Freitag, 13. Juli 2018
Der gewichtigste Begriff im Focus der Varusschlacht der „teuto burgiensi saltu“ Teil III
Kehren wir zurück zum Geschehen des Jahres 9 + und vergegenwärtigen wir uns nochmal die entscheidenden lateinischen Worte wie sie von Tacitus damals wie folgt nieder geschrieben wurden. „DUCTUM INDE AGMEN AD ULTIMOS BRUCTERORUM QUANTUMQUE AMISIAM ET LUPIAM AMNES INTER VASTATUM HAUD PROCUL TEUTOBURGIENSI SALTU IN QUO RELIQUIAE VARI LEGIONUMQUE INSEPULTAE DICEBANTUR“ was nach einer von mehreren Übersetzungsmöglichkeiten lautet: "VON DORT AUS FÜHRTE MAN DEN HEERESZUG IN DIE ABGELEGENSTEN (GEBIETE) DER BRUKTERER UND VERWÜSTETE MÖGLICHST (DIE LANDFLÄCHEN) ZWISCHEN EMS UND LIPPE NICHT WEIT ENTFERNT VOM TEUTOBURGER WALD, WO DIE ÜBERRESTE DES VARUS UND DER LEGIONEN UNBESTATTET LIEGEN SOLLEN“. Es fällt natürlich sofort auf, dass man zur besseren Erklärung heutzutage zwei Worte in Klammern gesetzt nach geschoben hat, um ein besseres Verständnis zu erzeugen. Und wie ich bereits andeutete gibt es für den lateinischen Text auch noch eine Reihe anderer Übersetzungen. Bei näherer Betrachtung halte ich die Worte „HAUD PROCUL“ also „NICHT WEIT ENTFERNT VON BZW. UNWEIT“ sowie „AD ULTIMOS“ also „ABGELEGENSTEN“ und „IN QUO“ also „WO“ mit für die wichtigsten Worte im Kapitel 60 (3) von Tacitus. Während ich die ersten zwei Hinweise bereits erörtert hatte, möchte ich nochmal auf die lateinischen Worte „IN QUO“ eingehen, denn für sie gibt es eine Reihe von Übersetzungsmöglichkeiten die da lauten IN DEM – INMITTEN – DARAUF – WORIN – DARIN oder WORAUF. Ich favorisiere davon die Version „IN DEM“. Also „IN DEM“ Saltus in dem noch immer die bis dato unbestatteten Knochenreste der Varusarmee lagen, als Germanicus meiner Theorie nach bei Schwaney von seinen Legionären den Hinweis bekam, er könne doch nun auch mal jenen Schauplatz aufsuchen, der ihm im Ursprungssinne den eigentlichen Grund für seinen gegenwärtigen Feldzug lieferte, nämlich diese Schlacht zu rächen und in diesem Zusammenhang auch den Hauptort der ehemaligen Niederlage zu betreten. Tacitus vermittelt es uns nach seinem Eindruck so, da oder eben weil sich Germanicus schon in der Nähe, also unweit des Saltus befand, er den Saltus bei dieser günstigen Gelegenheit und aufgrund dieser offensichtlich überschaubaren Distanz auch aufsuchen konnte. Er also diesen Zeitpunkt nicht ungenutzt verstreichen lassen wollte. Man stelle sich vor, dieser Saltus nahe einer oder mehrerer Teutoburgen, also der Sprung bzw. die Waldschlucht wie die Übersetzung von Saltus lautet, was immer eine recht steil ansteigende Schlucht suggeriert, verlief demnach also nicht flach und ebenerdig. So könnte am höchst gelegenen Einstieg in die Schlucht oder einem Passanstieg dieses Saltus Teutoburgiensis eine jener Teutoburgen gestanden haben, die man zu damaliger Zeit in der Region häufig antreffen konnte. Eine dieser Teutoburgen identifiziere ich mit der „Alten Burg“ bzw. denke ich darin wieder erkennen zu können. Tacitus nannte die Region nicht allein nur die Provinz der Teutoburgen. Er ergänzte die Beschreibung noch mit dem Wort „saltus“. Folglich muss für ihn der „Saltus“ eine starke Bezugsverbindung zur Örtlichkeit besessen haben. Da er die Worte Teutoburg oder Teutoburgen bzw. Saltus mit einander verbindet so verrät sein Hinweis, dass auch in diesem Saltus auch eine oder mehrere Teutoburgen gestanden haben könnten. So wäre die „Alte Burg“ inmitten des Saltus besser gesagt am oberen Ende des Saltus gelegen also oberhalb des Ortes Borlinghausen dann diese Teutoburg gewesen und möglicherweise die etwas nördlich davon liegende „Baumburg (Behmburg)“ war eine weitere Teutoburg, da uns die Übersetzung auch einen Hinweis auf eine mögliche Mehrzahl gibt. Dieser Saltus hat für Tacitus nach der Interpretation seiner Annalen das Zentrum des Endkampfes gebildet, denn wir lesen an keiner Stelle den Satz „ab dem Saltus erstreckt sich das Schlachtfeld noch viele Meilen in Richtung Osten, wo dann noch überall unbestattete Knochen liegen“. Möglicherweise wusste es aber Tacitus auch nicht besser und hielt persönlich den Saltus für den Austragungsort der gesamten Schlacht. Caecina bekam nun den Auftrag von Germanicus den Saltus aufzuspüren. Der heutige Teutoburger Wald und womit ich nicht das Eggegebirge meine, verfügt in seiner Gänze sicherlich über zahlreiche Höhenrücken zwischen denen sich auch viele Hochflächen und Täler ausgebildet haben. Inmitten oder zwischen diesen Höhenrücken mit Sprüngen innerhalb des heute Teutoburger Wald genannten Mittelgebirgszuges und des Wiehengebirges liegen auch viele Ebenen und Senken, aber ich halte sie in der Summe für nicht prägend genug um daraus den Begriff Saltus abzuleiten. Es befindet sich im Teutoburger Wald kaum eine Ebene oder ein Sattel, der man die Attribute einer besonders ungewöhnlichen und auffällig markanten Waldschlucht zubilligen könnte. Zu Zeiten des Imperiums bzw. von Tacitus verstand man darunter in diesem einen Fall eine besondere Schlucht mit einem Einmaligkeitsanspruch sonst wäre sie nicht von Tacitus so besonders heraus gehoben worden. Tacitus meinte nur diesen einen einzigen Saltus in dem man dem Imperium auf dem Höhepunkt seiner Macht den bis dato und in nie da gewesener Weise größten Kampf östlich des Rheins lieferte. Hinzu kommt, dass sich in Ebenen oder flachen Gebirgssätteln auch keine verteidigungstechnisch wichtigen Teutoburgen befinden, denn Teutoburgen sind Höhen- oder wie wir sie heute gerne nennen, Volks- oder Fliehburgen. Eine „Teuto“ burg muss nach heutigem Selbstverständnis und Wissenstand, da sie unsere heutige Forschung vom alten Namen „theoda“ für „das Volk“ ableitet, eine Volksburg gewesen sein. Aber das konnte Tacitus damals nicht wissen, als er den Namen Teutoburg kreierte. Wasserreiche Ebenen und Auenlandschaften eignen sich eher für den Bau früher Husterknupps oder Wasserburgen. Teutoburgen hingegen lagen immer nur in schwer erreichbaren Höhenlagen, also auf Bergen oder lang gezogenen schroffen Höhenrücken die auch den Bau von Vorwerken ermöglichten. Deswegen wird man auch eine Teutoburg nahezu im ganzen Lippetal und insbesondere nahe Anreppen/Aliso auch immer vergeblich suchen. Trotzdem wird die Region um Anreppen immer noch von verschiedenen Historikern als eine von vielen möglichen potenziell geeigneten Schlachtorten der Varusniederlage gehandelt. Und das obwohl die nahe liegende schroffe Egge ein regelrechtes topographisches Paradies für Teutoburgen jeder Art darstellt. Könnte uns Tacitus jetzt zuhören würde er sagen, nun sucht mal schön. Aber er wusste es ja noch nicht einmal selbst, war nie in Germanien und war auch immer nur auf die Aussagen anderer Personen, Informanten, Quellen und Zuträgern angewiesen. Übrig bleibt aber auch die wichtige Feststellung und Erkenntnis, dass alle uns überlieferten Geländeformen, Ausprägungen und Beschreibungen gleich aus welcher Feder sie stammten im weiten Schlachtenraum vorhanden waren. Feuchte Sumpfgebiete, ebenso wie trügerische Ebenen, genauso wie Moore, aber auch verborgene und schwer passierbare Waldschluchten sowie mächtige Baumriesen. Aber am Ende des Marschzuges befand sich dieser schon damals bedeutsame Saltus mit den sterblichen Überresten der Legionen und ihres Anführers, den man im anglo/amerikanischen Sprachraum als Stätte des „showdown“ bezeichnet. Aber es gibt für den Saltus auch noch andere Übersetzungsmöglichkeiten. So den Namen Sprung. Nämlich der bekannte „Sprung in der Schüssel“ also Sprung wie Kerbe, Riss oder Bruchstelle bzw. etwas das wie eine Spalte auseinander gedriftet ist. Es weist uns ebenfalls die Blickrichtung hin zu einer käntigen Schmalstelle, einer schwer begehbaren engen Passage mit rutschigen Wurzeln und Baumstümpfen durch die bei Regen die Niederschlagswässer in diesem Fall nach Osten abflossen und worin sich Einschnitte und Riefen bildeten was wir für gewöhnlich Schlucht nennen. Da Germanicus bei Schwaney rastete und er es von dort nicht weit bis zum alten Schlachtort in der Schlucht hatte, galt es für ihn auch keine all zu große Entfernung bis dahin zurück legen zu müssen, vielleicht nur wenige Stunden. Erst die relative Nähe zum unweit befindlichen Saltus Teutoburgiensis und die Tatsache, der dort noch nicht bestattet oberirdisch liegenden Überreste ließen ihn überhaupt erst auf die Idee kommen bzw. er ließ sich überzeugen, diese Gelegenheit zu nutzen, obwohl ich allerdings auch andere Interpretationen zu seinem „ehrenvollen“ Verhalten für möglich halte, die nicht ganz so heroisch für die Nachwelt klingen, auf die ich aber noch zu sprechen kommen möchte. Es war für ihn also keine große Aktion mal eben diesen Abstecher zu machen. Der Ort musste von seiner Fährten lesenden „Allzweckwaffe“ Caecina nur noch gefunden und aufgespürt werden. Alle Hinweise verdichten sich dahingehend, als dass die Distanz von Schwaney zum Schlachtort zu gelangen auch nicht unbedingt das Problem war, zumal es sich schon fasst nach einem Katzensprung anhörte. Publius Cornelius Tacitus war aber seiner Nachwelt und besonders den Historikern unter ihnen sehr gnädig, denn er hinterließ uns in der Konsequenz doch noch eine recht gute Beschreibung zur Örtlichkeit der Varusschlacht im alten Osning oder auch der Osnegge und das soll beileibe nicht zweideutig gemeint wirken. Denn in seinen Annalen 1,60 überliefert er uns dazu den Begriff Saltus Teutoburgiensis aber in der Einzahl (Singular) und eben nicht in der Mehrzahl. Denn die Mehrzahl hätte Saltus Teutoburgienses (Plural) gelautet. Das leider etwas verderbte Original „e oder i“ wirkte irritierend und lies Zweifel aufkommen, wird aber allgemein als Einzahl interpretiert. Zum Vergleich das Wort Gladius Hispaniensis (Singular) für das einzelne spanische Schwert. Sollten Unsicherheiten an Ein- oder Mehrzahl bestehen, so spräche auch das Vorhandensein mehrerer Wallburgen im besagten Umkreis für die Auslegung, dass sich am Saltus Teutoburgiensis oder in nächster Nähe auch mehrere Teutoburgen befunden haben könnten und dies würde wiederum die Namensableitung „Provinz der Burgen“ untermauern. Im Wort Saltus Teutoburgiensis steckt bekanntlich das uns allen geläufige Wort Burg unter dem wir es gewohnt sind zu aller erst an eine schöne mittelalterliche Festung zu denken. Aber dahinter verbarg sich je nach der Lage der Provinz im römischen Reiches sicherlich eine andere Bedeutung als wir heute zu meinen glauben. Denn unter einer Burg, einem Burgos oder den Burgi zum Beispiel im syrischen Teil des Imperiums verstand man damals bestimmt eine andere Form von Verteidigungsanlage, als man sie von Innergermanien her kannte. Tacitus konnte unter germanischen Teutoburgen daher nur hölzerne einfache Wallburgen oder auch nur Erdanschüttungen bzw. die gallischen Mauern also die Murus Gallicus der späten Eisenzeit von 45o - bis zur römischen Okkupation verstanden haben, andere Bautypen für Höhenbefestigungen im alten Germanien sind meines Wissens nicht bekannt. Tacitus geboren um 58 + könnte als sehr junger Mann rein theoretisch noch ältere Legionäre persönlich gesprochen also gekannt haben, die an den Germanicusschlachten bis zum Jahr 16 + teilgenommen haben könnten oder deren Väter, die ihm noch persönlich über die sich zugetragenen Ereignisse berichten konnten, was aber naturgemäß auf sehr gewagten Annahmen beruht. Und von den Historikern wie Plinius dem Älteren der von 23/24 + bis 79 + lebte oder Nonianus der 79 + verstarb bzw. Cluvius Rufus der von 2 - bis etwa 70 + lebte und auf die sich Tacitus unter anderem stützte, könnte nur Cluvius Rufus noch über Augenzeugenberichte verfügt haben. Von ihm ist uns über die Varusschlacht allerdings nichts überliefert. Es gab also in der Tat auch Geschichtsschreiber die Zeitgenossen der Clades Variana waren aber nicht über sie berichteten, konnten oder wollten. Kaum zu glauben dieses mögliche Desinteresse. Es waren also die überlebenden Legionäre oder vielleicht sogar auch die wenigen Zivilpersonen aus dem Jahre 9 + die im Zuge der Germanicusoffensive 15 + noch den Weg zum Bestattungsplatz weisen konnten und über die vorgefundenen Örtlichkeiten später weiter berichteten und auch Beschreibungen zu den Fundumständen hinterlassen konnten. Den Versuch das Wort „Teuto“ über die Verbindung mit „thiudisko“ ins heutige deutsch zu überführen, thematisierte die moderne Sprachforschung erst nach Auswertung der Überlieferungen des Gotenbischof Wulfila aus dem 4. Jhd. Ob Tacitus aus etymologischer Sicht betrachtet bereits im 1. Jhd. imstande war einen Bezug zwischen Teuto und Volk herzustellen ist fraglich. Wenn es zu seiner Zeit wie ich annehme, das Wissen um diese Querverbindung noch nicht gab, woher könnte er das Wort Teuto überhaupt gekannt haben bzw. wo griff er es auf um es dann zu verwenden ? Einer möglicherweise auch von Römern selbst errichteten Burg den Namen Teutoburg zu verleihen scheint auch abwegig zu sein. Die Teutoburg auf den Namen des Teutates oder des Gottes Tuisto zurück zuführen wird auch diskutiert. Dann wäre der Teutoburgiensi saltu folglich die Waldschlucht der Götterburgen. Nun baute man diese eine oder mehrere Teuto - Wall- oder Fluchtburgen auch nicht über Nacht. Zum Zeitpunkt des Jahres 9 + muss diese besagte Wallburg im Saltus aber bereits und das wohl schon sehr lange existiert haben. Wie lange bewegt sich natürlich im spekulativen Bereich wie vieles, aber die zahlreichen Hinweise auf keltische Besiedelungen in der Region liefern einen Fingerzeig auch in diese Epoche und auch noch weiter zurück. So hält man nun Ausschau nach einem Gebirgssattel einer Passage, einem Sprung oder einer Waldschlucht die zwischen dem Sommerlager an der Weser und dem Lippehafen Anreppen bzw. dem Winterlager Aliso in der Nähe einer Wallburg liegt und die im letzten vorchristlichen Jahrhundert schon existiert hat oder die sogar älter bzw. viel älter gewesen sein könnte. Das Vorgängerwallburgen auch in vorgermanischen Zeiten errichtet wurden ist auch nicht auszuschließen. Ob sie nun von den Indogermanen oder gegen die indogermanischen Wellenbewegungen errichtet wurden sei dahin gestellt. Deren schnurartige - keramische Verzierung und die vermutete Einführung der Streitaxt sächsischen Typs deren Nordgruppe auch in Westdeutschland nachgewiesen ist, lässt es denkbar erscheinen. Übrigens kann das indogermanische Zeitalter noch gar nicht so weit zurück liegen, denn heute noch wird in vielen deutschen Dialekten statt des hochdeutschen Wortes „gelb“ das alte Wort „ghel“ benutzt, dass zur weit verzweigten Wurzel des Indogermanischen gerechnet wird. Betrachten wir aber noch mal die Übersetzungsformen des Wortes Saltus deren Bedeutung auch immer im Mittelpunkt des Interesses stehen bleiben, und nie an Gewicht verlieren wird. Obwohl mir nichts eindeutiger zu sein scheint, als dafür die offizielle Bezeichnung Waldschlucht zu übernehmen, so möchte ich doch meiner Vorgehensweise treu bleiben und auch immer wieder den anderen Interpretationsmöglichkeiten Spielräume einräumen. Sieht man sich also die lateinisch/deutschen Übersetzungen für das Wort Saltus an, so kommen etwa elf Antworten für uns in Frage. Nach dem Wort „Sprung“ sind es im Wesentlichen noch ein Gebirge, ein Pass und natürlich die auch von mir favorisierte Waldschlucht die immer an vorderster Stelle genannt werden. Aber auch immer wieder das Wort Sprung wie Salto bzw. überspringen, findet sich wie dargestellt in den Übersetzungsmöglichkeiten. Hinter all diesen Varianten erkennen wir immer eine mehr oder weniger starke Gefällestrecke die es zu überwinden galt. Man kann natürlich ein Gebirge auch unter Vermeidung von An- und Abstiegen queren, überqueren oder passieren. Der Nachteil besteht dann allerdings darin, dass die Wegstrecke dadurch naturgemäß Serpentinen artig verläuft und länger ausfällt, was Passagen im Raum Bielefeld auch verlängert, dafür ist er aber nicht so beschwerlich wie ein direkter Anstieg. Bewegt man sich aber in der Nähe einer Wallburg also einer Teutoburg bzw. einer Höhenbefestigung, so setzt das zweifellos auch immer die Überwindung eines nicht unerheblichen Höhenunterschiedes voraus, denn um eine Höhenburg auf einem solitär stehenden Berg zu erreichen, muss man den Berg entweder von der einen oder von der anderen Seite her, aber immer spiralförmig erklimmen und das gilt auch für römische Legionen. Ein schönes Beispiel für einen Serpentinen artigen Anstieg bietet uns da der schöne Berg an der Hardt auf dem das berühmte Hambacher Schloss steht bekannt durch sein Hambacher Fest von 1832. Für Teutoburgen auf Gebirgskämmen gilt es ebenso, nur das man in unserem Fall einen Kamm ersteigen musste, den man später nicht wieder absteigen brauchte, da man es mit keinem einzelnen Berg zu tun hatte, sondern mit dem Eggeosthang und der nachfolgenden Hochebene nämlich der nach Westen abfallenden Landschaft des Sintfeldes und des Soratgau. Die Mannen des Varus mussten also ein Gebirge um zu entkommen nicht nur passieren, sie mussten es um die rettende Passhöhe zu erreichen auch noch kraftvoll angehen, erklettern und überwinden. Denn auf längere Schleifenwege oder Serpentinen in der Nähe dieses Saltus konnten sie nicht ausweichen, denn es gab sie nicht. Der Burg bzw. der Bördenweg von Borlinghausen aus nach Kleinenberg erfüllt dieser Theorie nach sowohl die Ansprüche eines Anstieges von Osten kommend in Verbindung mit den guten Möglichkeiten auch einen Tross durch die Waldschlucht hinauf führen zu können. Aber nach dem Anstieg hätte auf Varus noch ein langer aber relativ bequemer Abstieg in Richtung Westen zur Lippe gewartet, den er aber nicht mehr erleben sollte. Hier stellt sich auch die Frage, ob die Planungen des Arminius für die Legionen überhaupt noch einen Eggeabstiegsplan in Richtung der Lippe und der westfälischen Bucht vorsahen. Denn sicherlich wollte er seine Kampfhandlungen schon vorher im Saltus beendet haben wissen. Er ließ es gezwungenermaßen offen, denn nach Lage der Dinge wäre dann die Varusschlacht nicht in seinem Sinne verlaufen, und Varus wäre möglicherweise nach Westen mit dem Rest seiner Streitmacht entkommen, so wie es Vala noch gelang und wie es auch bei Arbalo und Pontes Longi letztlich geschah. Es galt aber immer noch über den Saltus in dessen Nähe sich eine Wallburg oder auch mehrere befunden haben könnten sozusagen einen Sprung vollziehen zu müssen. Es gibt wohlweislich im südlichen Eggegebirge außer dem alten Börden- oder Burgweg und abgesehen vom kurvenreichen Schwarzbachtalanstieg keine weiteren Zuwegungen mehr die man von der Mittelweser nach Anreppen benutzen könnte und wo die Voraussetzungen für das „Überspringen“ eines Mittelgebirges mit anhängiger/n Wallburg/en örtlich zutreffen könnten. Diese sind in der Form und im Zusammenhang mit den von mir dargelegten Umstände wie es für drei Legionen nötig wäre, nur in der Südegge und nach mehreren Marschtagen vorzufinden und erreichbar. Hier sei auch noch mal daran erinnert, dass sich keine einzige namhaft bekannte oder nachweisliche Teutoburg unmittelbar oder auch nur nahe dem wichtigsten römischen Hellweg von Schwaney über Brakel nach Corvey befand. Erst die Iburg bei Bad Driburg etwa 5 Kilometer nördlich dieses großen Hellweges könnte als Standort einer Teutoburg angesprochen werden. Die sichelartige Formgebung des Eggegebirges und seines Kamms bietet, wenn man sie von Osten her betrachtet zwischen Horn im Norden und dem Durchgang bei den Externsteinen und jenem bei Scherfede im Süden nahe der Diemel nur drei Durchgangsmöglichkeiten, die damals von Trosswagen genutzt werden konnten. Nämlich den alten Hellweg von Schwaney über Brakel nach Corvey, den Börden - oder Burgweg von Borlinghausen nach Kleinenberg und den Weg durch das Schwarzbachtal von Scherfede nach Lichtenau.
Der Teutoburger Wald also nicht das Eggegebirge mit Ausnahme des Externsteine Durchganges bei Horn und der Dörenschlucht hinterließ durch die Saaleeiszeit und die Gletscherverschiebungen andere geologische Bedingungen als die Egge und ist durch Querverläufe und Steigungen wie die kaum passierbare Gauseköte geprägt die Marschzeit kosteten. Auch die römischen Landvermesser kannten diese Bedingungen und bevorzugten nicht nur deswegen die Ostexpansion des Imperiums und den regelmäßigen Hin- und Rückmärschen aus dem Elbtal oder der Weser zum Rhein den Hellweg als fixe Linie. Mit Ausnahme des Rückweges im Jahre 9 +, er sollte nach der Logistik des Arminius gezwungenermaßen über den südlicher gelegenen Bördenweg zur Lippe verlaufen. Aber noch mal zurück zum Wort „teuto“. Denn es gibt auch noch andere Spuren, so die Spur zu den Teutonen. Tacitus wird für das Jahr 15 + mit den Worten: „Es wurde dann das Heer zu „den äußersten Brukterern“ geführt und alles Land zwischen Ems und Lippe verwüstet, nicht eben weit vom Teutoburgiensis saltus wo, wie es hieß, die Gebeine des Varus und der Legionen noch un bestattet lägen“ übersetzt. Er verwendet innerhalb seines Textes „saltus teutoburgiensis“ dieses Wort „teuto“. Ein Wort aus der Feder eines antiken Historikers und abgefasst in lateinischer Sprache, dass in seiner Schreibweise und Definition alle Sprachwissenschaftler grübeln lässt. Es begegnet uns in der Historie erstmals im Zusammenhang mit dem Zug der Kimbern, Teutonen und Amburonen die 120 - aufbrachen und dabei viele Schleifen durch Mitteleuropa zogen, bevor sie den Römern unterlagen. Lt. Wikipedia würden es die Experten lieber in der Schreibweise „theudonique“ sehen, da ihnen dadurch ein Bezug zum Aufbau der Altsprachen leichter fallen würde. Aber diesen Gefallen tat ihnen Tacitus nicht. In dieser Form geschrieben, bleibt es eine Herausforderung. Wer will heute schon sagen, welche Regionen Deutschlands die Teutonen damals auf ihrem lang Weg bis in die Ostalpen durchzogen, wo sie ihre Spuren hinterließen und welche sie nur streiften und wie lange sie sich jeweils dort aufhielten bzw. auch Teile von ihnen unterwegs sesshaft wurden. Ptolemäus verortete sie noch zwischen Elbe und Oder. Cäsar bezeichnete die in Belgien siedelnden Aduatuker als Nachkommen der Teutonen. Sie zogen durch das alte Trier und wohl auch am Main bei Miltenberg entlang, wo noch ein Teutonenstein ihre einstige Anwesenheit bezeugen soll. Die Teutonen hinterließen in Mitteleuropa also bleibende Zeugnisse ihrer Existenz auch im Zuge schriftlicher Hinterlassenschaften. Ihr Name war in der römischen Geschichtsschreibung tief verwurzelt und stand als Synonym für einen rohen und kämpferisch geprägten nordischen Menschenschlag. Und obwohl sich etwa 1oo Jahre später eine teutonische Gesandtschaft bei Kaiser Augustus in Rom für die Taten der Vorväter entschuldigte, war der schreckliche Begriff “Furor Teutonicus” auch noch im Mittellter sehr beliebt. Als Tacitus seine Worte „teutoburgiensi saltu“ niederschrieb lokalisierte er bzw. umriss er damit für die Nachwelt die Örtlichkeit der geschichtsträchtigen Varusschlacht, die nur 49 Jahre vor seiner Geburt im Jahre 9 + ausgetragen wurde und die für ihn zeitlich nicht allzu weit zurück lag. Aber wie kam er nur auf das lateinisierte Wort „teuto“, das seiner Struktur nach auch aus vorgermanischer Zeit stammen könnte. Betrachtete man gar alle germanischen Stämme in der Region nördlich und östlich der Mittelgebirge in einer Art Sammelbezeichnung noch als Teutonen, zumal man noch nicht einmal genau zwischen Kelten und Germanen unterscheiden konnte ? Legten ihm die historischen Aufzeichnungen oder Überlieferungen der Schlachtenteilnehmer diese Begriffsfindung nahe ? Sicherlich sprach man in Kreisen der Legionäre zu den Zeiten von Kaiser Augustus um die römische Kaiserzeit noch lebhaft von den gewaltigen Zügen und Taten der Nordgermanen die damals nach Hanibal Italien erstmals wieder in heillose Verwirrung stürzen sollten. Man beschwor wieder den Untergang Roms herauf und hob die Doppelschlacht der Teutonen und Kimbern schnell auf das Niveau der Varusschlacht. Die Schlacht von Aquae Sextiae 102 - war aus alten Erzählungen in den Köpfen der Legionäre auch im Jahre 9 + noch sehr präsent. Es ist gut vorstellbar, dass den römischen Legionären um diese Zeit sehr wohl bewusst war, dass sie sich so mehr sie sich nach Norden vor bewegten, sich auch den alten Wohnsitzen dieser berüchtigten Kimbern und Teutonen um so mehr annäherten. Das dieser Umstand allgemein für Unruhe sorgte verwundert nicht. Tacitus könnte daher mit seiner Wortwahl in seinen Annalen die auch die Bürger von Rom lasen auch etwas anderes zum Ausdruck gebracht haben. Nämlich zum Beispiel „Vorsicht“, wenn ihr dieses Waldgebirge, diese Pässe oder diesen Distrikt überquert habt, wird das Klima rauer, will sagen ab dann trefft ihr auf Völker, die uns schon mal große Probleme bereitet haben. Ab hier folgen die Bewohner auch anderen religiösen Gebräuchen, Sitten und Gottheiten. Hier führt Teutates den Götterhimmel an. Und alle in diesem Gebirgsareal befindlichen Burg- und Wallanlagen wurden bzw. konnten „natürlich und selbstverständlich“ daher auch nur von den Teutonen selbst oder aber von anderen Bewohnern zur Abwehr gegen eben jene Teutonen errichtet worden sein. Denn die Teutonen mit ihren ihnen verwandten Stämmen stellten ja wie überliefert, für die damaligen Verhältnisse eine riesige Menschenmenge dar, was sich auch an den zahlreichen Schutzanlagen am Rande der von ihnen bewohnten Fläche ausdrückte. Oder sahen die Römer in ihnen gar verirrte Kelten ? Wäre es also an dem, so stünde die Wortkombination „teutoburgiensi saltu“ als Oberbegriff für die ganze gebirgige Großregion zwischen Osnabrück und Harz. Und auch alles was sich in die flache westfälische Bucht und nach Norden an Erhebungen am Horizont erstreckte, bevor man die Norddeutsche Tiefebene betritt wäre schon teutonisches Vorland. Diese flache westfälische Bucht die heute hauptsächlich von der Lippe entwässert wird und die noch vor Jahrmillionen unter dem Meeresspiegel lag öffnet sich wie ein einladender Schlund zum Niederrhein, endet aber im Osten wo sich die Geologie deutlich verändert weniger gastfreundlich in einem Kessel. Diese Bedingungen kamen den römischen Streitkräften für ihre Eroberungen zumindest bis zum Oberlauf von Ems und Lippe entgegen. Nicht nur durch die Kundschafter und Spähtrupps die den Legionen voraus zogen auch aufgrund der Kenntnisse aus früheren Feldzügen war man im Imperium über diese geologischen Beschaffenheiten und Voraussetzungen bestens informiert. Wenn die römischen Legionen diesen Weg nach Osten meist ab Xanten, Neuss aber auch von Duisburg oder Köln wählten, so mussten sie sich entweder Tage lang durch eine monotone und eintönige Sumpf - und Flusslandschaft quälen oder sich am Haarweg entlang hangeln, bis sie das ostwestfälische Depot Anreppen samt Winterlager Aliso erreichten. Was den Eroberern auf dem Marsch je weiter sie nach Osten kamen aber immer ins Auge fiel, waren die Kulissen der sich am Horizont anfänglich nur dunkel abzeichnenden Bergrücken, die die westfälische Bucht im Norden flankierten, die aber für die Legionen mit jedem weiteren Marschkilometer nach Osten deutlicher näher rückten und sichtbarer wurden. Was sie aber für die Römer bedrohlich erschienen ließ, waren jene einzelnen markant herausragenden und damals kahlen unbewaldeten Bergspitzen, denn diese wurden von Wallburgen gekrönt. Da sich Feinde ihnen nicht unbeobachtet annähern durften war freie Sicht überlebenswichtig und so musste aus verteidigungstaktischen Gründen dafür gesorgt werden, dass sie auch baumlos blieben. Welche Kulturen die Wallburgen schufen, welcher Epoche sie entstammten und gegen wen sie errichtet wurden, war für die Legionäre zweitrangig und ziemlich bedeutungslos. Mit der römischen Expansion bekamen aber alle Fluchtburgen, gleich ob sie ursprünglich der indogermanischen, jasdorfschen oder keltischen Kultur entsprangen eine neue Bedeutung. Und sie hatten seit der germanischen Südausdehnung alle eines gemeinsam, denn die neuen Besitzer der Höhenburgen waren jetzt alles jene ihnen feindlich gesinnten Germanen, die dort schon weit vor der römischen Kaiserzeit ihre Siedlungen und damit ihre neue Heimat gefunden hatten. Den größeren Völkern unter ihnen, den kleineren Stämmen oder den Sippen boten sie Schutz und sie hatten am Erhalt der Bausubstanz zwangsläufig größtes Interesse. Ob sie nun in den Händen von Brukterern, Cheruskern, Angrivariern oder welchen Stämmen auch immer waren, ließ sich für die neuen römischen Herren im Land nicht immer erschließen bzw. auseinander halten. Sitten, Gebräuche und Rituale sowie stammesbezogene Abgrenzungen zählten für einen kriegsgewohnten römischen Feldherrn nicht sonderlich. Und die Kenntnis über die germanische Kultur ihre Religionen, Mythen und Rituale gehörten nicht zu ihrem Grundwissen. Oberflächlich betrachtet waren es für sie letztlich alles Germanen und nur wenige römische Historiker setzten sich näher mit der Lebensweise dieser Menschen auseinander. Tacitus überlieferte es uns als einer der wenigen sehr anschaulich was man so im Süden über sie dachte. Der Schreiber Tacitus sah aber seine Aufgabe darin, sich nicht nur mit Land und Leuten, sondern sich auch mit den militärischen Eskapaden, wenn auch nicht als ein Schlachtenberichterstatter so aber doch in der Retrospektive näher damit zu beschäftigen. Ihm stand nun die große historische Aufgabe zu, auch wenn es ihm nicht bewusst war vor der Geschichte jenem Raum einen Namen mit Wiedererkennungswert zu vergeben, der für Rom zu einem gigantischen Wendepunkt seiner germanischen Eroberungspolitik werden sollte. Als er schrieb, war die Rückzugsentscheidung von Tiberius längst gefallen und Tacitus konnte nur noch nachträglich seinen Beitrag leisten und versuchen Germanicus und das römische Recht wieder zu mehr Ansehen zu verhelfen. Römer die nach Cäsar, Augustus und Tiberius das Land bereisten werden zu Hause von der Vielzahl der Wallburgen berichtet haben und Tacitus wird sich darauf gestützt haben. Sie waren offensichtlich das Markenzeichen von Ostwestfalen. Und in jenen Tagen wird es noch sehr viele Befestigungen mehr gegeben haben, die dann allerdings nach und nach dem Zahn der Zeit zum Opfer fielen und in den vergangenen 2000 Jahren unkenntlich wurden, da Witterung und Jahreszeiten an ihnen nagten. Aber auch zahlreiche Umbauarbeiten im Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit, in der sich historisch Berufene an ihnen vergingen, mussten die Relikte über sich ergehen lassen. Selbst im 21. Jhd. müssen so im Rahmen moderner Forstwirtschaft immer noch alte Anlagen nötigen Rückegassen weichen. Diesem bekanntermaßen “Land der Burgen” nun eine zusätzliche Sammelbezeichnung zu geben war für Tacitus der als ein anspruchsvoller Schriftsteller galt, wahrlich eine interessante Herausforderung. Weitgehend unbekannten Gefilden also großen Landmassen durch vorher nie da gewesene Namensgebungen zu lokalisieren und damit unverwechselbar zu machen war immer schon ein Problem und erforderte Kreativität. Man konnte es aber auch einfacher haben wie die Namen für die Inseln “Eisland” und Grünland” zeigen. Aber es mussten auch für Germanien regionale Namen vergeben werden, wie den des “silva caesiam”, des “herkynischen” Waldes aber auch den des “limitemque a Tiberio”. Die Germania Magna war für Rom das Kernland. Das die Germanen untereinander in jener Zeit aber bereits ein loser und zeitweise sogar geschlossener Völkerbund mit dialektischen Gemeinsamkeiten waren, zeigen auch die Namensgleichheiten. Den Anführer Teuto - bod vom küstennahen Stamm der Teutonen trennten von Mar - bod dem Markomannen viele Kilometer und trotzdem fanden sie sich in der gemeinsamen Sprache wieder. Später kam auch noch der Franke Mero - bod hinzu und alle vereinte die Namenssilbe “bod” die wir aus dem altsächsischen kennen und die Gebieter bedeuten soll. Man kann sie vielleicht auch mit Anführer gleich setzen. Als Tacitus sich entschied, Ostwestfalen den Namen Burgenland also “Burgiensis” zu geben hatte man im Imperium den Teutonenschock also den “Furor Teutonicus” noch lange nicht überwunden, denn er erschütterte das Reich in seinen Grundfesten. Tacitus war gerade sieben Jahre alt, als der römische Dichter Marcus Annaeus Lucanus 65 + starb dem die Benennung zugeschrieben wird, denn in seinem Werk “Bellum civile” wurde erstmals der latinisierte Begriff “Furor Teutonicus” verwendet. Der “Furor Teutonicus” war demzufolge im negativen Sinne auch im ersten Jahrhundert immer noch in aller Munde. Wenn Tacitus die Aussagen der Berichterstatter, möglicherweise die Lagebeschreibung eines Plinius also den Wissensstand der damaligen Zeit nutzte, könnte er die am Nordrand der Mittelgebirge gelegenen Wallburgen im Übergangsgebiet zum heutigen norddeutschen Tiefland und im folgenden dann zu den Siedlungsgebieten der Teutonen, die nach Plinius im Verbund mit den Chauken und Kimbern in Meeresnähe lebten, als Grenzregion zu den Teutonen betrachtet haben. Da er selbst nie in Germanien war und sich keine rechten Vorstellungen machen konnte, dürften ihm selbst die landestypischen Kenntnisse gefehlt haben um Abstände, Topographien und Entfernungen richtig einschätzen zu können. Tacitus betrat etymologisches Neuland um den Dingen einen Namen zu geben und rang wohl um Definitionen, wenn sie ihm nicht schon über ältere Schriften vor lagen oder bekannt waren. Germanien östlich des Rheins war nicht mehr Gallien. Festungsbauwerke und Verteidigungsanlagen in Gallien waren mit Mauern geschützt. Hinter einer gallischen Mauer, der Murus Gallicus verbarg sich die keltische Stadt oder auch nur eine keltische Fluchtburg in Notzeiten. In “Germanorum liber” baute man keine gallischen Mauern, hier nutzte man bevorzugt die alten schon existierenden Wallburgen früherer Völker, richtete sie nach Bedarf wieder her, schuf auch nötigenfalls neue Anlagen nach altem Muster und nannte sie teilweise auch Baumburgen. Für germanische Befestigungen musste Tacitus einen neuen Namen definieren aber er konnte für den “Teutoburgiensi saltu” auf keinen adäquaten und bekannten Namen zurück greifen oder ihn etwa “Cherusciburgiensis saltus” nennen, da ihm die Örtlichkeiten, Grenzziehungen aber auch die Grenzbeziehungen bzw. die Territorien der Stämme untereinander gar nicht geläufig waren. Aber das musste er auch nicht, es reichte ihm, dass er die “Provinz der Burgen” schon den Teutonen zuschreiben konnte und so gelang es ihm zumindest seiner Leserschaft eine namentliche Begrifflichkeit für ihr Vorstellungsvermögen zu hinterlassen an der sie sich, wenn auch nur ungenau orientieren konnten. Die Verkettung der drei wesentlichen Bestandteile, also den drei zerlegten Eckpfeilern “Teuto”, sowie “Burgiensi” und “Saltu”, so wie sie uns Tacitus hinterließ könnte man in der Zusammenfassung auch die “Waldschlucht in der Provinz der teutonischen Grenzburgen” nennen. Aber auch auf Basis dieses Theoriengebildes liegt der gesuchte Ereignisbereich immer noch nahe „den äußeren Brukterern“ und unweit des, nennen wir ihn trotzdem Teutoburger Waldes nämlich in einem ostwestfälischen „Canyon“ der Südegge. Eine Waldschlucht die heute im Begriff ist zuzuwachsen und selbst die vielen alten Hohlwege darin (in quo) sind wegen der hohen Laubschichten kaum noch begehbar. Aber die möglichen Alternativen werden überschaubarer, lassen sich eingrenzen und konzentrieren sich punktueller auf eben diese eine Waldesschlucht westlich von Borlinghausen. Aber damit nicht genug, denn es gibt noch weitere Hinweise die dafür sprechen, dass sich die Varusschlacht in der Südegge bzw. im „camino en el bosque de la garganta” wie man vielleicht in Spanien sagen würde, zutrug. Zuletzt bearbeitet am 13.07.2018 - 23:36 Uhr

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Mittwoch, 20. Juni 2018
Mit der Schwebebahn „über die Römerzeit“. Die “Tiberianische Landwehr”. Auch eine dialektische Herausforderung
Der Marsch der Legionen im Jahre 9 + vom Sommerlager an den Rhein fand nach Lage der Dinge bekanntlich sein Ende im Verlauf eines mehrtägigen Kampfgeschehens. Die Varusschlacht führte zu einer Zäsur zwischen Germanen und Römern und hatte weit reichende Auswirkungen auf ganz Mitteleuropa, die sich noch auf viele Jahrhunderte bemerkbar machen sollten. Beide Seiten zogen aus diesen gewaltigen Verwerfungen die der germanischen Bevölkerung damals wie ein Weltenbrand erschienen, den die Nordgermanen “Ragnarök” nannten, unterschiedliche Konsequenzen. Die Germanen schlossen sich nach dem für Germanicus unrühmlichen Ende seiner Feldzüge zu wirksamen und schlagkräftigen Großstämmen zusammen, deren Stunde noch kommen sollte, während sich das Imperium darauf besann seine östlichen Grenzen zu sichern, denen noch die Zerreißprobe bevor stehen sollte. Bis es zu diesem entscheidenden Schlagabtausch im Zuge des Niederganges des römischen Reiches kommen sollte, standen sich beide Lager unterschwellig kritisch aber letztlich unversöhnlich in Lauerstellung gegenüber und mussten in den Jahrhunderten nach der Varusschlacht und den Germanicus Feldzügen immer wieder wechselseitig mehr oder weniger heftig vorgetragene Angriffe und Attacken abwehren um sich gegenseitig auf Distanz zu halten. Die Vorgänge in Germanien bis zum Untergang des Reiches vollzogen sich mangels schriftlicher Zeugnisse für uns kaum nachvollziehbar, zeigten uns dafür aber um so deutlicher ihre Resultate in Form der großen Neubildungen von Stämmen zu Völkern, während uns die antiken römischen Historiker zum Ausbau der Grenzanlagen mehr Informationen hinterlassen haben. Die Varusschlacht brachte bekanntlich die große Wende und Heerführer Tiberius ein exzellenter Kenner der germanischen Welt und das auch schon bevor ihm die Kaiserwürde übertragen wurde, war daher Realist genug um aus der demoralisierenden Clades Variana schnell die nötigen Konsequenzen zu ziehen. Er begann die Grenzen am besonders kritischen Nordabschnitt zwischen der römischen Germania inferior auf der einen und der Germania magna die heute auch Germania "libera" genannt wird auf der anderen Seite neu zu ordnen und zu sichern. Wie schnell die Lage am Rhein Limes eskalieren und sich zuspitzen konnte, bewiesen die überhasteten Pläne der Xantener Garnison nach den Ereignissen an den "Pontes Longi" im Jahre 15 +, wo man vorschnell sogar nicht einmal davor zurück geschreckt hätte, die wichtige Rheinbrücke einzureißen um einen befürchteten germanischen Vorstoß über den Rhein zu vereiteln. Was für Germanicus besonders peinlich, aber um so nützlicher für die Strategie des Tiberius war, dürfte damals gewesen sein, dass “eine Frau” nämlich Agrippina die noch dazu Ehefrau von Germanicus war, den Abriss der Brücke durch ihren beherzten Einsatz verhindern konnte. Dies wird Tiberius geholfen haben um mit dieser Rückenstärkung später seine Anordnung zum Rückzug durch zu setzen. Ungeachtet des Ausganges der Germanicus Feldzüge hatte Tiberius vermutlich schon unmittelbar nach der Varus Katastrophe den politischen Weitblick und Sachverstand besessen, dass es auf Dauer nicht möglich sein würde, auch die Mitte Germaniens in römische Provinzen umzuwandeln und daher die Initiative ergriffen, in dem er einen zusätzlichen Schutzbereich zur Absicherung der Reichsgrenze am Rhein ins Leben rief. Die Lage, Beschaffenheit und Ausdehnung dieses tiberianischen Grenzwalles verorten zu können würde uns in vielen Fragen weiter helfen, die sich mit der Situation an der römischen Nordostflanke nach Varus und Germanicus bis zu den Zeiten der Frankeneinfälle befassen. Ein Hinweis, dass Tiberius seine Pläne zur Grenzsicherung intensiv verfolgt und sie schon umgehend nach der Varusschlacht angegangen haben muss ist die Tatsache, dass nur sechs Jahre nach jener denkwürdigen Varusschlacht schon im Jahre 14 + von einem Grenzwall nämlich einem so genannten “limitemque” bei Tacitus die Rede ist, der auch mit Grenzweg, Grenzwall oder Grenzlinie übersetzt wird. Denn auf diesen Grenzstreifen wie auch immer er ausgesehen haben mag, stieß Germanicus weil er ihn auf seinem Vergeltungsfeldzug gegen die Marser von Neuss aus kommend zwangsläufig überqueren musste. Tacitus schreibt aber auch noch, dass dieser Grenzwall zwar schon begonnen, aber noch nicht vollendet, also folglich noch nicht fertig gestellt war. Diesen Hinweis kann man so interpretieren, als dass Tiberius im Jahre 14 + erst am Anfang eines umfangreichen Projektes stand mit dem Ziel die östlichen Reichsgrenzen zu sichern. Tiberius dürfte also mit dem “limitemque” noch einiges vorgehabt haben. Ob er ihn nun als einen Grenzweg oder sogar mit Befestigungen versehen wollte, sei folglich dahin gestellt. Das Germanicus im Jahre 14 + nur einen “noch im Aufbau” befindlichen Grenzschutzstreifen überschreiten konnte, ist natürlich wegen der Kürze der Zeit, die nach der Varusschlacht verstrichen ist auch gut nachvollziehbar. Hätte es allerdings keine Varusschlacht gegeben und wären die Germanicus Feldzüge vor allem im Jahre 16 + für das Reich erfolgreich verlaufen und wären sie zudem mit einer stabilen Ausweitung des Reichsterritoriums einher bzw. zu Ende gegangen, so hätte es möglicherweise keines tiberianischen “limitemque” im germanischen Landesinneren bedurft. Und den Aufwand hätte man sich sparen können. Es sei hier im Zuge der Suche nach diesem historisch gesicherten, aber vermeintlich unauffindbaren und bedeutsamen tiberianischen Grenzwall, den die Varusschlacht überhaupt erst erforderlich machte, für die weitere Argumentation noch festzuhalten, dass uns Tacitus nicht überliefert hat, dass Germanicus 14 + auf seinem Vergeltungszug auch das Gebiet der Sugambrer queren musste. Dies kann auch als ein Fingerzeig dahin gehend gewertet werden, als dass er uns bei der Lokalisierung der alten sugambrischen Siedlungsgebiete helfen könnte. Denn das nicht erwähnen könnte auf eine gewisse Bedeutungslosigkeit bzw. ein Nichtvorhandensein dieses Stammes zu Zeiten des Germanicus Feldzuges nach Osten sprechen. Tiberius hatte Germanien verinnerlicht wie kein zweiter römischer Feldherr und niemand kannte das Land und die Menschen besser als er. Von der Überführung seines toten Bruders Drusus im Jahre 9 – bis zu seiner Entscheidung im Jahre 16 + den “Masterplan” römischer Osterweiterung aufzugeben, vergingen immerhin 25 Jahre in denen Tiberius in Germanien das Heft des Handelns in jeder Beziehung in der Hand hatte. Und er stellte in der Zeit viele Weichen mit historischer Tragweite. Da die Sugambrer schon zu Cäsars Zeiten ein unberechenbarer Germanenstamm waren, ist die Suche nach der tiberianischen Außengrenze des von Tacitus erwähnten niedergermanischen Land Limes auch eng mit der Suche nach den sugambrischen Siedlungsgebieten und ihrem Schicksal, als auch dem der mit ihnen umgesiedelten Sueben verknüpft. Sie hatten ihre Siedlungsgebiete wie sich aus Textstellen ableiten lässt, östlich des Rheins zwischen Sieg und Ruhr, von wo aus sie ihre häufigen Überfälle auf römisches Reichsgebiet austrugen. Tiberius war es der erkannte, dass diese beiden Völker eine latente Gefahr für das römische Reich darstellten und er fasste den für die Sugambrer fatalen Plan eine ganze Region nahezu zu entvölkern. Denn vis a vis der Rheingrenze wollte das Reich keine kriegerisch gesinnten Menschen dulden. So entwurzelte bzw. beraubte man die Sugambrer und Sueben ihrer Wohngebiete, um sie auf die linke Rheinseite zu geleiten bzw. umzusiedeln besser gesagt zu zwingen. Dies war für Tiberius sicherlich keine leichte Aufgabe. Die Germanen siedelten verstreut und verteilten sich über einen großen Raum und lebten in diversen Siedlungskammern, die schon am rechten Rheinufer begonnen und sich bis zum nächsten Germanenstamm in den Osten hinein erstreckt haben könnten. Von einem sugambrischen Hauptort ist uns nichts bekannt, den es aber gegeben haben muss, da man dem Stamm der Sugambrer eine für die damalige Zeit fortgeschrittene Führungsstrukturen in Form eines Königshauses nachsagte. Tiberius muss sie mit Waffengewalt zusammen getrieben haben, um ein Entkommen möglichst verhindern zu können. Denn sie sind sicherlich nicht freiwillig aus ihren angestammten Siedlungsgebieten in unbekannte Regionen gesetzt worden. Vermutlich hat er ihre Wohnsitze von Osten her anrückend im wesentlichen weiträumig umstellt und sie gegen den Rhein gedrückt, so dass ihm der größte Teil der beiden Stämme nicht entgehen konnte. Einige germanische Sippen dürften aber dem Kessel noch entwichen sein und in den östlichen Randgebieten eine Zuflucht gefunden haben, wo sie sich dem römischen Zugriff entziehen konnten. Diesen Bevölkerungsanteil könnte Tiberius dann vernachlässigt haben, da sie für das Reich keine Gefahr mehr darstellten. Er könnte sie aber später mit Auflagen verbunden dort auch geduldet haben. Andere könnten wiederum, wie ich bereits spekulierte mit oder zu den Marsern weiter nach Osten gezogen sein. Denn Strabon der 23 + verstarb erwähnt die Sugambrer noch für die Zeiten um die Varusschlacht als Nachbarn der Cherusker, die in der Nähe der Weser siedelten. Was auch für deren Teilnahme an der Varusschlacht sprechen würde. Wenn die überlieferte Zahl von 40.000 Zwangs umgesiedelten Germanen auch nur annähernd gestimmt hat, so war dies für die damalige Zeit eine gigantische Menschenmenge. Eine derartige Umsiedlung war nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen, verlief sicherlich nicht vollends nach dem Wunsch von Tiberius und die Massen konnten aus rein logistischen Gründen was unter anderem deren Nahrungsversorgung anbelangt auch nicht in allzu weit entfernte neue Siedlungsgebiete deportiert worden sein. Ihre neuen Wohnsitze schon im unweit liegenden Klever Land auf der anderen Rheinseite anzutreffen verwundert daher auch nicht zumal es auch noch nachweisbar ist. Entscheidend war für Tiberius wohl, dass er sie auf der linken Rheinseite besser unter römischer Kontrolle wusste. Anzunehmen ist auch das Tiberius sie auf der linken Rheinseite in eine dort schon ansässige Stammesstruktur integrierte, unter der man sich die Cugerner vorstellen könnte um sie auf diese Weise besser domestizieren zu können. Diese umgesiedelten Sugambrer und Sueben haben auch ihre ureigene germanische Sprache bzw. ihren Dialekt im neuen linksrheinischen Siedlungsraum nördlich der künstlich gezogenen Uerdinger Linie verbreitet und auch jene die zurück blieben, haben ihren sugambrischen Dialekt östlich von Köln beibehalten. So wird auch vor diesem historischen Hintergrund diskutiert und gerätselt, ob es sich bei den Sugambrern gar noch um Kelten bzw. um ein Mischvolk aus Germanen und Kelten gehandelt haben könnte, denn die germanische Südexpansion weit vor der Zeitenwende nahm in den Grenzgebieten zum Keltischen einen anderen Verlauf und gewann dadurch eine abweichende Dynamik. Der in der Rheinfränkischen Region des Ripuarischen verbreitete typische kölsche “Singsang” Dialekt lässt sich von den Menschen im salfränkischen Dialektraum des Klever Landes kaum zuordnen und oftmals auch nicht aussprechen. Möglicherweise kennzeichnet diese Art der Betonung bereits den Übergang zum ehemalig keltisch besiedelten Teil der Eifel in den die Rheinfranken ab dem 4. Jhd. vordrangen. Und es verdeutlicht wieder einmal, dass Rheinfranken eben keine Salfranken waren, obwohl man gewohnt ist, sie in einem Atemzug zu nennen. Die sugambrischen Fürstennamen Baitorix sowie dessen Sohn Deudorix erinnern in der Tat auch sehr an die berühmten Keltenfürsten Cingetorix vom Stamm der Treverer und Vercingetorix den Arverner und die Ostgrenze der keltischen Treverer reichte wie die der Mediomatriker vor 2000 Jahren auch noch bis ans linke Rheinufer. Von der Existenz eines „limitemque a Tiberio“ erfahren wir immerhin dank Tacitus wenn auch “nur” an einer einzigen Stelle, dass nämlich Germanicus diesen “limitemque” also jene tiberianische Grenzanlage auf seinem Marserfeldzug 14 + kreuzen musste. Wo sie sich genau befand, wie sie aussah, woraus sie bestand, wie lang oder wie breit sie war, von woher sie kam und wohin sie führte ist unbekannt. Aber die Grenzanlage muss dort zu finden sein, wo sie Germanicus auf seinem Weg nach Osten zu den Marsern antraf. Meiner Theorie folgend müsste die Grenze da gelegen haben, wo sich die östlichsten Siedlungsgebiete der zurück gewichenen Sugambrer befanden, in die sie entkamen und wo sie später Tiberius möglicherweise unter Auflagen duldete. Ihre Siedlungsgebiete lagen damit aber immer noch innerhalb der römischen Interessenssphäre bzw. des römischen Kontrollraumes und östlich davon begann das heutige Sauerland mit seinen waldreichen und klimatisch ungünstigeren Siedlungsbedingungen, das aufgrund der tiberianischen Sicherungsstrategie vom Reich auch nicht mehr beansprucht wurde. Man kann auch sagen, ab hier siedelten die freien Germanen und die Restsugambrer waren gezwungenermaßen die letzten “Rom treuen”. Dort befindet sich heute das Bergische Land. Die Wohngebiete jener Sugambrer die sich 8 – dem Zugriff Roms durch Flucht in ihre äußersten östlichen Randgebiete entziehen konnten, haben ihren Fußabdruck dank eines ihnen eigenen Dialektes hinterlassen, den man heutzutage “ostbergisch” nennt. In diesem übrig gebliebenen etwa fünf und neunzig Kilometer langen aber nur maximal etwa 9 km breiten ostbergischen Dialektstreifen erkenne ich einen Anhaltspunkt für die Lokalisierung des ehemaligen sugambrischen Siedlungsgebietes. Anhand dieses Gebietsstreifens der vom, ich nenne es mal früheren “Großsugambrien”, übrig geblieben ist, lässt sich in etwa abschätzen, wie weit sich ihr Siedlungsraum vor dem Jahre 8 - nach Westen zum Rhein hin, vor der Zwangsumsiedelung ausgedehnt haben könnte. So kann man in etwa auch abschätzen, wo sich ihr möglicherweise mittig gelegener Hauptort befunden haben könnte. Ich nenne es mal die Schulter des “ostbergischen Sprachärmels” beginnt in etwa ab der Höhe von Duisburg und Mülheim an der Ruhr und schiebt sich dann als dieses rätselhafte dialektische Relikt, wie ein Keil nach Südosten. Und diesen “Sprachschlauch” gibt gewissermaßen auch die Topographie vor, denn südlich von Mülheim an der Ruhr werden gegenüber der flachen westfälischen Bucht und des Rheintales die landschaftlichen Gegebenheiten unübersichtlicher. Denn ab dem Ruhr Tal nach Süden hin, machen sich die ersten Vorboten des bergischen Landes, bergisch in diesem Sinne mal abgeleitet von gebirgig, bemerkbar. Von hier aus bis in Richtung Sieg, tat sich für die Stämme des "Barbaricum" ein stetes und gerne genutztes Einfalltor auf, um auf versteckten Wegen schnell und unerkannt zum Rhein vorstoßen zu können, wo sich Beute machen ließ. Genau diese Vorstöße galt es für das römische Reich nach der Varusschlacht dauerhaft zu unterbinden und so sah der Feldherr Tiberius die beste Lösung darin anzuordnen, dass der Grenzverlauf vom Rhein wie eine Art Landwehr weiter ins Landesinnere zu verlegen ist, um diese Lücke wenn auch nicht ganz zu schließen, so aber doch beherrschbarer zu machen.
Er legte aber einen Grenzstreifen aus dem ostbergischen Sprachkorridor zwischen Duisburg und Oberhausen heraus mit dem geeignetem Abstand zum Rhein auch nach Nordwesten in die Richtung der heutigen Niederlande, wo ihm der Verlauf der Issel nach Norden gelegen kam und wie es sich auch dort noch dialektisch gut nachweisen lässt. Denn der Fluss Issel bildete wie auch in späterer Zeit die Bergische Landwehr, die Grenze zwischen den christlichen Franken und den heidnischen Sachsen. Und auch an der Issel übernahm man wieder die alte Grenzziehung in dem sie die Westgrenze des Bistums Münster zum Erzbistum Köln darstellte. Dieser Grenzstreifen besser bekannt unter dem Namen Klever Landwehr war das nördliche Pendant zur Bergischen Landwehr. Ihre Länge betrug etwa vierzig Kilometer und führte von Hünxe an der Lippe über Römerrast und Isselburg bis in die Nähe von Anholt, wo sie noch heute nachweisbar ist. Nicht nur die Klever Landwehr wurde im Rahmen umfangreicher und jahrelanger Forschungen von Professor Dr. Jacob Schneider (* 10. September 1818 in Trier - † 17. März 1898 in Kleve) akribisch untersucht und es empfiehlt sich daher ganz besonders dass Studium seiner lokalen Abhandlungen. Zweifellos ist aber der Untersuchungsraum aufgrund der Lippelinie nach Osten, dem großen römischen Standlager bei Xanten und den diversen Kastellen an der Lippe archäologisch ergiebiger als der Bergische Abschnitt, dafür kann die Klever Landwehr nicht mit dem Sprachkuriosum aufwarten die der sugambrische Sprachkeil hinterlässt. Professor Schneider verglich zahlreiche Landwehr Strukturen und antike Wegeführungen mit römerzeitlichen Bauten und Befestigungen am großen Limes, stieß auf Signalhügel die er Wartberge nannte und gab der Klever Landwehr den Namen Limes Transrhenania. Mangels eindeutiger Funde wollte ihm bekanntlich die moderne Wissenschaft nicht folgen. Auch bei der historischen Beschreibung der Burg Werth in Isselburg geht man unter Bezugnahme auf den “limitemque a Tiberio” davon aus, dass er möglicherweise mit der Klever Landwehr identisch sein könnte. Deprimierend ist allerdings wie er schon in der Mitte des 19. Jhd. oftmals feststellen musste, wie umfangreich die Zerstörungen an den historischen Hinterlassenschaften schon waren und wie sie sogar noch während seiner Untersuchungen statt fanden. Dem nur etwa zwanzig Kilometer langen Anschlussstück der Klever Landwehr von Hünxe bis an den Bergischen Limes im Raum Oberhausen dürfte man auch noch problemlos auf die Spur kommen. Bei der Betrachtung beider Landwehrstrukturen abgerückt vom Rhein stellt man sich doch immer wieder die Frage nach dem Ursprung zu dem ich eine Antwort geben möchte. Denn warum hätten die Franken gerade an dieser Stelle im Schnitt etwa zehn im nördlichen Abschnitt bis dreißig Kilometer im südlichen Abschnitt vom Rhein entfernt ihre umfangreichen Landwehren errichten sollen. Doch wohl nur, weil sie dort bereits aus früherer Zeit existierten und weil sie vielleicht sogar noch auf ältere Strukturen stießen und diese teilweise für sich nutzbar machen konnten und weil sie dort immer schon eine große Bedeutung für die Landesverteidigung besaßen. Und last but not least, weil jeder im Lande die Bedeutung dieser für die Ewigkeit geschaffenen Grenzziehungen bestens kannte. Und sicherlich tobten natürlich auch die späteren Sachsenkriege um diese Landwehren. Um die Jahre 691 bis 693 muss es aber wieder eine verhältnismäßig ruhige Zeit am “Sachsenlimes” gegeben haben, denn sonst wären die Brüder Ewaldi nicht so tief, vermutlich bis Dortmund nach Sachsen vorgestoßen, wo sie dann nahezu erwartungsgemäß auch den Märtyrertod starben.
Auf ganzer Länge löste bzw. rückte er die Grenze vom Rhein, also vom Fluss ab und funktionierte sie zu
einem “trockenen” Limes um. Jedoch verlor sich der Grenzstreifen den Tiberius nördlich der Ruhr nicht in jenen schmalen Dialektschlauch wie es dem ostbergischen südlich davon erging, da es im Norden nicht zu den sugambrischen Umsiedelungen und damit verbunden auch zu keinen Dialektnischen kam. Der nördliche Land Limes ab Duisburg rechts des Rhein hatte auf ganzer Länge Dialektkontakt zum linksrheinischen Sprachengebiet in das Tiberius die Masse der Sugambrer umsiedelte. Mit diesen von Tiberius an besonders neuralgischen Grenzabschnitten ins Leben gerufenen und vermutlich nicht durchgängig gestalteten Sicherungsmaßnahmen, die es für die Forschung aufzuspüren galt, schuf sich Rom die nötige Pufferzone für seine nach vorne gewandte bzw. vorgeschobene Verteidigungslinie, die man heute Vorwärtsverteidigung nennen würde. Die Methode durch Hecken verstärkte Schutzwälle auch bestehend aus Erdmassen über größere Strecken zu errichten, könnte Tiberius von den Nerviern her gekannt haben und sie mögen ihm vermutlich als Vorbild für seine Grenzmarkierung östlich des Rheins gedient haben. Diese Strukturen kannte auch bereits Cäsar denn sie wurden von ihm erwähnt. Im Klever Land sind vergleichbare spätere Schutzwälle sogar noch heute sichtbar und stehen unter Denkmalschutz. Heimatforscher führten das Prinzip ihrer Bauweise bereits im 19. Jhd. auf Tiberius zurück, der sie gegen die keltischen Menapier angelegt haben soll. Jüngere Forschergenerationen mochten diesen Überlegungen mangels handfester Beweise auch verständlicherweise nicht folgen. Für diese Landwehr artigen Strukturen die neben Wallanschüttungen auch aus niedrig gehaltenen Gehölzen mit Dornbüschen durchsetzt bestanden, sind unter anderem Begriffe wie Hecke, Landheege, Gedörn oder Gebück überliefert. Die römischen Landvermesser werden für den Land Limes folglich die erste grobe Linienführung vorgegeben haben und die vorhandene oder dort angesiedelte von Rom abhängige germanische Bevölkerung wird sie im Zuge von Frondiensten ausgeführt haben müssen. Natürlich sind diese frühen Grenzanlagen  nicht zu vergleichen mit dem uns allen bekannten großen Limes späterer Jahrhunderte aber sie erfüllten ihren Zweck und entwickelten sich zum Erfolgsrezept, denn diesem System verdankte Rom eine lange Phase verhältnismäßiger Ruhe an der niedergermanischen Ostfront, auch wenn der Bataveraufstand bewies, dass der Feind auch aus einer anderen, nämlich aus der nördlichen Richtung kommen konnte. Als man den Bau der 550 Kilometer langen Sperranlage des "Palisadenlimes" in Angriff nahm, sollten auch noch fasst zweihundert Jahre vergehen und in der Zwischenzeit gab es auch technologische Fortschritte die in der römischen Kaiserzeit noch nicht genutzt werden konnten. Das erste Kastell auf der rechten Seite in Rheinbrohl wurde schließlich erst im späten zweiten bzw. frühen dritten Jahrhundert errichtet. Zweifellos werden die ersten grob umgesetzten Limes artigen Bauwerke die noch im Versuchsstadium steckten römische Präzisionsarbeit missen lassen, aber ein Anfang war gemacht. Und realistisch betrachtet dürfen wir uns diesen frühen Grenzschutzstreifen auch nicht wie einen durchgehenden unüberwindbaren Grenzwall vorstellen, obwohl der „limitemque“ mit Grenzwall übersetzt wird. Eher wird seine Symbolkraft im Vordergrund gestanden haben, als sein für die Verteidigung gedachter militärischer Zweck. Angreifenden Germanen dürfte immer bekannt gewesen sein, wo sie auf Sperr- oder Grenzanlagen stoßen würden, denn sie waren kein Geheimnis und Informanten gab es in allen Zeiten. Man wird sie in der Anfangsphase zuerst an markanten Streckenabschnitten im Gelände errichtet haben, gleich einem Schlagbaum, der sich auch nur an einer viel genutzten Wegeverbindung befindet. Vermutlich erinnerte die früheste Bauweise auch mehr an eine kahle oder vegetationsarme Schneise auf der man vorher die höheren Bäume für eine freie Sicht gefällt hatte. Mit Gebück verstärkte und mit Dornen durchsetzte Landwehren behielten auch nur solange ihren abschreckenden Wert, wie sie nicht im Zuge der Wachstumsphasen überwuchert wurden und aus wuchsen. Wurden sie höher, so verloren sie an Dichte und waren leichter zu durchdringen und zu überwinden. Wildtiere vor allem die Größeren unter ihnen dürften ihre Wege ebenfalls durch die Landwehr gefunden, Pfade hinterlassen haben und je nach Jahreszeit ließ sich alles durch das Legen von Feuer schnell unbrauchbar machen, zumal wenn man zu viel trockenes Material verbaute. So waren sie sehr, wie man heute sagen würde "wartungsintensiv", mussten immer wieder klein gehalten also beschnitten werden um ihre Funktionsfähigkeit nicht gänzlich zu verlieren und welcher Germane wollte sich schon diese Pflichten freiwillig aufladen. Und so wie man sich unsere Vorfahren vorstellt, werden sie sich ein Vergnügen daraus gemacht haben die Wirkungslosigkeit unter Beweis zu stellen. Aber im Zuge ihrer langen Existenz wuchs trotzdem auch der Respekt vor dieser grünen Grenze, den man ihr letztlich zollen musste, denn Überschreitungen in kriegerischer Absicht wurden sicherlich konsequent und auch willkürlich geahndet. Das Ziel von Tiberius war es letztlich nicht eine unüberwindbare Grenze errichten zu lassen, denn den psychologischen Wert stufte er höher ein, als die Abschreckung durch Wall oder Graben. Und diese wenigen wirklich stabilen Grenzanlagen aus römischer Zeit auch heute noch im Gelände aufzufinden würde schon an Zufall grenzen. Zumal in einer Zeit in der selbst römische Bodenfunde wie Münzen trotz guter zeitlicher Zuweisung aufgrund ihrer Prägung auch immer andere Schlüsse zulassen. Denn sogar eine Münze geprägt 14 + kann auch Jahrzehnte später in den Boden gelangt sein. Aber dank Dendrochronologie oder Radiokarbonmethode stehen noch andere Möglichkeiten zur Verfügung vergängliche Materialien zeitlich zu bestimmen. Vielleicht findet sich noch eine tiberianische im Moor versunkene Eiche dort, wo auch sein Limes verlief. Die Chance sie noch aufspüren zu können. könnte noch am ehesten da gelingen, wo bekannte Altstraßen an Flussläufen den tiberianischen Land Limes kreuzten, so wie es auch Germanicus tat, als er auf einem jener Alten Wege von West nach Ost marschierte. Bereits Cäsar wollte sich den Rücken gegen die Germanen östlich des Rheins frei halten, was seine diversen massiven und mit brachialer Gewalt ausgeführten Kämpfe auf der rechte Rheinseite bezeugen, die uns überliefert sind und die er wie uns bekannt ist, zum Zwecke einer Strategie der Einschüchterung praktizierte. Aber an einen Schutzwall dachte Cäsar damals sicherlich noch nicht, denn auch er konnte den Ausgang der Varusschlacht nicht voraus ahnen. Aber die Einschüchterung war auch Teil der Strategie von Tiberius. Und Cäsar ließ mit seinem Verhalten bereits die Notwendigkeit erkennen, die rechte Rheinseite verstärkt in die Abhängigkeit von Rom überführen zu müssen dem Tiberius folgte. In der Germania magna sollte man wissen, dass westlich dieser tiberianischen Linie die Germanicus 14 + queren musste, die Interessenssphären des römischen Reiches begannen und nicht erst am rechten Rheinufer. So schuf der Ausgang der Varusschlacht schon erste territoriale Fakten,noch lange bevor der große Limes ab Rheinbrohl errichtet wurde. Das Bergische Land wurde dadurch vermutlich zum frühen Testgelände erster Limes artiger Strukturen auf germanischem Boden. Dieser Teilabschnitt war wie damals auch das Lager Aliso an der Lippe wie eine psychologische Warnung an die Adresse der Germanen zu verstehen, von wo ab man gedachte ernst zu machen. Eben ein Zeichen von Stärke das man "vor die Stirn der Feinde" setzte. Dieser Abschnitt der römischen Ostaußengrenze stellte aufgrund der häufigen Germaneneinfälle aus dieser Region sicherlich in jener Zeit den bedrohlichsten Abschnitt der gesamten römischen Germanengrenze dar, denn hier vor den Toren von Köln endete auch ein langer Korridor der weit im Osten in der Egge seinen Anfang nahm und den die Völker immer schon nutzten, wenn sie zum Rhein wollten. Tiberius zeigte hier an einer taktischen verwundbaren Stelle eine militärisch plausible Reaktion und es war die richtige Antwort, denn wenn man angreifenden Germanen erst am Rhein Einhalt gebieten wollte, verlor man viel Reaktionszeit, wodurch sich die Mobilisierung der eigenen Streitkräfte verkürzte, was natürlich unnötige Gefahren herauf beschwor. Er sollte von der Anlage her rein strategischer Natur sein und war nach den gewaltigen Schlachten in jener Zeit noch weit davon entfernt eine friedliche Handelsgrenze zu sein, über die später mal die Warenströme jener Zeit abgewickelt werden sollten. Die Landwehr sollte einem vorwarn ähnlichen Korridor gleich kommen in dem die römische Kavallerie die Bereitschaftspolizei jener Zeit, beliebig agierte und regelmäßige Gesinnungskontrollen machte bzw. den Grenzabschnitt inspizierte. Nur Germanen die sich als zuverlässige römische Vasallen erwiesen, waren hier erwünscht und wurden auch für die Grenzerrichtung eingesetzt. Aber vor allem waren sie im Notfall die, die für das Imperium die Kohlen aus dem Feuer zu holen hatten, denn sie waren die ersten auf die der Feind traf und natürlich hielten die freien Germanen sie abwertend für Römlinge. Rechts der tiberianischen Grenzlinie lebten die unabhängigen Germanen die sich ihre Distanz zum Reich bewahrten und links davon die in ihren Möglichkeiten eingeschränkten eher unfreien und möglicherweise auch geknechteten Germanen. Es war quasi ein unter römischer Hoheit stehendes und von Germanen nach der Sugambrer Deportation erst noch schwach besiedeltes Land, was in den Anfangsjahren mehr einem Niemandsland glich. Und es wurde ungeachtet der vorhandenen Siedlungen willkürlich gewählt, da nur der nötige Sicherheitsabstand zum Rhein der Ausschlag gebende Faktor war und nur dieser zählte. Diesen schmalen Gebietsstreifen an deren östlicher Seite der tiberianische Grenzwall verlief durfte fortan im Vorfeld bis zum Rhein nur die besagte Rom ergebene germanische Bevölkerung besiedeln. Und in dieser kritischen Siedlungszone dürfte auch wie ich schon ausführte vor dem Jahr 8 - das ehemalige Siedlungsgebiet der aufsässigen und angriffslustigen Sugambrer zu suchen sein. Rom sah sich gezwungen jene räuberischen Germanen aus diesem grenznahen Streifen östlich von Köln entfernen. Ein Gebiet aus dem auch Nahrungslieferungen erfolgten, es also auch die Funktion eines Speckgürtels innehatte und aus dem es auch Zufuhren von Rohstoffen wie die Abbauspuren am Drachenfels belegen oder Erzimporte aus dem Siegerland gab, musste man fest in der Hand behalten. Die auch anhand von Dachziegeln jüngst nach gewiesenen römischen Brennöfen also Handwerksbetriebe im Raum Bergisch - Gladbach bezeugen die Intensität der Aktivitäten in diesem okkupierten Bereich. Und von Tacitus werden die Sugambrer für das Jahr 14 + auch schon gar nicht mehr erwähnt. Mit der Umsiedelung dieser, nach römischer Lesart etwa 40.000 sugambrischen Störenfriede, schuf Tiberius östlich des Rheins das besagte Vakuum, in dem er weite Teile des Landes entvölkerte. Möglicherweise wurden in diese Region auch Teile der Ubier angesiedelt. Wie sich die verbliebene Bevölkerung nach der Entscheidung im ehemaligen Sugambrerland eine Grenze zu installieren, zusammen gesetzt haben könnte, wissen wir natürlich nicht, aber die rechtsrheinisch bis zum ostbergischen Korridor feststellbaren Dialekte die sich ins Linksrheinische fortsetzen machen deutlich., dass der doch hier schon recht breite Rheinverlauf keine Dialektgrenze ist. Ich spekulierte bereits, dass sich ein militärisch geschwächter Rom unterworfener Rumpf- anteil der Sugambrer in den ehemaligen Siedlungsgebieten halten konnte und im östlichen Teil des Vertreibungsgebietes sesshaft blieb, wenn er sich nur gegenüber Rom als zuverlässig und anpassungsfähig erwies. Im Verlauf der Jahrhunderte brachte daher diese Region eine Bevölkerung hervor, die immer mit einem Bein im Imperium stand und die sich schon fasst als Römer fühlten, aber mit dem anderen Bein in Germanien fußte. In Krisenzeiten waren die in der Pufferzone lebenden Menschen die, die zuerst die politische Klimaverschlechterung zu spüren bekamen. Es entwickelte sich daher an dieser römischen Demarkationslinie die in der englischen Sprache zutreffender Weise “grüne Grenze” genannt wird ein Typus Mensch heraus, der diesem besonderen Spagat des kleinen Grenzverkehrs damaliger Weltpolitik Rechnung tragen musste. In diesem Vorhof des römischen Reiches blickte man nach Osten und Westen gleichermaßen um die jeweilige “Großwetterlage” rechtzeitig erkennen zu können. Denn es war für sie Überlebens wichtig ein Gefühl für die jeweiligen Machtverhältnisse zu entwickeln. Und noch heute sagt man dem bergischen Menschenschlag eine besondere Sturheit nach, die aus einer ätzenden Polemik besteht und die ihres Gleichen sucht. Aber woher aber mag dann diese unübersehbare und gewaltige Mentalitätsgrenze zwischen dem ostbergischen verschlossenen Menschen und dem seiner "sing sang" Sprache verfallenen Ripuarier kommen, die zutreffend in der Beschreibung zum Ausdruck kommt, dass beide vor allem eines gemeinsam hätten, nämlich das sie keine Gemeinsamkeit hätten, wenn es sich doch "angeblich" immer um Franken handelte die nebeneinander siedelten und denen man die gleiche Lebensweise unterstellte ? Haben wir da doch noch was übersehen und gab es da zwischen Rheinfranken und Salfranken etwa noch eine dritte Komponente, die die Menschen nicht so recht zusammen führen wollte ? Konservierten sich diese Ostbergischen eine unbeugsame Substanz, die ihnen dabei half die Zeiten zu überdauern, in der sie die Faust in der Tasche ballen mussten und die sie irgendwann mal gegen ihre Unterdrücker richten wollten ? Auch auf dieses interessante Thema bzw. den Zwiespalt beider Volksgruppen bin ich noch in einem der folgenden Abschnitte näher eingegangen, denn es birgt unerklärlichen Zündstoff in sich, der in der Seele eines noch strukturell im germanischen verhafteten Menschen und einem kulturell galloromanisch geprägten Menschen zu finden sein könnte und dem auch eine zwischenzeitliche Völkerwanderung nichts anhaben konnte. Ein Ripuarier war eben doch kein Salfranke und die Ostbergischen waren den sugambrisch geprägten Salfranken verbunden. Die dritte Komponente ist für mich das Keltentum. Lesen wir, dass es zu Cäsars Zeiten unter anderen auch die Sugambrer waren, die den Rhein für ihre Raubzüge überschritten, so folgten ihnen etwa 340 Jahre später unterstützt von Ampsivariern und Chatten die Rheinfranken um linksrheinische Gebiete zu verwüsten. Vor unserem inneren Auge schwebt uns ein Bild vor, wie wilde und zu allem entschlossene, sattellose, germanische Reiterhorden auf struppigen Pferden etwa Isländern oder Tarpanen die arme römische Landbevölkerung tyrannisieren und berauben. Wen die Sugambrer aber tatsächlich antrafen und schädigten waren abgesehen von den wenigen Oppida also den Stadt ähnlichen Ansiedelungen in erster Linien die von Rom unterjochten Kelten bzw. Gallier die die mühsame Feldarbeit verrichten mussten. Eine zivile römische Bevölkerung aus dem heutigen Italien dürfte es um die Zeiten der Sugambrer noch kaum gegeben haben, denn welchen Südländer trieb es damals schon in den rauen Norden. Alles war in der römischen Welt in der ersten Phase der Okkupation in Germanien um die Jahrtausendwende zuerst in Garnisonen strukturiert, und auf Kastelle konzentriert und das Militär bildete die Oberschicht, fasst so wie später bei den Preußen. Bevor jene fügsamen Gallier und römischen Veteranen hinzu kamen, die die Landgüter aufbauten und organisierten. Die Einheimischen zwischen Mosel und Rhein sprachen aber ihren gewohnten keltischen Dialekt und das noch sehr lange und waren aus Sicht der freien Germanen zu einem wehrlosen und unterdrückten Volk geworden, dass den Widerstand gegen die römische Zentralmacht gezwungenermaßen aufgegeben hatte. Ihre Stimmen, ihre Gespräche und der Klang ihrer Gesänge und Lautäußerungen war für die Sugambrer eine andere Welt und davon unterschieden sich die nördlich orientierten Germanen diametral. Nur hierin liegt daher auch meines Erachtens die Wurzel für die tief sitzende Kluft zwischen Germanen und Welschen. Hier verbarg sich eine Distanz, mit der sich Rheinländer und Westfalen auch später noch begegnen sollten und die sich auch im Zuge der fränkischen Besiedelung nicht auflöste, da man sie verinnerlicht hatte. Sie vermischte sich nur im Laufe der Jahrhunderte um sich aber in zeitlich schwierigen Epochen unter politisch unliebsamen Bedingungen wieder schnell Gehör zu verschaffen. Die große Sprachgrenze der Neuzeit verlief einst wenige Kilometer vor Metz ist aber nach 1945 stärker an die deutsch/französische Außengrenze heran gerückt. Dem Mischungsverhältnis geht man seit geraumer Zeit auch auf dem Wege der Dialektforschung nach und filtert dabei immer wieder neue und erstaunlich viele Worte keltischen Ursprungs heraus. Mit der römischen Unterdrückung der keltischen Bevölkerung wurden oftmals auch deren Siedlungen aufgegeben, überbaut oder es entstanden römisch geprägte Zivilisationen. Ein gutes Beispiel dafür ist das einstmals fünfzig Hektar umfassende keltische nunmehr Martberg genannte Oppidum, das der Neugründung von Cardena dem heutigen Treis - Karden unmittelbar an der Mosel gelegen weichen musste. Der noch dem keltischen Gott Linus gewidmete Tempel von Martberg überdauerte sogar das Ende der keltischen Stadt und verschwand erst im 4. Jhd. im Zuge der Christianisierung. Von Martberg einem der Hauptorte der keltischen Treverer bis zum Rhein sind es nur 22 Kilometer und bis zur sugambrischen Stammesgrenze die ich nördlich von Bad Honnef verorte, nur 71 Kilometer. Hier waren für die Germanen also keine großen Distanzen zu überwinden, wenn sie in Kontakt treten wollten, mit der alten anders sprechenden Kultur der keltischen Welt der Treverer. Dass es einen Kontakt zwischen beiden Etnien gab, beweist auch die Flucht jener Teile des Treverer Fürstenhauses, die sich dem Zugriff Cäsars entzogen und sich vermutlich zu den Sugambrern begaben, obwohl es auch Spuren ihres Verbleib ins Münsterland gibt. Während sich die Kelten an Mosel und Saar noch gegen die germanische möglicherweise suebische Gefahr aus dem Norden zur Wehr setzten konnten, hielten sie dem römischen Druck unter Cäsar nicht mehr stand und verloren noch vor der Zeitenwende ihre stammesgeschichtliche Eigenständigkeit auch auf heutigem deutschen Boden. Die Grenzziehung des Tiberius Limes entstand unter den römischen Landvermessern natürlich nicht auf dem Reißbrett, denn wie wir es auch vom späteren großen Limes her wissen, nutzte man für derartige Grenzen besonders die Kämme der Höhenlagen und vermied die neuralgischen Abschnitte die der Feind einsehen konnte. Und diese tiberianische Grenze gewann später um so mehr an Bedeutung, wie sich die Lage im Reich zu destabilisieren begann. Brauchte man in der römischen Kaiserzeit die Germanen noch als willige Auxiliareinheiten um mit ihnen andere Germanenstämme zu bekriegen oder gar dem Wunsch nach hing die Reichsgrenze an die Elbe zu verlegen, so besann man sich in Germanien und das vielleicht auch erstmals unter Tiberius darauf, sie nun als Verteidiger der eigenen Reichsgrenzen mit in Stellung zu bringen. Das Imperium nutzte dieses Bevölkerungspotenzial auf Basis einer neuen "Nachvarianischen" Doktrin nun nicht mehr nur in der Offensive, sondern polte sie langsam auf Reichsverteidigung um. So wurden sie zu Hilfskräften einer pragmatischen Politik, wobei man den Schwerpunkt bereits auf eine vorsichtige partnerschaftliche Annäherung und Zusammenarbeit legte und man versuchte die Germanen auf diese Weise zu willigen Vasallen und Untertanen Roms zu erziehen. Die Distanz die zwischen alten und neuen sugambrischen Siedlungsgebieten lag war nicht unüberwindlich und so wird auch weiterhin ein Kontakt bestanden haben, wie auch immer er ausgesehen haben mag. Denn die Wohnsitze der Sugambrer waren nur durch den Rhein von einander getrennt und der war vor 2000 Jahren beileibe noch keine schnell fließende verbaute und unüberwindbare Großschifffahrt Straße, sondern ein mehr armiges Gewässer mit vielen seichten Bereichen. Die mit Tiberius einsetzende strukturelle Kursänderung zuvorderst auf die Verteidigung zu setzen die sich aber später auch als eine Tür in Richtung Handel öffnen sollte, löste über die Jahrhunderte betrachtet den langsamen Prozess der Annäherung aus. Die tiberianische Landwehr stabilisierte sich und wuchs über die Generationen zu einem fixen Bestandteil in den Köpfen der Menschen heran. Rechts galten die Gesetze der Germanen, links die Pax Romana. Der Status quo wurde zur Normalität. Die Landwehr des Tiberius beruhigte die Lage gegenüber der alten germanischen Varusallianz und entwickelte sich über die Jahrhunderte betrachtet zu einem Erfolgsmodell. In Süddeutschland hingegen, begann man bereits den Rhein als letzte Rückzugslinie ins Auge zu fassen, nach dem die Alemannen den Palisadenlimes 266 + überschritten hatten. Ich möchte jetzt noch einen kurzen Exkurs ins 4. Jhd. und in die Endphase des Imperiums machen. Noch bevor in der Silvesternacht des Jahres 406 der Rhein bei Mainz von einer großen Anzahl germanischer Krieger, die sich aus unterschiedlichen Stämmen zusammen setzte überschritten wurde, wodurch die römische Vorherrschaft in Germanien endgültig beendet werden sollte, wankte auch in Niedergermanien das Imperium. Denn schon 54 Jahre davor im Jahr 352 + fielen die ersten Germanenstämme in die galloromanischen Siedlungsgebiete westlich des Rheins ein, wo sie sich fest setzten, die man später Rheinfranken nannte.
Unter Rheinfranken fasst man nach gängiger Lesart alle jene Stämme zusammen, die um diese Zeit vor allem am niederrheinischen Limes ihre Siedlungsgebiete nach Westen über den Rhein schoben. Die fränkische Sammlungsbewegung ließ sich anhand ihrer Mundart zuordnen und ihre Dialekte wurden im so genannten Rheinischen Sprachfächer zusammen gefasst, der sich vereinfacht ausgedrückt von Speyer bis Holland erstreckt. Darin begründeten die Rheinfranken je nach alter Tradition und früherer Stammeszugehörigkeit den "süd" niederfränkischen und den ripuarischen Sprachraum. Innerhalb dieses Fächers vermischten sich die neuen Dialekte mit den Sprachen der dort schon vor der fränkischen Einwanderungswelle vorhandenen germanischen und keltisch durchsetzten Bevölkerung. Allerdings kann ich in den Stämmen oder Völkern die den Mittelrhein südlich von Bad Honnef überschritten aufgrund der dialektischen Forschungsgeschichte die im hessischen Raum ihren Ausgang fand und daher auch noch dahin zurück reicht, keine Franken erkennen. Nach mehrfachen Auseinandersetzungen des Imperiums mit eben jenen Rheinfranken die zwischen 352–389 stattfanden, beendete Valentinian II diese Kämpfe im Jahr 388/389 mit einem Friedensabkommen. Aber damit ließ sich die Lage an der römischen Rheinfront schon nicht mehr beruhigen bzw. zu Gunsten Roms stabilisieren, denn es kam zu weiteren Kämpfen zwischen den Legionen und den Rheinfranken die sich noch bis in die Mitte des 5. Jhd. bis zum definitiven Ende des Imperiums hinziehen sollten. Im Zuge dieser 100 Jahre andauernden mehr oder weniger heftigen Scharmützel zwischen Franken und Römern, die sich zwischen 350 + und 450 + zutrugen, berichtet auch die heutige Geschichtswissenschaft, dass ein niederrheinischer Limes von den Rheinfranken “durchbrochen” wurde, so als ob derartiges möglich wäre. Denn einen Fluss wie den Rhein kann man sicherlich nicht durchbrechen. Es wird also vorsichtig formuliert und nicht definiert, ob es sich dabei um den “nassen” Rhein oder den “trockenen” Limes handelte. Anzunehmen ist, dass die Experten damit nur den “nassen” Limes meinten. Doch wie vollzog sich eigentlich der Einfall sowohl der Rheinfranken im südlichen Rheinabschnitt als auch der Salfranken im nördlichen Teil ins Imperium Romanum der zum Ende der römischen Macht in Germanien führen sollte. Mangels besseren Wissens geht die Geschichtsforschung von einem nebulösen Sog aus, der viele altgermanische Stämme im heutigen Nordrhein Westfalen und Hessen erfasste, die in den Jahrhunderten nach dem Jahr Null zum Volk der Franken verschmolzen. Es werden in der Regel jene alten germanischen Kleinvölker genannt, die uns schon seit der Varusschlacht ein Begriff sind. Wer von ihnen sich aber nun genau am “Sturm auf Köln” und die linksrheinischen Regionen beteiligte, lässt sich nicht sagen.  Da das römische Reich bereits ab der Mitte des 4. Jhd. massiv an Wehrhaftigkeit verlor, bedurfte es an ihrer Nordostflanke keiner gewaltigen germanischen Kraftanstrengung mehr um das Kartenhaus zum Einsturz zu bringen. Horden von Germanen die sich gleichzeitig in breiter Front ins Reich ergossen wird es nicht gegeben haben. Der Prozess war eher schleichender und zermürbender Natur. Um an den Fall der innerdeutschen Mauer anzuknüpfen kann man es wohl eher als eine Abstimmung mit den Füßen bezeichnen. So werden sich die Bewohner einer linksrheinischen römischen Villa Rusticae im Verlauf dieser Zeit einem plötzlichen und unvermittelten Zuwachs von rechts des Rheines ausgesetzt gesehen haben. Mal wollten sie sich vielleicht nur satt essen aber oft blieb es nicht dabei. Als die Rheinfranken 352 + erstmals den Rheinlimes überwanden standen die Hunnen noch so weit im Osten, dass diese Bewegungen nicht mit der späteren großen Völkerwanderung verwechselt werden sollten. Wie viel Germanen der neuen rheinfränkischen Fraktion waren also nötig um das Reich endgültig zu bezwingen. Die Forschung ist sich uneins von wo aus die Stämme aufbrachen um das römische Reiche zur Geschichte werden zu lassen. Reichten schon kleinere germanische  Bewegungen aus den Rhein nahen östlichen Regionen aus um das Reich in der Endphase zu Fall zu bringen, oder waren dazu Stämme aus den Tiefen Germaniens nötig um es endgültig zu bezwingen bzw. war deren Hunger nach neuem Siedlungsland der treibende Faktor. Es stehen sich im Zuge meiner Überlegungen also zwei Varianten gegenüber. Die umfassende Völkerwanderung die die westfälische Bucht bis zur Weser einschloss, oder die kleinere die nur jene Germanen betraf und in Bewegung setzte die den Rhein schon nach wenigen Tagen erreichen konnten. Beginne ich mit der ersten Überlegung, dass es nämlich Germanen waren, die aus dem heutigen Osten Westfalens kamen, und den Rhein überschritten, wo man sich bessere Lebensbedingungen versprach. Viele von ihnen könnten sich dann mit dem Überqueren des grünen tiberianischen Land Limes, also noch weit vor dem Erreichen des Rheinufers de facto bereits am Ziel ihrer Wünsche gewähnt haben, denn sie wären nämlich mit den Bedingungen im römischen “Zwischen” Reich, dass schon dreißig Kilometer vor dem Rhein begann bereits zufrieden gewesen. Denn man fand sich damals schneller als man dachte in jenem Geländestreifen der domestizierten Germanen von Roms Gnaden wieder. Für die rechtsrheinischen “freien” Germanenstämme war die römische Reichsgrenze, was ihre Träume anbetraf über die Jahrhunderte hinweg zu einem eisernen Vorhang geworden und nun sollten es diese plötzlich wie einen Befreiungsschlag empfunden haben endlich in den Westen “reisen” zu dürfen ? Da es ihnen aber in erster Linie um Siedlungsland und bessere Lebensbedingungen ging, trafen folglich bereits zahlreiche Sippen der ehemals rechts des tiberianischen Land Limes lebenden Germanen schon vor dem Rhein auf die für sie geeigneten, auskömmlichen und guten Böden. Sie fanden aber auch Gegenden vor, die von anderen Germanen verlassen wurden, die bereits über den Rhein wechselten. Man schob sich in Wellen nach Westen, verharrte aber letztlich an der nachweisbaren "tiberianischen" Dialektgrenze. Die bis dato von den römifizierten Germanen bewirtschafteten und in der Zwischenzeit gerodeten und gut kultivierten Böden, beispielsweise zwischen Remscheid und Düsseldorf bzw. im Raum Bergisch Gladbach könnten demnach bereits große Teile der Neusiedler aufgenommen haben. So sollen diese freien Germanen also forsch und frei wie sie genannt werden gegen Ende des 4. Jhd. wie eine Welle aus der westfälischen Bucht kommend über die tiberianische Landwehr hinweg geschwappt sein. Dieser Einfall sollte er sich denn so zugetragen haben verlief allerdings für die im Grenzstreifen 8 - zurück gebliebenen Sugambrer, die dort im Auftrag Roms die grüne Grenze hielten, schadlos. Denn den östlicher siedelnden nun heran rückenden Germanenstämmen in deren Reihen sich möglicherweise auch Sugambrer befanden die damals noch bis zu den Marsern flohen konnten um der Umsiedelung zu entgehen, könnte bekannt gewesen sein, dass es sich bei den angetroffenen Sugambrern ursprünglich um einen Stamm handelte, der mal ein Teil von ihnen war. Möglicherweise erkannte man sich und ihre alte Verwandtschaft auch noch am Dialekt. Vielfach wird die Langlebigkeit bzw. das Erinnerungsvermögen der Völker sicherlich unterschätzt. Das heutige Bergische Land dürfte auch um die Mitte des 4. Jhd. da, wo es gute Böden gab bereits flächig besiedelt gewesen sein. Ob es aber landwirtschaftlich zusätzliche Neubürger ernähren konnte ist fraglich. Denkbar ist daher, dass es für die Oststämme wenig begehrenswert war um sich darin friedlich nieder zu lassen. Man übersprang demnach den schmalen sugambrischen Siedlungsstreifen und zog weiter in Richtung Rheintal und auch darüber hinaus. Fortan wurden auch diese einst zurück gebliebenen Sugambrer als Grenzgermanen von Rom nicht mehr gebraucht und sich selbst überlassen, denn die einstige römische Außengrenze existierte nicht mehr. Die Sugambrer saßen sozusagen zwischen zwei Stühlen und arrangierten sich mit dem neuen Leben. Die Zuwanderer aus den Gebieten östlich des tiberianischen Limes bevorzugten eher die günstige Topographie der daran anschließenden milderen und Niederschlags ärmeren Rheinterrassen. Eine Notwendigkeit den Rhein zu überschreiten war für diese Sippen daher auch nicht immer erforderlich. Mit dem sugambrisch/ostbergischen Dialektstreifen im Rücken und dem Rheintal vor sich, waren diese von weiter her zugewanderten Germanen bereits am Ziel ihrer Vorstellungen angekommen. Und damit wäre die theoretische Variante, dass starke germanische Bewegungen aus dem Hinterland weit östlich des tiberianischen Limes also noch bis zur Weser den Sturz Roms im Zuge der Besiedlung wesentlich mit herbei führten in kurzen Worten dargestellt und sie hört sich auch recht plausibel an. Nun aber zur Variante zwei. Denn wäre da nun nicht diese alte Sprachscheide, die es noch heute zwischen dem Rheinland und Westfalen, und die es nachgewiesenermaßen auch schon seit dem austrasischen Teilreich gibt, die aber im Ursprung dem tiberianischen Limes zu verdanken ist, so könnte das Kapitel " Woher kamen Franken " besser gesagt die Rheinfranken schon geschlossen werden.  Nun stelle ich aber eine Überlegung zur Disposition, die ich für zutreffender halte. Denn die germanischen Stämme rechts des tiberianischen Limes hatten wie es dialektisch zu erklären ist bzw. der dialektisch scharfe Schnitt beweist, gar nicht die Absicht den alten tiberianischen Land Limes auf Dauer zu überschreiten, sondern blieben ihren bisherigen Siedlungsgebieten treu. Sie hielten sich also fern und das obwohl sich die römische Grenze im freien Fall befand. Es waren sicherlich Landstriche östlich des tiberianischen Limes frei geworden in die sie nachrücken konnten, aber man hielt sich im freien Germanien an das alte "varussche" Gesetz und hatte kein Interesse daran eigene bekannte und auskömmliche Siedlungsgebiete zu verlassen um sie gegen Regionen einzutauschen die man mit ungewissen Ausgang erst frei kämpfen musste. Man hatte sich östlich des tiberianischen Limes in den Jahrhunderten zwangsläufig von der gallo/römischen Mentalität entfernt. Und so überließ man es jenen Germanen am Rhein und unweit des Rhein, die den Umgang mit Rom gewohnt waren, die römischen Rückzugsgefechte zu schlagen, denn ihre alte Rechnung gegen das Imperium war inzwischen ungleich länger als die der "Ostgermanen". Zumal auch an keiner Stelle ist überliefert, dass die römische Reichsgrenze zwischen Bonn und Xanten von Angrivariern, Brukterern oder gar Cheruskern bzw. Marsern bedroht oder überschritten wurde. Erwähnung finden lediglich die Rhein nahen Ampsivarier und die als Chatten definierten Rheinfranken. Um diese historische Wissenslücke jener Zeit zu schließen, bediente man sich gerne der Sammelbezeichnung Franken und sie kam allen gelegen, die sich im dunklen Kapitel deutscher Frühgeschichte zurecht finden wollten. Diese zuvor genannten östlicher siedelnden Stämme waren daher in jener Zeit auch nicht unmittelbar am Zerfall des römischen Reiches beteiligt, könnten aber ungeachtet dessen im Hintergrund zweifellos eine Rolle dahingehend gespielt haben, als dass sie die westlich von ihnen siedelnden Stämme zur Abwanderung gebracht haben. In dieser Zeit baute sich auch langsam der Konflikt auf, der später in die Sachsenkriege mündete. Auf Basis dieser Überlegung verwundert es daher auch nicht, dass die "Ost" Stämme wozu sicherlich auch die Cherusker bzw. deren Nachfolgestämme zählten, in ihrem bisherigen angestammten ostwestfälischen Siedlungsraum verblieben und sich nicht am Zug ins Reichs römische beteiligten. Offensichtlich waren diese Germanen aus den Quellgebieten von Ems und Lippe sowie vom Weserufer nicht so forsch und so frei wie jene Germanen die im römischen Reich und im rechtsrheinischen Streifen in den römischen Zeiten “überwintern” mussten. Verdeutlicht wird das Verharren dieser einstigen Wesergermanen und dann sächsisch/fälisch genannten Gruppe auch an der Linienführung der Ostgrenzen des austrasischen Reiches unter Chlodwig dem Sugambrer. Denn keine hundert Jahre nach der übereilten römischen Vertragsschließung mit den Rheinfranken im Jahre 388/389 sollten vergehen, als sich schon im Jahre 481 + zeigte, dass diese sächsisch/fälischen Germanen gar nicht die Absicht hatten, die alte römische Reichsaußengrenze im Territorium der zurück gebliebenen Sugambrer, also den tiberianischen Limes anzutasten bzw. zu durchbrechen um sich ebenfalls Siedlungsgebiete im Rheintal und darüber hinaus zu sichern. Sie respektierten auch unter Chlodwig immer noch die alte “Varusgrenze” des Tiberius und hielten sich sozusagen an das eherne und ungeschriebene Gesetz ihrer Altvorderen. Denn ein geschlossenes und rückwärtig orientiertes Abwehrverhalten jener Rheinfranken, die in der Mitte des 5. Jhd. gerade erst mühsam das römische Reich nieder gerungen hatten nun gegen ebenfalls nachrückende Westfalen, Falen, Ostfalen oder Sachsen zu richten, ist uns nicht überliefert. Der Widerstand der vereinigten Franken gegen die Sachsen wuchs erst wieder, nachdem man erkannte, was sich im einstigen Hinterhof zusammen braute wo sich eine für damalige Verhältnisse alte Macht anschickte zum neuen Widersacher zu werden. Die tiberianische Ostaußengrenze hielt also immer noch was sie versprach, sie hielt nämlich immer noch jene anderen nennen wir sie die “Varus” Germanen davon ab nach zu rücken. Ich wende hier bewusst den Kunstnamen Falen an, auf den ich in späteren Abschnitten noch näher eingehen möchte. Die Zeiten nach dem Frankeneinfall Ende des 4. Jhd. zählen mit zu jenen Kapiteln, die uns in vielerlei Hinsicht Rätsel hinter ließen und sie gehören damit zu unbekanntesten Epochen deutscher Geschichtsforschung. Nur die Dialektforschung kann uns noch weiter helfen, sie kann uns aber auch nur noch solange zur Seite stehen, wie es die alten Dialekte überhaupt noch gibt, es also noch Menschen gibt die sie etwas sprechen können.
Aus der Gesamtbetrachtung schließe ich also, dass an der Eroberung und der Besiedlung des römischen vor allem linksrheinischen Reiches nur jene Stämme der Salfranken und der Rheinfranken beteiligt sein konnten, die  innerhalb des Pufferstreifen oder unweit der römischen Ostaußengrenze siedelten und die aufgrund der wirtschaftlichen und geopolitischen Lage in besonderer Nähe zum römischen Reich standen und lebten, einem Reich dem sie im Laufe der Jahrhunderte mental immer näher kamen. Diese Überlegung lässt nur den Schluss zu, dass das römische Reich an der Nordostflanke im wesentlichen nur von jenen Germanen zu Fall gebracht wurde, die in dem schmalen Grenzkorridor zwischen dem Rhein und dem Tiberius Limes sesshaft, und mit den römischen Verhältnissen vertraut waren. Nur von ihnen ging die entscheidende Kraft, die nötige Courage, Initiative und der Kampfesmut aus, um dem Reich ein Ende zu bereiten. Vermutlich verfügten die Germanen zudem auch über ein gutes Waffenarsenal. Vor diesem Hintergrund betrachtet bekommt auch die Herkunftslegende, den Franken nach zu sagen sie wären eben “frank und frei” eine andere Bedeutung. Denn nur wer sich von innen heraus gegen die römische Vorherrschaft einer Revolte gleich zur Wehr setzt und die Ketten abwirft, dem gebühren auch die Attribute "frank" und nun auch "frei" zu sein im Sinne von sich der römischen Übermacht in den Weg gestellt und sie bezwungen zu haben. Und diesen (Franken) Germanen stehen die Ehrentitel "frank und frei" allemal mehr zu, als jenen (Falen) Germanen die in ausreichender Distanz zum römischen Reich und fern ihrer Zivilisation aufwuchsen. Statt die Franken “frank und frei” zu nennen, würde vielleicht besser “forsch und dreist” zu ihnen passen. In den rebellischen rechtsrheinischen Landen bis zum tiberianischen Limes war man im Verlauf der Jahrhunderte zu einem stabilen Wohlstand und einer gewisser Unabhängigkeit gelangt, verfügte über eine angewachsene Bevölkerungsanzahl und viele Germanen dürften auch in die linksrheinischen Gebiete eingesickert sein, wo sie auf eine Landbevölkerung stießen, die sich ebenfalls ein Leben ohne römische Vorherrschaft vorstellen konnten. Man schloss sich zusammen und bekämpfte die Reste des Reiches im linksrheinischen nun von von innen und aus dem “Pufferstreifen” von außen heraus. Dieser Mischung hatte das Reich in den letzten Jahren seiner Existenz nichts mehr entgegen zu setzen und es bedurfte daher auch keiner gewaltigen Völkerscharen aus dem Osten Germaniens mehr, um es aufzulösen. Rechts des Rhein im heutigen Westfalen betrachtete man den Niedergang und den folgenden Umsturz aus der sicheren Entfernung, dort empfand man die Geschehnisse auch nicht mehr als besonders bedeutungsvoll, denn der Prozess war ihnen über die Generationen betrachtet auch nicht neu und man hielt sich eben auf die westfälische Art raus. Für das große östlichere Germanien war das römische Reich ohnehin “nur” eine schon in den Germanicus Zeiten also vor Jahrhunderten besiegte Besatzermacht, die sich abgesehen von einzelnen Vorstößen nur noch auf die alten keltischen Regionen beschränkte und daher war der Rhein für sie auch immer schon die natürliche Grenze die man kannte und respektierte. Diese Hypothese würde auch den Umstand erklären, warum der westfälische Dialekt jäh am tiberianischen Limes endet. Die Rheinfranken konzentrierten ihren Einfallkorridor ins römische Reich auf den niederrheinischen Limes also den Rhein sowie den tiberianischen Limes. Südlich meines Betrachtungsgebietes am Mittelrhein auf der Höhe von Köln endete der tiberianische Limes. Germanen die den Rhein weiter südlich der Sieg am Mittelrhein querten und etwa aus dem heutigen Hessen zuwanderten nahmen im Vergleich zu den nördlichen Rheinfranken einen anderen Verlauf, denn sie begründeten ihren vom Ripuarischen abweichenden Dialekt nämlich den Moselländischen. Dieser breite von Hessen im Nordosten über den Rhein nach Südwesten verlaufende Dialektraum wird ebenfalls dem Rheinischen Fächer zugerechnet, obwohl sich hier wie die Dialektabweichung verdeutlicht Germanen in Bewegung setzten die meines Erachtens keiner rheinfränkischen Abstammung zugerechnet werden können. Die Ursprungsgebiete der Rheinfranken definiere ich nur im rechtsrheinischen Korridor der in die westfälische Bucht mündet und sie sind stammesgeschichtlich nicht mit jenen Germanen verbunden, die ihre Siedlungsgebiete in den nordhessischen Mittelgebirgsregionen hatten und diese verließen um nach Südwesten zu ziehen. Für meine Vorstellung vollzog sich die “fränkischen Reconquista” daher nur am niedergermanischen Limes nördlich von Bad Honnef. Nach Sulpicius Alexander führte der Rheinfranke Marcomer Ende des 4. Jhd. die Ampsivarier aber auch die Chatten an, als er das römische Reich überfiel. Er trennte namentlich die Stämme voneinander und führte die Amspivarier und Chatten nicht als Franken. Die Chatten obwohl keine Franken standen folglich schon sehr frühzeitig nämlich um 390 + auf Seiten der Rheinfranken, wo sie auch bis in die Zeiten der Karolinger verblieben. Das das chattische Stammesgebiet schon unter dem Merowinger Chlodwig dem Sugambrer im Frankenreich aufging wird machte sie nicht automatisch zu Franken. Am späteren Grenzverlauf zum austrasischen Teilreich der Merowinger lässt sich aber bereits die volle Vereinnahmung des Chattenlandes erkennen. Denn die nördlichen chattischen Stammesgebiete grenzten in jener Zeit schon an die Wohnsitze der von Falen und Sachsen besiedelten Gebiete. Parallel zu den Rheinfranken, die erst den trockenen Tiberianischen und dann den nassen Rhein Limes überschritten, querten im Jahr 358 also nur sechs Jahre nach den Rheinfranken und natürlich ebenfalls “ungebeten” weitere germanische Stämme den Rhein, denen man heute die Sammelbezeichnung Salfranken gibt. Sie drangen über die heutige holländische Betuwe von Norden her nach Südwesten vor und ebenfalls ins linksrheinische römische Reich ein. Dort stießen diese Salfranken im Raum Kleve - Xanten nun auf den 8 – von Tiberius Zwangs umgesiedelten, umfangreicheren und zwischenzeitlich sicherlich in der Kopfzahl auch angewachsenen Teilstamm der Sugambrer. Ob diese ehemals rechtsrheinisch siedelnden Sugambrer immerhin 366 Jahre nach ihrer gewaltsamen Umsiedlung den Vorstoß ihrer “Landsleute” den Salfranken, wie ein Segen oder eine Befreiung empfunden haben, ist nicht überliefert. Überliefert ist allerdings, dass man den salfränkischen Merowingerkönig Chlodwig bei seiner Taufe 141 Jahre später um das Jahr 499 in Reims als einen Sugambrer anredete und nicht als einen für die Regionen ebenfalls erwähnten Cugerner vom gleichnamigen Stamm. Daraus lässt sich ableiten, dass der Name Cugerner entweder für einen weiteren Germanenstamm steht, sie gegenüber den Sugambrer eine untergeordnete Bedeutung hatten, oder sogar mit ihnen identisch waren. Denkbar ist aber auch, dass die Cugerner ein Stamm war, der dort bereits vor der Umsiedelung der Sugambrer ansässig war. Belegt dank Überlieferung ist aber, dass Chlodwig eben jenem Teilstamm der seinerzeit von Tiberius umgesiedelten Sugambrer angehört haben muss oder zumindest mit ihnen in sehr enger Verbindung stand. Es gelang somit diesen alten Feinden und Widersachern Roms ihren Mann an die Spitze der Salfranken zu plazieren und ihm und sicherlich auch seinen Schwertgenossen zur Macht zu verhelfen. Vermutlich erreichten die Sugambrer in den Jahrhunderten ihrer Anwesenheit im Raum Kleve eine Stufe zivilisatorischer Weiterentwicklung, die ihnen gegenüber den hinzu gewanderten bislang “freien” Salfranken einen Vorsprung an Führungsqualität vielleicht auch besser gesagt an Schlitzohrigkeit einbrachte. Denn diese einst überführten Sugambrer konnten sich sicherlich noch eine gewisse Eigenständigkeit auch unter römischer Oberhoheit bewahren. Und unter einer starken römischen Obrigkeit mussten sie als der schwächere Part vieles einstecken und folglich mit politischer Geschicklichkeit lösen, was sie reifen ließ und ihnen gegenüber den Salfranken den besagten Vorteil brachte. So traten jene Sugambrer 366 Jahre nach Tiberius Zeiten wieder in Erscheinung indem sie im Jahre 358 als enge Verbündete der Salfranken eine nicht unbedeutende neue Rolle in der fränkischen Geschichte einnahmen. Nicht nur dem Rheinfränkischen, auch dem salfränkischen Einfall konnte oder wollte das Imperium in der 2. Hälfte des 4. Jhd. nicht mehr mit Waffengewalt entgegen treten. Man griff in jener Zeit sogar nach fränkischen Heerführer um der eigenen Schwäche zu begegnen. So wurde den Salfranken schon im Jahre 358 + als Siedlungsgebiet der Norden von Brabant, das damalige Toxandrien angeboten was sie annahmen. Inwieweit auch Sugambrer ihre Siedlungen verließen um sich den Salfranken nach Toxandrien anzuschließen ist ungewiss, fand aber nach meiner Einschätzung nicht statt. Zumal Toxandrien eine Region war, die immer noch sehr nahe an die linksrheinischen Siedlungsgebiete der Sugambrer bzw. der nicht klar definierbaren Cugerner angrenzte. Im Zuge der Zuweisung der toxandrischen Siedlungsgebiete an die Salfranken wenn man es als ein Entgegenkommen sehen möchte, könnte man sich im Gegenzug auch darauf verständigt haben, dass die Salfranken Krieger abzustellen hatten, die im Ernstfall wo er auch immer auftrat, das Imperium unterstützen sollten. Der schnell gefasste schon hektisch anmutend römische Entschluss den Salfranken bereits kurz nach dem Grenzübertritt, also noch im gleichen Jahr ein Bleiberecht einzuräumen, obwohl es sich aus römischer Sicht grundsätzlich um einen illegalen Grenzübertritt handelte, ist bemerkenswert. Verständlicher wird das Folgende möglicherweise im Zusammenhang mit den damit verbundenen Auflagen, nämlich den Salfranken auch Verteidigungslasten abzuverlangen bzw. sie ihnen aufzubürden. Und dies schien das Imperium in jenen Zeiten auch dringend nötig zu haben. Denn möglicherweise war es im Jahre 358 + auch der Plan des römischen Kaisers salfränkische Kämpfer auch zur Grenzverteidigung gegen andere eindringende Franken oder weiter östlich siedelnde Stämme einzusetzen. Schließlich hatten Rheinfranken den Rhein bereits 352 + dauerhaft überschritten und die Bewegung schien kaum noch zu stoppen gewesen zu sein. So wies der Kaiser die Salfranken an, das ostbergische Einfalltor zu kontrollieren um weiteren Nachzug in einem Korridor östlich von Köln zu unterbinden und dort mögliche Eindringlinge aufzuhalten. Das diese Aufgabe den sugambrischen Teilen der Salfranken im Kleverland zufiel scheint dann nahe liegend gewesen zu sein. Damit würde sich eine weitere Variante ergeben, die ebenfalls das Vorhandensein von Sugambrern im ostbergischen Dialektraum untermauern würde. Zum einen also jene Sugambrer, die im Bergischen Land verblieben da sie der Deportation entgingen. In zweiter Hinsicht jene Sugambrer die die folgenden ruhigeren Zeiten nutzten, wieder vom Linksrheinischen in ihre alte Stammsitze zurück zu kehren. Und eben Sugambrer die mit im 4. Jhd. zur Grenzsicherung gegen nachfolgende wandernde Völker brauchte. Der römische Kaiser regierte um diese Zeiten das Imperium von Trier aus, war zwar dadurch relativ nahe am Geschehen konnte aber die wachsende Dynamik der Volksbewegungen in ihrer Gänze nicht erfassen, da er sicherlich keine genauen Informationen darüber besaß, welche Stämme noch unterwegs waren und welche noch die Absicht hatten sich nach Westen zu begeben. Er konnte wegen der Unübersichtlichkeit seine Entscheidungen nur auf Sicht treffen, denn voraus ahnen ließen sie sich nicht. Zudem sah sich der Kaiser eines ständigen Roulettes hinsichtlich der Vergabe und Zuweisung neuer Siedlungsgebiete ausgesetzt ohne aber dabei sein Kerngebiet vernachlässigen oder gar gefährden zu dürfen.
Vor dem Hintergrund eines sich in der Auflösung befindlichen weströmischen Weltreiches, dass im Zuge seiner nun aufgezwungenen neuen strategischen Ausrichtung sowohl hinsichtlich der Siedlungspolitik als auch in Verbindung mit der Abwehr weiterer äußerer Feinde konnte man in der Auswahl seiner Verbündeten nicht mehr wählerisch sein und Fehlentscheidungen können die Konsequenz in derartigen Notlagen sein. könnten wir auch die Spuren der Die angedachte Schutzstrategie nun die sugambrischen Salfranken gegen Rheinfranken und andere Germanenstämme einzusetzen könnte auf der Basis eines Szenarios unreifer Entscheidungen ihren Ausgang genommen haben. Und nun gelangten auf diesem Wege die Nachfahren der ehemals rechtsrheinischen Sugambrern nun als indirekte römische Waffenbrüder wieder zurück ins Bergische Land wodurch die sugambrisch/salfränkische Sprachkultur die von Duisburg bis Römershagen reichte wieder aufgefrischt wurde. Möglicherweise auch dieser Entwicklung verdanken wir die fortdauernde Existenz des ostbergischen Sprachkorridors. Aber trotzdem gelang es den Rheinfranken in den Folgejahren mehrfach den Rhein zu überschreiten und so sah Rom sich gezwungen auch mit den Rheinfranken ein Abkommen zu schließen, dass allerdings nur von kurzer Haltbarkeitsdauer war. Denn Salfranken gegen Rheinfranken einzusetzen könnte, wenn man Germanien nicht gut genug kannte nach damaliger Taktik Sinn gemacht haben, man kann es aber auch so deuten, dass man damit einen Bock zum Ziergärtner gemacht hatte. Die römische Strategie bestand immer schon darin zuwandernde Völker, wenn man sie schon nicht aufhalten bzw. begrenzen konnte, sie doch zu zumindest kontrolliert einwandern zu lassen. Was natürlich damals nicht für Völker wie die Kimbern und Teutonen galt. Und im Jahre 388 + konnte das in den letzten Zügen liegende Imperium wahrlich nicht abschätzen, wie viel germanische Stämme sich noch auf den Weg ins römische Reich machen würden. Den 550 Kilometer langen römischen Limes vom Vinxtbach am Rhein bis zum Kastell Eining an der Donau kennt heutzutage jedes Kind. Was die römische Reichsgrenze von Rheinbrohl zur Nordsee anbelangt, so geht man bislang nur von einer durch Kastelle gesicherte Flussgrenze aus, die man aber nun in den Rang eines Weltkulturerbes erheben will. Limes artige Gräben oder Wälle im Landesinneren bzw. besagten Dialektstreifen östlich von Köln aus römischer Zeit konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Es gibt allerdings einige Anhaltspunkte dafür, dass der Rhein zwischen Rheinbrohl und der Nordseeküste nicht immer Fluss und Grenze gleichzeitig war. Diesen Hinweisen möchte ich mich im weiteren Verlauf widmen, denn sie tragen zu der Erkenntnis bei, dass sich die Varusschlacht auch anhand des tiberianischen Grenzverlaufs noch bis in unsere Tage bemerkbar macht. Der Rheinübergang der Salfranken im Jahr 358 + war ebenso wie der Einfall der Rheinfranken im Jahre 352 + ein historisch bedeutsamen Ereignis. Denn ab diesem Jahr war das römische Imperium am Niederrhein de facto nur noch Geschichte, obgleich es in anderen Formen und Allianzen noch sehr lange fortbestehen sollte. Rund 350 Jahre mussten ins Land gehen bis das verwirklicht wurde, was Arminius mit dem Sieg über Varus seinem Volk ins Stammbuch geschrieben hatte. Schaut man auf die Übersichtskarte des Rheinischen Dialektfächers so fällt sofort der erstaunlicherweise klar abgegrenzte Verlauf der einzelnen Mundartgrenzen auf, der sich immer von Nordost nach Südwest vollzieht, genau so wie es alljährlich unsere Kraniche machen, wenn sie die Spanienroute wählen. Man kann daher spekulieren, welchen germanischen Stämmen man im rechtsrheinischen Korridor des Tiberius Siedlungsrechte eingeräumt hatte. Es mögen Tenkterer, Ampsivarier, Chauken, Usipeter oder Tubanten gewesen sein, die als Salfranken oder Rheinfranken halfen, die neuen Sprachräume entstehen zu lassen. Ob sich unter ihnen auch andere alte Germanenstämme wie etwa die Brukterer befanden kann ich nicht ausmachen. Die Brukterer in der westfälischen Bucht orientierten sich immer schon verstärkt nach Osten und nicht nach Westen und waren auch seit je her aktiver Teilnehmerstamm innerhalb der dreißig Jahre andauernden Germanenkriege gewesen. Das römische Reich war bekanntlich nur solange stark, wie es seine Söldner in den Respekt einflößenden Legionslagern finanzieren konnte. Als dies nicht mehr durchgängig möglich war gewannen die Germanen die Oberhand drangen ins Reich ein, verbündeten sich mit den darin Unterdrückten und strebten gemeinsam zur Macht wie es sich aus Chlodwig dem Sugambrer erschließen lässt Eine Abgrenzung zwischen erzwungener Landnahme und Völkerwanderung zu machen dürfte sich erübrigen, mal verlief sie unblutig und mal vollzog sie sich friedlich. Am niederrheinischen Limes begann die Völkerwanderung bereits rund fünfzig Jahre vor dem wissenschaftlich festgelegten theoretischen Zeitrahmen der Völkerwanderung, der für 395/400 angesetzt wird. Ungeachtet dessen hatte Rom die Jahre nach der ihnen aufgezwungenen Defensive aber auch seiner Machtfülle genutzt um dort wo es möglich war und Sinn machte, den Grenzverlauf zum vermeintlich schwächeren germanischen Nachbarn nach Osten zu verschieben. Den Anfang machte der niederrheinische Limes, den man in Form der tiberianischen Landwehr ich will sie ja nicht immer Limes nennen, in den Osten verlegte und der sich für das Imperium als Stabilitätsgarant erwies. Darauf folgte der große Limes vom Rhein an die Donau ebenfalls mit dauerhafter Trennwirkung. Beide Grenzen zusammengefasst bildeten einen Riegel über dessen Durchlässigkeit gerätselt wird. Denn wie man es von allen Grenzen her kennt werden sie in ruhigen Zeiten die offenen Grenzen genannt und in den Krisenzeiten suggerieren sie Abschreckung. Die harte und scharfe dialektische Grenzlinie des tiberianischen Land Limes trennte aber viel mehr noch als der spätere große Limes unübersehbar oder besser gesagt unüberhörbar die zwei großen Machtblöcke, die sich in jener Zeit gegenüber standen. Und diese Sprachgrenze ging nach ihrer rund 400 jährigen Existenz unter römischer Herrschaft nahezu nahtlos in die Regierungszeit der Merowinger und danach in die karolingische Franken- und in die Sachsenzeit über. So hätte man unter Karl dem Großen schon fasst das 800 jährige Bestehen des tiberianischen Land Limes feiern können. Mit dem Ende der römischen Vorherrschaft am Rhein entschwanden langsam die Namen der alten Germanenstämme nach und nach aus dem Gedächtnis der Völker. Germanen mochte man nun die aus den einzelnen germanischen Stämmen der Varuszeit hervor gegangenen Franken oder Sachsen nun auch nicht mehr nennen. Und im 4. Jhd. waren die Legionäre in den Kastellen am Rhein auch nicht mehr vergleichbar mit jenen, die im 1. Jhd. noch die zermürbenden Kämpfe gegen die Germanen austrugen und die nun Franken genannten Germanen hatten auch nicht mehr viel mit einem Arminius gemeinsam, da sich die Interessenslagen grundlegend verschoben hatten. Man hatte sich auf Seiten der Germanen in verhaltener Koexistenz zusammen gerauft bis die römische Rheingrenze endgültig brach. Ab diesem Zeitpunkt waren wieder alle Germanen vereint. Ob sie nun mal unter römischer Herrschaft dienten, ob sie als freie Germanen hinzu wanderten, oder ob sie in ihren früheren Siedlungsgebieten sesshaft blieben und sich nicht am Sturm auf den Limes beteiligten. All das spielte danach keine Rolle mehr. Man sprach immer noch die alte gemeinsame und alle verbindende Sprache und die war nicht Latein. Nur die im linksrheinischen noch verbreitete keltische Sprache, wenn auch nur noch als Relikt vorhanden hatte sich der germanischen Sprachenwelt stärker hinzu gesellt, da nun auch ihre alten Territorien wieder "Römerfrei" waren. Den Dialekten war es nun vorbehalten noch die alte trennende Grenze die zwischen den Machtblöcken verlief zumindest akustisch am Leben zu halten. Die Dialektik gab den Dingen ihren eigenen unverwechselbaren Namen für die vielen Begriffe und Bezeichnungen des Alttags. Denn auch die grenznahen Franken konnte sich immer noch mit den grenznahen Falen gut verständigen auch wenn man sich nicht immer “ grün” war und erst mit zunehmender Entfernung dürfte es problematischer geworden sein. Und auch die Geburtsstunde des berühmten "kölschen Klüngels" die schon zu Zeiten der Römer zu schlagen begann, stand auch in der fränkischen Epoche in voller Blüte. Jedoch ohne damit die diversen Hintergedanken zu verbinden, denn der altbekannte Klüngel war letztlich nichts anderes als ein wichtiges Fundament auf dem der pure Pragmatismus des Miteinanders und des gegenseitigen klar kommen Müssens zweier unterschiedlicher Welten und Kulturstufen basierte und gedeihen konnte. Und die aktuelle Wende zwischen BRD und DDR zeigte uns wieder anschaulich die Kraft der gemeinsamen Sprache und Kultur. Und auch recht schnell stellten sich im 5. Jhd. wieder die alten rustikalen Verhältnisse germanischen Lebens ein, die Gepflogenheiten wurden nicht mehr am römischen Vorbild gemessen und man feierte wieder fröhliche Einstand und das römische Rutenbündel das Fascis gehörte der Vergangenheit an. Aber man hatte in Germanien dazu gelernt, denn schon 507 – 511 wurde auf Anweisung der "Sugambrerkönigs" Chlodwig die salische Gesetzgebung angestoßen und die Lex Salica verfasst. Vereinfacht ausgedrückt, Tischkultur war gestern ab sofort wurde wieder mit den Händen gegessen. Ausnahmen bildeten natürlich die praktischen Errungenschaften des "südlichen Nachbarn", die man als nützlich im Sinne germanischer Bedürfnisse erkannte. Wären da nicht die noch lange sichtbaren und gewaltigen baulichen und auch Straßen technisch imperialen Hinterlassenschaften gewesen, schon wenige Generationen hätten ausgereicht um den einstigen Glanz und die Präsenz der Römer am Rhein zu tilgen. Erst Karl der Große weckte auch die römische Kultur in einer ersten frühen Renaissance wieder zum Leben. Aber alle ehemaligen germanischen Stämme bewahrten und erhielten sich innerhalb ihrer traditionellen Entstehungsgeschichte ein für uns allerdings oft nicht mehr erkennbares und heutzutage verschwommenes Zusammengehörigkeitsgefühl und auch ihre regionale Eigenständigkeit, denn nicht nur aus den einstigen mittelalterlichen Herzogtümer entwickelten sich die heutigen Bundesländer auch viele ehemalige kleinräumige Gaustrukturen entwickelten sich später zu eigenständigen Provinzen. Um so interessanter ist es daher, sich mit den kleinräumigen und lokalen Traditionen zu beschäftigen, die sich über die Jahrtausende erhalten haben. Denn sie lassen sich bis heute noch gut an den vielen Dialekten und nicht nur an denen des rheinischen Sprachfächers, also des breiten “süd” niederfränkischen früher Limburgisch genannten Sprachraums nachweisen, der sich zwischen der Westgrenze des Ostbergischen bis ins südbrabantische erstreckt. Dieser limburgische und heute “süd” niederfränkisch genannte Sprachraum schob sich zwischen die zwei anderen Sprachräume nördlich und südlich davon. Südlich die Grenze zum “mittel” fränkischen also dem ripuarischen und nördlich zum “nord” niederfränkischen also zum salfränkischen Sprachraum zu dem auch jener kuriose ostbergische Dialekt gerechnet wird. Welche altgermanischen Stämme sich aus der Zeit vor der Gründung zur “Fränkischen Union”, wie ich sie mal nennen möchte nicht nur in den neun nachgewiesenen limburgischen Dialektzonen erhalten haben, ist unergründlich. Diese “süd” niederfränkische Dialektzone grenzt von Westen her an den Wuppertaler Stadtteil Elberfeld genau genommen aber an Wuppertal – Sonnborn heran und reicht von da an noch bis fasst vor die Haustüren von Brüssel und vielleicht sogar noch bis zum Ärmelkanal, wo am Flüsschen Leie nur noch wenige Menschen den westflämischen Dialekt sprechen. Und bereits südwestlich von Wuppertal – Elberfeld beginnt schon etwa bei Solingen die Übergangszone zum “mittel” fränkischen, also zum ripuarischen Sprachraum der im Ganzen den Rheinfranken zugeschrieben wird. Wuppertal – Elberfeld selbst liegt aber noch mitten im besagten ostbergischen Sprachschlauch der dem “nord” niederfränkischen, aber Achtung nicht dem “süd” niederfränkischen zugerechnet wird, er gehört damit dem salfränkischen Dialektgebiet an. Und in Wuppertal - Elberfeld wo der alte Elverfelder noch immer im Slang sagt " Eck hau deck de Kop af" und dabei immer noch das niederländische Wort "af" statt das deutsche Wort "ab" verwendet. Aber es gibt noch zahlreiche andere sprachliche Verbindungen vom Wupper Tal ins Niederländische und darunter befinden sich auch teils kuriose Namensschöpfungen. Denn wer kennt nicht das berühmte kleine Bübchen in Brüssel mit dem eigentümlichen Namen “Manneken Pis” das wasserlassende Männlein. Und wer kennt und benutzt in Wuppertal und Umgebung nicht auch heute noch den Namen Menneken, wenn man meint, einen kleinen Jungen etwas zur Ordnung rufen zu müssen. In der Mehrzahl heißt es Mennekes und zeigt damit die typische Wuppertaler Sprachmethodik an, möglichst an alles ein “kes” anhängen zu wollen. Es soll aus dem friesisch / niederländischen Dialektraum stammen wie auch Menrath, Menhard oder Menneking. Aus ihm wurde der deutsche Vorname Meinhardt, der sich althochdeutsch aus mangan und megin entwickelte und für Stärke, Härte und Kraft steht. Der Name Mennekes ist heute noch am häufigsten im Raum Olpe zu finden. Für das schon in Westfalen an Wuppertal – Langerfeld angrenzende Schwelm ist noch der Name Menneken von Möllenkotten aus dem Jahre 1393 überliefert. Auch er zeigt uns somit die enge Sprachverwandtschaft zwischen dem ostbergischen Dialektstreifen der geradewegs in die Niederlande bzw. ins brabantisch sprechende Brüssel weist.
Wäre da nun nicht dieser auffällig schmale, lange und rätselhafte man möchte fasst sagen Kleverländer Wurmfortsatz oder Schlauch des “nord” niederfränkischen also Salfränkischen, der sich ostbergischer Dialekt nennt, ließe sich diese Sprachstruktur wie auch die gut erforschten Sprachgebiete des ripuarischen und des limburgischen Dialektgebietes leicht auf mögliche Verwerfungen im Zuge der Völkerwanderung zurück führen. Eine Zeit in der sich alle westgermanischen Stämme neu orientierten, gleich ob sie nun ihre Siedlungsgebiete behielten wie die Falen und Sachsen oder ob es sie nach Westen zog. Aber beim ostbergischen Keil versagte die schöne griffige “Rheinischer Fächer” genannte Struktur der Sprachforschung und bringt die Wissenschaftler ins Grübeln. Denn dieser verläuft eben nicht wie die anderen von Osten nach Westen, sondern legt sich wie ein Rigel quer von Nordwest nach Südost inform einer Barriere vor die drei westlichen Dialektzonen des salfränkisch geprägten Klever – Ländischen, des limburgischen und des ripuarischen Dialektes. Und er reicht dann im Süden zu allem Überfluss sogar noch fasst bis an den “nord” moselfränkischen Dialekt südöstlich von Gummersbach heran. So will sich die “ostbergische Sprachregion in der sich dieser ureigene Dialekt etablieren konnte, einfach nicht so recht in die Gesamtstruktur einfügen. Dieser schmale etwa 95 Kilometer lange ostbergische Dialektkorridor schiebt sich wie ein Keil zwischen den limburgischen und ripuarischen Sprachraum im Westen und er trennt damit, man möchte schon fasst sagen er verteidigt damit regelrecht den gesamten fränkischen Sprachraum gegenüber jenen Menschen im Osten die die Zunge wieder ganz anders führen, nämlich dem später Falen bzw. Sachsen genannten Volk. Zu erwähnen, dass sich nun darin wie ich hypothetisch feststelle, der tiberianische Land Limes befindet, der dafür als plausible Erklärung herhalten muss, erübrigt sich da schon fasst von selbst. Um es aber wegen der Komplexität nochmal in einem Satz auszudrücken. Westlich des schmalen und dialektisch scharf geschnittenen 95 Kilometer langen nordsüdlich verlaufenden ostbergischen Dialektkorridors dessen Mitte sich quasi wie ein "Point Alpha" zwischen Elberfeld und Barmen befindet, beginnt etwa auf der Höhe von Wuppertal – Sonnborn der "süd" niederländische Teil des Rheinischen Sprachfächers. Östlich dieses "Point Alpha" gibt es daher dialektisch betrachtet auch keine Rheinfranken mehr. Und Nördlich reicht dieser Korridor bis Duisburg und südlich bis Römershagen. Wären es direkt nach dem Fall des römischen Reiches und noch vor der neuen merowingischen Großmacht bereits zu kleinen Staatenbildungen gekommen, so hätten vermutlich die Dialekträume dieser Kleinstaaten die Außengrenzen gebildet. Die alte limburgische Dialektregion wäre vielleicht ein Kandidat für einen derartigen Kleinstaat gewesen, hätte sich dann aber gegen das rheinfränkische Ripuarien durchsetzen müssen. Da aber zu jener Zeit die Grenzen noch flüssig und die Menschen noch nicht sesshaft waren konnten sich im 5. Jhd. auch keine stabilen Zentren bilden. So gelang es auch nur den unter anderem aus den Salfranken, Sugambrern und vermutlich auch den Chauken und Batavern hervor gegangenen Merowingern in dieser diffusen Gemengelage nach dem Zerfall des Imperiums die Macht an sich zu ziehen und später gemeinsam mit den Rheinfranken ihr austrasisches Teilreich zu gründen. Die tiberianischen Grenzentscheidung nach der Varusschlacht des Jahres 9 + wurde ihrem Zweck folgend zwischen den beiden alten Streithähnen zu einer ultimativen hoheitlichen Trennlinie. Aufgrund der Trennwirkung wurde sie im Bergischen Land in der Folgezeit auch erwartungsgemäß zu einer Sprachgrenze. Hoheitliche und sprachliche Entwicklungen verlaufen wie man überall beobachten kann zeitversetzt zueinander. Ein Prozess der auch zu einer gewissen Entfremdung führt. Denn zuerst kam die Grenze und dann entfernte man sich auch sprachlich voneinander. Damit meine ich den ostbergischen “Sprachenschlauch” des “nord” niederfränkischen, also des salfränkischen Dialektes der die Sprachwissenschaft vor dieses oft zitierte Sprachrätsel stellt. Da er sich auch nach heutigem Wissenstand nicht richtig zuordnen lässt, biete ich hier meine Theorie als Diskussionsgrundlage an. Der ostbergische “Caprivizipfel” passt hinsichtlich seiner Sprachausformung zu den Dialekten des Kleverlandes und des Gelderlandes die ebenfalls dem “nord” niederfränkischen also dem salfränkischen zugerechnet werden. Man gab daher diesem dialektischen Unikum am vermeintlich falschen Platze die Behelfsbezeichnung “Ostbergisch” und nennt ihn wie andere Dialekte auch einen Übergangsdialekt. Das letztlich aber in jedem Dialekt ein Übergangsdialekt schlummert bezeugt die Hilflosigkeit mit der man diesem prähistorischen Sprachrelikt begegnet. Richtig komplett wird die Irritation, in dem man es noch im Wortmonstrum “niederländische Varietät” gipfeln lässt, obwohl der Begriff Varietät in der Sprachforschung sicherlich eine feststehende Größe ist. Aber all das erklärt natürlich immer noch nicht dieses sonderbare Sprachgebilde, dass auch keine Insel ist, denn von einer “Insel” kann man bei diesem Streifen Land der immerhin etwa 95 Kilometer lang und nur maximal 6 bis 9 Kilometer breit ist, beileibe nicht reden. Der von ostbergisch sprechenden Menschen besiedelte Sprachstreifen zog sich östlich der Ruhrmündung durch die südlichen Stadtbezirke von Duisburg und kam vielleicht von dort, wo eine Straße den Namen Bergische Landwehr trägt, die von der Römerstraße in Duisburg nach Süden zur Huckinger Landwehr bis Großenbaum und über Mülheim, Essen - Werden, Kettwig, Velbert, Wuppertal - Elberfeld, Remscheid aber nur Remscheid – Lennep, Radevormwald, Hückeswagen, Wipperfürth und Gummersbach bis hinter Bergneustadt nahe Eckenhagen und bis ins Umfeld von Wenden führt. An der ultimativen Südspitze des etwa 95 Kilometer langen ostbergischen Sprachkorridor liegt Römershagen, ein Ortsteil von Wenden in dem man noch den alten sugambrischen Dialekt spricht. Hier steht auch der denkwürdige Dreiherrenstein, wo in der frühen Neuzeit das kurkölnische Herzogtum Westfalen, Nassau - Siegen und die Herrschaft Wildenburg aneinander stießen. Und in Römershagen verlief auch die alte sächsisch - fränkische Stammes- und Sprachgrenze. Hier verbindet der ostbergische Dialekt das Sprachgebiet des “nord” niederfränkischen mit dem “nord” moselfränkische Dialektgebiet und ignoriert bzw. umgeht damit praktisch die zwei großen rheinischen Dialekte des “süd” niederfränkischen und des moselfränkischen also des ripuarischen Dialektes. Nach meiner Theorie endete auch in Römershagen der tiberianische Land Limes. Und hier befindet sich auch heute noch die Landesgrenze von Rheinland-Pfalz und jene von Nordrhein Westfalen und entspringt die Bigge die über die Lenne bei Hagen in die Ruhr entwässert und deutlich das fränkische Rheinland vom sächsischen Westfalen trennt. Im großen Winkel um Römershagen verläuft auch die merowingisch austrasische Grenze von 511 + nahezu gradlinig nach Osten, wo sie auf das Reich der Thüringer stieß. Hier konnten auch spätere Gemeinde und Verwaltungsgrenzen und sogar die Flurbereinigung die frühe Weichenstellung von Tiberius nicht mehr rückgängig machen. Die schmalste Stelle dieses ostbergischen Dialektkorridors lag bzw. liegt aufgrund der Topographie des Ostwestlich verlaufenden Wupper Tales zwischen Wuppertal – Sonnborn und Wuppertal - Elberfeld und erreicht dort nur eine Luftlinie von etwa 5.600 Meter, wodurch das sprachliche Kuriosum hier auch am deutlichsten zu Tage tritt. Während man nun westlich von Wuppertal – Sonnborn das “Süd” niederfränkische, also das veraltet auch Limburgisch genannte spricht, wird 5.6oo Meter weiter östlich von Wupertal – Sonnborn also etwa ab Wuppertal – Elberfeld bereits westfälisch gesprochen. Der exakte Verlauf der Sprachgrenze innerhalb dieses schmalen ostbergischen Dialektstreifens lässt sich punktuell natürlich nicht nachweisen bzw. bestimmen. Er verlief aber wohl in etwa dort, wo Wuppertal – Barmen endet und Wuppertal – Elberfeld beginnt. Vermutlich an jener Stelle an der am 24. Oktober 1900 Kaiser Wilhelm II., als er die Wuppertaler Schwebebahn einweihte die Grenze von Barmen zu Elberfeld samt Kutsche überschreiten musste und wo er zu seiner Frau Auguste gesagt haben soll "Auguste, setz den Hut op, wir kommen in de Stadt." Hiermit wollte man zweifellos zum Ausdruck bringen, dass Kaiser Wilhelm nun das ärmlich, ländliche westfälische Barmen verließ und das hochherrschaftlich fränkische Elberfeld betrat um die Westfalen zu verärgern. Der ostbergische Sprachraum wird geologisch von quer verlaufenden Fluss- und Bachtälern die dem Rhein zustreben durchzogen und das waldreiche Land bildet keinen einheitlich gewachsenen, naturgegebenen Siedlungsraum und eine Landschaftseinheit ist nicht erkennbar. Er zeichnet sich auch durch keine deutliche oder gleichmäßige Geländestruktur ab, bietet wegen seiner fasst fünf und neunzig Kilometer Ausdehnung keinen stammesgeschichtlich historisch gewachsenen Kern im Sinne eines zentral bzw. mittig gelegenen Provinzortes und verfügt auch über keine landwirtschaftlich attraktiven Kulturlandschaften. Man kann diesen ostbergischen Dialektraum in etwa mit dem alten Lotharingien vergleichen, extrem lang, auch immer nur verhältnismäßig schmal und daher unregierbar. Aber regierbar aus römischer Sicht,
sollte dieser ostbergische Landstrich aus sich heraus auch nie sein. Er sollte eben alles sei, nur kein in sich geschlossenes attraktives und damit widerstandsfähiges Siedlungsnest. Spannend werden meine Überlegungen natürlich ab dem Moment, wo man sich die Frage stellt, wo denn der historisch gewachsene zentrale Hauptort der Sugambrer in den Zeiten noch vor der Zwangsumsiedelung gelegen haben könnte. “Sugambrien” war zweifellos mal ein kompaktes Stammesgebiet bevor Tiberius kurzen Prozess damit machte. So werden zum Beispiel die Erdenburg östlich von Bergisch – Gladbach die kurz vor der Zeitenwende entstanden sein soll aber auch Bensberg als mögliche Hauptorte der Sugambrer gehandelt. Der durch den ostbergischen Dialekt umschlossene Raum beginnt also an der Ruhrmündung gegenüber des römischen Asciburgium mit seinen ersten Kastellanlagen aus dem Jahr 12 – und endet etwa an der Agger 50 km östlich von Köln, die später in die Sieg mündet, vielleicht aber auch erst an der Sieg bei Kirchen, was aber noch der dialektischen Forschung bedarf. Will man den Siedlungsraum beschreiben so war es früher nicht unüblich die Gewässer zur Grenzmark zu nutzen. Die germanischen Sugambrer werden es so gemacht haben. Rhein,Ruhr, Deilbach, Abschnitte der Wupper sowie die Agger und dann die Sieg werden das sugambrische Stammensgebiet umschlossen haben. Der ostbergische Landstrich verdient noch nicht wirklich den Namen Mittelgebirge und bildet eher eine Art Vorland zwischen der Rheinebene und dem bergigen Teil des Bergischen Landes. Wobei der Name Bergisches Land bekanntlich nichts mit Bergen zu tun hat, sondern sich von den Grafen von Berg und deren Stammsitz ableitet. Auffällig ist allerdings die alte Verbindung der Grafen von Berg mit ihrem ersten Stammsitz Altenberg und dem späteren Schloss Burg an der Wupper ins salfränkische Kleve, wo die vereinigten Herzogtümer Jülich – Kleve – Berg auch im 16. Jhd. wieder in alter salfränkischer Beziehung bzw. Tradition zueinander standen. Aber sicherlich war es auch kein Zufall und es kam nicht von ungefähr, dass sich das Herzogtum Berg genau in jenem Raum ausbreitete, der den ostbergischen Dialekt mit umfasste, nämlich der Großraum zwischen Duisburg und der Sieg, der damals sogar noch leicht über die Sieg nach Süden hinaus ragte. Die Grenzen des Herzogtums Berg mit jenen der Sugambrer zu identifizieren, würde aber zweifellos zu weit führen aber in den Kernbereichen könnte es so gewesen sein. Man kann also nun rätseln welcher andere germanische Stamm sich in diese 95 x 8 km große Riegelstruktur gedrückt haben könnte, der nicht schon vorher dagewesen ist, wenn es nicht die Sugambrer waren die sich da hinein retteten oder gedrängt wurden. Wäre es kein Schlauch sondern ein in sich geschlossener und kompakter Siedlungsraum fiele die Zuordnung leichter. Aber hier verband und verbindet immer noch ein gemeinsamer Sprachraum Menschen miteinander die rund 95 Kilometer weit von Bergneustadt und möglicherweise sogar von der Sieg bis zur Ruhrmündung wandern können und während dieser Wanderung immer noch auf Menschen gleicher Zunge stoßen. Aber kaum weichen sie auch nur kurzzeitig nach Osten oder Westen ab, schon treffen sie auf ungewohnte oder sprachfremde Territorien bzw. Dialekte. Während man also in den alten Zeiten für diese 95 km noch über vier Marschtage benötigte, so konnte man den schmalen Korridor schon in kurzer Zeit überqueren. Welche alte Macht hält diese weit auseinander siedelnden Menschen zusammen, die sich auch heute noch nur aufgrund ihrer Mundart untereinander zugehörig fühlen und sich daran erkennen können. Aus dem zuvor geschilderten Konstrukt schließe ich, dass sich die Menschen, als dieser Grenzpuffer mit Gewalt geschaffen wurde, sich also zwangsläufig nicht freiwillig dazu entschieden haben sich darin nieder zu lassen, also in diesen Korridor mit der Funktion ihn auch mit bewachen zu müssen entweder “hinein komplimentiert” bzw. gezwungen wurden, oder wie eben die Sugambrer dort immer schon ansässig waren. Es schien nicht ihr eigener freier Wille gewesen zu sein, hier für Rom den Kugelfang spielen zu müssen und sich so der steten Gefahr ausgesetzt zu fühlen über Nacht angegriffen werden zu können. Für Römer waren es Germanen und für Germanen waren es schon Römer. Der Streifen war für Rom ein lebendiger weil bewohnter Schutzwall und bot ihnen eine gewisse Garantie um am linken Rheinufer ein ruhigeres Leben führen zu können. Dieser ostbergische Dialektstreifen machte es aber auch jenen Germanisten in allen Zeiten schwer sich auf einen Germanenstamm zu einigen, der zwischen Ruhr und Sieg siedelte und es sind daher in den Geschichtsbüchern auch oftmals andere Aussagen dazu zu finden. Mal ist von Tenkterern die Rede über die Brukterer bis zu den Marsern und Usipetern werden einige Stämme genannt. Da ich schlussfolgere, dass Tiberius diese Grenze bestimmte und er nach der Varusschlacht damit begann seine Pläne umzusetzen, wäre auch noch ein Blick in die Zeiten des 1. Jhd. vonnöten und auch in die Zeiten in denen Tiberius nicht mehr römischer Kaiser war. Denn Rom hielt auch nach Tiberius an seiner Grenzfestlegung, also auch noch nach seinem Tod daran fest. Germanische Stämme die im ersten Jahrhundert von anderen Germanen ihrer Siedlungsgebiete beraubt wurden oder sich in Unterzahl nicht behaupten konnten waren dankbar, wenn ihnen das Imperium ein Bleiberecht einräumte und man sie unter ihre Fittiche nahm. Für Rom wäre es bequem gewesen, denn man brauchte keinen Zwang auszuüben und siedelte sie auch im Grenzstreifen an. Und Kämpfe unter den Germanen waren um diese Zeit keine Seltenheit, denn genüsslich schaute man aus dem Linksrheinischen zu, wenn sich die Germanen wieder gegenseitig zerfleischten. Aber es gibt auch noch eine andere Erklärung für die Ursprünge des Ostbergischen. Dieser dem Rhein vorgelagerte und “nur” mit Menschen aber ohne Palisaden und Wachttürme gesicherte römische Limes mitten im Land, nämlich der Limes oder besser gesagt die Landwehr der Föderaten erwies sich als sehr langlebig und er überlebte auch noch mühelos den Zerfall des römischen Reiches. So trugen später die Franken, wie weiter südlich auch die Burgunden und andere germanische Stämme zur befristeten Rettung eines langsam untergehenden Imperiums bei und sollten nun mehr und mehr für Rom eigenverantwortliche Waffendienste leisten um mit dem Imperium gemeinsam den Rhein als “nassen” Limes gegenüber anderen, östlicher siedelnden und ungezähmten Stämmen zu sichern. Die Zeiten hatten sich seit Tiberius verändert und das Reich wurde zunehmend von germanischen Siedlern durchsetzt und infiltriert, sodass Germanen im Verbund mit Rom in eine neue Verantwortung einsteigen mussten. Das römische Reich links des Rheins bestand schon zu Zeiten Cäsars aus einem Vielvölkergemisch. Nun sickerten nach und nach weitere Germanen ein. Zwangsumsiedelungen, akzeptierte Einwanderungen, aber auch die Aktivitäten im Zuge römischer Schutzmachtfunktion, wie die Hilfe die sie den Ubiern gewährten verdeutlichen die damalige Lage der offenen Grenzen, wenn nur alles nach dem Willen Roms geschah. Damit hatte sich das römische Reich die späteren Machthaber Zug um Zug und schon in sehr frühen Zeiten ins Land geholt und die einstigen Teilstämme der Altgermanen die sich durch die aggressive Politik des Imperiums gezwungen sahen den Zusammenschluss zur neuen fränkischen Regionalmacht zu praktizieren höhlten gemeinsam mit den Protogermanen, die dort schon ansässig waren bevor Rom das Sagen hatte aus. Und es waren genau diese Franken die sich auch später anschicken sollten, Rom die Macht aus der Hand zu nehmen. Aber die sugambrisch/ostbergische Sprachgrenze besteht schon seit jenen Zeiten, als östlich davon noch die alten germanischen Stämme aus Varuszeiten ihr Zepter schwangen und denen Tiberius ein Stoppschild aufstellen musste. Als die fränkische Westexpansion im 5. Jhd. abebbte wurde diese sugambrisch/ostbergische Sprachgrenze überrollt und überflüssig, verlor damit aus römischer Sicht ihre Bedeutung und mit dem Untergang des Imperiums sowieso. Ab dem 5. Jhd. wurde sie aber aufgrund der neuen Machtverhältnisse schon wieder gebraucht und auch genutzt und sie entwickelte sich nun zur fränkisch / ostbergischen / sächsischen Verteidigungsgrenze gegen einen neuen oder besser gesagt alten Feind. Nämlich jene Germanenstämme die sich zum Volk der Sachsen formiert hatten und nun dem fränkischen Reich genauso feindselig gegenüber standen wie damals dem römischen Reich. Unter den Merowingern begann man nach dem Zerfall des Imperiums das Frankenreich nun aus verständlichem Eigennutz zu stabilisieren, denn man hatte jetzt selbst größtes Interesse daran, den Zuzug weiterer Völkerschaften aus dem Osten in ihr neues Reich zu unterbinden. Eine Aufgabe die bereits der römische Kaiser von ihnen abverlangte lebte nun unter anderen Vorzeichen wieder auf. Nun war man aber keine römische Vasallenarmee mehr, sondern ein nach eigenen politischen Notwendigkeiten handeldes Volk. Möglicherweise hatte man sich in Sachsen an die "offenen Türen" nach Westen gewöhnt und wollte sich nun etwas verspätet auch noch ein Stück des neuen frei gewordenen Landes möglicherweise bis zum Rheinufer in letzter Minute retten. Sich der neuen Stärke nach Tolbiacum 496 bewusst, als sich auch die Alemannen noch am Frankenreich bedienen wollten mussten sie nun auch gegen die Sachsen ihre neue Reichsostgrenze schützen und diese Grenze sollte wieder da liegen, wo bereits Tiberius sie hingelegt hatte. Und es waren wieder die gleichen strategischen Grundsatz Überlegungen, die die Merowinger mit den Römern verband, dass nämlich auch sie sich einen Puffer zur Rheingrenze bewahren wollten und mussten um die sächsischen Feinde nicht schon am Rheinostufer sitzen zu haben. Was man sich auch gut als ein Ziel der Sachsen vorstellen kann. Der sächsische Angriff auf Köln - Deutz im Jahre 556 wird zwar nach heutiger Lesart als ein Rachefeldzug beschrieben, dürfte aber eher jener Motivation entsprungen sein. Ist sugambrische Zeitalter zurück gekehrt wäre es demnach Fazit meiner Theorie, dass sich die Bevölkerung des ostbergischen Sprachraumes in der Hauptsache aus jenen germanischen Sugambrern zusammen setzte, an denen der Kelch der gewaltsamen Umsiedelungen vorüber ging, aber auch aus jenen Sugambrern bestand, denen es nach der Beruhigung der Lage gelang aus dem Linksrheinischen in ihre einstigen Siedlungsgebiete zurück zu wandern. Und zusätzlich dazu aber auch aus Sugambrern bestand, die nach der Neuordnung der Siedlungsgebiete 358 nicht mit den Salfranken nach Toxandrien abwanderten, sondern dass Angebot zur Sicherung der römischen Ostgrenze annahmen. Ob noch die Variante zulässig ist, dass auch Sugambrer ins Ostbergische zurück kehrten die seinerzeit mit den Marsern nach Osten flüchteten mag dahin gestellt sein. Die Sugambrer waren also aus dem Bergischen Land nie ganz weg, auch wenn Tacitus sie 14 + im Zusammenhang mit Germanicus nicht mehr explizit erwähnte. Diese verkürzte Darstellung verdeutlicht die skurrile Stellung die die Sugambrer im historischen Geschichtsbild einnehmen. Sie waren für die damalige Zeit schon etwas besonderes, denn sie sollen auch die ersten Germanen gewesen sein, die einen König hatten. Die deportierten Sugambrer wurden um das Xantener Castra Vetera bis nach Krefeld angesiedelt. Tacitus erwähnt sie möglicherweise unter dem Namen Gambrivier und sieht sie im Verbund mit Marsern und Sueben auf der rechten Rheinseite. Plinius der Ältere verortete ihre Siedlungsgebiete direkt am Rhein und Strabon der bereits 23 + verstarb lokalisierte sie gemeinsam mit den Chatten und Cheruskern auf der rechten Rheinseite und sogar noch an der Weser. Und so finden sich die Sugambrer im linksrheinsichen Xanten genau so wie im rechtsrheinischen Bergischen Land und sogar noch weiter weg an der Weser. Und somit hatten alle drei antiken historischen Berichterstatter das Recht auf ihrer Seite. Denn die im Jahre 8 – Zwangs umgesiedelten tauchten im linksrheinischen Xanten wieder auf, die Daheimgebliebenen nannten das Ostbergische ihre Heimat und die mit den Marsern Entkommenen fanden sich anlässlich der Varusschlacht an der Seite der Marser in der Egge wieder. Kaum einen anderen germanischen Stamm mit Ausnahme der großen Wandervölker wie Goten oder Wandalen scheinen die Umwälzungen mehr auseinander gerissen zu haben wie die Sugambrer die man auf drei Siedlungsgebiete verteilt wieder findet. Auch interessant scheint mir die Feststellung, dass Rom den Sugambrern sowie den Sueben durch die Zwangsumsiedelung auf die linke Rheinseite auch den Grund zur umfänglichen Teilnahme an der Völkerwanderung nahm bzw. ihnen die damit Basis entzog, denn ihre kleine Völkerwanderung hielt sich dadurch in Grenzen. Experten schließen daraus, dass dies die Substanz im Kern der Merowinger stärkte und ihnen später zu mehr Durchsetzungskraft verhalf. So speiste sich daraus auch die Widerstandsfähigkeit der Sugambrer, da sie immer ihren alten Siedlungsgebieten oder wie man auch sagt ihrer Scholle treu geblieben sind bzw. ihren Kontakt dahin aufrecht erhielten. Denn sie hatten ja ihre Völkerwanderung schon lange und das sogar schon vor der Zeitenwende hinter sich bringen müssen. Besonders im sugambrischen Dialekt der sich demnach im ostbergischen Dialekt erhalten hat verfügen wir zweifellos und natürlich trotz vieler Veränderungen über ein Sprachdenkmal aus prähistorischer Zeit. Denn nur wenigen Stämmen gelang die Siedlungskontinuität wie jenen Sugambrern die im ostbergischen Dialektkeil sesshaft blieben und das seit nunmehr über 2000 Jahren. Vor diesem Hintergrund betrachtet können wir aber froh sein, dass die vielen anderen während der Völkerwanderungszeit in die Diaspora geschleuderten germanischen Stämme in unseren Tagen keine Rückkehrrechte in ihre alten Siedlungsgebiete mehr geltend machen wollen, was unsere Politiker aktuell in neue Bedrängnisse bringen würde. Die Tatsache, dass sich der schmale aber zirka 95 Kilometer lange dialektisch gut nachweisbare Siedlungskorridor wie ein Fremdkörper östlich vor den limburgischen also den “süd” niederfränkischen und den ripuarischen Dialekt im Westen legte und im Osten sozusagen den Westfälischen Dialekt im Rücken hatte zeigt aber auch auf, dass diese Region sprachlich betrachtet nach der sugambrischen Zwangsumsiedelung nie wieder zu einstiger Siedlungsbreite zurück fand und seit dem ein sprachlich, lokal begrenztes Nischendasein führt. Aber ungeachtet dessen, verfügt dieser ostbergische “Sprachärmel”auch heute immer noch über eine schmale Sprachverbindung zum großen salfränkischen Dialektgebiet. Und diese besteht wenn auch zusammen geschrumpft aus einem etwa 9 Kilometer breiten Zugang der sich zwischen Duisburg und Oberhausen befindet wodurch das Ostbergische die Brücke zum salfränkischen Dialekt aufrecht erhalten konnte. Für Feldherr Tiberius der die römischen Großfeldzüge des Imperiums beendete und mehr Wert auf stabile Grenzen und Verteidigung legte, war der Gedanke wohl tröstlicher sich vorzustellen, dass sich die germanischen Stämme auch ohne dazutun der Legionen untereinander aufreiben würden, als dass er weitere Schlachten gegen sie anstrengen wollte. Auf einem Höhepunkt römischer Macht beugte es sich der Realität und dem Möglichen. Die siegreich gebliebenen Fürstenhäuser der germanischen Oststämme nahmen seine Entscheidung zur Kenntnis, denn für sie war der Rhein ja immer schon die Grenze zu ihren Nachbarn, ob diese nun aus Kelten, Römern oder anderen Germanenvölkern bestanden. Damit fand der rund dreißigjährige römische Krieg zu Gunsten der alten germanischen Arminius Allianz auch hinsichtlich der Grenzziehung sein Ende. Die enorme Streitmacht die Arminius im Jahre 17 + siegreich gegen die Markomannen aufbringen konnte zeigt die gestiegene Wehrhaftigkeit seines Stammesverbundes der nur ein Jahr nach den Germanicus Feldzügen und besonders den Kraftakten des Jahres 16 + zu einem derart beeindruckenden Schlachtenerfolg in der Lage war. Auch daraus lässt sich ableiten, dass die antiken Berichte über die sogenannten Erfolge des Germanicus in den Schlachten bei Idistaviso und am Angrivarierdamm an Glaubwürdigkeit kranken. Man strotzte auf germanischer Seite sozusagen vor Kraft und dazu hier noch ein Vergleich. Denn schließlich stellte Tiberius als er 6 + plante jene Markomannen zu besiegen ein Heer von immerhin zwölf Legionen auf, dass der Hälfte des gesamten römischen Militärpotenzials entsprach und das er gegen die Markomannen ins Feld zu führen bereit war, bevor er seine Unternehmung abbrach. Wie viel Kämpfer Arminus 17 + aufgeboten hat wissen wir nicht, haben aber hier eine Vergleichsgröße. Aber zurück zur tiberianischen Landwehr. Tacitus nannte sie einen Grenzwall. Es muss sich demnach um eine im Gelände erkennbare Landmarkierung gehandelt haben, bei der Germanicus im Jahre 14 + verweilte, er musste ihre Lage gekannt und er wird sie sichtbar vor Augen gehabt haben. Und nicht nur das, er legte sein Marschlager wie überliefert ist auf dem Weg zu den Marsern auch genau an jener Grenze an. Man kann dies als ein Zeichen dafür werten, dass diese Zwischenrast sowohl den Germanen als auch seinen eigenen Männern signalisieren sollte, dass man nun an der Stelle angelangt sei, an der die hoheitlichen Ansprüche des Imperiums endeten und man nun von diesem Punkt an die Grenze ins Feindesland überschritt. Ein recht sensibler Akt, denn fünf Jahre nach der Varusschlacht betrat man erstmals wieder in kriegerischer Absicht den Boden jener alten Widersacher. An dieser Stelle fühlte man sich also noch sicher, denn das Marschlager lag in jener Schneise, die sich zwischenzeitlich auch als eine Art Grenzwall herum gesprochen haben dürfte. Da Germanicus diese Grenze im Gelände erkennen konnte, muss sich an diesem Grenzabschnitt auch eine für alle sichtbare Struktur befunden haben, die die Wirkung eines Grenzverlaufs entfaltet und die für jeden deutlich wurde. Imposante Limes artige Konstruktionen a`la “Saalburg”  mit Durchlaßtoren und Wachtürmen dürfen wir hier an dieser Demarkationslinie und nur fünf Jahre nach dem Ende der Varusschlacht nicht erwartet werden. Das bloße räumliche Erscheinungsbild etwa eines gefällten Baumes reichte für die damalige Zeit wohl schon aus um hier die energische Absicht Roms zu unterstreichen bzw. zur Schau zu stellen, dass von dieser Geländemarke aus andere Gesetze gelten. Und für dieses Landwehr artige Gebilde sind uns die bereits vorgenannten Hindernisse wie Wallanlagen, Gräben und die speziellen Bepflanzungsmethoden beschrieben, die ein überqueren wenn auch nicht verhindern konnten, so aber doch zumindest erschweren sollten. Ob es Grenzübertritte gab, an denen bereits Wachtposten aufgestellt waren, möchte ich allerdings bezweifeln. Ebenso möchte ich infrage stellen, dass römische Grenzschutzanlagen in dieser Zeit immer von langer Haltbarkeit waren zumal Festungsanlagen in umkämpften Grenzgegbieten grundsätzlich nur eine begrenzte Lebensdauer haben. Unseren Vorfahren traue ich zudem zu, dass sie es genau auf diese Symbolik der Macht angelegt hatten und sie sie daher regelmäßig unbrauchbar bzw. unkenntlich machten. Diese “grüne Grenze” dürfte in den Anfangsjahren auch nur aus einigen wichtigen markanten Punkten im Gelände bestanden haben, denn eine Durchgängigkeit über nahezu 95 Kilometer zu erreichen wäre unvorstellbar. Es kam in jenen Zeiten zwar auf archaisch anmutende Bauwerke an, aber man war auch pragmatisch wie der Verzicht auf das Erneuern des Varusgedenkstätte beweisen könnte. So reichten vielleicht schon einfachste symbolische Kennmarken, wenn man sie nur an den richtigen Stellen positionierte. Eine dieser Stellen kann der bekannte Ort "Point Alpha" gewesen sein, an dem Germanicus sein Lager aufschlug. Wer die lateinische Übersetzung aufmerksam ließt, dem wird auch die Beschreibung seines Marschlagers nicht entgangen sein. Denn es wird berichtet, dass er “vorne und hinten” einen Wall anlegen ließ, aber sich an den Seiten mit Verhauen begnügte. Diese Beschreibung der Örtlichkeit trifft auf eine Tallage zu. Es war dort ein Marschweg vorhanden der an der Stelle, wo er durch das Lager führte und wo er es wieder verließ einen Schutzwallung bekam. Dieses Lager war, wenn man so wollte damit die erste “Zoll- bzw. Passkontrollstelle” am niedergermanischen Land Limes. Und die Hinweise auf die Verhaue deuten an, dass es sich bei diesen Verhauen um die aus Dornenbüschen bzw. Gedörn und Gebück bestehende Grenze gehandelt haben könnte, in die er das Lager mittig eingefügt haben könnte, wenn ihm dort das Gelände günstig erschien. Die Seiten des Lagers ließ Germanicus dann nur durch weitere Verhaue verstärken. Denn Wälle an Seiten anzulegen ist bei ansteigendem Gelände nicht ratsam. Man erwartete zudem an diesem Platze auch keine feindlichen Attacken, da man sich ja noch “im eigenen Land” wähnte und verzichtete auch auf umfängliche Ausbaumaßnahmen. Ich möchte an dieser Stelle auch noch auf die Kritiker eingehen, die es für unmöglich halten, dass das enge Tal der Wupper in jener Zeit über eine durchgängige Wegeverbindung verfügt haben könnte. Ich will nicht soweit zurück greifen und an die Altwege der Neandertaler erinnern die nur sieben Kilometer westlich von Wuppertal ihre Höhlen hatten oder an die keltische Bevölkerung die ebenfalls ein Wegenetz benötigten. Als Germanicus Neuss 14 + verließ hatte das dortige Römerlager für die Eroberung Germaniens im Verbund mit Xanten und Mainz eine andere Bedeutung als Köln. Da die mittelalterlichen und gut nachweisbaren teils Hohlweg artigen Zugkorridore von Köln nach Westfalen einen anderen Verlauf nahmen ist es schwerlich vorstellbar, dass die Trasse durch das Tal der Wupper zu jener Zeit eine größere Bedeutung gehabt haben dürfte, als die späteren Altwege in fränkischer Zeit die ihren Ausgang in Köln nahmen als Düsseldorf noch eine nasse Wiese war. Das Wupper Tal war zweifellos in jenen Tagen der direkte Weg nach Osten und wohl auch der unauffälligste. Ich schließe nicht aus, dass diese Wegeführung aufgrund einer permanenten Krisenlage in merowingischer Zeit an Bedeutung verloren haben könnte, denn ein guter Wegezustand bedeutete auch immer Gefahr. Die aktuelle Forschung geht davon aus, dass sich Tiberius nach der Varusschlacht auf die Behauptung eines der Rheingrenze vorgelagerten Gebietes beschränkte. Was die Wissenschaft unter Behauptung versteht und wie man sich die Breite und Dimension dieses Schutzstreifens im besagten vorgelagerten Gebiet vorstellt, kann sie uns natürlich nicht verraten, weil es nicht bekannt ist. Man verschaffte sich also auf germanischer Seite Respekt, man übte Einfluss aus und sorgte für klare Verhältnisse. Auf lange Sicht betrachtet wird es Germanen auch gegeben haben, die gerade diesen Schutzstreifen als Siedlungsgebiet besonders bevorzugten und jene die lieber außerhalb blieben. So könnte man sich auch auf den Standpunkt stellen, dass sich die Römer ganz bewusst und um unberechenbar zu bleiben einen nicht näher definierten Raum zu eigen machten und zum Kontrollgebiet erklärten. Wenn, ja wenn da nicht der Tacitus Verweis auf eben jenen tiberianischen Grenzwall wäre, der diesen vorgelagerten Raum, den Rom behaupten wollte eindeutig eingrenzt. In einem früheren Abschnitt habe ich die Zugroute des Germanicus im Jahre 14 + ausgehend von Neuss beschrieben die ihren Verlauf durch das Tal der Wupper nach Osten nimmt. Infolgedessen kann sich der tiberianische Grenzwall auch nur auf diesem Streckenabschnitt befunden haben. Da über tiberianische Grenzwälle an keiner anderen Stelle berichtet wird ist anzunehmen, dass es das Bergische Land aufgrund seiner vorgeschobenen und exponierten Lage erforderlich machte, genau dort besser gesagt darin geeignete Sicherheitsstrukturen zu errichten. Und kein Platz der sich besser für einen deutlichen Grenzhinweis eignen würde als mitten im engen Tal der Wupper. Es ist daher gut vorstellbar, dass es einen der gut sichtbaren tiberianischen Grenzanlagen genau in dieser Talsohle gab. Und im Verlauf meiner Theorie habe ich den ostbergischen, nach meiner Interpretation den sugambrisch/salfränkisch Dialektraum als Anhaltspunkt bzw. Kenngröße für den Grenzverlauf des tiberianischen Grenzwalles heran gezogen. Diese ostbergische Dialektgrenze quert nachweislich von Nord nach Süd das Wupper Tal am östlichen Rand von Wuppertal – Elberfeld, wo der Stadtteil Barmen beginnt. Dort fällt diese Dialektgrenze mit dem Durchmarschkorridor von Germanicus zusammen und bildet ein interessantes Fadenkreuz an jener Stelle, wo ich sein Marschlager verorte. Landwehr artige Strukturen durchziehen das ganze Bergische Land und sind auch teilweise gut erforscht. Aber eine Landwehr ist keine Grenze und eine Grenze keine Landwehr. Aber beides bildet eine Einheit, denn da wo eine Landwehr errichtet wurde ist oftmals auch eine Grenze nicht weit. Eine Landwehr hat verteidigungsstrategische Funktion während eine Grenze die hoheitlichen Territorien des jeweiligen Machthabers kennzeichnet. Landwehren sind Schutzanlagen und können wie alle Sperrwerke aus mehreren Strukturen bestehen die auch parallel zu einander verlaufen können. Hat der Feind die eine überwunden folgt die Nächste. Landwehranlagen gehen mit Höhenzügen, Fluss- und Bachläufen, Sumpf- oder Moorgebieten aber auch mit anderen geologischen oder wirtschaftlich bedeutungsvollen Strukturen einher. Gutes Beispiel ist die fruchtbare Wetterau im Taunus für die man extra den römischen Limes nach Norden schwenkte um in deren dauerhaften Besitz zu gelangen. Die tiberianische Grenze die das Imperium vom freien Germanien und rund 350 Jahre später den sal/rheinfränkischen von den fälischen Dialekten trennte, stößt aus dem Norden von der Issel kommend über Oberhausen auf die Ruhr. Ab hier zwischen Oberhausen und Duisburg beginnt auch jener etwa 95 Kilometer lange seltsame, den zwei anderen fränkischen Sprachräumen vorgelagerte schmale ostbergische Sprachkeil, der sich auch die niederländische Varietät nennt. In den südlichen Stadtteilen von Duisburg nimmt dieser ostbergische “Sprachärmel” seinen Anfang. Und auch dort und vermutlich an jener Stelle, wo es im Straßengewirr der Großstadt Duisburg noch diesen Straßennamen “ Bergische Landwehr” gibt führt nicht nur der ostbergische Dialektkeil nach Süden, sondern hier beginnt auch die Bergische Landwehr. Sprachgrenze und Landwehrlinie verlaufen nahezu parallel zueinander. Die Landwehren erstrecken sich dann weiter über Mühlheim an der Ruhr im Zuge der Essen – Werdener Landwehr nach Kettwig und zur Landwehr Velau bei Velbert. Durch Wuppertal verlief die Landwehr von der Horather Schanze zum Mirker Bach und über den Ostersbaum und den Hardtberg bis zur Wupperfurt nach Haspel, im weiteren Verlauf zog sie sich dem Bendahler Bach entlang zum Hof Dorn. Des weiteren dann über Wuppertal – Beyenburg nach Radevormwald, dem Landwehrteilstück bei Hückeswagen – Wiehagen, zur Höhensperre nach Ente bei Wipperfürth und dann in Richtung Marienheide Krommenohl. Danach knickte die bergische Landwehr in Richtung Köln ab, während aber der ostbergische Dialektraum noch über Bergneustadt hinaus bis nach Eckenhagen und Wenden reichte. Darin das sich hier Dialektstreifen und Landwehr trennen muss kein Widerspruch liegen, denn der Schutz der Einfallpforte in den Kölner Raum aber vor allem über den RheinT hinaus stand vermutlich für Tiberius im Vordergrund. Auf ehemalige Landwehre lassen sich noch vielfach Begriffe zurück führen, die man in einen Zusammenhang mit der Bauweise setzen kann und die sich in der Benennung von Straßennamen wiederfinden. Verbaute dornige Strukturen im Hof Dorn bzw. den Grenznahen Wuppertaler Straßennamen Ober – und Unterdörnen. Hinweise auf den Grenzverlauf  geben auch der Stadtteilname für Barmen der früher Gemarke hieß und möglicherweise auch der Mirker Bach also der Marker Bach und durchs Deilbachtal führte der Marker Weg, sowie die Bezeichnungen für Wallanlagen wie die Horather Schanze.  Diese Bezeichnungen sind in späterer Zeit vergeben worden und helfen nun bei der Lagebestimmung. So bilden die Landwehren eine nahezu geschlossene Linie vom Rhein bei Duisburg bis in die Richtung der Agger und sogar fasst zur Sieg, denn nahe Kirchen an der Sieg stößt man ebenfalls auf Teile einer Landwehr die sich noch sehr nahe dem ostbergischen Sprachkeil befinden. Sie wurden im Verlauf der Jahrhunderte nach dem Zerfall des römischen Reiches den jeweiligen Gegebenheiten und militärischen Notwendigkeiten und Anforderungen angepasst, mal verstärkt, mal verschoben, mal als Doppellinie ausgebaut und es wurden dazwischen, wenn erforderlich auch rückwärtige Verbindungen hergestellt. Selbst Fragmente der römische Landwehr zu finden und zu erforschen ist durch die regen Bautätigkeiten in späteren Zeiten kaum mehr möglich. Man könnte sie unter Umständen noch dort finden wo die tiberianische Landwehr von Altwegen die von Ost nach West verlaufen geschnitten wird. Aber genau auf diese Schnittzonen konzentrierten sich auch die späteren Zivilisationszentren der heutigen urbanen Infrastruktur. Bäume für die Baumringanalyse zu finden dürfte ebenso schwierig sein wie geschlagenes Holz zu entdecken um es mittels der Radiokarbon Methode zu bestimmen. Mangels eindeutiger Funde war es auch unschwer Bezüge zum römischen Ursprung zu bestreiten, so dass dahin gehende Überlegungen die auch schon die im 19. Jhd. angestellt wurden leicht verworfen werden konnten. Resultat der tiberianischen Landwehr war somit die ostbergische Sprachabgrenzung die noch über das römischen Reiche hinaus Bestand haben sollte und danach ihrem alten Verlauf nach im 5. Jhd. auch vor den Merowingern schon von den Rheinfranken übernommen bzw. beibehalten wurde. Diese in der Übergangszeit zu den Merowingern auch von den Rheinfranken gehaltene Grenze im Gebiet der Sugambrern wurde nach dem Ende des Reiches nicht von ihnen in Frage gestellt, zumal es dafür keine Veranlassung gab, letztlich nahm man sie hin bestätigte sie und und erkannte sie somit an.Nach der Vereinigung der fränkischen Teilvölker von Salfranken und Rheinfranken zum Austrasischen Teilreich wurde sie auch vom “sugambrischen” Merowingerkönig Chlodwig akzeptiert und eingehalten, zumal er auch letztlich dort seine eigenen Wurzeln hatte. Es waren verwirrende Zeiten, aber die Kontinuität mit der sich die Franken der tiberianischen Landwehr in relativ kurzer Zeit anpassten und sich mit ihrem Grenzverlauf arrangierten und vertraut machten verdeutlicht, dass sich unter den Rheinfranken auch gemäßigtere Heerführer befunden haben könnten und sich durchsetzten als die Raubolde Gennobaudes, Marcomer oder Sunno. Obwohl uns die listige merowingische Königsgeschichte auch eines anderen belehrt. Beide fränkischen Teilstämme beobachteten die Lage und sie wussten daher schon lange vorher, wann das Imperium Abbruch- bzw. sturmreif war und warteten nur den richtigen Zeitpunkt ab, um in die Rheinebene und darüber hinaus vorzudringen und sich mit den dortigen Germanen und Kelten zu verbinden. Großer Widerstand war römischerseits nicht mehr zu erwarten. Meine Hypothese zur Trasse des tiberianischen Land Limes oder vielleicht besser gesagt Grenzweges, denn eine durchgängige Grenzanlage kann man sicherlich ausschließen, basiert also auf der Grundannahme, dass Germanicus 14 + im römischen Kastell Novaesium also Neuss seinen Marsch nach Innergermanien antrat, da sich in Neuss seine Legionen V und XXI aus Xanten aufhielten. Der Überlieferung nach befanden sich die zwei Legionen zu dieser Zeit in einem “finibus Ubiorum “ genannten Sommerlager im nördlichen Grenzbereich zum Stamm der Ubier, die vermutlich ab Neuss südlich siedelten und hinter dem man das “Lager C” in Novaesium vermutet, wo man sie zusammengezogen hatte. Nach dem Germanicus in Novaesium aufbrach, wo man eine Brücke geschlagen hatte, durchquerte er in Eilmärschen ein Gebiet, dass Tacitus den “silvam caesiam”, nannte und der allgemein mit Cäsierwald übersetzt wird. Tacitus verwendet hier den Ausdruck “silvam” also Wald und verwendet nicht das Wort “saltu” also Waldschlucht. Der Leser wird wissen warum ich auf diese Randbemerkung nicht verzichten will. In einem früheren Abschnitt hatte ich spekulativ den Namen “caesiam” mit dem Feldherrn Cäsar in Verbindung gebracht, der östlich des Rheins vor allem nach meinem Dafürhalten im Kölner Vorland heftige Kämpfe mit den dort siedelnden Germanen vor allem den Sugambrern auszutragen hatte. Das östliche Waldgebiet bzw. den ganzen bewaldeten Streifen könnte man in Erinnerung an seine frühen Erfolge und in der Tradition nach ihm so benannt haben, obwohl Cäsar natürlich nicht Cäsia hieß, da wäre dann der Buchstabe “i” zu viel in seinem Namen. Aber wir müssen alle zur Kenntnis nehmen, dass dieses lateinische Wort “caesiam” nicht übersetzbar ist. Was wir aber tun können ist, uns die lateinischen Worte anzusehen die dem Wort “caesiam” am Nächsten kommen. Betrachten wir zuerst das lateinische Verb “caedere”, weil es für eine Reihe von deutschen Worten steht, die man hier in einen Zusammenhang bringen könnte. “Caedere” steht für das deutsche Grundwort “hauen” im Sinne von “fällen” wie Bäume fällen und alle damit verbundenen lateinischen Zeitformen werden auf der Basis von “fällen” konjugiert. Es kann aber auch für töten, niederhauen, erlegen, vernichten oder zerschlagen stehen, also Worte die in Richtung einer Auseinandersetzung gehen und als in kriegerischer Absicht handelnd interpretierbar wären. So heißt es in der 3. Person Plural auf lateinisch “caesi sint” was in der Übersetzung “sie (die Bäume) seien gefällt worden” bedeutet. Und “caesim” steht übersetzt für “mit einem Hieb”. So begegnen sich hier die Worte für Gewalt gegenüber Menschen, als auch die Worte für das Fällen von Bäumen jedoch geht die Interpretation in erster Linie in die Begrifflichkeit des Bäume Fällen. Jene Worte die dem Kriegerischen zugewandt sind und in die Vorstellungskraft der cäsarischen Kriege gegen die Germanen passen würden, klammere ich daher aus. Das Wort “caesiam” scheint mir aufgrund dieser Überlegung in das Vokabular einer Grenzlinie zu gehören. Die Krieger des Germanicus durchquerten in Eilmärschen diesen “silvam Caesiam”. Warum legten sie dieses Tempo vor. Entweder um schnell und möglichst lange unerkannt auf ihrem Weg in germanisches Territorium vordringen zu können, Germanicus es eilig hatte oder er konnte schnell voran kommen weil die Wege gut ausgebaut waren. Germanische Angreifer hatten sie jedenfalls in Rheinnähe nicht zu befürchten. Vielleicht wollte er es auch schaffen an einem einzigen Tag die Luftlinie von etwa 31 Kilometer von Neuss bis zum ersten Marschlager im Wupper Tal zu schaffen. Auch mit Hinblick auf sicherlich gut ausgebaute Wege, eine durchaus realistische Distanz für eine Tagesetappe nach einer längeren Ruhephase im Lager Neuss. In Krisenzeiten geht man auch heute noch von militärischen Tageshöchstleistungen aus, die je nach Wegezustand sogar mit 70 und 80 Kilometern angesetzt werden. Germanicus war ehrgeizig und wollte den römischen Schutzstreifen bis zur tiberianischen Landwehr, an nur einem einzigen Marschtag bewältigen. In der Zusammenfassung ließe sich die Behauptung aufstellen, dass der “silvam caesiam” das Waldgebiet bzw. die Übergangszone markierte, dass mit dem Erreichen der tiberianischen Landwehr endete, also für ihn eine feste Bezugsgröße war. Es war aber auch der “gefällte” Wald, da man in ihn von Neuss aus eine baumfreie Schneisen artige Trasse gelegt hatte um in schnellen Märschen in den Osten des Landes zu gelangen. Ob er seinen Namen auch daher hatte, dass man dort Holz für die Römerstädte schlug, möchte ich auch nicht weit von mir werfen. Aber Menschen die sich tagtäglich irgendwo regelmäßig aufhalten,  vergeben auch oftmals die Namen für die jeweilige Region. In den Kreisen der römischen Bautrupps die ins Rechtsrheinische zum Bäume fällen abkommandiert waren, könnte man auch gut die Urheber des Wortes “silvam caesiam” sehen. Aber da gibt es noch eine andere lateinische Variante nämlich das Wort “caesum”. Es steht für das deutsche Wort “Halt” im Sinne von Pause machen bzw. anhalten. Und natürlich lässt sich auch dieses Wort mit einer Grenzlinie in Verbindung bringen, denn an ihr sollte man schließlich halten und stehen bleiben. Man kann sich nun selbst ein Urteil bilden, worauf man das Wort “caesiam” zurück führen möchte. Es spricht aber vieles für eine baumfreie Wegeführung auf der oder zu der man sich begab, denn auch jede befestigte Grenze brauchte ihre Infrastruktur und musste erreichbar sein und das funktioniert nur über ausgebaute Wege zur Grenze. Mein Resümee ist daher, dass der “silvam caesiam” in jedem Fall eine Zäsur anzeigte, nämlich die einen Schnitt zwischen zwei Machtblöcken zu manifestieren. Die Kraftanstrengung des ersten Tages hatte seine vorher rebellierenden Soldaten zwangsläufig auf andere Gedanken gebracht und man war wieder im militärischen Alltag angekommen. Die Nord/Süd Grenze des Tiberius schnitt bzw.berührte Germanicus  mittig im Tal der Wupper an einer von der Natur vorgegebenen Engstelle und er errichtete dort sein Lager in der Talsohle an jener Tiberius Grenze, wie diese dort auch immer ausgesehen haben mag. In dieser Zeit war Germanicus natürlich vom späteren Dialektwechsel noch weit entfernt und man sprach sowohl diesseits als auch jenseits des Tiberiuslimes die gleiche altgermanische Sprache die wir heute noch nicht einmal in Bruchstücken rekonstruieren können. Dem Nikulasverweis aus dem Mittelalter um 1151 bis 1154 können wir noch die beeindruckende Wirkung entnehmen die der Dialektwechsel bei Minden bei ihm hinterließ, als er vom Sachsenland ins Westfälische überwechselte und wo sich seiner Aussage nach die Zunge änderte. Aber wir sollten trotzdem die Verständigungsvielfalt und deren Möglichkeiten innerhalb der germanischen Sprachenwelt nicht unterschätzen. Der damals durch die Machtpolitik von Tiberius ausgelöste ostbergische Sprachkeil, der mit seinem Limes quasi seine Geburtsstunde erlebte, war später eingebettet in einen westlichen Grenzverlauf zum späteren “süd” niederfränkischen Dialekt und in einen östlichen Grenzverlauf zum späteren westfälischen Dialekt. Germanicus kam von Westen her und befand sich 14 + nun am Kreuzungspunkt zu jenem östlichen Grenzverlauf und zwar dort, wo er den Tiberius Limes queren musste. Und zu einer Zeit, als es wie dargestellt noch keine sprachlich dialektischen Unterschiede bzw. die spätere  Sprachbarriere gab. Die tiberianischen Landvermesser hatten die Nord – Süd Querung des Wupper Tales an dieser Stelle für geeignet gehalten, weil es dort auch vor 2000 Jahren unverrückbare landschaftliche Merkmale und Bezugspunkte gab, die eine Grenzziehung begünstigten. Als da wären der mitten im Wupper Tal markant aufragende Hardtberg der das Tal dort verengt, sowie eine Insel in der Wupper samt Furth die den Durchgang erleichterte. Diese Insel trägt heute den Namen Gerichtsinsel und wird von zwei Armen der Wupper umflossen und sie trägt auch heute noch den Namen Eiland. Nordöstlich dieses Hardtberges bei Einern entspringt der Deilbach auf der Wasserscheide zwischen Ruhr und Wupper. Er mündet nach 21 km bei Essen – Kupferdreh in die Ruhr. Der Deilbach bildet eine natürliche Grenze und verdankt seinen Namen, ein teilender Bach zu sein vermutlich dem Umstand, dass er immer schon wie der Name schon sagt, eine "d" teilende Funktion hatte. Tiberius nutzte die topographische Ausgangslage und legte seine Grenze, als auch den dazugehörigen Grenzweg in diesem Abschnitt westlich des Deilbachtales. Militärstrategisch legt man Grenzen immer in geographisch günstige Gegenden und bevorzugt möglichst die Nähe zu Fließgewässern oder Gebirgskämmen. Erst dahinter errichtet man je nach Gegebenheit eine befestigte Grenze und dann erst folgt davon abgerückt ein Grenzweg, über den die Zuwegung und Wartung organisiert wird und auf dem die Truppenbewegungen statt finden. In etwa so wie die französische Route des Crêtes auf der dem Feind abgewandten Seite des Vogesenkammes. Etwa 1,3 km westlich des Deilbaches liegt der kleine Ort Wallmichrath, den man mit einer Wallanlage in Verbindung bringt. Träfe meine Theorie zu, wäre der Deilbach die natürliche Grenze, die Wallanlage die strategische Grenze und westlich von Wallmichrath befände sich die logistische Grenze und man könnte dort auch hinsichtlich eines Grenzweges fündig werden. An der Stelle wo Germanicus sein Marschlager errichtete, war die Talsohle des Wupper Tales nur etwa 36o Meter breit, bevor das Gelände nach Norden und Süden wieder ansteigt und dort befand sich auch eine der wichtigsten Altstraßen streckenweise auch Emperweg genannt vom Rhein an die Weser. Demnach befand sich das Germanicus Marschlager meiner Theorie nach nahe der “Haspeler Brücke” also im Umkreis des heutigen Landgerichtes zwischen der Schwebebahnstation Landgericht und der Station Völklinger Straße. Erspart blieb Germanicus damals allerdings das Rauschen der Schwebebahn, die ihm im Zweiminutentakt den Nerv geraubt hätte, hätte es sie damals schon gegeben. Um aber nicht so voreilig mit der Vergabe von Hinweisschildern zu sein wie man es mit der Varusschlacht im Osnabrücker Land anfänglich tat, sollte man bis zur Umbenennung einer Schwebehaltestelle in den Namen “tiberianischer Land Limes” auch noch “etwas warten”. Aber dem Autofahrer der auf der A 5 von Frankfurt nach Kassel den großen Limes kreuzt nur den Hinweis auf einen “Parkplatz Limes“ zu gönnen ist sicherlich auch zu mager.
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In der Zusammenfassung der Argumente die für einen vom Rhein abgerückten tiberianischen Landlimes sprechen, möchte ich folgende Fakten und Schlussfolgerungen aneinander reihen:

1.)
Die Bedrohungslage aus Germanien war für Tiberius nach der Varusschlacht des Jahres 9 + unkalkulierbar.

2.)
Tiberius schuf daher östlich des Rhein einen vorgeschobenen Land Limes und setzte damit seine Strategie der Vorwärtsverteidigung um.

3.)
Tacitus überliefert uns den tiberianischen Limes unter dem Namen „limitemque a Tiberio“.

4.)
Der Siedlungsstreifen bis zum tiberianischen Limes wurde im Zuge der Deportation der Sugambrer mit willfährigen germanischen Untertanen besiedelt.

5.)
Teile der Sugambrer verblieben aber am tiberianischen Landlimes und bewahrten sich dort ihre Sprache im ostbergischen Dialekt.

6.)
Er teilte die Region in von Rom abhängige und unabhängige Germanen.

7.)
Er sollte eine Vorwarnzeit für den Rheinlimes garantieren.

8.)
Germanicus überquerte lt. Tacitus diesen „limitemque a Tiberio“ auf seinem Marserfeldzug im Jahre 14 +.

9.)
Tacitus nannte die Region “Silvam Caesiam” den Wald der Zäsur (Einschnitt) oder den Wald der Schneisenfällungen.

10.)
Er behielt seine volle Schutzfunktion bis zu den ersten rheinfränkischen Einfällen 352 +.

11.)
Durch das Ende des Imperiums verlor er zwischen 352 + und 459/460 + vorübergehend seine Bedeutung.

12.)
Er wurde aber von den Rheinfranken die ab 459/460 den Großraum Köln endgültig in Besitz nahmen weiterhin respektiert.

13.)
Nach dem Tod des rheinfränkischen König Sigibert 508/509 wurden die Reiche der Sal - und Rheinfranken zum Austrasischen Reich zusammen gelegt.

14.)
Und auch die Ostaußengrenzen des neuen Austrasischen Reiches ab 511 + deckten sich mit dem Limes des Tiberius.

15.)
Mit Erstarken der Falen und Sachsen gewann der Limes des Tiberius wieder an Bedeutung und wurde möglicherweise schon unter den Merowingern zur frühen “Bergischen Landwehr” ausgebaut.

16.)
Der tiberianische Limes entwickelte sich in den Jahrhunderten seiner Existenz zu einer nachhaltigen Sprach- aber auch Kulturgrenze.

17.)
Die Sprachgrenze zwischen dem römischen Germanien und dem freien Germanien bzw. vom rheinischen zum westfälischen Dialekt blieb bis in unsere Tage.

18.)
Eine etwa 95 km lange Sprachgrenze östlich von Köln ist als Relikt aufgrund der Sugambrer Umsiedlung noch heute in Form eines "sugambrisch” /salfränkisch /ostbergischen Dialektstreifens mit Kontakt zum ”nord” niederfränkisch/salfränkischen bzw. Kleverländischen Dialekt vorhanden.

19.)
Und am südöstlichsten Punkt des ostbergischen Sprachwinkels befindet sich Römershagen ein Ortsteil von Wenden, von wo ab die austrasische Grenze fasst gradlinig nach Osten weiter führt.


Der Rheinische Fächer. Eine Darstellung des Landschaftsverbandes Rheinland mit dem ostbergischen Dialektkorridor

zuletzt bearbeitet am 1.7.2018 um 23:31 Uhr

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Montag, 21. Mai 2018
Germanicus Zugrichtung Sommer 15 +
Skizze der Germanicus Zugrichtung 15 + von den Stammes Gebieten der Brukterer zu den äußersten Grenzen der Brukterer und damit „haud procul“ des „ teuto burgiensi saltu“ auf Basis LIDAR TIM – online 2.0

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Der „teuto burgiensi saltu“ in der Analyse
„Unweit“ von diesem historischen Schreckensort, dem Saltus in der Teutoburgiensis lagerte also Germanicus bevor er „dem Drängen der Überlebenden nach gab“ und zu dieser berüchtigten Waldschlucht aufbrach deren Lage zuvor Caecina erkundet hatte. Die zwei lateinischen Worte „haud procul“ die auch noch mit „nicht weit entfernt vom“ übersetzt werden, gelten nach allgemeiner Auffassung heute als eine Distanz von etwa 15 – 2o km was mit einer Marschzeit von 3 – 5 Stunden gleich gesetzt wird. Und sie sind nicht minder von Bedeutung wie der gesamte „teuto burgiensi saltu“. Aufgrund der auf historischen Hinweisen analysierten Lagebewertung die darauf basiert, dass „Stertinius die Brukterer zwischen Ems und Lippe bekämpft dort das Land verwüstete und Germanicus aus dieser Richtung kommend und ebenfalls kämpfend in einem Zug an die Grenzen der äußersten Brukterer zieht“ sehe ich seinen Verweilstandort wie bereits dargestellt, jedoch am „römischen Hellweg“ und nicht am „mittelalterlichen Hellweg“ nach Corvey in einer Region westlich von Schwaney. Müsste ich mit verbundenen Augen auf einen Punkt zeigen, würde ich in etwa auf den Ellerbach westlich von Schwaney weisen und von hier aus einen Marschzeitradius von etwa 20 km schlagen. Rekapitulieren wir also noch mal und werfen von hier aus einen Blick auf die gesamte Region Ostwestfalens, wobei ich aber die Grundwasser nahe Münsterländer Tieflandbucht ausklammere, da sie die topographische Besonderheit einer Waldschlucht innerhalb des Betrachtungsraumes missen lässt. Steht man dann also wie einst Germanicus irgendwo zwischen Paderborn und Schwaney an der Eggekante und hält Ausschau nach möglichen 20 Kilometer entfernt liegenden Waldschluchten. So erkennt man bei schönem Wetter recht weit nördlich am Horizont einen aufragenden länglichen Bergrücken der nach Nordwesten hin entschwindet, nämlich unseren guten alten Teutoburger Wald, der erst im Jahr 1616 durch Philipp Clüver in diesen uns alle verwirrenden, fragwürdigen und fehlgeleiteten Namen umgetauft wurde, nachdem er vorher noch den altgermanischen Namen Osning trug. In seinen Höhenlagen erreicht er vom Kleinsten, dem Großen Ehberg bei Detmold mit 340 Meter, sowie über weitere sieben Berge ansteigend bis zum Höchsten unter ihnen dem Barnacken sogar 446 Meter. Sodann fällt der Blick auf die beiden hohen Velmerstot Berge mit ihren 441 Metern bzw. 464 Metern und dem Feldromer Berg mit seinen 446 Metern. Diese drei letzt genannten Berge werden aber schon nicht mehr dem Teutoburger Wald, sondern bereits dem Eggegebirge zugerechnet, dem die unsägliche Namensumwidmung im 17 Jhd. erspart geblieben ist, weil man sich die Varusschlacht gerne in die nördliche Region legen wollte. Im Eggegebirge hingegen, konnte sich daher auch noch das alte Wort Osn - egge bzw. Osning bis heute erhalten. Schaut man dann aber von der Paderborner Hochebene aus geradewegs nach Osten, so zeigt sich ein anderes Panorama. Da man sich dort bereits auf erhöhter Warte befindet, wirken die Höhenlagen des Eggegebirges bei dieser Blickrichtung optisch niedriger, da sie zur Weser hin abfallen. Man sollte einfach mal selbst hinfahren und sich den Blick von Schwaney aus über die Weser zum Solling gönnen, dann wird einem vieles deutlicher und verständlicher. Sollte dann aber tunlichst seinen Blick nicht über die mit Windkraft verseuchte Region um Dahl schweifen lassen. Die Stadt Paderborn wird vom Teutoburger Wald im Norden und dem Eggegebirge im Osten im großen Winkel förmlich umschlossen. Mehr oder weniger ausgeprägte Schluchten und Passagen sind mittelgebirgstypisch und verteilen sich über die gesamte Region, was aber auch noch für das Sintfeld oder den Soratgau gilt. In der Region um Schwaney am römischen Hellweg, die ich als das Grenzgebiet der „äußersten Brukterer“ identifiziere, wird die Anzahl markanter Waldschluchten im Umkreis von 20 km jedoch überschaubarer. Da Germanicus der Überlieferung nach im Anschluss an seine Zwischenrast und die folgende Knochenbeisetzung die Weser ansteuerte, wo er sich die kurze aber für ihn prägnante Reiterschlacht mit den Cheruskern lieferte, prallt man aufgrund der erheblichen Entfernung die zwischen Schwaney und Bramsche liegt, zwangsläufig auf weitere Ungereimtheiten zur Theorie „Varusschlacht bei Kalkriese“. Was aber für uns von ausschlaggebender Bedeutung bleibt, ist der spezielle Tacitus Verweis auf den ich näher eingehen möchte. Denn Tacitus „sagt“ uns, dass sich zwischen der Örtlichkeit der Stertiniuskämpfe gegen die Brukterer (A) und dem Ort an dem Germanicus an den Grenzen jener äußersten Brukterer (B) verharrte, als ihn die Legionäre an die Gräueltaten der Varusschlacht erinnerten, noch ein Abstand auftat. Ich habe dazu auf LIDAR Basis TIM – online 2.0 eine Skizze erstellt in der ich diesen Abstand mit 20,5 km vermessen habe. Bei dieser Distanz handelt es sich also wohlweislich nicht um die Begrifflichkeit des „haud procul“, also unweit. Diese 20,5 km Strecke von (A) nach (B) war von Germanicus noch zu überwinden bevor er danach an die Grenzen der äußersten Brukterer stieß. Germanicus soll diese Entfernung, die meiner Schätzung nach etwa 20,5 km beträgt „in einem Zug“, folglich ohne die Errichtung eines Marsch – Zwischenlagers, also ohne Übernachtung mit seinen Legionen bewältigt haben. Die Brukterer besiedelten die flache westfälische Bucht im Großraum zwischen Ems und Lippe. Ein Blick auf eine Landkarte verrät schnell die Topographie dieses Terrains. In diesem Flachland schließe ich die Endschlacht bekanntlich aus, denn in der Nähe zu diesen beiden Flüssen befand sich definitiv kein markanter Saltus mit einer oder mehreren Teuto- oder Teudeburgen, wenn man dem alten Namen Teuderium einen größeren Stellenwert einräumen möchte. Die Waldschlucht musste, allein schon um den Dio Erläuterungen Sinn zu verleihen, schon in einer anderen Richtung gelegen haben, denn wo hätte man im Kampfgebiet des Stertinius, der die Brukterer dazu brachte, dass sie möglicherweise auch aus Kriegslist ihr eigenes Land verheerten und dem damit verbundenen Wiederfund des Adlers diesen taciteischen Saltus finden sollen. Der schluchtenlose Raum um Anreppen mit seinem römischen Hafen - Umschlagdepot scheidet damit sicherlich auch aus. Zudem kann die Entfernung von den Orten wo Germanicus durch seinen Haudegen Stertinius und auch er selbst die Verwüstungen gegen die Brukterer zwischen Ems und Lippe anrichtete bis Anreppen nicht sehr groß gewesen sein, denn diese Brukterer besiedelten schließlich auch den gesamten Raum und auch den Raum um Anreppen und wohl auch noch wie ich annehme bis Schwaney an die Eggekante. Tacitus überliefert uns mit anderen Worten, dass Germanicus nachdem er die Gebiete zwischen Ems und Lippe von Stertinius verwüsten ließ „ohne Unterbrechung“ zu der entlegenden Grenze der Brukterer gelangte. Das Heer des Germanicus zog sozusagen „in einem Zug“, also in einem Rutsch bis an diese äußersten Grenzen des von Brukterern besiedelten Gebietes. Man sollte es noch mal betonen, denn er blieb definitiv nicht in der Region, wo Stertinius die Dörfer der Brukterer zerstörte. Da er bekanntlich beabsichtigte später seinen Rachefeldzug gegen die Cherusker fortzusetzen, verließ er dass Siedlungsgebiet der Brukterer in Richtung Weser und dahin führt der kürzeste Weg von Anreppen zwangsläufig über Schwaney. Hierzu liegt uns der folgende lateinische taciteische Text vor, „ductum inde agmen ad ultimos Bructerorum, quantumque Amisiam et Lupiam amnis inter, vastatum, was in der Übersetzung lautet „In einem Zug ging das Heer (des Germanicus) von da (also aus dem Kerngebiet der Brukterer heraus) bis zu der entlegensten Grenze der Brukterer und alles Land zwischen Ems und Lippe wurde (auch von ihm Germanicus) verwüstet“. Germanicus beließ es also nicht dabei, dass allein Stertinius das Land der Brukterer brandschatzte. Selbst noch auf dem Weg in Richtung Weser zu den Cheruskern setzte Germanicus sogar selbst noch die Verwüstungen bei den Brukterern fort. Sozusagen als eine überdeutliche Quittung für all ihre Taten im Zuge der Varusschlacht. Man zog also in ein Rand- bzw. Grenzgebiet, dass sich zwar schon möglicherweise im Sichtbereich zu einem Nachbarstamm wie den Cheruskern befand, aber immer noch auf dem Territorium der Brukterer lag. Bei diesem Grenzareal muß es sich auch nicht unbedingt um dicht besiedeltes bzw. urbanes Land mit nutzbarem Ackerboden gehandelt haben, es kann sich auch um eine karge und dünn besiedelte Niemandsland ähnliche Heidelandschaft, eher geeignet für die Schafsbeweidung auf der Paderborner Hochebene gehandelt haben, in die Germanicus vorrückte. Denn man wollte ja schließlich auf die Cherusker deren Kampfzentrum im Weserraum und östlich davon liegt treffen und nicht nach Detmold oder Lemgo marschieren, wo ich eher die Angrivarier verorte. Die Emsquelle bei Stuckenbrock und die Lippequelle in Bad Lippspringe trennen gerade mal 12 km Luftlinie. Hätte sich Germanicus aus der spitzwinkeligen Schwerpunktmitte dieser beiden Flüsse etwa aus der Region um Hövelhof kommend bis auf Schwaney an der Eggekante zu bewegt, so entspräche dies schon der besagten errechneten Tagesdistanz von etwa 20 Kilometern die ohne Marschlager gut auskommt. Also einer Strecke die die Kampflegionen problemlos an einem Tag bewältigen konnten und was auch in mein Raster passt. Und erst die Region der äußersten Brukterer in die Germanicus nun zog und in der er sich am Ende des Tages dann auch befand und wo er sein Lager aufschlug, lag dann „haud procul“ also „nicht fern“ vom Saltus Teutoburgiensis „in dem“ sich die nicht bestatteten Überreste befanden. Und hier steckt der Teufel im Detail, denn die folgenden zwei Übersetzungen können in der Tat irritieren, denn auf den ersten Blick könnte man tatsächlich annehmen, dass sich „nicht fern“ auf die Distanz von den Örtlichkeiten der Stertinius Kämpfe (A) bis zur Waldschlucht beziehen würde. Bei genauem Lesen und Hinsehen erkennt man aber, dass sich „nicht fern“ erst auf die Distanz von den Örtlichkeiten „bei den äußersten Bruktereren“ (B) = 20,4 km bis zum Saltus also bis zur Waldschlucht bezieht. Und das macht einen Unterschied. Denn zwischen beiden Örtlichkeiten lag immerhin noch die Strecke von etwa 20,5 km nämlich der besagte Tagesmarsch den Germanicus ohne Marschlager hinter sich brachte. Aber um diese 20,5 km rückte Germanicus dem Saltus näher von dem ihn dann nur nur noch weitere 20, 4 km trennten. Er kam dem Saltus so nahe, dass ihm nun auch erst die Überlebenden sagen oder raten konnten, er könne sich doch aufgrund der Nähe (20,4 km) bis zum Schlachtfeld dieses nun auch mal selbst ansehen. Der Hinweis der Überlebenden schränkt jetzt nicht nur den Suchraum zum Saltus erheblich ein. Denn nun kann die Formulierung „nicht fern“ viel kürzer gefasst werden, da „nicht fern“ mit etwa 15 – 20 km bzw. 3 – 5 Stunden eingeschätzt wird. Dies fügt sich auch in den von mir favorisierten 20,4 km vom Marschlager entfernten Saltus. Und diese Distanz trifft in der Übersetzung von Waldschlucht auch exakt zum Betrachtungsraum zwischen Kleinenberg und Borlinghausen. Germanicus müsste sich der Beschreibung von Tacitus nach also in der Tat schon quasi also unweit zum Gelände der Varusschlacht befunden haben, als er bei Schwaney rastete. Letztlich lag aber auch schon Schwaney selbst mitten im Kampfgeschehen, worauf ich aber noch in einem späteren Abschnitt eingehen möchte. Die Schlacht mit allen Nebenschauplätzen dehnte sich über viele Quadratkilometer aus und entfaltete ihre Kampfeshitze nicht nur allein in der Waldschlucht. Hierzu zur besseren Verdeutlichung noch zwei deutsche Übersetzungen des Tacitus Textes.

Übersetzung I (Wikipedia Internet Portal zur Westfälischen Geschichte)
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Im Auftrag des Germanicus zerstreute Lucius Stertinius mit leichter Truppe die Brukterer, die ihre Wohngebiete abfackelten. Unter Morden und Beutemachen fand er den Adler der XIX Legion, der mit Varus verloren gegangen war. „In einem Zug“ ging das Heer von da bis zu der entlegensten Grenze der Brukterer, alles Land zwischen Ems und Lippe wurde verwüstend, „nicht fern“ vom Teutoburger Wald, „in dem“ , wie man sagte, die Überreste des Varus und der Legionen unbestattet lagen.
 
Übersetzung II ( Wikipedia Internet Portal
nach E. Gottwein)
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Stertinius schlug mit seiner leichtbewaffneten Truppe im Auftrag des Germanicus die Brukterer, die ihren eigenen (Besitz) anzündeten, und fand zwischen den Leichen und der Beute den mit Varus verloren gegangenen Adler der XIX Legion. Von dort aus „führte man“ den Heereszug in die abgelegensten Siedlungsgebiete der Brukterer und verwüstete nach Möglichkeit das Land zwischen Ems und Lippe, „nicht weit entfernt“ vom Teutoburger Wald, „wo“ die Überreste des Varus und der Legionen unbestattet liegen sollen.

Wie man unschwer aus beiden Übersetzungen heraus lesen kann, spricht man hier jeweils fälschlicherweise noch von einem Teutoburger Wald was die historische Aufarbeitung erschwert, gleich so als ob man es nicht wahrhaben wollte, dass ein Saltus nun mal eine Waldschlucht ist und kein Wald. Wenn man Tacitus mit den Worten, die Varusschlacht fand "Haud procul teutoburgiensi saltu" also nicht weit entfernt vom Teutoburger Wald statt, zitiert und die Worte „in dem, wo oder worin“, in den falschen Kontext setzt, so verfälscht man den gesamten Sachverhalt und wird auch bis in alle Zukunft nicht fündig werden, bzw. hält immer nur Ausschau nach einem geeigneten Wald aber nicht nach der richtigen Waldschlucht. Wenn sich die Knochenüberreste eben in dieser Waldschlucht befunden haben, so musste sich nach Ansicht von Tacitus die Schlacht wie schon dargestellt auch eben genau in dieser Waldschlucht zugetragen haben und nicht “haud procul” also unweit dieser Waldschlucht, wie man auf den ersten Eindruck hin meinen könnte. Bestenfalls kann man daraus noch ableiten, dass sich die Kämpfe in, um bzw. über den Saltus hinaus erstreckten. Also vergessen wir auch schnell wieder das Wort Wald im Zusammenhang mit Saltus, denn dann hätte Tacitus wohl zum Wort „silva“ gegriffen und nicht zum Wort „saltus“. So macht es natürlich einen erheblichen Unterschied, ob die Schlacht in einem Großraum wie es das Wort Wald und mit ihm der große Teutoburger Wald suggeriert statt fand, oder in einem begrenzten Saltus, also in einer Waldschlucht oder in einem Pass also einer Passage innerhalb eines Waldes. Denn bei einem Saltus konzentrieren sich die Überreste wie schon rekapituliert gegenüber einem Wald auf einen sehr begrenzten und überschaubaren Bereich, selbst wenn sich die Kämpfe noch in der Umgebung des Saltus zutrugen. Hier möchte ich auch nochmal anmerken, dass sich entlegene und verborgene also erst auszuforschende ehemalige Schlachtorte in Waldschluchten auch nicht in einem Flußtal oder einem Flachland wie der westfälischen Bucht befunden haben können. Auch entlegene Grenzgebiete der östlichsten Brukterer sollten auch wie der Name schon sagt entlegen, also sehr abseitig liegen und die strömungsschwache Lippe war damals die Lebensader und kein entlegener Grenzfluss und die Ems war ebenso bedeutsam. Germanicus hatte es mit etwa 20,5 km also nicht sehr weit von den besagten Örtlichkeiten im Bereich von Ems und Lippe, wo Stertinius die brandschatzenden Verwüstungen hinterließ, bis in die von mir favorisierte Zwischenstation östlich von Paderborn und nahe Schwaney mit Weitblick zum Solling, die er nach der Niederschlagung zügig ansteuerte und wo er später den Entschluss fasste, die Trauerstätten aufzusuchen. Germanicus hatte das Ziel, sich in diesem Jahr also 15 + nachdem er die Brukterer züchtigte auch noch mit den Cheruskern zu messen, was ihm nach der Knochenbestattung auch im begrenzten, aber nicht befriedigendem Umfang gelang. Etwas zurück gespult erreichte ihn nun die Information seiner Leute, es würden sich „haud procul“ im Saltus unweit seines Aufenthaltsortes noch die unbestatteten Überreste der Legionen des Varus befinden. Ich will darauf hinaus argumentieren, dass sich Germanicus schon sehr weit auf Schwaney und somit an die Eggekante zubewegt haben könnte. Denn hier bedeutete und kennzeichnete die klare geologische Linienführung der Eggekannte unter Umständen auch den Beginn eines anderen Stammesgebietes, denn man orientierte sich damals an optisch auffälligen Landmarken. Denn östlich Schwaney beginnt sofort der schroffe Eggeabfall, hier verharrte Germanicus wohl aus Sicherheitsgründen, oder besser ausgedrückt er musste dort inne halten, denn den Abstieg wird er erst einmal vermieden bzw. verschoben haben, da dort unten in den Hangwäldern nahe dem heutigen Neuenheerse und um den Gradberg schon die Cherusker auf ihn lauern konnten. So plante er für den Folgetag zuerst noch die Errichtung des Knochenberges, bevor er wegen der Cheruskerattacke kurzzeitig die Weser überschritt. Verorten wir ihn und seine Legionen also vor den Eggeabhängen vielleicht noch etwas westlich von Schwaney lagernd, so befand er sich hier nun wie Tacitus schrieb „haud procul“, also nicht fern vom „Teutoburgiensi saltu“. Bei „haud procul“ soll es sich nach allgemeiner Lesart um etwa maximal 4 – 5 Stunden Marschzeit bis zum Saltus, man kann natürlich auch in Hufen messen, gehandelt haben. Dies soll einer Entfernung von etwa 15 – 20 km aufgrund einer Analyse auf Basis der Tacitus Annalen entsprechen. Was also sehr gut in den Radius gemessen ab dem Raum Schwaney zur Saltus Waldschlucht passt, für den ich 20,4 km hoch gerechnet habe. Für sehr interessant halte ich daher die Schlußfolgerung, dass sich ein Germanicus Lager bei Schwaney noch innerhalb diese Aktionsraumes bewegt. Denn es sind nur 20,4 km bis an die Stelle, wo sich die Waldschlucht in einer Kehre um die „Alte Burg“ zieht. Bei diesem Germanicus Rastlager westlich von Schwaney handelt es sich meines Erachtens wenn nicht auch punktuell um das Lager 1.) nach Anreppen aber möglicherweise um eines jener Marschlager, die seinerzeit Bestandteil der Lagerkette von Anreppen nach Corvey bildeten, was auch genau zum Marschlagerabstand von etwa 23 km passt. Die Distanz von diesem ersten Marschlager, die gut in den Rahmen einer experimentell, mathematisch bzw. historisch angenommenen 15 – 20 km Entfernung zum Saltus passt lässt sich im allgemeinen Sprachgebrauch auch gut als „nicht fern“ bezeichnen. Man könnte also auch auf Basis dieser Theorie das Ende der Varusschlacht im Saltus nur etwa 20,4 km südöstlich von Schwaney annehmen.

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