in der Aussprache klar zu stellen. So nutzte man demnach für den kleinen Gau Valen auch noch das ältere „V“ während man die Großprovinz „Ast bzw. Hastfala Gau“ schon mit neuerem „f“ schrieb. Da auch der Name Cherusker seine griechische Wurzel nicht verhehlt und die Kontakte über ihre keltischen Nachbarn im Süden in den östlichen Teil der antiken Welt intensiver waren als in den Römischen. Man stand der griechischen Region und damit dem Buchstaben „V“ der seinen Ursprung im griechischen Alphabet hat näher, sodass dieser Buchstabe auch noch lange gegenüber dem lateinischen „F“ bevorzugt wurde, bis sich das „F“ durchzusetzen begann. Obwohl wie angenommen der Name Falen mit Bezug zu den „Fallere“ römisch/lateinischen Ursprungs war zeigt sich am „Gau Valen“ wie nahe man noch zum „V“ stand. Mit der Zuwanderung von Saxones und Angrivari in die Wohngebiete der südlichen Anrainervölker von denen einige Stämme im Zuge der so genannten Völkerwanderung in den Westen abwanderten vergingen auch die germanischen Völkernamen aus dieser Zeit und die einstigen Stammesgrenzen verschoben sich und passten sich den folgenden Bedürfnissen an. Bevölkerungsgruppen die sich nicht an den Auswanderungen beteiligten und blieben in ihren ursprünglichen Landschaften sesshaft. Im Betrachtungsraum gilt dies für das Land der Falen, das sich wie ein breiter Gürtel ab der Rheinregion bis an die Elbe erstreckte und das die Franken in Gänze „Falaos“ nannten. Der Mittelteil erhielt den Namen der angrivarischen Zuwanderer, aber es entstand kein Landstrich der sich nach dem Namen der Saxones benannte bzw. den man explizit diesem Volksstamm widmete was ihn verschwommen erscheinen lässt. Sowohl Saxones als auch Angrivari stießen auf die Ansiedlungen jener Völker, die ihre Wohngebiete in den Jahrhunderten davor nicht verlassen hatten und wollten und es entstand eine Bevölkerung die sich im Kern sowohl ihre seit Jahrhunderten entwickelten Traditionen in sprachlicher und kultureller Hinsicht bewahrt hatten aber die Einflüsse der Zuwanderer aus dem Norden aufnahmen. Aber nicht nur der Gau Valen, der Gau Valedungon oder der Großgau Astfala dessen autochthoner Name Hastfala Gau lautete bestätigen das Fortbestehen der Cherusker unter ihrem neuen fränkischen Sammelnamen Falaos“. Aus Urkunden über Schenkungen an die Kirche aus der Zeit des 9. bis zu Beginn des 11. lassen sich die Namen weiterer Behausungen entnehmen die erkennen lassen, dass auch kleinere Ansiedlungen von Falen bewohnt und existiert haben und zwar auch dort, wo sich später die Engern ausbreiteten. So etwa das in früheren Zeiten zur Wüstung gewordene Dorf „Falahus“ im einst cheruskischen Nethegau folglich auf der linken Weserseite unweit der Weserfurt und nahe den heutigen Orten Ottbergen und Bruchhausen gelegen. Etwa 8 Kilometer nördlich davon bei Ovenhausen, dass sich damals ebenfalls in einem cheruskischen Gau links der Weser befand und den Namen „Auganagavvi“ trug ist ein Gut mit Namen Valahuson bzw. Valhusen einschließlich eines Fallhauser Born überliefert. Abweichend von der Kernregion aber immer noch im Betrachtungsraum befand sich etwa 5 Kilometer südöstlich von Bad Arolsen ein Dorf, dass noch heute unter dem Namen Vahlhausen weiter lebt, in älteren Aufzeichnungen schon als Hof bezeichnet wird und sich einst auch Falhusen, Falahusun, bzw. Falhuson bzw. Valahusun nannte. Obwohl im Norden liegend ist ein weiteres Vahlhausen mit ähnlicher Namenstradition in der Region Wildeshausen überliefert und bei Detmold befand sich ein Ducatu Falhon sowie das heutige Vahlhausen, das sich im 12. Jhdt vermutlich aus Nortvalchusen und Nortvalehusen bzw. Valehusen zusammen setzte. Bei Berel im einstigen Astfala Gau etwa 17 Kilometer östlich von Hildesheim existierte eine Wüstung mit dem Namen Vahlem bzw. Falen oder Vahlen. Ebenso wird ein Vahlhausen beim 35 Kilometer westlich von Paderborn befindlichen Wadersloh genannt. Eine weitere Wüstung ist das 1088 erwähnte Falahuson bzw. Falahusen, das sich nahe dem Kloster Gehrden inmitten des Nethegau befand, ein Ort zwischen Fölsen und dem ebenfalls nicht mehr existenten Haberhausen. Ein Waldgebiet mit Namen Fahlenbruch befindet sich zwischen Frohn- und Schweckhausen in dem sich der Theorie nach das erste Lager des Feldherrn Varus befand, ein Vahlbruch 16 km nördlich von Höxter und des Weiteren ein Vahlhaus bei Gütersloh sowie ein Vahlhausen bei Bad Meinberg. Bekannt ist auch eine Flurbezeichnung mit Namen „Fahlhauser Feld“ wie aus einer im Dringenberger Heimatmuseum innerhalb der Burg Dringenberg gezeigten Parzellenkarte hervor geht. Es befand sich in unmittelbarer Nähe zum Ort Dringenberg im Nethegau gelegen wo sich vermutlich einst ebenfalls eine Dorf - oder Gehöft Wüstung mit Namen Fahlhausen befand. Es grenzt an eine Flurbezeichnung die den Namen „Falsche Feld“ trägt. Das deutsche Wort „falsch“ dem bekanntlich das lateinische Wort „Fallere“ zugrunde liegt. Im Verlauf der Spätantike als sich die vormaligen Kleinstrukturen auflösten setzte sich in nachgermanischen Zeiten befördert durch fränkische Einflussnahme für die Großregion der bislang fremde gewesene Gesamtname Falen durch, der in der Schriftform auch zu Valen wurde. Er wurde gebräuchlicher und fasste schrittweise Fuß, sodass diese Orte bzw. Wüstungen als Hinweise dafür gewertet werden, dass die sesshafte Bevölkerung ihn zeitgemäß auch für Dorfneugründungen bzw. Ansiedlungen in jenen Gegenden verwendete, in denen die Nachfahren sowohl der Brukterer als auch der Cherusker nun gemeinsam mit den Engern lebten. Vermutlich tat man es um sich gegenüber ihnen als den Falen zugehörig zu erkennen zu geben und sich vielleicht sogar abgrenzen wollte. So erwähnen die Traditionen auch noch ein „Valaburgun“, das etwa 17 Kilometer südwestlich von Hildesheim zwischen Gronau und Banteln lag. Eine Ansiedlung in der Nähe von Hallerburg und Poppenburg wo sich die Gaue Scotelingo, Astfala und Valothungo befinden den Schutz der Leine nutzten. Das aus diversen Einzelgauen bestehende Ostfalen grenzte sich hier von Engern ab und befand sich zudem an einem weiteren strategisch bedeutsamen Hellweg nämlich dem „Vor dem Santforde“ der vom Niederrhein über Minden nach Hildesheim und über die Leine nach Mitteldeutschland führte. Die Recherche lässt erkennen, dass man sich den Namen Falen nicht nur gab um ihn mit politischen Grenzziehungen in Verbindung zu bringen, sondern er auch Eingang in die dörflichen Wohnverhältnisse fand. Wir können nicht erwarten, dass sich aus einer schriftlosen Zeit Ortsnamen aus germanischer Zeit erhalten haben, die dann möglichst noch einen cheruskischen Ursprung verraten. Im fälischen Boden stieß man auf zahlreiche Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs ihrer einst germanischen Vorbesiedler und entdeckte auch zur Genüge römische Hinterlassenschaften die sich dem ersten nachchristlichen Jahrhundert zuordnen lassen, sodass an einer Besiedlungskontinuität keine Zweifel bestehen. Bis auf den Namenswechsel den viele germanischen Stämme über sich ergehen lassen mussten bestätigt die Analyse das Verbreitungsgebiet der sich Falen nennenden Bewohner, dass mit den Wohngebieten der Cherusker weitgehend deckungsgleich ist. Aufgrund der Plausibilität dieser Theorie möchte sich der Verfasser nicht mit weiteren etymologischen Ansätzen zur Herkunft des Namens „Falen“ auseinander setzen . Dazu gehört die Überlegung es mit der fahlen Haut seiner Bewohner in Verbindung zu bringen oder seinen Ursprung im altnordischen Wort Falah für flach suchen möchte, es im Sinne von Feld verstehen will oder im Zusammenhang mit dem Fällen eines Baumes. Auch der Gedanke „Falen“ hätte eine Verbindung zum lateinischen Wort Vallum für Wall, Pfahl oder Pfahlwerk bzw. Vallus für Zaun oder Palisade wird hier nicht weiter verfolgt. Als eine so genannte wahrscheinliche Theorie rückt man die Ebenen der Weserauen in den Vordergrund, da es sich dabei um flache Landschaft handelt verkennt aber die Höhenlagen. Falen aber auch Engern erlitten im Zusammenhang mit der karolingischen Zwangsherrschaft bittere Jahrzehnte in dem große Teile ihrer Bevölkerung in andere Regionen umgesiedelt wurden um sie von ihrem einstigen Territorium zu isolieren, wovon aber noch die Rede sein wird. Beispielgebend soll hier nur auf die Wüstung Falheim bei Frickhofen/Limburg hingewiesen werden.
(17.03.2026)
(17.03.2026)
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