Dienstag, 17. März 2026
Die Wohngebiete der Cherusker und Hastfalen deckten sich.
ulrich leyhe, 12:11h
Nach den Spuren Ausschau zu halten, die das verstreute Volk der Cherusker historisch insbesondere in Ostfalen aber auch in anderen Regionen Europas hinterließ setzt komplexe Herangehensweisen voraus und steht immer in engem Verhältnis zu den seinerzeit vor allem westlich von ihnen siedelnden Völkerschaften wie etwa den Brukterer. Das die Angrivarier sie im Verbund mit den Chamaven im 1. nachchristlichen Jahrhundert angegriffen haben, soll der Germania des Tacitus Kapitel 33 zufolge an ihrem Übermut gelegen haben, während beide Stämme es aber auch auf das Beute machen abgesehen haben sollen. So klingt es wie eine in dieser Zeit nicht unübliche Stammesfehde aus der sich aber keine grundlegenden Wohnsitzverlagerungen ableiten lassen. Zudem bleibt unklar inwieweit sie Widerstand leisteten, ob sich an den Kämpfen die Bewohner aller von Brukterer besiedelten Gaue beteiligten, oder ob es die Angrivarier nur auf die Sippen der führenden Fürsten in einzelnen Gauen abgesehen hatten. Dieser Hinweis bildete jedoch den Grundstein dafür anzunehmen, dass sich die nördlich des Wiehengebirges siedelnden Angrivarier schon nach Süden zu orientieren begannen, bevor eine Epoche ihren Anfang nahm, die als Völkerwanderung bezeichnet wird. Der Geschichtsverlauf kennt Prozesse die zu einer schlagartigen Veränderung in der Zusammensetzung einer Bevölkerung führten aber auch jene, die sich schleichend vollzogen. Wenn auch nur lückig, so waren Territorien nie unbesiedelt und häufig kam es auch zu Gegenbewegungen indem sich verdrängte Völker ihre einstigen Wohngebiete zurück eroberten. Dieser Anmerkung der es gelang sich einen Platz in der Geschichtsschreibung zu sichern macht die Auswirkungen die man in neuerer Zeit meinte dahinter erkennen zu können nicht unbedingt glaubwürdiger. Tacitus kommentierte zwiespältig in dem er zum einen das germanische Wesen verklärte zum anderen aber bedauerte, dass Tiberius die Bemühungen Germanien zu erobern nicht weiter verfolgte, sodass Zwistigkeiten innerhalb der germanischen Welt Balsam für seine Seele gewesen sein könnten. So passt es auch nicht zu der Überlieferung, dass die Brukterer völlig aufgerieben worden sein sollen und wird daher als übertrieben gewertet. Die Forschung tut sich seit jeher schwer den germanischen Stämmen ihre Siedlungsgebiete zuzuweisen was sich insbesondere auf die rheinnahen Völker bezieht die im Sog des römischen Einflusses lebten. So basierten all unsere Lokalisierungsbemühungen auf den oft voneinander abweichenden und mageren Vorgaben römischer Historiker und Geographen, sodass man dazu überging die Wissenslücken mit teils vagen Vermutungen zu schließen. Jede im Umlauf befindliche Verbreitungskarte basiert daher zwangsläufig auf Unabwägbarkeiten und ist abhängig von der Sichtweise ihres Erschaffers. Das Eingrenzen des Siedlungsgebiet der Brukterer ist speziell, da sich ihr Dialektraum im Gegensatz zum Ostfälischen der Cherusker weniger scharf abzeichnet. Auf Basis unseres Geschichtsverständnisses besiedelten sie eine umfängliche Region die nordöstlich des Niederrhein an der mittleren Ems begann, Raum zum Rhein für benachbarte Stämme ließ, das Münsterland umfasste und in seiner Breite bis zu den äußersten Brukterer an die obere Lippe reichte. Da inmitten dieses Gebietes der Höhenrücken des Teutoburger Waldes verläuft deutet dies daraufhin, dass sie auch in den Gebieten zwischen dem Teutoburger Wald und dem Wiehengebirge lebten. Damit wären sie das südliche Nachbarvolk der nördlich des Wiehengebirges siedelnden Angrivari (lat.), aber auch der Chasuari (lat.) und Chamavi (lat.) und das westliche Nachbarvolk der Cherusci (lat.) gewesen, während sich südlich von ihnen die Stammesgebiete der Sigambri, Tencteri, Usipetes bzw. Marsi (lat.) anschlossen die sich weder geographisch noch ethnisch isolieren lassen und nur im Dialektischen Spuren hinterlassen haben könnten. Bezogen auf die Brukterer geht die Forschung davon aus, dass sie aufgrund der in der Konsequenz jedoch als historisch zweifelhaft bezeichneten Auseinandersetzung mit den Angrivariern in die Regionen südlich der Lippe ausgewichen sein sollen. Sollte es sich so zugetragen haben, dann müsste man ihnen dialektisch betrachtet die südlich der Lippe vorherrschende heutige südwestwestfälische Mundart zuschreiben. Wahrscheinlicher scheint aber, dass der ab der Lippe nördlich verbreitete Münsterländische Dialekt der durch den Fluss eine deutliche Abgrenzung erfährt in seiner Urform die originäre Sprache der Brukterer war und es über die Jahrhunderte, die entsprechenden Lautwandel berücksichtigt, blieb. Somit ließe sich anhand von Dialekt und historischer Bewertung die Behauptung aufstellen, dass sich der Prozess der die Angrivarier südlich des Wiehengebirges zu Engern machte nicht auf den westlichen Teil des Münsterlandes südlich des Teutoburger Waldes auswirkte. Folglich hätte sich die Südexpansion der Angrivarier nur auf den östlichen Teil des Münsterlandes ausgewirkt. Eine Theorie die die Dialektgrenze zwischen dem „Münsterländisch der Brukterer „und dem „Ostwestfälisch der Angrivarier/Engern“ bestätigt und die die Nörrenberg Karte wieder gibt. Die Unmenge von Worten die sich auch im Münsterländischen Dialekt erhalten haben und denen ihre germanische Herkunft zu entnehmen ist symbolisieren den Bogenschlag in die Neuzeit, sodass diese Mundart als die regionale Nachfolgesprache jenes geographischen Raumes gilt den die Brukterer einst besiedelten. Gleiches gilt für die ostwestfälische Mundart in der sich aufgrund der angrivarischen Zuwanderung insbesondere im Grenzbereich zum Ostfälischen naheliegenderweise südniedersächsische Merkmale finden lassen. Die Vermischung der Mundart Traditionen in den Regionen in die die Engern einwanderten führte nach dieser Theorie zur Entstehung des Ostwestfälischen während sich westlich davon das Münsterländische und östlich davon das Ostfälische entwickelte. Obwohl die angrivarischen Zuwanderungen auch zu Machtverschiebungen geführt haben dürften, lassen sich keine Anzeichen finden die darauf hindeuten, dass das Alltagsleben unter engrischer Dominanz litt. Es ist zu erwarten, dass es von Seiten der Engern Ansprüche gab eigene Gaufürsten zu stellen man wird aber auch Gaufürsten der Brukterer akzeptiert haben. Eine Bewegung die sich in ähnlicher Weise auch in den östlichen Regionen gab, die vor ihrer Einwanderung von Cheruskern besiedelt waren. Allesamt waren es Gebiete in denen die Dialektik der alt eingesessenen Bewohner überlebte und dem Druck der neuen Spracheinflüsse aus dem Norden stand hielten, sodass sie sich noch heute zu Forschungszwecken heran ziehen lassen um Rückschlüsse auf die einstigen Machtverhältnisse zu ziehen bzw. Einflusszonen zu definieren. Trotz engrischer Siedlungspräsenz darf man von einer Mischbevölkerung ausgehen in der jedoch die „Brukterer Falen“ als auch die „Cherusker Falen“ für die Franken unauffällig blieben und historisch ein Schattendasein führten während die Engern die keine Falen waren für einige Jahrhunderte zum Namensgeber des Landes avancierten. Der Theorie folgend, dass die Egge in germanischen Zeiten Cherusker und Brukterer, das Wiehengebirge die Angrivarier von den Brukterer und ein Damm die Angrivarier von den Cheruskern schied behielten die Übergangszonen in dialektischer Hinsicht ihre trennende Wirkung und haben sie bis heute nicht verloren. So erhielten sich die Sprachgrenzen zwischen der West- und Ostfalai bis heute wobei man die engrische Mundart als Brücke versteht. Es verdeutlicht, dass die Angrivarier in ein geschlossenes von Brukterer und Cherusker besiedeltes "Falenland" einbrachen, es trennten bzw. durchschnitten bis sie sich im Integrationsprozess vermischten und sich ihre Spuren nur noch im ostwestfälischen erkennbar machen. Dazu passt auch die Überlegung, dass man das lippische Platt, einen akut vom Aussterben bedrohten Dialekt der ab den Externsteinen nahe Horn bis an die Weser gesprochen wird, als ein mundartliches Relikt der „Angarier“ im Sinne einer urangrivarischen Sprachinsel bezeichnen könnte. Eine Altsprache die sich nach Süden hin nicht mehr durch setzte und aufgrund einer schwächeren Besiedelungsintensität ihre Kraft verlor. Hinweise die sich mithilfe der Historie wie sie die fränkischen Chroniken hinterlassen haben ergänzen lassen. Und während auf die Franken die Engern wie der militante Teil unter der gegnerischen Streitmacht wirkte, behielt ein großer Teil der Bevölkerung seine fälische Natur bei. Und als die Karolinger 772 und 775 in die fälisch/engrischen Landschaften einfielen schien es aus Sicht der Franken so, als ob sich ihnen immer nur Engern entgegen stellen würden. Und obwohl der fälische Kriegeranteil nicht unerheblich gewesen sein dürfte so fanden sie aufgrund engrischer Dominanz in den Annalen keine Erwähnung und die Eresburg die von Karl dem Großen mehrfach erobert werden musste wurde wie überliefert folgerichtig auch nur von Engern und nicht von Falen verteidigt. Und so waren es sowohl unter der Brunsburg als auch anlässlich der Geiselstellung, die vermutlich in bzw. bei Herstelle erfolgte auch wieder nur Engern mit denen sie es zu tun bekamen. Was bei der Lektüre der fränkischen Chroniken auffällt ist, dass von Sachsen als Gegnern keine Rede war. In der Konsequenz allerdings logisch, da die Franken in den Sachsen nur ein über alle stehendes Feindbild sehen wollten, so wie sie es für ihre Innenpolitik brauchten um die Notwendigkeit von Feldzüge zu begründen. Das die Franken die Falen gegenüber den Engern untergewichteten dürfte auch an ihrer Unkenntnis gelegen haben nicht zu wissen, welches Volk oder welcher Stamm ihnen gerade gegenüber trat. Sie standen wechselnden Stammesführern gegenüber und wähnten sich obwohl sie 775 in engrischen Landen kämpften nicht in Engern, sondern wie es die Chronik berichtet unter der Volksgruppe der „Westfalaos“. Sie erkannten folglich kaum ab welcher Landmarke sie die Westfalai verließen und ab wann sie sich innerhalb eines von Engern dominierten Territorium bewegten bzw. in der Folge wann sie das Stammesgebiet der „Osterludi“ betraten, sodass man dazu aus den Chroniken keine territorialen Hinweise erwarten darf. Lediglich die Kapitulation der „Osterludi“ denen man schon keine Stammeszugehörigkeit mehr zubilligen wollte und über die die fränkischen Reichsannalen im Jahre 775 und später die corvey`schen Aufzeichnungen berichten liefern Anhaltspunkte über ein Volk das man äußerst knapp nur „Ostleute“ nannte um Ansatzweise zu versuchen ihre äußeren Grenzen abzutasten. Auf Basis der ostfälischen Dialektik die sich auch heute immer noch in einem Streifen links der Weser bemerkbar macht, sich aber in den letzten Jahrhunderten nach Osten zurück gezogen hat darf voraus gesetzt werden, dass sich außer dem Mischvolk der Engern und Falen auch die Ostfalen an den Kämpfen unter der Brunsburg beteiligt hatten zumal ihr Stammesgebiet zu Zeiten der fränkischen Eroberungen auf dem rechten Weserufer begann. Neben historischen, dialektischen oder geographischen Hinweisen auf die einstigen Wohnsitze der Völker lassen sich noch schwache Spuren in den Stilen der Bauernhäuser finden und obwohl das Querdielenhaus im Gegensatz zum niedersächsischen Vierständer Längsdielen bzw. Hallenhaus ein prägender Haustyp für die ostfälische Kulturlandschaft ist, so liefern die wenigen noch existenten Gebäude mit ihren unterschiedlichen Bauweisen bzw. ihrem Giebelschmuck zwar keine stichhaltigen Hinweise auf die Wohngebiete jener Menschen die sie einst prägten aber das Querdielenhaus scheint für Ostfalen charakteristisch gewesen zu sein. So bleibt festzuhalten, dass alle Bemühungen sich eine Vorstellung über die Ausdehnung des Falenlandes zu machen deren Bewohner man bereits in antiken Zeiten den Namen „Falaisii“ gegeben haben könnte, nahezu einzig auf der Dialektkunde fußen. So wirkte die „Ostfalai“ an ihrem östlichen Ende im 8. Jahrhundert wie ein vom engrischen Stammesgebiet an den Rand gedrücktes, abgelegenes und politisch bedeutungslos gewordenes Terrain und es war kaum vorstellbar mit welcher Vehemenz diese Region nach dem Zusammenfall des Frankenreiches die Kraft zum Aufbau des „Sacrum Imperium Romanum“ nahm. Eine isolierte Region über die sich nach den Römerkriegen eine lange historische Ruhedecke ausgebreitet hat, die sich erst im Zuge der fränkischen Machtausdehnung allmählich hob. Das man sich aber in Ostfalen immer schon zu wehren wusste ist einem Relief zu entnehmen, das auf einer in Hornhausen gefundenen Steinplatte zu sehen ist und einen Reiter samt Lanze zeigt deren Entstehungszeit man im 7. Jahrhundert vermutet und bei dem es sich wohl um einen „Osterludi“ gehandelt haben dürfte. Nach den Jahren militärischer Gewalt begann sich der sächsische Adel mit den neuen Machthabern zu arrangieren und den schlichten Ostfalen half die ihnen eigene stoische Gelassenheit um die fränkische Oberhoheit und das missionarische Treiben zu ertragen. Unter Ludwig dem Frommen entspannte sich die karolingische Zwangsherrschaft und mit Liudolf dem ersten Herzog von Ostsachsen besser gesagt Ostfalen der aus der Region Gandersheim stammte und Großvater des Sachsenkönigs Heinrich war, der nur 40 Jahre nach dem Ende der Sachsenkriege geboren wurde vollzog sich eine Wende. Auf der Ostfalen Karte sticht der größte Verwaltungsbezirk mit Namen „Astfala Gau“ hervor dessen Entstehungsgeschichte sich unmittelbar mit dem Volk der Falen in Verbindung bringen lässt. Die Vorsilbe „Ast“ hält die Forschung wie selbstverständlich für die Himmelsrichtung „Ost“ und das nicht nur, weil es die fränkische Reichschronik so hinterließ oder der Franke Einhard es 775 die „Ostfalai“, also das im Osten liegende Falenland so nannte, sondern auch weil es ab dem 5. Jhdt. In der nach Südengland eingewanderten Schriftsprache als „East“ erhalten hat wo man daher Ostfalen auch heute noch „Eastphalia“ nennt, eben weil es am östlichen Ende des Falenlandes liegt. Da diese Theorie nahe liegt stellte man auch nicht infrage, dass Ast für Ost steht obwohl die germanischen Namen für „ost“ „austa bzw. austra“ lauten. Das sich ein Ostfalen, obwohl es sich am östlichen Rand befand nicht unbedingt mit der Silbe „Ast“ verträgt erfordert das Anstellen neuer Überlegungen wie dieser. Die Cherusker besiedelten ein vorteilhaftes Gebiet deren kontinentale Lage im Sinne einer West/Ost Achse den Wunsch des Imperiums verständlich macht dieses aus ihrer Sicht rückständige Germanenvolk in ein Vertragsverhältnis zu überführen in dem man ihm ein vergiftetes Bündnis anbot. Die in den Köpfen der römischen Elite wachsende Vorstellung einer kaiserlichen Provinz „Medium Germaniae“ die einen gesicherten Durchzugkorridor nach Osten garantiert hätte wäre auch für jene Fraktion eine lukrative Vorstellung gewesen, die innerhalb des cheruskischen Fürstenhauses dem Imperium positiv gegenüber stand. Es war der Kreis um den mächtigen Segestes dessen Residenz sich möglicherweise nahe Salzderheiden an dem Ort befand, wo später der Liudolfinger Sachsenkönig Heinrich seinem Hobby Singvögel zu fangen nachgegangen sein soll, wo ein eisenzeitlicher Ringwall aus dieser Epoche nachgewiesen wurde und wo sich die Örtlichkeit mit dem Zugkorridor von Germanicus 15 + deckt. Sein somit zentraler Fürstensitz auf der Vogelsburg am bedeutsamen Leineübergang von dem aus er den Suilberg – Morunga - Leine – Ritti und Lis Gau sowie das südliche Harzvorland hätte beherrschen können machte seine Sippe einflussreich. Folgt man dieser Theorie, dann hätten sich diese Gaue unter einem starken Anführer eine Distanz zu den nördlichen Siedlungsgebieten der Cherusker ihre Eigenständigkeit bewahrt waren autark und konnten sich bis ins frühen Mittelalter erhalten und sich mit einer engrischen Zugehörigkeit vielleicht auch Abhängigkeit besser arrangieren. Und das, obwohl auch in diesen Gauen bis heute der ostfälische und nicht der ostwestfälische Dialekt vorherrschend ist. Es wäre eine Erklärung dafür, warum diese abseitig gelegenen Gaue südwestlich des Harzes und östlich der Weser zum Stammesgebiet der Engern gehörten. Wir kennen die vielen Namen der anderen Gaufürsten oder Sippenältesten nicht, denn die Cherusker wurden nicht allein von Segimer bzw. Arminius oder Segestes geführt. Die Namen der Männer die möglicherweise einem schon damals existierenden Gudin – oder Densi Gau vorstanden hat uns die Geschichtsschreibung verschwiegen. In den entscheidenden Zeiten vor der Varusschlacht waren zweifellos alle Augen auf die Sippe des in Ostfalen residierenden Segimerclans gerichtet dessen Jungspross Arminius die Geschicke erst kurz vor Ausbruch der Varusschlacht in die Hand nehmen konnte, da er in Pannonien gebunden war. Ungeachtet des cheruskischen Hauptortes Hildesheim könnte er seinen Fürstensitz am sensiblen Weserübergang in Fürstenberg vis a vis von Höxter an der Weser gehabt haben. Einer neuralgischen Route am Hellweg die die späteren Falen 775 heftig verteidigen mussten. So regierte der von den Römerkriegen besonders betroffene Stammesteil östlich ab der Egge und beanspruchte auch den westlich gelegenen Nethegau, sodass auch auf ihren Schultern die Hauptlast des Verteidigungskrieges und die damit verbundene Verantwortung ruhte. Obwohl uns die Varusschlacht oft wie ein Akt spontaner Raserei bis zur Willkürlichkeit und gespickt mit einer Verkettung von Zufälligkeiten vermittelt wird, ganz so wie man sich das Verhalten unserer Vorfahren gerne in Erinnerung ruft, so dürften die Vorbereitungen nicht ohne eine kampferfahrene Führungsspitze abgelaufen sein. Dies setzt ein Zentrum voraus wo Absprachen statt fanden und die Geburtsstunde der Strategie schlug und sich sicherlich nicht im Quartier des römischen Feldherrn befand. Es lässt sich auf die germanische Stammestradition zurück leiten, dass man sich in Kriegszeiten auf einen gemeinsamen Anführer verständigte der von allen anderen akzeptiert, ihnen vor stand und im Sinne eines Her - zogs fungierend vor ihnen her zog bzw. das Heer hinter sich her zog. Ableitend vom althochdeutschen Wort Furisto gleich Fürst im Sinne von der Vörderste darf man im besagten Fürstenberg, dass sich im Jahre 1350 Vorstenberch nannte und sich nur wenige Kilometer südöstlich von Corvey nahe der Weserfurt befindet den Stammessitz des Segimerclans vermuten. So könnte dies der Ort gewesen sein, wo einst in Sichtweise zum „römischen Weserufer“ die Fäden zusammen liefen. Da uns die exakten Konturen der cheruskischen Stammesgebiete aus Germanenzeiten unbekannt sind lässt sich auch ihr Verbleib innerhalb des fälischen Volksverbundes kartographisch selbst unter Heranziehung vieler Mosaiksteine nur schwerlich aufspüren wenn nicht die Sprachunterschiede auf Basis der Dialekte gute Hinweise liefern würden. Anhaltspunkte die jedoch immer dürftiger werden soweit die Zeit voran schreitet. Geschichtliche Überlieferungen oftmals verborgen in Nebensätzen oder unscheinbaren Dorfchroniken offenbaren die vergangenen Machtzentren und damit auch die Territorien über die man einst herrschte und sich für die Zuordnung nutzen lässt. Namen geographischer Natur, verschollene Ortsname oder einstige Flurbezeichnungen wie Falen, Phalen oder Valen lassen sich der Literatur entnehmen. Bezeichnungen aus denen keine Himmelsrichtungen wie Ost oder West sprechen. Aber auch Familiennamen die aus diesen Namen hervor gingen sind weit verbreitet und lassen sich heute noch in jedem Telefonverzeichnis in zahlreichen Schreibweisen finden. Sie sind zahlreich und lauten mal Fahle, Vahl, von Vahl, Vahland, Vahlberg, Vahlbrock, Vahlbruch, Vahlbusch, Vahldieck, aber auch Vahldiek, Vahle, Vahlen, Vahlert, Vahlhaus, Vahlke, Vahlmann, Vahlefeld, Fahl, Fahland, Fählandt, Fahlbusch, Fahldieck, Fahlen, Fahlenbock, Fahlenbrach, Fahling, Fählinger oder Fahlkamp. Aber ihr Urprung ist immer noch gut erkennbar, lässt sich aus der onomastischen Forschungslandschaft nicht tilgen, ermuntert immer wieder zu neuen Überlegungen und scheint allgegenwärtig zu sein. Verbreitete Worte deren Ursprünge sich vermehrt in West- Ostfalen und Ostwestfalen finden lassen. Jenes Ostwestfalen, das sich über das ganze Mittelalter bis fasst in die Neuzeit unter dem Mantel Engern verbirgt aber den fälischen Bevölkerungsanteil in sich trägt. Das politisch durch den angrivarischen Zuzug entstandene Engern genannte Land, das ohne ihre Einwanderung das Land der Falen geblieben wäre. Ein einst unter Brukterer und Cherusker Einfluss stehendes Territorium, in der Mitte zwischen Ost - und Westfalen, samt einem Hastfalen, das die Forschung schlechterdings meinte immer nur in Verbindung mit den Himmelsrichtungen sehen zu können, obwohl sich ihre Bewohner der älteren Schreibweise folgend Hastfalen und nicht Ostfalen nannten. Mittig ist ein geläufige Bezeichnung und so kennt man auch nicht nur ein West-, ein Nord-, ein Süd- oder ein Ostdeutschland, sondern auch noch den Begriff eines Mitteldeutschland, wie es noch im „Mitteldeutschen Rundfunk“ zum Ausdruck kommt. Von Italien kennen wir ein Mittelitalien oder eben ein „Italia centrale oder Centro Italia“. Und so lebte auch damals schon der Mitte zwischen West - und Ostfalen eine Bevölkerung die einstmals zusammen hielt um sich gegen die römische Besatzung zur Wehr zu setzen um später unter fränkischer Ägide endgültig den Weg in die stammesgeschichtliche Bedeutungslosigkeit fortzusetzen. Und hätte uns die römische Literatur nicht so vieles überliefert, dann wären auch die Cherusker in Gänze unserem Namensgedächtnis entschwunden und wir hätten von ihrer Existenz nie erfahren. Möchte man versuchen diese These zu untermauern geraten bei der „Falenhypothese“ immer wieder die alten Namen längst vergangener Zeiten ins Blickfeld, werden auf die eine oder andere Art in die Gegenwart gezerrt und in ihre Bestandteile zerlegt. Man stöbert die verdächtigen Ortsnamen durch, stößt auf den einen oder anderen Hinweis und versucht alles miteinander in Verbindung zu bringen. Es lassen sich aber noch weitere Bezugspunkte und Anknüpfungsstellen finden, die den Verdacht erhärten, dass die Ostfalen und Teile der ostwestfälischen Bevölkerung die Nachfahren der Cherusker waren. An dieser Suche beteiligen sich im Gegensatz zu den anerkannten Forschungsstätten bevorzugt jene Historiker, die sich auf Privatinitiative hin aus unterschiedlichen Beweggründen wie auch der Verfasser die Aufgabe gestellt haben diesen Teil der Forschungslandschaft nicht der Vergessenheit preis geben zu wollen. Befragt man aktuell den offiziellen Stand der Forschung via KI, dann bekommt man die Antwort „Ja, die Falen (Westfalen und Ostfalen) waren wahrscheinlich ein Teil der Cherusker. Es wird vermutet, dass sich der Name "Falen" im Laufe der Zeit aus dem Stammesverband der Cherusker herausgebildet hat und das sie im 4. Jahrhundert in den Sachsen aufgegangen sind, dabei aber eine Sonderstellung unter diesem Namen bei behielten“. Man sollte sich also nicht damit abfinden, dass bislang alle zaghaften Anläufe in wiederkehrender Regelmäßigkeit dort verharren besser gesagt scheitern, wo ihnen die sich nur schwer zum Reden bringen lassende Historie die schroffe Mauer der Ratlosigkeit aufgebaut hat. Die literarisch bewiesene Existenz der Cherusker war immer schon der Antrieb und forderte die „modernen“ Falen heraus nach ihren einstigen Traditionen und Wurzeln zu forschen und so versuchte man sich auf diesem Wege auch der Frage nach der Varusschlacht anzunähern. Die „Acta Eruditorum“ eine 1682 gegründete Gelehrtenzeitschrift war die wichtigste in der damaligen Zeit. Sie berichtet in ihrer Ausgabe von 1741 von der kleinen Ortschaft Alferde. Sie liegt 5 Kilometer nordwestlich der Poppenburg und wurde früher Alecfurdi oder Alacfurd genannt. Sie erwähnt aber im Umkreis davon auch einen Ort mit dem Namen „vicus falini inclytus“. Inclytus steht für einen glorreichen bzw. berühmten Ort mit großer Vergangenheit der zwar einen Bezug zum Namen Falen verrät aber keine Erklärung hinterlässt was ihn so bedeutsam gemacht hat. Einzig, dass Falini dem lateinischen Wort Fallimini und damit dem Verb „Fallere“ nahe steht macht ihn interessant, denn im Imperativ I ist „Fallimini“ die mögliche Langform von „Falini“ und steht somit im passiven Sinne als Mehrzahl gegenüber der Einzahl „Fallere“. Damit wird es zum Mosaikstein bzw. zum Verdachtsfall und möchte man es im Sinne dieser Theorie deuten, dann war es ein Ort der den Falen ihren Ruhm verdankt. Es war aber auch ein Dorf in der Region um die Poppenburg und die Hallerburg und es könnte sich vermutlich dabei schon um einen cheruskisch/fälischen Grenzort zum westlich angrenzenden Angivarien bzw. Engern gehandelt haben. Zu erwähnen ist, dass sich in dieser Gegend, man könnte sagen noch ein Widerstandsnest gegen die fränkische Obrigkeit befand. Eine Landschaft in der man sich mit ihr nicht arrangieren wollte und auch ihre Verwaltungszentren in Form der Meierhöfe ablehnte weshalb in Ostwestfalen der Name Meier auch nicht in der üblichen Dichte auftritt. Und zwischen der im „Valen Gau“ liegenden fälischen Poppenburg und dem heutigen Ort Irmenseul liegen nur 21 Kilometer. Dazu steuert uns eine Überlieferung einen Hinweis aus dem Jahr 1590 zu demnach dort Westfalen und Sachsen einen letzten Versuch unternommen haben sollen um den Transport eines Marmorsäulenfragmentes nach Hildesheim zu verhindern. Ein Säulenelement, dass sich im Boden der Reichsabtei Corvey befand bauzeitlich aber früheren Datums war, sodass es die frühmittelalterliche Bevölkerung fälschlicherweise für die Irminsul hielt die jedoch aus Holz war. Und wie es für diese Region auch bezeichnend ist wurden, da sie dort nicht siedelten in diesem Zusammenhang auch keine Engern mit diesem Raubversuch in Verbindung gebracht. Im Kontext der Analyse stellt sich auch die Frage nach dem Namen des „Gau Valen“ bzw. warum man das Wort einmal mit „F“ und einmal mit „V“ schrieb. In Westfalen betont man bewusst und aus innerer Überzeugung bzw. Tradition heraus den Konsonanten „V“ stärker etwa so wie es beim Wort „Veltin“ deutlich wird. So wird deutlich, dass „V - Worte“ aus älterer Zeit stammten. Da die Geschichte der Schrift noch in den Anfängen steckte und mündliches erst noch verschriftet werden wollte ist anzunehmen, dass sich die Verwendung des „V“ gegenüber dem „F“ auf frühere Traditionen stützt, daher aber für die Forschung interessanter ist, als Worte die mit „F“ beginnen. So ist es auch immer noch für einen “Falen“ unmöglich und nahezu verpönt das „V“, wie es häufig in Süddeutschland geschieht wie ein „W“ auszusprechen, sodass sich ein Fale sofort zur Korrektur heraus gefordert fühlt. Und dann spricht er das „V“ auch prägnanter und mit besonderen Betonung, aber letztlich doch wie wie ein „F“ aus um den Unterschied in der Aussprache klar zu stellen. So nutzte man demnach für den kleinen Gau Valen auch noch das ältere „V“ während man die Großprovinz „Ast bzw. Hastfala Gau“ schon mit neuerem „f“ schrieb. Da auch der Name Cherusker seine griechische Wurzel nicht verhehlt und die Kontakte über ihre keltischen Nachbarn im Süden in den östlichen Teil der antiken Welt intensiver waren als in den Römischen. Man stand der griechischen Region und damit dem Buchstaben „V“ der seinen Ursprung im griechischen Alphabet hat näher, sodass dieser Buchstabe auch noch lange gegenüber dem lateinischen „F“ bevorzugt wurde, bis sich das „F“ durchzusetzen begann. Obwohl wie angenommen der Name Falen mit Bezug zu den „Fallere“ römisch/lateinischen Ursprungs war zeigt sich am „Gau Valen“ wie nahe man noch zum „V“ stand. Mit der Zuwanderung von Saxones und Angrivari in die Wohngebiete der südlichen Anrainervölker von denen einige Stämme im Zuge der so genannten Völkerwanderung in den Westen abwanderten vergingen auch die germanischen Völkernamen aus dieser Zeit und die einstigen Stammesgrenzen verschoben sich und passten sich den folgenden Bedürfnissen an. Bevölkerungsgruppen die sich nicht an den Auswanderungen beteiligten und blieben in ihren ursprünglichen Landschaften sesshaft. Im Betrachtungsraum gilt dies für das Land der Falen, das sich wie ein breiter Gürtel ab der Rheinregion bis an die Elbe erstreckte und das die Franken in Gänze „Falaos“ nannten. Der Mittelteil erhielt den Namen der angrivarischen Zuwanderer, aber es entstand kein Landstrich der sich nach dem Namen der Saxones benannte bzw. den man explizit diesem Volksstamm widmete was ihn verschwommen erscheinen lässt. Sowohl Saxones als auch Angrivari stießen auf die Ansiedlungen jener Völker, die ihre Wohngebiete in den Jahrhunderten davor nicht verlassen hatten und wollten und es entstand eine Bevölkerung die sich im Kern sowohl ihre seit Jahrhunderten entwickelten Traditionen in sprachlicher und kultureller Hinsicht bewahrt hatten aber die Einflüsse der Zuwanderer aus dem Norden aufnahmen. Aber nicht nur der Gau Valen, der Gau Valedungon oder der Großgau Astfala dessen autochthoner Name Hastfala Gau lautete bestätigen das Fortbestehen der Cherusker unter ihrem neuen fränkischen Sammelnamen Falaos“. Aus Urkunden über Schenkungen an die Kirche aus der Zeit des 9. bis zu Beginn des 11. lassen sich die Namen weiterer Behausungen entnehmen die erkennen lassen, dass auch kleinere Ansiedlungen von Falen bewohnt und existiert haben und zwar auch dort, wo sich später die Engern ausbreiteten. So etwa das in früheren Zeiten zur Wüstung gewordene Dorf „Falahus“ im einst cheruskischen Nethegau folglich auf der linken Weserseite unweit der Weserfurt und nahe den heutigen Orten Ottbergen und Bruchhausen gelegen. Etwa 8 Kilometer nördlich davon bei Ovenhausen, dass sich damals ebenfalls in einem cheruskischen Gau links der Weser befand und den Namen „Auganagavvi“ trug ist ein Gut mit Namen Valahuson bzw. Valhusen einschließlich eines Fallhauser Born überliefert. Abweichend von der Kernregion aber immer noch im Betrachtungsraum befand sich etwa 5 Kilometer südöstlich von Bad Arolsen ein Dorf, dass noch heute unter dem Namen Vahlhausen weiter lebt, in älteren Aufzeichnungen schon als Hof bezeichnet wird und sich einst auch Falhusen, Falahusun, bzw. Falhuson bzw. Valahusun nannte. Obwohl im Norden liegend ist ein weiteres Vahlhausen mit ähnlicher Namenstradition in der Region Wildeshausen überliefert und bei Detmold befand sich ein Ducatu Falhon sowie das heutige Vahlhausen, das sich im 12. Jhdt vermutlich aus Nortvalchusen und Nortvalehusen bzw. Valehusen zusammen setzte. Bei Berel im einstigen Astfala Gau etwa 17 Kilometer östlich von Hildesheim existierte eine Wüstung mit dem Namen Vahlem bzw. Falen oder Vahlen. Ebenso wird ein Vahlhausen beim 35 Kilometer westlich von Paderborn befindlichen Wadersloh genannt. Eine weitere Wüstung ist das 1088 erwähnte Falahuson bzw. Falahusen, das sich nahe dem Kloster Gehrden inmitten des Nethegau befand, ein Ort zwischen Fölsen und dem ebenfalls nicht mehr existenten Haberhausen. Ein Waldgebiet mit Namen Fahlenbruch befindet sich zwischen Frohn- und Schweckhausen in dem sich der Theorie nach das erste Lager des Feldherrn Varus befand, ein Vahlbruch 16 km nördlich von Höxter und des Weiteren ein Vahlhaus bei Gütersloh sowie ein Vahlhausen bei Bad Meinberg. Bekannt ist auch eine Flurbezeichnung mit Namen „Fahlhauser Feld“ wie aus einer im Dringenberger Heimatmuseum innerhalb der Burg Dringenberg gezeigten Parzellenkarte hervor geht. Es befand sich in unmittelbarer Nähe zum Ort Dringenberg im Nethegau gelegen wo sich vermutlich einst ebenfalls eine Dorf - oder Gehöft Wüstung mit Namen Fahlhausen befand. Es grenzt an eine Flurbezeichnung die den Namen „Falsche Feld“ trägt. Das deutsche Wort „falsch“ dem bekanntlich das lateinische Wort „Fallere“ zugrunde liegt. Im Verlauf der Spätantike als sich die vormaligen Kleinstrukturen auflösten setzte sich in nachgermanischen Zeiten befördert durch fränkische Einflussnahme für die Großregion der bislang fremde gewesene Gesamtname Falen durch, der in der Schriftform auch zu Valen wurde. Er wurde gebräuchlicher und fasste schrittweise Fuß, sodass diese Orte bzw. Wüstungen als Hinweise dafür gewertet werden, dass die sesshafte Bevölkerung ihn zeitgemäß auch für Dorfneugründungen bzw. Ansiedlungen in jenen Gegenden verwendete, in denen die Nachfahren sowohl der Brukterer als auch der Cherusker nun gemeinsam mit den Engern lebten. Vermutlich tat man es um sich gegenüber ihnen als den Falen zugehörig zu erkennen zu geben und sich vielleicht sogar abgrenzen wollte. So erwähnen die Traditionen auch noch ein „Valaburgun“, das etwa 17 Kilometer südwestlich von Hildesheim zwischen Gronau und Banteln lag. Eine Ansiedlung in der Nähe von Hallerburg und Poppenburg wo sich die Gaue Scotelingo, Astfala und Valothungo befinden den Schutz der Leine nutzten. Das aus diversen Einzelgauen bestehende Ostfalen grenzte sich hier von Engern ab und befand sich zudem an einem weiteren strategisch bedeutsamen Hellweg nämlich dem „Vor dem Santforde“ der vom Niederrhein über Minden nach Hildesheim und über die Leine nach Mitteldeutschland führte. Die Recherche lässt erkennen, dass man sich den Namen Falen nicht nur gab um ihn mit politischen Grenzziehungen in Verbindung zu bringen, sondern er auch Eingang in die dörflichen Wohnverhältnisse fand. Wir können nicht erwarten, dass sich aus einer schriftlosen Zeit Ortsnamen aus germanischer Zeit erhalten haben, die dann möglichst noch einen cheruskischen Ursprung verraten. Im fälischen Boden stieß man auf zahlreiche Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs ihrer einst germanischen Vorbesiedler und entdeckte auch zur Genüge römische Hinterlassenschaften die sich dem ersten nachchristlichen Jahrhundert zuordnen lassen, sodass an einer Besiedlungskontinuität keine Zweifel bestehen. Bis auf den Namenswechsel den viele germanischen Stämme über sich ergehen lassen mussten bestätigt die Analyse das Verbreitungsgebiet der sich Falen nennenden Bewohner, dass mit den Wohngebieten der Cherusker weitgehend deckungsgleich ist. Aufgrund der Plausibilität dieser Theorie möchte sich der Verfasser nicht mit weiteren etymologischen Ansätzen zur Herkunft des Namens „Falen“ auseinander setzen . Dazu gehört die Überlegung es mit der fahlen Haut seiner Bewohner in Verbindung zu bringen oder seinen Ursprung im altnordischen Wort Falah für flach suchen möchte, es im Sinne von Feld verstehen will oder im Zusammenhang mit dem Fällen eines Baumes. Auch der Gedanke „Falen“ hätte eine Verbindung zum lateinischen Wort Vallum für Wall, Pfahl oder Pfahlwerk bzw. Vallus für Zaun oder Palisade wird hier nicht weiter verfolgt. Als eine so genannte wahrscheinliche Theorie rückt man die Ebenen der Weserauen in den Vordergrund, da es sich dabei um flache Landschaft handelt verkennt aber die Höhenlagen. Falen aber auch Engern erlitten im Zusammenhang mit der karolingischen Zwangsherrschaft bittere Jahrzehnte in dem große Teile ihrer Bevölkerung in andere Regionen umgesiedelt wurden um sie von ihrem einstigen Territorium zu isolieren, wovon aber noch die Rede sein wird. Beispielgebend soll hier nur auf die Wüstung Falheim bei Frickhofen/Limburg hingewiesen werden.
(17.03.2026)
(17.03.2026)
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Mittwoch, 18. Februar 2026
Der Gau der Hastfalen.
ulrich leyhe, 23:26h
Hildesheim im Westen des „Hastfalagowe“ gelegen und rund 80 km Luftlinie vom „Prima Vari castra“ entfernt, dass sich dieser Theorie folgend bei Schweckhausen im Nethegau befand wirft Fragen auf stärkt aber die Annahme, dass sich den Legionen nur die Bewohner der Region entgegen stellten für die sich das Kampfgebiet in erreichbarer Nähe befand. Unmittelbar Betroffene die aber ausreichten um Varus mit seinen Legionen, die Tiberius zuvor in ihrer Sollstärke reduziert hatte, besiegen zu können. Die Distanz kann aber auch verdeutlichen, dass die im Süden des Stammesgebietes lebenden Cherusker maßgeblich von den benachbarten Chatten, Marsern bzw. Sigambrer unterstützt wurden. Springt man ins frühe Mittelalter um Spuren zu finden mit denen sich bestätigen lässt, dass vor den Hastfalen die Cherusker die Region bewohnten, dann muss man es auch aus der Sicht der Franken betrachten, da nur sie die Geschehnisse verschrifteten. Man darf annehmen, dass vieles an Wissen um die historischen Zusammenhänge zwischen Antike und frühem Mittelalter in den Gelehrtenstuben der fränkischen Hauptstädte bekannt war und auch, dass die im Ostfrankenreich des Lateinischen mächtigen Mönche im 9. Jahrhundert im Reichskloster Corvey wesentliche ihre Region betreffende Details aus den Zeiten der Römerherrschaft den Tacitus Annalen entnehmen konnten. Es drang jedoch nicht in die unbelesenen Schichten der einfachen Bevölkerung vor und für die Ziele der karolingischen Oberschicht besser gesagt der Soldateska war es ohnehin unerheblich, da man der Gefahr aus dem Osten endlich Herr werden wollte. Christlicherseits waren die Prioritäten, die in dem festen Bewusstsein ruhten dem richtigen Glauben zu dienen, gesetzt. Als man sich in der Renaissance nach der Wiederentdeckung der Tacitus Annalen begann für das Varusschlachtfeld zu interessieren geschah dies aus unterschiedlichen Motiven heraus, aber nicht um wissen zu wollen, wo denn die Nachfahren der einstigen Cherusker abgeblieben sein könnten. Denn während Italien nur daran interessiert war dem Trend der Zeit folgend in den Besitz antiker Werke zu gelangen war das Thema im nachmittelalterlichen „teutschen Reich“ dazu geeignet in Arminius eine Identifikationsperson für ein neues nationales Bewusstsein zu sehen. Obwohl aus dieser Zeit zahlreiche Theorien über die Örtlichkeit der Varusschlacht im Umlauf waren, lässt sich das Geschehen auf die Region beziehen die sich Ostfalen nennt. Zu Beginn der Renaissance mag es noch befremdlich gewirkt haben, aber zum Ende hin war sich die Forschung darin einig das Ostfalen auch das Heimatland der Cherusker gewesen sein musste und das in dieser Dialektregion auch heute noch der eine oder andere Mensch lebt, dessen Blutlinie sich in die vorchristliche Zeit zurück verfolgen lässt, sodass man andere Hypothesen verwerfen kann, da sich ihnen keine historische Plausibilität entnehmen lässt. Unlösbar ist es dem Wesen und Verhalten der Cherusker, das uns ihre Taten verrieten Rückschlüsse auf die den Ostfalen eigene Mentalität zu schließen, sodass die Suche nach den Parallelen auf anderen Feldern aufzunehmen ist. Was bleibt ist Dank der Mundartforschung zumindest die Möglichkeit das einstige Siedlungsgebiet der Cherusker auf diese Weise umreißen zu können. Eine Methodik auf Basis dialektischer Untersuchungen die erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts angewendet wurde und erste Impulse lieferte mit denen sich die Außengrenzen eines Ostfalenlandes offenbaren um sich in der Folge auch mit dem Volk dahinter näher zu befassen. Unbeabsichtigt aber parallel dazu nahm auch das Interesse zu sich mit dem Verbleib der Cherusker zu beschäftigen. Es scheiterte aber daran, dass sich keine passende Erklärung für das Wort „Falen“ finden ließ um eine plausible Verbindung herstellen zu können. Ein Wort gleich einem Vermächtnis aus einer anderen Welt, das man unter der germanischen Bevölkerung vermutlich kannte, es aber selten anwendete, es vermied es auf sich zu beziehen, geschweige denn das man imstande gewesen wäre es verschriften zu können. Mit der Ersterwähnung „Westfalai“ im Jahr 775 betrat gleichzeitig auch die „Ostfalai“ den Boden unseres geographisches Vorstellungsvermögens. Damit öffnete sich ein weiter Horizont der nicht nur mit der Frage beginnt wo das „Westfalai“ genannte Siedlungsgebiet einst im Westen begann, sondern auch wo es im Osten endete. Grob lässt sich sagen, dass die Westfalai da endete wo das Territorium der Angrivariern die im Verlauf der Geschichte zu Engern wurden begann. Ähnlich verhält es sich mit der Region der „Ostfalai“, deren westliche Grenze sich am östlichen Ende des engrischen Einflussgebiet der Engern befand. Grenzen bilden immer Überschneidungszonen wirken wie halb offene Nahtstellen und werden auf dialektischem Wege dort deutlich, wo Flussläufe oder Gebirgsketten die Menschen voneinander trennen. Im Betrachtungsraum ist es das Eggegebirge dem eine wichtige Bedeutung für das westlich der Weser beginnende Siedlungsgebiet der Cherusker zukommt, da es die westfälische Bucht schroff vom Nethegau abtrennt als auch die Weser während es im Osten die Leine, die Aller und die Oker ist. Im Süden ist es der Verlauf der Diemel während der Harz eine Sperrfunktion einnimmt. Auf der Suche nach den Außengrenzen der „Ostfalai“ die zu Ostfalen wurde sind diese geographischen Anhaltspunkte die dem Stammesgebiet der „Osterludi“ ihre Schranken in alle vier Himmelsrichtungen aufzeigen hilfreich. Ein Großraum der hätte es die Geschichte anders gewollt das Zeug für ein eigenes Bundesland gehabt hätte. Der große Siedlungsraum der Falen die in einem etwa 100 bis 200 Kilometer breiten Streifen zwischen Rhein und Elbe siedelten waren vom Volksstamm her betrachtet keine Sachsen. Ein Umstand den die fränkischen Chroniken wie im Kapitel „Wie die Falen zu ihrem Namen kamen“ bereits dargelegt wurde unterschlugen bzw. es aus frühen Quellen fälschlicherweise übernahmen. Was sich jedoch als erschwerend für die Suche nach den räumlichen Abgrenzungen des Ostfalenlandes erweist ist in erster Linie die Grenzziehung zu den Engern an seiner westlichen Seite. Jener germanische Großstamm der unter dem Namen Angrivarier bekannt geworden ist die sich später Engern nannten, die vermutlich bereits ab dem 3.Jahrhundert sukzessive in ein bis dato von Cheruskern aber auch von Brukterer besiedeltes Gebiet einwanderten und sich zwischen der „West – und Ostfalai“ neue Wohngebiete erschlossen. Das Volk der Angrivarii in ihrer ursprünglichen Heimat nördlich des Wiehengebirges stand den küstennah siedelnden Völkern insbesondere den Saxones sprachlich und räumlich näher als jenen keltisch und rheingermanischen geprägten Mischregionen südlich dieses Gebirgsrückens in die sie einwanderten. Es waren zum Rhein hin die Landschaften aus denen sich diverse Sippen unter anderem aus den Stämmen der Brukterer, Chamaver oder Tubanten lösten die von den römischen Quellen ab dem 3. Jahrhundert Franken genannt wurden, während zur Weser hin die Cherusker für sie Platz machten in dem sie sich nach Osten orientierten. Der Name Franken wurden zu einer Sammelbezeichnung für jene östlich des Rhein siedelnden Stämme die sich nach dem römischen Niedergang nicht mehr daran hindern ließen im Westen die Jahrhunderte lang bestehende Grenze zu überqueren. Für die im östlichen Teil sesshaft gebliebenen einstigen Germanen, die sich dem Frankenbund nicht angeschlossen hatten verschwand der Name Cherusker und es verfestigte sich ein Name der den antiken Traditionen folgte. Es war ein diffiziler geschichtsträchtiger Name der ihnen schon von Velleius Paterculus in die Wiege gelegt wurde in dem er in ihnen ein zum Lügen geborenes Geschlecht erkannte, dass sogar in Friedenszeiten auf der Suche nach List und Betrug war. Für die römische Gesellschaft waren die von den Germanen begangenen Wortbrüche, explizit der dem Varus zum Opfer fiel und den man mit der Verletzung der Treue gleichsetzte unverzeihlich und wurde zum Merkmal der barbarischen Völker. Der lateinische Ausdruck dafür lautet „fidem fallere“ und bedeutet in der Übersetzung die „untreuen Betrüger“. Für Domitius Ulpianus lud man eine schwere Schuld auf sich, wenn man das Vertrauen brach und er nannte es „Grave est fidem fallere“. Ein Begriff der zum Synonym wurde, im lateinischen „falsi“, der Endung des Genetivs Plural seinen schriftlichen Ausdruck fand und im Deutschen auch mit „die Falschen“ übersetzt wird. Ein Begriff aus dem die Bezeichnung Falen wurde die uns erstmals „Dank der Franken“ 775 schriftlich vor Augen kam. Die Franken die sich von den einstigen Stammesverbindungen und Zugehörigkeiten befreit hatten und damit alte Zwänge ablegten begannen nun sich von jenen zu entfernen die ihnen nicht nach Westen folgten, sich statt dessen im Falenbund zusammen schlossen, zu ihren Widersachern wurden und sie erstmals im 6. Jahrhundert angriff. Möglicherweise zeitgleich überschritten im Rücken der fränkischen westwärst gerichteten Abwanderungen die später Engern genannten Angrivarii das Wiehengebirge nach Süden. Eine kontinuierliche Völkerbewegung die sie in frei werdende Räume führte die nur noch lückig von Cheruskern und Bructerer besiedelt waren. Ein stetes Nachrücken der Angrivarii in dünner besiedelte Regionen, das den abgewanderten Stämmen die den Druck spürten nicht entging und fortan unter den Franken den Eindruck entstehen ließ in ihnen die neue Autorität im Osten sehen zu müssen. So vermischte sich bezugnehmend auf die Zusammensetzung der Bevölkerung zunehmend der Ursprungscharakter innerhalb der Bewohner und wich einer Mischkultur an dessen Basis sich weiterhin Teile jener Stämme behaupten konnten die nicht nach Westen abgedriftet waren und zu Mitsiedlern wurden. Auch nicht auszuschließen ist, dass es aus kultureller Sicht betrachtet unter den nördlich des Wiehengebirges und den südlich davon siedelnden Stämmen Animositäten gab und Abneigungen den Alltag bestimmten was zu Feindschaften und Konflikten führte und das Zusammenleben erschwerten. Der unter den Angrivarii gewachsene nordniedersächsische Dialekt stieß auf Siedlungsräume in denen noch die Dialektik der älteren Kulturen Bestand hatte was in Mischdialekte mündete die sich in der lippischen bzw. ostwestfälischen Mundart erhalten haben könnten. Ein Prozess dem auch die von Norden zugewanderten Saxones ausgesetzt waren die östlich der Angrivarii nach Süden drückten. Deren mundartlicher Einfluss endete jedoch deutlich an der ostfälischen Dialektgrenze, etwa einer Linie Nienburg/Celle und ließ kaum Mischdialekte entstehen. Daraus lässt sich schließen, dass die Saxones nicht so tief in den Süden vor rückten wie ihre westlichen Nachbarn die Angrivarii. Ihr Einfluss kam dort zum Stillstand wo sich vor ihnen die Landschaften ausbreiteten in denen man noch die Traditionen der Jasdorf Kultur pflegte und man auf Bewohner traf die sich vielleicht schon Cherusker nannten. Und obwohl der Einflussbereich der Saxones bereits nördlich von Hannover bzw. nordöstlich von Minden endete, sahen die Franken aufgrund ihrer über die Jahrhunderte gesammelten negativen Erfahrungen im Gegensatz zu den Angrivarii in ihnen die Hauptfeinde. Die Forschung im 19. Jahrhundert besaß nur vage Vorstellungen darüber wo sich die Siedlungsgebiete der aus den Cheruskern hervor gegangenen Ostfalen befanden. Die einstige Magna Germania war nach dem Niedergang Roms und dem Aufstieg der Franken zur Großmacht eine verhangene und geschichtsvergessene Region und was sich fernab vom Rheintal im Osten in der Spätantike bzw. in frühmittelalterlicher Zeit zutrug litt unter dem allgemeinen Mangel an Wissen. So fiel es der Falenforschung schwer sich einen historisch belastbaren Unterbau zu schaffen um sich dieser Aufgabe plausibel nähern zu können. Erst dank der Karolinger die im Zuge der Christianisierung ihren Machtbereich nach Osten erweitern und auch ihre weltlichen Vorstellungen durchdrücken wollten, fiel Licht in die Historie, sodass die Forschung auf Auswertbares zurück greifen konnte. Um die Außenmaße eines Ostfalen bzw. Cheruskien südlich von Sachsen bzw. Saxonien und östlich von Engern bzw. Angrivarien erstmals greifbar zu machen half die besagte Hildesheimer Diözesankarte der sich die frühen ostfälischen Gauabgrenzungen entnehmen lassen. Möglicherweise gab es nicht nur mündliche Hinweise, sondern auch frühe aber nicht überlieferte skizzenhafte Kartenwerke mit denen sich die Franken einen Überblick verschafften welche Wege sie zu gehen hatten. Hilfsmittel die selbst wenn sie erhalten wären keine Identifikation ermöglicht hätten. So blieb der Forschung nur eine Karte die Ostfalen im 10. Jahrhundert zeigt. Sie verdeutlicht, dass die Diözesen die Gaulandschaften aus vorchristlichen Zeiten als Basis nahmen und sich die früheren Landaufteilungen für ihre klerikale Arbeit zu nutze machten. So spiegelt die Diözesankarte den Zustand wider wie er sich nach den im 10. Jahrhundert längst zu Ende gegangenen angrivarisch/engrischen und saxonisch/sächsischen Besiedelungen zeigte. Folgt man der These Cheruskerland = Ostfalenland dann könnten anhand der Gaue in Verbindung mit der Dialektforschung die Rand - und Kerngebiete deutlich werden die einst von Cheruskern besiedelt wurden. Gaue deren Urzuschnitte aus vorchristlichen Zeiten stammten die aber im Zuge der diözesalen Neuordnung auch den klerikalen Interessen zu dienen hatten und ihnen untergeordnet wurden. Dies führte auch zu Abtretungen an benachbarte Diözesen und betraf insbesondere jene, die sich im Grenzbereich zu Engern befanden, obwohl man davon ausgehen darf, dass sie rechts der Weser mehrheitlich von Ostfalen besiedelt wurden. Da wie sich dialektisch nachweisen lässt keine saxonisch/sächsischen Gebietsansprüche erkennbar sind, die sich südlich einer Linie Nienburg/Celle bemerkbar machten erleichtert dies die Abgrenzung der Ostfalen Gaue nach Norden. So wird deutlich welche „Cherusker/Ostfalen“ Gaue der Diözese Hildesheim zugeordnet wurden und welche man den „Angrivarii/Engern“ Diözesen Minden, die damals noch existierte bzw. Paderborn angliederte. Trotzdem bleibt strittig, bzw. ist zu bezweifeln, dass sich in den Regionen rechts der Weser die Engern mit überwiegender Mehrheit etablieren konnten. Da dies gegen die dort vorherrschende ostfälische Dialektik spricht dürfte dies nicht im nennenswerten Umfang statt gefunden haben, sodass es andere Gründe dafür gegeben haben wird, dass man Gaue die sich rechts der Weser befanden den Engern Diözesen zuschlug. Möglicherweise wollte man die Diözese Hildesheim im Umfang reduzieren bzw. schwächen und entzog ihr aus politischen Motiven drei im Westen befindliche Gaue obwohl darin ostfälisch gesprochen wurde und gliederte sie entweder der nördlichen Diözese Minden oder dem Archidiakonat Paderborn an. Zu Paderborn, das in die alten Rechte der Abtei Corvey eintrat schlug man den streifenförmigen Augau der sich östlich zwischen Weser und Solling entlang zog, samt seinem Hinterland im Solling mit seiner bis heute ostfälisch sprechenden Bevölkerung. Und auch wenn in den beiden links der Weser befindlichen Gaulandschaften Marstem und Tilithi nur wenige Engern lebten, wie es auch dort der ostfälische Dialekt zum Ausdruck bringt, schloss man diese der „Engerndiözese“ Minden an. So wird deutlich, dass die auf der Karte für das Diözesan Hildesheim ausgewiesenen Gaubezirke um das 10. Jahrhundert einschließlich der drei abgetretenen Gaue gegenüber heute noch von weitaus mehr Menschen bewohnt wurden die den Nachfolgedialekt sprachen der auf der cheruskischen Vorbevölkerung fußt. Der „Astfala Gau“ um Hildesheim ist der flächenmäßig größte Gau auf der Diözesan Karte und was seinen Hauptort Hildesheim anbetrifft, so bestätigen der augusteische Tafelsilberfund von 1868 als auch der neuerliche Münzfund bei Borsum, das nur 7 km nordöstlich von Hildesheim liegt, dass dieser Ort über eine lange Geschichte verfügt. Der zu Germanenzeiten lebende und im Jahr 170 + verstorbene Geograph Claudius Ptolemäus überlieferte in seiner Weltkarte den lateinischen Namen Askalingion für eine germanische Siedlung die das Geodäsie Team um Andreas Kleinenberg und Prof. Lelgemann für Hildesheim am prähistorischen Hellweg gelegen halten. Ein Hinweis darauf welche zentrale Bedeutung Hildesheim schon in der Antike besaß. Obwohl Karl der Große zunächst Elze als Bischofssitz favorisierte rückte sein Sohn davon ab und entschied sich für Hildesheim da zu seiner Zeit sächsischer Einfluss zu wachsen begann und für sie Hildesheim mehr Bedeutung besaß. Hildesheim leitet sich vom althochdeutschen Wort "hildi" ab, das für "Kampf" oder "Schlacht" steht und auf eine kriegerische Vergangenheit hinweist. Hildesheim ein germanischer Handelsplatz in dem sich germanische Obrigkeit etabliert haben könnte die über weiter reichende Macht verfügte. Das der Begriff eines Falenvolkes den die Franken für die Menschen zwischen Wupper und Oker übernahmen und anwendeten stärkt den Verdacht, dass der nach den Falen benannte „Astfala Gau“ den einstigen Kerngau der Cherusker/Falen dargestellt hat. In welcher Epoche die im 10. Jahrhundert zu Papier gebrachten Gaulandschaften ihre Namen bekamen verrät die Geschichte nicht und es bleiben als Anhaltspunkte nur die Kenntnisse zu ihrer Ersterwähnung. Von den zwei Gauen die aus unbekannten Gründen der „Engerndiözese“ Minden statt der „Ostfalendiözese“ Hildesheim zugesprochenen wurden fand der Marstem Gau erstmals 532 Erwähnung, als dort der thüringische König Irmfried eine Niederlage gegen die Franken erlitt. In diesem Gau liegen die Hauptorte Barsinghausen und Wunsdorf in denen bezeichnenderweise ostfälisch und nicht nordniedersächsisch der Dialekt der Angrivarii/Engern gesprochen wird so wie es nördlich ab einer Grenze Nienburg/Celle der Fall ist. Und auch im zweiten, dem Tilithi Gau mit seinem Hauptort Hameln wird traditionell ostfälisch gesprochen wobei man rätselt, ob der Name nicht sogar keltischen Ursprungs gewesen sein könnte. So kann man davon ausgehen, dass diese Territorien nicht nur hauptsächlich von Ostfalen besiedelt wurden, sondern auch deren Vorfahren in diesen Gaudistrikten ansässig waren. Dem zur Diözese Hildesheim gehörenden „Astfala Gau“ seine Entstehungszeit zu entlocken rückt auf Basis der Falentheorie in den Bereich des Möglichen. In diesem Internet Buch wird urhebermäßig die Ansicht vertreten, dass die Bezeichnung Falen für die Menschen rechts des Rhein schon aus vorfränkischer Zeit stammte und daher auch die Bezeichnung „Astfala Gau“ nicht erst unter dem Einfluss der Franken entstand, sondern schon davor existierte. Die Wohnsitzverlagerungen von Völkern und Stämmen in der Kernphase zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert führten dazu, dass sesshaft Gebliebene an Substanz einbüßen was wieder andere Stämme animierte zuzuwandern. Im Norden und Westen des heutigen Deutschlands löste dies eine Zeit des Umbruchs aus in der sich die einstigen germanischen Stammesnamen begannen aufzulösen, man sich als Volk neu erfand und sich neue Formen der Zusammengehörigkeit ergaben. Die nach Westen abwandernden nahmen den Sprech der Rhein nahen Bevölkerung an und die von Norden zuwandernden Stämme eigneten sich die Dialekte der Bevölkerung an die südlich der Mittelgebirge lebten. Während nach Westen ziehende Stämme in kulturell höher stehende Regionen einwanderten blieb das soziale Gefüge bzw. Gefälle bei den Südwanderern überschaubar. Es war ein schleichender Prozess bis sich die Bewohner zwischen Wupper und Oker mit dem neuen Namen Falen zu arrangieren begannen, man ihn letztlich adaptierte und er zu ihrem Eigennamen avancierte. Auch die Menschen rechts der Weser gehörten, da sie am Komplott gegen Rom an vorderster Stelle standen zum Volk der Vertragsbrecher der „Fallere“. Und auch wenn den Falen nach den Jahrhunderten jegliches Bewusstsein dafür fehlte bzw. verloren ging welche Gründe hinter ihrem Volksnamen steckten und sie mit den „nicht fälischen“ Engern eine Volksgemeinschaft eingingen, waren sie die Urbevölkerung und dürften sich auch als solche verstanden haben. Sie begannen sich langsam mit dem Namen Falen zu identifizieren bis sich Gewohnheit einstellte, man von der neuen Identität nicht mehr abließ und es ihnen sogar gelang diesen Namen gegenüber dem Namen Engern bis in unsere Tage zu behaupten. Vergleichende Forschungen ergaben, dass sich im Gegensatz zum „Astfala Gau“ kein „Westfala Gau“ definieren lässt bzw. der pagus Boractra der Brukterer im pagus Westfalon aufging bzw. ihm entsprach. So war es bezugnehmend zur Himmelsrichtung für die frühe Geschichtsschreibung naheliegend der Region die Bezeichnung „Astfala Gau“ zu geben aus dem der Ostfalen Gau wurde. Aber die im „Astfala Gau“ ansässige Bevölkerung empfand sich zu keiner Zeit wie das östliche Anhängsel eines großen Falenlandes und so dürfte es für sie befremdlich gewesen sein sich von fränkischer Seite einen Namen für ihre Wohngebiete vorschreiben zu lassen in denen sie schon seit Jahrhunderten lebten, sich zwar inzwischen Falen, aber nie Astfalen nannten. Als Karl der Große im Jahre 775 als der Name „Westfalaos“ erstmals fiel den Westen der „Falai“ betrat schien der Umwandlungsprozess von den germanischen Altnamen hin zum neuen Völkerbund auch rechts des Rhein längst abgeschlossen gewesen zu sein. Und obwohl Ripuarien sich schon zu Beginn des 8. Jahrhunderts auch rechts des Rhein in den antiken Speckgürtel um Köln ausbreitete verspürte man mit der rechtsrheinischen Bevölkerung den „schälen Sigambrern“ nur noch wenig Verbundenheit bzw. Gemeinsamkeit. Der Name „Falaos“ explizit „Westfalaos“ hatte sich umgangssprachlich eingebürgert, aber der Mission stand noch die Großaufgabe bevor das gesamte Falenland in Diözesen aufzuteilen. Die Existenz eines „Westfalai“ irritierte die Geschichtsforschung und verführte dazu nach der dazugehörigen „Restfalai“ bzw. dem Pendant im Osten Ausschau zu halten. Sie fand sich schnell im Gegenüber, denn sie bot sich spiegelbildlich rechts der Weser im dort befindlichen „Astfala Gau“ an und wurde in der fränkischen Literatur als „Ostfalai“ bekannt.
Mit Hilfe der kleinen Gaulandschaften die sich um den großen „Astfala Gau“ gruppierten lässt sich zweifellos eine Erklärungskette aufbauen, um sich unter einem „Ast“ auch ein „Ost“ vorstellen zu können löst aber dennoch wie dargestellt Verwirrung aus. So war der größere „Astfala Gau“ mit seinem Hauptort Hildesheim die Seele der Region und die diversen kleineren Gaudistrikten die es umringt trugen auch ihre Eigennamen. Im 8. Jahrhundert hatten auch die Bewohner östlich der Weser längst ihre germanischen Stammesnamen aufgegeben und waren mit dem Namen Falen vertraut der sich in nachantiker Zeit verbreitet hatte und gaben daher auch dem größten Gau innerhalb ihres Siedlungsgebietes diesen Namen. Ihr Gau dem man die Silbe „Ast“ vorstellte und sie mit „Ost“ verband verfügte aber auch noch über einen anderen bzw. Zweitnamen. Denn eine aus voralthochdeutschen Zeiten stammende Bezeichnung nannte ihn nicht „Astfala Gau“, sondern „Hastfalagowe“. Obwohl das Wort „gowe“ erst in merowingisch - karolingischen Zeiten schriftlich nachweisbar ist darf man davon ausgehen, dass es bereits lange Zeit davor Bestandteil der Mundart war. Sowohl die Endsilbe „gowe“ als auch das „H“ am Wortanfang von „Hastfalagowe“ lassen einen weitaus älteren Ursprung als das zwischen 750 und 1050 + gesprochenen Althochdeutsche erkennen und bereits während der Ersten Lautverschiebung zwischen 1500 - und 500 + als sich das Urgermanische entwickelte entstand. Aber diesem „H“ könnte eine andere Bedeutung zugrunde liegen. Den Karolingern war die Dimension der von Falen besiedelten Landmasse bekannt und sie nannten im 8.Jahrhundert die im Osten liegende Landschaft naheliegenderweise „Ostphalai“ da es ihnen nach dem Einmarsch in die Westfalai plausibel erschien im westlichen Elbevorland auf die Menschen der Ostfalai zu treffen. Aber auch wenn das altsächsische Wort „eastern“ das auch in Astfala ruht an einen Bezug zur Himmelsrichtung „Ost“ denken lässt, so nannten sich die Bewohner des einstigen Cheruskerlandes nicht Ostfala und ihre Heimat auch nicht „Astfala“. Denn sie bewohnten das Land Fala und sie nannten sich die Hastfala. Den Völkern waren die Zwergennamen Vestri und Austri die für West und Ost bekannt die wir aus der Mythologie kennen und die Franken bedienten sich auch des Namens Austrasien für den östlichen Teil ihres Reiches und die Deutung des heutigen Ortes Asthall in Südengland das seinen Namen der angelsächsischen Geschichte verdankt und sich im frühen 11. Jhdt. „East Heolon“ nannte macht auch einen Bezug zum Osten deutlich, aber diesem Grundgedanken folgten nicht die Bewohner zwischen Weser und Oker, denn sie nannten ihren Gau „Hastfala“ und nicht “Eastfala Gau”. Auch empfanden sich die Menschen die das östliche Territorium eines großen Falenlandes besiedelten nicht einem fälischen Großstamm zugehörig Sie besaßen ihre Eigenständigkeit und sie verbanden ihre Wohngebiete auch nicht mit einer Himmelsrichtung die die Franken für sie ersannen und man kann ihnen auch wenn sich Franken und Falen sprachlich gut untereinander verständigen konnten keine Ostwestdefinition unterstellen. Da auch die Sprachforschung keine eindeutigen Hinweise liefert wonach sich die Vorsilbe „Hast“ die während der Ersten Lautverschiebung entstanden sein könnte, auf „Ost“ beziehen lässt, sollte die Silbe „Hast“ eine andere Bedeutung bzw. Entstehungsgeschichte, was Tradition und Vergangenheit anbelangt gehabt haben. Ein Blick ins Sprachgeschichtliche zeigt, dass im Altenglischen und demzufolge auch im Altsächsischen ein s Wort existiert das sich „haest“ scheibt. Es steht für ungestümes Verhalten bis hin zum Streit, während es im Altfranzösischen eine ähnlich Bedeutung hat und mit Gewalt bzw. Gewalttätigkeit in Verbindung gebracht wird. Hast und heftig bilden etymologische eine Einheit und so wird “hast” auch mit heftig in Verbindung gebracht. Der Griff einer Waffe, ob Schwert oder Speer nennt sich Heft und auch von dort geht eine heftige Handhabung aus. Die Begriffe “Haest” oder “Hast” im Zusammenhang mit “Hildi” spiegeln die zeitgenössische kriegerische Welt wider in der der Waffengebrauch alltäglich war und die Waffe stehts griffbereit zu liegen hatte. Hinter den Gaunamen die aus der um das Jahr 1000 entstandenen Hildesheimer Diözesan Einteilung hervorgehen stehen für das Wort Gau noch die Altkürzel "ga" oder "go" so darf man sie auch für die einst umrissenen germanischen Landschaften halten die wir heute Verwaltungsdistrikte nennen und die die Karte sichtbar werden lässt. Von größerem Forschungsinteresse sind zweifellos die Hauptnamen davor die allerdings nur wenig Aufschluss bzw. Auskunft über ihre einstigen Bewohner und deren Stammeszugehörigkeiten geben oder Erklärungen liefern in welcher germanischen bzw. frühmittelalterlichen Epoche man ihnen die diese Namen gab und warum. Mal trug ihr Umriss zur Namensbildung bei wie es beim "Schüsselchen Gau" Scotelingo der Fall war und als Schlötel heute noch im ostbergischen Dialekt gesprochen wird. Mal waren es die Salzvorkommen die zur Namensgebung beitrugen wie im Falle des "Saltgo". Aber bei den meisten Bezeichnungen liegen die Gründe im Dunklen und darüber welchen Stämmen oder Völkern sich die darin lebenden Menschen zugehörig fühlten bzw. welcher Gaufürst sie befehligte und wo dieser residierte geben die Namensbezeichnungen keine Auskunft. Die Völker standen in einem unsteten wechselnden Verhältnis zu ihren Wohngebieten. Darüber ob man sesshaft bleiben konnte bzw. sich zugereiste ansiedeln durften entschied der Gaufürst bzw. die unmittelbaren Lebensumstände, sodass sich nicht erkennen lässt welchem Stamm man sich zugehörig fühlte, sodass Zwist den Alltag mit bestimmte. Folglich ist nicht zu erwarten ist, dass man den Gaunamen Erklärungen im frühen politischen Sinne entnehmen könnte. Die Bezeichnungen "Hast" aber auch “Ast”, dem die Doppeldeutigkeit zum Osten anhängt haben in der Volkskunde unterschiedliche Bedeutungen. Stellt man das Wort “Hast” ins Femininum wird daraus “die Hast” und lässt sich mit der Hasta, dem Namen des langen Stoßspeeres, der Hauptkampfwaffe der frühen römischen Infanterie in Verbindung bringen. Was in Rom “die Hasta” war, war in Germanien der “Ger”. Der aus Schaft und Spitze bestehende “Ger” galt als die älteste Waffe der Menschheit und schon Cassius Dio schrieb, dass die “Ger - manen” sie erfolgreich in der Varusschlacht als Erstwaffe einsetzten als sie begannen die Legionen zu umstellen. Sie war vielseitig in dem man sie im Nahkampf als Stichwaffe einsetzte und ihre Bedeutung als Distanz- bzw. Wurfwaffe erst mit der Erfindung des Schießpulvers verlor. Die Urbezeichnung "Ger" ist im Aufbau deutscher Sprachentwicklung an vielen Stellen und nicht nur im Vogelnamen Gerfalke anzutreffen. Sie steckt in zahlreichen teilweise noch gebräuchlichen Eigennamen wie Gerbert = Ger-braht der Speerglänzende, Gerhard = Gerhart = der Speerkühne oder Gertrud. Als heilige Lanze war der Ger hoch geachtet und als ältestes Stück der Reichskleinodien gehörte er im Mittelalter zu den Insignien der Macht. Als die Germanen mit dem Imperium in Kontakt kamen lernten sie auch die lateinische Bezeichnung “Hasta” für den ihnen bekannten "Ger" kennen und jene Germanen die sich Rom als Hilfstruppen anboten stattete man nicht mit dem Ger, sondern mit der Hasta aus. Die sie trugen nannte man die Hastati und im Rang standen sie auf der untersten Ebene. In Germanien schnitzte man den Ger aus Eschenholz in althochdeutsch “asca”, wobei das Wort „Ascarius“ als lateinisch germanisches Mischwort überliefert ist und die Doppeldeutigkeit verrät. Der Ascarius ist auch als Eigenname im Sinne von der Eschenmann bzw. der Speerwerfende überliefert. Der Baum der im germanischen Glauben einen hohen Stellenwert besaß und uns in der Schreibweise „Eskerke“ = Eschenkirche begegnet worauf in einem vorigen Kapitel eingegangen wurde. Einem historischen Parzellenname der auf verborgene Weise auf einen möglichen Standort der Irminsul nahe Borlinghausen hinweist. Im Aufbau römischer Schlachtordnung standen die Hasta Träger in der ersten Kampfreihe und waren mit ihrer auch Lanze genannten Stoßwaffe jene Legionäre die sich dem Feind als erste im Sinne einer Speerspitze entgegen stellten. Zusammen mit dem Schwert bildeten sie später das Schreckensbild des fränkischen Panzerreiters. Nicht nur Arminius auch ausgediente einfache Söldner kehrten in ihre Heimatdörfer zurück, brachten Wissen und Sold mit und führten auch den ihnen von der römischen Kommandosprache bekannten Namen “Hasta” in Germanien ein. So wird man im frühen Mittelalter in Falen auch noch die aus antiken Zeiten stammende Bezeichnung Hasta gekannt und das ihnen attraktiver erscheinende Wort auch weiterhin angewendet haben. Die Überlegung basiert auf der Theorie, dass die Germanen ihrem Gau den Namen ihrer Hauptwaffe gaben der sie in zahlreichen Kampfeinsätzen für Rom Sieg und und ihren späteren Reichtum verdanken. Zu Zeiten der Kriege gegen Karl den Großen überwog das lateinische Wort "lancea" von dem sich der Name Lanze ableitet sich aber erst ab dem Mittelalter einzubürgern begann. Der romano/kelte Vortigern rief im 5. Jahrhundert Engern, Falen bzw. Sachsen zu Hilfe eine Zeit in der die Küstenstadt Hastings ihren angelsächsischen Namen bekam. Die etymologische Spur lässt sich zurück führen auf die Ansiedlung eines Mannes mit Namen Hæsta im Sinne von Hæstas Volk und es könnte sich bei ihm um einen bedeutsamen Speerwerfer bzw. “Eschenmann” gehandelt haben. Hæst wird auch mit stark übersetzt während Hastings mit "a" geschrieben wird, das die englische Zunge allerdings wie ein "ä" ausspricht. In diesem Zusammenhang ist aus der Geschichte der Angelsachsen der Historia Ecclesiastica von Orderic Vitalis der lateinische Satz ".....hastile ferreum intorquens in Edricum misit, sed ab illo praevisum et vitatum, in militem prope stantum peccavit adeo" überliefert, der übersetzt lautet: "...er schwang einen eisernen Speer nach Edric, doch da der den Angriff vorhersah und auswich, traf er einen in der Nähe stehenden Soldaten so sehr, dass er auch einen anderen verwundete". Aus der römischen Besatzungszeit war auch die Hasta im angelsächsischen Sprachraum unter dem Namen Hastile bekannt und man darf aber auch daraus schließen, dass er in den Herkunftsregionen der Stämme angewendet wurde von wo aus die Menschen einst nach Südengland ausgewandert sind. Eine Bezeichnung die demnach sowohl auf den britischen Inseln als auch auf dem europäischen Festland den Weg ins frühe vorkarolingische Mittelalter gefunden hat und die Hasta zum Inbegriff des Widerstandes wurde. Dem Rechnung tragend könnte ein Kernregion östlich der Weser nach ihr benannt worden sein. Ein Landstrich der sich seiner kämpferischen Vergangenheit bewusst war. Schon bevor den Franken die Macht über Falen entglitt war Hildesheim im Hastfalagau gelegen der zentrale Ort fälischer Macht rechts der Weser. Ekbert dem Einäugige regierte darin ab etwa 932 bis 994 während Tammo, der Bruder von Bischof Bernward von Hildesheim dem Gau von etwa 960 bis 1037 als Graf vorstand. Da es für den Begriff “Hastile” aber auch den Namen “Astile” gibt, der im Zusammen mit dem Schaft – Althochdeutsch scaft -, steht, stärkt dies sowohl den Verdacht als auch die Argumentation, dass der Astfala Gau nicht mit der Himmelsrichtung “Ost” in Verbindung gebracht werden kann und man davon abrücken kann. So war die Asta eine Zweitbezeichnung für die Hasta, ein Name der im Gegensatz zu den Falen die die Bezeichnung Lanze bevorzugten unter den Franken nicht in Gebrauch war, aber von den Falen östlich der Weser über die antiken Zeiten hinaus verwendet wurde. Sie benannten ihren Gau danach da sie sich als eine Gemeinschaft jener betrachteten, die sich mit der Hasta seit jeher zur Wehr gesetzt hatten und sich damit Respekt und Achtung verschafften. Da die Germanien etwa gegen Rom die offene Feldschlacht vermieden und andere Kampfmethoden als die mediterranen Völkern anwendeten könnte der Einsatzzweck den Unterschied zwischen Hasta und Ger gemacht haben. Denn während die “Hasta” bzw. “Asta” in der ersten Kampfreihe im römischen Militär als Stoßwaffe genutzt wurde war der “Ger” die traditionelle Distanzwaffe der Germanen mit der sie ihre Beute erlegten und demzufolge ihr Nahrungserwerb abhing, die sie aber im Kampf nicht verlieren durften. So hatten die “Auxiliar Germanen” da sich der Stil der Kriegsführung auch im Norden zu ändern begann den Wert der Hasta zu schätzen gelernt. Der Hastfala bzw. Astfalagau im Raum Hildesheim in dem die Hastakämpfer lebten war zweifellos der größte Gau der rechts der Weser siedelnden Falen und bildete den Kern- bzw. Hauptgau innerhalb der Diözesankarte. Über die Bedeutung des “Hastfalagau” und der darin ruhenden Silben Hast bzw. Ast die die Zeiten noch bis ins Bistum Hildesheim des Jahres 1000 überdauert hatten, wird man sich im Mittelalter keine Gedanken mehr gemacht haben. Als man der Landschaft vielleicht zwischen dem Ende der Germanenzeit und dem frühen Mittelalter, vielleicht auch schon davor ihren Namen gab der mit “Hast oder Ast” begann, standen die Menschen im Gegensatz zu heute der Antike noch um einige Jahrhunderte näher. Man verfügte noch über Erinnerungspotenzial aus jener Zeit und war sich über alle Epochen der Geschichte auch schon vor Beginn des fränkischen Einfalls immer der nötigen Wehrhaftigkeit und Abschreckung bewusst. Im Gedächtnis hatten sich vielleicht noch Erinnerungen an die Irminsul und deren einstige Bedeutung erhalten und man verfügte noch über vage Kenntnisse aus Vorzeiten die über die Sagenwelt weiter getragen wurden und aus Varus den Mann machten der aufgrund seiner Geburtskrankheit getragen werden musste aus dem sich der geflügelte Begriff Draka entwickelte. Es war die Gedenkstätte für Irmin der sich mit dem mit ihm verwandten Namen der Irmina von Oeren, der Ururgroßmutter Karls des Großen verbinden lässt. Selbstredend, dass sich unter diesem Namen kaum ein heidnischer Gott vorstellen lässt, denn dann hätte man die Vorfahrin von Karl nach einem heidnischen Gott benannt, eine unvorstellbare Freveltat die in der Zeit sicherlich nicht üblich war. Dem Missionseifer darf man folglich anlasten, eine Verbindung aufgebaut zu haben in dem man Irmin eine heidnisch spirituelle Bedeutung gab woraus die Franken die Berechtigung ableiteten die Gedenkstätte auslöschen zu müssen. Verknüpft man die Theorien, dann steht der Begriff "Hast" aus der Militärsprache auch für die Kontinuität einer Verteidigungsbereitschaft. Denn mit der "Hast" ließen sich Kampfkraft, Sieg, Ehre und Friede verbinden und das Anwenden dieser Symbolik stand nur der Region zu die sich das größte Verdienst am einstigen Erfolg erkämpft hatte. Man adelte damit einen Landstrich in dem ein Menschenschlag lebte der seine Kräfte immer schon bündeln musste um sich vor fremden Besatzern zu schützen. Und mit dem Hervorheben jener Waffe signalisierte man allen ihnen feindlich gesinnten Mächten ihre Wehrhaftigkeit. Mit diesen gedanklichen Dimensionen und Zeitsprüngen muss man sich auseinander setzen, wenn man die Beweggründe unserer Vorfahren für ihre Verhaltensweisen verstehen will. Über die Jahrhunderte betrachtet kam daher auch die Falenforschung nicht zur Ruhe und alle an sie erinnernden Ortsnamen wurden zum Verdachtsfall, ob sich dahinter keine etymologischen Spuren finden lassen könnten mit denen sich ein Bezug in die Antike herstellen lassen könnte. Die Geschichte wollte, dass uns einige Dokumente in Kartenform erhalten geblieben sind denen sich auf die Gaue bezogene politische Grenzziehungen entnehmen lassen. Da sich nach den Sachsenkriegen Grafen und Klerus die Verwaltung zuspielten bzw. teilten verwundert es nicht das derartige Kartenwerke nur in den Diözesen und Bistümern wie in diesem Fall in Hildesheim die Zeiten überdauert haben. Für die religiöse Betreuung der Bewohner hatte sich die Karte an den Verwaltungsgrenzen der einstigen germanischen Gaudistrikte zwischen Weser und Fuhse sowie Harz und Bardengau orientiert, die man auf Basis dieser Theorie als die charakteristischen „Cheruskergaue“ bezeichnen könnte. Die Hildesheimer Karte schloss jedoch jene Gaue aus, die man im Zuge der engrischen Zuwanderungen sprachlich und politisch voneinander getrennt wissen wollte und die daher den Diözesen und frühen Bistümern Minden bzw. Paderborn zugeteilt wurden. Sie verdeutlicht aber auch eine Abgrenzung zu den östlich, nördlich und südlich angrenzenden Völkern die sich eine Dialektik bewahrt hatten die nicht dem Ostfälischen entsprach. Die Karte umreißt eine Region in der sich im Kern eine isolierte Einwohnerschaft ihre Eigenständigkeit bewahrt hat die sich über die Gaunamen vage identifizieren lässt. Mit der Karte hat sich der Historiker Hermann Adolf Lüntzel auseinander gesetzt und dazu unter dem Titel „Die ältere Hildesheimer Diözese“ 1837 seine Forschungen veröffentlicht. Dabei hat er sich mit jedem Gau und den darin liegenden Orten akribisch auseinander gesetzt um sie den jeweiligen Gaulandschaften zuordnen zu können. Die frühmittelalterlichen Corveyer Traditionen bezeichnen den mit Abstand größten Gau mit dem Namen Astfala oder Hastfala Gau und man setzte ihn schon 990 mit einer “Provincia” gleich. Ein Gau der wegen des zentralen Ortes Hildesheim eine besondere Aufwertung erfuhr und ihn als Ducatu bezeichnete, da ihm ein Dux vorstand was einem Herzog gleich kommt. Im Zusammenhang mit den kleineren Gaudistrikten die auch Pago genannt wurden und ihn umgaben bzw. an seine Grenzen stießen erwähnen die Traditionen die Namen Valim, Falun, Falim, Falhen die sich auf diese Region konzentrieren. Diese werden sowohl als im großen „Astfala Ducatu“ liegend, als auch als Einzelgau bezeichnet, sodass man sich auf den Namen „Untergau“ verständigte. Der Astfala Gau umfasste etwa 2000 Quadratkilometer um Hildesheim und war das Herzstück der ostfälisch sprechenden Großregion womit sich auch die Anhäufung von Worten mit Bezug zum Ursprungswort “Fallere” bzw. Falen in den Chroniken erklärt die sich im ostfälischen Hastfalagau erhalten haben bzw. sich nachweisen lassen. Seit der Antike ist bekannt, dass das eigentliche Zentrum des Widerstandes erst ab der Weserregion begann und was auch den Franken bewusst war als sie ihren Eroberungszug begannen. So hielten sich dort die alten Namenstradition in Gestalt etymologischer Relikte wie etwa “Falhen” im Gegensatz zur Westfalai, wo sie sich nicht nachweisen lassen am längsten. Und so ist es zum Beispiel der frühere Ort Guddianstede, dass heutige Gadenstedt, das zwar als im Pago Falhen bzw. Falim befindlich erwähnt wird, das aber gleichzeitig auch als im “Astfala Gau” liegend bezeichnet wird. Sowohl Übertragung als auch Schreibweise der niederdeutschen Mundart lassen aber vermuten, dass hier immer nur ein und derselbe Untergau gemeint ist. Ein Falhen oder Falim Gau der innerhalb des Hastfala oder Astfala Gau lag und dem natürlich der Hinweis “östlich” fehlte. Möglicherweise hatte er ursprünglich mit ihm Konkuriert bis man sich entschloss der Region den Hauptnamen Ast - bzw. Hastfala Gau zu geben. Es war der größte, vermutlich auch der dominanteste und wohl auch der bevölkerungsreichste Gau um den sich die namentlich überlieferten Gaulandschaften deren Entstehungsgeschichten und Namenfindungen weit in die Vergangenheit zurück reichen gruppierten. In ihm lag geschützt vom Innerste Bergland Hildesheim das sich um 1000 Hildenesheim nannte und in dem der Name Hild ruht. Eine Region in der Widerstand zum Brauchtum gehörte was durch die Silbe Hild die für Schlacht steht unterstrichen wird. Es war der Name der berühmtesten Walküre und ist auch im Namen Brunhild enthalten. So war das Heim der Hild das Zentrum und es liegt nahe, dass sich dort alle cheruskischen Gaufürsten versammelt haben könnten wenn es galt Beschlüsse über Krieg und Frieden zu fassen. Obwohl man Karl nie Cäsar sondern nur Augustus nannte und er sich auch nicht, gaben die Karolinger dem verkehrsgünstig gelegenen Elze durch das man vermutlich schon 9 – den bei Scelerata verunglückten Drusus trug, das einen Marschtag von Römerlager Wilkenburg entfernt lag den kaiserlich klingenden Namen „Aula Caesaris“ und naheliegenderweise schon zu Cheruskerzeiten eine wichtige Funktion besaß. Im ostfälischen Ort Elze befand sich ein karolingischer Königshof und er war lagebedingt eng mit der antiken Tradition verbunden, befand sich links der Leine im Gudingau folglich westlich des Hastfala Gau, zählte mit Hildesheim zu den Hauptorten der Region und schirmte mit Burgstemmen den westlichen Zugang nach Hildesheim ab. Die Untergaue stützten den Hauptgau und ihnen standen unterschiedlich einflussreiche Fürsten oder Stammesälteste vor die in keiner Literatur festgehalten wurden, aber Arminius ihre Unterstützung zugesagt haben dürften. Der Hastfala Gau endete östlich im Einzugsbereich der Fuhse und grenzte an seiner Südseite an fünf Gaue, unmittelbar anschließend der Gau Scotelingen und Hildesheim im Hast bzw. Astfala Gau liegend zu einem Grenzort machte. In diesem Zusammenhang sind auch die im 1. und 2. Jahrhundert genannten Victofalen bzw. Victohali, die Thaiphalen bzw. Taifali, oder die Naharnavaler bzw. Naharvali zu erwähnen die im wandalischen Stammesverbund lebten, im östlichen Mitteleuropa und der Oderregion siedelten und im Kontext der Markomannenkriege erscheinen. Sowohl die zwischen dem Westen und dem Osten Germaniens liegende Distanz macht eine Namensverbindung unwahrscheinlich als auch die unterschiedlichen Schreibweisen der Endungen wie „hali“ „fali“ oder „vali“ verhindert es eine direkte Verbindung zu den Falen bzw. Phalen herzustellen, sodass man annehmen darf, dass sie anderen Sprachwurzeln entstammten. Hier wird die Spur des seit Cäsar gebräuchlichen lateinischen Namen „Fallere“ verfolgt, der für Hinterlist, Betrug und Täuschung steht und auf römischer Seite zum Schimpfwort für jene Germanen wurde die gegenüber dem Imperium ihr Wort brachen. Der um 17 + verstorbene Ovid formulierte seinerzeit was man unter „Fallere“ zu verstehen hat mit den Worten „der Gipfel der Treulosigkeit und des falschen Meineids“. Es wurde zu einem ausdrucksstarken Synonym war aber auch ein heimliches Eingeständnis des Versagens bzw. einer gescheiterten, da erfolglosen Germanenpolitik. Deprimierend und für viele beschämend wurde 16 + auf höchste kaiserliche Anweisung das Militär angewiesen alle Aktivitäten im germanischen Nordosten einzustellen. Ein Befehl der in der Armee Wut und Zorn auslöste dem man nur widerwillig folgte und dazu führte, dass man die Varuslegionen „post mortem“ zu den besten des Reiches erklärte die nur auf dem Weg des Verrats besiegbar waren. Tacitus brachte es unverständlich zum Ausdruck in dem er bedauerte, dass die Germanenkriege nicht nach 16 + wieder aufgenommen wurden, sodass man an die Dolchstoßlegende erinnert wird. Es wog schlimm, dass Rom hinter den Rhein zurück geworfen, dort verharren musste und keine Revanche mehr ausüben durfte. Unter Corbulo endete der den Legionen nach 16 + aufgezwungene „status quo“ und erst nach 30 Jahren kam es wieder zu einem Schlagabtausch den Tacitus schon damals herbei gesehnt hatte. Unter den Bewohnern in den römischen Niederlassungen am Rhein weckte es alte Erinnerungen denn wieder hatte man sich der Cherusker zu erwehren und es machte ihnen deutlich, dass der alte Feind im Osten immer noch präsent war, der dem Imperium schon in früheren Zeiten auf perfide Weise massiven Schaden zugefügt hatte. Das Wissen darum, dass man es immer noch mit diesen „Falsari“ also jenen Lügnern und Betrügern von einst zu tun hatte trug dazu bei, dass dieses Schimpfwort seine Berechtigung nicht verlieren konnte. Eine abwertende Bezeichnung für ihre Widersacher die sich zunächst nur innerhalb der Grenzen des Imperium einzubürgern begann und aus der später das Wort Falen“ wurde. Ein Begriff mit dem man seine Gegner verfluchte und sich ein gekränkter römischer Militärapparat Luft verschaffte der später zum Inbegriff für ein Feindesland wurde. Ein Identifikationsmerkmal mit dem man in antiken Zeiten begann ein ganzes Volk zu stigmatisieren weil es sich mit allen Mittel wehrte und nicht beherrscht werden wollte, sodass es sich letztlich in das Gedächtnis der nachfolgenden Generationen noch über die Weser hinaus eingrub. Auch wenn in späteren Jahrhunderten hinter dem Wort niemand mehr den einstigen Sinn erkennen konnte, oder den Grund wusste da über die Zeiten alle Spuren und Erinnerungen verwischt waren, so wurde dieser auch den Franken bekannte Makel behaftete Begriff zum Gebrauchswort, das dem rechtsrheinischen Volksmund in die Wiege gelegt war der es über die Zeiten bewahrte. Aber der nach den „Falsari“ in abgewandelter Form benannte Gau Falhen ragt wie eine Keimzelle deutlich aus dem größeren „Hastfala Gau“ heraus und bildete darin den Kern. Auch wenn sich dahinter nicht der ureigene Gau des Segimer Clans verbarg, der vermutlich im südlicher gelegenen Raum Höxter ansässig war, so könnte sich hier die starke Hausmacht des Mannes befunden haben den man in Rom Arminius nannte und den der Verfasser mit dem „germanischen“ Seyfrit gleichsetzt der später von rivalisierenden Sippen mit Gewalt abgesetzt worden sein soll. Jene Person die dem möglicherweise bei Einbeck residierenden Segestes seine Grenzen aufzeigte. Es war ein in Etappen statt findender, schleichender Prozess bis sich die auf lateinisch/romanischen Wurzeln beruhende Bezeichnung „Falen“ durchgesetzt hatte, sie in fränkischen Wortschatz überging und daraus eine frühmittelalterliche Sammelbezeichnung wurde die auch rechts des Rhein Verbreitung fand. Nachdem der Begriff Falen längst nicht mehr neu war, so fand er doch erst mit dem Einmarsch fränkischer Krieger ab 775 Eingang in die frühmittelalterliche Literatur, woraufhin es danach auch im „Falenland“ zu ersten Verschriftungsversuchen kam. Niederschriften die wie es die abweichenden Bezeichnungen hinsichtlich Schreibweise und früher Toponymik bzw. der Suche nach den passenden Buchstaben zeigen noch unbeholfen wirken. Die über einen längeren Zeitraum auf unterschiedliche Weise statt gefundene Namensadaption erschwerte auch das exakte räumliche Eingrenzen. So sind Worte mit Bezug zu „Falen“ vor der fränkischen Machtübernahme in der alten Magna Germania kaum datierfähig da sie im Alltäglichen noch nicht gebräuchlich bzw. darin nicht vorgedrungen waren. Da sich Falen wie sich erkennen lässt nicht als Engern verstanden was weniger umgekehrt der Fall ist, da Parzellen, Anwesen oder Gaue mit einen namentlichen Bezug zu den Engern nicht bekannt sind, spricht die Verwendung des Namens Falen in seinen unterschiedlichen Formen auch für die Theorie einer bewussten Abgrenzung zu den Engern. In dieser Anfangsphase findet sich auch eine Erklärung für den im „Astfala Gau“ befindlichen „Pago Falhen“, der was die auffällige Schreibweise unter Verwendung des darin befindlichen Buchstaben „h“ anzeigt älteren Datums gewesen sein dürfte. Er könnte damit in eine frühe Phase der Neuorientierung gefallen sein in der der Name Falen bzw. Falai für die im Osten lebende Bevölkerung noch gewöhnungsbedürftig war, geschweige denn das man sich in den wenigen Skriptorien sicher war wie man ihn denn zu Papier zu bringen hatte. So war zu erwarten, das sich unter den von Engern überlagerten Regionen westlich der Weser namentliche Bezüge zu den Falen finden lassen da sie dort ihre angestammten Siedlungsgebiete besaßen bevor die Engern von Norden hinzu stießen. Nach fränkischer Auffassung traf man in diesen Regionen auch nur auf Engern, da sich Falen ihnen gegenüber im Auftreten und in ihren Lebensgewohnheiten nicht mehr erkennbar machten und ihnen dialektische Unterschiede verborgen blieben bzw. für sie keine Bedeutung besaßen. Dies schließt aber nicht aus das es, auch wenn es keine belastbaren Dokumente gibt den Franken nicht sehr wohl bewusst gewesen sein könnte, dass sie es auch im engrischen Territorium immer noch mit den darin ursprünglich und immer noch alt eingesessenen Bewohnern zu tun hatten. Auf die Vorfahren der Engern jene Angrivarier, die sich aufgrund ihrer nördlich liegenden Siedlungsgebiete nicht an der verräterischen Varusschlacht beteiligt hatten wendete man möglicherweise schon in römischen Zeiten den Begriff „Fallere“ nicht an. Es war der Stamm der ihnen damals trotz der mit ihnen erfolgten Schlacht später half die 16 + schiffbrüchig geworden Legionäre wieder in ihre Heimat zurück führen zu können, ein Austausch der möglicherweise in Kalkriese einen unguten Ausgang nahm. An der Sonderlage hielten in der Folge auch die Franken fest und machten einen Unterschied zwischen Falen und Engern. Nicht auszuschließen auch, dass es die Engern aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit vermieden als Falen angesprochen zu werden als auch umgekehrt. Traditionell besaß man in Germanien ein ausgeprägtes Herkunft - und Zugehörigkeitsgefühl, pflegte zwar die Blutrache konnte aber wenn nötig Fälle von Mord und Totschlag auch auf materieller Basis schlichten um Frieden zu stiften, verstand sich als eine eingeschworene Sippe, kaum als Individuum und sah sich vielleicht noch nicht einmal einem übergeordneten Cheruskerstamm zugehörig, sondern zunächst dem jeweiligen Gauoberen verpflichtet, da man in unmittelbarer Abhängigkeit zu ihm stand. Man kämpfte in Sippenverbänden da man unter seinesgleichen sein wollte, aber dem für Krieg und Frieden zuständigen Gaufürst, der die Hundertschaft zusammen stellte und dem sie sich unterstellten folgte man wenn er zur Heeresfolge aufrief. Und auch wenn nach dem Imperium auch die Franken den Menschen in der Region östlich der Weser die einst von Cheruskern besiedelt war den Namen Falen gaben, weil sie diese für die „Ost - Falai“ und in ihnen keine "Angarier" sah, so fühlten sich diese „Osterliudi“ zu Beginn der Frankenherrschaft noch lange nicht als Falen und zögerten sich mit diesem Namen zu betiteln. Man darf davon ausgehen, dass man die Bezeichnung Falen nicht erst unter Karl Martell für die Menschen östlich des Rhein anwendete, sodass ihnen der Name auch nicht fremd war. Da sich die alten germanischen Stammesnamen im Zuge der Wanderbewegungen aus dem Bewusstsein der Menschen entfernt hatten, setzte im Wechsel der Generationen ein Gewöhnungsprozess ein und man begann sich mit der linksrheinisch/westlichen Redewendung zu arrangieren bis man sich letztlich damit identifizierte. Er erwies sich mit der Zeit als unabänderlich, war nicht mehr rückgängig zu machen, griff um sich, wurde zur Alltäglichkeit und Normalität bis daraus etwas Selbstverständliches wurde. Zu den auf der Diözesankarte abgebildeten ostfälischen Gauen die den einstigen Herrschaftsbereich der Cherusker widerspiegeln zählen der/die Flutwide, Molzbizi, Muthwide, Lera, Scotelingen, Valodungen, Amber, Aringo, Flenithi, Densi, Wikanauelde, Hretti und der Greni Gau. Hätten man unter der Karolingerherrschaft die westlich davon befindlichen Gaue in denen man wie sich Sprachhistorisch nachweisen lässt auch ostfälisch sprach nicht den „Engern Diözesen“ Minden und Paderborn zugesprochen, sondern sie bei der historisch zuständigen Diözese Hildesheim belassen, hätte sich das einst größere cheruskische Stammesgebiet in seinen ursprünglichen Dimensionen deutlicher abgezeichnet. Hermann Adolf Lüntzel hatte sich zu Beginn des 19. Jahrhundert mit der Verortung beschäftigt und versucht das heraus zu arbeiten was heutige Kartenwerken nur noch schwerlich leisten können. Probleme bereitete damals wie heute die in frühmittelalterlicher Zeit zu Papier gebrachte Schreibweise der überlieferten Ortsnamen, wenn man sie den dazugehörigen Gauen zuordnen möchte. Als man begann „Falen“ umgangssprachlich zu nutzen verwendete das Wort auch dafür um Territorien, Ansiedlungen, Flur- oder Orts- und natürlich auch um Gaunamen damit zu benennen. Worte für Falen die in der Frühphase in unterschiedlichen Schreibweisen wie Falhen, Vahlem, Valun bzw. Valem geschrieben wurden lassen sich in diversen alten Chroniken finden. Namen die die frühen Deutschen zunächst nur von der fränkischen Zunge übernahmen, die aber später wie autochthon wirkten begann man nun auch für sich zu beanspruchen. Die Sprache der Verwaltung machte ihn sich ihn zunutze und wer sich als den Falen zugehörig fühlte brachte damit vielleicht auch Stolz zum Ausdruck Fale zu sein. Im zwischen West- und Ostfalen liegenden Engern wo die Falen in der fränkischen Literatur ein Schattendasein führten vollzog sich dieser Prozess auf unterschwellige Weise. Während sich unter den Ostfalen das neue Bewusstsein aufgrund der regionalen Abgeschiedenheit im Gegensatz zu Westfalen später entwickelte, sie es sich dafür aber über die Jahrhunderte betrachtet bewahren konnten, hatte es unter den den Franken räumlich näher stehenden Westfalen einen anderen Stellenwert. Der Angleichungsprozess im Zuge engrischer Zuwanderung entwickelte sich nicht über Nacht, erstreckte sich über einen langen Zeitraum und führte daher auch zu keinen Verständigungsproblemen. Je nach dem wie unwirtlich sich die Lebensbedingungen für die Angrivarier nördlich des Wiehengebirges entwickelten was sie möglicherweise zur Abwanderung zwang bzw. Siedlungsland frei und verfügbar wurde und worin sie sich unterschiedlich verteilten, nutzten sie es und es stellte sich in den neuen Wohngebieten mit den Eingesessenen ein auskömmliches bzw. einvernehmliches Zusammenleben ein. Betrachtet man die Gaue im einzelnen, so sollte der Anteil fälischer Bewohner cheruskischen Ursprungs in den Paderborn und Minden zugeordneten Gauen konstant geblieben sein und auch wenn sich unter den Ostfalen engrische Spracheinflüsse auswirkten, so machte sie dies nicht zu Engern. In den den vorgenannten Diözesen zugeschlagenen Gauen westlich der Weser lebten Engern und Ostfalen das typische Leben in einem Grenzbereich, wobei der östlich und westlich der Weser befindliche Auguenser Gau in dem man nicht nur einen klassischen Cheruskergau sehen darf, sondern auch das varianische Sommerlager vermuten darf, charakteristisch ist. Aber auch im einstigen Cheruskerbecken um Steinheim machte sich der engrische Spracheinfluss bemerkbar was den ostfälischen Dialekt nach Osten verdrängte. Auf Basis unseres Wissenstandes der sich aus historischen Quellen erschließen lässt und in Verbindung mit der markanten Landschaftsstruktur der Egge wird erkennbar, dass in antiken Zeiten auch der westlich der Weser liegende Nethegau von Cheruskern besiedelt war, bevor sich durch den Zuzug der Angrivariern unbekannten Ausmaßes die Zusammensetzung Bevölkerungsanteile verschob. Erst am Rand des 1266 Suderland genannten Sauerlandes und im Bereich der Diemel an der Grenze zum Hessigau soll die engrische Einflussnahme geendet haben wobei der Warburger Dialekt immer noch stark ostfälisch geprägt ist. Es war vor allem die fruchtbare Warburger Börde innerhalb des Nethegaus in dem die Franken ihren Einfluss besonders deutlich werden ließen und die Territorien des sächsischen Hessengau und des fränkischen Hessengau schufen denen, da schwer begründbar wohl Macht politisches Kalkül zugrunde lag um die dort siedelnde unbotmäßige fälisch/engrische Bevölkerung im weltlichen und kirchlichen Sinne besser domestizieren zu können. Daraus spricht, das, dass administrative Umsetzen für die Karolinger eine „Heidenarbeit“ war und nur in Zusammenarbeit mit dem Klerus gelingen konnte. Das Bistum Paderborn unterstand nach seiner Gründung im 8. Jahrhundert durch Karl den Großen der Kirchenprovinz Mainz und ist heute Hauptort einer eigenen Kirchenprovinz während die Diözese Hildesheim dem Erzbischof von Mainz und die Diözese Minden dem Erzbischof von Köln unterstellt ist. Zur Strukturierung der Kirchensprengel dienten die überkommenen Gaue als Bezugsgröße und Orientierung und das Aufleben des Althergebrachten aus einst heidnischen Stammestraditionen stand bekanntlich unter Strafandrohung. Missionarisches wirken wurde begleitet von den Vorgaben Karls des Großen um im Zuge der Nachkriegsordnung das Entstehen neuer Gefahrenherde auszuschließen. Trotz gemeinsamer Interessen führten die Grenzziehungen zwischen den kirchlichen Provinzen und den weltlichen Territorien zu politischen Spannungen und waren daher nicht deckungsgleich. So wird man die gewachsene Bindungen der Stämme und Sippen untereinander sich Möglichkeit unterbrochen haben und schreckte dabei auch nicht vor dem Mittel der Zwangsumsiedlung zurück. Aber nicht nur das Grenzgebiet zwischen Engern und Ostfalen nordwestlich des Harzes auch das „cheruskische Erbe“ südwestlich davon stellte für die neuen Machthaber eine Herausforderung dar. Denn auch dort galt es mit Hilfe der diözesalen Zuordnungen sowohl die Einflusssphären zu wahren als auch darauf zu achten zukünftige Konfliktherde zu vermeiden. In diesem Sinne teilte man die Landschaften auf und isolierte sie sogar in dem man etwa den im Kern ostfälisch geprägten südlich gelegenen Leinegau, bzw. Lochne Gau schlug in dem die engrische Besiedlung keine sprachlichen Einflüsse hinterlassen hat und der der Diözese Hildesheim zugestanden hätte, der nördlich orientierten „Engerndiözese“ Minden zuschlug. Ein Muster vergleichbar mit dem der Diözese Minden zugeordneten Tilithi Gau in dem man ebenfalls ostfälisch sprach. Obwohl die klassischen ostfälischen Regionen der Diözese Hildesheim zugestanden hätten schien man sie zerpflücken zu wollen und schlug große Bereiche nicht nur den Bistümern Paderborn oder Minden zu. So machte auch das Erzbistums Mainz direkte Ansprüche geltend in dem es den ostfälischen Liesgau, den Rittigau den Suilber Gau, sowie den Gau Morunga beanspruchte. So wurden ostfälische Gaudistrikte auf Anordnung der Erzbistümer neu gegliedert, sodass die von der späteren Kartographie skizierten Grenzen mehr den politischen Zielen und Interessen entsprachen aber nicht die Realität ihrer Bewohner wider spiegelten. Die einst cheruskischen Kerngebiete nördlich des Harzes wo deren Dialekte ins ostfälische übergingen waren von der engrischen Zuwanderung nicht betroffen. Die Ausrichtung ihrer Gaue orientierte sich auch an den vom Harz ausgehenden Flussläufen wodurch sich Nordsüdstrukturen abzeichnen was ihren Zuschnitt beeinflusste. Vor dem Hintergrund der nicht unerheblichen Distanzen bis zum im Nethegau vermuteten Varusschlachtfeld ist infrage zu stellen, ob sich die nördlich des Astfala Gau befindlichen Gaue noch zum Herrschaftsgebiet der Cherusker rechnen lassen, oder ob nahe dem Bardengau bereits elbgermanische Machtverhältnisse griffen bzw. diese Stämme auch nicht an dieser Schlacht teilnahmen. Der östlich an den Astfala Gau angrenzende schmale aber etwa 60 km lange Lier – auch Lera genannte Gau basierte auf der landschaftlich vorgegebenen Fließrichtung der Oker und befand sich westlich von ihr. Er begann bei Vienenburg und endete im Norden an der Aller. Die Oker trennte die Elb – von den Wesergermanen und die Formgebung des Gau dürfte eine Abschirmungsabsicht nach Osten zugrunde gelegen haben, die auch strategisches Denken vermuten lässt zumal dem Gau in der Literatur berechtigterweise die Funktion einer Grenzmark zum östlich der Oker befindlichen elbgermanisch orientierten Derlingau zugeschrieben wird. Um auch die östlichen Außengrenzen des cheruskischen Siedlungsgebietes zu fassen geben die antiken Quellen Hinweise wonach das Stammesgebiet der Cherusker an den Wohngebieten suebischer Teilstämme endete. Ptolemäus hielt sie im 2. Jahrhundert kartograpisch fest und nannte sie Sueboi Angiler bzw. Angeiloi, während Tacitus sie Suevi Anglier bzw. Anglii nennt. Im Zuge erster Verschriftungen wurde 934 ein „pago suevi“ gleich Schwabengau im Nordharz östlich von Quedlinburg genannt, den man als Relikt dieser Zeit ansehen könnte. Forschungen zeigten zudem eine Verbindung zwischen dem völkerwanderungszeitlichen Stammesgebiet der Sueben auf der iberischen Halbinsel ins Bodetal im nördlichen Harzvorland. Die Nibelungensage dessen älteste Teile ins 5. und 6. Jahrhundert zurück greifen erwähnen im Zusammenhang mit der Drachentötung einen Suavawald. Die Theorie geht davon aus, dass sich die Inschrift "CIVITATEM ISTAM TV CIRCUMDA DNE ET ANGELI TVI CVSTODIANT MVROS EIVS" im Corveyer Westwerk auf diesen Teilstamm bezieht und die erwähnten Mauern des Kaisers die Bewohner vor ihnen schützen sollten. Während das Stammesgebiet der Cherusker an der Oker endete reichten ihre Einflussgebiete weiter und gingen im Norden in die der Langobarden über wobei an der Aller ihre Grenzen lagen und die Gaue Moltbizi und Muthwide vermutlich nicht mehr zu ihrem Stammesgebiet zählten, obwohl man sie gemäß der im Mittelalter erstellten Karte der Diözese Hildesheim zuschlug. In der Regel waren es Flüsse oder Höhenrücken mit denen sich Herrschaftsbereiche wie die Hastfala Region abgrenzte, sodass sie nach Westen aus Leine, Haller und dem Ith bestanden, womit das Stammland der Cherusker die in den Falen weiter lebten abgesteckt wäre. Eine Region die zu ihrer Zeit noch nicht den gesamten Komplex umfasste, der sich heute Ostfalen nennt. Aber ein Gebiet in dem sich die Hastfalen gegen die engrischen Zuwanderungen behaupten wollten und konnten auch wenn ihnen der Klerus später den Tilithigau und den Marstemgau nördlich der Haller nahm. Fest machen lässt sich ihr Bestreben sich gegen die Engern abzugrenzen an der Grenzfestung Poppenburg die früher Bobbenburg hieß und sich unmittelbar an der Bundesstraße 1 nördlich von Burgstemmen befindet. Und noch zur Mitte des 11. Jhdt. wird die Poppenburg über die damals der sächsische Graf Brun herrschte als noch im Gau Valen liegend genannt, sich aber gleichzeitig in der Provinz Hastfala befand. Ein Gauname der in der Diözesankarte keine Erwähnung mehr findet aber bestätigt, dass noch vor rund 1000 Jahren ein „Falen Gau“ existierte auch wenn man ihn „Gau Valen“ nannte und sich darin wieder der eigenständigen Volksname Falen erkennen lässt. Nimmt man auch hier die Flüsse als Anhaltspunkte, dann war der „Valen Gau“ in dem sich der historische Ort Kemme neun Kilometer östlich von Hildesheim befindet ein von Innerste und Leine eingerahmter Gau, ein Kleingau der sich im größeren „Ducatu Gau Hastfala“ befand, den aber die Kartographie vernachlässigte. Während der Scotelin Gau seinen Namen der eingetieften landschaftlichen Lage verdankt in der er sich befindet und woraufhin man ihn Schüssel Gau nannte, könnte der Valothungo Gau für die Falenforschung aufschlussreicher sein. Da sich in der Zweitsilbe wie man es im Heliand um 830 niederschrieb das altsächsische Wort „tunga“ für Zunge verbirgt, lässt sich auch eine Verbindung zur ersten Silbe „Valo“ herstellen. Denn wer sich aus dem Zuwanderungsgebiet der Engern von Minden bzw. Rinteln kommend nach Osten wendete, nutzte die Enge zwischen Ith und Deister, erreichte dann bei Gronau die Leine, dann den bedeutenden Ort Elze und befand sich nach ihrer Überquerung im „Valothungo Gau“. Dem Gau in dem sich die Zunge ins Ostfälische änderte. Ein Gau der an der Grenze zu einem weiteren großen Dialektraum in Form eines Übergangsgebiet vom ostwestfälischen ins ostfälische lag und innerhalb des großen fälischen Sprachgebietes zwischen Wupper und Oker nachdem Abt Nikulas zwischen 1151 und 1154 die Grenze vom südniedersächsischen Sprachraum in den Ostwestfälischen bei Minden übertrat den zweiten Große Sprachkomplex innerhalb des Niederdeutschen bildete. Somit wird in cheruskischer Tradition erkennbar, dass deren Gaue einst bis zum Hellweg „vor dem Santforde“ reichten. Burgstemmen am östlichen Leineufer für das die Poppenburg Namensgeber war, war ihre Grenzfestung wo man den Versuch unternahm sich gegen unerwünschte Einflüsse aus dem Westen zu „stemmen“. Anzunehmen, dass sie auch gegen die Engern gerichtet war von denen man sich immer schon scheiden wollte wie es der Angrivarierwall im Jahre 16 + andeutet. Die besondere Lage der Poppenburg deutet darauf hin, dass es am dortigen Leineübergang bereits in Cheruskerzeiten militärische Vorgängerstrukturen mit Bollwerkfunktion gegeben haben könnte. Ein strategischer Punkt, der sich in einer heiklen Eck- und Grenzlage zu den beiden nördlich siedelnden Völkern der Langobarden und Angrivarier befand. Nur 3 Kilometer nördlich des Valothungo Gau gelegen besaß die Burg für die Region eine zentrale Bedeutung und obwohl sie nach der Diözesankarte im Hastfala Gau lag, wird sie im Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim sowohl als im Scotelin Gau als auch im Valen Gau befindlich erwähnt was wieder die überordnete Stellung der „Provinz Hastfala“ verdeutlicht die über den Kleingauen stand. Grundsätzlich ist bekannt, dass es in früheren Zeiten harte Grenzen die sich in Dialekten widerspiegelten und sogar zwischen den kleinsten nahe beieinander liegenden Dörfern gab, die notfalls auch mit Gewalt verteidigt wurden. Rivalitäten, die sich über Jahrhunderte fortsetzen konnten. Trotzdem dürfte es immer wieder zu Verschiebungen sowohl innerhalb der ostfälischen Gaue als auch unter den Ostwestfälisch und Ostfälisch sprechenden Menschen in den einzelnen Dörfern und Ansiedlungen gekommen sein. Als Karl der Große Ende des 8. Jhdt. die Verhältnisse nach seinen Vorstellungen regelte war die engrische Zuwanderung in die einst von Falen besiedelten Landschaften zum Stillstand gekommen und so dürfte sich mit der Einführung fränkischen Rechts die Abgrenzung nach der Diöcesankarte zwischen dem Territorium von Engern/Falen und dem östlich angrenzenden Falen in ihren Grundzügen verfestigt und nicht mehr verschoben haben. Die Konturen des Cheruskerlandes erscheinen nun plastischer erstreckten sich vor dem Zuzug der Engern ab dem nördlichen Windschatten des Harzes bis an die Egge, im Nordwesten könnten sie im Steinheimer Becken geendet haben, wo die Keramikstudie von Raphael von Uslar greift und reichten im Süden bis an die nennen wir sie mal „zweite keltische Auffanglinie“ bzw. die hessische Dialektgrenze im Diemelbereich. Sind es heute die seltenen Erden, dann waren es damals die Bleivorkommen um Brilon, die Goldadern an der Itter, die Eisenerzgruben an der Diemel, die Silberminen bei Goslar die es galt vor 2000 Jahren in den römischen Machtbereich einzugliedern bevor man den Blick auf die weiter östlich liegenden Bodenschätze des Harzes wie Zink oder Kupfer bzw. darüber hinaus richten konnte. Ebenso hatte man die Salzlagerstätten auch östlich der Weser und ihre wirtschaftliche Bedeutung im Auge und trachtete nach deren intensiver Ausbeutung so, wie es auch die lothringischen Salzvorkommen in augusteischer Zeit belegen. Aber solange sich die attraktiven Rohstoffe in von Cheruskern beherrschten oder in von ihnen beeinflussten Regionen befanden, waren sie nur in Abstimmung mit ihnen nutzbar und das heutige Ostfalen wirkte wie eine Barriere auf dem Weg dahin. (18.02.2026)
Mit Hilfe der kleinen Gaulandschaften die sich um den großen „Astfala Gau“ gruppierten lässt sich zweifellos eine Erklärungskette aufbauen, um sich unter einem „Ast“ auch ein „Ost“ vorstellen zu können löst aber dennoch wie dargestellt Verwirrung aus. So war der größere „Astfala Gau“ mit seinem Hauptort Hildesheim die Seele der Region und die diversen kleineren Gaudistrikten die es umringt trugen auch ihre Eigennamen. Im 8. Jahrhundert hatten auch die Bewohner östlich der Weser längst ihre germanischen Stammesnamen aufgegeben und waren mit dem Namen Falen vertraut der sich in nachantiker Zeit verbreitet hatte und gaben daher auch dem größten Gau innerhalb ihres Siedlungsgebietes diesen Namen. Ihr Gau dem man die Silbe „Ast“ vorstellte und sie mit „Ost“ verband verfügte aber auch noch über einen anderen bzw. Zweitnamen. Denn eine aus voralthochdeutschen Zeiten stammende Bezeichnung nannte ihn nicht „Astfala Gau“, sondern „Hastfalagowe“. Obwohl das Wort „gowe“ erst in merowingisch - karolingischen Zeiten schriftlich nachweisbar ist darf man davon ausgehen, dass es bereits lange Zeit davor Bestandteil der Mundart war. Sowohl die Endsilbe „gowe“ als auch das „H“ am Wortanfang von „Hastfalagowe“ lassen einen weitaus älteren Ursprung als das zwischen 750 und 1050 + gesprochenen Althochdeutsche erkennen und bereits während der Ersten Lautverschiebung zwischen 1500 - und 500 + als sich das Urgermanische entwickelte entstand. Aber diesem „H“ könnte eine andere Bedeutung zugrunde liegen. Den Karolingern war die Dimension der von Falen besiedelten Landmasse bekannt und sie nannten im 8.Jahrhundert die im Osten liegende Landschaft naheliegenderweise „Ostphalai“ da es ihnen nach dem Einmarsch in die Westfalai plausibel erschien im westlichen Elbevorland auf die Menschen der Ostfalai zu treffen. Aber auch wenn das altsächsische Wort „eastern“ das auch in Astfala ruht an einen Bezug zur Himmelsrichtung „Ost“ denken lässt, so nannten sich die Bewohner des einstigen Cheruskerlandes nicht Ostfala und ihre Heimat auch nicht „Astfala“. Denn sie bewohnten das Land Fala und sie nannten sich die Hastfala. Den Völkern waren die Zwergennamen Vestri und Austri die für West und Ost bekannt die wir aus der Mythologie kennen und die Franken bedienten sich auch des Namens Austrasien für den östlichen Teil ihres Reiches und die Deutung des heutigen Ortes Asthall in Südengland das seinen Namen der angelsächsischen Geschichte verdankt und sich im frühen 11. Jhdt. „East Heolon“ nannte macht auch einen Bezug zum Osten deutlich, aber diesem Grundgedanken folgten nicht die Bewohner zwischen Weser und Oker, denn sie nannten ihren Gau „Hastfala“ und nicht “Eastfala Gau”. Auch empfanden sich die Menschen die das östliche Territorium eines großen Falenlandes besiedelten nicht einem fälischen Großstamm zugehörig Sie besaßen ihre Eigenständigkeit und sie verbanden ihre Wohngebiete auch nicht mit einer Himmelsrichtung die die Franken für sie ersannen und man kann ihnen auch wenn sich Franken und Falen sprachlich gut untereinander verständigen konnten keine Ostwestdefinition unterstellen. Da auch die Sprachforschung keine eindeutigen Hinweise liefert wonach sich die Vorsilbe „Hast“ die während der Ersten Lautverschiebung entstanden sein könnte, auf „Ost“ beziehen lässt, sollte die Silbe „Hast“ eine andere Bedeutung bzw. Entstehungsgeschichte, was Tradition und Vergangenheit anbelangt gehabt haben. Ein Blick ins Sprachgeschichtliche zeigt, dass im Altenglischen und demzufolge auch im Altsächsischen ein s Wort existiert das sich „haest“ scheibt. Es steht für ungestümes Verhalten bis hin zum Streit, während es im Altfranzösischen eine ähnlich Bedeutung hat und mit Gewalt bzw. Gewalttätigkeit in Verbindung gebracht wird. Hast und heftig bilden etymologische eine Einheit und so wird “hast” auch mit heftig in Verbindung gebracht. Der Griff einer Waffe, ob Schwert oder Speer nennt sich Heft und auch von dort geht eine heftige Handhabung aus. Die Begriffe “Haest” oder “Hast” im Zusammenhang mit “Hildi” spiegeln die zeitgenössische kriegerische Welt wider in der der Waffengebrauch alltäglich war und die Waffe stehts griffbereit zu liegen hatte. Hinter den Gaunamen die aus der um das Jahr 1000 entstandenen Hildesheimer Diözesan Einteilung hervorgehen stehen für das Wort Gau noch die Altkürzel "ga" oder "go" so darf man sie auch für die einst umrissenen germanischen Landschaften halten die wir heute Verwaltungsdistrikte nennen und die die Karte sichtbar werden lässt. Von größerem Forschungsinteresse sind zweifellos die Hauptnamen davor die allerdings nur wenig Aufschluss bzw. Auskunft über ihre einstigen Bewohner und deren Stammeszugehörigkeiten geben oder Erklärungen liefern in welcher germanischen bzw. frühmittelalterlichen Epoche man ihnen die diese Namen gab und warum. Mal trug ihr Umriss zur Namensbildung bei wie es beim "Schüsselchen Gau" Scotelingo der Fall war und als Schlötel heute noch im ostbergischen Dialekt gesprochen wird. Mal waren es die Salzvorkommen die zur Namensgebung beitrugen wie im Falle des "Saltgo". Aber bei den meisten Bezeichnungen liegen die Gründe im Dunklen und darüber welchen Stämmen oder Völkern sich die darin lebenden Menschen zugehörig fühlten bzw. welcher Gaufürst sie befehligte und wo dieser residierte geben die Namensbezeichnungen keine Auskunft. Die Völker standen in einem unsteten wechselnden Verhältnis zu ihren Wohngebieten. Darüber ob man sesshaft bleiben konnte bzw. sich zugereiste ansiedeln durften entschied der Gaufürst bzw. die unmittelbaren Lebensumstände, sodass sich nicht erkennen lässt welchem Stamm man sich zugehörig fühlte, sodass Zwist den Alltag mit bestimmte. Folglich ist nicht zu erwarten ist, dass man den Gaunamen Erklärungen im frühen politischen Sinne entnehmen könnte. Die Bezeichnungen "Hast" aber auch “Ast”, dem die Doppeldeutigkeit zum Osten anhängt haben in der Volkskunde unterschiedliche Bedeutungen. Stellt man das Wort “Hast” ins Femininum wird daraus “die Hast” und lässt sich mit der Hasta, dem Namen des langen Stoßspeeres, der Hauptkampfwaffe der frühen römischen Infanterie in Verbindung bringen. Was in Rom “die Hasta” war, war in Germanien der “Ger”. Der aus Schaft und Spitze bestehende “Ger” galt als die älteste Waffe der Menschheit und schon Cassius Dio schrieb, dass die “Ger - manen” sie erfolgreich in der Varusschlacht als Erstwaffe einsetzten als sie begannen die Legionen zu umstellen. Sie war vielseitig in dem man sie im Nahkampf als Stichwaffe einsetzte und ihre Bedeutung als Distanz- bzw. Wurfwaffe erst mit der Erfindung des Schießpulvers verlor. Die Urbezeichnung "Ger" ist im Aufbau deutscher Sprachentwicklung an vielen Stellen und nicht nur im Vogelnamen Gerfalke anzutreffen. Sie steckt in zahlreichen teilweise noch gebräuchlichen Eigennamen wie Gerbert = Ger-braht der Speerglänzende, Gerhard = Gerhart = der Speerkühne oder Gertrud. Als heilige Lanze war der Ger hoch geachtet und als ältestes Stück der Reichskleinodien gehörte er im Mittelalter zu den Insignien der Macht. Als die Germanen mit dem Imperium in Kontakt kamen lernten sie auch die lateinische Bezeichnung “Hasta” für den ihnen bekannten "Ger" kennen und jene Germanen die sich Rom als Hilfstruppen anboten stattete man nicht mit dem Ger, sondern mit der Hasta aus. Die sie trugen nannte man die Hastati und im Rang standen sie auf der untersten Ebene. In Germanien schnitzte man den Ger aus Eschenholz in althochdeutsch “asca”, wobei das Wort „Ascarius“ als lateinisch germanisches Mischwort überliefert ist und die Doppeldeutigkeit verrät. Der Ascarius ist auch als Eigenname im Sinne von der Eschenmann bzw. der Speerwerfende überliefert. Der Baum der im germanischen Glauben einen hohen Stellenwert besaß und uns in der Schreibweise „Eskerke“ = Eschenkirche begegnet worauf in einem vorigen Kapitel eingegangen wurde. Einem historischen Parzellenname der auf verborgene Weise auf einen möglichen Standort der Irminsul nahe Borlinghausen hinweist. Im Aufbau römischer Schlachtordnung standen die Hasta Träger in der ersten Kampfreihe und waren mit ihrer auch Lanze genannten Stoßwaffe jene Legionäre die sich dem Feind als erste im Sinne einer Speerspitze entgegen stellten. Zusammen mit dem Schwert bildeten sie später das Schreckensbild des fränkischen Panzerreiters. Nicht nur Arminius auch ausgediente einfache Söldner kehrten in ihre Heimatdörfer zurück, brachten Wissen und Sold mit und führten auch den ihnen von der römischen Kommandosprache bekannten Namen “Hasta” in Germanien ein. So wird man im frühen Mittelalter in Falen auch noch die aus antiken Zeiten stammende Bezeichnung Hasta gekannt und das ihnen attraktiver erscheinende Wort auch weiterhin angewendet haben. Die Überlegung basiert auf der Theorie, dass die Germanen ihrem Gau den Namen ihrer Hauptwaffe gaben der sie in zahlreichen Kampfeinsätzen für Rom Sieg und und ihren späteren Reichtum verdanken. Zu Zeiten der Kriege gegen Karl den Großen überwog das lateinische Wort "lancea" von dem sich der Name Lanze ableitet sich aber erst ab dem Mittelalter einzubürgern begann. Der romano/kelte Vortigern rief im 5. Jahrhundert Engern, Falen bzw. Sachsen zu Hilfe eine Zeit in der die Küstenstadt Hastings ihren angelsächsischen Namen bekam. Die etymologische Spur lässt sich zurück führen auf die Ansiedlung eines Mannes mit Namen Hæsta im Sinne von Hæstas Volk und es könnte sich bei ihm um einen bedeutsamen Speerwerfer bzw. “Eschenmann” gehandelt haben. Hæst wird auch mit stark übersetzt während Hastings mit "a" geschrieben wird, das die englische Zunge allerdings wie ein "ä" ausspricht. In diesem Zusammenhang ist aus der Geschichte der Angelsachsen der Historia Ecclesiastica von Orderic Vitalis der lateinische Satz ".....hastile ferreum intorquens in Edricum misit, sed ab illo praevisum et vitatum, in militem prope stantum peccavit adeo" überliefert, der übersetzt lautet: "...er schwang einen eisernen Speer nach Edric, doch da der den Angriff vorhersah und auswich, traf er einen in der Nähe stehenden Soldaten so sehr, dass er auch einen anderen verwundete". Aus der römischen Besatzungszeit war auch die Hasta im angelsächsischen Sprachraum unter dem Namen Hastile bekannt und man darf aber auch daraus schließen, dass er in den Herkunftsregionen der Stämme angewendet wurde von wo aus die Menschen einst nach Südengland ausgewandert sind. Eine Bezeichnung die demnach sowohl auf den britischen Inseln als auch auf dem europäischen Festland den Weg ins frühe vorkarolingische Mittelalter gefunden hat und die Hasta zum Inbegriff des Widerstandes wurde. Dem Rechnung tragend könnte ein Kernregion östlich der Weser nach ihr benannt worden sein. Ein Landstrich der sich seiner kämpferischen Vergangenheit bewusst war. Schon bevor den Franken die Macht über Falen entglitt war Hildesheim im Hastfalagau gelegen der zentrale Ort fälischer Macht rechts der Weser. Ekbert dem Einäugige regierte darin ab etwa 932 bis 994 während Tammo, der Bruder von Bischof Bernward von Hildesheim dem Gau von etwa 960 bis 1037 als Graf vorstand. Da es für den Begriff “Hastile” aber auch den Namen “Astile” gibt, der im Zusammen mit dem Schaft – Althochdeutsch scaft -, steht, stärkt dies sowohl den Verdacht als auch die Argumentation, dass der Astfala Gau nicht mit der Himmelsrichtung “Ost” in Verbindung gebracht werden kann und man davon abrücken kann. So war die Asta eine Zweitbezeichnung für die Hasta, ein Name der im Gegensatz zu den Falen die die Bezeichnung Lanze bevorzugten unter den Franken nicht in Gebrauch war, aber von den Falen östlich der Weser über die antiken Zeiten hinaus verwendet wurde. Sie benannten ihren Gau danach da sie sich als eine Gemeinschaft jener betrachteten, die sich mit der Hasta seit jeher zur Wehr gesetzt hatten und sich damit Respekt und Achtung verschafften. Da die Germanien etwa gegen Rom die offene Feldschlacht vermieden und andere Kampfmethoden als die mediterranen Völkern anwendeten könnte der Einsatzzweck den Unterschied zwischen Hasta und Ger gemacht haben. Denn während die “Hasta” bzw. “Asta” in der ersten Kampfreihe im römischen Militär als Stoßwaffe genutzt wurde war der “Ger” die traditionelle Distanzwaffe der Germanen mit der sie ihre Beute erlegten und demzufolge ihr Nahrungserwerb abhing, die sie aber im Kampf nicht verlieren durften. So hatten die “Auxiliar Germanen” da sich der Stil der Kriegsführung auch im Norden zu ändern begann den Wert der Hasta zu schätzen gelernt. Der Hastfala bzw. Astfalagau im Raum Hildesheim in dem die Hastakämpfer lebten war zweifellos der größte Gau der rechts der Weser siedelnden Falen und bildete den Kern- bzw. Hauptgau innerhalb der Diözesankarte. Über die Bedeutung des “Hastfalagau” und der darin ruhenden Silben Hast bzw. Ast die die Zeiten noch bis ins Bistum Hildesheim des Jahres 1000 überdauert hatten, wird man sich im Mittelalter keine Gedanken mehr gemacht haben. Als man der Landschaft vielleicht zwischen dem Ende der Germanenzeit und dem frühen Mittelalter, vielleicht auch schon davor ihren Namen gab der mit “Hast oder Ast” begann, standen die Menschen im Gegensatz zu heute der Antike noch um einige Jahrhunderte näher. Man verfügte noch über Erinnerungspotenzial aus jener Zeit und war sich über alle Epochen der Geschichte auch schon vor Beginn des fränkischen Einfalls immer der nötigen Wehrhaftigkeit und Abschreckung bewusst. Im Gedächtnis hatten sich vielleicht noch Erinnerungen an die Irminsul und deren einstige Bedeutung erhalten und man verfügte noch über vage Kenntnisse aus Vorzeiten die über die Sagenwelt weiter getragen wurden und aus Varus den Mann machten der aufgrund seiner Geburtskrankheit getragen werden musste aus dem sich der geflügelte Begriff Draka entwickelte. Es war die Gedenkstätte für Irmin der sich mit dem mit ihm verwandten Namen der Irmina von Oeren, der Ururgroßmutter Karls des Großen verbinden lässt. Selbstredend, dass sich unter diesem Namen kaum ein heidnischer Gott vorstellen lässt, denn dann hätte man die Vorfahrin von Karl nach einem heidnischen Gott benannt, eine unvorstellbare Freveltat die in der Zeit sicherlich nicht üblich war. Dem Missionseifer darf man folglich anlasten, eine Verbindung aufgebaut zu haben in dem man Irmin eine heidnisch spirituelle Bedeutung gab woraus die Franken die Berechtigung ableiteten die Gedenkstätte auslöschen zu müssen. Verknüpft man die Theorien, dann steht der Begriff "Hast" aus der Militärsprache auch für die Kontinuität einer Verteidigungsbereitschaft. Denn mit der "Hast" ließen sich Kampfkraft, Sieg, Ehre und Friede verbinden und das Anwenden dieser Symbolik stand nur der Region zu die sich das größte Verdienst am einstigen Erfolg erkämpft hatte. Man adelte damit einen Landstrich in dem ein Menschenschlag lebte der seine Kräfte immer schon bündeln musste um sich vor fremden Besatzern zu schützen. Und mit dem Hervorheben jener Waffe signalisierte man allen ihnen feindlich gesinnten Mächten ihre Wehrhaftigkeit. Mit diesen gedanklichen Dimensionen und Zeitsprüngen muss man sich auseinander setzen, wenn man die Beweggründe unserer Vorfahren für ihre Verhaltensweisen verstehen will. Über die Jahrhunderte betrachtet kam daher auch die Falenforschung nicht zur Ruhe und alle an sie erinnernden Ortsnamen wurden zum Verdachtsfall, ob sich dahinter keine etymologischen Spuren finden lassen könnten mit denen sich ein Bezug in die Antike herstellen lassen könnte. Die Geschichte wollte, dass uns einige Dokumente in Kartenform erhalten geblieben sind denen sich auf die Gaue bezogene politische Grenzziehungen entnehmen lassen. Da sich nach den Sachsenkriegen Grafen und Klerus die Verwaltung zuspielten bzw. teilten verwundert es nicht das derartige Kartenwerke nur in den Diözesen und Bistümern wie in diesem Fall in Hildesheim die Zeiten überdauert haben. Für die religiöse Betreuung der Bewohner hatte sich die Karte an den Verwaltungsgrenzen der einstigen germanischen Gaudistrikte zwischen Weser und Fuhse sowie Harz und Bardengau orientiert, die man auf Basis dieser Theorie als die charakteristischen „Cheruskergaue“ bezeichnen könnte. Die Hildesheimer Karte schloss jedoch jene Gaue aus, die man im Zuge der engrischen Zuwanderungen sprachlich und politisch voneinander getrennt wissen wollte und die daher den Diözesen und frühen Bistümern Minden bzw. Paderborn zugeteilt wurden. Sie verdeutlicht aber auch eine Abgrenzung zu den östlich, nördlich und südlich angrenzenden Völkern die sich eine Dialektik bewahrt hatten die nicht dem Ostfälischen entsprach. Die Karte umreißt eine Region in der sich im Kern eine isolierte Einwohnerschaft ihre Eigenständigkeit bewahrt hat die sich über die Gaunamen vage identifizieren lässt. Mit der Karte hat sich der Historiker Hermann Adolf Lüntzel auseinander gesetzt und dazu unter dem Titel „Die ältere Hildesheimer Diözese“ 1837 seine Forschungen veröffentlicht. Dabei hat er sich mit jedem Gau und den darin liegenden Orten akribisch auseinander gesetzt um sie den jeweiligen Gaulandschaften zuordnen zu können. Die frühmittelalterlichen Corveyer Traditionen bezeichnen den mit Abstand größten Gau mit dem Namen Astfala oder Hastfala Gau und man setzte ihn schon 990 mit einer “Provincia” gleich. Ein Gau der wegen des zentralen Ortes Hildesheim eine besondere Aufwertung erfuhr und ihn als Ducatu bezeichnete, da ihm ein Dux vorstand was einem Herzog gleich kommt. Im Zusammenhang mit den kleineren Gaudistrikten die auch Pago genannt wurden und ihn umgaben bzw. an seine Grenzen stießen erwähnen die Traditionen die Namen Valim, Falun, Falim, Falhen die sich auf diese Region konzentrieren. Diese werden sowohl als im großen „Astfala Ducatu“ liegend, als auch als Einzelgau bezeichnet, sodass man sich auf den Namen „Untergau“ verständigte. Der Astfala Gau umfasste etwa 2000 Quadratkilometer um Hildesheim und war das Herzstück der ostfälisch sprechenden Großregion womit sich auch die Anhäufung von Worten mit Bezug zum Ursprungswort “Fallere” bzw. Falen in den Chroniken erklärt die sich im ostfälischen Hastfalagau erhalten haben bzw. sich nachweisen lassen. Seit der Antike ist bekannt, dass das eigentliche Zentrum des Widerstandes erst ab der Weserregion begann und was auch den Franken bewusst war als sie ihren Eroberungszug begannen. So hielten sich dort die alten Namenstradition in Gestalt etymologischer Relikte wie etwa “Falhen” im Gegensatz zur Westfalai, wo sie sich nicht nachweisen lassen am längsten. Und so ist es zum Beispiel der frühere Ort Guddianstede, dass heutige Gadenstedt, das zwar als im Pago Falhen bzw. Falim befindlich erwähnt wird, das aber gleichzeitig auch als im “Astfala Gau” liegend bezeichnet wird. Sowohl Übertragung als auch Schreibweise der niederdeutschen Mundart lassen aber vermuten, dass hier immer nur ein und derselbe Untergau gemeint ist. Ein Falhen oder Falim Gau der innerhalb des Hastfala oder Astfala Gau lag und dem natürlich der Hinweis “östlich” fehlte. Möglicherweise hatte er ursprünglich mit ihm Konkuriert bis man sich entschloss der Region den Hauptnamen Ast - bzw. Hastfala Gau zu geben. Es war der größte, vermutlich auch der dominanteste und wohl auch der bevölkerungsreichste Gau um den sich die namentlich überlieferten Gaulandschaften deren Entstehungsgeschichten und Namenfindungen weit in die Vergangenheit zurück reichen gruppierten. In ihm lag geschützt vom Innerste Bergland Hildesheim das sich um 1000 Hildenesheim nannte und in dem der Name Hild ruht. Eine Region in der Widerstand zum Brauchtum gehörte was durch die Silbe Hild die für Schlacht steht unterstrichen wird. Es war der Name der berühmtesten Walküre und ist auch im Namen Brunhild enthalten. So war das Heim der Hild das Zentrum und es liegt nahe, dass sich dort alle cheruskischen Gaufürsten versammelt haben könnten wenn es galt Beschlüsse über Krieg und Frieden zu fassen. Obwohl man Karl nie Cäsar sondern nur Augustus nannte und er sich auch nicht, gaben die Karolinger dem verkehrsgünstig gelegenen Elze durch das man vermutlich schon 9 – den bei Scelerata verunglückten Drusus trug, das einen Marschtag von Römerlager Wilkenburg entfernt lag den kaiserlich klingenden Namen „Aula Caesaris“ und naheliegenderweise schon zu Cheruskerzeiten eine wichtige Funktion besaß. Im ostfälischen Ort Elze befand sich ein karolingischer Königshof und er war lagebedingt eng mit der antiken Tradition verbunden, befand sich links der Leine im Gudingau folglich westlich des Hastfala Gau, zählte mit Hildesheim zu den Hauptorten der Region und schirmte mit Burgstemmen den westlichen Zugang nach Hildesheim ab. Die Untergaue stützten den Hauptgau und ihnen standen unterschiedlich einflussreiche Fürsten oder Stammesälteste vor die in keiner Literatur festgehalten wurden, aber Arminius ihre Unterstützung zugesagt haben dürften. Der Hastfala Gau endete östlich im Einzugsbereich der Fuhse und grenzte an seiner Südseite an fünf Gaue, unmittelbar anschließend der Gau Scotelingen und Hildesheim im Hast bzw. Astfala Gau liegend zu einem Grenzort machte. In diesem Zusammenhang sind auch die im 1. und 2. Jahrhundert genannten Victofalen bzw. Victohali, die Thaiphalen bzw. Taifali, oder die Naharnavaler bzw. Naharvali zu erwähnen die im wandalischen Stammesverbund lebten, im östlichen Mitteleuropa und der Oderregion siedelten und im Kontext der Markomannenkriege erscheinen. Sowohl die zwischen dem Westen und dem Osten Germaniens liegende Distanz macht eine Namensverbindung unwahrscheinlich als auch die unterschiedlichen Schreibweisen der Endungen wie „hali“ „fali“ oder „vali“ verhindert es eine direkte Verbindung zu den Falen bzw. Phalen herzustellen, sodass man annehmen darf, dass sie anderen Sprachwurzeln entstammten. Hier wird die Spur des seit Cäsar gebräuchlichen lateinischen Namen „Fallere“ verfolgt, der für Hinterlist, Betrug und Täuschung steht und auf römischer Seite zum Schimpfwort für jene Germanen wurde die gegenüber dem Imperium ihr Wort brachen. Der um 17 + verstorbene Ovid formulierte seinerzeit was man unter „Fallere“ zu verstehen hat mit den Worten „der Gipfel der Treulosigkeit und des falschen Meineids“. Es wurde zu einem ausdrucksstarken Synonym war aber auch ein heimliches Eingeständnis des Versagens bzw. einer gescheiterten, da erfolglosen Germanenpolitik. Deprimierend und für viele beschämend wurde 16 + auf höchste kaiserliche Anweisung das Militär angewiesen alle Aktivitäten im germanischen Nordosten einzustellen. Ein Befehl der in der Armee Wut und Zorn auslöste dem man nur widerwillig folgte und dazu führte, dass man die Varuslegionen „post mortem“ zu den besten des Reiches erklärte die nur auf dem Weg des Verrats besiegbar waren. Tacitus brachte es unverständlich zum Ausdruck in dem er bedauerte, dass die Germanenkriege nicht nach 16 + wieder aufgenommen wurden, sodass man an die Dolchstoßlegende erinnert wird. Es wog schlimm, dass Rom hinter den Rhein zurück geworfen, dort verharren musste und keine Revanche mehr ausüben durfte. Unter Corbulo endete der den Legionen nach 16 + aufgezwungene „status quo“ und erst nach 30 Jahren kam es wieder zu einem Schlagabtausch den Tacitus schon damals herbei gesehnt hatte. Unter den Bewohnern in den römischen Niederlassungen am Rhein weckte es alte Erinnerungen denn wieder hatte man sich der Cherusker zu erwehren und es machte ihnen deutlich, dass der alte Feind im Osten immer noch präsent war, der dem Imperium schon in früheren Zeiten auf perfide Weise massiven Schaden zugefügt hatte. Das Wissen darum, dass man es immer noch mit diesen „Falsari“ also jenen Lügnern und Betrügern von einst zu tun hatte trug dazu bei, dass dieses Schimpfwort seine Berechtigung nicht verlieren konnte. Eine abwertende Bezeichnung für ihre Widersacher die sich zunächst nur innerhalb der Grenzen des Imperium einzubürgern begann und aus der später das Wort Falen“ wurde. Ein Begriff mit dem man seine Gegner verfluchte und sich ein gekränkter römischer Militärapparat Luft verschaffte der später zum Inbegriff für ein Feindesland wurde. Ein Identifikationsmerkmal mit dem man in antiken Zeiten begann ein ganzes Volk zu stigmatisieren weil es sich mit allen Mittel wehrte und nicht beherrscht werden wollte, sodass es sich letztlich in das Gedächtnis der nachfolgenden Generationen noch über die Weser hinaus eingrub. Auch wenn in späteren Jahrhunderten hinter dem Wort niemand mehr den einstigen Sinn erkennen konnte, oder den Grund wusste da über die Zeiten alle Spuren und Erinnerungen verwischt waren, so wurde dieser auch den Franken bekannte Makel behaftete Begriff zum Gebrauchswort, das dem rechtsrheinischen Volksmund in die Wiege gelegt war der es über die Zeiten bewahrte. Aber der nach den „Falsari“ in abgewandelter Form benannte Gau Falhen ragt wie eine Keimzelle deutlich aus dem größeren „Hastfala Gau“ heraus und bildete darin den Kern. Auch wenn sich dahinter nicht der ureigene Gau des Segimer Clans verbarg, der vermutlich im südlicher gelegenen Raum Höxter ansässig war, so könnte sich hier die starke Hausmacht des Mannes befunden haben den man in Rom Arminius nannte und den der Verfasser mit dem „germanischen“ Seyfrit gleichsetzt der später von rivalisierenden Sippen mit Gewalt abgesetzt worden sein soll. Jene Person die dem möglicherweise bei Einbeck residierenden Segestes seine Grenzen aufzeigte. Es war ein in Etappen statt findender, schleichender Prozess bis sich die auf lateinisch/romanischen Wurzeln beruhende Bezeichnung „Falen“ durchgesetzt hatte, sie in fränkischen Wortschatz überging und daraus eine frühmittelalterliche Sammelbezeichnung wurde die auch rechts des Rhein Verbreitung fand. Nachdem der Begriff Falen längst nicht mehr neu war, so fand er doch erst mit dem Einmarsch fränkischer Krieger ab 775 Eingang in die frühmittelalterliche Literatur, woraufhin es danach auch im „Falenland“ zu ersten Verschriftungsversuchen kam. Niederschriften die wie es die abweichenden Bezeichnungen hinsichtlich Schreibweise und früher Toponymik bzw. der Suche nach den passenden Buchstaben zeigen noch unbeholfen wirken. Die über einen längeren Zeitraum auf unterschiedliche Weise statt gefundene Namensadaption erschwerte auch das exakte räumliche Eingrenzen. So sind Worte mit Bezug zu „Falen“ vor der fränkischen Machtübernahme in der alten Magna Germania kaum datierfähig da sie im Alltäglichen noch nicht gebräuchlich bzw. darin nicht vorgedrungen waren. Da sich Falen wie sich erkennen lässt nicht als Engern verstanden was weniger umgekehrt der Fall ist, da Parzellen, Anwesen oder Gaue mit einen namentlichen Bezug zu den Engern nicht bekannt sind, spricht die Verwendung des Namens Falen in seinen unterschiedlichen Formen auch für die Theorie einer bewussten Abgrenzung zu den Engern. In dieser Anfangsphase findet sich auch eine Erklärung für den im „Astfala Gau“ befindlichen „Pago Falhen“, der was die auffällige Schreibweise unter Verwendung des darin befindlichen Buchstaben „h“ anzeigt älteren Datums gewesen sein dürfte. Er könnte damit in eine frühe Phase der Neuorientierung gefallen sein in der der Name Falen bzw. Falai für die im Osten lebende Bevölkerung noch gewöhnungsbedürftig war, geschweige denn das man sich in den wenigen Skriptorien sicher war wie man ihn denn zu Papier zu bringen hatte. So war zu erwarten, das sich unter den von Engern überlagerten Regionen westlich der Weser namentliche Bezüge zu den Falen finden lassen da sie dort ihre angestammten Siedlungsgebiete besaßen bevor die Engern von Norden hinzu stießen. Nach fränkischer Auffassung traf man in diesen Regionen auch nur auf Engern, da sich Falen ihnen gegenüber im Auftreten und in ihren Lebensgewohnheiten nicht mehr erkennbar machten und ihnen dialektische Unterschiede verborgen blieben bzw. für sie keine Bedeutung besaßen. Dies schließt aber nicht aus das es, auch wenn es keine belastbaren Dokumente gibt den Franken nicht sehr wohl bewusst gewesen sein könnte, dass sie es auch im engrischen Territorium immer noch mit den darin ursprünglich und immer noch alt eingesessenen Bewohnern zu tun hatten. Auf die Vorfahren der Engern jene Angrivarier, die sich aufgrund ihrer nördlich liegenden Siedlungsgebiete nicht an der verräterischen Varusschlacht beteiligt hatten wendete man möglicherweise schon in römischen Zeiten den Begriff „Fallere“ nicht an. Es war der Stamm der ihnen damals trotz der mit ihnen erfolgten Schlacht später half die 16 + schiffbrüchig geworden Legionäre wieder in ihre Heimat zurück führen zu können, ein Austausch der möglicherweise in Kalkriese einen unguten Ausgang nahm. An der Sonderlage hielten in der Folge auch die Franken fest und machten einen Unterschied zwischen Falen und Engern. Nicht auszuschließen auch, dass es die Engern aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit vermieden als Falen angesprochen zu werden als auch umgekehrt. Traditionell besaß man in Germanien ein ausgeprägtes Herkunft - und Zugehörigkeitsgefühl, pflegte zwar die Blutrache konnte aber wenn nötig Fälle von Mord und Totschlag auch auf materieller Basis schlichten um Frieden zu stiften, verstand sich als eine eingeschworene Sippe, kaum als Individuum und sah sich vielleicht noch nicht einmal einem übergeordneten Cheruskerstamm zugehörig, sondern zunächst dem jeweiligen Gauoberen verpflichtet, da man in unmittelbarer Abhängigkeit zu ihm stand. Man kämpfte in Sippenverbänden da man unter seinesgleichen sein wollte, aber dem für Krieg und Frieden zuständigen Gaufürst, der die Hundertschaft zusammen stellte und dem sie sich unterstellten folgte man wenn er zur Heeresfolge aufrief. Und auch wenn nach dem Imperium auch die Franken den Menschen in der Region östlich der Weser die einst von Cheruskern besiedelt war den Namen Falen gaben, weil sie diese für die „Ost - Falai“ und in ihnen keine "Angarier" sah, so fühlten sich diese „Osterliudi“ zu Beginn der Frankenherrschaft noch lange nicht als Falen und zögerten sich mit diesem Namen zu betiteln. Man darf davon ausgehen, dass man die Bezeichnung Falen nicht erst unter Karl Martell für die Menschen östlich des Rhein anwendete, sodass ihnen der Name auch nicht fremd war. Da sich die alten germanischen Stammesnamen im Zuge der Wanderbewegungen aus dem Bewusstsein der Menschen entfernt hatten, setzte im Wechsel der Generationen ein Gewöhnungsprozess ein und man begann sich mit der linksrheinisch/westlichen Redewendung zu arrangieren bis man sich letztlich damit identifizierte. Er erwies sich mit der Zeit als unabänderlich, war nicht mehr rückgängig zu machen, griff um sich, wurde zur Alltäglichkeit und Normalität bis daraus etwas Selbstverständliches wurde. Zu den auf der Diözesankarte abgebildeten ostfälischen Gauen die den einstigen Herrschaftsbereich der Cherusker widerspiegeln zählen der/die Flutwide, Molzbizi, Muthwide, Lera, Scotelingen, Valodungen, Amber, Aringo, Flenithi, Densi, Wikanauelde, Hretti und der Greni Gau. Hätten man unter der Karolingerherrschaft die westlich davon befindlichen Gaue in denen man wie sich Sprachhistorisch nachweisen lässt auch ostfälisch sprach nicht den „Engern Diözesen“ Minden und Paderborn zugesprochen, sondern sie bei der historisch zuständigen Diözese Hildesheim belassen, hätte sich das einst größere cheruskische Stammesgebiet in seinen ursprünglichen Dimensionen deutlicher abgezeichnet. Hermann Adolf Lüntzel hatte sich zu Beginn des 19. Jahrhundert mit der Verortung beschäftigt und versucht das heraus zu arbeiten was heutige Kartenwerken nur noch schwerlich leisten können. Probleme bereitete damals wie heute die in frühmittelalterlicher Zeit zu Papier gebrachte Schreibweise der überlieferten Ortsnamen, wenn man sie den dazugehörigen Gauen zuordnen möchte. Als man begann „Falen“ umgangssprachlich zu nutzen verwendete das Wort auch dafür um Territorien, Ansiedlungen, Flur- oder Orts- und natürlich auch um Gaunamen damit zu benennen. Worte für Falen die in der Frühphase in unterschiedlichen Schreibweisen wie Falhen, Vahlem, Valun bzw. Valem geschrieben wurden lassen sich in diversen alten Chroniken finden. Namen die die frühen Deutschen zunächst nur von der fränkischen Zunge übernahmen, die aber später wie autochthon wirkten begann man nun auch für sich zu beanspruchen. Die Sprache der Verwaltung machte ihn sich ihn zunutze und wer sich als den Falen zugehörig fühlte brachte damit vielleicht auch Stolz zum Ausdruck Fale zu sein. Im zwischen West- und Ostfalen liegenden Engern wo die Falen in der fränkischen Literatur ein Schattendasein führten vollzog sich dieser Prozess auf unterschwellige Weise. Während sich unter den Ostfalen das neue Bewusstsein aufgrund der regionalen Abgeschiedenheit im Gegensatz zu Westfalen später entwickelte, sie es sich dafür aber über die Jahrhunderte betrachtet bewahren konnten, hatte es unter den den Franken räumlich näher stehenden Westfalen einen anderen Stellenwert. Der Angleichungsprozess im Zuge engrischer Zuwanderung entwickelte sich nicht über Nacht, erstreckte sich über einen langen Zeitraum und führte daher auch zu keinen Verständigungsproblemen. Je nach dem wie unwirtlich sich die Lebensbedingungen für die Angrivarier nördlich des Wiehengebirges entwickelten was sie möglicherweise zur Abwanderung zwang bzw. Siedlungsland frei und verfügbar wurde und worin sie sich unterschiedlich verteilten, nutzten sie es und es stellte sich in den neuen Wohngebieten mit den Eingesessenen ein auskömmliches bzw. einvernehmliches Zusammenleben ein. Betrachtet man die Gaue im einzelnen, so sollte der Anteil fälischer Bewohner cheruskischen Ursprungs in den Paderborn und Minden zugeordneten Gauen konstant geblieben sein und auch wenn sich unter den Ostfalen engrische Spracheinflüsse auswirkten, so machte sie dies nicht zu Engern. In den den vorgenannten Diözesen zugeschlagenen Gauen westlich der Weser lebten Engern und Ostfalen das typische Leben in einem Grenzbereich, wobei der östlich und westlich der Weser befindliche Auguenser Gau in dem man nicht nur einen klassischen Cheruskergau sehen darf, sondern auch das varianische Sommerlager vermuten darf, charakteristisch ist. Aber auch im einstigen Cheruskerbecken um Steinheim machte sich der engrische Spracheinfluss bemerkbar was den ostfälischen Dialekt nach Osten verdrängte. Auf Basis unseres Wissenstandes der sich aus historischen Quellen erschließen lässt und in Verbindung mit der markanten Landschaftsstruktur der Egge wird erkennbar, dass in antiken Zeiten auch der westlich der Weser liegende Nethegau von Cheruskern besiedelt war, bevor sich durch den Zuzug der Angrivariern unbekannten Ausmaßes die Zusammensetzung Bevölkerungsanteile verschob. Erst am Rand des 1266 Suderland genannten Sauerlandes und im Bereich der Diemel an der Grenze zum Hessigau soll die engrische Einflussnahme geendet haben wobei der Warburger Dialekt immer noch stark ostfälisch geprägt ist. Es war vor allem die fruchtbare Warburger Börde innerhalb des Nethegaus in dem die Franken ihren Einfluss besonders deutlich werden ließen und die Territorien des sächsischen Hessengau und des fränkischen Hessengau schufen denen, da schwer begründbar wohl Macht politisches Kalkül zugrunde lag um die dort siedelnde unbotmäßige fälisch/engrische Bevölkerung im weltlichen und kirchlichen Sinne besser domestizieren zu können. Daraus spricht, das, dass administrative Umsetzen für die Karolinger eine „Heidenarbeit“ war und nur in Zusammenarbeit mit dem Klerus gelingen konnte. Das Bistum Paderborn unterstand nach seiner Gründung im 8. Jahrhundert durch Karl den Großen der Kirchenprovinz Mainz und ist heute Hauptort einer eigenen Kirchenprovinz während die Diözese Hildesheim dem Erzbischof von Mainz und die Diözese Minden dem Erzbischof von Köln unterstellt ist. Zur Strukturierung der Kirchensprengel dienten die überkommenen Gaue als Bezugsgröße und Orientierung und das Aufleben des Althergebrachten aus einst heidnischen Stammestraditionen stand bekanntlich unter Strafandrohung. Missionarisches wirken wurde begleitet von den Vorgaben Karls des Großen um im Zuge der Nachkriegsordnung das Entstehen neuer Gefahrenherde auszuschließen. Trotz gemeinsamer Interessen führten die Grenzziehungen zwischen den kirchlichen Provinzen und den weltlichen Territorien zu politischen Spannungen und waren daher nicht deckungsgleich. So wird man die gewachsene Bindungen der Stämme und Sippen untereinander sich Möglichkeit unterbrochen haben und schreckte dabei auch nicht vor dem Mittel der Zwangsumsiedlung zurück. Aber nicht nur das Grenzgebiet zwischen Engern und Ostfalen nordwestlich des Harzes auch das „cheruskische Erbe“ südwestlich davon stellte für die neuen Machthaber eine Herausforderung dar. Denn auch dort galt es mit Hilfe der diözesalen Zuordnungen sowohl die Einflusssphären zu wahren als auch darauf zu achten zukünftige Konfliktherde zu vermeiden. In diesem Sinne teilte man die Landschaften auf und isolierte sie sogar in dem man etwa den im Kern ostfälisch geprägten südlich gelegenen Leinegau, bzw. Lochne Gau schlug in dem die engrische Besiedlung keine sprachlichen Einflüsse hinterlassen hat und der der Diözese Hildesheim zugestanden hätte, der nördlich orientierten „Engerndiözese“ Minden zuschlug. Ein Muster vergleichbar mit dem der Diözese Minden zugeordneten Tilithi Gau in dem man ebenfalls ostfälisch sprach. Obwohl die klassischen ostfälischen Regionen der Diözese Hildesheim zugestanden hätten schien man sie zerpflücken zu wollen und schlug große Bereiche nicht nur den Bistümern Paderborn oder Minden zu. So machte auch das Erzbistums Mainz direkte Ansprüche geltend in dem es den ostfälischen Liesgau, den Rittigau den Suilber Gau, sowie den Gau Morunga beanspruchte. So wurden ostfälische Gaudistrikte auf Anordnung der Erzbistümer neu gegliedert, sodass die von der späteren Kartographie skizierten Grenzen mehr den politischen Zielen und Interessen entsprachen aber nicht die Realität ihrer Bewohner wider spiegelten. Die einst cheruskischen Kerngebiete nördlich des Harzes wo deren Dialekte ins ostfälische übergingen waren von der engrischen Zuwanderung nicht betroffen. Die Ausrichtung ihrer Gaue orientierte sich auch an den vom Harz ausgehenden Flussläufen wodurch sich Nordsüdstrukturen abzeichnen was ihren Zuschnitt beeinflusste. Vor dem Hintergrund der nicht unerheblichen Distanzen bis zum im Nethegau vermuteten Varusschlachtfeld ist infrage zu stellen, ob sich die nördlich des Astfala Gau befindlichen Gaue noch zum Herrschaftsgebiet der Cherusker rechnen lassen, oder ob nahe dem Bardengau bereits elbgermanische Machtverhältnisse griffen bzw. diese Stämme auch nicht an dieser Schlacht teilnahmen. Der östlich an den Astfala Gau angrenzende schmale aber etwa 60 km lange Lier – auch Lera genannte Gau basierte auf der landschaftlich vorgegebenen Fließrichtung der Oker und befand sich westlich von ihr. Er begann bei Vienenburg und endete im Norden an der Aller. Die Oker trennte die Elb – von den Wesergermanen und die Formgebung des Gau dürfte eine Abschirmungsabsicht nach Osten zugrunde gelegen haben, die auch strategisches Denken vermuten lässt zumal dem Gau in der Literatur berechtigterweise die Funktion einer Grenzmark zum östlich der Oker befindlichen elbgermanisch orientierten Derlingau zugeschrieben wird. Um auch die östlichen Außengrenzen des cheruskischen Siedlungsgebietes zu fassen geben die antiken Quellen Hinweise wonach das Stammesgebiet der Cherusker an den Wohngebieten suebischer Teilstämme endete. Ptolemäus hielt sie im 2. Jahrhundert kartograpisch fest und nannte sie Sueboi Angiler bzw. Angeiloi, während Tacitus sie Suevi Anglier bzw. Anglii nennt. Im Zuge erster Verschriftungen wurde 934 ein „pago suevi“ gleich Schwabengau im Nordharz östlich von Quedlinburg genannt, den man als Relikt dieser Zeit ansehen könnte. Forschungen zeigten zudem eine Verbindung zwischen dem völkerwanderungszeitlichen Stammesgebiet der Sueben auf der iberischen Halbinsel ins Bodetal im nördlichen Harzvorland. Die Nibelungensage dessen älteste Teile ins 5. und 6. Jahrhundert zurück greifen erwähnen im Zusammenhang mit der Drachentötung einen Suavawald. Die Theorie geht davon aus, dass sich die Inschrift "CIVITATEM ISTAM TV CIRCUMDA DNE ET ANGELI TVI CVSTODIANT MVROS EIVS" im Corveyer Westwerk auf diesen Teilstamm bezieht und die erwähnten Mauern des Kaisers die Bewohner vor ihnen schützen sollten. Während das Stammesgebiet der Cherusker an der Oker endete reichten ihre Einflussgebiete weiter und gingen im Norden in die der Langobarden über wobei an der Aller ihre Grenzen lagen und die Gaue Moltbizi und Muthwide vermutlich nicht mehr zu ihrem Stammesgebiet zählten, obwohl man sie gemäß der im Mittelalter erstellten Karte der Diözese Hildesheim zuschlug. In der Regel waren es Flüsse oder Höhenrücken mit denen sich Herrschaftsbereiche wie die Hastfala Region abgrenzte, sodass sie nach Westen aus Leine, Haller und dem Ith bestanden, womit das Stammland der Cherusker die in den Falen weiter lebten abgesteckt wäre. Eine Region die zu ihrer Zeit noch nicht den gesamten Komplex umfasste, der sich heute Ostfalen nennt. Aber ein Gebiet in dem sich die Hastfalen gegen die engrischen Zuwanderungen behaupten wollten und konnten auch wenn ihnen der Klerus später den Tilithigau und den Marstemgau nördlich der Haller nahm. Fest machen lässt sich ihr Bestreben sich gegen die Engern abzugrenzen an der Grenzfestung Poppenburg die früher Bobbenburg hieß und sich unmittelbar an der Bundesstraße 1 nördlich von Burgstemmen befindet. Und noch zur Mitte des 11. Jhdt. wird die Poppenburg über die damals der sächsische Graf Brun herrschte als noch im Gau Valen liegend genannt, sich aber gleichzeitig in der Provinz Hastfala befand. Ein Gauname der in der Diözesankarte keine Erwähnung mehr findet aber bestätigt, dass noch vor rund 1000 Jahren ein „Falen Gau“ existierte auch wenn man ihn „Gau Valen“ nannte und sich darin wieder der eigenständigen Volksname Falen erkennen lässt. Nimmt man auch hier die Flüsse als Anhaltspunkte, dann war der „Valen Gau“ in dem sich der historische Ort Kemme neun Kilometer östlich von Hildesheim befindet ein von Innerste und Leine eingerahmter Gau, ein Kleingau der sich im größeren „Ducatu Gau Hastfala“ befand, den aber die Kartographie vernachlässigte. Während der Scotelin Gau seinen Namen der eingetieften landschaftlichen Lage verdankt in der er sich befindet und woraufhin man ihn Schüssel Gau nannte, könnte der Valothungo Gau für die Falenforschung aufschlussreicher sein. Da sich in der Zweitsilbe wie man es im Heliand um 830 niederschrieb das altsächsische Wort „tunga“ für Zunge verbirgt, lässt sich auch eine Verbindung zur ersten Silbe „Valo“ herstellen. Denn wer sich aus dem Zuwanderungsgebiet der Engern von Minden bzw. Rinteln kommend nach Osten wendete, nutzte die Enge zwischen Ith und Deister, erreichte dann bei Gronau die Leine, dann den bedeutenden Ort Elze und befand sich nach ihrer Überquerung im „Valothungo Gau“. Dem Gau in dem sich die Zunge ins Ostfälische änderte. Ein Gau der an der Grenze zu einem weiteren großen Dialektraum in Form eines Übergangsgebiet vom ostwestfälischen ins ostfälische lag und innerhalb des großen fälischen Sprachgebietes zwischen Wupper und Oker nachdem Abt Nikulas zwischen 1151 und 1154 die Grenze vom südniedersächsischen Sprachraum in den Ostwestfälischen bei Minden übertrat den zweiten Große Sprachkomplex innerhalb des Niederdeutschen bildete. Somit wird in cheruskischer Tradition erkennbar, dass deren Gaue einst bis zum Hellweg „vor dem Santforde“ reichten. Burgstemmen am östlichen Leineufer für das die Poppenburg Namensgeber war, war ihre Grenzfestung wo man den Versuch unternahm sich gegen unerwünschte Einflüsse aus dem Westen zu „stemmen“. Anzunehmen, dass sie auch gegen die Engern gerichtet war von denen man sich immer schon scheiden wollte wie es der Angrivarierwall im Jahre 16 + andeutet. Die besondere Lage der Poppenburg deutet darauf hin, dass es am dortigen Leineübergang bereits in Cheruskerzeiten militärische Vorgängerstrukturen mit Bollwerkfunktion gegeben haben könnte. Ein strategischer Punkt, der sich in einer heiklen Eck- und Grenzlage zu den beiden nördlich siedelnden Völkern der Langobarden und Angrivarier befand. Nur 3 Kilometer nördlich des Valothungo Gau gelegen besaß die Burg für die Region eine zentrale Bedeutung und obwohl sie nach der Diözesankarte im Hastfala Gau lag, wird sie im Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim sowohl als im Scotelin Gau als auch im Valen Gau befindlich erwähnt was wieder die überordnete Stellung der „Provinz Hastfala“ verdeutlicht die über den Kleingauen stand. Grundsätzlich ist bekannt, dass es in früheren Zeiten harte Grenzen die sich in Dialekten widerspiegelten und sogar zwischen den kleinsten nahe beieinander liegenden Dörfern gab, die notfalls auch mit Gewalt verteidigt wurden. Rivalitäten, die sich über Jahrhunderte fortsetzen konnten. Trotzdem dürfte es immer wieder zu Verschiebungen sowohl innerhalb der ostfälischen Gaue als auch unter den Ostwestfälisch und Ostfälisch sprechenden Menschen in den einzelnen Dörfern und Ansiedlungen gekommen sein. Als Karl der Große Ende des 8. Jhdt. die Verhältnisse nach seinen Vorstellungen regelte war die engrische Zuwanderung in die einst von Falen besiedelten Landschaften zum Stillstand gekommen und so dürfte sich mit der Einführung fränkischen Rechts die Abgrenzung nach der Diöcesankarte zwischen dem Territorium von Engern/Falen und dem östlich angrenzenden Falen in ihren Grundzügen verfestigt und nicht mehr verschoben haben. Die Konturen des Cheruskerlandes erscheinen nun plastischer erstreckten sich vor dem Zuzug der Engern ab dem nördlichen Windschatten des Harzes bis an die Egge, im Nordwesten könnten sie im Steinheimer Becken geendet haben, wo die Keramikstudie von Raphael von Uslar greift und reichten im Süden bis an die nennen wir sie mal „zweite keltische Auffanglinie“ bzw. die hessische Dialektgrenze im Diemelbereich. Sind es heute die seltenen Erden, dann waren es damals die Bleivorkommen um Brilon, die Goldadern an der Itter, die Eisenerzgruben an der Diemel, die Silberminen bei Goslar die es galt vor 2000 Jahren in den römischen Machtbereich einzugliedern bevor man den Blick auf die weiter östlich liegenden Bodenschätze des Harzes wie Zink oder Kupfer bzw. darüber hinaus richten konnte. Ebenso hatte man die Salzlagerstätten auch östlich der Weser und ihre wirtschaftliche Bedeutung im Auge und trachtete nach deren intensiver Ausbeutung so, wie es auch die lothringischen Salzvorkommen in augusteischer Zeit belegen. Aber solange sich die attraktiven Rohstoffe in von Cheruskern beherrschten oder in von ihnen beeinflussten Regionen befanden, waren sie nur in Abstimmung mit ihnen nutzbar und das heutige Ostfalen wirkte wie eine Barriere auf dem Weg dahin. (18.02.2026)
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Dienstag, 13. Januar 2026
Odin Gott oder Stammvater der Cherusker ?
ulrich leyhe, 20:59h
Bevor innerhalb dieses Blogs die Forschung nach dem Verbleib der Cherusker über den Ursprung und ihr mögliches Aufgehen in den Ostfalen fortgesetzt wird, soll einer nennen wir es mal Erscheinung der Vortritt gelassen werden die ihren Weg in unser Vorstellungsvermögen fand als man die Geschichte noch Sage nannte und Gottsein und Menschsein miteinander zu verschmelzen schienen. Und natürlich soll die zweifellos provokant gewählte Überschrift dazu ermuntern Festgefahrenes noch einmal neu zu überdenken. Das der Gestalt des Odin von der je nach Interpretation, Quellenstudium, Region oder Dialekt auch andere Namen bekannt sind, hier ein eigenes Kapitel gewidmet wird liegt an den diversen Hinweisen über die er sich mit den einstigen Wohngebieten der Cherusker und deren Nachfahren in Verbindung bringen lässt. Obwohl sich in den später auch nieder geschriebenen Sagen keine Indizien dafür finden lassen, dass Odin ein Gott gewesen sein könnte, so ist die moderne Wissenschaft doch mehrheitlich davon überzeugt, dass man dies um die „germanische Jahrtausendwende“ angenommen haben könnte. Grundsätzlich und im Allgemeinen muss die Forschung der Sagenwelt kritisch gegenüber stehen, wenn es um ihre historischen Belastbarkeiten geht, forscht dann aber was Odin anbelangt unbeirrt und äußerst akribisch nach allem aus dem sich ableiten lässt, dass man Odin zu Zeiten der Germanen für einen Gott gehalten haben könnte. Tun wir aber unseren Altvorderen kein Unrecht und lassen ganz so wie es auch gewesen war Odin einen Menschen sein. Vor dem Hintergrund betrachtet, dass sein Gottsein bereits von den beiden mittelalterlichen Hauptgewährsmännern Saxo Grammaticus und Snorri Sturluson die sich mit ihm beschäftigt hatten angezweifelt wird, sollte man ruhigen Gewissens die Suche nach einem Gott Odin einstellen und nach dem Menschen Odin Ausschau halten. Das man es trotzdem vor allem populärwissenschaftlich immer noch tut und sich auf alles stürzt womit sich begründen lässt, dass man Odin in der Altwelt für einen Gott gehalten haben könnte, könnte u.a. daran liegen, dass der Volksmund auch heute noch verherrlichen mit vergöttlichen gleich setzt zumal auch Menschen das Attribut der Anbetungswürdigkeit zugestanden wird. Aber auch Menschen die man vergöttlicht oder gar anbeten möchte bleiben Menschen. Auch früher schon sehnte sich die in uns allen schlummernde kindliche Seele und das bis ins Erwachsenendasein hinein nach einem höheren Wesen von der es sich eine Antwort auf die Frage der eigenen Existenz erhofft, aber damit lässt sich nicht die irrational erscheinende Suche nach einem frühen Gott mit Namen Odin erklären. Zwar dachten auch die damaligen Völker die Lösung für vieles im Überirdischen, den Gestirnen oder den Naturgewalten finden zu können, sahen aber im irdischen Odin nie die Göttlichkeit, denn dieser Mann war menschlicher Natur. Kratzen wir also an unserer Zivilisationstünche dann begegnen wir schneller als gedacht dem alt bekannten Vorzeitmenschen der uns still daran erinnert, dass wir auf der Suche nach der Allmacht dieser keinen Schritt näher gekommen sind. Beruhigend zu wissen, dass dies trotz aller Überzeugungskunst auch den weltweiten Konfessionen und Religionsströmungen noch nicht gelungen ist. Mit der Distanz wuchs unsere Ehrfurcht und mit der Unbegreiflichkeit die Angst vor den Urgewalten. Unwissen, dass sich im negativen Sinne immer schon leicht zunutze machen ließ. Menschen die eine besondere Aura umgab die ihrer Zeit voraus waren etwa weil sie fortschrittlichere Kulturen kannten und die ihren Verstand und ihre Kenntnisse einsetzten standen, wie es wohl auch bei Odin der Fall war, zu Recht an der Spitze von Sippe und Stamm. Er konnte rhetorisch überzeugen, hatte die beste Chance sich einen Platz im Langzeitgedächtnis der Völker zu sichern war aber nicht das, was die Menschen die ihn noch vor Augen hatten einst ihn ihm gesehen haben könnten. Standen die Sterne günstig befanden sich unter jenen die später Geschichte schrieben immer Menschen, denen es über ein die Generationen übergreifendes Erinnerungsvermögen gelang wie unsterblich zu erscheinen, da man Kraft ihrer einstigen Fähigkeiten auf ewige Zeit an sie denken wollte. Schmückendes Beiwerk inbegriffen und der Mensch könnte mit ihrer Hilfe seine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod erfüllt sehen. Aber suchen wir nicht länger nach Göttern wo keine sind, sondern halten Ausschau nach Menschen die uns etwas zu sagen hatten, die besondere Leistungen erbrachten, die uns weiter brachten, die vom Zeitgeist begünstigt waren denen es vergönnt war Messias artig in der passenden Epoche die Bühne der Geschichte betreten zu haben und die Botschaften verbreiteten die überzeugten. In dieser Hinsicht haben uns die Weltreligionen auch die eine oder andere positiv besetzte Person genannt, von der man sich führen lassen wollte und an denen sich unser Leben hilfreich ausrichten lässt. Nachweisbares mit Substanz war zwar auch für den einfachen Menschen wünschenswert wenn er glauben wollte, aber nicht unabdingbar. Aber spätestens nach einigen Generationen sollte sich auch der letzte darüber bewusst geworden sein, wie es auch Saxo und Snorri erging, dass vieles von alledem nur dem Wunschdenken und der Vision entsprang. Und auch heutzutage sollten wir uns diese Objektivität eingestehen. Aber mitnichten, denn Vorstufen der Göttlichkeit inform von Heiligsprechungen erhalten sich sogar bis in unsere Zeit hinein. Besonders übermütige vor allem aber mächtige Gestalten der Geschichte mochten nicht auf ihren Tod warten und schwangen sich schon zu Lebzeiten auf den höchsten Thron, da sie sich ihrer späteren Vergöttlichung mehr oder weniger sicher oder unsicher waren. Aber nur die Nachwelt entschied letztlich wer zum Gott taugte und wer in der Versenkung der Zeit verschwand. Ziel aller war es mit verklärtem Blick vor allem hinter den Naturgewalten das Wirken von Gottheiten erkennen zu wollen und nicht nur Kaiser Augustus wäre gerne einer jener gewesen, der sich dieses zu Lebzeiten innigst gewünscht hätte aber auch seine Vergöttlichung fand ein Ende. In den Naturgewalten göttliche Hand sehen zu wollen darf man unseren Altvorderen nachsehen, müssen aber dem vermenschlichten Gott eine Absage erteilen, denn diese Art von Göttern waren immer schon Menschen. Nur lange genug unserem Blickfeld entschwunden zu sein ist kein Argument um anzunehmen, unsere Vorfahren hätte in Odin einen Gott gesehen. Aber obwohl Sturluson und Saxo es früh entlarvten trug der Gedanke Früchte und wer heute das Wort Odin oder Wodan hört verbindet es sofort mit dem Namen des germanischen Hauptgottes und macht sich, da es überall so zu lesen ist, keine weiteren Gedanken mehr darüber, ob es sich nicht vielleicht auch bei ihm nur um einen Menschen gehandelt haben könnte. Anders als die germanischen, römischen und keltischen Götter die die natürlichen Prozesse verkörperten wie etwa Donar der für Blitz und Donner stand, oder jene die die Fruchtbarkeit symbolisierten und wozu leider auch der Gott des Krieg gehört, so war diese Gestalt anders. Sie stand für menschliche Verhaltensweisen und Eigenschaften wie Wissen, Intelligenz und Fähigkeit die man in früheren Zeiten schnell mit Zauberkraft und Magie in Verbindung brachte und vertrat natürlich auch die kriegerischen Wesenszüge in uns. Aber Odin war von realer Natur, seine Existenz war für die Germanen greifbarer und dies war auch noch über eine lange Zeit den nachfolgenden Generationen bewusst, da man ihm unverhofft am Wegesrand begegnen konnte. Die Ursache dafür, dass man diesem Menschen und ohne das er ein Gott war gerne ein gottgleiches Erscheinungsbild verlieh muss daran gelegen haben, dass er in seiner Zeit heraus ragendes vollbracht hat. Aber die heutige Forschung lässt trotzdem nicht locker und der erste Hinweis den sie aufgriff in Odin einen Unsterblichen, also den vermeintlichen Gott der alten Mythologie sehen zu können, stammt aus dem 5. Jahrhundert und wurde auf einer Runeninschrift im dänischen Vindelev entdeckt. Ihr lässt sich der im Runentext des älteren Futhark geschriebene Halbsatz entnehmen der transliteriert, also buchstabengetreu in eine andere Schrift übertragen „iʀ Wōd[i]nas weraʀ“ lautet. In der Übersetzung liest er sich „er ist Odins Mann“ was sich vermutlich auf einen lokalen Herrscher beziehen lässt. Zunächst ist festzustellen, dass hier eine Person genannt wird die man mit Wōd[i]nas übersetzt hat, wonach man ihn fortan Wodanaz nennt und das darin erkennbar der Name Odin ruht. Es verwundert jedoch aus dieser vage zu nennenden schriftlichen Überlieferung ableiten zu können, es habe sich bei Wōd[i]nas respektive Odin um einen Gott gehandelt und das nur, weil man einen Stammesführer als Odins Mann bezeichnet hat. Genau so gut, kann dieser lokale Herrscher einem höheren Anführer unterstanden haben der sich Odin nannte, aber bei weitem kein Gott war. Den Altvorderen zu unterstellen und daraus den Wunschgedanken zu entwickeln, man hätte hier einen Bezug zu einem Gott herstellen wollen, obwohl der nur einer höheren Hierarchie hätte entstammt sein können verdeutlicht das Dilemma. Einer Bügelfibel aus Nordendorf deren zeitliche Bestimmung unklar ist und die entweder aus dem frühen 7. Jahrhundert oder der Zeit zwischen 560 - 585 stammen soll sind die Worte „logaþore wodan wigiþonar“ zu entnehmen. Während das Wort „wodan“ hier unstrittig ist und das Wort „wigiþonar“ für Donar stehen dürfte, wird das Wort „logaþore“ kontrovers diskutiert. Auch der Hinweis darauf, dass diese Wodan oder Odin genannte Person über die Jahrhunderte betrachtet immer noch eine große Bedeutung für die Menschen hatte macht aus ihm noch keinen Gott. Gleiches gilt auch für eine weitere in Runen verfassten Inschrift auf einem Schädelfragment aus dem dänischen Ribe aus der Zeit um 725–750 n. Chr. der sich ebenfalls deutlich der Name Odin entnehmen lässt. Insgesamt betrachtet lässt sich sagen, dass es da eine Person gab die unter unseren Vorfahren schätzten, die eine besonders hohe Anerkennung genoss und deren früheste Schreibweisen mehr auf Wodan als auf Odin hinaus liefen. Und auch wenn hier der Name „wodan“ einmal im Zusammenhang mit dem germanischen Donnergott Donar fällt, so lässt sich dem nicht entnehmen, dass es sich bei „wodan“ auch um einen Gott handelte. So wusste man in antiker Zeit lediglich das die Germanen Naturgottheiten kannten wie möglicherweise Ostara während Tacitus einen besonders hoch stehenden, namentlich aber nicht benannten unter ihnen mit dem römischen Gott Merkur verglich was vielfach dazu verleitete annehmen zu dürfen Mercurius wäre mit Wodan identisch. Eine Vermutung aber eher eine Fehlannahme die sich durch die Geschichtsforschung zieht. Unbenommen zahlreicher Thesen und Theorien über sein Wirken, wie und wo er an seinen Namen Odin oder Wodan kam oder was die Sage über ihn wusste bleibt vieles zunächst hinter der Frage zurück was diesen Mann zu seiner Berühmtheit verhalf, was er also an Besonderem leistete. Ließe es sich begründen also untermauern, dann gelänge es auch neues Licht in die uns weitgehend unbekannte Welt der Cherusker und ihre herausragenden Leistungen im Abwehrkampf gegen eine höher zivilisierte und besser gerüstete Macht am Anbeginn frühdeutscher Geschichte zu bringen denn unter ihnen könnte er gelebt haben. Möchte man die von Odin erbrachten Leistungen nach heutiger Lesart aus dem Sagenkomplex lösen, dann scheint es als habe er damals Grundlegendes für die Orientierung der damaligen Gesellschaft geleistet und damit in ihrer Welt für eine gewisse Ordnung gesorgt. Was für das alte Germanien bahnbrechend klingt könnte es auch gewesen sein und wäre allein schon hinweisgebend dafür, warum die Völker der Zeit zu ihm aufgeblickt haben könnten. Kaum vorstellbar und noch weniger zu erwarten wäre demnach welch hohe Kulturstufe der germanische Fürstenadel bereits in vorchristlicher Zeit erreicht haben müsste, wenn er einen derart weitsichtigen Mann hervor bringen konnte, wenn er nicht zugewandert wäre. Odin war demnach ein Gewinn für das soziale Gefüge einer im Umbruch befindlichen Gesellschaft die vor allem aus bäuerlichen Strukturen bestand sich aber nach Schutz und zentraler Ordnung sehnte und es in Odin fand. Dank seines Wissen und seiner Weisheit mit der er die Menschen führte und sie lehrte verhalf er ihnen gegenüber benachbarten Völkern zu einem Vorsprung. Da er sich aufgrund seiner Herkunft über die zunehmende Bedeutung der Schrift bewusst war soll er seinem Volk die Nutzung der Runen beigebracht haben, verhalf ihnen vermutlich auch zu neuen Brautechniken und soll ihnen möglicherweise auch die Herstellung eines mit Honig versetzten Getränkes, den Skaldenmet erklärt haben. Eine schmackhafte Flüssigkeit deren Rezeptur unter ihnen bislang unbekannt war und die was wenig verwundert die Dichtkunst und Weisheit gefördert haben soll. Und es war ebenfalls eine Errungenschaft die wie so vieles mit Zauberei in Verbindung gebracht wurde. Er versammelte nicht nur die besten Kämpfer um sich die er diszipliniert anführte und die daher auf dem Schlachtfeld überlegen waren. Er verstand sich wohl auch in den Dingen. was die Nutzung diverser Stimulantien anbelangt da der Berserkergang mit ihm in Verbindung gebracht wird. Kämpfer die sich vor der Schlacht in einen rauschartigen Zustand von rasender Wut versetzten um Schmerz unempfindlicher kämpfen zu können. Eine Methodik auf Basis von Tetrahydrocannabinol dem Hauptwirkstoff der Hanfpflanze wie sie auch schon Herodot von den Skythen beschrieb und wie sie sich in der Kaukasus Region nachweisen ließ. Dazu passt zweifellos der Begriff "Furor Teutonicus" den Lukan im 1. nachchristlichen Jahrhundert prägte. Zudem verstärkte Odin die religiösen Vorstellungen der Menschen im Sinne kosmischer Ordnung und lieferte seinen Untertanen die Theorie einer Schöpfungsgeschichte in Verbindung mit einem Leben nach dem Tod bzw. dem erlösenden Gedanken auf ein Weiterleben in Walhall. Führungsqualität und strategisches Raffinesse im Umgang mit Feinden brachte ihm den Ruf eines versierten Schlachtenlenkers ein was in damaliger Zeit von existenzieller Bedeutung war. Seine Leistungen fielen in die Zeit vor der germanischen Jahrtausendwende als Rom noch weit von der Weser entfernt agierte und damit begann die keltischen Arverner und Allobroger zu unterwerfen. Odin den neben seinen Kampfgefährten den Asen, auch seine Brüder Vili und Ve nach Norden begleiteten befand sich aufgrund einer zurück greifenden zeitlichen Recherche die auf der Völsunga Sage beruht um das Jahr 126 vor Chr. im Alter von etwa 25 Jahren in den besten „Kämpferjahren“. Um das Jahr 120 n. Chr. begann vermutlich durch umfängliche Klimaveränderungen in Verbindung mit Sturmfluten, vielleicht auch aufgrund von Überbevölkerung eine unruhige Zeit in der diverse germanische Stämme vor allem die Kimbern, aber auch die Teutonen und Ambronen ihre Wohngebiete in Meeresnähe im heutigen Jütland und der norddeutschen Bucht auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen verließen. Dabei zogen sie möglicherweise auf breiter Front entlang des Elbtales südwärts und kamen durch die Stammesgebiete der Elb - und Weseranrainer. Ob dies friedlich verlief bzw. sie schon hier den Gedanken an Sesshaftigkeit verfolgten ist denkbar, sodass die Cherusker im Zusammenwirken mit den Elbgermanen am Beginn der Mittelgebirge die ersten Stämme gewesen sein könnten, die sich ihrem Zuwanderungsdruck aus dem Norden entgegen stellen mussten. Eine Epoche in der Abschreckung und Kampfqualität verbunden mit Verhandlungsgeschick gefragt war und in der sich Odin neben seinen übrigen Talenten auch auf kriegerischem Terrain besondere Verdienste erwarb. So profitierten die Cherusker von seinen Kenntnissen und Erfahrungen, sowie den taktischen und waffentechnischen Qualitäten die er sich nicht in Germanien aneignen konnte was auf Einflüsse höher entwickelter antiker Völker hinweisen könnte wo man es mit Feinden zu tun hatte die sich mit den Germanen nicht vergleichen ließen. Darüber hinaus nutzte man das was die keltische Schmiedekunst hinterlassen hatte, so dass die Cherusker schon in dieser Zeit an Ansehen gewannen. Wissen das sich in Achtung verwandelte, sich übertrug und ihnen später dabei half sich gegen die römischen Eroberer zur Wehr setzen zu können. Odin der Snorri Sturluson folgend zunächst aus dem Südosten kommend nach Saxland einwanderte und später das dänische Seeland erreichte wo man in Lejre eine silberne Figur aus dem Jahr 900 n. Chr. fand die eine Gestalt auf einem Thron flankiert von zwei Vögel zeigt die als die Kolkraben Hugin und Munin interpretiert werden, zog zahlreiche Völker in seinen Bann und inspirierte sie mit seinem Auftreten und seinen Taten, sodass man sich an ihm orientieren wollte. Obwohl der Recherche zufolge Voden/Odin nie angelsächsischen Boden betrat ist es bezeichnend, dass sich fasst alle angelsächsischen Kleinreiche wie etwa Wessex in ihren Chroniken darauf stützten von Voden abzustammen um davon im Mittelalter Herrschaftsansprüche ableiten zu können und selbst innerhalb des britischen Königshauses Windsor wird gerne eine legendäre Verbindung bis zu Odin gezogen. Die frühen Könige von Kent, die Oiscingas darunter Hengest und Horsa sahen in Voden ebenfalls ihren Urahn. Aber auch Mercia, East Anglia und Northumbria dokumentierten Voden in ihren Ahnengalerien. Abstammungsmythen die aus Altsachsen oder dem skandinavischen Norden die Insel erreicht haben dürften und die wie sich sprachlich erkennbar macht bevorzugt aus Engern und Falen einwanderten. Odin wird als Stammvater der großen skandinavischen Dynastien beschrieben und auch einige mittelalterliche zentraleuropäische Adelshäuser schmücken sich aufgrund weitreichender Heiratsverbindungen gerne mit den genealogischen Traditionen der legendären Stammbäumen die sich auf die frühen germanischen Wanderkönige beziehen. Der gemeingermanische Name Wodan erscheint nicht in der isländischen Edda Saga in der die nordgermanische Form Odin angewendet bzw. bevorzugt wird. „Erst als die Sage schreiben lernte“ wurden die bis dato nur gesprochenen Worte Wodan bzw. Odin auch zu Papier gebracht, sodass in Germanien vor der geschriebenen Geschichte das Gesagte steht und über die Vorgeschichte berichtet. Es ist wie dargestellt der Wunsch der Historiker in unseren germanischen Altvorderen religiöses Denken aufspüren zu wollen was sich in der Existenz gottgleicher Gestalten widerspiegeln könnte. Das hinter den Naturereignissen höhere Wesen stehen mussten gehörte in früheren Zeiten zur allgemeinen Denkungsweise, aber je weiter sich eine Zivilisation entwickelte um so voller wurde der Götterhimmel samt ihrer Namensvielfalt und ihren diversen Zuständigkeiten was die Aussagekraft der Sage verwässerte und worunter das historisch Auswertbare litt. Aus der Völsunga Saga die zwischen 1250 und 1300 nieder geschrieben worden sein soll geht der Stammbaum eines germanischen Fürstengeschlechtes hervor das man im deutschen Sprachraum Wälsungen nannte. Ein Name in dem der althochdeutsche Begriff „wälsen“ ruht, der auch aus der Wandersprache der Handwerker bekannt ist, die sich auf der Walz befanden was auf die einstigen Wander- bzw. Einwanderungsbewegungen der Wälsungen hinweisen könnte und zu Odin passt in dem die Überlieferungen seit jeher den unsteten Wanderer und Reisenden bzw. den Einwanderer aus fernen Welten sahen. In den Wälsungen ruht der älteste bekannte Kontext zu Wæls auch Wäls genannt und bereits im Epos Beowulf erwähnt wird der bis ins frühe 6. Jahrhundert zurück reicht. Darin wird er als Vater des Helden Sigemund geführt was die Glaubwürdigkeit der Völsungar Saga stärkt. Im Gegensatz zur Edda Saga die auf den göttlichen Stammbaum von Odin eingeht gilt die Völsungar Saga als der menschliche Stammbaum. Odin war darin kein Gott, sondern der Gründervater einer tonangebenden Sippe und wenn man der Theorie folgt, dass es sich bei dem darin genannten Sigmund um Sigimer handelte der den größeren Anteil am Sieg über Varus hatte und der aus Sicht der Germanen auch der war, der den Drachen tötete. Er war nach den ebenfalls erwähnten Odin Nachfahren Sigi, Rerir und Wölsung der letzte auf der Liste und somit der Vater des jungen Mannes den die Nachwelt für den Drachentöter hielt, den man Arminius nannte während sein germanischer Name dialektisch ausgesprochen vermutlich Sichfrit hieß, vor dem die Überlieferung abriss und der im Zuge der Christianisierung zum Erzengel Michael mutierte. Somit lässt sich vorsichtig auch das Alter von Odin bestimmen und je nach dem wieviel Jahre man einer Generation geben möchte, könnte seine Geburt wie dargestellt zwischen 141 und 146 v. Chr. gelegen haben. In dem man in ihm auch den Stammvater der Cherusker erkennen möchte interessiert auch was man über sein Leben weiß bzw. was sich über seine Herkunft rekonstruieren lässt. So haben sich Teile der Wissenschaft aufgemacht Beweise dafür zu erbringen, dass schon Snorri Sturluson im 13. Jahrhundert mit seiner Vermutung Odin wäre ein Mensch und kein Gott gewesen richtig gelegen haben könnte. Auch der umstrittene „Experimental Archäologe“ Thor Heyerdahl der über seine Forschungen verstarb war bemüht und beteiligte sich daran Argumente für seine körperliche Existenz zu sammeln um in Wodan den Menschen ausfindig zu machen, jenen rastlosen Wanderer der einäugig und mit wallendem Mantel durch die germanischen Wälder gestapft sein soll. Das er im Zuge von Ausgrabungen am Asowschen Meer nahe der Donmündung auf Wikingerfunde stieß verwundert allerdings nicht, da diese bekanntermaßen die russischen Flüsse als Handelswege nutzten, sodass die archäologische Relikte erst in nachchristlicher Zeit in den Boden gelangt sein konnten. Snorri war auch der, der die Motivation jener massiv untergrub die sich anstrengten Argumente für die Göttlichkeit eines Odin ins Feld zu führen in dem er interessante Hinweise zu seiner physischen Herkunft wusste und daher behauptete, dass sich die ursprüngliche Heimat der Odin Sippe einst hinter dem Fluss Don dem antiken Tanais befand der auch Tanakvisl oder Vanakvisl genannt wurde und ins Schwarze Meer mündet. Wir wissen nicht woher Snorri dieses Wissen hatte und man kann es anzweifeln aber es weckt den Wunsch es mit unserem historischen Wissenstand abzugleichen. Dies führt zu der Frage woher Odin kam bevor Snorri ihn am Tanais verortete, auf welchem Weg er dahin gelangte und wie er von dort in den Norden Europas kam. Da der Name von Odin erstmals in der Schreibweise Wōd[a]nas erscheint lässt sich schlussfolgern, dass sein eigentlicher Name diesem ähnelt wobei ihm die englische Version Voden am Nächsten käme. Folgt man der Darstellung des Snorri Prolog so hatte sich Odin als er die Tanais Region verließ zunächst für Saxland als seine neue Heimat entschieden bevor er weiter nach Norden zog. Der Name Saxland war in Nordeuropa geläufig und man bezog ihn im Mittelalter auf die altsächsischen Stammlande. Der Grund könnte gewesen sein, dass es Odin in diese Region zog, da es die Urheimat seiner Vorfahren war die es einst in Richtung Südosteuropa verließen wonach er zum Stamm der Bastarnen gehört haben könnte. Es geschah weit in vorchristlicher Zeit als man in Rom noch nicht an Machtgewinn und Eroberungen im Norden dachte und der griechische Kulturraum nicht nur für Rom, sondern auch für die Germanen attraktiv war. Und es waren die Bastarnen die unter Phillip V. von Makedonien der 179 – verstarb die ersten waren, die als Söldner in Südosteuropa in Erscheinung traten. Sie werden der Poienești – Lukaševka - Kultur im heutigen Rumänien und Moldawien zugerechnet die wie man anhand von Grabungsvergleichen feststellte eine Nähe zur Jastorf Kultur besaßen, die sich im Raum Uelzen nachweisen lässt, was auf ihre elbgermanischen Wurzeln hinweist. Auch Tacitus hatte dieses Wissen und bezog sich im letzten Kapitel der Germania im Zusammenhang mit den Venetern, Sueben und Fennen auch auf die Bastarnen. Er erkannte in ihnen aufgrund ihrer Sprache und Lebensweise, ihrer Kulte, sowie ihrer Ansiedlungs - und Wohnungsart Germanen, lokalisierte sie im Bereich der Ostkarpaten und an der Grenze zu Dakien und nannte sie nach ihrem einheimischen Namen Peucinen, wobei auch die Namen ihrer Anführer Cotto und Clondicus germanische Deutung zulassen. Hinzu kommt die Art ihres Kampfes die sich unter jüngeren germanischen Völkerschaften wie etwa den Alemannen nachweisen lässt. Im Rahmen einer systematischen Einteilung der germanischen Völker erwähnt Plinius der Ältere in seinem Werk Naturalis historia (Buch IV, 99–100) mit den Bastarnen einschließlich den Peukinern auch die Cherusker. Er teilte die Germanen in fünf Hauptgruppen und fasste schon die Bastarnen die um diese Zeit nicht mehr an der Elbe, sondern an den Südhängen der Ostkarpaten und über Dakien hinaus bis zur Donaumündung lebten trotz der großen Distanz mit den an der Weser lebenden Cheruskern zusammen. In ihrer übergeordneten germanischen Gesamtheit zählt Plinius der Ältere die Cherusker zur Gruppe der Hermionen in die er auch die Sueben, Hermunduren und Chatten einbezog. Der Name Hermionen lässt sich bei genauem Hinsehen nur mit der antiken gleichnamigen griechischen Stadt in Verbindung bringen die heute Ermioni heißt. Deren einstige Bewohner hatten sich damals an der Schlacht von Salamis beteiligt und standen auch in engem Bezug zum trojanischen Krieg. Snorri stellte vermutlich deswegen auch eine Verbindung zu Troja und zur Türkei namentlich zu „Tyrkland“ her und erkannte auch die Nähe der Odin Sippe zu der Stadt die den Namen Hermione, der Tochter des Menelaos trug deren Name sich von Hermes ableitete. Es wäre eine interessante Vorstellung anzunehmen, dass sich schon die Odin Sippe dazu verleiten ließ den Namen dieser wehrhaften Stadt Hermione nach Germanien zu tragen. Die Bastarnen die dieser Theorie folgend in vorchristlicher Zeit in Gänze oder in Teilen in die Balkanregionen auswanderten wollte Perseus der letzte König des antiken Makedonien auf seiner Seite für die Schlacht von Pydna im Jahr 168 v. Chr. gegen Rom gewinnen, was ihm allerdings misslang da man sich über die Entlohnung uneins war. Möglicherweise beteiligte sich daher nur eine begrenzte Anzahl von Bastarnen daran die er bezahlen konnte, während ihre Hauptmacht in Wartestellung zurück geblieben sein könnte, die sich dann nach der für Perseus verlorenen Schlacht in ihre Siedlungsgebiete zurück zog. Denkbar ist, dass es die Odin Sippe war die für Perseus kämpfte, sodass sie in den Sog der Niederlage geriet und sie wie auch Perseus selbst nach dem römischen Sieg ebenfalls die Flucht ergreifen musste. Sie schlugen dabei einen Weg ein der sie über die Donaumündung hinaus führte wo sich der Unterstamm der Peukiner von ihnen trennte um wie überliefert auf der Donauinsel Peuke sesshaft zu werden und gelangten an den Tanais. Möglicherweise auf Druck benachbarter Völker wie der Skythen verließ die Odinsippe die Region überschritt den Dnepr und kam in der heutigen Westukraine zwischen den Flüssen Dnister und Weichsel mit der slawischen Kultur in Kontakt. Die Geburtszeit von Odin der auch Voden genannt wird ließe sich anhand der Völsungar Saga auf die Zeit zwischen 141 und 146 v. Chr. zurück rechnen, sodass er demnach etwa 2o Jahre nach der Schlacht von Pydna geboren worden sein könnte, als die Odinsippe auf dem Weg nach Saxland die slawischen Gebiete durchwanderte. Odins Vater soll der sagenhaften Borr gewesen sein der Odin vermutlich mit einer Slawin zeugte was dazu führte, dass man ihm den Namen Voden gab, das slawische Wort für Wasser. Ein Name den in späterer Zeit auch die Stadt Edessa, eine Hauptstadt im antiken Reich Makedonien trug. Wann die Schar Saxland erreichte wo dann Sigi der Sohn von Odin geboren worden wäre, käme einer hypothetischen Frage gleich aber Sigi könnte das erste in Saxland geborene Mitglied einer Dynastie gewesen sein die die Geschicke im Stammesgebiet der Cherusker lenkte und die Führung unter jenen Germanen übernahm die zwischen Weser und Elbe siedelten, nachdem Odin nach Seeland weiter zog. Die Quellen sprudelten erst als sich die römischen Historiker wach gerüttelt von den heftigen Ereignissen für die Welt der Germanen zu interessieren begannen die sie weitest gehend noch für Kelten hielten und sich die Frage stellten wie es ihnen gelungen sein könnte drei Varusarmeen auch wenn diese entleert, also nicht in Sollstärke marschierten, besiegen zu können. So suchte man nach Erklärungen für den Erfolg der Germanen ohne natürlich die Wehrhaftigkeit der eigenen Armee zu beschädigen und könnte daher auch eine Verbindung in die griechische Antike hergestellt haben, wo ein Volk lebte dessen Kriegern es ebenfalls in erheblicher Unterzahl schafften selbst gegen stärkste Gegner bestehen zu können. Die Cherusker waren ein Volk das sich ihrer stammesgeschichtlichen Tradition bewusst war und über ein Fürstenhaus verfügte, dass einst aus Südosteuropa einwanderte. Wissen, dass sich bis ins Mittelalter erhalten haben könnte. Das Alter dieses Volkes bzw. der Bezug zu Griechenland drückt sich auch über ihren lateinischen Name Cherusci aus, das sich auf ihren antiken griechischen Namen Chēroûskoi zurück führen lässt. Das Wort Chēroûs ist etwa 2.400 bis 2.500 Jahre alt und steht im Zusammenhang mit dem Wort für „Witwe“, „verwaist“ „leer“, „verlassen“ oder „beraubt“ und beschreibt im übertragenen Sinne einen Zustand des Mangels, des Getrenntseins von etwas. Etymologisch leitet es sich auch vom altgriechischen Wort chaírō ab, was „sich freuen“ oder „begrüßen“ bedeutet, sodass sich hinter dem Wort Chēroûs zwei Deutungsmöglichkeiten verbergen. Zu rätseln warum man den Germanen an der Weser ausgerechnet diesen griechischen Namen gegeben haben könnte ist müßig. Der vermutlich um 15 + in Algeciras geborene Pomponius Mela kam vor Plinius dem Älteren zur Welt und war der erste antike Historiker der die im äußersten also „ultra ultimi“ lebenden Germanen Hermionen nannte, sie unter diesem Namen für eine Gruppe germanischer Stämme anwendete und damit eine weitere Verbindung von der Weser nach Griechenland herstellte. Warum man von Pomponius Mela nur den Namen der Hermionen, aber nicht die Namen der Ingävonen für die Nordseegermanenstämme der Angeln, Friesen, Chauken und Sachsen oder den der Istävonen für die rheinnahen westlich siedelnden Stämme erfährt, über die erst Plinius der Ältere etwa 77 + und Tacitus nach 98 + berichtete ist unklar. Es könnte daran liegen, dass er sich in seinen Schriften in erster Linie auf griechische Quellen wie Homer, der auch als erster den trojanischen Krieg erwähnte stützte und wo nicht die Wurzeln der zwei anderen germanischen Hauptgruppen lagen. Es war kein Zufall, dass Mela den Namen der griechischen Hermionen für eine bestimmte germanische Stammesgruppe übernahm die wie überliefert aus Sueben, Hermunduren, Chatten und Cheruskern bestand. Das Chatten und Cherusker an der Varusschlacht beteiligt waren gilt als sicher, zudem gibt es Hinweise, dass auch Sueben möglicherweise unter ihrem Teilstamm den Angiloi teilnahmen. Des Weiteren ist es denkbar, dass die Hermunduren eine Gruppe innerhalb der Elbgermanen die östlich der Oker siedelten nach antiken Vorstellungen ebenfalls Kämpfer abstellten. Germanen die schon Ahenobarbus vor der Zeitenwende verunsichert hatte. Mela wird man später über den Verlauf der Varusschlacht informiert haben und man hielt es in jener Zeit für zutreffend, dass man derart erfolgreich agierende germanische Stämme mit den wehrhaften Hermionen von einst verglich und einen Zusammenhang herstellte, der sich durch das kollektive Gedächtnis des cheruskischen Herrschergeschlecht zog und in Arminius dem Varusbezwinger seinen berühmtesten Vertreter fand. Im Sinne dieser Theorie, dass Irmin für Armin bzw. Arminius steht, der nach der Familienchronik der Cherusker auf Segimer dem Ururururenkel von Odin folgte, wäre es eine plausible Theorie davon auszugehen, dass Irmin der Hermione wie auch sein Stammvater Odin ein Mensch war und die Irminsul noch im 8. Jahrhundert ein stummer hölzerner Zeuge dieser lange vergangenen Tradition war. Zu Zeiten des Imperiums war man in Bezug auf den Glauben der Völker freizügiger und ließ den Vielgötterglauben zu trotzdem sind keine Überlieferungen aus der Zeit bekannt aus denen sich schließen lassen könnte, dass die Germanen einen Gott mit Namen Odin oder Vodan kannten oder hatten und sie suchten daher auch nicht wie es später die Karolinger taten nach einer möglichen „Odinsul“ um sie zu zerstören. Und natürlich wusste Karl der Große es besser, denn seine Ahnin Irmina von Oeren die nur 40 Kilometer südlich seines möglichen Geburtsortes Mürlenbach in Trier lebte hätte sicherlich keinen göttergleichen Vornamen getragen haben dürfen. So ruht auch der Forschergeist bis in unsere Tage nicht um nach Argumenten zu suchen die dafür oder dagegen sprechen, dass Irmin wie einst auch Odin aus Fleisch und Blut war. Der dänische Geschichtsschreiber und Geistliche Saxo Grammaticus war etwa 19 Jahre älter als Snorri Sturluson und beschrieb in der um 1200 entstandenen Gesta Danorum das Leben von Odin. Auch für ihn war er kein Gott, sondern ein außergewöhnlicher Mensch und das nicht nur weil man in ihm einen Zauberer sah. Sein Wissenstand war auf der Höhe von Snorri und auch er hielt ihn für einen Menschen der aus Südosteuropa in den Norden gelangte wobei Saxo als Herkunftsstadt Byzanz favorisierte. Darüber hinaus verfügte er noch über weitere Informationen wonach man Odin sogar als Hochstapler identifizieren könnte und er sich zu dem moralischer Verfehlungen und politischer Intrigen schuldig gemacht haben soll, sodass man ihn möglicherweise ins nordeuropäische Exil vertrieb. Die Sage stellte es so dar als ob Odin die Magd Gefjun nach Norden sandte um zu erkunden welches Land dort lag wo zu jener Zeit ein Häuptling namens Gylfi herrschte. Möchte man es anders interpretieren, dann schickte er sie vor um für ihn die Region als mögliche Bleibe zu Erkundschaften. Gylfi soll dieser Magd Ackerland gegeben haben, dass sie mit Hilfe von vier Riesen die sich in Ochsen verwandelt hatten pflügte und das heute Seeland heißt. Und als Gefjun Odin mitteilte, dass Gylfi gutes Land besaß, ging Odin dorthin. Gylfi wiederum interessierte sich der Sage nach dafür, wo Odin und seine Männer die Asen lebten bevor sie in sein Land kamen. Anders bewertet wollte er wissen mit wem er es bei Odin zu tun hatte. So versuchte er es zu entdecken was ihm jedoch nicht gelang da sich die genannte Asenburg Walhall und alles was er dort erlebte als ein Spiegelbild erwies, dass letztlich wie ein Traum zerplatzte. Denkbar, dass man ihn beeindrucken wollte es aber letztlich nichts vorzuweisen gab. In der Sage wird der Vorgang „Gylfaginning“ genannt was für Verblendung, Betörung aber auch Betrug steht. Skjold ein Sohn Odins, erhielt später das Land das Gefjun pflügte und heiratete sie. Man möchte es heute so sehen, als ob auch Saxo damit begründen wollte, dass Odin ein Mensch war. Eine moderne Annahme die darauf fußt, dass man schon in Germanzeiten die Ansicht vertreten haben könnte Odin sei ein Gott gewesen, was keineswegs zutreffend gewesen sein muss. Woher man im 12. Jahrhundert noch so lange nach seinem Tod in Island und Dänemark immer noch diese detaillierten Kenntnisse aus seinem Leben besaß ist rätselhaft. Indem Wissen über seine Schwächen kursierte wurde der Mensch in ihm immer plastischer und der Bezug zu Troja was die Wanderung der Odinsippe anbelangt verlor an Bedeutung. Obwohl schon der Gelehrte Isidor von Sevilla der von ca. 560 bis 636 + lebte in den Germanen keine Nachkommen der Trojaner sah erhob die Fredegar Chronik die um das Jahr 660 abgeschlossen war die Geschehnisse um Troja der „Mutter aller Schlachten“ zur Abstammungslehre der Franken und auch die Briten besaßen ähnliche Vorstellungen. So werden bezogen auf die odinschen Überlieferungsstränge zwei Theorien erkennbar. Zum einen kann der Epos eines um 1200 - in der heutigen Türkei statt gefundenen gigantischen Ereignisses mit seinen Nachwirkungen in die römische Antike zur Herleitung des Namens der Hermionen geführt haben und zum anderen wäre es der jüngere Prozess gewesen der angestoßen durch die Bastarnen, der Niederlage von Pydna und die im Saxland endenden Wanderbewegungen was auch den Stammesnamen Chēroûskoi erklären würde. Was sich über die zahlreiche vor allem männliche Nachkommenschaft von Odin die im sagenhaften Kern entweder menschlicher oder göttlicher Abstammung war recherchieren lässt, so ist dies aus heutiger Sicht undurchschaubar und man kann nur versuchen es aus der damaligen Zeit heraus zu betrachten. So zeichnen sich auch hier zwei Erklärungsstränge ab wer sie bzw. was sie waren, ob man ihnen also Göttlichkeit oder Menschlichkeit nachsagen konnte. Zum einen ist auf die in mittelalterlichen Zeiten entstandene Vergöttlichung der Söhne Odins einzugehen wie es die Sagenwelt der Edda Literatur vermittelt und andererseits ist dem die als realistischer erscheinende Völsunga Sage die von einem Unbekannten verfasst wurde entgegen zu halten ist, die ohne Vergötterung auskommt dafür aber als einzige Saga die chronologische Aufzählung der Odin Nachkommen in Form einer Ahnentafel vorweisen kann und was zu ihrer Wertsteigerung beiträgt. Beide Sagenkomplexe ergänzen sich und sind auch in etwa zur gleichen Zeit zu Papier gebracht worden. Exemplarisch für die unzureichende Aussagekraft der Edda Werke ist die Gestalt des Hödur der in den isländischen Quellen nahezu ausnahmslos als Odins Sohn bezeichnet wird, während dem der dänische Chronist Saxo Grammaticus in seiner „Gesta Danorum“ davon abweicht und ihn als einen sterblichen Helden beschreibt der nicht mit Odin verwandt war. Sowohl Saxo Grammaticus als auch Snorri Sturluson hatten versucht das zu ihrer Zeit Gesagte zusammen zu fassen, aber wen sie im Mittelalter befragten bleibt ihr Geheimnis. So erwähnt nur die Edda Literatur die zwischenzeitlich in ein Stadium der Vergöttlichung übergegangenen Nachfahren des Gründervaters, während Saxo Grammaticus in ihnen keine übernatürlichen Wesen, sondern Krieger und Stammesführer folglich Sterbliche sieht. So dürfte es beide stutzig gemacht haben was sie hörten überlieferten es aber ungeachtet bestehender Skepsis so wie ihnen gesagt wurde. So befanden sich nach Snorri Stuluson unter Odins Söhnen ein Licht - ein Donnergott und auch ein Gott der Dichtkunst die sich untereinander Botschaften sandten sich aber auch teilweise gegenseitig umbrachten was aufzeigt mit wieviel Phantasie seine mittelalterlichen Zeitgenossen versucht haben die Dinge der Vergangenheit die sie noch zu wissen glaubten auf mündlichem Wege plausibel zu machen, damit man sie verschriften konnte. Je nachdem welches Alter Odin erreichte und unter Berücksichtigung einer hohen Säuglingssterblichkeit in Verbindung mit der Vorstellung, dass Odin mit unterschiedlichen Frauen Nachwuchs zeugte lässt ermessen wieviel Söhne und Töchter zu seinen Lebenszeiten zur Welt kamen. Das man seinen Sohn Heimdall einen Götterwächter nennt, der mit neun Müttern in Verbindung gebracht wird lässt den Verdacht zu, dass unter Odin Harem artige zuständige geherrscht haben könnten. Daraus, dass die Edda Sagenwelt den Odin Söhnen Götterfunktionen gab durfte man in unserer Zeit schließen, dass auch der germanische Mensch in Odin einen Gott sah. Sagen die allerdings erst im Mittelalter nieder geschrieben, aber im frühen Mittelalter entstanden und auch älter sein könnten die man sich aber erst in späteren Zeiten zugeraunt hat, als die hohe Zeit der Germanen schon lange vorbei war. Sagen die ignorierten bzw. ausblendeten, dass Odin auch menschlichen Ursprungs gewesen sein könnte, aber letztlich seine Göttlichkeit auch nicht in Frage stellen wollten. Was Island aber auch Dänemark als Gedankengut über Odins einstige Herkunft bewahrte bevor er nach Norden kam wo seine Zeugungsfähigkeit ungebrochen schien da seine Söhne nahezu alle als Gründungsväter auch der nordischen Königshäuser geführt werden ist schwer deutbar.
Sigi den die Prosa Edda also die Snorra, aber auch die Völsunga Sage als Sohn Odins führt wird in der Völsunga Vorzeitsaga als König von Hunaland bezeichnet. Eine Region hinter der sich der deutsche Norden aufgrund seiner massiven Hünengräbern aus vorgermanischer Zeit verbergen könnte. Historische Analysen stehen auf tönernen Füßen aber der Genealogie folgend könnte er frühestens Jahrgang 126 – gewesen sein, und Hunaland könnte im Gegensatz zu Frakland der Zweitbezeichung die ältere von beiden gewesen sein. Neben Sigi werden in der Snorra Edda zwei weitere Odin Söhne erwähnt. Diese waren Beldeg der nur wenn er auch den Namen Balder getragen haben sollte ein Gott war, während sein zweiter Bruder Vegdeg nicht im Verdacht steht ein Gott gewesen zu sein. Aber obwohl sie die Völsunga Genealogie nicht erwähnt müssten sie ebenfalls in vorchristlicher Zeit gelebt haben, da sie als Söhne Odins das Alter von Sigi gehabt hätten. Ihre einstigen Reiche lokalisierte man der Sage nach da wo sich im Mittelalter West – und Ostfalen befand während das Wort Frakland auch eine andere Bedeutung als Franken gehabt haben könnte. Beldeg und Vegdeg herrschten jedoch über Regionen die sich mit den einstigen Stammesgebieten der Cherusker deckten. Das die Völsunga Saga sie nicht aufführt ließe sich mit der Erstgeburt des Sigi erklären, aber das man sie für Götter hielt gibt die Interpretation nicht her. Während die angelsächsischen und skandinavischen Königshäuser die sich ebenfalls auf Odin und seine Söhne berufen nicht in den Betrachtungsraum dieser Überlegungen fallen sind hier einzig die Odin Nachfahren von Bedeutung die sich auf die Saxland Wälsunge Dynastie beziehen lassen. Eine Auflistung von Nachkommen die uns im Kern nur über die Völsunga Saga erhalten ist und die da sie nicht mit germanischen Göttergestalten in Verbindung gebracht wird als die überzeugendere von beiden wirkt. Die Franken ob Merowinger oder Karolinger wussten über die germanische Götterwelt noch weitaus mehr, als die Informanten von Snorri Sturluson und Saxo Grammaticus aber darüber hielt der neue Zeitgeist karolingischer Gewaltchristianisierung den Daumen und man achtete darauf, dass das Gedächtnis der Menschen von alledem nichts mehr bewahren konnte bzw. durfte. Da dies umfänglich gelang stehen auch nur wenige Zeugnisse zur Verfügung die es aufhellen könnten. Möchte man fündig werden dann muss man sich Einblick in die Methodik der Missionierung verschaffen. Und es ist kein Geheimnis, dass die hohen heidnischen Festtage, wenn auch unter anderem Namen und zeitlich etwas verschoben immer noch Bestandteil des christlichen Kalenders sind. Ebenso verhält es sich mit der alten Drachentötersage des Sichfrit auf Basis des Arminius an dessen Stelle die Kirche den Erzengel Michael setzte den man im Mittelalter zum Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches machte dem Otto der Große den Sieg auf dem Lechfeld verdankte und was die Verbreitung seines Kultes auch im Weserraum begünstigte. Michael war Bezwinger des Drachen und somit das christliche Gegenstück zu Sichfrit wie man ihn im Dialekt nannte. Der Michaelskult an der Weser ist historisch betrachtet ein tief verwurzeltes religiöses Phänomen und man kann sagen das überall wo St. Michael drauf steht „St. Sichfrit“ drin steckt und davon existieren insbesondere an der Weser im alten Wirkungsgebiet antik deutscher Geschichte diverse Hinterlassenschaften in Form von Michaelshäusern - Kirchen, Klöstern, Kapellen oder andächtigen Plätzen auf Anhöhungen. Ganz zu schweigen vom Hamburger Michel bzw. vom sprichwörtlichen deutschen Michel stechen im Betrachtungsraum die St. Michaels - oder St. Micheliskirchen in Höxter, in Brakel in Hildesheim, in Göttingen, Nienburg, Würgassen, Holzminden oder Seesen heraus. Heilige Stätten unter denen, möchte man sie auf den Drachentöter beziehen man auch einstige Wodanheiligtümer vermuten darf. Und in der Tat gibt es historische und geografische Bezüge zur Weser region im Kontext zum Wodanskult. Was die Bezüge anbelangt so werden oftmals Orte die mit der Silbe Boden oder Oden beginnen auf ihn zurück geführt. Und nicht nur im Weser fernen Odenwald sollen sich seine Spuren finden lassen, sondern vor allem im Weser nahen Bereich. Ob Bodenwerder, Bodenfelde Bodenstedt oder Bodenhausen schnell steckt man mit einem Fuß in der etymologischen Falle. Das es aber keine sein muss beweist der Ort Bodenhausen bei Habichtswald - Ehlen in Hessen. Das ehemalige Rittergut ist heute eine Gehöftgruppe und man schrieb es noch im Jahr 1074 „Vodenhausen“ bzw. „Vodenhuson“ bzw. um das Jahre 1081 bezeichnenderweise in seiner englischen Schreibweise. Eine Namensentwicklung die den Wandel vom mittelniederdeutschen bzw. althochdeutschen „V“ hin zum späteren „B“ verdeutlicht, sodass man annehmen darf, dass sich auch die zuvor genannten Worte mit „V“ statt mit „B“ schrieben. Ab dem Zeitpunkt als die Legionen nach 30 Jahren Krieg Germanien über den Rhein verließen endete für ihre Zivilisation schlagartig die Bedrohungslage. Aber fortan fühlten sich alle Stämme durch diesen Sieg was infolge des Rückzuges deutlich wurde ermutigt und empfanden sich miteinander gestärkt und verbunden. Man behielt aber auch in Erinnerung, wem man diesen militärischen Erfolg zu verdanken hatte und das einstige Feindbild wich einem sich gegenseitigen beäugen. Es begannen sich die Verhältnisse innerhalb der Stämme und Völker zu verschieben manches löste sich was die Entstehung neuer Zusammenschlüsse begünstigte aus denen Machtblöcke wurden. Die nachgermanische Welt und ihre Gesellschaftsordnung trat in eine Phase der Neuorientierung und Konsolidierung in der die Begehrlichkeiten wuchsen vom römischen Leben profitieren zu wollen und der ewige Wunsch nach besseren Lebensbedingungen begann sich auf die Eroberung neuer Siedlungsgebiete zu konzentrieren. Im Sinne dieser Theorie war es die "Allianz der Hermionen" die damals den Abwehrkampf aufnahm und man war der Fürstenfamilie der Wälsungen zu Dank verpflichtet. So erkannte das kollektive Gedächtnis auch in Odin den Mann, der aufgrund seiner einstigen Autorität für alle zur Identifikationsfigur wurde, hinter der man sich versammeln konnte und griff auf ihn den legendären Gründervater und seine Fähigkeiten zurück die er an seine Nachkommen vererbte, sodass ihn seine Anhängerschaft zwar unsterblich werden ließ, aber keinen Gott aus ihm machte. Ein angeborenes menschliches Verhalten sich von höherer Führung Stärke und Erfolg zu erhoffen. Im Zuge der Schlacht auf dem Lechfeld 955 wurde das Verlangen wieder deutlich als man christlich beseelt unter der Flagge des Erzengels Michael in den Kampf zog. So hatte sich eine Erinnerungskultur etabliert, ganz so wie man es wieder einige Generationen später mit dem Kyffhäuser hielt unter dem ein unsterblicher Kaiser Barbarossa weiter lebte und in einen Mythos mündete. So bleibt uns praktisch nichts anderes übrig als den Fakten Beachtung zu schenken, dass sich auf die Region Ostfalen vieles konzentriert was in frühdeutscher Zeit teils als Sage seinen Anfang nahm und als Geschichte endete. Aber es ist festzustellen, dass Geschichtsforschung obwohl Wortgleich nichts mit dem Erzählen von Geschichten zu tun hat, oder etwa doch ?
(13.01.2026)
Sigi den die Prosa Edda also die Snorra, aber auch die Völsunga Sage als Sohn Odins führt wird in der Völsunga Vorzeitsaga als König von Hunaland bezeichnet. Eine Region hinter der sich der deutsche Norden aufgrund seiner massiven Hünengräbern aus vorgermanischer Zeit verbergen könnte. Historische Analysen stehen auf tönernen Füßen aber der Genealogie folgend könnte er frühestens Jahrgang 126 – gewesen sein, und Hunaland könnte im Gegensatz zu Frakland der Zweitbezeichung die ältere von beiden gewesen sein. Neben Sigi werden in der Snorra Edda zwei weitere Odin Söhne erwähnt. Diese waren Beldeg der nur wenn er auch den Namen Balder getragen haben sollte ein Gott war, während sein zweiter Bruder Vegdeg nicht im Verdacht steht ein Gott gewesen zu sein. Aber obwohl sie die Völsunga Genealogie nicht erwähnt müssten sie ebenfalls in vorchristlicher Zeit gelebt haben, da sie als Söhne Odins das Alter von Sigi gehabt hätten. Ihre einstigen Reiche lokalisierte man der Sage nach da wo sich im Mittelalter West – und Ostfalen befand während das Wort Frakland auch eine andere Bedeutung als Franken gehabt haben könnte. Beldeg und Vegdeg herrschten jedoch über Regionen die sich mit den einstigen Stammesgebieten der Cherusker deckten. Das die Völsunga Saga sie nicht aufführt ließe sich mit der Erstgeburt des Sigi erklären, aber das man sie für Götter hielt gibt die Interpretation nicht her. Während die angelsächsischen und skandinavischen Königshäuser die sich ebenfalls auf Odin und seine Söhne berufen nicht in den Betrachtungsraum dieser Überlegungen fallen sind hier einzig die Odin Nachfahren von Bedeutung die sich auf die Saxland Wälsunge Dynastie beziehen lassen. Eine Auflistung von Nachkommen die uns im Kern nur über die Völsunga Saga erhalten ist und die da sie nicht mit germanischen Göttergestalten in Verbindung gebracht wird als die überzeugendere von beiden wirkt. Die Franken ob Merowinger oder Karolinger wussten über die germanische Götterwelt noch weitaus mehr, als die Informanten von Snorri Sturluson und Saxo Grammaticus aber darüber hielt der neue Zeitgeist karolingischer Gewaltchristianisierung den Daumen und man achtete darauf, dass das Gedächtnis der Menschen von alledem nichts mehr bewahren konnte bzw. durfte. Da dies umfänglich gelang stehen auch nur wenige Zeugnisse zur Verfügung die es aufhellen könnten. Möchte man fündig werden dann muss man sich Einblick in die Methodik der Missionierung verschaffen. Und es ist kein Geheimnis, dass die hohen heidnischen Festtage, wenn auch unter anderem Namen und zeitlich etwas verschoben immer noch Bestandteil des christlichen Kalenders sind. Ebenso verhält es sich mit der alten Drachentötersage des Sichfrit auf Basis des Arminius an dessen Stelle die Kirche den Erzengel Michael setzte den man im Mittelalter zum Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches machte dem Otto der Große den Sieg auf dem Lechfeld verdankte und was die Verbreitung seines Kultes auch im Weserraum begünstigte. Michael war Bezwinger des Drachen und somit das christliche Gegenstück zu Sichfrit wie man ihn im Dialekt nannte. Der Michaelskult an der Weser ist historisch betrachtet ein tief verwurzeltes religiöses Phänomen und man kann sagen das überall wo St. Michael drauf steht „St. Sichfrit“ drin steckt und davon existieren insbesondere an der Weser im alten Wirkungsgebiet antik deutscher Geschichte diverse Hinterlassenschaften in Form von Michaelshäusern - Kirchen, Klöstern, Kapellen oder andächtigen Plätzen auf Anhöhungen. Ganz zu schweigen vom Hamburger Michel bzw. vom sprichwörtlichen deutschen Michel stechen im Betrachtungsraum die St. Michaels - oder St. Micheliskirchen in Höxter, in Brakel in Hildesheim, in Göttingen, Nienburg, Würgassen, Holzminden oder Seesen heraus. Heilige Stätten unter denen, möchte man sie auf den Drachentöter beziehen man auch einstige Wodanheiligtümer vermuten darf. Und in der Tat gibt es historische und geografische Bezüge zur Weser region im Kontext zum Wodanskult. Was die Bezüge anbelangt so werden oftmals Orte die mit der Silbe Boden oder Oden beginnen auf ihn zurück geführt. Und nicht nur im Weser fernen Odenwald sollen sich seine Spuren finden lassen, sondern vor allem im Weser nahen Bereich. Ob Bodenwerder, Bodenfelde Bodenstedt oder Bodenhausen schnell steckt man mit einem Fuß in der etymologischen Falle. Das es aber keine sein muss beweist der Ort Bodenhausen bei Habichtswald - Ehlen in Hessen. Das ehemalige Rittergut ist heute eine Gehöftgruppe und man schrieb es noch im Jahr 1074 „Vodenhausen“ bzw. „Vodenhuson“ bzw. um das Jahre 1081 bezeichnenderweise in seiner englischen Schreibweise. Eine Namensentwicklung die den Wandel vom mittelniederdeutschen bzw. althochdeutschen „V“ hin zum späteren „B“ verdeutlicht, sodass man annehmen darf, dass sich auch die zuvor genannten Worte mit „V“ statt mit „B“ schrieben. Ab dem Zeitpunkt als die Legionen nach 30 Jahren Krieg Germanien über den Rhein verließen endete für ihre Zivilisation schlagartig die Bedrohungslage. Aber fortan fühlten sich alle Stämme durch diesen Sieg was infolge des Rückzuges deutlich wurde ermutigt und empfanden sich miteinander gestärkt und verbunden. Man behielt aber auch in Erinnerung, wem man diesen militärischen Erfolg zu verdanken hatte und das einstige Feindbild wich einem sich gegenseitigen beäugen. Es begannen sich die Verhältnisse innerhalb der Stämme und Völker zu verschieben manches löste sich was die Entstehung neuer Zusammenschlüsse begünstigte aus denen Machtblöcke wurden. Die nachgermanische Welt und ihre Gesellschaftsordnung trat in eine Phase der Neuorientierung und Konsolidierung in der die Begehrlichkeiten wuchsen vom römischen Leben profitieren zu wollen und der ewige Wunsch nach besseren Lebensbedingungen begann sich auf die Eroberung neuer Siedlungsgebiete zu konzentrieren. Im Sinne dieser Theorie war es die "Allianz der Hermionen" die damals den Abwehrkampf aufnahm und man war der Fürstenfamilie der Wälsungen zu Dank verpflichtet. So erkannte das kollektive Gedächtnis auch in Odin den Mann, der aufgrund seiner einstigen Autorität für alle zur Identifikationsfigur wurde, hinter der man sich versammeln konnte und griff auf ihn den legendären Gründervater und seine Fähigkeiten zurück die er an seine Nachkommen vererbte, sodass ihn seine Anhängerschaft zwar unsterblich werden ließ, aber keinen Gott aus ihm machte. Ein angeborenes menschliches Verhalten sich von höherer Führung Stärke und Erfolg zu erhoffen. Im Zuge der Schlacht auf dem Lechfeld 955 wurde das Verlangen wieder deutlich als man christlich beseelt unter der Flagge des Erzengels Michael in den Kampf zog. So hatte sich eine Erinnerungskultur etabliert, ganz so wie man es wieder einige Generationen später mit dem Kyffhäuser hielt unter dem ein unsterblicher Kaiser Barbarossa weiter lebte und in einen Mythos mündete. So bleibt uns praktisch nichts anderes übrig als den Fakten Beachtung zu schenken, dass sich auf die Region Ostfalen vieles konzentriert was in frühdeutscher Zeit teils als Sage seinen Anfang nahm und als Geschichte endete. Aber es ist festzustellen, dass Geschichtsforschung obwohl Wortgleich nichts mit dem Erzählen von Geschichten zu tun hat, oder etwa doch ?
(13.01.2026)
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