Samstag, 29. August 2026
Die Falchovarii Krieger waren Ostfalen.
ulrich leyhe, 09:37h
Die Forschung ist sich nicht sicher wie die für Ost- aber auch für Westrom kämpfenden Söldner zu den im Staatshandbuch abgebildeten Feldzeichen Motiven kamen um sowohl deren Bedeutung zu enträtseln als auch um Licht in ihre Herkunftsregionen zu bringen. Auch unter Anwendung unterschiedlichster Methoden wie etwa dem Klassifizieren bzw. Eingrenzen ähnlich wirkender Symbole blieb es der Wissenschaft bislang versagt auf Spuren zu stoßen die Gewissheit versprechen und verborgene Verbindungen und Hintergründe wirken nicht schlüssig genug um sie konkret in Betracht zu ziehen. Insbesondere was jene Männer anbelangt die man im Rahmen dieser Theorie in der römischen Rheinprovinz Vertragsbrecher und in der „Notitia Dignitatum“ Falchovarii nannte wäre es wünschenswert auf Hinweise zu stoßen mit denen sich die Falchovarii als Nachfolger der Cherusker enttarnen lassen. Um der Frage nachzugehen bzw. sie aufzugreifen, ob sich das „Falchovarii Feldzeichen“ mit der Region Ostfalen in Verbindung bringen lässt, werden im Verlauf dieses Kapitels Hinweise zusammen getragen und der Versuch unternommen auf dem Weg einer Indizienkette eine Antwort zu finden. Wie im voraus gegangenen Kapitel festgestellt lastete auf den Cheruskern der Makel des Vertragsbruches der sie zu „Falchovarii“ machte. Gemeinsam mit dem Namen „Falchovarii“ werden im Handbuch auch die Bructeri bzw. Angrivarii erwähnt und da diese in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Cheruskern lebten war es immer schon naheliegend sie in einem an diese Völker angrenzenden Siedlungsgebiet zu verorten. Bructeri bzw. Angrivarii vollzogen nicht den Namenswechsel zu den „Falchovarii“ mit, zählten folglich nicht dzu bzw. traten nicht darunter auf und bekannten sich auch nicht zu ihnen und könnte davon ausgehen, dass sie in den Augen Roms nicht als Betrügervölker galten. Aus der Sicht der „Fallere Theorie“ ist es nachvollziehbar, da Rom anders als mit den Cheruskern mit ihnen keinen Vertrag abschloss und sie demnach auch keinen Vertrag brachen. So nährt auch dies den Verdacht, dass die „Falchovarii“ nicht nur die Vorfahren der heutigen Falen bzw. Ostfalen, sondern auch die Nachfahren der einstigen Cherusker waren. Was das Schildmotiv anbelangt, so tendiert ein Teil der Historiker zu der Annahme, dass es die Kämpfer selbst waren die sich für die Art der Bemalung entschieden hatten und die römische Armee ihre Vorstellungen aufgriff während andere davon überzeugt sind, dass es nicht der freie Wille der Söldner war und man sie ihnen von offiziellen römischen Waffenwerkstätten in Form von Musterbüchern vorgegebenen hatte, sie aber möglicherweise ein Mitspracherecht hatten. Die Analyse wird zeigen, dass beide Gedankengänge zutreffen. Man kann der Überlegung folgen, dass die von den Falchovarii ausgewählte Schildbemalung auf ältesten mythischen Vorstellungen beruhte und eine ihnen nahe stehende Symbolik ausdrückt die ihrer Tradition entsprach und und auf frühesten Erinnerungen basierte die nur in den Regionen vorherrschte die sie besiedelten und Söldnereinheiten die sich diesem Kulturbereich zugehörig fühlten entschieden sich für ein Motiv das diesem Feldzeichen glich. Während die „Notitia Dignitatum“ die Falchovarii und Angrivarii dem oströmischen Reich zuordnet wird erkennbar, dass sich die Söldner aus dem Volk der Bructeri für ein davon abweichendes Schildmotiv entschieden hatten und sich nach Westrom orientierten, wo man sie unter Vertrag nahm. Eine Tendenz die dem Frankenbund entspricht und ihre Distanz sowohl zu den Falchovarii als auch zu den Angrivarii verdeutlicht. Fakt ist, dass die oströmische Administration aus Verwaltungs – bzw. militärisch strukturellen Gründen den Söldnern Erkennungsmotive zuordnen musste die als Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Einheiten dienten und vielleicht auch die soldmäßige Vergütung ihrer Kampfleistungen erleichterte. Das diese Motive aber nicht nur einen rein organisatorischen bzw. formalen Hintergrund und Charakter hatten, sondern sich auch auf die Schildbemalung auswirkten ist naheliegend um Mitkämpfer von Feinden zu unterscheiden. Ende des 19. Jahrhundert wurde der Name „Falchovarii“ wegen der ersten drei Buchstaben erstmals mit Ostfalen in Verbindung gebracht und was seine Zweitsilbe „varii“ anbelangt, so ist die Identität mit der Bezeichnung „varier“ wie es die Chattu(v)arier, Ampsivarier und Angrivarier den Stämmen die die Region zwischen Ems und Weser besiedelten ebenfalls im Namen tragen nicht zu übersehen. Schon Tacitus bestätigte mit seinem Hinweis auf einen Grenzwall zwischen Angrivari und Cherusci die räumliche Nähe in der beide Stämme zueinander standen, sodass es für die Falen naheliegend war sich im Zuge ihrer stammesgeschichtlichen Neuorientierung die Silbe „varier“ zuzulegen. Unter allen Germanenstämmen und nicht nur unter den unmittelbar westlich der Cherusci siedelnden Bructeri bzw. den nordwestlich von ihnen lebenden Angrivari, aber auch bis in die noch keltisch geprägten Regionen hinein hatten sich die gegen Rom statt gefundenen Schlachten der Jahre 11 – bis 16 + ins kollektive Gedächtnis eingeprägt und allen war bewusst, dass es dem Volk der Cherusci und ihrem charismatischen Anführer mit seiner unnachahmlichen Aura zu verdanken war, dass es Rom nicht gelang sich ihres Landes zu bemächtigen. Die Angrivari entgingen dem römisch/cheruskischen Zerwürfnis, da sie nicht an der Varusschlacht teilnahmen und auch im Jahre 16 + nicht in voller Volksstärke gegen Germanicus antraten. Statt dessen begannen sie schon kurz darauf mit Rom zu kooperieren bzw. Frieden zu schließen, sodass ihre Nachfahren auch nicht unter dem negativen „Fallere Ruf“ litten. Und als die umliegenden Stämme in den Zeiten des Umbruchs begannen sich Franci oder Alamanni zu nennen nahmen sie infolgedessen auch nicht den Namen „Falchovarii“ an und behielten ihren Namen Angrivari aus germanischen Zeiten der sich über Angari zu Engern wandelte. Aber der Name „Falchovarii“ den die Cherusker annahmen tat ihnen keinen Abbruch, sondern war allem Anschein nach ihrem Ansehen sogar förderlich, da sie von diesem heldenhaften Nimbus profitierten. Während hingegen die strukturellen Veränderungen innerhalb der Bructeri einen komplexeren Verlauf nahmen. Zu Zeiten der Varusschlacht verortete man sie im Gegensatz zu den Angrivari deutlich im Lager der Cherusci während sich Teile von ihnen in späterer Zeit auch aufgrund ihrer geographisch bedingten nach Westen offenen Siedlungslandschaft abspalteten um im Frankenbund das römische Bollwerk an Rhein zu Fall zu bringen. Den Cherusci und Angrivari hingegen die im 4. Jahrhundert gemeinsam dem Ruf für Ostrom zu kämpfen folgten, dürften sich obwohl namentlich nicht erwähnt aber auch die östlich orientierten Bructeri angeschlossen haben. So sah sich dieses Volk gegen das schon Kaiser Konstantin der Große kämpfen musste in entgegen gesetzte Richtungen gezogen. Dass später immer noch Merowinger und Karolinger die sesshaft gebliebenen rechtsrheinischen Bructeri denen sie einst selbst entstammten aus der Tradition der provinzialrömisch denkenden Bevölkerung gleich den Cherusci zu Betrügern erklärten in dem sie sie „Westfalaos“ nannten, deutet auf ihre einstige Verbundenheit mit den „ostfälischen Cheruskern“ hin und lässt die Wechselbeziehungen erkennen denen sich dieses Volk ausgesetzt sah. Die Erstsilbe „Fal“ im Namen „Falchovarii“ beruht nach dieser Theorie auf der unbeugsamen Grundform des lateinischen Verbs „fallere“ was auch in die Volksnamen „Falvarier“, „Falevarii, „Falovarii“ bzw. „Falovaren“ hätte münden können, da die Buchstaben „ch“ nur der stimmlichen Überbrückung dienten. Die Germanen sprachen das Wort „Falchovarii“ das wir nur aus der Schriftsprache kennen sicherlich mit einem völlig anderen und für uns unbekannten Zungenschlag aus. Im heutigen Dialekt ihrer ostfälischen Herkunftsgebiete könnte es noch deutlich werden, da man im Raum zwischen Weser und Elbe immer noch das „e“ im Wort Falen unbetont lässt in dem man es als „Faln“ ausspricht und es damit an das Wort „Falchovarii“ heran rücken lässt, das ebenfalls kein „e“ enthält. Auf dem Stamm der Cherusker dem die Geschichte manche Wechselbäder auferlegte und in deren Brust die Seelen von „Erdulden oder Widerstand leisten zu müssen wohnten, lastete einst das Gewicht der Verantwortung verbunden mit dem Zwang erfolgreich sein zu müssen, denn im Fall einer Niederlage hätte es ihr Ende bedeutet bzw. sie in die Sklaverei geführt. So lebte ihr Volk zum Schmach der Geschlagenen unbehelligt weiter blieb unangreifbar und führte weitab vom Rhein ein nahezu schemenhaftes Dasein. Scheinbar machtlos zu sein gegen sie nichts ausrichten zu können wurden sie aus der Distanz heraus nur noch die Vertragsbrecher genannt. Damit handelten sie sich den Namen eines in Verruf geratenen, da abtrünnig gewordenen Volkes das nur aus Betrügern bestand und sie durch die Jahrhunderte begleitete. Man sprach ihnen ihren angestammten Namen ab, unterdrückte ihn, vermied es ihn umgangssprachlich zu nutzen und tauschte ihn gegen den negativ besetzten Begriff ein der besser zu ihrem Verhalten bzw. zu ihren „Un“ Taten passte. Mit dieser für die Cherusker ungewollten und ihnen von außen aufgezwungenen Namensänderung gelang es dem einst unterlegenen Imperium seine unrühmliche Vergangenheit zu verdrängen bzw. zu bewältigen. Rom wollte sie damit auf ewig brandmarken und bestrafen, erreichte aber letztlich das Gegenteil denn es verlieh ihnen militärisches Ansehen und verhalf ihnen zu ihrem „Markenzeichen“ unter dem sie in den folgenden Jahrhunderten als „Falchovarii“ für Ostrom ins Feld zogen. Man nutzte es in der römischen Provinz so, wie es auch unter den Germanen gebräuchlich war als „Kenning“ in dem man das Aussprechen von Namen vermied um keinen religiösen bzw. mythischen Zorn auf sich zu ziehen. Eine Methode die Rom in diesem Fall zum Tabuisieren anwendete. Der Name „Cherusker“ verschwand damit weitgehend aus dem antiken Leben, wurde verbannt und entschwand letztlich auch über die Jahrhunderte betrachtet aus dem germanischen Alltag, sodass das Imperium sein Ziel erreicht hatte bis von ihnen nur noch das Wort Ostfalen übrig blieb. Die einstige Weltmacht wusste noch lange nach den Germanenkriegen, dass die Aufrührer die sie Betrüger nannten an der Weser lebten und vererbten ihre Empörung die sich bis heute erhalten konnte in Gestalt der lateinischen Anfangsbuchstaben „fal“ von „fallere“ bzw. „Fallacia“. Einem Verb dem auch das deutsche Wort „falsch“ entstammt, das sich über das althochdeutsche Adjektiv „ falsc“ und die Verben „falscan“ und „falscon“ auf das lateinische Wort „falsus“ zurück verfolgen lässt. Im Synonym mit „betrügerisch“ gleich gesetzt zeugt es vom tiefen Ärger den das Imperium damals empfand. An der römischen Erstsilbe „Fal“ die im Wort „Falchovarii“ enthalten ist zeigt sich der Annäherungsprozess der lateinischen Schrift und Sprache bis zur frühdeutschen Schrift die der Mundart folgte und in den germanischen Wortschatz überging. Hinter den Buchstaben „ch“ wird in Verbindung mit dem „o“ nach gängiger Annahme die Reibelauttheorie gesehen in dem man darin eine sprachliche Überbrückungshilfe sieht. Dafür, dass wir das Wort „falsch“ unter Zuhilfenahme des Buchstabens „s“ aussprechen und nicht „ falch“ sagen, so wie es in „Falchovarii“ ohne „s“ geschrieben wird bietet sich auch noch eine andere Erklärung an. Wir wissen nicht, wie man in Germanien das nieder geschriebene Wort „Falchovarii“ aussprach bzw. es betonte und da das Verschriften von Lautsprachen bzw. Mundarten keinen Regeln unterliegt, da es sich durch das Alphabet nicht abgebilden lässt, kann es sehr unterschiedlich ausfallen. So werden in lateinischen Ländern oft Worte zwar mit „ch“ geschrieben, aber als „sch“ also unter Zuhilfenahme eines „s“ ausgesprochen. Aus dem Altfranzösischen stammt beispielsweise das Wort cochon für Schwein. Gesprochen wird es jedoch „coschon“. Gleiches gilt für die französischen Worte mechant oder fache für böse, man es dann aber „meschon“ bzw. „fasche“ ausspricht, bzw. das Wort fascis = Bündel, gesprochen jedoch „faschis“. Daraus lässt sich schließen, dass die germanische Mundart das geschriebene Wort „Falchovarii“ auch als „Falschowari“ ausgesprochen haben könnte. Da nur sehr wenige Germanen Latein lesen bzw. schreiben konnten waren die Verfasser des Staatshandbuches sicherlich Romanen und schrieben das Wort zu Beginn des 5. Jahrhundert in Latein nieder, einer Schrift die keine Betonung kennt und nur visuell dargestellt wird. Einem sprachlichen Grundmuster folgend also „Falchovarii“, obwohl man es in Germanien in der dort gewohnten Manier vermutlich mit „sch“ als „Falschowari“ ausgesprochen haben könnte. In der Schlussfolgerung lässt sich sagen, dass aus den „Falleren“ also den Betrügern von einst der Sprache des Volkes folgend die „Falschspieler“ und nicht die „Falchspieler“ bzw. aus ihnen in Neudeutsch die „falschen Fuffziger“ wurden. Der Neigung folgend die Sprache im Alltag effizienter und schneller zu machen wurde es zu „Faln“ ein Wort in dem Falen nie das „e“ betonen. Schaut man sich in diesem zusammen das einfache Wort „waren“ an, so sagt man auch in diesem Fall „ wahn die schon da“ statt „waren die schon da“. So erhielt sich im Kern sein Bezug zum Wort „fallere“ bzw. „Fallax“ in dem es seinen Ursprung hat. Zwischen 286 + bis 392 + verwalteten zehn römische Kaiser das Imperium von Trier aus und standen somit den Germanenstämmen der Zeit weitaus näher, als würden sie in Rom residieren. Ein Umstand der in einer Zeit ins Auge fällt in der sich viele Kriegerscharen unter den Wesergermanen auf Ostrom zu bewegten, während sich die Rheingermanen nach Westen orientierten. Als Trier im späten 3. und 4. Jahrhundert zur Kaiserresidenz wurde waren die noch germanisch geprägten Stämme am rechten Rheinufer eine ständige Bedrohung. So mussten die römischen Kaiser in diesen Jahren mehrfach in und um das antike Augusta Treverorum gegen die nun zum Bündnis erstarkten Franken kämpfen denen wie Sidonius Apollinaris berichtet auch die Bructeri zugeordnet werden die die Tabula Peutingeriana auf der östlichen Rheinseite verortet. Es waren die Jahre in denen sich eine Völkerteilung durch Germanien abzeichnete und einen Riss hinterließ der in Nordsüdrichtung verlief. Dazu gehörte Ascarius der wie anzunehmen ist ein Bructeri war, während einiges dafür spricht, dass Gennobaudes den Mitkaiser Maximian später als romtreuen Klientelkönig einsetzte und Merogaisus der von Kaiser Konstantin 306 besiegt wurde wegen ihrer Namen vermutlich Sicambri waren. Folgerichtig erscheinen sowohl der Stamm der Sicambri, der in der „Notitia Dignitatum“ schon unter der Sammelbezeichnung Franci aufgelistet wurde, als auch der der Bructeri nur im weströmischen Teil des Staatshandbuches. Möglicherweise wird die Abgrenzung auch durch die innerwestfälische Dialektgrenze deutlich die das Münsterländische und Südwestfälische vom Ostwestfälischen trennt. Ein Bruch der erkennen lässt, dass man schon im 3. bzw. 4. Jahrhundert Cherusci und Angrivari zu den Oststämmen zählen könnte und man sie daher auch innerhalb der „Notitia Dignitatum“ im oströmischen Teil aufführte. Vielleicht legte schon Arminius den Grundstein dafür der für Rom an der Donau kämpfte und mit seinen Männern nach Vertragsende Pannonien wieder in Richtung Weser verließ um das von seinem Vater begonnene Werk zu vollenden. So werden neben jenen die in Südosteuropa blieben auch diverse Kriegerscharen der Falchovarii und Angrivarii nach dem Auslaufen ihrer Verträge zu ihren Sippen zurück gekehrt sein. Söldner die für Ostrom gekämpft hatten, die nun mit Lohn ausgestattet selbstbewusst und mit Kampferfahrung auftraten, die nicht nur ehrenvoll in Empfang genommen wurden und zu Macht und Ansehen gelangten, sondern die auch ihre Eindrücke und neue Erfahrungen mit brachten. Ebenso hatte sich ihnen das Feldzeichen unter dem sie dienten eingeprägt. Die Vexillologie also die Fahnenkunde gibt uns wie bereits angedeutet vermutlich noch einen weiteren Hinweis der die Hypothese stützt, dass aus den Cherusci die Falleren und letztlich die Falen wurden, denn aus Feldzeichen konnten Wappen werden. So wurde die zum Stammesnamen gewordene Bezeichnung „Falchovarii“ samt Emblem wie man es in der „Notitia Dignitatum“ entnehmen kann nicht nur im fernab gelegenen Südosteuropa populär, sondern auch östlich des Rhein zu einem geläufigen Begriff und man wusste welches Volk sich dahinter verbarg und unter welcher Flagge sie firmierten. Die „Notitia Dignitatum“ ein der Forschung zur Verfügung stehendes Großwerk der Superlative verdiente es, dass man jedes darin abgebildete Feldzeichen einer Detailbetrachtung unterzog. Grundlagenforschung betrieb der 1921 verstorbene Althistoriker Otto Seeck der sich wie Maximilian Ihm und Alexander Demandt vermutlich vom fränkischen Urbegriff „Westfalaos“ leiten ließ und daher ihre Wohngebiete in Rheinnähe verortete, während Dietrich Hoffmann die Falchovarii als einen sächsischen Stamm identifizierte. Er rückte damit zwar aus der westfälischen Rheinregion ab legte sich aber darüber hinaus nicht weiter fest. Einzig der 1936 verstorbene und der NS Ideologie nahe stehende Rudolf Much vertrat die Ansicht, dass die Falchovarii mit den Cheruskern identisch sein könnten, begründete es aber nur damit, dass die Region Ostfalen an die flachen Regionen der norddeutschen Bucht grenzte da der Begriff „falah“ für Flachland die Debatte und das noch bis heute beherrschte. Da man bislang mangels belastbarer Theorien und Quellen mit nur mäßigem Interpretations Erfolg die Wohngebiete der Falchovarii auf Ostfalen eingrenzen konnte verloren, falls sie es gehabt haben sollten, auch viele interdisziplinäre Forschergruppen das Interesse an der Falenforschung was aber nun auf Basis der „Fallere Theorie“ wieder möglich geworden ist. Zweifellos sind es in vor allem die Stammesnamen die uns erst auf die Spur der Herkunftsgebiete gebracht haben. Inwieweit aber auch die Motive auf den Schildzeichen selbst Hinweise bieten, da sie noch ältestes germanisches Gedankengut in sich tragen könnten wie es uns in so frühen Zeiten an keiner anderen Stelle begegnet erfordert weiteren Forschungsaufwand. Da sich die Symbolik vielfach ähnelt, lassen sich die Erklärungsstränge der einzelnen Wappenmotive nur schwerlich miteinander in Verbindung bringen und natürlich gilt sowohl dem Falchovarii als auch dem Angrivarii Motiv das größere Augenmerk. Der Name „Falchovarii“ der erst über ihr Feldzeichen bekannt wurde hätte demnach die Bezeichnung Cherusker abgelöst und fortan faszinierte die Forschung seine nebulöse Gestaltung um daraus Erkenntnisse zu ziehen, die sich als Indiz für weitere Recherchen einschließlich der Herkunftssuche eignen. Nahezu magnetisiert und gebannt blickten die am Thema Interessierten auf diese Symbolik um zu versuchen zu erfassen, welche altgermanischen Stimmen bzw. Traditionen noch aus ihr zu uns sprechen könnten. Bei dem Versuch auf belastbare Unterscheidungsmerkmale zu stoßen dürfte gleichermaßen die tiefe germanische Mythologie als auch das darin ruhende kriegerische Element ihres Auftrags für Ostrom zu kämpfen eine Rolle gespielt haben. Das Feldzeichen der Falchovarii ist kreisrund der Hintergrund dunkelblau, der Tiermotiv - Aufsatz hellblau, der Schildbuckel mittig gelb und war im Zentrum teilweise mit einem gelben Ring abgesetzt. Es zeigt zwei sich gegenseitig anblickende Tierköpfe mit jeweils drei Zacken auf dem Rücken und einem Zacken der unten mittig zwischen ihnen positioniert ist. Zangenförmig gewölbt bilden es einen Innenraum an dessen unteren Rand sich ein gelb bzw. goldfarbiges Kreissymbol befindet, das auf den ersten Blick einer Sonne ähnelt die auf einem stammartigen Sockel ruht. Dieses Rundzeichen befindet sich an der Stelle, wo sich aus dem Stamm des Baumes schon das Geäst der Baumkrone zu erheben scheint und sich zwei starke und mächtige Äste nach außen gabeln die in den zuvor genannten zwei nicht definierbaren aber im Aussehen identisch wirkenden Tierköpfe mit halbgeöffneten Mäulern auslaufen. Man kann es so sehen, also ob das Motiv auf dem Feldzeichen insgesamt den Charakter eines Baumes bekommt in dessen Spitze sich die zwei Tierköpfe ansehen besser gesagt anstarren. Dieser Teil der Darstellung der Baum und Sonne ausdrücken könnte ist aus heutiger Sicht eine Herausforderung für die Interpretation und die Lösung könnte in der Weltanschauung der Zeit verborgen liegen und daher frühzeitliche religiöse Ursprünge gehabt haben. Es waren Germanen und im Sinne dieser Theorie die Nachfahren der Cherusci die sich für dieses Emblem entschieden haben könnten was die Suche nach ihren einstigen Wohngebieten vereinfachen könnte. Gäbe es nicht noch andere alternative Denkweisen könnte man das runde gelbe Kreissymbol als Sonne definieren und der Baum in dessen Mitte ließe sich als ein Zeichen von Fruchtbarkeit werten. Die zwei Tierköpfe könnten einen Zweikampf andeuten starren sich an und bringen Konfrontation verbunden mit Drohgebärde zum Ausdruck was nicht für Zuneigung spricht. Man schien sich gleich wer der Gegner ist ihm wie ein Tier entgegen stellen zu wollen und zeigt damit die offene Kampfbereitschaft zum Zwecke der Einschüchterung. Doch auch andere Erklärungen bieten gedankliche Spielräume, denn was könnte Germanen daran gelegen haben ihre Feinde auf eigenen Feldzeichen, auch wenn es nur inform eines Tierkopfes war abzubilden. So darf man davon aus gehen, dass diese Darstellungen auch anderer Natur gewesen sein dürften, denn Angriffsstärke drückt sich nicht in abwartender Haltung aus und nur ein sich gegenseitiges beäugen, anstarren oder drohen suggeriert weder Siegeswillen noch Kampfgeist, zumal die Tierwelt das Vorbild liefert in dem der Gegner umklammert umschlungen und eingeengt wird um letztlich erwürgt zu werden. Auf die germanische Reiterei übertragen die sich in der Endphase der Spätantike als äußerst schlagkräftig erwies könnte dies auch ein Hinweis auf die zangenförmig einkreisende Kampfesweise gewesen sein, die sie erst beherrschten als sie mit den höher entwickelten Taktiken des oströmischen Militärs vertrauter wurden. Da sich unterschiedliche Söldnergruppierungen über ihre Feldzeichen mit vergleichbaren Symbolen präsentierten werden Gemeinsamkeiten deutlich die an eine mythische Verwandtschaft denken lassen. Als sich Cäsar noch nicht für den Nordosten interessierte teilten sich Kelten und Germanen die alte Welt und der Weltenbaum der das Irdische mit dem Überirdischen verband, den die einen Iggdrasil und die anderen Crann Bethadh nannten verkörperte ihre Glaubensvorstellungen während in ihren Kronen die Zoomorphen residierten hinter denen sich Adler und Habicht verbargen könnten den Verschmelzungsprozess zweier Kulturen sinnbildlich darstellen die nun Schulter an Schulter ihre Waffen gegen einen gemeinsamen Feind richteten. Aber genug der Spekulation. Angrivarii und Cherusci siedelten nahe dem ersten von Kelten errichteten Festungsgürtel längst des Wiehengebirges bevor sie diesen aufgaben und er sich nach Süden verschob wo er die Lautverschiebungsgrenze hinterließ, sodass sich die zwei Kulturen schon lange nicht mehr als Fremde gegenüber standen. Als Voden der möglicherweise zwischen 141 - und 146 - geboren wurde auf Basis der Überlieferung von Snorri Sturluson Saxland erreichte wo er zum Gründervater der cheruskischen Fürstensippe wurde traf er in der ostfälischen Weser - Harzregion noch auf umfänglich vorhandene keltisch geprägte Bevölkerungsschichten die sich einem Germansierungsprozeß ausgesetzt sahen, sich ihm möglicherweise auch widersetzten dem man sich aber langfristig anglich. Man nahm im Zuge dieses Prozesses gegenseitige Traditionen an und profitierte voneinander. Deutlich wird es am Beispiel von Blech 2 der Torslunda Bronzeplatten aus dem 6. Jahrhundert. Es zeigt den einäugigen Voden mit dem Geweih des keltischen Gottes Cernunnos im Beisein eines Berserkers so wie es auch die Gürtelschnalle aus Finglesham aus der gleichen Epoche darstellt die ebenfalls ein gehörntes Motiv aufweist. So scheint es, als ob sich Voden damit in die Rolle eines Keltengottes begeben wollte was ein weites spekulatives Feld eröffnen würde. Vor allem aber sind es Darstellungen die dem Falchovarii Feldzeichen sehr nahe kommen und es mit Voden in Verbindung bringen. So wirkt das Torslunda Blech wie das Original und das Falchovarii Motiv wie eine Abwandlung davon und es wird deutlich, dass das gelbe kreisförmige Symbol welches an eine Sonne denken lässt den rundlichen Kopf bzw. das Gesicht von Voden darstellen soll. Das man es im Falchovarii Feldzeichen nur als Rundform abbildet lässt sich damit erklären, dass die Söldner in Ostrom die christliche Welt betraten, sodass ein heidnischer Bezug nicht offensichtlich werden durfte. Und während das Geweih dem keltischen Gott Cernunnos entnommen wurde, symbolisieren die Tierköpfe an seinen Enden die tierischen Begleiter von Voden und bringen damit die Vermischung der Kulturen zum Ausdruck. Möchte man es gedanklich vollenden, dann befanden sich unter den Söldnern nicht nur die germanischen Falchovarii, sondern auch Krieger die keltischer Abstammung waren. Es verdeutlicht aber auch, dass darin der Kern für die viel zitierte Annahme stecken könnte in den Cheruskern die Hirschleute sehen zu können. Eine Theorie die sich jedoch nicht mit der Überlegung verbindet, dass dem die Cherusker ihren Namen verdanken, denn dieser dürfte eher im griechischen Sprachraum zu suchen sein und gelangte mit Voden nach Germanien. Da das Falchovarii Motiv wie ein Mischwesen aus germanischer und keltischer Welt wirkt, konnten sich unterschiedliche Söldnereinheiten darauf berufen die sich mit dieser Symbolik verbunden sahen, griffen es ebenfalls auf und nutzten es als Identitätsmerkmal für ihre Feldzeichen bzw. Schildbemalung. So waren es neben den Angrivarii auch die Söldnereinheiten der „Exculcatores iuniores Britanniciani“ bzw. die „Celtae seniores“, obwohl diese für Westrom kämpften.
(29.08.2026)
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Sonntag, 23. August 2026
Die „Notitia dignitatum“ - Mehr als nur ein Werk über die spätantike Militärorganisation.
ulrich leyhe, 12:03h
Immer noch auf der Spur der Menschen die Cäsar "Cherusci" nannte sind alle Hinweise von Bedeutung die uns Aufhellendes zu ihrem Verbleib versprechen. Ihre einstigen Wohngebiete an der Weser stehen im engen Zusammenhang mit dem Begriff „Falen“, sodass man nicht umhin kommt ein ähnliches Wort aufzugreifen, das uns die Spätantike hinterlassen hat. Es ist der Name „Falchovarii“ der in einer spätrömischen Aufzeichnung der „Notitia dignitatum“ einem Staatshandbuch erscheint und in der 2. Hälfte des 4. bzw. der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts zwischen 394/395 + 425/433 entstanden sein soll. Aus ihm gehen die Söldnereinheiten hervor die sowohl für West - als auch für Ostrom kämpften. Und während man sich mit dem militärischen Aufbau in zahlreichen Veröffentlichungen inhaltlich intensiv auseinander gesetzt hat, war es um die Suche nach den einstigen Wohngebieten dieser Falchovarii weniger gut bestellt. Obwohl es nahe lag sie mit den Falen in Verbindung zu bringen litt die Forschung lange Zeit unter dem Makel eines vermeintlich völkisch nationalistischen Gedankengutes. Bevor der Historiker und Sprachforscher Ernst Förstemann dem derartige Gesinnung nicht unterstellt werden kann es 1859 für möglich hielt, dass die Gleichung zutreffen könnte war es vor ihm schon Jacob Grimm der 1848 zu einer ähnlichen Auffassung gelangte. Der als deutschnational geltende Linguist und Namensforscher Rudolf Much griff es 1896 auf und es folgten die zwischen 1931 und 1936 verstorbenen Althistoriker Otto Bremer und Gustaf Kosinna die sich ebenfalls mit der Frage beschäftigt hatten, wo denn die Falchovarii her stammten bevor Rom sie gegen Bezahlung bzw. Vergütung statt eigener Männer in den Kampf schickte und sie ihre Wurzeln östlich des Rhein vermuteten. Nach dem 2005 verstorbenen Linguist Günter Neumann der ebenfalls die ursprünglichen Stammesgebiete der Falchovarii mit den Falen in Verbindung brachte beteiligte sich kein Historiker mehr an der Suche nach ihnen und auch Udolph, Sitzmann, Grünzweig und Rübekeil kamen über die bekannten „Falahi – Flachland - Theorien“ hinaus zu keinen weiter reichenden Erkenntnissen. Trotzdem bleibt es ein historisch faszinierender und häufig diskutierter Begriff der die Forschung rätseln lässt. Die „Falchovarii“ galten als eine Elitetruppe und wurden der „Auxilia palatina“ zugeordnet da sie besonders kampfstark war und bei entscheidenden Schlachten zum Einsatz kamen. Das sie im oströmischen Reich dem sie dienten nicht nur in einem Handbuch vor kamen, sondern es sich bei ihnen um eine Söldnereinheit handelte deren Stammesname weit zurück reichte, der aber auch bis weit ins 5. Jahrhundert hinein strahlte und darüber hinaus ein Begriff blieb darf man erwarten. Das Wort „Falchovarii“ irritiert in besonderem Maße da es uns mit leichter namentlicher Abweichung unter der Bezeichnung „Westfalaos“ im Jahre 775 wieder begegnet, wobei die zwischen beiden Nennungen liegenden etwa 300 Jahre keine unüberbrückbare Hürde darstellen. Denn auch schon die Merowinger dürften den Namen „Falaos“ genutzt bzw. gekannt haben, sodass die Karolinger nicht die ersten waren die ihn in diesem Jahr erwähnten. Es war ein Begriff der wie die bereits ausführlich dargestellte „Fallere Theorie“ beinhaltet schon seit dem frühen ersten nachchristlichen Jahrhundert zu römischen Zeiten am Rhein aufkam und den die Franken im Rahmen ihrer geopolitischen Vorstellungen aufgriffen bzw. fort leben ließen. Es war ein Name den die provinzialrömische Bevölkerung gebar und der einzig auf jene germanischen Stämme angewendet wurde bzw. gedacht war, die für die alte Schmach des Jahres 9 + verantwortlich waren. Die Untat jener Germanen die das Imperium auf vertragsbrüchige Weise hintergangen hatten und die sich nur mit der Niederlage bei „Cannae“ vergleichen lässt. Ein Name, den die Franken einer Bevölkerung gaben die sich ihnen bei Lübbecke entgegen stellte und die sie „Westfalaos“ nannte. Folglich eine Region in der die Cherusker bzw. die Ostfalen noch nicht siedelten, da sie erst im Mittelbereich der Weser auftraten. In der Konsequenz ließe sich damit das Herkunftsgebiet der „Falchovarii“ auf eine Region eingrenzen die frühestens unweit von Minden in westlicher Richtung begann. Somit tauchte das Wort mit Bezug zur Silbe „Fal“ in der Version „Falaos“ nicht erstmals anlässlich der „Schlacht bei Hlidbeki“ auf, sondern wurde bereits innerhalb der „Notitia Dignitatum“ unter der Bezeichnung „Falchovarii“ erwähnt. Worte die gemeinsamen Ursprungs waren, parallel verwendet wurden und sich immer auf eine Bevölkerung bezogen die im Wesentlichen östlich der Weser lebte. Somit wird deutlich, dass die Franken einst durch das Land der „West Falchovarii“ zurück marschierten, das sie „Westfalaos“ nannten nachdem sie zuvor an der Fuhse mit den „Ostfalaos“ Kontakt hatten. Man ist bemüht geschichtliche Abläufe im Kontext darzustellen und möchte sie so interpretieren, dass sie ineinander greifen wobei man dem Versuch erlegen ist Ereignisse in einen Zusammenhang bringen zu wollen, der sich über Jahrhunderte erstreckte, sodass man zum Hineininterpretieren neigt und sich der Spekulationen schwer entziehen kann, wenn man Lücken schließen möchte. Spuren lassen sich auf diese Weise zwar transparenter und vielleicht auch plausibler machen, können auch unser Verständnis schärfen lassen aber auch Schwachstellen entstehen die nicht selten zum Wunschdenken führen, sodass die Forschung aufgerufen ist es einzudämmen in dem es dazu einen Diskussionsraum innerhalb der Nachbesprechung öffnet. Ereignisse gleich in welcher Epoche sie geschahen blicken immer auf eine eigene Vorgeschichte zurück, entstehen selten urplötzlich, kommen nie aus dem Nichts heraus und auch die Bezeichnung „Falchovarii“ war keine neue Wortschöpfung die erst in dem Moment das Licht der Welt erblickte als sie Eingang in die „Notitia dignitatum“ fand. So dürften die Falchovarii, als die Verfasser des Staatshandbuches diesen Namen unter ihr gehörntes Feldzeichen zu Papier brachten bereits davor bekannt und eine feste Größe im militärischen Rekrutierungsapparat der oströmischen Herrscher gewesen sein. Konstantinopel brauchte Krieger die für Geld zu kämpfen bereit waren und die germanischen Völker boten sie in scheinbar unerschöpflicher Zahl. Das Wissen darüber, dass es lukrativ sein konnte wenn man sich in die Dienste Roms begibt war den Völkern bekannt und sich die Unterstützung von Hilfsvölkern zu sichern ist Bestandteil ältester Militärgeschichte. Als sich die geopolitischen Verhältnisse zu Ungunsten von Ostrom verschoben bemühte man sich verstärkt um die Anwerbung germanischer Söldner wobei als strategischer Wendepunkt das Jahr 382 + gilt in dem Kaiser Theodosius I den Föderatenvertrag mit den Westgoten schloss. Wie sich Kontext mit den anderen im Handbuch erwähnten Söldnerstämmen zeigt von denen ebenfalls die Feldzeichen abgebildet sind setzte um diese Zeit ein Prozess ein in dessen Verlauf nicht nur die Kämpfer der Falchovarii dem Ruf folgten und sich auf die Wanderung in den Südosten Europas begaben, sondern soweit es die Informationen aus dem Staatshandbuch zulassen auch die jungen Männer aus umliegenden Stämmen. Da wir unsere Spezies kennen, fehlen wie in allen Zweigen der Geschichtsforschung für das uns geläufige, alltägliche bzw. banale Verhalten zwangsläufig die durchschlagenden Beweise um eine Theorie plausibel zu machen, sodass letztlich vieles aus dem Zusammentragen von Indizien und einem guten Einfühlungsvermögens besteht um es zu rekonstruieren. Eine Vorgehensweise wie sie auch bei der Rekonstruktion und Verkettung der Ereignisse im Zusammenhang mit der Varusschlacht hilfreich war bei der sich auch erst auf diese Weise die unlogischen bzw. verdeckten Zeitfenster schließen ließen um den Schlachtenverlauf darzustellen. Und kaum ein anderer als der über 2000 Jahre alte von Cicero stammende Spruch „Ubi bene, ibi patria“ kann unsere Natur seit Menschengedenken besser beschreiben. Alle damit verbundenen Aktivitäten sind Bestandteil und Kern unseres Lebens und bedürfen daher keiner fixen Geschichtsdaten um sie glaubhaft zu machen. Die in alle Richtungen strebenden Stämme standen an der Schwelle Völker genannt zu werden und ihr Genpool vermischte sich in jener Zeit massiv. Die „Notitia dignitatum“ bestätigt, dass sich die „Falchovarii Germanen“ lange vor der Reichsteilung diesen Namen zugelegt bzw. ihn aufgegriffen hatten was sich mit der „Fallere Theorie“ deckt. Da die Falchovarii als kaiserliche Hilfstruppe (Auxilia palatina) im Heer des Magister militum praesentalis II aufgeführt wurden waren sie nur im Osten des Imperiums stationiert, halfen also dem weströmischen Reich nicht als die Westgoten 410 + Rom erstürmten und waren auch nicht an der Eroberung der Stadt durch den Germanen Odoaker beteiligt. Der Theorie folgend, dass sich hinter den „Falchovarii“ die Cherusker verbargen verdeutlicht auch, dass diese im Wesentlichen zwischen Weser und Elbe siedelnden Germanen noch einer traditionellen Strömung folgten die auf den Südosten gerichtet war und man sich daher stärker mit dem Donauraum statt mit der Rheinregion verbunden sah. Die Flussläufe entschieden über das Ostwestgefälle, sodass es infolge dessen die Rheingermanen im Bund der Franken in die entgegen gesetzte Richtung in die gallisch/römischen Provinzen zog. Alle Abwanderungen teils im Sippenverbund lösten eine Phase stark rückläufiger Funde oder scheinbarer Siedlungsleere aus was den Anschein einer Entvölkerung hinterließ die die Forschung auch „Archäologische Stille“ nennt obwohl es durch nachrückende Völker und Geburtenzunahme im Rahmen des zur Verfügung stehenden Siedlungslandes wieder ausgeglichen wurde. Das Ende der römischen Herrschaft und die folgenden Verschiebungen führten zu einem gesellschaftlichen Wandel der die Karten bevölkerungstechnisch neu mischte und das Entstehen neuer Namen begünstigte. Am Namen „Falchovarii“ scheiden sich die Geister da man ihn nicht wie im Sinne der „Fallere Theorie“ „Falvarii“ bzw. „Falovarii“, sondern mit „ch“ schrieb. Auflösen lässt sich diese scheinbare Diskrepanz auf Basis der Reibelautmethode wie man sie im griechisch – lateinischen Sprachraum auf germanische Worte anwendete in dem man mit Hilfe des “ch“ stimmhafte oder stimmlose Elemente ersetzte, sodass man den Namen nach unserem Verständnis hätte „Falowaren bzw. Falwaren“ schreiben sollen. Für Rom waren die Wesergermanen, im Superlativ die Fallacissimi folglich die am „Allerbetrügerischsten“. Man hatte es ihnen ab dem Debakel unter Varus schon schon im 1. Jahrhundert in die Wiege gelegt bis sie begannen das Wort nach ihrem Selbstverständnis umzuwandeln, es auf sich anwendeten und sich „Falowaren“ nannten. Es war die Zeit in der die römische Bevölkerung den rheinnahen östlich des Flusses siedelnden Gründerstämmen der Merowinger den Namen „Franci“ noch nicht gegeben hatte. Ein Name der erst um 250 + Gestalt annahm um ihn dann 291 + auch zu Papier zu bringen. Eine Zeit in der rechtsrheinischen Stämme den Rhein nicht mehr nur zum Zwecke von Raubzügen überquerten, sondern um erobern und bleiben zu wollen. „Franci“ der Name der fortan für jene aggressiv auftretenden Ex - Germanen galt die sich anschickten die Nachfolge Roms anzutreten, während die Bezeichnung „Falowaren“ die ältere Wortfindung von beiden war. Der Falentheorie folgend handelt es sich bei dem Wort „Falchovarii“ aus dem sich die Silbe „Fal“ isolieren lässt um die Ersterwähnung eines aus Germanien stammenden Wortes, das zwar seinen etymologischen Ursprung in der frühesten römischen Kaiserzeit ausgehend vom linksrheinischen Plebs hatte und nicht erst in Ostrom entstand. Daraus lässt sich schließen, dass dieses Volk schon in der Antike, also lange bevor Worte mit Bezug zur Silbe „Fal“ auch für örtliche Ansiedlungen oder umfänglichere Distrikte in Ostfalen und den angrenzenden Regionen genutzt wurden bekannt war und man infolgedessen auch mit seinen Wohnsitzen vertraut war. Ein Volk das schon bevor die Karolinger ihm 775 den Namen „Falaos“ gaben seit Jahrhunderten unter dem Doppelnamen Cherusker/Falwaren bekannt war. Um ihre Heimat zu lokalisieren in der die jungen Krieger der Ruf erreichte in der Ferne für fremde Herrscher zu kämpfen hat uns die „Notitia dignitatum“ die zwischen 394/395 + und 425/433 zusammen gestellt worden sein soll und den Zustand der Verwaltung zur Zeit von Theodosius II wieder gab, einen Einblick über die Truppenkontingente bzw. in das innere System aus der Übergangsphase nach der Reichsteilung geliefert. Es offenbart zudem, dass dahinter das Wissen und damit auch das Vorhandensein einer einstigen Machtzentrale stand, wonach man ihren Inhalt heute vermutlich als militärische Verschlußsache eingestuft hätte. Darin enthalten sind uns vertraute Stammesnamen aus germanischen und nachgermanischen Zeiten die im Zusammenhang mit den Ereignissen um die Varusschlacht stehen. Über dieses Staatshandbuch wurden auch diverse administrative Strukturen aus den weströmischen Provinzen bekannt die nach dem Zusammenbruch im verwaltungstechnischen Sinne noch teilweise existierten bzw. sich aufrecht erhalten konnten. Darin enthalten sind auch die Namen von Infanterieeinheiten der spätrömischen Armee, die von Kaiser Konstantin I als Teil einer neuen schlagkräftigen Feldarmee schon um 325 + aufgestellt und „Auxilia palatinum“ bezeichnet wurde. Sie führten spezialisierte Namen oder wurden nach den Stämmen benannt, aus denen sie rekrutiert wurden. Dazu gehörten neben gallischen Kampfeinheiten auch Verbände in denen am Namen erkennbar Germanen dienten. Etwa die Mattiaker die als Teilstamm der Chatten galten und im Raum Wiesbaden, dem römischen Aquae Mattiacae bzw. Mattiacum siedelten, die Battaver, aber auch Bucinobantes die die Region um Mainz bewohnten waren darunter. Und nicht zu vergessen die Tubanten bzw. Tubanti, die den Marsern schon 14 + gegen Germanicus zu Hilfe kamen in dem sie in einer Waldschlucht einen Hinterhalt legten. Hier interessieren wir uns aber besonders für jene Stämme, denen sich ein enger Bezug zur Varusschlacht entnehmen lässt. Brukterer, Ampsivarier und auch die den Mattiakern nahe stehenden Chatten werden für die Jahre um 9 + namentlich genannt. Es fällt auf, dass Marser und Cherusker in der „Notita dignitatum“ keine Erwähnung finden. Für einen zersplitterten Kleinstamm wie dem der seinerzeit wohl ebenfalls an der Schlacht teilgenommenen Marser ist es nachvollziehbar, während es bezogen auf die Cherusker plausibel ist, da sie der Theorie folgend ihren einstigen Namen im Verlauf der Geschichte einbüßten. Die in der „Notitia dignitatum“ erfassten Feldzeichen wirken im ursprünglichen Sinne wie katalogisierte Truppenabzeichen und markierten die Zugehörigkeit zu einer frühstaatlichen und militärisch strukturierten Organisation bzw. Institution und waren keine Schildwappen im mittelalterlichen Sinne als sie der Identität eines Herrscherhauses bzw. einer Person dienten. Sie galten aber als ihre Vorläufer und die dargestellte Bemalung dürfte sich auch auf den seinerzeit genutzten Schutzschilden wieder gefunden haben die die Söldner im Kampf mit sich trugen. Das Germanen bei Angriffen Zeichen bzw. Symbole mitführten wird schon von Caesar erwähnt und Tacitus schreibt, dass Germanen bei ihren Feldzügen auch Tierfiguren mitnahmen die sie zuvor in ihren heiligen Hainen aufbewahrten. Die Aufzeichnungen der Militäreinheiten innerhalb des Handbuches fielen in eine Zeit in der man sich von Tacitus und Cassius Dio noch nicht entfremdet hatte, dass alte Germanien noch lebendig war aber die germanische Epoche schon das frühe Mittelalter berührte. So lässt es aufgrund seiner Entstehungszeit tiefere Einblicke in eine Phase zu in der die Zerwürfnisse der Völkerwanderung noch nicht überwunden waren und das römische Staatsgefüge vielerorts noch intakt war. Historische Literatur wie sie dieses im frühen 5. Jahrhundert verfasste Staatshandbuch darstellt beruht immer auf voraus gegangenen Entwicklungen die sich mindestens bis in die zweite Hälfte des 4. Jahrhundert und die strategischen Weichenstellungen Konstantin I, der die Germanisierung der römischen Militärmaschinerie während seiner Herrscherzeit voran trieb zurück verfolgen lassen. Er integrierte zunächst gefangene Germanen was später auch dazu führte, dass sie sich freiwillig auf das Imperium zubewegten da sie sich Vorteile erhofften. Im Rückblick betrachtet werden die Vorausentwicklungen deutlich und in jener Zeit zeigt sich, dass abwandernde Stämme oder Völker noch über eine lange Zeit mit der Urheimat verbunden waren, so dass auch die Beziehungen zwischen den germanischen Herkunftsregionen und Ostrom eng blieben und wusste auch im Spanien des 7. Jahrhundert noch, dass die galizischen Sueben einst aus den Regionen östlich des Rhein stammten. Springt man durch die Zeiten, dann bevorzugte auch schon der Sachsenkönig Heinrich der über seine Frau Mathilde eine Immendingerin mit Herzog Widukind verwandt die südniedersächsische Vogelsburg bei Einbeck wo sich vermutlich schon die Burg von Segestes befand als Aufenthaltsort. Erinnerungen bleiben lebendig und Traditionen gibt man ungern auf und infolgedessen auch nicht eine damit verbundene Symbolsprache die in Schildzeichen ihren Ausdruck fand. Und kaum ein anderes Emblem weist so stark in die germanische Vergangenheit und ist mit ihr so tief verwurzelt wie ein Schutzschildmotiv. Als Defensivwaffe das Leben rettet, da sich mit ihr Hiebe abwehren ließen war sie neben dem Schwert ein Ausrüstungsteil das unmittelbar den Körper zu schützen hatte und wie kaum ein anderes in einer Zeit als metallene Rüstungen in Germanien noch nicht existierten eng mit Ehre, Kampf, Tod und Sieg verbunden. Indirekt vergleichbar mit einem „Zufalls“ Schutzschild der Gegenwart ist die berühmte gewordene Tabakdose Friedrich des Großen die ihm bei Kunersdorf das Leben rettete in dem sie eine Pistolenkugel abfing und museal heroische Bedeutung bekam. Schon in den voraus gegangenen Kapiteln stand die Falenforschung im Vordergrund die von der Theorie ausgeht, dass Rom jenen Völkern den Makel Verräter gewesen zu sein ins ewige Stammbuch schrieb die sich seinerzeit gegen sie stellten und man für sie das lateinische Verb „fallere“ in all seinen Formen und Variationen anwendete. In der Antike nutzten Vergil, Ovid und Cicero das Adjektiv „Fallax“ und es wurde im fränkisch frühmittelalterlichen Milieu zu „Falaisii“ und „Fallatore“ mit dem man ein betrügerisches und hinterlistiges Volk betitelte während es heute noch in Worten wie etwa „falsch“ und „Fehler“ ruht. So bezeichnete man damit in erster Linie jene Stämme die zwischen Egge und Fuhse siedelten, während man es vielleicht auch auf die sie unterstützenden Stämme anwendete. Die Rom gegenüber positiv gesinnte Bevölkerung stellte mit dieser pauschalen und abwertenden Bezeichnung die Weichen für eine Anonymisierung bzw. Unkenntlichmachung jener Germanen, die die römischen Machthaber zum Rhein zurück warfen und begannen damit die Stammesbezeichnung Cherusker nach dem blamablen Untergang der Varuslegionen zu tabuisieren und sprach ihnen auf diese Weise im gewissen Sinne auch ihr Existenzrecht ab. Neben den Cheruskern traf der römische Bannstrahl mit Ausnahme der Angrivarier bzw. Engern wohl auch die sie unterstützenden Brukterer, Marser und Chatten und man erklärte sie indirekt, obwohl sie nicht die unmittelbaren Vertragsbrecher waren ebenfalls zu Betrügern. In den Städten Xanten, Neuß und Köln in denen das römische Leben am Rhein pulsierte entschied der von den gekränkten Veteranen maßgeblich mit beinflußte provinzialrömische Volksmund darüber, dass sich für die Stämme östlich ihrer Einflußsphäre diese abfällige Bezeichnung durch setzte bzw. einbürgerte und man umging bzw. vermied es für die Varusbezwinger die geächtete Bezeichnung Cherusci anzuwenden. In dieser Zeit schlug die Geburtsstunde der Falen, bzw. der Falleren und wurde zu einer Ersatzbezeichnung für die ewigen Unruhestifter wodurch das alte Wort Cherusker langsam verdrängt wurde. Obwohl man den Namen Cherusker genauer gesagt Cherusci nur aus römischen Quellen kennt wird davon ausgegangen, dass sie sich auch selbst so nannten, dürfte aber im Zuge umfänglicher Umsiedlungen ab dem 3. und 4. Jahrhundert nur noch von den älteren Generationen benutzt worden sein. Tacitus nannte sie schon etwa 100 Jahre nach der Schlacht nicht mehr Cherusker und schrieb lediglich: „Noch heute besingt man ihn bei den barbarischen Völkern“ und damit fasste er alle, obwohl sie unausgesprochen blieben zusammen die sich der römischen Infiltration widersetzten. Das Arminius gemeint war dessen Name er ebenfalls verschwieg ist unstrittig. Und wie es aus allen römischen Berichten und Überlieferungen spricht, war der Vertragsbruch eines der schlimmsten Vergehen die sich ein niederes Volk im Umgang mit dem überlegenen Imperium leisten konnte. Eine ungeheuerliche Tat die nach Sühne und Vergeltung schrie und später auch die Germanicus Legionen in den Kampf ziehen ließ. Mit jeder Erwähnung dieses Stammes gleich in welchem Zusammenhang überschritt der römisch denkende Mensch eine unsichtbare Linie in die ungute Vergangenheit was es zu vermeiden galt wollte man diesen Namen vergänglich machen. Aber ein Volk bzw. ein Stamm der Schande über die Besten der römischen Armee brachte lässt sich selbst wenn man ihn tot schweigt oder ihm einen Schmähnamen aufdrückt und sie mit der „Fallacia“ in Verbindung brachte um den ursprünglichen Namen den schon Cäsar für sie anwendete zu verschleiern kaum aus der Historie tilgen. Beispielhaft sind die Umstände um die XVII. Legion die im Herbst 9 + vermutlich mit Varus an der Spitze marschierte und wie in früheren Kapiteln rekonstruiert den Kontakt zu den nachfolgenden Legionen XVIII und XIX verlor die von der Germanen zuerst angegriffen wurden. In Unkenntnis der Gefahrenlage versagte diese Legion im besonderer Maße was dazu führte, dass die 17 in Italien bis heute als Unglückszahl gilt und über sie und die zwei weiteren Legionen infolge der „Damnatio Memoriae“ ein Nummernverbot verhängt wurde. Da Germanen keine eigene Schrift besaßen, gab es auch unter den Cheruskern keine geschichtlichen Aufzeichnungen, sodass sich die alten Geschehnisse nur über die Sagenschiene etwa hinter dem Namen ihres Fürstenhauses verborgen haben könnte. Dies könnten die Wälsungen gewesen ein, jene Gefolgschaft die den südosteuropäischen Gründervater Odin begleitete dem die Bevölkerung an der Weser in deren Region er einwanderte den Namen „Walhaz“ gegeben haben könnte. Es ist ein aus dem urgermanischen abgeleitetes Wort mit der Bedeutung für „Fremder“ bzw. „Nicht - Germane“. Die römische Gesellschaft ging anders mit dem Ereignis um und Tacitus kritisierte nach den gescheiterten römischen Rachefeldzüge das von Kaiser Tiberius 16 + angeordnete Ende. Paterculus verurteilte das Verhalten von Varus heftig, während Cassius Dio und Florus das Geschehene lediglich bedauerten. Aber nur diese Personen die mit Ausnahme von Paterculus ihre meiste Zeit in Rom verbrachten und somit weitab vom Geschehen lebten erwähnten die Cherusker im Zusammenhang mit der Varusschlacht. Mit den real herrschenden Verhältnissen an der nördlichen Rheinfront wo man im Volksmund den Auftakt dafür machte das Volk der Cherusker und deren Unterstützer „Falaisii“ zu nennen waren sie nur wenig vertraut. Wobei jene Germanen die in der Nähe der Kastelle östlich des Rhein siedelten und mit denen die linksrheinische Bevölkerung Handel trieb der Pauschalisierung entgingen. Da auf der römischen Rheinseite keine schriftlichen Erzeugnisse entstanden die die kritische Stimmung hätten wieder geben können bzw. nichts vor liegt kann uns nur Kaiser Augustus als Gewährsmann dienen, der ein eindrucksvolles Zeichen setzte in dem er sich dem dunklen Ereignis hingab und sich scheinbar verwahrlosen ließ, da er sich einige Monate weder Bart noch Kopfhaar schneiden ließ. Es war eine Übergangsphase an dessen Ende wie selbstverständlich der Name eines scheinbar neuen Volkes für ein altbekanntes stand und dieses ersetzte. Erst zum Ende des 4. Jahrhunderts als das Reich in zwei Teile brach schien man sich in Rom wieder der bitteren Stunden allerdings nur auf poetische Weise erinnern zu wollen. In den Jahrhunderten danach erschien der Name der Cherusker nur noch sporadisch in der Literatur, so im Jahr 398 + im Zusammenhang mit einer Lobrede Claudians, 456 + bei Sidonius Apollinaris und Mitte des 6. Jahrhunderts umschreibend innerhalb einer Korrespondenz zwischen Venantius Fortunatus und dem Bischof Felix von Nantes, ohne das man jedoch Bezug auf ihre Freveltaten nahm. In der römischen Literatur endete damit die Ära der „Cheruscii“ und es setzte in etwa zeitgleich die Erfolgsgeschichte des Namen „Falaos“ den die Franken der provinzialrömischen Bevölkerung umgangssprachlich entnommen hatten. Auch die heutige Falenforschung folgt nach wie vor den Ansichten der Mitte des 19. Jahrhunderts verstorbenen Johann Kaspar Zeuß und Jacob Grimm die meinten die „Falaos“ mit Flachlandbewohnern gleich setzen zu können. Da man keine Wortverwandtschaft zum lateinischen Verb „fallere“ erkannte bzw. sie nicht auffiel und sich keine Erklärung anbot gab es auch keine Überlegungen wonach sich eine Spur hätte bis in die Germanenzeit zurück verfolgen lassen können. Da dieses Bindeglied unentdeckt blieb stocherte die Geschichtsforschung im Nebel, übersah zwangsläufig auch den Zusammenhang mit der im oströmischen Reich aufgetauchten germanischen Söldnereinheit namens „Falchovarii“ und setzte sich im „fränkischen Falaos“ fort. Der sich lückenlos darstellende Wortaufbau mit der Grundsilbe „Fal“ wirkte sich auch auf die Volks - und Eigennamen aus die sich aus dem Umgangssprachlichen bildeten und in eine Zeit gefallen sein könnten, als die Abwanderungen der fränkischen Gründerstämme begannen und sich „Falaos“ von „Franci“ unterscheiden wollten. Der Transfer der ideologisch aufgeladenen Bezeichnung „Falen“ fiel in eine Zeit als unter einigen Sippen, Stämmen und Völkern der Druck wuchs nach Süden oder Westen auseinander driften zu wollen aber gleichzeitig noch mit einem Fuß im sesshaften germanischen Zeitalter steckte. Der Name Falen schlich unter die Daheimgebliebenen aber wie lange parallel zu diesen Entwicklungen im heutigen Ostwestfalen und Ostfalen in der Bevölkerung noch der Name Cherusker in Gebrauch war. Da er noch verwurzelt gewesen sein dürfte entzieht sich uns mangels Aufzeichnungen. Aber spätestens im 9. Jahrhundert als man an der Weser den Namen Falen schon längst verinnerlicht hatte las und studierte man in Corvey die Annalen des Tacitus wodurch die „Cherusci“ für alle und nahezu urplötzlich wieder gegenwärtig waren. Aber zurück zur „Notitia Dignitatum“ aus dem frühen 5. Jhdt. Aus historischer Sicht nimmt sie eine Schlüsselfunktion ein, da sie den ersten Hinweis dahingehend liefert, als dass die Silbe „Fal“ in einem Wort bzw. am Wortanfang erscheint und somit Rückschlüsse auf die damaligen Siedlungsgebiete der Falen erlaubt. Der zeitliche Bezug verdeutlicht wie kein anderer wann der Begriff bzw. Volksname ausgehend von den Wohngebieten der Provinzialrömer über den Rhein sprang wo man ihn ins Leben gerufen hatte, bis die Völker östlich des Rhein begannen ihn auf sich anzuwenden. Der Prozess setze ein als sich Mitte des 2. Jahrhundert das Auseinanderbrechen des Stammesverbandes der Cherusker abzeichnete. Eine Zeit in der die Gründe die zu den Feindschaften zwischen ihnen und dem Imperium längst verblasst und das Interesse aneinander verloren ging. Rom griff nicht mehr nach ihren Wohngebieten und die Cherusker brauchten sich nicht mehr wehren. Im Zuge der Abwanderungen hatten sie sich von der einstigen Bezeichnung „Cherusci“ entfremdet standen der neuen Bezeichnung neutral gegenüber und hatten sich für ihn schon lange bevor der Name „Falchovarii“ in der „Notitia dignitatum“ erschien entschieden. Und nicht nur das, sie profitierten auch von seinem Nimbus, denn unter diesem berüchtigten Namen waren sie im Imperium ein Begriff. Es eilte ihnen mit ihm ein furchteinflößender Ruf voraus den sie zu ihrem Aushängeschild machten, mit dem sie sich brüsteten da sie der Stamm waren der Rom einst erfolgreich die Stirn geboten hatte und mit dem sie sich in Ostrom profilieren konnten. Wie hätte man diese Kämpfer ohne eigene Schrift auch anders ausschreiben sollen. Falchovarii war ein Stammesname der zu einem Volksnamen wurde und sich im Norden des Imperiums in einem Sprachraum aus lateinischen und germanischen Begriffen zusammen setzte dessen erste Silbe in den Zeiten nach Varus geboren wurde und dessen zweite Silbe eigenen germanischen Ursprungs war. So war die Vorsilbe „Fal“ gesetzt und die Endsilbe „varii“ basierte auf Warrior mit seinen altgermanischen Wurzeln für Kämpfer. Obwohl man sich noch nicht von den gewachsenen Strukturen gelöst hatte gelangten sie unter dem Namen Falwarier vielleicht besser noch Falowaren zu Bekanntheit. Daraus entwickelte sich das Wort Falen mit dem man in eine neue sich aber noch in der Findungsphase befindliche Völkerfamilie aufrückte. Dem Anwerbungsprozess der „fälischen“ Söldner bis man sie in der Niederschrift der „Notitia dignitatum“ um 425/433 + verewigte ging ein Prozess voraus der sich über eine lange Zeit erstreckte, sodass sie schon unter den Kaiser Valentinian I und seinen Vorgängern gedient haben könnten. Die Geschichte kennt keinen Tag „X“ an dem sich die Falowaren vom „Cheruskerdasein“ verabschiedeten und man sich einer Übergangszeit annäherte in der sich die „Altcherusker“ begannen als „Neufalen“ zu verstehen. Daraus das neben den „Falchovarii“ auch der Stamm der Brukterer und der Angrivarier in der „Notitia dignitatum“ aufgelistet ist könnte der Eindruck entstehen, dass diese sich nicht als „Falchovarii“ verstanden und diese Bezeichnung nur den Cheruskern vorbehalten war. Dies würde auch darauf hindeuten, dass die Provinzrömer hinsichtlich ihrer Wortwahl einen Unterschied zwischen den Angrivarier sowie Brukterer und den Cheruskern machten und der Vorwurf Vertragsbrecher gewesen zu sein nur für die Cherusker galt was de facto auch der Fall war. Und das obwohl die Brukterer in der Varusschlacht an ihrer Seite standen, da sie einen römischen Adler besaßen, nannte man sie nicht Vertragsbrecher und sie traten in Ostrom infolgedessen auch nicht als „Falchovarii“ sondern als „Bructeri“ bzw. „Angrivarii“ in Erscheinung. Obwohl es keine Quellen deutlich zum Ausdruck bringen hält die Wissenschaft die Angrivarier die auf Basis der „Notitia Dignitatum“ ebenfalls ein Kontingent für Ostrom stellten während der Germanenkriege für grundsätzlich romfeindlich und spekuliert zudem, dass sie an der Varusschlacht beteiligt gewesen sein könnten was nicht beweisbar ist. Die antiken Schriften lassen aber den Verdacht zu, dass auch ihr Fürstenhaus in zwei Fraktionen gespalten war. Hinzu kommt, dass eine Schlacht an einer Angrivarierwall genannten Grenzstruktur nicht automatisch dafür spricht, dass auch Angrivarier selbst an dieser Schlacht beteiligt waren, denn das Interesse Rom nicht nach Osten vordringen zu lassen lag in erster Linie auf Seiten der Stämme die zwischen Weser und Elbe siedelten und weniger bei den nördlich angesiedelten Angrivariern. Sowohl „Angrivarii“ als auch „Bructeri“ verstanden sich in Ostrom demnach nicht als Falen da sie mit eigenständigen Schildzeichen erwähnt werden. Ein Umstand dem sich entnehmen lässt, dass die Franken auch die Engern später nicht zu den Falen rechneten. Das sich die ebenfalls erwähnten im Emsland lebenden romfreundlichen Ampsivarier nicht als Falen betrachteten ist nachvollziehbar zumal Arminius damals deren Fürst Boiocalus noch sicherheitshalber in Fesseln legen wollte. So wird erkennbar, das sich nur die Falchovarii und das schon ab dem 4. Jahrhundert in der Nachfolge der Cherusci sahen und auch, dass um diese Zeit nicht zwischen Ost oder West Falchovarii unterschieden wurde wie es ab 775 der Fall war und die Franken in den Westfalaos die am westlichsten Rand siedelnden Falaos sahen. Daraus lässt sich ableiten, dass die Bezeichnung Falen ohne Bezug zur Himmelsrichtung nur die späteren Ostfalaos nutzten bzw. für sich anwendeten, während andere Stämme auf ihren Schildzeichen noch die Namen schrieben wie sie schon aus Varuszeiten bekannt sind. So gibt das Staatshandbuch Einblick in die schwer durchschaubare Übergangsphase von der Antike über die Spätantike bis ins frühe Mittelalter in dem sie neben den „altgermanischen“ Stammesnamen wie etwa „Bructeri“ oder „Angrivarii“ auch schon die „neugermanischen“ Völkernamen wie „Franci“, „Saxones“ aber auch die „Alamanni“ auflistet. Durch die Bezeichnungen Falen, Franken, Sachsen und Alemannen wird die „Notitia Dignitatum“ zum historischen Dokument und literarischen Denkmal frühester Staatenbildung in Mitteleuropa wie es in dieser Deutlichkeit kein zweites Werk gibt.
(23.08.2026)
(23.08.2026)
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Sonntag, 7. Juni 2026
Der letzte Akt zur Herkunft des Wortes „Falen“
ulrich leyhe, 12:30h
Um den Faden wieder aufzunehmen wo die Cherusker abgeblieben sind muss der Blick tief in die "alfränkschen" Zeiten hinab gleiten. Die fränkischen Reichsannalen die „Annales regni Francorum” wurden von einem uns nicht bekannten Autoren verfasst. Im Zusammenhang mit einem sächsischen Aufstand bei Lübbecke “hlidbeki” im Jahre 775 erscheint erstmals die schriftliche Urform des Wortes „Westfalen“ in der germanisch/lateinischen Schreibweise bzw. Buchstabenfolge “Uuestfal – aos” = “Westfalaos”. In der Folge lautete der für die Forschung wesentliche Teil des Satzes: “.....iterum super Saxones cum exercitu irruens et non minorem stragem ex eis fecit et praedam multam conquisivit super Uuestfalaos .....”. Unter einer Eintragung des Jahres 784 die im Original nicht mehr vorliegt heißt es desweiteren “.....Carolum dimisisset una cum scara contra “WESTFALAOS“ bzw. “....WESTFALI vero voluerunt se congregare ad Lippiam.…“. Als die fränkischen Reichsannalen sich auf das antike Wort „Fallere“ in der Schreibweise „Falaos“ und „Falai“ bzw. „Fali“ stützend zeigt, dass es noch nicht in Vergessenheit geraten oder anders ausgedrückt immer noch eine in Gebrauch befindlich Bezeichnung war. Der Name für eine lokale Bevölkerung der sich zur Lokalisierung des Wohngebietes eines nachgermanischen Volkes eignet. Das Wort „Westfalaos“ fiel erstmals im Jahre 775 als es in der Nähe des Lidbaches zu einem Gefecht kam bei dem Karl der Große einem zuvor vom Hauptheer abgetrennten Kontingent zu Hilfe kommen musste, sodass die Schlacht siegreich beendet werden konnte. Die Quellen berichten, dass es zu einem erhebliches Gemetzel kam bei dem man wohlweislich unter den „Westfalaos“ reiche Beute machte und diese Geiseln stellen mussten. Und da war es, dass Wort „Westfalaos“, dass uns in diesem Kapitel noch mal besonders beschäftigen wird. Die Kampfhandlungen am Lidbach der damals „Hlidbeki“ genannt wurde und von dem die heutige Stadt Lübbecke ihren Namen haben soll, dürften sich im Umfeld des prähistorischen „Hellweg vor dem Sandforde“ ereignet haben dem heute die Bundesstraße 65 weitgehend folgt, da die Geographie der Landschaft in dieser Region andere Verbindungen schlecht zulässt. Da auch die aus Ostfalen anrückenden Heere der Franken diesen Hellweg nutzen mussten ist davon auszugehen, dass sich die Auseinandersetzung so wie auch überliefert am Hlidbach dem heutigen Roncevabach zugetragen haben könnte. Jener Bach der sich in älteren Aufzeichnungen Ronxavabach nannte, was nach fränkischem Ursprung klingt und im Kontext mit der Schlacht bei Roncesvalles gestanden haben könnte Von Minden kommend verlief der Hellweg in Richtung Preußisch - Oldendorf und führte durch den erstmals im 10. Jahrhundert erwähnten Lübbecker Ortsteil Blasheim am Mehner Bach. Ein Fließgewässer etwa fünf Kilometer westlich der Ronceva das sich südlich von Obermehnen etwa 4 Kilometer westlich Bastau Niederung befindet. Eine strategisch betrachtet auffällige Region in der Wiehensenke nahe der bedeutenden eisenzeitlichen vermutlich von Kelten erbauten Wallanlage „Babilonie“ die sich nur etwa drei Kilometer südlich von Blasheim befindet und in dieser Zeit als Verteidigungsanlage gedient haben dürfte. Zwei sowohl geographisch als auch historisch bedeutsame Landmarken am Hellweg die geeignet waren sie in militärische Konflikte einzubeziehen. So waren es nicht nur der markante Eggeaufstieg von Borlinghausen nahe der „Alteburg“ zum Sintfeld vor dem vermutlich das Varusheer letztlich geschlagen wurde und wo die Nachfahren mit der Irminsul jahrhundertelang an das Geschehene erinnerten, der markante Obermarsberg, oder die Furt unter der Brunsburg die gezeigt haben welche Bedeutung natürlich gewachsenen Strukturen seit Menschengedenken haben und so war auch die Hellweg Passage am Rande der Bastau Niederung seit jeher von hohem strategischen Wert. Denn in dieser Region wo sich Karl der Große nachweislich schlug, ließe sich auch der Angrivarierwall aus Germanicus Zeiten verorten. Wie sich das Zusammenleben von Engern und Falen vor dem Einfall der Franken gestaltete ist nicht bekannt. Die Angrivarier kamen aus den unwirtlichen Region nördlich des Wiehengebirges als ein Siedlungsland suchendes Volk in eine Region, die ihnen durch Abwanderungen Raum bot in der aber auch Stämme sesshaft geblieben waren mit denen sie sich zu arrangieren hatten. Wie sich ihr Verhältnis zueinander entwickelte lässt sich unterschiedlich bewerten und beinhaltete wohl bis man sich im Widerstand gegen einen gemeinsamen Gegner einig wurde bzw. werden musste alle Facetten von Ablehnung über Toleranz bis hin zur Akzeptanz. Aus den fränkischen Annalen lässt sich dieses Ungleichgewicht heraus lesen in dem nahezu ausnahmslos nur Angrivariern/Engern als Gegner Erwähnung finden während die Vorbevölkerung, als ob sie nicht existieren würde nicht in Erscheinung tritt. Die Angrivarier besiedelten einst die Sumpfregionen Norddeutschlands breiteten sich vermutlich ab dem 3.Jahrhundert in Wellen nach Süden aus und siedelten als Angarii südlich der Mittelgebirge unter den Westfalaos sowie den Ostfalaos, den Nachfahren jener keltisch – germanischen Mischbevölkerung, sodass die Völker abweichende Vorgeschichten hatten. Nahe Bückeburg stand bei Obernkirchen das „Castrum Bukkaburg“ die später Bückeburg genannte Befestigung die sich zweifellos in einer von Engern besiedelten Region befand und im Zuge der Kapitulation der Engern unter Bruno wahrscheinlich eine zentrale Rolle gespielt hat. Karl dem Großen dem es nach einem erfolgreichen Gefecht wie die Chronisten berichten gelang reiche Beute zu machen machte diese aber, obwohl er im Land der Engern kämpfte unter den „Westfalaos“. Ein Sachstand der irritiert und sich schwer erklären lässt. Es geschah in bzw. am „Hlidbeki“ folglich am „Hlid - Bach aus dem der Name Lidbach wurde der durch Lübbecke floss, dass ihm seinen Namen verdankt. Der Schilderung des Kampfverlaufs nach gelang es den „Westfalaos“ sich als Bauern verkleidet mit versteckten Waffen unter die fränkischen „Futterholer“ zu mischen wodurch dieses von der Hauptmacht abgetrennte fränkische Kontingent unter Druck geriet und Karl der Große herbei eilen musste und sie erfolgreich unterstützen konnte. Demnach waren hier nur wenig entfernt vom Ort der Kapitulation der Angarii eindeutig die „Westfalaos“ und nicht sie die Gegner der Franken wobei in diesem Zusammenhang erstmals das westliche Teilvolk der Falaos erwähnt wird. Das die Engern vermutlich nahe der Bukkaburg die sich im Besitz des engrischen Herrschers Brun befand kapitulierten, die Franken aber am unweit gelegenen Lidbach gegen die Westfalen kämpften muss nicht bedeuten, dass sich das „Lidbach – Gefecht“ schon im Stammensgebiet der Westfalaos ereignete. Fakt ist aber, dass die Westfalaos trotz der voraus gegangenen Kapitulation der Engern den Kampf fortsetzten jedoch unterlagen und ebenfalls Geiseln stellten. Diese als Zeichen der Unterwerfung dienende Handlung war oft der Schlussakt einer statt gefundene Schlacht, entsprach aber nicht unbedingt der Gesamtkapitulation eines Volkes. Grenzverläufe folgten zwar Gesetzmäßigkeiten die weit zurück reichten, die respektiert aber immer wieder neu definiert und den Gegebenheiten angepasst werden mussten. Auch aufgrund der Ungenauigkeit der fränkischen Chroniken finden diese keine Erwähnung, sodass auch nicht erkennbar wird, wo sie 775 zwischen „Angarii“ und „Falaos“ verliefen. Zu flächigen Landnahmen der Angarii im Zuge ihrer Ausbreitung wird es nicht gekommen und nach Süden werden sich Ausdünnungen ergeben haben, sodaß von Enklaven bzw. Siedlungsnester sowohl von Falaos als auch Angarii ausgegangen werden darf. Eine Bewertung der Ereignisse die Fragen aufwerfen wie sich das ursprünglich nördlich des Wiehengebirges siedelnde Volk der Angrivarier, dass die Franken Angarii nannten und später Engern genannt wurde in den Regionen zwischen dem südlichen Wiehengebirgsvorland bis zur Diemel faktisch und nicht nur politisch bemerkbar machte. Ein Volk, das 775 scheinbar kampflos kapitulierte da nichts dergleichen bekannt wurde, während die Westfalaos die Franken am Lidbach attackierten und danach weiter rebellierten bevor sie 779 bei Bocholt den Franken unterlagen. In welchem Ausmaß und Intensität sich die Engern in dem Vakuum etabliert hatten, das sich die durch das teilweise Abwandern von Brukterer nach Westen und das von Cherusker nach Osten auftat und welche Autorität und Einflussnahme ihnen gegenüber den Sessahft gebliebenen dadurch zuwuchs wird nur durch die Dominanz deutlich wie sie in den fränkischen Chroniken zum Ausdruck kommt, ob dies jedoch der damaligen Realität entsprach muss offen bleiben, könnte aber überzogen dargestellt worden sein. Anhand dieser Ereignisse lässt sich einschätzen wo sich die Westgrenze der engrischen Herrschaft befand. Die Angrivarier die sich intervallartig über einen größeren Zeitraum nach Süden ausdehnten um für sich neues Siedlungsgebiet zu erschließen in dem sie in die frei gewordenen Wohngebiete der West- und Ostfalaos eindrangen sollten nach unseren Vorstellungen auch ihre Sprachweise mit eingeführt haben, es aber nicht deutlich welcher oder welche Dialekte sich auf sie zurück führen lassen. Möchte man die Mundarten heran ziehen um sich über sie das Stammesgebiet der Engern von dem der Westfalaos und den Ostfalaos erschließen zu unterscheiden oder abzugrenzen so hat sich die Sprachforschung darauf verständigt ihnen ihr sprachlichen Durchsetzungsvermögen abzusprechen in dem sie den Dialektraum zwischen West – und Ostfalen nicht Engrisch und auch nicht „Westostfälisch“ nannte, sondern den Kunstnamen Ostwestfälisch vergab, da der Dialekt der Region stärker nach Westen als nach Osten tendierte. Da Ostwestfalen in etwa dem einstigen Stammesherzogtum Engern entsprach wurde noch die Bezeichnung Lippe angehangen um der dortigen Sprach- und Herrschaftstradition gerecht zu werden. In den sieben in Ostwestfalen gesprochen Dialektvarianten Ansätze eines angrivarischen bzw. „niedersächsischen Urdialekt“ ausfindig zu machen ist uns bis auf ähnlich klingende Mundarten in Grenznähe nicht mehr vergönnt. Somit könnte das Lidbach Gefecht auch schon im Stammesgebiet der Westfalaos westlich des engrisches Territorium stattgefunden haben und die Franken hätten demnach Engern bereits verlassen. Daraus ließe sich schließen, dass westlich Lübbecke etwa nahe Blasheim die Grenze zwischen Angarii und Westfalaos verlaufen sein könnte. Eine Grenz aber auch eine Sprachregion die auch in den folgenden Jahrhunderten diesen Charakter beibehielt und sich im Fürstentum Minden bzw. in der angrenzenden Grafschaft Ravensberg wieder finden ließe. Gerade mal 23 Jahre vor der Schlacht „am Hlidbeki“ um 751/752 endete in Soissons die Herrschaft der Merowinger. Die Wurzeln der ersten frühfränkischen Herrscherdynastie wurzelten auf beiden Seiten des Niederrhein reichten ins Salland und in die westfälische Bucht bis Ostwestfalen und profitierten von den römisch/antiken Gesellschaftsschichten in Norden Frankreichs deren Nachfolge sie antraten grenzte sich aber von Ripuarien, also auch der „schäle Sick“ ab. Man darf also davon ausgehen, dass schon für sie die Worte „Falaos“ und „Falai“ ein fester Begriff für die rechtsrheinische Bevölkerung waren und die Karolinger den Namen nicht zuerst anwendeten. Als der im 9. Jahrhundert lebende aber namentlich unbekannt gebliebene sächsische Dichter und Geschichtsschreiber aus Corvey dem man daher das Pseudonym „Poeto Saxo“ gab sich zu seiner Zeit auf das Jahr 772 beziehend die fränkischen Reichsannalen zitierte und einen Epos über das Leben Karls des Großen verfasste, nannte er die Regionen „Westfalahi und Ostfalahi“ und nicht „Westfalaos“. So könnte im ersten Fall die Region und im zweiten deren Bewohner gemeint gewesen sein. Bestätigung soll es durch die Analyse des Wortes „Uuestfalaos“ so wie in der Urhandschrift geschrieben steht, finden. In der Einzahl war es der „Uuestfal bzw. fale“ während es ab dem 8. Buchstaben zur Mehrzahl gleich „Uuestfalaos“ wurde. Es wurde zum Grundsteinnamen für eine Großregion für die sich später die Bezeichnung Falen durchsetzen sollte in der aber keine Völkerschaften Fuß gefasst hatten die ihren Ursprung in den Küsten nahen Gebieten hatten. Für die römischen Feldherren begann östlich des Rhein die „Germania Magna“ bzw. das „Barbaricum“ und in dieser Zeit fasste man die Stämme der Meeresanwohner unter dem Begriff Inwäonen zusammen, während man in der Spätantike dazu überging für die plündernden Seeräuber und Piraten unter ihnen die Sammelbezeichnung Saxones zu benutzen. Ein Name der sich von ihren Kurzschwertern den "Sahs" ableitete. Es war ein Exonym also eine Fremd - und keine Eigenbezeichnung hinter der sich vermutlich Chauken, Jüten, Friesen, Kimbern, Angrivarier, Teutonen oder Angeln verbargen. Zu Beginn des 2. Jahrhunderts unterteilte man politisch betrachtet die Stämme in jene die sich mehrheitlich neutral verhielten wie anfänglich die Angrivarier, jene die collaborativ auftraten wie etwa die Chauken oder Friesen und fasste die südlich der Mittelgebirgslinie siedelnden Stämme die sich ihnen kriegerisch verhielten nach dem Jahr 9 + bzw. 16 + unter der Bezeichnung „fides fallere“ im Sinne von, die Treue - bzw. die Verträge brechende zusammen oder nannte sie schlicht Betrüger. Die Franken übernahmen für alle ab dem 6. Jahrhundert den antiken Namen Sachsen als Dachbegriff als auch für die inländischen Völker die nicht an der Küste siedelten und andere Dialekte pflegten. So befand sich von Norden aus betrachtet ab der Region Hannover eine Grenzregion von wo an man ostfälisch aber keine Küstendialekte mehr sprach. So achtete auch die dort lebende Bevölkerung vielleicht um sich sich vom maritim geprägten Dialekt zu unterscheiden bis heute auf eine korrekte Aussprache, was möglicherweise vergleichbar mit dem französischen Nancy ist, wo man im Grenzgebiet zu Lothringen ebenfalls großen Wert auf sprachliche Neutralität legte. Ganz so wie es auch der isländische Mönch Nikulas Bergsson überlieferte als er sich in der Mitte des 12. Jahrhunderts ab Minden mit der westfälischen Zunge konfrontiert sah. Bis heute ist das zum Ostfälischen gerechnete Plattdeutsche des Calenberger und Schaumburger Landes bezeichnend für diese Übergangszone. So lässt sich noch am Dialekt die Ausbreitung der von Römern und Franken auch nicht unbegründet gefürchteten Sachsen nach Süden erkennen. Schon ab dem 3. Jahrhundert bedrohten die seeräuberischen Saxones die vom Imperium beanspruchten Küsten von Gallien und Britannien und siedelten sich im Zuge ihrer Piraterie sogar an der nordgallischen Küste in der heutigen Normandie und Bretagne an. Gegenüber den aufstrebenden Merowingern verhielten sie sich zunächst pragmatisch und arrangierten sich mit ihnen wurden dann aber für ihre Herrschaft zu eine Bedrohung und es kam im 5. Jahrhundert zu heftigen Kämpfen in dessen Folge sich die Sachsen unterwarfen. In der Folge machte man sie zu militärischen Helfern integrierte sie in das merowingische System in dem man sie als Söldner verpflichtete. Aus ihnen wurden Elitekämpfern und sogar ein stehendes Heer bildeten. Für ihre begrenzte kulturelle Eigenständigkeit mussten sie Treue schwören, Steuern zahlen und Kriegsdienst leisten, verschmolzen später mit der fränkisch-gallorömischen Mehrheitsgesellschaft und nahmen den christlichen Glauben an, sodass sie im Laufe des 7. Jahrhunderts zwar als eigenständige Gruppe im westlichen Teil des Frankenreiches unsichtbar wurden aber in ihrer Nachkommenschaft an der normannischen Eroberung Englands wohl nicht ganz unbeteiligt gewesen sein dürften. Die Erfahrungen der Merowinger mit den „gallischen Sachsen“ hatten weitreichende Folgen und man war sich der Tatsache bewusst, dass sich das ursprüngliche Kerngebiet dieses ungestümen und schwer zähmbaren Volkes einen breiten Streifen des Nordseeküstenbereich besiedelte. Und was für Rom die vertragsbrüchigen Cherusker waren, waren für die Franken die unberechenbaren Sachsen. Im Zuge der ab 531 + einsetzenden fränkischen Auseinandersetzungen die ab 772 ihren Höhepunkt erreichten entsann man sich der einst an den gallischen Küsten lebenden Sachsen und die Franken nutzten den Namen für die zusammen hängende Großregionen für die sich kein anderer Name anbot. So wird es verständlich warum Merowinger und Karolinger in ihnen die wesentlichen Gegenspieler sahen und sie es waren, die hinter dem Widerstand gegen sie standen. Dabei verkannten sie jedoch, dass sie es rechts des Rhein mit Stämmen aufzunehmen hatten die auf eine andere Entstehungsgeschichte zurück blickten und mit den Küstensachsen nicht vergleichbar waren. Es waren die Falen und die Engern die sich ihnen entgegen stellten wobei der Ursprung des Wortes Falen schon in der ersten Hälfte des 2. Jahrhundert seinen Ursprung hat, als die Saxones noch weit davon entfernt waren die gallische Küste zu verunsichern. Auch wenn man sich unter den fränkischen Machthabern des Ursprunges und der Bedeutung des Wortes „Falaos“ nicht mehr bewusst war, so kursierte diese einstige historische Bezeichnung und wurde im Zuge ihrer Eroberungszüge parallel angewendet und wieder publik in dem man ins „ Terra Fallatorum einfiel. Falen wurde nach den Germanenkriegen zur Bezeichnung für die betrügerischen Stämme die sich Rom widersetzten, die man schon in antiker Zeit herabwürdigend behandelte und ihnen möglicherweise Schimpfnamen wie „Fallatore“ gab. Und obwohl die Gefechte der fränkischen Heere zwischen Rhein und Weser bekanntermaßen nur gegen Westfalen, Ostfalen und Engern statt fanden warf man sie im Zuge der geschichtlichen Entwicklung pauschal mit den Sachsen in einen Topf warf. Die Neuzeit konnte nicht anders, übernahm die verallgemeinernde Gleichsetzung und nannte die Kämpfe seit dem 19. Jahrhundert „Sachsenkriege“, obwohl sie einen anderen Namen verdient hätten. Zweifelsfrei geht aus den fränkischen Geschichtsquellen mehrfach hervor, dass man gegen die Sachsen kämpfte trotzdem nannten sie es nie Sachsenkrieg, sondern bezeichneten es als Feldzüge, einzelne, aufeinanderfolgende Kriege oder militärische Unternehmungen. Der heutigen Sprachweise „Falen“ auch wenn sie in dieser Form nicht angewendet wird, ging in Italien die heute veraltete literarische Form „ Falsarii“ voraus mit der man in früherer Zeit Betrüger bezeichnete. Eine Region die zu Zeiten Roms umgangssprachlich für die abgefallenen und treulosen Vertragsbrecher gebrandmarkt wurde. Während sich in Italien die lateinische Bezeichnung „Fallatore“ verfestigte und die Zeiten des römischen Reiches somit überdauerte, fiel das Land der Falen westlich und östlich der Weser ab dem Jahre 16 + in die Bedeutungslosigkeit. Außerdem bestand für die dort lebenden Menschen in den folgenden Jahrhunderten keine Notwendigkeit mehr gegenüber einem Imperium Widerstand leisten zu müssen, das sich im Niedergang befand. Insbesondere wegen dem im Verb „fallere“ ruhenden tief sitzenden Synonym für Verwerflichkeit verselbstständigte sich der Begriff und erwies sich innerhalb der alten lateinischen Sprache als äußerst langlebig. So überlebte er etwa im Mittelniederländischen, dem Vorläufer der heutigen niederländischen Sprache wie sie etwa in der Zeit zwischen 1150 und 1500 gesprochen wurde in dem man für das Wort „Versagen oder Scheitern“ noch die unmissverständliche Bezeichnung „falen“ verwendete bzw. aus dem Altfranzösischen das Wort „faillir“ entlehnte und nutzte. Abgeleitet von „fallere“ sind uns aus dem Mittelhochdeutschen auch Worte wie „vaelen“ bzw. „velen“ bekannt. Etwa als „nicht den Erwartungen gerecht werdend“ bzw. „einen Fehler begehend“ und sich hauptsächlich auf die Cherusker bezog, der Stamm bezog der sich der römischen Kultur verweigerte wofür im Englischen die Bezeichnung „fallible“ = fehlbar steht. Der „Falaha Gau“ in Ostfalen dessen Bezeichnung korrekterweise „Hastfala Gau“ lautete da sie älteren Datums war, trug auch die Bezeichnungen Pagus Falhon, bzw. Valun oder Valon Gau was auf abweichende Formen der Verschriftung zurück zu führen sein dürfte als man noch der älteren Schreibweise mit „V“ den Vorzug gab. Etwas ausschweifend betrachtet könnte in einem kleinen verborgenen und beschaulichen Tal am Osthang der Egge durch das die Öse fließt und über die, nahe der Kluskappelle schon der prähistorische und spätere Hellweg von Schwaney nach Brakel führte ein Kern der Lösung ruhen. Jene antike Straßenverbindung die in ihrer östlichen Fortsetzung dem aus römischen Zeiten stammenden Hellweg in Belgien, dem „Helvius sive strata publica“ entsprach und den Namen Helvius von seinem Erbauer bekam. Folgt man ihrem Lauf dann passiert man in Fließrichtung links den Gradberg wo sich aufgrund seines relativ steilen Hanges eine Engstelle auftut die dem Flüsschen Öse seinen Namen gab. Es ist der einzige und klassisch zu nennende Engpass zwischen Paderborn und Höxter der sich aufgrund seiner besonderen geographischen Lage anbietet um darin der Theorie folgend den Untergang des zivilen Trosses verorten zu können, den die so genannten römischen Abstellungen begleiten sollten und den Varus nach dem Verlassen seines Sommerlagers vom militärischen Teil abgetrennt in Richtung Schwaney bzw. Paderborn voraus schicken wollte. Jene seltsame Wortwahl „Abstellungen“ die da unlogisch schon die antiken Historiker verwirrte, da schon damals keiner eine Erklärung dafür hatte, warum Varus im Feindesland auf dem Weg in ein Aufrührergebiet seine Armee nicht zusammen hielt und sich dies bis heute nicht geändert hat und zu fehl geleiteten Schlußfolgerungen führt. Es war der Transport der Wertsachen, die man verständlicherweise nicht auf dem Umweg zu den Rebellen mitnehmen wollte und auf die es die Germanen abgesehen hatten. Ein umfangreicher Tross der aus Sklaven bestand die es zu bewachen galt, sowie aus Kampfes untauglichen Personen aber auch Frauen und Kindern. Sie werden in diesem Zusammenhang letztmalig und einzig erwähnt während von ihnen im Verlauf der Schlacht keine Rede mehr war. Hier vollzog sich obwohl die Germanen auch an römischen Waffen und Rüstungen interessiert waren aus ihrer Sicht der lukrativere Teil der Varusschlacht und hier war die imperiale Enttäuschung über die vertragsbrüchigen Cherusker greifbar und nachvollziehbar. Hier verloren die Römer in der Gradberg Enge das, was noch zusätzlich schmerzte nämlich ihr wertvolles Hab und Gut. Es war ein Parallelgeschehen während die Kampflegionen die sich unterdessen einige Kilometer südöstlich befanden im Zuge eines mehrtägigen Zermürbungmarsches ihr Leben ließen. Da sich die Germanen auch am Reichtum vergriffen hatten sie sich umso mehr des „Fallacia“ schuldig gemacht und sich hier ebenfalls ihren Namen als die falschen und hinterlistigen Betrüger verdient, sodass sich Arminius als der perfekte „Fallaciloquus“ erwies. Insgesamt Ereignisse die im Zuge der Falenforschung nochmal in Erinnerung zu rufen sind. Ebenfalls abgeleitet von „fallere“ lassen sich lateinische Sprachrelikte im Altbayrischen finden, wo man Gauner „Falodn“ nannte aber auch in Österreich wo der Name „Falott“ umgangssprachlich für Halunke oder Lump steht. So war es folgerichtig auch die passende Bezeichnung für ein Volk von Gaunern und Betrügern, denen die Falschheit wie es Tacitus beschrieb schon ins Gesicht geschrieben stand und man wird auch die frappante Ähnlichkeit zwischen den bayrischen und österreichischen Schimpfwörtern „Falodn“ und „Falott“ in Bezug auf die Bewohnern im Osten von Nordrhein – Westfalen kaum übersehen können. Die Bezeichnung behielt ihre Sinnhaftigkeit noch in eine Zeit hinein als Rom die Rheingrenze schon längst aufgegeben hatte bzw. sie nur noch mit Hilfe ihrer einstigen Gegner aufrecht erhalten konnte. Übertrat man die unsichtbare Grenze ins Hinterland der Fallatores wurden jegliche Einfälle vom Rhein- oder Maintal aus gleich welcher Art sie waren auch wenn es den Legionen wie die Schlacht am Harzhorn zeigte gelang germanische Blockaden erfolgreich zu durchbrechen da die Schlachten zwischen 9 + und 16 + ihre Spuren hinterlassen hatten zum Wagnis. Nicht nur weil sie des Lateinischen nicht mächtig waren werden die cheruskischen und bruktischen Germanen schon bevor die Völker ab etwa 375 verstärkt zu wandern begannen keine Vorstellungen davon gehabt haben, warum die Römer am Rhein sie „Falsarii“ nannten. Der Name mit dem eine verbitterte römische Bevölkerungsschicht nur die germanischen Stämme bezeichnete die sich ihnen während der dreißig Jahre andauernden Kriege widersetzt hatten aber auch der Name unter dem sie in der abgewandelten Form "Falen" später Geschichte schreiben sollten. Somit war es auch der Name den Teile der im rechtsrheinischen verbliebenen germanischen Gründerstämme der Merowinger trugen, bevor sich einige Bevölkerungsgruppen von ihnen abspalteten, den Fluss nach Westen in römisches Gebiet überquerten und in der Folge die Verbindungen zu ihrer früheren Siedlungsgemeinschaft im Osten abbrachen.
Wohl auch weil der mit Makel behaftete Name „Falsarii“ nur für bestimmte Stämme angewendet wurde zutraf aber nicht für alle die sich später unter dem Dach der Merowinger zusammen fanden, legte man ihn ab und nahm den Namen "Franci" der römischen Ursprungs war an, obwohl er im Germanischen wurzelte. Damit sonderten sich zwei Gesellschaftsschichten voneinander ab. Jene "Franci" genannten die ihre Wohngebiete verließen, sich von einstigen Bündnissen los sagten bzw. befreiten in dem sie sich nach Westen orientierten und jene im Osten sesshaft gebliebene Bevölkerung die Rom „Falsarii“ und die Franken "Falaos" nannte. So muss es wie ein Treppenwitz der Geschichte klingen, dass die Nachfahren dieser einstigen Umsiedler unter den Namen Merowinger bzw. Karolinger im Zuge ihrer Kämpfe wieder den Boden der "Falsarii" betraten die sie "Falaos" nannten aus denen Teile von ihnen einst selbst entstammten. In die historische Verlegenheit geraten sich im Zuge dieser Völkerbewegungen neu definieren zu müssen war es für die einstigen Germanen die östlich des römischen Speckgürtels dem späteren Ripuarien zwischen Wupper und Fuhse und der Nordkante des Sauerlandes bis zum Wiehengebirge sesshaft blieben naheliegend sich mit der Fremdbezeichnung zu identifizieren unter der sie in römischen Landen geführt wurden. Krieger für die die Historie nicht mehr den römischen Name "Germani", sondern den fränkischen Namen "Falaos" anwendete zog es nach dem Untergang Westroms nicht nach Westen sondern dienten als Söldner unter den oströmischen Herrschern wo man sie in der Spätantike "Falchovarii" nannte. Während dessen entwickelte sich in ihrer Heimat der langsame Prozess den einzelnen Gauen oder den lokalen Ansiedlungen Namen mit Falenbezug zu geben. Der Name den ihnen die Franken für die Gesamtheit ihrer Bevölkerung gegeben hatten schlug sich nun auch im Alltagsleben nieder. Eine Theorie die darauf fußt, dass sich Gaue und Ortschaften bzw. Pagi und Vici erst im Zuge karolingischer Einflussnahme danach genannten. Namensgebungen die sich bevorzugt in den Regionen befanden in der sich die Bevölkerung nach dem Zerfall der germanischen Stammesstrukturen nicht nach Westen, sondern nach Südosten orientierte. Während es Gaunamen gab die noch aus der Sagenzeit stammten, bevor sie sich verschriften ließen als man sie sich noch „zuraunte“. So erging es den Falen nicht anders als den Sachsen die sich ebenfalls mit einem Exonym arrangieren mussten bis sie es adaptierten und die Geschichte langsam begann die alten Stammesnamen zu vergessen. Aber es dauerte wie auch beim Namen der „wilden“ Cherusker wie Claudian sie noch um 398 nannte, bzw. Sidonius Apollinaris der sie letztmalig um das Jahr 456 + erwähnt oder Venantius Fortunatus der sie zu Lebzeiten des Bischofs Felix von Nantes, der 582 verstarb noch mit den Sachsen verglich bis sie dank Tacitus im 9. Jahrhundert endgültig wieder auf die zeitgenössische Bühne zurück kehrten bis er vom Sammelbegriff „Falaos“ verdrängt wurde. In diesem Zusammenhang nutzte Venantius Fortunatus auch den Namen Sicambri, den wir von der schälen „Sic“ her kennen um damit die Franken zu bezeichnen, war also der Auffassung, dass die Cherusker die Vorfahren der Sachsen waren als diese von den Merowinger „Falaos“ genannt wurden. Die Forschungsgeschichte der Volksnamen führte zu dem Ergebnis, dass die Franken als sie sich im 3. und 4. Jahrhundert formierten für viele germanischen Stämme und Völker eigene Namen prägten um sich von ihnen abzugrenzen. Wesentlich und deutlich wird in diesem Zusammenhang, dass die Franken lateinische Bezeichnungen weiter führten und auch nach kulturellen oder geografischen Merkmalen unterschieden. Damit brachten sie ihre Macht zum Ausdruck, inszenierten ihre Einzigartigkeit und stärkten ihre Identität, sodass der Name Falaos einen kontinuierlichen Eingang in die spätgermanische bzw. frühmittelalterliche Mundart fand. Die ursprüngliche Bestimmung des Wortes „Falaos“, wechselte seine Bedeutung und veränderte die Wahrnehmung, sodass die Menschen auf die die Franken es anwendeten darin kein Schimpfwort sahen und spätere Generationen es als ihren Eigennamen verstanden. Mit dem Einzug der Verschriftung nahm es von der Mundart beeinflusst auch zwangsläufig andere Schreibweisen an. Wissenschaft war dünn gesät und Informationen wonach es Klosterinsassen gab, die an den Ursprüngen des Wortes „Falaos“ Interesse gezeigt hätten liegen nicht vor, sodass keine anderen älteren Deutungen bekannt wurden. So wurde bislang keine Spur erkennbar, wonach man es mit dem lateinischen Wort „Fallatore“ in Verbindung gebracht hätte. In dem man in der Neuzeit begann das Wort Falen nahezu „Gebetsmühlenhaft“ immer wieder auf flaches Land, Ebenen oder fahle Hautfarben etc. zurück führte und sogar in den jahrtausendealten indogermanischen Sprachwurzeln nach Lösungen suchte ließ es die Forschung letzlich doch rat- und hilflos zurück, da diese Erklärungen nicht überzeugen konnten. So begann nach dieser Theorie alles mit dem Zorn der römischen Besatzer, die für ihre Gegner nach der Varusschlacht nicht anders konnten und das lateinische Wort „Fallere“ bzw. „Fallatore“ für sie prägten. Ein feindseliger Begriff der an ihnen haften blieb und aus dem sich im frühen Mittelalter zunächst das fränkisch/latinisierte und 775 erstmals verschriftete Wort „Falaos“ entwickelte. Es folgten noch in fränkischer Zeit Namen wie „Falai“ bzw. „West- oder Ostfalahi“, bevor es in der Sprache der einheimischen Ostfalen in Verbindung mit der karolingischen Landnahme„seßhaft“ wurde und sich Worte wie „Valen“ bzw. „Phalen“ bildeten, bis es beim Wort Falen stehen blieb. Der karolingischen Renaissance sei gedankt, denn hätte es diese Epoche bzw. Zeitabschnitt nicht gegeben, hätte sich auch kein Bezug zum antiken Wort „Fallere“ bzw. „Fallatore“ erkennbar gemacht und etymologische Deutungsversuche in diese Richtung hätten sich erübrigt. Drei Mal „hätte“ in einem Satz zeigt zu welch kuriosen Schlussfolgerungen die Geschichtsforschung manchmal fähig sein muss um der möglichen Wahrheit näher zu kommen. Teile des fränkischen Adelsgeschlechts der Merowinger die als Salfranken schon ab 420 ins zur Neige gehende Imperium einwanderten entstammten den Sigambrern. Einem germanischen Stamm der wegen seines gegen Rom gerichteteten aggressiven Kampfgeistes von Tiberius 8 – auf die linke Rheinseite zwangsumgesiedelt wurde, in Teilen im alten Stammesgebiet unter römischer Duldung sesshaft bleiben durfte, sich aber auch zur Flucht in den Osten vermutlich zu den Marsern entschied und möglicherweise auch an der Varusschlacht teilnahm. Es beantwortet die Frage wie die seinerzeit von den römischen Zeitgenossen für die vertragsbrüchigen Germanen erdachten Schimpfworte übergangslos von der Antike ins frühe Mittelalter und in den Sprachgebrauch der fränkischen Erben Roms gelangten. Indirekt war der Merowingerkönig Chlodwig da er sigambrischer Abstammung war selbst ein „Falaos“. Denn zu ihren Zeiten siedelten die Sigambrer die links und rechts des Rhein stammten aber urspünglich von der rechten der nun fälischen Rheinseite, sodass die Sigambrer poetisch ausgedrückt mit an der Wiege der Franken und damit auch der Karolinger standen. So war das Wort„Falaos“ vorhanden und bedurfte keiner neuen Wortschöpfung und den Sinn des darin ruhenden antike Urwortes, dass sie übernahmen zu erforschen lag auch ihnen fern. So waren ohne den Hintergrund zu kennen Worte wie etwa „Fallatore“ bzw. „Falaisii“ für ein betrügerisches Volk auch noch im fränkischen Milieu vorherrschend und ließen sich dem Klang nach gut für die neuen Widersacher weiter benutzen. In früheren Schriften der gehobenen antik/lateinischen Literatur sollte sich ein Wort wie „Falaos“ nicht niederschlagen, fuhr nur auf dem Trittbrett der Geschichte mit und führte ohne das man es beim Namen nannte ein Leben zwischen den Zeilen. Bis zur zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts als die karolingischen Franken mit der Verschriftlichung der germanischen Volkssprache begannen fand nur die lateinische Schrift Verwendung aber die Schreibweise des Wortes „Uuestfalaos“ verrät aufgrund des zweifachen „U“ erste althochdeutsche Einflüsse. So überlebte der römischem Zorn entsprungene Begriffe die Zeiten und begann sich um 775 auch im östlichen Frankenreich durchzusetzen bis auch die Nachwelt ihn nutzte und man dem Land und seinen Bewohnern den Namen „Falaos“ und später Falen gab. Ein Wort das sich im Kürzel NRW bis heute erhielt. Nicht zu verkennen ist, dass sich das Imperium nach dem fehl geschlagenen Markomannenfeldzug. dem aufwendigen Pannonienkrieg, der verlorenen Varusschlacht und den darauf folgenden gescheiterten Racheaktionen nur eine vorübergehende Schwächephase leistete, sich aber in den folgenden Jahrzehnten zu neuen Höchstleistungen aufschwang was sie langfristig betrachtet zum Sieger der Zeitgeschichte machte. Obwohl es sich plausibel machen lässt, dass die Empörung über die Niederlage in der Antike explizit nach dem Jahr 16 + ihren Anfang nahm wird man einen eindeutigen also beweiskräftigen Hinweis, wonach zwar die Cherusker bezogen auf ihren Namen der Historie entschwanden, aber als Falen wieder zurück kehrten bzw. sesshaft blieben im Sinne der Falsarii/Fallere/Falen Theorie vergeblich suchen. Die Egge markierte basierend auf den historischen Erkenntnissen einst die Westgrenze der „Falaos cheruskischer Abstammung“ gegenüber den „Falaos brukterischer Abstammung“. Nur diese bei Lübbecke gegen Kal den Großen kämpfenden Nachfahren der Brukterer nannten die Reichschroniken 775 zunächst „Westfalaos“, während man den „Falaos cheruskischer Abstammung“ die im Zuge engrischer Einwanderung über die Weser gedrängt wurden in der Folge den Namen „Ostfalaos“ gab. Beide Völker stießen bevor die Angrivarier im Zuge ihrer Südwärtsbewegung den Namen Engern annahmen im Umfeld der Porta Westfalica an deren einstige Siedlungsgebiete nördlich des Wiehengebirges. Die Ausbreitung der Angrivarier südlich davon in die Wohngebiete der dort siedelnden „cheruskischen Falaos“ als auch der „brukterischen Falaos“ führte in der Konsequenz zur Entstehung des Ostwestfälischen und seinen Unterdialekten und während sich im Lippischen oder im Ravensburger Platt noch eine Urform des angrivarischen Mischdialektes erhalten haben könnte waren die Angrivarier im Sinne der einstigen Geschehnisse für Rom als auch für die Franken keine „Falaos“ und wurden daher einheitlich Engern genannt. Die den Ostfalaos um einige Generationen voraus gegangenen Cherusker hätte die Geschichte schon fasst verschluckt wäre man nicht der Vorgabe Karl des Großen gefolgt und hätte Corvey nicht zu einem geistigen Mittelpunkt der christlichen Ostmission gemacht. Aufgrund dieser Aufwertung wurden 836 die Gebeine des heiligen Vitus nach Corvey überführt und auch eine Abschrift der Bücher 1 – 6 der Tacitus Annalen könnte als Schenkung in Gestalt einer „Morgengabe“ zur Aufwertung der neuen Blüte der Christenheit in diesem Zusammenhang von Fulda nach Corvey gelangt sein. Schriften in denen auf die antiken Vorgänge der Varusschlacht nahe der „Visurgis“ eingegangen wird womit den Ostfalaos erstmals ihre Abstammung bewusst gemacht wurde. Das es die Falaos, pardon die Cherusker waren, die sich damals dem Imperium entgegen stellten und ihm ihre großen Niederlagen zufügten gehörte in der Antike noch zum allgemeinen Wissenstand war aber in fränkischer Zeit erloschen. Opposition gehörte damals wie heute zum gesellschaftlichen Leben und so wie es einen Segestesclan unter den Cheruskern gab, dürfte es auch Germanen jenseits des Rhein respektive im römischen Lager gegeben haben die eine Genugtuung empfanden Rom auf der Verliererseite zu sehen wobei sich nur wenige wagten es öffentlich zur Schau zu stellen. Die gegen Sold verpflichteten römischen Legionäre profitierten nach erfolgreichen Feldzügen noch zusätzlich von Kriegsbeute, sodass ihre Verbitterung wuchs nach dem der Kaiser nach 16 + erneute Feldzüge untersagte. Auch innerhalb der römisch gesinnten Bevölkerung war der Groll über die erlittene Schmach etwa bezogen auf den ausbleibenden Handel mit den Germanen allgegenwärtig. So hatten die mit dem Stigma des Verrats behafteten Cherusker auch den Unwillen von Teilen der Bevölkerung auf sich gezogen, die auf Seiten des Imperiums standen was dazu beitrug für den Wortbruch der Cherusker aufgrund seiner verheerenden Auswirkungen Namen wie „Falsarii bzw. Fallax“ zu prägen. Den Begriff des Wort - bzw. Treuebruchs der mit dem lateinischen Namen „Fidem fallere“ einher geht stilisierte man zur haarsträubendsten Untat aller Zeiten und dem Wort „fallere“ gelang es, sich bis in unsere Tage zu erhalten und vieles was dem in unserem Sprachgebrauch ähnelt wie etwa das Wort „falsch“ hatten darin ihre Wurzel. Aber Rom sah nicht in allen Germanen Betrüger und Wortbrecher da sich unter ihnen auch Stämme befanden, die dem Imperium unkritischer gegen überstanden und auch mit ihm kooperierten. Völker die ihre Unterstützung anboten und sich dadurch Vorteile versprachen. Aufspüren lässt es sich im Verhalten der Angrivarier die in der Geschichte zwiespältig erscheinen. Weder Drusus noch Ahenobarbus kämpften gegen sie und auch an der Varusschlacht nahmen sie nicht teil. Und als Germanicus 16 + gegen die Cherusker zu Felde zog um gegen sie bei Idistaviso zu kämpfen nutzte er dafür den Hellweg vor dem Sandforde der an der Südgrenze des angrivarischen Stammesgebietes vorbei führt. Tacitus berichtete nur von einer „Defection“ und dies beschreibt sowohl einen Aufstand, als auch den Akt des Abtrünnig werdens, sowie das Abfallen von bisherigen Gemeinsamkeiten. General Stertinius konnte es mit seiner Kavallerie auf leichte Weise niederschlagen was auf kein umfängliches Schlachtgeschehen hindeutet. „Defectio“ steht für Abtrünnig bzw. Abfallen, sodass sich die Angrivarier in ihrer Gesamtheit zuvor mit Rom verständigt bzw. dem Durchzug zugestimmt haben könnten und sich dem Geplänkel nur Teilstämme von ihnen angeschlossen hatten. Insgesamt ein Verhalten, das für Mäßigung und Zurückhaltung, aber nicht für eine Konfrontation größeren Ausmaßes spricht. Nach der Niederlage am so genannten Angrivarierwall unterwarfen sie sich vielleicht zu vorschnell und zudem bedingungslos was von den Cheruskern nicht überliefert ist. Schon kurze Zeit nach der Schlacht leisteten sie im Jahr 17 + einen entscheidenden Beitrag bei der Rückführung der gefangenen römischen Flutopfer in dem sie sich für einen Austausch bei Lösegeldzahlung einsetzten und somit an der Übergabe beteiligt waren. Obwohl dies im Rahmen des Prozedere nahe dem Kalkrieser Berg vermutlich aus dem Ruder lief rechneten es ihnen die Römer hoch an und trug in der Folge zur Verbesserung des Verhältnisses bei. Fortan standen sie dem Imperium loyal gegenüber und sollen danach sogar als Vermittler zwischen Römern und Cherusker aufgetreten sein. Dies unterschied sie von den betrügerischen Cheruskern, so dass sie nicht in zweifelhaften Genusskamen als Falsarii sondern Engern in die Geschichte einzugehen. Als Germanicus nach der pattartigen Schlacht gegen die Cherusker seinen Rückzug zur Ems antrat passierte er dazu vermutlich im Raum Lübbecke eine dammartige Struktur über dessen Funktion man geteilter Auffassung sein darf. Ein Bauwerk das vermutlich schon zu Zeiten der Kelten entstand um trockenen Fußes über die Wiehensenke zur Babilonie zu gelangen, also schon existierte als Rom noch nicht germanischen Boden betreten hatte. Es war eine Erdaufschüttung die Tacitus so interpretierte als hätten sie die Angrivarier hinterlassen um sich vom Nachbarstamm der Cherusker abzugrenzen. Germanen errichteten keine steinernen Wallanlagen und auch das Anschütten aufwändiger Erdwallstrukturen passte nicht zu ihren Lebensgewohnheiten. Unabhängig davon bringt Tacitus aber zum Ausdruck, dass den Angrivarier daran gelegen war Distanz zu den Cherusker wahren zu wollen, sie sich also nicht „grün“ waren. Und sollten die Angrivarier wirklich einen derartigen Aufwand nicht gescheut haben, dann klingt das nicht unbedingt nach guter Nachbarschaft. Tacitus könnte damit dem Sprichwort gefolgt sein, wonach der Feind meines Feindes mein Freund ist, man sich also gegen den gemeinsamen Feind Rom zusammen schloss danach aber wieder getrennte Wege ging. Anders ausgedrückt standen die Angrivarier wie es auch die Historie nahe legt dem Imperium positiver gegenüber als die Cherusker. Darin läge dann eine frühe Erklärung dafür, dass später auch die Franken den Stamm der Engern anders einschätzten, sie daher nicht als „Falaos“ bezeichneten aber trotzdem von ihnen bekämpft wurden. Da sich zwischen West – und Ostfalaos die Angrivarier nieder ließen und die aus ihnen hervor gegangenen Engern aus Sicht der Franken die Oberhand besaßen war auch die Frage beantwortet, warum man dieser Region im frühen Mittelalter nicht den Namen „Falaos“ sondern Angarii gab. Und so wie es auch die Franken hielten verspürten auch nur wenige Historiker in der Neuzeit den Wunsch sich auf die Suche nach den „Falaos“ innerhalb der Engern begeben zu wollen. Wie sich dem Verzeichnis über die Grundstücksüberlassungen und Schenkungen an das Kloster Corvey zwischen 822 und 875 entnehmen lässt, sind im Betrachtungsraum diverse Gehöfte und kleinere Dörfer mit Fal bzw. Valnamen wie Valahuson, Valeshuss, Valahus (en), Valahus (un), Falahus, Falohus, Falahusen, Falhusen, Falohus (un), Falha(h)us (un) bezeugt die sich nach den Sachsenkriegen begannen auch literarisch zu verfestigten. Es waren jene Ansiedlungen die sich im Zuge der karolingischen Machtausdehnung als Niederlassungen der Vorbevölkerung innerhalb einer von Angarii dominierten Landschaft identifizieren lassen, aber auch außerhalb davon nachweisbar sind da man Gehöfte namentlich hervor heben wollte in die sich eine selbstbewusste Bevölkerung zurück gezogen hatte. Vielleicht aber auch Anwesen von Menschen die dazu übergegangen waren sich selbst so zu nennen, weil man sie von außerhalb so bezeichnete, die in kleinsten Heimstätten lebten und ihre Namen schon in Zeiten bekamen, als diese sie noch nicht bewohnten. Es war eine Bevölkerung die sich mehr ihrem Gaufürsten verpflichtet sah und nicht danach fragten welchem übergeordneten Volk sie angehörten, oder wie sich dieses nannte. So konnte keiner zurück denken wo ihre Wurzeln lagen und wer ihren Wohnstätten die Namen gab. Brauch und Zeitgeist hatten den „Nachgermanen“ des 8. Jahrhundert schon längst einen Namen gegeben und die Suche danach war überflüssig, da der Mensch den Alltag überstehen musste. So verstanden sich die Bewohner als „Falaos“ ohne zu wissen warum und einen tieferen Wunsch die Gründe erfahren zu wollen dürfte es unter ihnen nicht gegeben haben. Die Ersterwähnung von „Falaos“ im Jahr 775 schließt nicht aus, dass bereits ab dem 7. Jahrhundert als die Merowinger begannen ihre Fühler nach Osten auszustrecken und die Bezeichnung „Falaos“ ihre Fremdartigkeit verloren hatte, Ansiedlungen mit der Vorsilbe „Fal“ entstanden. Schriftliche Überlieferungen setzten erst im frühen Mittelalter ein, sodass die Suffixe also die Endungen die Wissenslücken ihrer Entstehungszeiten schließen sollten. Darauf basierend verständigte sich die Forschung wider besseren Wissens darauf diese Zeitspanne zwischen das 8. und 10. Jahrhundert zu legen. Siedlungen die sich auf die „Falaos“ beziehen und mit „hus“ enden was sich über das Wort „hūsan“ bis in urgermanische Zeiten zurück verfolgen lässt setzt das Vorhandensein von Gebäuden gleich welcher Bauart voraus. „Hus“ galt also als zeitlich gesetzt, sodass darin immer die Anwesenheit von Falen als Bewohner voraus gesetzt werden kann. Orte die mit „hus“ oder dem davon abgeschliffenen „sen“ endeten und von Falen bewohnt wurden lassen sich einer Epoche zuordnen in der ein Entwicklungsprozess sein Ende fand der im Betrachtungsraum seinen Anfang nahm und die Merowinger begannen die dortigen Bewohner mit dem Begriff „Falaos“ vertraut zu machen. Die „Falaos“ ob im Westen oder Osten sahen sich in dieser Zeit nicht als ein eigenständiges Volk und definierten sich nicht namentlich. Aber damit einher gehend wuchs nun die allgemeine Erkenntnis und ein Bewusstsein dafür, dass man sich hinsichtlich Sprache, Identität, Übereinstimmung und Wesensgleichheit verbunden fühlte. So erwachte mit dem Wort „Falaos“ in den Wirren der nachgermanischen Phase auch das Bedürfnis diesem neuen gemeinsamen und übergeordneten Volk angehören zu wollen. Obwohl die Gaugemeinschaften ihre Bedeutung nicht verloren entwickelte sich ein zuvor nicht vorhandenes Verständnis von Zugehörigkeit. Die Volkssprache, das Theodisk verband sie miteinander aber sie waren weder Saxones noch Thoringi und nur weil sich mit dem Erwachen der Schriftlichkeit in Westfalen die „Fal bzw. Val“ Siedlungen in der „sächsischen Epoche“ der ersten Hälfte des 9. Jahrhundert in den Corveyer Traditionen häufen bzw. sich ihnen entnehmen lassen und die Franken der Überzeugung waren es mit den Nachfahren der seeräuberischen Sachsen zu tun zu haben, obwohl sich ihnen in erster Linie Falen bzw. Engern entgegen gestellt hatten, machte aus Falen keine Sachsen. Man hatte den Bezug zu ihren germanischen Vorfahren längst verloren war sich aber im Klaren darüber kein Sachse zu sein und ob man nun weiter im Osten oder im Westen lebte gab man sich als Fale zu erkennen und setzte sich damit sowohl von Sachsen als auch von Franken ab bzw. unterschied sich von ihnen was ihr Selbstwertgefühl steigerte. Die Bewohner östlich der Weser standen in enger Verbindung zum Reich der Thüringer, das quasi über Nacht mit dem Tod von Theoderich dem Großen 526 seine ostgotisch arianische Schutzmacht verloren hat. Dies führte dazu, dass sich die Franken nachdem sie 496 den katholischen Glauben angenommen hatten stärker nach Osten orientierten und schon fünf Jahre nach seinem Tod im Jahr 531 das Reich der Thüringer unterwarfen. Da Ostgoten und Thüringer 451 auf den katalaunischen Feldern gemeinsam mit den Hunnen gegen die Franken kämpften waren die Beziehungen belastet und man darf davon ausgehen, dass sich ihnen auch Stämme bzw. Völker angeschlossen haben die im Einflussbereich der Thüringer, also östlich der Weser lebten. Durch die politischen Verwerfungen gezwungen kam diese in die prekäre Lage sich neu orientieren zu müssen, da sie aus dem Osten keine Unterstützung mehr zu erwarten hatten. So gelang es dem Merowingerkönig Chothar die Stämme der Region 555 Tribut pflichtig zu machen was vermutlich an der Diemel geschah und sah sich erstmals mit den „Falaos“ konfrontiert. So richtete sich der Blick der Menschen zwischen Weser und Fuhse unter den neuen fränkischen Machthabern gezwungenermaßen und zunehmend nach Westen und sie nahmen in der Folge den Namen an unter dem man sie links des Rheins führte. Ein Name der auch in der ausklingenden Antike des 5. Jahrhundert in der „Notitia dignitatum“ erscheint worin man sie „Falchowaren“ nannte. Ein Wort, dass ihre Verbindung zu den germanischen Nachbarstämmen verdeutlicht die sich „varen“ bzw. „varier“ nannten. „Waren“ vergleichbar mit den Amsiwaren bzw. Angriwaren was sich auf den Begriff „Warrior“ gleich Kämpfer zurück führen ließe. Ihr einstiger Name Cherusker, die Tacitus in seinen Annalen „Cherusci“ nannte erschien auf historischer Bühne letztmalig im Zusammenhang mit einem Schriftverkehr zwischen dem Venezianer Venantius Fortunatus und dem 584 verstorbenen Bischof Felix von Nantes und war bis die Schriften von Tacitus im 9. Jahrhundert an der Weser ausgewertet wurden verblasst. Mangels eigener Identität und einem noch nicht vorhandenen Bedürfnis danach, war man nun geneigt die Bezeichnung diee die Franken für sie nutzten umgangssprachlich zu addaptieren und bgann damit zu leben. Man betrachtete es nicht als verwerflich auch eigene Ansiedlungen danach zu benennen und es könnte sich auch zu einem frühen Merkmal entwickelt haben um sich von den Engern zu unterscheiden. Mit der Taufe Widukind der den Westfalaos und nicht den Engern zugerechnet wird, obwohl er in Enger bestattet worden sein soll, schien die Phase des Gegeneinander von Franken und Falaos zunächst überwunden zu sein und es begann ein langwieriger Prozess der Annäherung der sich noch bis weit in die Neuzeit erstreckte und mit deren Auswüchsen sich noch ein separates Kapitel beschäftigen wird. Das Bewusstsein im Land der Falen zu leben begann sich auch in den Köpfen seiner Bewohner niederzuschlagen und es verloren sich die letzten Reste fränkischer Last. Aber erst Kaiser Friedrich Barbarossa etablierte im Jahr 1180 ein Herzogtum Westfalen und schuf damit die Basis für seine feste politische Identität. Aber zurück an die beschauliche Öse und dorthin wo sie das mittelalterliche Städtchen Dringenberg mit seiner historischen Burganlage in der Eggelandschaft umfließt. Nordöstlich von Dringenberg befindet sich möglicherweise eine der sprachlichen Keimzellen, die den Sprung von den Cheruskern die sich der „Fallacia“, also der Täuschung schuldig gemacht hatten über die Falon bis zu den Falen ins heutige Ostwestfalen - Lippe verdeutlichen könnte. Denn in einer Wiesenlandschaft nahe Dringenberg befand sich bis ins Jahr 1318 eine Siedlung die den Namen „Falhusen“ trug und wo demnach die Falen hausten. Dort könnten also noch bis ins hohe Mittelalter die Nachfahren jener „Betrüger“ gelebt haben, die das Imperium von der Bildfläche tilgen wollte in dem man sie nicht mehr Cherusker, sondern nur noch Betrüger nannte. So könnten sich Spuren ihrer einstigen Bewohner die damals auch links der Weser siedelten, bevor sie von den Engern geschluckt wurden erhalten haben können. Aber nach 1318 wurden die Zeiten rauher und die Bewohner von Falhusen zogen sich hinter die sicheren Mauern von Dringenberg zurück der Ort, der 1323 seine Stadtrechte bekam. Falhusen verfiel zur Wüstung und ist heute nur auf alten Parzellenkarten als „Falhuser Feld“ nur noch dann erwähnenswert, wenn man es als Bauland nutzen möchte. Das in diesem „Falhusen“ möglicherweise noch um die Zeit der Sachsenkriege Blutsverwandte der einst vertragsbrüchigen Falen, also der Cherusker lebten, ist schwer vorstellbar aber denkbar. Was aber dabei hilft diese Distanz begründbar zu machen ist die Tatsache, dass man dem Falhuser Feld, nach dem es die alten Falhuser verließen einen anderen doppelsinnigen Namen gab. Einen Namen den ihnen möglicherweise die alt eingesessenen fränkisch geprägten Dringenberger gaben. Denn aus dem „Falhuser Feld“ wurde nach dem die Falhuser in Dringenberg lebten das „Falsche Feld“. Für die Dringenberger des 14. Jahrhundert war möglicherweise die Erinnerung noch lebendig, dass die Nachbarn vor ihrer Haustür einst den Namen „die Falschen“ trugen. Aber selbst für sie war es nach 1300 Jahren nicht mehr möglich zu erklären, wie sich diese Namensveränderung begründen ließe.
(07.06.2026)
Wohl auch weil der mit Makel behaftete Name „Falsarii“ nur für bestimmte Stämme angewendet wurde zutraf aber nicht für alle die sich später unter dem Dach der Merowinger zusammen fanden, legte man ihn ab und nahm den Namen "Franci" der römischen Ursprungs war an, obwohl er im Germanischen wurzelte. Damit sonderten sich zwei Gesellschaftsschichten voneinander ab. Jene "Franci" genannten die ihre Wohngebiete verließen, sich von einstigen Bündnissen los sagten bzw. befreiten in dem sie sich nach Westen orientierten und jene im Osten sesshaft gebliebene Bevölkerung die Rom „Falsarii“ und die Franken "Falaos" nannte. So muss es wie ein Treppenwitz der Geschichte klingen, dass die Nachfahren dieser einstigen Umsiedler unter den Namen Merowinger bzw. Karolinger im Zuge ihrer Kämpfe wieder den Boden der "Falsarii" betraten die sie "Falaos" nannten aus denen Teile von ihnen einst selbst entstammten. In die historische Verlegenheit geraten sich im Zuge dieser Völkerbewegungen neu definieren zu müssen war es für die einstigen Germanen die östlich des römischen Speckgürtels dem späteren Ripuarien zwischen Wupper und Fuhse und der Nordkante des Sauerlandes bis zum Wiehengebirge sesshaft blieben naheliegend sich mit der Fremdbezeichnung zu identifizieren unter der sie in römischen Landen geführt wurden. Krieger für die die Historie nicht mehr den römischen Name "Germani", sondern den fränkischen Namen "Falaos" anwendete zog es nach dem Untergang Westroms nicht nach Westen sondern dienten als Söldner unter den oströmischen Herrschern wo man sie in der Spätantike "Falchovarii" nannte. Während dessen entwickelte sich in ihrer Heimat der langsame Prozess den einzelnen Gauen oder den lokalen Ansiedlungen Namen mit Falenbezug zu geben. Der Name den ihnen die Franken für die Gesamtheit ihrer Bevölkerung gegeben hatten schlug sich nun auch im Alltagsleben nieder. Eine Theorie die darauf fußt, dass sich Gaue und Ortschaften bzw. Pagi und Vici erst im Zuge karolingischer Einflussnahme danach genannten. Namensgebungen die sich bevorzugt in den Regionen befanden in der sich die Bevölkerung nach dem Zerfall der germanischen Stammesstrukturen nicht nach Westen, sondern nach Südosten orientierte. Während es Gaunamen gab die noch aus der Sagenzeit stammten, bevor sie sich verschriften ließen als man sie sich noch „zuraunte“. So erging es den Falen nicht anders als den Sachsen die sich ebenfalls mit einem Exonym arrangieren mussten bis sie es adaptierten und die Geschichte langsam begann die alten Stammesnamen zu vergessen. Aber es dauerte wie auch beim Namen der „wilden“ Cherusker wie Claudian sie noch um 398 nannte, bzw. Sidonius Apollinaris der sie letztmalig um das Jahr 456 + erwähnt oder Venantius Fortunatus der sie zu Lebzeiten des Bischofs Felix von Nantes, der 582 verstarb noch mit den Sachsen verglich bis sie dank Tacitus im 9. Jahrhundert endgültig wieder auf die zeitgenössische Bühne zurück kehrten bis er vom Sammelbegriff „Falaos“ verdrängt wurde. In diesem Zusammenhang nutzte Venantius Fortunatus auch den Namen Sicambri, den wir von der schälen „Sic“ her kennen um damit die Franken zu bezeichnen, war also der Auffassung, dass die Cherusker die Vorfahren der Sachsen waren als diese von den Merowinger „Falaos“ genannt wurden. Die Forschungsgeschichte der Volksnamen führte zu dem Ergebnis, dass die Franken als sie sich im 3. und 4. Jahrhundert formierten für viele germanischen Stämme und Völker eigene Namen prägten um sich von ihnen abzugrenzen. Wesentlich und deutlich wird in diesem Zusammenhang, dass die Franken lateinische Bezeichnungen weiter führten und auch nach kulturellen oder geografischen Merkmalen unterschieden. Damit brachten sie ihre Macht zum Ausdruck, inszenierten ihre Einzigartigkeit und stärkten ihre Identität, sodass der Name Falaos einen kontinuierlichen Eingang in die spätgermanische bzw. frühmittelalterliche Mundart fand. Die ursprüngliche Bestimmung des Wortes „Falaos“, wechselte seine Bedeutung und veränderte die Wahrnehmung, sodass die Menschen auf die die Franken es anwendeten darin kein Schimpfwort sahen und spätere Generationen es als ihren Eigennamen verstanden. Mit dem Einzug der Verschriftung nahm es von der Mundart beeinflusst auch zwangsläufig andere Schreibweisen an. Wissenschaft war dünn gesät und Informationen wonach es Klosterinsassen gab, die an den Ursprüngen des Wortes „Falaos“ Interesse gezeigt hätten liegen nicht vor, sodass keine anderen älteren Deutungen bekannt wurden. So wurde bislang keine Spur erkennbar, wonach man es mit dem lateinischen Wort „Fallatore“ in Verbindung gebracht hätte. In dem man in der Neuzeit begann das Wort Falen nahezu „Gebetsmühlenhaft“ immer wieder auf flaches Land, Ebenen oder fahle Hautfarben etc. zurück führte und sogar in den jahrtausendealten indogermanischen Sprachwurzeln nach Lösungen suchte ließ es die Forschung letzlich doch rat- und hilflos zurück, da diese Erklärungen nicht überzeugen konnten. So begann nach dieser Theorie alles mit dem Zorn der römischen Besatzer, die für ihre Gegner nach der Varusschlacht nicht anders konnten und das lateinische Wort „Fallere“ bzw. „Fallatore“ für sie prägten. Ein feindseliger Begriff der an ihnen haften blieb und aus dem sich im frühen Mittelalter zunächst das fränkisch/latinisierte und 775 erstmals verschriftete Wort „Falaos“ entwickelte. Es folgten noch in fränkischer Zeit Namen wie „Falai“ bzw. „West- oder Ostfalahi“, bevor es in der Sprache der einheimischen Ostfalen in Verbindung mit der karolingischen Landnahme„seßhaft“ wurde und sich Worte wie „Valen“ bzw. „Phalen“ bildeten, bis es beim Wort Falen stehen blieb. Der karolingischen Renaissance sei gedankt, denn hätte es diese Epoche bzw. Zeitabschnitt nicht gegeben, hätte sich auch kein Bezug zum antiken Wort „Fallere“ bzw. „Fallatore“ erkennbar gemacht und etymologische Deutungsversuche in diese Richtung hätten sich erübrigt. Drei Mal „hätte“ in einem Satz zeigt zu welch kuriosen Schlussfolgerungen die Geschichtsforschung manchmal fähig sein muss um der möglichen Wahrheit näher zu kommen. Teile des fränkischen Adelsgeschlechts der Merowinger die als Salfranken schon ab 420 ins zur Neige gehende Imperium einwanderten entstammten den Sigambrern. Einem germanischen Stamm der wegen seines gegen Rom gerichteteten aggressiven Kampfgeistes von Tiberius 8 – auf die linke Rheinseite zwangsumgesiedelt wurde, in Teilen im alten Stammesgebiet unter römischer Duldung sesshaft bleiben durfte, sich aber auch zur Flucht in den Osten vermutlich zu den Marsern entschied und möglicherweise auch an der Varusschlacht teilnahm. Es beantwortet die Frage wie die seinerzeit von den römischen Zeitgenossen für die vertragsbrüchigen Germanen erdachten Schimpfworte übergangslos von der Antike ins frühe Mittelalter und in den Sprachgebrauch der fränkischen Erben Roms gelangten. Indirekt war der Merowingerkönig Chlodwig da er sigambrischer Abstammung war selbst ein „Falaos“. Denn zu ihren Zeiten siedelten die Sigambrer die links und rechts des Rhein stammten aber urspünglich von der rechten der nun fälischen Rheinseite, sodass die Sigambrer poetisch ausgedrückt mit an der Wiege der Franken und damit auch der Karolinger standen. So war das Wort„Falaos“ vorhanden und bedurfte keiner neuen Wortschöpfung und den Sinn des darin ruhenden antike Urwortes, dass sie übernahmen zu erforschen lag auch ihnen fern. So waren ohne den Hintergrund zu kennen Worte wie etwa „Fallatore“ bzw. „Falaisii“ für ein betrügerisches Volk auch noch im fränkischen Milieu vorherrschend und ließen sich dem Klang nach gut für die neuen Widersacher weiter benutzen. In früheren Schriften der gehobenen antik/lateinischen Literatur sollte sich ein Wort wie „Falaos“ nicht niederschlagen, fuhr nur auf dem Trittbrett der Geschichte mit und führte ohne das man es beim Namen nannte ein Leben zwischen den Zeilen. Bis zur zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts als die karolingischen Franken mit der Verschriftlichung der germanischen Volkssprache begannen fand nur die lateinische Schrift Verwendung aber die Schreibweise des Wortes „Uuestfalaos“ verrät aufgrund des zweifachen „U“ erste althochdeutsche Einflüsse. So überlebte der römischem Zorn entsprungene Begriffe die Zeiten und begann sich um 775 auch im östlichen Frankenreich durchzusetzen bis auch die Nachwelt ihn nutzte und man dem Land und seinen Bewohnern den Namen „Falaos“ und später Falen gab. Ein Wort das sich im Kürzel NRW bis heute erhielt. Nicht zu verkennen ist, dass sich das Imperium nach dem fehl geschlagenen Markomannenfeldzug. dem aufwendigen Pannonienkrieg, der verlorenen Varusschlacht und den darauf folgenden gescheiterten Racheaktionen nur eine vorübergehende Schwächephase leistete, sich aber in den folgenden Jahrzehnten zu neuen Höchstleistungen aufschwang was sie langfristig betrachtet zum Sieger der Zeitgeschichte machte. Obwohl es sich plausibel machen lässt, dass die Empörung über die Niederlage in der Antike explizit nach dem Jahr 16 + ihren Anfang nahm wird man einen eindeutigen also beweiskräftigen Hinweis, wonach zwar die Cherusker bezogen auf ihren Namen der Historie entschwanden, aber als Falen wieder zurück kehrten bzw. sesshaft blieben im Sinne der Falsarii/Fallere/Falen Theorie vergeblich suchen. Die Egge markierte basierend auf den historischen Erkenntnissen einst die Westgrenze der „Falaos cheruskischer Abstammung“ gegenüber den „Falaos brukterischer Abstammung“. Nur diese bei Lübbecke gegen Kal den Großen kämpfenden Nachfahren der Brukterer nannten die Reichschroniken 775 zunächst „Westfalaos“, während man den „Falaos cheruskischer Abstammung“ die im Zuge engrischer Einwanderung über die Weser gedrängt wurden in der Folge den Namen „Ostfalaos“ gab. Beide Völker stießen bevor die Angrivarier im Zuge ihrer Südwärtsbewegung den Namen Engern annahmen im Umfeld der Porta Westfalica an deren einstige Siedlungsgebiete nördlich des Wiehengebirges. Die Ausbreitung der Angrivarier südlich davon in die Wohngebiete der dort siedelnden „cheruskischen Falaos“ als auch der „brukterischen Falaos“ führte in der Konsequenz zur Entstehung des Ostwestfälischen und seinen Unterdialekten und während sich im Lippischen oder im Ravensburger Platt noch eine Urform des angrivarischen Mischdialektes erhalten haben könnte waren die Angrivarier im Sinne der einstigen Geschehnisse für Rom als auch für die Franken keine „Falaos“ und wurden daher einheitlich Engern genannt. Die den Ostfalaos um einige Generationen voraus gegangenen Cherusker hätte die Geschichte schon fasst verschluckt wäre man nicht der Vorgabe Karl des Großen gefolgt und hätte Corvey nicht zu einem geistigen Mittelpunkt der christlichen Ostmission gemacht. Aufgrund dieser Aufwertung wurden 836 die Gebeine des heiligen Vitus nach Corvey überführt und auch eine Abschrift der Bücher 1 – 6 der Tacitus Annalen könnte als Schenkung in Gestalt einer „Morgengabe“ zur Aufwertung der neuen Blüte der Christenheit in diesem Zusammenhang von Fulda nach Corvey gelangt sein. Schriften in denen auf die antiken Vorgänge der Varusschlacht nahe der „Visurgis“ eingegangen wird womit den Ostfalaos erstmals ihre Abstammung bewusst gemacht wurde. Das es die Falaos, pardon die Cherusker waren, die sich damals dem Imperium entgegen stellten und ihm ihre großen Niederlagen zufügten gehörte in der Antike noch zum allgemeinen Wissenstand war aber in fränkischer Zeit erloschen. Opposition gehörte damals wie heute zum gesellschaftlichen Leben und so wie es einen Segestesclan unter den Cheruskern gab, dürfte es auch Germanen jenseits des Rhein respektive im römischen Lager gegeben haben die eine Genugtuung empfanden Rom auf der Verliererseite zu sehen wobei sich nur wenige wagten es öffentlich zur Schau zu stellen. Die gegen Sold verpflichteten römischen Legionäre profitierten nach erfolgreichen Feldzügen noch zusätzlich von Kriegsbeute, sodass ihre Verbitterung wuchs nach dem der Kaiser nach 16 + erneute Feldzüge untersagte. Auch innerhalb der römisch gesinnten Bevölkerung war der Groll über die erlittene Schmach etwa bezogen auf den ausbleibenden Handel mit den Germanen allgegenwärtig. So hatten die mit dem Stigma des Verrats behafteten Cherusker auch den Unwillen von Teilen der Bevölkerung auf sich gezogen, die auf Seiten des Imperiums standen was dazu beitrug für den Wortbruch der Cherusker aufgrund seiner verheerenden Auswirkungen Namen wie „Falsarii bzw. Fallax“ zu prägen. Den Begriff des Wort - bzw. Treuebruchs der mit dem lateinischen Namen „Fidem fallere“ einher geht stilisierte man zur haarsträubendsten Untat aller Zeiten und dem Wort „fallere“ gelang es, sich bis in unsere Tage zu erhalten und vieles was dem in unserem Sprachgebrauch ähnelt wie etwa das Wort „falsch“ hatten darin ihre Wurzel. Aber Rom sah nicht in allen Germanen Betrüger und Wortbrecher da sich unter ihnen auch Stämme befanden, die dem Imperium unkritischer gegen überstanden und auch mit ihm kooperierten. Völker die ihre Unterstützung anboten und sich dadurch Vorteile versprachen. Aufspüren lässt es sich im Verhalten der Angrivarier die in der Geschichte zwiespältig erscheinen. Weder Drusus noch Ahenobarbus kämpften gegen sie und auch an der Varusschlacht nahmen sie nicht teil. Und als Germanicus 16 + gegen die Cherusker zu Felde zog um gegen sie bei Idistaviso zu kämpfen nutzte er dafür den Hellweg vor dem Sandforde der an der Südgrenze des angrivarischen Stammesgebietes vorbei führt. Tacitus berichtete nur von einer „Defection“ und dies beschreibt sowohl einen Aufstand, als auch den Akt des Abtrünnig werdens, sowie das Abfallen von bisherigen Gemeinsamkeiten. General Stertinius konnte es mit seiner Kavallerie auf leichte Weise niederschlagen was auf kein umfängliches Schlachtgeschehen hindeutet. „Defectio“ steht für Abtrünnig bzw. Abfallen, sodass sich die Angrivarier in ihrer Gesamtheit zuvor mit Rom verständigt bzw. dem Durchzug zugestimmt haben könnten und sich dem Geplänkel nur Teilstämme von ihnen angeschlossen hatten. Insgesamt ein Verhalten, das für Mäßigung und Zurückhaltung, aber nicht für eine Konfrontation größeren Ausmaßes spricht. Nach der Niederlage am so genannten Angrivarierwall unterwarfen sie sich vielleicht zu vorschnell und zudem bedingungslos was von den Cheruskern nicht überliefert ist. Schon kurze Zeit nach der Schlacht leisteten sie im Jahr 17 + einen entscheidenden Beitrag bei der Rückführung der gefangenen römischen Flutopfer in dem sie sich für einen Austausch bei Lösegeldzahlung einsetzten und somit an der Übergabe beteiligt waren. Obwohl dies im Rahmen des Prozedere nahe dem Kalkrieser Berg vermutlich aus dem Ruder lief rechneten es ihnen die Römer hoch an und trug in der Folge zur Verbesserung des Verhältnisses bei. Fortan standen sie dem Imperium loyal gegenüber und sollen danach sogar als Vermittler zwischen Römern und Cherusker aufgetreten sein. Dies unterschied sie von den betrügerischen Cheruskern, so dass sie nicht in zweifelhaften Genusskamen als Falsarii sondern Engern in die Geschichte einzugehen. Als Germanicus nach der pattartigen Schlacht gegen die Cherusker seinen Rückzug zur Ems antrat passierte er dazu vermutlich im Raum Lübbecke eine dammartige Struktur über dessen Funktion man geteilter Auffassung sein darf. Ein Bauwerk das vermutlich schon zu Zeiten der Kelten entstand um trockenen Fußes über die Wiehensenke zur Babilonie zu gelangen, also schon existierte als Rom noch nicht germanischen Boden betreten hatte. Es war eine Erdaufschüttung die Tacitus so interpretierte als hätten sie die Angrivarier hinterlassen um sich vom Nachbarstamm der Cherusker abzugrenzen. Germanen errichteten keine steinernen Wallanlagen und auch das Anschütten aufwändiger Erdwallstrukturen passte nicht zu ihren Lebensgewohnheiten. Unabhängig davon bringt Tacitus aber zum Ausdruck, dass den Angrivarier daran gelegen war Distanz zu den Cherusker wahren zu wollen, sie sich also nicht „grün“ waren. Und sollten die Angrivarier wirklich einen derartigen Aufwand nicht gescheut haben, dann klingt das nicht unbedingt nach guter Nachbarschaft. Tacitus könnte damit dem Sprichwort gefolgt sein, wonach der Feind meines Feindes mein Freund ist, man sich also gegen den gemeinsamen Feind Rom zusammen schloss danach aber wieder getrennte Wege ging. Anders ausgedrückt standen die Angrivarier wie es auch die Historie nahe legt dem Imperium positiver gegenüber als die Cherusker. Darin läge dann eine frühe Erklärung dafür, dass später auch die Franken den Stamm der Engern anders einschätzten, sie daher nicht als „Falaos“ bezeichneten aber trotzdem von ihnen bekämpft wurden. Da sich zwischen West – und Ostfalaos die Angrivarier nieder ließen und die aus ihnen hervor gegangenen Engern aus Sicht der Franken die Oberhand besaßen war auch die Frage beantwortet, warum man dieser Region im frühen Mittelalter nicht den Namen „Falaos“ sondern Angarii gab. Und so wie es auch die Franken hielten verspürten auch nur wenige Historiker in der Neuzeit den Wunsch sich auf die Suche nach den „Falaos“ innerhalb der Engern begeben zu wollen. Wie sich dem Verzeichnis über die Grundstücksüberlassungen und Schenkungen an das Kloster Corvey zwischen 822 und 875 entnehmen lässt, sind im Betrachtungsraum diverse Gehöfte und kleinere Dörfer mit Fal bzw. Valnamen wie Valahuson, Valeshuss, Valahus (en), Valahus (un), Falahus, Falohus, Falahusen, Falhusen, Falohus (un), Falha(h)us (un) bezeugt die sich nach den Sachsenkriegen begannen auch literarisch zu verfestigten. Es waren jene Ansiedlungen die sich im Zuge der karolingischen Machtausdehnung als Niederlassungen der Vorbevölkerung innerhalb einer von Angarii dominierten Landschaft identifizieren lassen, aber auch außerhalb davon nachweisbar sind da man Gehöfte namentlich hervor heben wollte in die sich eine selbstbewusste Bevölkerung zurück gezogen hatte. Vielleicht aber auch Anwesen von Menschen die dazu übergegangen waren sich selbst so zu nennen, weil man sie von außerhalb so bezeichnete, die in kleinsten Heimstätten lebten und ihre Namen schon in Zeiten bekamen, als diese sie noch nicht bewohnten. Es war eine Bevölkerung die sich mehr ihrem Gaufürsten verpflichtet sah und nicht danach fragten welchem übergeordneten Volk sie angehörten, oder wie sich dieses nannte. So konnte keiner zurück denken wo ihre Wurzeln lagen und wer ihren Wohnstätten die Namen gab. Brauch und Zeitgeist hatten den „Nachgermanen“ des 8. Jahrhundert schon längst einen Namen gegeben und die Suche danach war überflüssig, da der Mensch den Alltag überstehen musste. So verstanden sich die Bewohner als „Falaos“ ohne zu wissen warum und einen tieferen Wunsch die Gründe erfahren zu wollen dürfte es unter ihnen nicht gegeben haben. Die Ersterwähnung von „Falaos“ im Jahr 775 schließt nicht aus, dass bereits ab dem 7. Jahrhundert als die Merowinger begannen ihre Fühler nach Osten auszustrecken und die Bezeichnung „Falaos“ ihre Fremdartigkeit verloren hatte, Ansiedlungen mit der Vorsilbe „Fal“ entstanden. Schriftliche Überlieferungen setzten erst im frühen Mittelalter ein, sodass die Suffixe also die Endungen die Wissenslücken ihrer Entstehungszeiten schließen sollten. Darauf basierend verständigte sich die Forschung wider besseren Wissens darauf diese Zeitspanne zwischen das 8. und 10. Jahrhundert zu legen. Siedlungen die sich auf die „Falaos“ beziehen und mit „hus“ enden was sich über das Wort „hūsan“ bis in urgermanische Zeiten zurück verfolgen lässt setzt das Vorhandensein von Gebäuden gleich welcher Bauart voraus. „Hus“ galt also als zeitlich gesetzt, sodass darin immer die Anwesenheit von Falen als Bewohner voraus gesetzt werden kann. Orte die mit „hus“ oder dem davon abgeschliffenen „sen“ endeten und von Falen bewohnt wurden lassen sich einer Epoche zuordnen in der ein Entwicklungsprozess sein Ende fand der im Betrachtungsraum seinen Anfang nahm und die Merowinger begannen die dortigen Bewohner mit dem Begriff „Falaos“ vertraut zu machen. Die „Falaos“ ob im Westen oder Osten sahen sich in dieser Zeit nicht als ein eigenständiges Volk und definierten sich nicht namentlich. Aber damit einher gehend wuchs nun die allgemeine Erkenntnis und ein Bewusstsein dafür, dass man sich hinsichtlich Sprache, Identität, Übereinstimmung und Wesensgleichheit verbunden fühlte. So erwachte mit dem Wort „Falaos“ in den Wirren der nachgermanischen Phase auch das Bedürfnis diesem neuen gemeinsamen und übergeordneten Volk angehören zu wollen. Obwohl die Gaugemeinschaften ihre Bedeutung nicht verloren entwickelte sich ein zuvor nicht vorhandenes Verständnis von Zugehörigkeit. Die Volkssprache, das Theodisk verband sie miteinander aber sie waren weder Saxones noch Thoringi und nur weil sich mit dem Erwachen der Schriftlichkeit in Westfalen die „Fal bzw. Val“ Siedlungen in der „sächsischen Epoche“ der ersten Hälfte des 9. Jahrhundert in den Corveyer Traditionen häufen bzw. sich ihnen entnehmen lassen und die Franken der Überzeugung waren es mit den Nachfahren der seeräuberischen Sachsen zu tun zu haben, obwohl sich ihnen in erster Linie Falen bzw. Engern entgegen gestellt hatten, machte aus Falen keine Sachsen. Man hatte den Bezug zu ihren germanischen Vorfahren längst verloren war sich aber im Klaren darüber kein Sachse zu sein und ob man nun weiter im Osten oder im Westen lebte gab man sich als Fale zu erkennen und setzte sich damit sowohl von Sachsen als auch von Franken ab bzw. unterschied sich von ihnen was ihr Selbstwertgefühl steigerte. Die Bewohner östlich der Weser standen in enger Verbindung zum Reich der Thüringer, das quasi über Nacht mit dem Tod von Theoderich dem Großen 526 seine ostgotisch arianische Schutzmacht verloren hat. Dies führte dazu, dass sich die Franken nachdem sie 496 den katholischen Glauben angenommen hatten stärker nach Osten orientierten und schon fünf Jahre nach seinem Tod im Jahr 531 das Reich der Thüringer unterwarfen. Da Ostgoten und Thüringer 451 auf den katalaunischen Feldern gemeinsam mit den Hunnen gegen die Franken kämpften waren die Beziehungen belastet und man darf davon ausgehen, dass sich ihnen auch Stämme bzw. Völker angeschlossen haben die im Einflussbereich der Thüringer, also östlich der Weser lebten. Durch die politischen Verwerfungen gezwungen kam diese in die prekäre Lage sich neu orientieren zu müssen, da sie aus dem Osten keine Unterstützung mehr zu erwarten hatten. So gelang es dem Merowingerkönig Chothar die Stämme der Region 555 Tribut pflichtig zu machen was vermutlich an der Diemel geschah und sah sich erstmals mit den „Falaos“ konfrontiert. So richtete sich der Blick der Menschen zwischen Weser und Fuhse unter den neuen fränkischen Machthabern gezwungenermaßen und zunehmend nach Westen und sie nahmen in der Folge den Namen an unter dem man sie links des Rheins führte. Ein Name der auch in der ausklingenden Antike des 5. Jahrhundert in der „Notitia dignitatum“ erscheint worin man sie „Falchowaren“ nannte. Ein Wort, dass ihre Verbindung zu den germanischen Nachbarstämmen verdeutlicht die sich „varen“ bzw. „varier“ nannten. „Waren“ vergleichbar mit den Amsiwaren bzw. Angriwaren was sich auf den Begriff „Warrior“ gleich Kämpfer zurück führen ließe. Ihr einstiger Name Cherusker, die Tacitus in seinen Annalen „Cherusci“ nannte erschien auf historischer Bühne letztmalig im Zusammenhang mit einem Schriftverkehr zwischen dem Venezianer Venantius Fortunatus und dem 584 verstorbenen Bischof Felix von Nantes und war bis die Schriften von Tacitus im 9. Jahrhundert an der Weser ausgewertet wurden verblasst. Mangels eigener Identität und einem noch nicht vorhandenen Bedürfnis danach, war man nun geneigt die Bezeichnung diee die Franken für sie nutzten umgangssprachlich zu addaptieren und bgann damit zu leben. Man betrachtete es nicht als verwerflich auch eigene Ansiedlungen danach zu benennen und es könnte sich auch zu einem frühen Merkmal entwickelt haben um sich von den Engern zu unterscheiden. Mit der Taufe Widukind der den Westfalaos und nicht den Engern zugerechnet wird, obwohl er in Enger bestattet worden sein soll, schien die Phase des Gegeneinander von Franken und Falaos zunächst überwunden zu sein und es begann ein langwieriger Prozess der Annäherung der sich noch bis weit in die Neuzeit erstreckte und mit deren Auswüchsen sich noch ein separates Kapitel beschäftigen wird. Das Bewusstsein im Land der Falen zu leben begann sich auch in den Köpfen seiner Bewohner niederzuschlagen und es verloren sich die letzten Reste fränkischer Last. Aber erst Kaiser Friedrich Barbarossa etablierte im Jahr 1180 ein Herzogtum Westfalen und schuf damit die Basis für seine feste politische Identität. Aber zurück an die beschauliche Öse und dorthin wo sie das mittelalterliche Städtchen Dringenberg mit seiner historischen Burganlage in der Eggelandschaft umfließt. Nordöstlich von Dringenberg befindet sich möglicherweise eine der sprachlichen Keimzellen, die den Sprung von den Cheruskern die sich der „Fallacia“, also der Täuschung schuldig gemacht hatten über die Falon bis zu den Falen ins heutige Ostwestfalen - Lippe verdeutlichen könnte. Denn in einer Wiesenlandschaft nahe Dringenberg befand sich bis ins Jahr 1318 eine Siedlung die den Namen „Falhusen“ trug und wo demnach die Falen hausten. Dort könnten also noch bis ins hohe Mittelalter die Nachfahren jener „Betrüger“ gelebt haben, die das Imperium von der Bildfläche tilgen wollte in dem man sie nicht mehr Cherusker, sondern nur noch Betrüger nannte. So könnten sich Spuren ihrer einstigen Bewohner die damals auch links der Weser siedelten, bevor sie von den Engern geschluckt wurden erhalten haben können. Aber nach 1318 wurden die Zeiten rauher und die Bewohner von Falhusen zogen sich hinter die sicheren Mauern von Dringenberg zurück der Ort, der 1323 seine Stadtrechte bekam. Falhusen verfiel zur Wüstung und ist heute nur auf alten Parzellenkarten als „Falhuser Feld“ nur noch dann erwähnenswert, wenn man es als Bauland nutzen möchte. Das in diesem „Falhusen“ möglicherweise noch um die Zeit der Sachsenkriege Blutsverwandte der einst vertragsbrüchigen Falen, also der Cherusker lebten, ist schwer vorstellbar aber denkbar. Was aber dabei hilft diese Distanz begründbar zu machen ist die Tatsache, dass man dem Falhuser Feld, nach dem es die alten Falhuser verließen einen anderen doppelsinnigen Namen gab. Einen Namen den ihnen möglicherweise die alt eingesessenen fränkisch geprägten Dringenberger gaben. Denn aus dem „Falhuser Feld“ wurde nach dem die Falhuser in Dringenberg lebten das „Falsche Feld“. Für die Dringenberger des 14. Jahrhundert war möglicherweise die Erinnerung noch lebendig, dass die Nachbarn vor ihrer Haustür einst den Namen „die Falschen“ trugen. Aber selbst für sie war es nach 1300 Jahren nicht mehr möglich zu erklären, wie sich diese Namensveränderung begründen ließe.
(07.06.2026)
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