Montag, 18. Mai 2026
Das römische Militärlager am Menkhauser Bach - Gab es eine Verbindung zur Varusschlacht ?
ulrich leyhe, 21:49h
Bis es dem Niederländer René Jansen Venneboer im Jahr 2017 gelang dieses Lager am Einstieg eines Passes an der Südseite des Teutoburger Waldes mittels Bodenradar zu entdecken konnten sich nur wenige Historiker vorstellen, dass es auch durch das Menkhauser bzw. Schopkebachtal eine römische Marschroute über den Teutoburger Wald in die nördliche Richtung gab, sodass es sich lange verborgen halten konnte. Aufgrund seiner Lage im Kreuzungsbereich zweier Altstraßen hatte es eine erweiterte Funktion und war an dieser Stelle mehr, als nur ein kurzzeitig genutztes Marschlager im Sinne eines Übernachtungslagers, dass man am folgenden Morgen wieder zurück gebaut bzw. eingeebnet hätte. Dieses Lager dürfte zu jenen gezählt haben, die an exponierten Stellen in strategisch günstiger Lage für eine Mehrfachnutzung ausgelegt waren, sodass es durchziehende Legionen wieder verwendeten, also bei Bedarf häufiger nutzen konnten und bot Truppen bis zu einer Stärke von max. drei Legionen platz. Im Zuge der etwa 30 Jahre andauernden Germanenkriege dürfte es von unterschiedlichen römischen Feldherren mit ihren Legionen genutzt worden sein deren militärische Absichten darin bestanden die Regionen nördlich des TW erkunden zu wollen, sodass sich damit eine Vielzahl an kriegerischen Auseinandersetzungen in Verbindung bringen lässt. Solange sich jedoch keine eindeutigen Hinweise ergeben lässt es sich mit keinem historisch konkret verbrieften antiken Ereignis wie etwa der Varusschlacht in Verbindung bringen. Möchte man trotz Mangel an Wissen über die Gegebenheiten vor 2000 Jahren den Versuch wagen Wahrscheinlichkeiten herzustellen setzt man sich einem heiklen Unterfangen aus bei dem die Forschung in die ungeliebten Grauzonen der Spekulation absteigen müsste und wozu die vorherige Festlegung von Prämissen und Kriterien gehört. Was wir wissen ist, dass die römischen Eroberer bis zum Jahre 9 + bevorzugt die Lippe und später auch die Ems und die Weser nutzten um in Germanien vorzudringen aber am Ende jeder Schiffbarkeit stand der Fuß- und Eselsmarsch. Da wirkte die von Osnabrück bis Scherfede reichende alte Osnegge, der später abschnittsweise TW (Teutoburger Wald) und Egge genannte Gebirgszug wie eine Barriere. die es an mehreren Stellen zu überwinden galt. Eine Bezeichnung die erstmals die Franken 782/783 unter dem Namen „Osneggi“ schriftlich erwähnten und sich vermutlich auf den Berg bezieht an dessen Nähe sie kämpften und auf dem sich die aus keltischen Zeiten stammende Wallanlage „Grotenburg“ befindet. Alle Annahmen und Schlussfolgerungen zu Verlauf und Örtlichkeit der Schlacht lassen sich nur durch logisch aufgebaute Denkprozesse und Kombinationen erarbeiten, lassen sich weder von diversen Bodenfunden ableiten, sich schwerlich den geologischen Gegebenheiten entnehmen und sich nur mit viel Akribie aus dem erschließen, was textuell die Schilderungen über die Germanicus Schlachten zur Verortung hergeben. Obwohl die Forschung am römischen Bodendenkmal im Menkhauser Tal erst am Anfang steht, hält dies den investigativen Geschichtswissenschaftler nicht davon ab Fragen nach der Möglichkeit zu stellen, ob das Menkhauser Lager nicht vielleicht auch von Varus genutzt worden sein könnte. Allerdings sollte die Forschungsgeschichte um die Funde am Kalkrieser Berg abschreckendes Beispiel genug sein um zu frühe Festlegungen zu vermeiden. Denn auch wenn der Lagerbereich mittels Laser gescannt wurde womit sich die Wall- und Grabenstrukturen im Gelände sichtbar machen lassen, verbietet es sich streng wissenschaftlich betrachtet Thesen in jeglicher Form aufzustellen, solange nicht die gesamten 26 ha Fläche über die es sich erstreckte bodenkundlich zufriedenstellend erforscht sind. Ein Aufwand der auch weil er nicht zum Nulltarif zu haben ist viele Jahre Zeit in Anspruch nimmt dafür aber unseren Wissenstand stetig verbessern helfen kann und wird. Da das Menkhauser Tal nach 16 + von keinen römischen Legionen mehr aufgesucht worden sein dürfte, würden schon wenige Münzfunde etwa mit dem Kürzel "VAR" versehene oder frühe aber schon unter Kaiser Tiberius geprägte Münzen bestätigen, dass es zu Zeiten von Varus bzw. Germanicus genutzt bzw. sogar von ihnen selbst betreten worden sein könnte. Damit ist jedoch nicht der Beweis erbracht, dass das Lager mit der Varusschlacht in Verbindung gestanden hat, da römische Legionen während der Germanenkriege in vielen Bereichen der rechtsrheinischen Großregion aktiv waren. Und selbst wenn sich organische Teile fänden, die sich auf Basis der C 14 Methode untersuchen ließen, so bieten diese aufgrund der zeitlichen Streuung keine belastbaren Hinweise bzw. einen Bezug zu dieser Schlacht. So wird es nur ein im Spätsommer des Jahres 9 + gefällter Baum sein, der sich im Schlick des Menkhauser Baches erhielt und der aufgrund seines datierfähigen Baumringes, den er in der Vegetationsperiode vom Frühjahr bis zum Spätsommer bzw. Herbst dieses Jahres gebildet hat die Historie davon überzeugen kann, dass auch Varus einst die dort nachgewiesenen Clavicula Tore passiert haben könnte. Aber das Lager fällt nicht nur ins Auge weil es sich unmittelbar an der Nordsüdroute, sondern auch weil es sich im Nahbereich der bedeutsamen Ostwestverbindung die ebenfalls von römischen Truppen frequentiert wurde befindet. Dadurch stand es an einem wichtigen Knotenpunkt mit Drehkreuzfunktion was im Umkreis einer Tagesmarschetappe die Existenz weiterer Nacht - bzw. dauerhafterer Lager erwarten lässt. Während diese ostwestlich verlaufende Heerstraße den Namen Senner Hellweg trägt die nur 200 Meter südlich des Menkhauser Lagers vorbei führt und auch unter dem Namen "Weg unter dem Berge" oder als "Weg unter dem Walde" bekannt ist, ist für die Nordsüdstrecke die ebenfalls seit ältesten Zeiten genutzt wurde kein historischer Name überliefert. Und während man den Namen Hellweg der sich auf Basis von Forschungen vermutlich auf die römische Namensbezeichnung „Helvius“ zurück führen lässt nur für Westostrouten anwendete, nannten die Germanen ihre Straßen Dietwege wobei einer dieser Volkswege durch das Menkhauser Nordsüdtal führte. Römisches Militär war in den drei Jahrzehnte andauernden kriegerischen Konflikten allgegenwärtig präsent und darunter war die Varusschlacht zwar eine kriegsentscheidende, aber letztlich nur eine von weiteren, wobei die gigantischen Germanicus Schlachten des Jahres 16 + was ihre Anzahl an Kämpfern anbelangt in Mitteleuropa erst unter neuzeitlichen Bedingungen übertroffen wurde. So muss die Diskussion aufgrund seiner Lage im Kreuzungsbereich zweier Fernverbindungen auch bezogen auf die Varusschlacht dem Rechnung tragen was einer Fülle von Grundannahmen bedarf um es entweder annähernd überzeugend darzustellen oder es andernfalls infrage stellen zu müssen. Diese sich durch das Bachtal deutlich nach Norden orientierende Marschroute unterstreicht das bekannte Muster einer pragmatisch gradlinigen Vorgehensweise römischer Baumeister bzw. Feldherren. Gleichzeitig ist sie auch die bislang einzig bekannte, westlichste nachgewiesene römerzeitliche Verbindung die den Ostbereich der westfälischen Bucht über den Teutoburger Wald mit dem Wiehengebirge verbindet. Vom nordöstlichsten Clavicula Tor des Menkhauser Lagers misst die kürzeste Entfernung in Form einer Luftlinie bis zur Weser bei Vlotho 28,5 Kilometer. Damit hebt sich diese Verbindung von der Externsteine Passage ab, die eine Marschrichtung vom Ostbereich der westfälischen Bucht ausgehend nach Nordosten erkennen lässt. Römische Legionen die nach Norden etwa in die Richtung der Porta Westfalica marschieren wollten nutzten folglich das Menkhauser Tal, während jene Truppen deren Ziel sich im nordöstlichen Bereich um Hameln befand die Externsteine passierten. Zur Vervollständigung sei gesagt, dass der Hellweg das klassische römische Einfalltor von Ostwestfalen aus an die Weser bei Höxter mit seinem Lagerstandort am Paderborner Johannisstift war und die Egge bei Schwaney überwand. Andere mögliche Marschwege an denen sich nach aktuellem Wissenstand keine Marschlager fanden wie etwa dem bei Stapelage treten somit in den Hintergrund und erscheinen zweitrangig. So zeigt es sich, dass diese drei Verbindungen in antiken Zeiten die vorteilhaftesten da zielgerichtetsten gewesen sein dürften wenn man in den Osten, den Norden bzw. den Nordosten vordringen wollte. Historiker die das Menkhauser Lager mit der Varusschlacht in Verbindung bringen wollen sehen in ihm ein Lager, das sich innerhalb des Zugkorridors der Varuslegionen befunden haben sollte. Dies erfordert sich detailliert mit den Überlieferungen des Cassius Dio auseinandersetzen zu müssen, der den Verlauf der Schlacht am plausibelsten hinterlassen hat. Aber welche Bedeutung sollte ein Römerlager im Menkhauser Tal im direkten Zusammenhang mit den Kämpfen der Varusschlacht gehabt haben. Möchte man es in Kontext zur Varusschlacht bringen, dann ist seine Funktion zu hinterfragen und man muss zunächst feststellen, das dieses Drehkreuzlager den Zweck eines längerfristig nutzbaren Durchgangslagers zu erfüllen hatte. Da es aber nicht mit dem seit Jahrhunderten gesuchten „Übersommerungslager“ des Varus, noch dem stark umkämpften „prima Vari castra“ und auch nicht mit dem Fluchtlager Aliso identisch ist und sich den historischen Aufzeichnungen auch kein Lager am südlichen Einstieg in den TW entnehmen lässt fällt es schwer ihm einen Platz unter den wesentlichen Kernstätten im Verlauf der Mehrtagesschlacht zuweisen zu können und einen Ort zu finden wo es eine mögliche Daseinsberechtigung gehabt hätte.
Zuvor gilt es aber zwei Thesen anzusprechen.
Theorie 1.)
Man suchte es vor der Schlacht auf (Hinweglager)
Hätte Varus es also auf dem Weg ins Gebiet der Aufrührer als Zwischenraststation genutzt, dann hätte er es nichts ahnend vor dem was ihm bevor stand auf seinem Zug in den Norden im unzerstörten Zustand verlassen. Dann hätte sich sein Ausgangs - also das bedeutsame „Sommerlager“ zwangsläufig in einer dazu passenden Marschdistanz im Osten der westfälischen Bucht, etwa im Raum Paderborn befunden. Einer Region durch die keine Weser floss, sondern sich nahe den Quellgebieten von Lippe und Ems unweit der „äußersten Brukterer“ und sich nicht im Stammesgebiet der Cherusker befand, wie es überliefert ist. Das Menkhauser Lager wäre demnach das erste Lager gewesen, das Varus auf dem Hinweg in die Schlacht zur Übernachtung aufgesucht hätte, nach dem man am Morgen das Hauptlager verlassen hatte. Passierte man das Menkhauser Lager auf dem Weg nach Norden in die Varusschlacht, dann wäre es den Germanen gelungen die römischen Legionen in eine Region zu locken, die sich nahezu entgegen gesetzt zum Rhein befindet was ebenfalls nicht im Einklang mit der Quellenanalyse steht wonach die Schlacht auf dem Weg in die Winterlager ausbrach. Auf diesem Weg in den Norden wäre man auch sicherlich ohne Frauen und Kinder bzw. einem umfänglichen Tross aufgebrochen. Wäre es so geschehen, dann verließ man das Menkhauser Lager auf dem noch friedlich verlaufenden Hinweg, nutzte es dann aber erneut auf dem fluchtartig angetretenen Rückweg nach der verlorenen Schlacht womit man bei der Definition eines Rückweglagers wäre. Insgesamt Argumente die dagegen sprechen, dass Varus das Menkhauser Lager auf dem Weg in die Schlacht genutzt hätte.
Theorie 2.)
Man suchte es nach der Schlacht auf (Rückweglager)
Da man Varus wie es die römische Geschichtsschreibung überlieferte an die Weser ins Land der Cherusker gelockt hatte gibt die Lage des römischen Militärlager im Menkhauser Bachtal eine deutliche Marschrichtung nach Norden in die Region vor durch die die Weser floss. Folglich könnte man von dieser Warte aus betrachtet das so genannte Sommerlager im Bereich der Weserschleife bei Vlotho erwarten. Die Cherusker waren ein Stamm der wie geographische Hinweise belegen, sowie Dialekt- und Keramikforschungen zeigen vorwiegend rechts, aber vor 2000 Jahren auch noch links der Weser siedelte bevor die Ausbreitung der Angrivarier sie nach Osten abdrängte. Wobei Varus wohl keinem Lockruf folgte, sondern dem Befehl des Kaisers nachkam mitzuhelfen das Reich nach Osten expandieren zu lassen. Um über das Menkhauser Lager eine Verbindung zur Schlacht herstellen zu können spielt demzufolge sowohl die Lage der Wohngebiete der Cherusker und somit auch der Ort wo der Segimer Clan mit dem Varus anfänglich zusammen arbeitete seine Residenz hatte, eine wesentliche Rolle. Diese Sippe führte das Volk der Cherusker an und ihr Hauptsitz dürfte sich zentral innerhalb ihres Stammesgebietes und weniger in Randlage befunden haben. Das Volk der Cherusker beherrschte seinerzeit eine Großregion die vermutlich das Weserbergland über Hildesheim und Hanover bis an die Oker umfasste und sich über den Nethegau, sowie den Solling und den Westharz bis an die obere Leine erstreckte. Dadurch war dieser Stamm für die römischen Bemühungen nach Osten expandieren zu wollen von elementarer Bedeutung, sodass Rom eine Art Bündnis bzw. ein vertragsähnliches Verhältnis anstrebte. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich die Sinnhaftigkeit eines römischen Stützpunktes im Nordwesten ihres Siedlungsgebietes nur schwer erklären was aber nicht davon abhalten soll diese Theorie weiter zu verfolgen. Aus dem vermeintlichen „Sommerlager“, für das sich der Weserknick bei Vlotho anbietet, es aber auch noch östlich davon gelegen haben könnte kommend, marschierten die Rumpflegionen, da man Tiberius einige Kontingente für seinen Markomannen Feldzug abtreten musste in südlicher Richtung. Eine Marschrichtung die der Zielsetzung entsprach die Winterlager erreichen zu wollen. Man hatte folglich das Lager verlassen in dem Varus von Segestes gewarnt worden sein soll, so wie es dieser acht Jahre später zu seiner Reputation in Rom vorgab getan zu haben. Das Lager in dem sich unter Varus der Generalstab traf, man den Marsch ins Gebiet der Aufrührer beschloss und in dem man wie überliefert unter die Waffen trat. Die Region Vlotho am südlichen Weserufer und westlich des Weserberglandes gelegen wo man heute das Ravensberger Platt spricht gehört zur Gruppe der westfälischen Dialekte und befand sich demnach im einstigen Stammesgebiet der Brukterer. Ein Grenzgebiet zum lippisch sprechenden Weserbergland, das ebenfalls zu den westfälischen Dialekte zählt, aber schon zum Ostfälischen Sprachraum der Cherusker tendiert. Ptolemäus der die Cherusker östlich der Weser verortete während die cheruskische Keramikform nach von Uslar im Werrebereich nicht nachweisbar ist. Eine Grenzregion in der man nicht mehr westfälisch, sondern Lippisch spricht, das wiederum einem Übergangsdialekt ins Ostfälische, dem Nachfolgedialekt der Cheruskersprache entspricht. Das 1055 erstmals erwähnte Valethorpe ein Ortsteil von Vlotho deutet darauf hin, dass es wie es die Falenforschung verdeutlicht von Brukterer als auch Cheruskern besiedelt wurde. Nördlich von Vlotho dürfte sich bereits angrivarischer Einfluss bemerkbar gemacht haben, sodass Varus sein Hauptquartier nicht mehr in einem Kerngebiet, sondern im nordwestlichen Randgebiet der Cherusker hatte was sich nicht mit der allgemeinen Auffassung verträgt. Von hier aus hätte Varus demnach seinen Marsch angetreten der vor dem Erreichen des Menkhauser Tales im Desaster endete. Varus verließ das Lager mit einem umfänglichen Anhang an Privatpersonen und Familienangehörigen während Arminius parallel zum Verlassen des Lagers an einen unbekannten Ort zu seinen Männern ritt. Das Dilemma um die folgenden Ereignisse wurzelt bzw. nahm seinen Anfang in der irreführenden Interpretation der antiken Wortwahl bzw. der Fehlübersetzung der Auseinandersetzung zwischen Varus und Arminius. Denn dem Ursprung folgend nannte die Antike sie an keiner Stelle eine Schlacht und das hatte auch seine Gründe, denn für das was geschah fand sich schon in der Antike keine zutreffende Bezeichnung weil sich niemandem im römischen Reich der genaue Hergang erschloss. Primär nannte man das Ereignis „Clades Variana“, das aber für eine Niederlage oder ein Unglück steht. Das Wort Proelium, das man für Kampfhandlungen zwischen Heeren nutzte hätte es getroffen, wurde aber an keiner Stelle überliefert. Optimal wäre es gewesen die Katastrophe so zu nennen wié die die römische Niederlage von Cannae, für die man in der Antike den Namen „pugna Cannensis“ hatte. Wie es sich aber dem Caeliusstein den man 1620 entdeckte entnehmen lässt, entschied man sich am Niederrhein für die Wortwahl „bello Variano“ also den Krieg des Varus. Aber was sich wirklich zutrug fand dank Cassius Dio erst über 200 Jahre später den Weg in die Öffentlichkeit. Erst dieser Bericht klärte die Nachwelt darüber auf, dass es keine Schlacht im Sinne einer Feldschlacht war, sondern eine dramatische Verkettung von Gefechten in denen die Germanen wie Partisanen auftraten, die sich über mehrere Tage verteilte, in der die Germanen die Natur für sich kämpfen ließen und zudem das Wetter auf ihrer Seite hatten. Cassius Dio beschrieb die Varusschlacht als ein Ereignis dem sich entnehmen lässt, dass es sich über max. 3 1/2 Tage hinzog. Auf dieser Basis eine Tagesetappenleistung zu errechnen die aus Marsch - Ruhe und Gefechtsphasen bestand gestaltet sich schwierig. Dem Problem näher zu kommen, wo der Marsch und die Scharmützelgefechte ihren Anfang nahmen. Wo aber die Germanen aus der Deckung heraus die ersten Lanzen auf die Legionen warfen bzw. sie sich auf versteckten Pfaden dem Marschzug näherten und wo Varus am Abend des ersten Kampftages sein erstes Nachtlager errichten ließ, dass in den Mittelpunkt der Kamphandlungen geriet, bleibt eine theoretische Herausforderung. Ebenso wie die Frage wo und wann die ersten Speere flogen was nicht unmittelbar nach dem Ausmarsch der Fall war, sondern erst passierte als man sich schon vom Ausgangslager entfernt hatte, So weit, dass man den Gedanken an eine Rückkehr fallen ließ. Im weiteren Verlauf schien unschlüssig vorzuherrschen wie man die ersten Attacken zu bewerten hatte woraufhin man in der Folge die falschen Entscheidungen traf. Angefangen vom Angriff Scenario, der Definition von Örtlichkeiten in Verbindung mit der Marschgeschwindigkeit, über die Legionsstärke bis hin zur Position des ersten Varuslagers, sowie dem Ort wo Germanicus die Knochen bestattete wurden um diesen undurchschaubaren Prozess darzustellen schon eine Vielzahl von Theorien entworfen und wieder verworfen. Und immer stand die Frage im Vordergrund wo sich der Hinterhalt befunden haben könnte in den man die Truppen lockte um sie besser bekämpfen zu können, wie weit es gelang Varus dafür vom Ursprungskurs abzubringen und wieviel Zeit ihm dafür verloren ging. Denn jener Marsch in den Hinterhalt musste die Marschzeit um zusätzliche Kilometer verlängert haben was dazu führte, dass sich das Operationsgebiet ausweitete. Ein Exkurs mit dem alle Theorien in Einklang zu bringen sind, sodass die Strecke deren Überwindung unter normalen Marschbedingungen nur einen Tag gedauert hätte sich gut über die etwa 3 1/2 Tage hingezogen haben könnte, so wie es sich der Cassius Dio Überlieferung entnehmen lässt. Wenn man denn dem Menkhauser Lager eine Funktion innerhalb des Desasters zubilligen möchte und man es zum Ende hin wieder tangieren wollte, dann sollte sich die Mehrtagesschlacht weitestgehend innerhalb eines Korridors auf der 24 Kilometer umfassenden Distanz etwa zwischen Vlotho – Valdorf und Oerlinghausen zugetragen haben, bevor man von dort aus ins besser befestigte Aliso flüchtete. So lässt sich im Groben betrachtet im Menkhauser Lager eine Station erkennen die sich zwischen den Endkämpfen und dem Lager Aliso befand, Das besagte Dilemma, dass man genau genommen nicht mehr Varusschlacht nennen sollte auch wenn damit ein großes Abschlachten einherging. Gegen ein kurzfristiges Aufnahmelager spräche, dass die Germanen speziell in diesem Lager rückkehrende Legionäre erwarteten, sodass sie sich kaum gewagt hätten in diesem allen Germanen bekannten Lager, wenn auch nur vorübergehend einen sicheren Zufluchtsort zu sehen. Aber es gibt noch eine weitere Deutung mit der man das Menkhauser Lager mit dem varianischen Niedergang in Verbindung bringen kann. Denn es könnte auch das zweite von Cassius Dio erwähnte, auch als Notlager titulierte Lager gewesen sein, das die Reste der Varusarmee nach dem Verlassen des „prima Vari castra“ am Folgeabend aufnahm und wo sich Varus ins Schwert stürzte. Es wäre dann das Lager gewesen, das im Zuge der Kämpfe baulich erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde und nur noch aus eingestürzten zusammen gefallenen Wällen bestand. Ein Lager in dem die Germanen die Überlebenden nieder gemacht hatten oder in die Gefangenschaft führten. Ein Deutung die substanzlos bleibt, da das Gelände noch nicht umfassend untersucht wurde, bzw. sich bislang keine Waffenfunde bzw. Zerstörungen nachweisen lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst derartige Funde bzw. Feststellungen keine eindeutigen Indizien sind die für das erwähnte varianische Notlager sprächen. Sollte sich noch ein Zerstörungshorizont zu erkennen geben, so ließe sich dieser auch ohne, dass das Lager von Varuslegionären im Zuge der Schlacht genutzt wurde auch auf die Wut alles Römische vernichten zu wollen zurück führen. Bei näherer Betrachtung käme noch eine Trassenanalyse zwischen Vlotho und dem Menkhauser Tal infrage was seine „Hinterhalttauglichkeit anbelangt. Um die Stationen der Varusschlacht heraus arbeiten zu können käme ein Marschkorridor in Frage der sich zwischen dem Menkhauser Lager und der Örtlichkeit erstreckt wo man einen Gefechtsbeginn erwarten darf, da dies nicht unmittelbar nach dem Verlassen des Lagers statt fand. In Frage käme eine Distanz von etwa 24 Kilometern und möchte man auch hier tief in der Spekulation versinken, dann kann sich der Hinterhalt auch noch in einem unbestimmbaren Abstand zur Hauptstrecke befunden haben was Visionen weckt ihn sogar noch im weit entfernten Kalkriese vermuten zu können. Da aber das Menkhauser Lager auf Basis der Grundannahme, dass es nicht im direkten Kampfbereich lag so doch im Korridor so sollte man nicht gänzlich ausschließen, dass es Überlebende gab die es trotz der Risiken aufgesucht haben, Legionäre die also das Lager Menkhausen während sie zurück fluteten passierten, sich dort sammelten um dann den Marsch nach Aliso anzutreten. Legionäre die dem Hinterhalt entkamen gleich wo sich dieser befand wenn man nicht sogar davon ausgehen sollte, dass die gesamte Marschstrecke aus einem einzigen Hinterhalte bestand. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich die Gefechtsfolge wie sie die antiken Schriften offenbaren am Plausibelsten mit dem Rückmarsch vom Weserlager Höxter erklärt, wo für die Kampflegionen der Hinterhalt ab der Hellwegstation Brakel begann und vor dem Eggeaufstieg bei Borlinghausen endete während der dort abgekoppelte zivile Tross am Gradberg in die Hände der Cherusker überging. So wie es die Theorie dieses Internet Buches „Vom Sommerlager in den Untergang“ beschreibt. Sich die Beschaffenheit der Zugstrecke von der Weser bei Vlotho bis Oerlinghausen vor 2000 Jahren vorzustellen lassen die Naturräume zu. Heute noch bestehende Wald- oder Sumpfregionen waren früher umfänglicher, Flüsse und Gebirgsrücken bedeuteten Hindernisse und konnten sich für einen Hinterhalt als begünstigend erweisen. Der ab dem Menkhauser Bachtal nach Norden führende Marschweg was auch für die umgekehrte Richtung galt, suchte sich die bestbegehbarste Trasse vermied ungünstiges Terrain und ist nachvollziehbar. Der historische Handelsweg auch Diet – bzw. Heerweg genannt führte über die "Alte Vlothoer Straße" zwischen Bad Salzuflen und Vlotho die sich noch durch Hohlwegbündel erkennbar macht was auch für eine prähistorische bzw. römerzeitliche Nutzung spricht. Insgesamt ist es eine Landschaft die sich nicht durch imposante, schroffe bzw. augenfällige Strukturen verdächtig macht die man hätte für einen Hinterhalt nutzen können. Möchte man den Verlauf rekonstruieren dann bietet das Gelände keine herausragenden Hinterhaltqualitäten und die, die Zugstrecke kreuzenden Flüsse Bega und Werre hätten als Hindernisse in den antiken Schriften erwähnt sein sollen. Insgesamt betrachtet war es eine überschaubare Naturkulisse in der sich keine Engpass ähnlichen Strukturen erkennen lassen in die man die Legionen hätte locken können, sodass erst der Einstieg in den TW nahe Oerlinghausen Geländeformationen bot die es den Germanen ermöglicht hätten erfolgversprechend über die Marschkolonne herzufallen. Überlegungen die in Betracht zu ziehen sind und zu dem Schluss führt, dass Menkhauser Lager nicht mit dem Stempel „Varusverdächtig“ versehen zu können. Ungeachtet der Theorie spricht die Entdeckung des Menkhauser Lagers für die Existenz weiterer Marschlager einschließlich des gesuchten Aliso wobei die Entfernung nach Paderborn etwa 27 km bzw. nach Anreppen etwa 23 km einer Tagesmarschetappe gleich kommt und der Paderborner Ortsteil Elsen immer noch verlockend klingt. Aber auch wenn das Menkhauser Lager im Zuge der Schlacht zu keiner Bedeutung gelangte, es wurde immer doppelseitig genutzt, gleich ob man von der Lippe aus kommend an die Weser wollte, oder es auf dem Rückweg aufsuchte. Germanicus kämpfte gegen die Angrivarier in der Region Minden/Rinteln deren Einflussbereiche um diese Zeit schon südlicher reichten, sodass damals Vlotho ein Grenzort zwischen ihnen und den Brukterer gewesen sein könnte und möchte man der Theorie folgen, dass die Westfalen ein Nachfolgevolk dieser Brukterer waren, dann kämpfte Karl der Große gegen die "Westfalaos" in der gleichen Region während sich die cheruskischen Stammesgebiete erst östlich anschlossen. Die Trasse zwischen Vlotho und Oerlinghausen hätte sich demnach in Gänze auf die Wohngebiete der Brukterer konzentriert, sodass die Gefechte gegen Varus abseits der Cherusker statt fanden was gegen alle Annahmen spräche die man mit dem Varusereignis verbindet. So kann man zu dem Resümee gelangen, dass sich hinter dem Menkhauser Lager vieles verborgen haben könnte aber ein Zusammenhang mit der Varuskatastrophe nicht herstellbar ist.
(18.05.2026)
Zuvor gilt es aber zwei Thesen anzusprechen.
Theorie 1.)
Man suchte es vor der Schlacht auf (Hinweglager)
Hätte Varus es also auf dem Weg ins Gebiet der Aufrührer als Zwischenraststation genutzt, dann hätte er es nichts ahnend vor dem was ihm bevor stand auf seinem Zug in den Norden im unzerstörten Zustand verlassen. Dann hätte sich sein Ausgangs - also das bedeutsame „Sommerlager“ zwangsläufig in einer dazu passenden Marschdistanz im Osten der westfälischen Bucht, etwa im Raum Paderborn befunden. Einer Region durch die keine Weser floss, sondern sich nahe den Quellgebieten von Lippe und Ems unweit der „äußersten Brukterer“ und sich nicht im Stammesgebiet der Cherusker befand, wie es überliefert ist. Das Menkhauser Lager wäre demnach das erste Lager gewesen, das Varus auf dem Hinweg in die Schlacht zur Übernachtung aufgesucht hätte, nach dem man am Morgen das Hauptlager verlassen hatte. Passierte man das Menkhauser Lager auf dem Weg nach Norden in die Varusschlacht, dann wäre es den Germanen gelungen die römischen Legionen in eine Region zu locken, die sich nahezu entgegen gesetzt zum Rhein befindet was ebenfalls nicht im Einklang mit der Quellenanalyse steht wonach die Schlacht auf dem Weg in die Winterlager ausbrach. Auf diesem Weg in den Norden wäre man auch sicherlich ohne Frauen und Kinder bzw. einem umfänglichen Tross aufgebrochen. Wäre es so geschehen, dann verließ man das Menkhauser Lager auf dem noch friedlich verlaufenden Hinweg, nutzte es dann aber erneut auf dem fluchtartig angetretenen Rückweg nach der verlorenen Schlacht womit man bei der Definition eines Rückweglagers wäre. Insgesamt Argumente die dagegen sprechen, dass Varus das Menkhauser Lager auf dem Weg in die Schlacht genutzt hätte.
Theorie 2.)
Man suchte es nach der Schlacht auf (Rückweglager)
Da man Varus wie es die römische Geschichtsschreibung überlieferte an die Weser ins Land der Cherusker gelockt hatte gibt die Lage des römischen Militärlager im Menkhauser Bachtal eine deutliche Marschrichtung nach Norden in die Region vor durch die die Weser floss. Folglich könnte man von dieser Warte aus betrachtet das so genannte Sommerlager im Bereich der Weserschleife bei Vlotho erwarten. Die Cherusker waren ein Stamm der wie geographische Hinweise belegen, sowie Dialekt- und Keramikforschungen zeigen vorwiegend rechts, aber vor 2000 Jahren auch noch links der Weser siedelte bevor die Ausbreitung der Angrivarier sie nach Osten abdrängte. Wobei Varus wohl keinem Lockruf folgte, sondern dem Befehl des Kaisers nachkam mitzuhelfen das Reich nach Osten expandieren zu lassen. Um über das Menkhauser Lager eine Verbindung zur Schlacht herstellen zu können spielt demzufolge sowohl die Lage der Wohngebiete der Cherusker und somit auch der Ort wo der Segimer Clan mit dem Varus anfänglich zusammen arbeitete seine Residenz hatte, eine wesentliche Rolle. Diese Sippe führte das Volk der Cherusker an und ihr Hauptsitz dürfte sich zentral innerhalb ihres Stammesgebietes und weniger in Randlage befunden haben. Das Volk der Cherusker beherrschte seinerzeit eine Großregion die vermutlich das Weserbergland über Hildesheim und Hanover bis an die Oker umfasste und sich über den Nethegau, sowie den Solling und den Westharz bis an die obere Leine erstreckte. Dadurch war dieser Stamm für die römischen Bemühungen nach Osten expandieren zu wollen von elementarer Bedeutung, sodass Rom eine Art Bündnis bzw. ein vertragsähnliches Verhältnis anstrebte. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich die Sinnhaftigkeit eines römischen Stützpunktes im Nordwesten ihres Siedlungsgebietes nur schwer erklären was aber nicht davon abhalten soll diese Theorie weiter zu verfolgen. Aus dem vermeintlichen „Sommerlager“, für das sich der Weserknick bei Vlotho anbietet, es aber auch noch östlich davon gelegen haben könnte kommend, marschierten die Rumpflegionen, da man Tiberius einige Kontingente für seinen Markomannen Feldzug abtreten musste in südlicher Richtung. Eine Marschrichtung die der Zielsetzung entsprach die Winterlager erreichen zu wollen. Man hatte folglich das Lager verlassen in dem Varus von Segestes gewarnt worden sein soll, so wie es dieser acht Jahre später zu seiner Reputation in Rom vorgab getan zu haben. Das Lager in dem sich unter Varus der Generalstab traf, man den Marsch ins Gebiet der Aufrührer beschloss und in dem man wie überliefert unter die Waffen trat. Die Region Vlotho am südlichen Weserufer und westlich des Weserberglandes gelegen wo man heute das Ravensberger Platt spricht gehört zur Gruppe der westfälischen Dialekte und befand sich demnach im einstigen Stammesgebiet der Brukterer. Ein Grenzgebiet zum lippisch sprechenden Weserbergland, das ebenfalls zu den westfälischen Dialekte zählt, aber schon zum Ostfälischen Sprachraum der Cherusker tendiert. Ptolemäus der die Cherusker östlich der Weser verortete während die cheruskische Keramikform nach von Uslar im Werrebereich nicht nachweisbar ist. Eine Grenzregion in der man nicht mehr westfälisch, sondern Lippisch spricht, das wiederum einem Übergangsdialekt ins Ostfälische, dem Nachfolgedialekt der Cheruskersprache entspricht. Das 1055 erstmals erwähnte Valethorpe ein Ortsteil von Vlotho deutet darauf hin, dass es wie es die Falenforschung verdeutlicht von Brukterer als auch Cheruskern besiedelt wurde. Nördlich von Vlotho dürfte sich bereits angrivarischer Einfluss bemerkbar gemacht haben, sodass Varus sein Hauptquartier nicht mehr in einem Kerngebiet, sondern im nordwestlichen Randgebiet der Cherusker hatte was sich nicht mit der allgemeinen Auffassung verträgt. Von hier aus hätte Varus demnach seinen Marsch angetreten der vor dem Erreichen des Menkhauser Tales im Desaster endete. Varus verließ das Lager mit einem umfänglichen Anhang an Privatpersonen und Familienangehörigen während Arminius parallel zum Verlassen des Lagers an einen unbekannten Ort zu seinen Männern ritt. Das Dilemma um die folgenden Ereignisse wurzelt bzw. nahm seinen Anfang in der irreführenden Interpretation der antiken Wortwahl bzw. der Fehlübersetzung der Auseinandersetzung zwischen Varus und Arminius. Denn dem Ursprung folgend nannte die Antike sie an keiner Stelle eine Schlacht und das hatte auch seine Gründe, denn für das was geschah fand sich schon in der Antike keine zutreffende Bezeichnung weil sich niemandem im römischen Reich der genaue Hergang erschloss. Primär nannte man das Ereignis „Clades Variana“, das aber für eine Niederlage oder ein Unglück steht. Das Wort Proelium, das man für Kampfhandlungen zwischen Heeren nutzte hätte es getroffen, wurde aber an keiner Stelle überliefert. Optimal wäre es gewesen die Katastrophe so zu nennen wié die die römische Niederlage von Cannae, für die man in der Antike den Namen „pugna Cannensis“ hatte. Wie es sich aber dem Caeliusstein den man 1620 entdeckte entnehmen lässt, entschied man sich am Niederrhein für die Wortwahl „bello Variano“ also den Krieg des Varus. Aber was sich wirklich zutrug fand dank Cassius Dio erst über 200 Jahre später den Weg in die Öffentlichkeit. Erst dieser Bericht klärte die Nachwelt darüber auf, dass es keine Schlacht im Sinne einer Feldschlacht war, sondern eine dramatische Verkettung von Gefechten in denen die Germanen wie Partisanen auftraten, die sich über mehrere Tage verteilte, in der die Germanen die Natur für sich kämpfen ließen und zudem das Wetter auf ihrer Seite hatten. Cassius Dio beschrieb die Varusschlacht als ein Ereignis dem sich entnehmen lässt, dass es sich über max. 3 1/2 Tage hinzog. Auf dieser Basis eine Tagesetappenleistung zu errechnen die aus Marsch - Ruhe und Gefechtsphasen bestand gestaltet sich schwierig. Dem Problem näher zu kommen, wo der Marsch und die Scharmützelgefechte ihren Anfang nahmen. Wo aber die Germanen aus der Deckung heraus die ersten Lanzen auf die Legionen warfen bzw. sie sich auf versteckten Pfaden dem Marschzug näherten und wo Varus am Abend des ersten Kampftages sein erstes Nachtlager errichten ließ, dass in den Mittelpunkt der Kamphandlungen geriet, bleibt eine theoretische Herausforderung. Ebenso wie die Frage wo und wann die ersten Speere flogen was nicht unmittelbar nach dem Ausmarsch der Fall war, sondern erst passierte als man sich schon vom Ausgangslager entfernt hatte, So weit, dass man den Gedanken an eine Rückkehr fallen ließ. Im weiteren Verlauf schien unschlüssig vorzuherrschen wie man die ersten Attacken zu bewerten hatte woraufhin man in der Folge die falschen Entscheidungen traf. Angefangen vom Angriff Scenario, der Definition von Örtlichkeiten in Verbindung mit der Marschgeschwindigkeit, über die Legionsstärke bis hin zur Position des ersten Varuslagers, sowie dem Ort wo Germanicus die Knochen bestattete wurden um diesen undurchschaubaren Prozess darzustellen schon eine Vielzahl von Theorien entworfen und wieder verworfen. Und immer stand die Frage im Vordergrund wo sich der Hinterhalt befunden haben könnte in den man die Truppen lockte um sie besser bekämpfen zu können, wie weit es gelang Varus dafür vom Ursprungskurs abzubringen und wieviel Zeit ihm dafür verloren ging. Denn jener Marsch in den Hinterhalt musste die Marschzeit um zusätzliche Kilometer verlängert haben was dazu führte, dass sich das Operationsgebiet ausweitete. Ein Exkurs mit dem alle Theorien in Einklang zu bringen sind, sodass die Strecke deren Überwindung unter normalen Marschbedingungen nur einen Tag gedauert hätte sich gut über die etwa 3 1/2 Tage hingezogen haben könnte, so wie es sich der Cassius Dio Überlieferung entnehmen lässt. Wenn man denn dem Menkhauser Lager eine Funktion innerhalb des Desasters zubilligen möchte und man es zum Ende hin wieder tangieren wollte, dann sollte sich die Mehrtagesschlacht weitestgehend innerhalb eines Korridors auf der 24 Kilometer umfassenden Distanz etwa zwischen Vlotho – Valdorf und Oerlinghausen zugetragen haben, bevor man von dort aus ins besser befestigte Aliso flüchtete. So lässt sich im Groben betrachtet im Menkhauser Lager eine Station erkennen die sich zwischen den Endkämpfen und dem Lager Aliso befand, Das besagte Dilemma, dass man genau genommen nicht mehr Varusschlacht nennen sollte auch wenn damit ein großes Abschlachten einherging. Gegen ein kurzfristiges Aufnahmelager spräche, dass die Germanen speziell in diesem Lager rückkehrende Legionäre erwarteten, sodass sie sich kaum gewagt hätten in diesem allen Germanen bekannten Lager, wenn auch nur vorübergehend einen sicheren Zufluchtsort zu sehen. Aber es gibt noch eine weitere Deutung mit der man das Menkhauser Lager mit dem varianischen Niedergang in Verbindung bringen kann. Denn es könnte auch das zweite von Cassius Dio erwähnte, auch als Notlager titulierte Lager gewesen sein, das die Reste der Varusarmee nach dem Verlassen des „prima Vari castra“ am Folgeabend aufnahm und wo sich Varus ins Schwert stürzte. Es wäre dann das Lager gewesen, das im Zuge der Kämpfe baulich erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde und nur noch aus eingestürzten zusammen gefallenen Wällen bestand. Ein Lager in dem die Germanen die Überlebenden nieder gemacht hatten oder in die Gefangenschaft führten. Ein Deutung die substanzlos bleibt, da das Gelände noch nicht umfassend untersucht wurde, bzw. sich bislang keine Waffenfunde bzw. Zerstörungen nachweisen lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst derartige Funde bzw. Feststellungen keine eindeutigen Indizien sind die für das erwähnte varianische Notlager sprächen. Sollte sich noch ein Zerstörungshorizont zu erkennen geben, so ließe sich dieser auch ohne, dass das Lager von Varuslegionären im Zuge der Schlacht genutzt wurde auch auf die Wut alles Römische vernichten zu wollen zurück führen. Bei näherer Betrachtung käme noch eine Trassenanalyse zwischen Vlotho und dem Menkhauser Tal infrage was seine „Hinterhalttauglichkeit anbelangt. Um die Stationen der Varusschlacht heraus arbeiten zu können käme ein Marschkorridor in Frage der sich zwischen dem Menkhauser Lager und der Örtlichkeit erstreckt wo man einen Gefechtsbeginn erwarten darf, da dies nicht unmittelbar nach dem Verlassen des Lagers statt fand. In Frage käme eine Distanz von etwa 24 Kilometern und möchte man auch hier tief in der Spekulation versinken, dann kann sich der Hinterhalt auch noch in einem unbestimmbaren Abstand zur Hauptstrecke befunden haben was Visionen weckt ihn sogar noch im weit entfernten Kalkriese vermuten zu können. Da aber das Menkhauser Lager auf Basis der Grundannahme, dass es nicht im direkten Kampfbereich lag so doch im Korridor so sollte man nicht gänzlich ausschließen, dass es Überlebende gab die es trotz der Risiken aufgesucht haben, Legionäre die also das Lager Menkhausen während sie zurück fluteten passierten, sich dort sammelten um dann den Marsch nach Aliso anzutreten. Legionäre die dem Hinterhalt entkamen gleich wo sich dieser befand wenn man nicht sogar davon ausgehen sollte, dass die gesamte Marschstrecke aus einem einzigen Hinterhalte bestand. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich die Gefechtsfolge wie sie die antiken Schriften offenbaren am Plausibelsten mit dem Rückmarsch vom Weserlager Höxter erklärt, wo für die Kampflegionen der Hinterhalt ab der Hellwegstation Brakel begann und vor dem Eggeaufstieg bei Borlinghausen endete während der dort abgekoppelte zivile Tross am Gradberg in die Hände der Cherusker überging. So wie es die Theorie dieses Internet Buches „Vom Sommerlager in den Untergang“ beschreibt. Sich die Beschaffenheit der Zugstrecke von der Weser bei Vlotho bis Oerlinghausen vor 2000 Jahren vorzustellen lassen die Naturräume zu. Heute noch bestehende Wald- oder Sumpfregionen waren früher umfänglicher, Flüsse und Gebirgsrücken bedeuteten Hindernisse und konnten sich für einen Hinterhalt als begünstigend erweisen. Der ab dem Menkhauser Bachtal nach Norden führende Marschweg was auch für die umgekehrte Richtung galt, suchte sich die bestbegehbarste Trasse vermied ungünstiges Terrain und ist nachvollziehbar. Der historische Handelsweg auch Diet – bzw. Heerweg genannt führte über die "Alte Vlothoer Straße" zwischen Bad Salzuflen und Vlotho die sich noch durch Hohlwegbündel erkennbar macht was auch für eine prähistorische bzw. römerzeitliche Nutzung spricht. Insgesamt ist es eine Landschaft die sich nicht durch imposante, schroffe bzw. augenfällige Strukturen verdächtig macht die man hätte für einen Hinterhalt nutzen können. Möchte man den Verlauf rekonstruieren dann bietet das Gelände keine herausragenden Hinterhaltqualitäten und die, die Zugstrecke kreuzenden Flüsse Bega und Werre hätten als Hindernisse in den antiken Schriften erwähnt sein sollen. Insgesamt betrachtet war es eine überschaubare Naturkulisse in der sich keine Engpass ähnlichen Strukturen erkennen lassen in die man die Legionen hätte locken können, sodass erst der Einstieg in den TW nahe Oerlinghausen Geländeformationen bot die es den Germanen ermöglicht hätten erfolgversprechend über die Marschkolonne herzufallen. Überlegungen die in Betracht zu ziehen sind und zu dem Schluss führt, dass Menkhauser Lager nicht mit dem Stempel „Varusverdächtig“ versehen zu können. Ungeachtet der Theorie spricht die Entdeckung des Menkhauser Lagers für die Existenz weiterer Marschlager einschließlich des gesuchten Aliso wobei die Entfernung nach Paderborn etwa 27 km bzw. nach Anreppen etwa 23 km einer Tagesmarschetappe gleich kommt und der Paderborner Ortsteil Elsen immer noch verlockend klingt. Aber auch wenn das Menkhauser Lager im Zuge der Schlacht zu keiner Bedeutung gelangte, es wurde immer doppelseitig genutzt, gleich ob man von der Lippe aus kommend an die Weser wollte, oder es auf dem Rückweg aufsuchte. Germanicus kämpfte gegen die Angrivarier in der Region Minden/Rinteln deren Einflussbereiche um diese Zeit schon südlicher reichten, sodass damals Vlotho ein Grenzort zwischen ihnen und den Brukterer gewesen sein könnte und möchte man der Theorie folgen, dass die Westfalen ein Nachfolgevolk dieser Brukterer waren, dann kämpfte Karl der Große gegen die "Westfalaos" in der gleichen Region während sich die cheruskischen Stammesgebiete erst östlich anschlossen. Die Trasse zwischen Vlotho und Oerlinghausen hätte sich demnach in Gänze auf die Wohngebiete der Brukterer konzentriert, sodass die Gefechte gegen Varus abseits der Cherusker statt fanden was gegen alle Annahmen spräche die man mit dem Varusereignis verbindet. So kann man zu dem Resümee gelangen, dass sich hinter dem Menkhauser Lager vieles verborgen haben könnte aber ein Zusammenhang mit der Varuskatastrophe nicht herstellbar ist.
(18.05.2026)
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Dienstag, 17. März 2026
Die Wohngebiete der Cherusker und Hastfalen deckten sich.
ulrich leyhe, 12:11h
Nach den Spuren Ausschau zu halten, die das verstreute Volk der Cherusker historisch insbesondere in Ostfalen aber auch in anderen Regionen Europas hinterließ setzt komplexe Herangehensweisen voraus und steht immer in engem Verhältnis zu den seinerzeit vor allem westlich von ihnen siedelnden Völkerschaften wie etwa den Brukterer. Das die Angrivarier sie im Verbund mit den Chamaven im 1. nachchristlichen Jahrhundert angegriffen haben, soll der Germania des Tacitus Kapitel 33 zufolge an ihrem Übermut gelegen haben, während beide Stämme es aber auch auf das Beute machen abgesehen haben sollen. So klingt es wie eine in dieser Zeit nicht unübliche Stammesfehde aus der sich aber keine grundlegenden Wohnsitzverlagerungen ableiten lassen. Zudem bleibt unklar inwieweit sie Widerstand leisteten, ob sich an den Kämpfen die Bewohner aller von Brukterer besiedelten Gaue beteiligten, oder ob es die Angrivarier nur auf die Sippen der führenden Fürsten in einzelnen Gauen abgesehen hatten. Dieser Hinweis bildete jedoch den Grundstein dafür anzunehmen, dass sich die nördlich des Wiehengebirges siedelnden Angrivarier schon nach Süden zu orientieren begannen, bevor eine Epoche ihren Anfang nahm, die als Völkerwanderung bezeichnet wird. Der Geschichtsverlauf kennt Prozesse die zu einer schlagartigen Veränderung in der Zusammensetzung einer Bevölkerung führten aber auch jene, die sich schleichend vollzogen. Wenn auch nur lückig, so waren Territorien nie unbesiedelt und häufig kam es auch zu Gegenbewegungen indem sich verdrängte Völker ihre einstigen Wohngebiete zurück eroberten. Dieser Anmerkung der es gelang sich einen Platz in der Geschichtsschreibung zu sichern macht die Auswirkungen die man in neuerer Zeit meinte dahinter erkennen zu können nicht unbedingt glaubwürdiger. Tacitus kommentierte zwiespältig in dem er zum einen das germanische Wesen verklärte zum anderen aber bedauerte, dass Tiberius die Bemühungen Germanien zu erobern nicht weiter verfolgte, sodass Zwistigkeiten innerhalb der germanischen Welt Balsam für seine Seele gewesen sein könnten. So passt es auch nicht zu der Überlieferung, dass die Brukterer völlig aufgerieben worden sein sollen und wird daher als übertrieben gewertet. Die Forschung tut sich seit jeher schwer den germanischen Stämmen ihre Siedlungsgebiete zuzuweisen was sich insbesondere auf die rheinnahen Völker bezieht die im Sog des römischen Einflusses lebten. So basierten all unsere Lokalisierungsbemühungen auf den oft voneinander abweichenden und mageren Vorgaben römischer Historiker und Geographen, sodass man dazu überging die Wissenslücken mit teils vagen Vermutungen zu schließen. Jede im Umlauf befindliche Verbreitungskarte basiert daher zwangsläufig auf Unabwägbarkeiten und ist abhängig von der Sichtweise ihres Erschaffers. Das Eingrenzen des Siedlungsgebiet der Brukterer ist speziell, da sich ihr Dialektraum im Gegensatz zum Ostfälischen der Cherusker weniger scharf abzeichnet. Auf Basis unseres Geschichtsverständnisses besiedelten sie eine umfängliche Region die nordöstlich des Niederrhein an der mittleren Ems begann, Raum zum Rhein für benachbarte Stämme ließ, das Münsterland umfasste und in seiner Breite bis zu den äußersten Brukterer an die obere Lippe reichte. Da inmitten dieses Gebietes der Höhenrücken des Teutoburger Waldes verläuft deutet dies daraufhin, dass sie auch in den Gebieten zwischen dem Teutoburger Wald und dem Wiehengebirge lebten. Damit wären sie das südliche Nachbarvolk der nördlich des Wiehengebirges siedelnden Angrivari (lat.), aber auch der Chasuari (lat.) und Chamavi (lat.) und das westliche Nachbarvolk der Cherusci (lat.) gewesen, während sich südlich von ihnen die Stammesgebiete der Sigambri, Tencteri, Usipetes bzw. Marsi (lat.) anschlossen die sich weder geographisch noch ethnisch isolieren lassen und nur im Dialektischen Spuren hinterlassen haben könnten. Bezogen auf die Brukterer geht die Forschung davon aus, dass sie aufgrund der in der Konsequenz jedoch als historisch zweifelhaft bezeichneten Auseinandersetzung mit den Angrivariern in die Regionen südlich der Lippe ausgewichen sein sollen. Sollte es sich so zugetragen haben, dann müsste man ihnen dialektisch betrachtet die südlich der Lippe vorherrschende heutige südwestwestfälische Mundart zuschreiben. Wahrscheinlicher scheint aber, dass der ab der Lippe nördlich verbreitete Münsterländische Dialekt der durch den Fluss eine deutliche Abgrenzung erfährt in seiner Urform die originäre Sprache der Brukterer war und es über die Jahrhunderte, die entsprechenden Lautwandel berücksichtigt, blieb. Somit ließe sich anhand von Dialekt und historischer Bewertung die Behauptung aufstellen, dass sich der Prozess der die Angrivarier südlich des Wiehengebirges zu Engern machte nicht auf den westlichen Teil des Münsterlandes südlich des Teutoburger Waldes auswirkte. Folglich hätte sich die Südexpansion der Angrivarier nur auf den östlichen Teil des Münsterlandes ausgewirkt. Eine Theorie die die Dialektgrenze zwischen dem „Münsterländisch der Brukterer „und dem „Ostwestfälisch der Angrivarier/Engern“ bestätigt und die die Nörrenberg Karte wieder gibt. Die Unmenge von Worten die sich auch im Münsterländischen Dialekt erhalten haben und denen ihre germanische Herkunft zu entnehmen ist symbolisieren den Bogenschlag in die Neuzeit, sodass diese Mundart als die regionale Nachfolgesprache jenes geographischen Raumes gilt den die Brukterer einst besiedelten. Gleiches gilt für die ostwestfälische Mundart in der sich aufgrund der angrivarischen Zuwanderung insbesondere im Grenzbereich zum Ostfälischen naheliegenderweise südniedersächsische Merkmale finden lassen. Die Vermischung der Mundart Traditionen in den Regionen in die die Engern einwanderten führte nach dieser Theorie zur Entstehung des Ostwestfälischen während sich westlich davon das Münsterländische und östlich davon das Ostfälische entwickelte. Obwohl die angrivarischen Zuwanderungen auch zu Machtverschiebungen geführt haben dürften, lassen sich keine Anzeichen finden die darauf hindeuten, dass das Alltagsleben unter engrischer Dominanz litt. Es ist zu erwarten, dass es von Seiten der Engern Ansprüche gab eigene Gaufürsten zu stellen man wird aber auch Gaufürsten der Brukterer akzeptiert haben. Eine Bewegung die sich in ähnlicher Weise auch in den östlichen Regionen gab, die vor ihrer Einwanderung von Cheruskern besiedelt waren. Allesamt waren es Gebiete in denen die Dialektik der alt eingesessenen Bewohner überlebte und dem Druck der neuen Spracheinflüsse aus dem Norden stand hielten, sodass sie sich noch heute zu Forschungszwecken heran ziehen lassen um Rückschlüsse auf die einstigen Machtverhältnisse zu ziehen bzw. Einflusszonen zu definieren. Trotz engrischer Siedlungspräsenz darf man von einer Mischbevölkerung ausgehen in der jedoch die „Brukterer Falen“ als auch die „Cherusker Falen“ für die Franken unauffällig blieben und historisch ein Schattendasein führten während die Engern die keine Falen waren für einige Jahrhunderte zum Namensgeber des Landes avancierten. Der Theorie folgend, dass die Egge in germanischen Zeiten Cherusker und Brukterer, das Wiehengebirge die Angrivarier von den Brukterer und ein Damm die Angrivarier von den Cheruskern schied behielten die Übergangszonen in dialektischer Hinsicht ihre trennende Wirkung und haben sie bis heute nicht verloren. So erhielten sich die Sprachgrenzen zwischen der West- und Ostfalai bis heute wobei man die engrische Mundart als Brücke versteht. Es verdeutlicht, dass die Angrivarier in ein geschlossenes von Brukterer und Cherusker besiedeltes "Falenland" einbrachen, es trennten bzw. durchschnitten bis sie sich im Integrationsprozess vermischten und sich ihre Spuren nur noch im ostwestfälischen erkennbar machen. Dazu passt auch die Überlegung, dass man das lippische Platt, einen akut vom Aussterben bedrohten Dialekt der ab den Externsteinen nahe Horn bis an die Weser gesprochen wird, als ein mundartliches Relikt der „Angarier“ im Sinne einer urangrivarischen Sprachinsel bezeichnen könnte. Eine Altsprache die sich nach Süden hin nicht mehr durch setzte und aufgrund einer schwächeren Besiedelungsintensität ihre Kraft verlor. Hinweise die sich mithilfe der Historie wie sie die fränkischen Chroniken hinterlassen haben ergänzen lassen. Und während auf die Franken die Engern wie der militante Teil unter der gegnerischen Streitmacht wirkte, behielt ein großer Teil der Bevölkerung seine fälische Natur bei. Und als die Karolinger 772 und 775 in die fälisch/engrischen Landschaften einfielen schien es aus Sicht der Franken so, als ob sich ihnen immer nur Engern entgegen stellen würden. Und obwohl der fälische Kriegeranteil nicht unerheblich gewesen sein dürfte so fanden sie aufgrund engrischer Dominanz in den Annalen keine Erwähnung und die Eresburg die von Karl dem Großen mehrfach erobert werden musste wurde wie überliefert folgerichtig auch nur von Engern und nicht von Falen verteidigt. Und so waren es sowohl unter der Brunsburg als auch anlässlich der Geiselstellung, die vermutlich in bzw. bei Herstelle erfolgte auch wieder nur Engern mit denen sie es zu tun bekamen. Was bei der Lektüre der fränkischen Chroniken auffällt ist, dass von Sachsen als Gegnern keine Rede war. In der Konsequenz allerdings logisch, da die Franken in den Sachsen nur ein über alle stehendes Feindbild sehen wollten, so wie sie es für ihre Innenpolitik brauchten um die Notwendigkeit von Feldzüge zu begründen. Das die Franken die Falen gegenüber den Engern untergewichteten dürfte auch an ihrer Unkenntnis gelegen haben nicht zu wissen, welches Volk oder welcher Stamm ihnen gerade gegenüber trat. Sie standen wechselnden Stammesführern gegenüber und wähnten sich obwohl sie 775 in engrischen Landen kämpften nicht in Engern, sondern wie es die Chronik berichtet unter der Volksgruppe der „Westfalaos“. Sie erkannten folglich kaum ab welcher Landmarke sie die Westfalai verließen und ab wann sie sich innerhalb eines von Engern dominierten Territorium bewegten bzw. in der Folge wann sie das Stammesgebiet der „Osterludi“ betraten, sodass man dazu aus den Chroniken keine territorialen Hinweise erwarten darf. Lediglich die Kapitulation der „Osterludi“ denen man schon keine Stammeszugehörigkeit mehr zubilligen wollte und über die die fränkischen Reichsannalen im Jahre 775 und später die corvey`schen Aufzeichnungen berichten liefern Anhaltspunkte über ein Volk das man äußerst knapp nur „Ostleute“ nannte um Ansatzweise zu versuchen ihre äußeren Grenzen abzutasten. Auf Basis der ostfälischen Dialektik die sich auch heute immer noch in einem Streifen links der Weser bemerkbar macht, sich aber in den letzten Jahrhunderten nach Osten zurück gezogen hat darf voraus gesetzt werden, dass sich außer dem Mischvolk der Engern und Falen auch die Ostfalen an den Kämpfen unter der Brunsburg beteiligt hatten zumal ihr Stammesgebiet zu Zeiten der fränkischen Eroberungen auf dem rechten Weserufer begann. Neben historischen, dialektischen oder geographischen Hinweisen auf die einstigen Wohnsitze der Völker lassen sich noch schwache Spuren in den Stilen der Bauernhäuser finden und obwohl das Querdielenhaus im Gegensatz zum niedersächsischen Vierständer Längsdielen bzw. Hallenhaus ein prägender Haustyp für die ostfälische Kulturlandschaft ist, so liefern die wenigen noch existenten Gebäude mit ihren unterschiedlichen Bauweisen bzw. ihrem Giebelschmuck zwar keine stichhaltigen Hinweise auf die Wohngebiete jener Menschen die sie einst prägten aber das Querdielenhaus scheint für Ostfalen charakteristisch gewesen zu sein. So bleibt festzuhalten, dass alle Bemühungen sich eine Vorstellung über die Ausdehnung des Falenlandes zu machen deren Bewohner man bereits in antiken Zeiten den Namen „Falaisii“ gegeben haben könnte, nahezu einzig auf der Dialektkunde fußen. So wirkte die „Ostfalai“ an ihrem östlichen Ende im 8. Jahrhundert wie ein vom engrischen Stammesgebiet an den Rand gedrücktes, abgelegenes und politisch bedeutungslos gewordenes Terrain und es war kaum vorstellbar mit welcher Vehemenz diese Region nach dem Zusammenfall des Frankenreiches die Kraft zum Aufbau des „Sacrum Imperium Romanum“ nahm. Eine isolierte Region über die sich nach den Römerkriegen eine lange historische Ruhedecke ausgebreitet hat, die sich erst im Zuge der fränkischen Machtausdehnung allmählich hob. Das man sich aber in Ostfalen immer schon zu wehren wusste ist einem Relief zu entnehmen, das auf einer in Hornhausen gefundenen Steinplatte zu sehen ist und einen Reiter samt Lanze zeigt deren Entstehungszeit man im 7. Jahrhundert vermutet und bei dem es sich wohl um einen „Osterludi“ gehandelt haben dürfte. Nach den Jahren militärischer Gewalt begann sich der sächsische Adel mit den neuen Machthabern zu arrangieren und den schlichten Ostfalen half die ihnen eigene stoische Gelassenheit um die fränkische Oberhoheit und das missionarische Treiben zu ertragen. Unter Ludwig dem Frommen entspannte sich die karolingische Zwangsherrschaft und mit Liudolf dem ersten Herzog von Ostsachsen besser gesagt Ostfalen der aus der Region Gandersheim stammte und Großvater des Sachsenkönigs Heinrich war, der nur 40 Jahre nach dem Ende der Sachsenkriege geboren wurde vollzog sich eine Wende. Auf der Ostfalen Karte sticht der größte Verwaltungsbezirk mit Namen „Astfala Gau“ hervor dessen Entstehungsgeschichte sich unmittelbar mit dem Volk der Falen in Verbindung bringen lässt. Die Vorsilbe „Ast“ hält die Forschung wie selbstverständlich für die Himmelsrichtung „Ost“ und das nicht nur, weil es die fränkische Reichschronik so hinterließ oder der Franke Einhard es 775 die „Ostfalai“, also das im Osten liegende Falenland so nannte, sondern auch weil es ab dem 5. Jhdt. In der nach Südengland eingewanderten Schriftsprache als „East“ erhalten hat wo man daher Ostfalen auch heute noch „Eastphalia“ nennt, eben weil es am östlichen Ende des Falenlandes liegt. Da diese Theorie nahe liegt stellte man auch nicht infrage, dass Ast für Ost steht obwohl die germanischen Namen für „ost“ „austa bzw. austra“ lauten. Das sich ein Ostfalen, obwohl es sich am östlichen Rand befand nicht unbedingt mit der Silbe „Ast“ verträgt erfordert das Anstellen neuer Überlegungen wie dieser. Die Cherusker besiedelten ein vorteilhaftes Gebiet deren kontinentale Lage im Sinne einer West/Ost Achse den Wunsch des Imperiums verständlich macht dieses aus ihrer Sicht rückständige Germanenvolk in ein Vertragsverhältnis zu überführen in dem man ihm ein vergiftetes Bündnis anbot. Die in den Köpfen der römischen Elite wachsende Vorstellung einer kaiserlichen Provinz „Medium Germaniae“ die einen gesicherten Durchzugkorridor nach Osten garantiert hätte wäre auch für jene Fraktion eine lukrative Vorstellung gewesen, die innerhalb des cheruskischen Fürstenhauses dem Imperium positiv gegenüber stand. Es war der Kreis um den mächtigen Segestes dessen Residenz sich möglicherweise nahe Salzderheiden an dem Ort befand, wo später der Liudolfinger Sachsenkönig Heinrich seinem Hobby Singvögel zu fangen nachgegangen sein soll, wo ein eisenzeitlicher Ringwall aus dieser Epoche nachgewiesen wurde und wo sich die Örtlichkeit mit dem Zugkorridor von Germanicus 15 + deckt. Sein somit zentraler Fürstensitz auf der Vogelsburg am bedeutsamen Leineübergang von dem aus er den Suilberg – Morunga - Leine – Ritti und Lis Gau sowie das südliche Harzvorland hätte beherrschen können machte seine Sippe einflussreich. Folgt man dieser Theorie, dann hätten sich diese Gaue unter einem starken Anführer eine Distanz zu den nördlichen Siedlungsgebieten der Cherusker ihre Eigenständigkeit bewahrt waren autark und konnten sich bis ins frühen Mittelalter erhalten und sich mit einer engrischen Zugehörigkeit vielleicht auch Abhängigkeit besser arrangieren. Und das, obwohl auch in diesen Gauen bis heute der ostfälische und nicht der ostwestfälische Dialekt vorherrschend ist. Es wäre eine Erklärung dafür, warum diese abseitig gelegenen Gaue südwestlich des Harzes und östlich der Weser zum Stammesgebiet der Engern gehörten. Wir kennen die vielen Namen der anderen Gaufürsten oder Sippenältesten nicht, denn die Cherusker wurden nicht allein von Segimer bzw. Arminius oder Segestes geführt. Die Namen der Männer die möglicherweise einem schon damals existierenden Gudin – oder Densi Gau vorstanden hat uns die Geschichtsschreibung verschwiegen. In den entscheidenden Zeiten vor der Varusschlacht waren zweifellos alle Augen auf die Sippe des in Ostfalen residierenden Segimerclans gerichtet dessen Jungspross Arminius die Geschicke erst kurz vor Ausbruch der Varusschlacht in die Hand nehmen konnte, da er in Pannonien gebunden war. Ungeachtet des cheruskischen Hauptortes Hildesheim könnte er seinen Fürstensitz am sensiblen Weserübergang in Fürstenberg vis a vis von Höxter an der Weser gehabt haben. Einer neuralgischen Route am Hellweg die die späteren Falen 775 heftig verteidigen mussten. So regierte der von den Römerkriegen besonders betroffene Stammesteil östlich ab der Egge und beanspruchte auch den westlich gelegenen Nethegau, sodass auch auf ihren Schultern die Hauptlast des Verteidigungskrieges und die damit verbundene Verantwortung ruhte. Obwohl uns die Varusschlacht oft wie ein Akt spontaner Raserei bis zur Willkürlichkeit und gespickt mit einer Verkettung von Zufälligkeiten vermittelt wird, ganz so wie man sich das Verhalten unserer Vorfahren gerne in Erinnerung ruft, so dürften die Vorbereitungen nicht ohne eine kampferfahrene Führungsspitze abgelaufen sein. Dies setzt ein Zentrum voraus wo Absprachen statt fanden und die Geburtsstunde der Strategie schlug und sich sicherlich nicht im Quartier des römischen Feldherrn befand. Es lässt sich auf die germanische Stammestradition zurück leiten, dass man sich in Kriegszeiten auf einen gemeinsamen Anführer verständigte der von allen anderen akzeptiert, ihnen vor stand und im Sinne eines Her - zogs fungierend vor ihnen her zog bzw. das Heer hinter sich her zog. Ableitend vom althochdeutschen Wort Furisto gleich Fürst im Sinne von der Vörderste darf man im besagten Fürstenberg, dass sich im Jahre 1350 Vorstenberch nannte und sich nur wenige Kilometer südöstlich von Corvey nahe der Weserfurt befindet den Stammessitz des Segimerclans vermuten. So könnte dies der Ort gewesen sein, wo einst in Sichtweise zum „römischen Weserufer“ die Fäden zusammen liefen. Da uns die exakten Konturen der cheruskischen Stammesgebiete aus Germanenzeiten unbekannt sind lässt sich auch ihr Verbleib innerhalb des fälischen Volksverbundes kartographisch selbst unter Heranziehung vieler Mosaiksteine nur schwerlich aufspüren wenn nicht die Sprachunterschiede auf Basis der Dialekte gute Hinweise liefern würden. Anhaltspunkte die jedoch immer dürftiger werden soweit die Zeit voran schreitet. Geschichtliche Überlieferungen oftmals verborgen in Nebensätzen oder unscheinbaren Dorfchroniken offenbaren die vergangenen Machtzentren und damit auch die Territorien über die man einst herrschte und sich für die Zuordnung nutzen lässt. Namen geographischer Natur, verschollene Ortsname oder einstige Flurbezeichnungen wie Falen, Phalen oder Valen lassen sich der Literatur entnehmen. Bezeichnungen aus denen keine Himmelsrichtungen wie Ost oder West sprechen. Aber auch Familiennamen die aus diesen Namen hervor gingen sind weit verbreitet und lassen sich heute noch in jedem Telefonverzeichnis in zahlreichen Schreibweisen finden. Sie sind zahlreich und lauten mal Fahle, Vahl, von Vahl, Vahland, Vahlberg, Vahlbrock, Vahlbruch, Vahlbusch, Vahldieck, aber auch Vahldiek, Vahle, Vahlen, Vahlert, Vahlhaus, Vahlke, Vahlmann, Vahlefeld, Fahl, Fahland, Fählandt, Fahlbusch, Fahldieck, Fahlen, Fahlenbock, Fahlenbrach, Fahling, Fählinger oder Fahlkamp. Aber ihr Urprung ist immer noch gut erkennbar, lässt sich aus der onomastischen Forschungslandschaft nicht tilgen, ermuntert immer wieder zu neuen Überlegungen und scheint allgegenwärtig zu sein. Verbreitete Worte deren Ursprünge sich vermehrt in West- Ostfalen und Ostwestfalen finden lassen. Jenes Ostwestfalen, das sich über das ganze Mittelalter bis fasst in die Neuzeit unter dem Mantel Engern verbirgt aber den fälischen Bevölkerungsanteil in sich trägt. Das politisch durch den angrivarischen Zuzug entstandene Engern genannte Land, das ohne ihre Einwanderung das Land der Falen geblieben wäre. Ein einst unter Brukterer und Cherusker Einfluss stehendes Territorium, in der Mitte zwischen Ost - und Westfalen, samt einem Hastfalen, das die Forschung schlechterdings meinte immer nur in Verbindung mit den Himmelsrichtungen sehen zu können, obwohl sich ihre Bewohner der älteren Schreibweise folgend Hastfalen und nicht Ostfalen nannten. Mittig ist ein geläufige Bezeichnung und so kennt man auch nicht nur ein West-, ein Nord-, ein Süd- oder ein Ostdeutschland, sondern auch noch den Begriff eines Mitteldeutschland, wie es noch im „Mitteldeutschen Rundfunk“ zum Ausdruck kommt. Von Italien kennen wir ein Mittelitalien oder eben ein „Italia centrale oder Centro Italia“. Und so lebte auch damals schon der Mitte zwischen West - und Ostfalen eine Bevölkerung die einstmals zusammen hielt um sich gegen die römische Besatzung zur Wehr zu setzen um später unter fränkischer Ägide endgültig den Weg in die stammesgeschichtliche Bedeutungslosigkeit fortzusetzen. Und hätte uns die römische Literatur nicht so vieles überliefert, dann wären auch die Cherusker in Gänze unserem Namensgedächtnis entschwunden und wir hätten von ihrer Existenz nie erfahren. Möchte man versuchen diese These zu untermauern geraten bei der „Falenhypothese“ immer wieder die alten Namen längst vergangener Zeiten ins Blickfeld, werden auf die eine oder andere Art in die Gegenwart gezerrt und in ihre Bestandteile zerlegt. Man stöbert die verdächtigen Ortsnamen durch, stößt auf den einen oder anderen Hinweis und versucht alles miteinander in Verbindung zu bringen. Es lassen sich aber noch weitere Bezugspunkte und Anknüpfungsstellen finden, die den Verdacht erhärten, dass die Ostfalen und Teile der ostwestfälischen Bevölkerung die Nachfahren der Cherusker waren. An dieser Suche beteiligen sich im Gegensatz zu den anerkannten Forschungsstätten bevorzugt jene Historiker, die sich auf Privatinitiative hin aus unterschiedlichen Beweggründen wie auch der Verfasser die Aufgabe gestellt haben diesen Teil der Forschungslandschaft nicht der Vergessenheit preis geben zu wollen. Befragt man aktuell den offiziellen Stand der Forschung via KI, dann bekommt man die Antwort „Ja, die Falen (Westfalen und Ostfalen) waren wahrscheinlich ein Teil der Cherusker. Es wird vermutet, dass sich der Name "Falen" im Laufe der Zeit aus dem Stammesverband der Cherusker herausgebildet hat und das sie im 4. Jahrhundert in den Sachsen aufgegangen sind, dabei aber eine Sonderstellung unter diesem Namen bei behielten“. Man sollte sich also nicht damit abfinden, dass bislang alle zaghaften Anläufe in wiederkehrender Regelmäßigkeit dort verharren besser gesagt scheitern, wo ihnen die sich nur schwer zum Reden bringen lassende Historie die schroffe Mauer der Ratlosigkeit aufgebaut hat. Die literarisch bewiesene Existenz der Cherusker war immer schon der Antrieb und forderte die „modernen“ Falen heraus nach ihren einstigen Traditionen und Wurzeln zu forschen und so versuchte man sich auf diesem Wege auch der Frage nach der Varusschlacht anzunähern. Die „Acta Eruditorum“ eine 1682 gegründete Gelehrtenzeitschrift war die wichtigste in der damaligen Zeit. Sie berichtet in ihrer Ausgabe von 1741 von der kleinen Ortschaft Alferde. Sie liegt 5 Kilometer nordwestlich der Poppenburg und wurde früher Alecfurdi oder Alacfurd genannt. Sie erwähnt aber im Umkreis davon auch einen Ort mit dem Namen „vicus falini inclytus“. Inclytus steht für einen glorreichen bzw. berühmten Ort mit großer Vergangenheit der zwar einen Bezug zum Namen Falen verrät aber keine Erklärung hinterlässt was ihn so bedeutsam gemacht hat. Einzig, dass Falini dem lateinischen Wort Fallimini und damit dem Verb „Fallere“ nahe steht macht ihn interessant, denn im Imperativ I ist „Fallimini“ die mögliche Langform von „Falini“ und steht somit im passiven Sinne als Mehrzahl gegenüber der Einzahl „Fallere“. Damit wird es zum Mosaikstein bzw. zum Verdachtsfall und möchte man es im Sinne dieser Theorie deuten, dann war es ein Ort der den Falen ihren Ruhm verdankt. Es war aber auch ein Dorf in der Region um die Poppenburg und die Hallerburg und es könnte sich vermutlich dabei schon um einen cheruskisch/fälischen Grenzort zum westlich angrenzenden Angivarien bzw. Engern gehandelt haben. Zu erwähnen ist, dass sich in dieser Gegend, man könnte sagen noch ein Widerstandsnest gegen die fränkische Obrigkeit befand. Eine Landschaft in der man sich mit ihr nicht arrangieren wollte und auch ihre Verwaltungszentren in Form der Meierhöfe ablehnte weshalb in Ostwestfalen der Name Meier auch nicht in der üblichen Dichte auftritt. Und zwischen der im „Valen Gau“ liegenden fälischen Poppenburg und dem heutigen Ort Irmenseul liegen nur 21 Kilometer. Dazu steuert uns eine Überlieferung einen Hinweis aus dem Jahr 1590 zu demnach dort Westfalen und Sachsen einen letzten Versuch unternommen haben sollen um den Transport eines Marmorsäulenfragmentes nach Hildesheim zu verhindern. Ein Säulenelement, dass sich im Boden der Reichsabtei Corvey befand bauzeitlich aber früheren Datums war, sodass es die frühmittelalterliche Bevölkerung fälschlicherweise für die Irminsul hielt die jedoch aus Holz war. Und wie es für diese Region auch bezeichnend ist wurden, da sie dort nicht siedelten in diesem Zusammenhang auch keine Engern mit diesem Raubversuch in Verbindung gebracht. Im Kontext der Analyse stellt sich auch die Frage nach dem Namen des „Gau Valen“ bzw. warum man das Wort einmal mit „F“ und einmal mit „V“ schrieb. In Westfalen betont man bewusst und aus innerer Überzeugung bzw. Tradition heraus den Konsonanten „V“ stärker etwa so wie es beim Wort „Veltin“ deutlich wird. So wird deutlich, dass „V - Worte“ aus älterer Zeit stammten. Da die Geschichte der Schrift noch in den Anfängen steckte und mündliches erst noch verschriftet werden wollte ist anzunehmen, dass sich die Verwendung des „V“ gegenüber dem „F“ auf frühere Traditionen stützt, daher aber für die Forschung interessanter ist, als Worte die mit „F“ beginnen. So ist es auch immer noch für einen “Falen“ unmöglich und nahezu verpönt das „V“, wie es häufig in Süddeutschland geschieht wie ein „W“ auszusprechen, sodass sich ein Fale sofort zur Korrektur heraus gefordert fühlt. Und dann spricht er das „V“ auch prägnanter und mit besonderen Betonung, aber letztlich doch wie wie ein „F“ aus um den Unterschied in der Aussprache klar zu stellen. So nutzte man demnach für den kleinen Gau Valen auch noch das ältere „V“ während man die Großprovinz „Ast bzw. Hastfala Gau“ schon mit neuerem „f“ schrieb. Da auch der Name Cherusker seine griechische Wurzel nicht verhehlt und die Kontakte über ihre keltischen Nachbarn im Süden in den östlichen Teil der antiken Welt intensiver waren als in den Römischen. Man stand der griechischen Region und damit dem Buchstaben „V“ der seinen Ursprung im griechischen Alphabet hat näher, sodass dieser Buchstabe auch noch lange gegenüber dem lateinischen „F“ bevorzugt wurde, bis sich das „F“ durchzusetzen begann. Obwohl wie angenommen der Name Falen mit Bezug zu den „Fallere“ römisch/lateinischen Ursprungs war zeigt sich am „Gau Valen“ wie nahe man noch zum „V“ stand. Mit der Zuwanderung von Saxones und Angrivari in die Wohngebiete der südlichen Anrainervölker von denen einige Stämme im Zuge der so genannten Völkerwanderung in den Westen abwanderten vergingen auch die germanischen Völkernamen aus dieser Zeit und die einstigen Stammesgrenzen verschoben sich und passten sich den folgenden Bedürfnissen an. Bevölkerungsgruppen die sich nicht an den Auswanderungen beteiligten und blieben in ihren ursprünglichen Landschaften sesshaft. Im Betrachtungsraum gilt dies für das Land der Falen, das sich wie ein breiter Gürtel ab der Rheinregion bis an die Elbe erstreckte und das die Franken in Gänze „Falaos“ nannten. Der Mittelteil erhielt den Namen der angrivarischen Zuwanderer, aber es entstand kein Landstrich der sich nach dem Namen der Saxones benannte bzw. den man explizit diesem Volksstamm widmete was ihn verschwommen erscheinen lässt. Sowohl Saxones als auch Angrivari stießen auf die Ansiedlungen jener Völker, die ihre Wohngebiete in den Jahrhunderten davor nicht verlassen hatten und wollten und es entstand eine Bevölkerung die sich im Kern sowohl ihre seit Jahrhunderten entwickelten Traditionen in sprachlicher und kultureller Hinsicht bewahrt hatten aber die Einflüsse der Zuwanderer aus dem Norden aufnahmen. Aber nicht nur der Gau Valen, der Gau Valedungon oder der Großgau Astfala dessen autochthoner Name Hastfala Gau lautete bestätigen das Fortbestehen der Cherusker unter ihrem neuen fränkischen Sammelnamen Falaos“. Aus Urkunden über Schenkungen an die Kirche aus der Zeit des 9. bis zu Beginn des 11. lassen sich die Namen weiterer Behausungen entnehmen die erkennen lassen, dass auch kleinere Ansiedlungen von Falen bewohnt und existiert haben und zwar auch dort, wo sich später die Engern ausbreiteten. So etwa das in früheren Zeiten zur Wüstung gewordene Dorf „Falahus“ im einst cheruskischen Nethegau folglich auf der linken Weserseite unweit der Weserfurt und nahe den heutigen Orten Ottbergen und Bruchhausen gelegen. Etwa 8 Kilometer nördlich davon bei Ovenhausen, dass sich damals ebenfalls in einem cheruskischen Gau links der Weser befand und den Namen „Auganagavvi“ trug ist ein Gut mit Namen Valahuson bzw. Valhusen einschließlich eines Fallhauser Born überliefert. Abweichend von der Kernregion aber immer noch im Betrachtungsraum befand sich etwa 5 Kilometer südöstlich von Bad Arolsen ein Dorf, dass noch heute unter dem Namen Vahlhausen weiter lebt, in älteren Aufzeichnungen schon als Hof bezeichnet wird und sich einst auch Falhusen, Falahusun, bzw. Falhuson bzw. Valahusun nannte. Obwohl im Norden liegend ist ein weiteres Vahlhausen mit ähnlicher Namenstradition in der Region Wildeshausen überliefert und bei Detmold befand sich ein Ducatu Falhon sowie das heutige Vahlhausen, das sich im 12. Jhdt vermutlich aus Nortvalchusen und Nortvalehusen bzw. Valehusen zusammen setzte. Bei Berel im einstigen Astfala Gau etwa 17 Kilometer östlich von Hildesheim existierte eine Wüstung mit dem Namen Vahlem bzw. Falen oder Vahlen. Ebenso wird ein Vahlhausen beim 35 Kilometer westlich von Paderborn befindlichen Wadersloh genannt. Eine weitere Wüstung ist das 1088 erwähnte Falahuson bzw. Falahusen, das sich nahe dem Kloster Gehrden inmitten des Nethegau befand, ein Ort zwischen Fölsen und dem ebenfalls nicht mehr existenten Haberhausen. Ein Waldgebiet mit Namen Fahlenbruch befindet sich zwischen Frohn- und Schweckhausen in dem sich der Theorie nach das erste Lager des Feldherrn Varus befand, ein Vahlbruch 16 km nördlich von Höxter und des Weiteren ein Vahlhaus bei Gütersloh sowie ein Vahlhausen bei Bad Meinberg. Bekannt ist auch eine Flurbezeichnung mit Namen „Fahlhauser Feld“ wie aus einer im Dringenberger Heimatmuseum innerhalb der Burg Dringenberg gezeigten Parzellenkarte hervor geht. Es befand sich in unmittelbarer Nähe zum Ort Dringenberg im Nethegau gelegen wo sich vermutlich einst ebenfalls eine Dorf - oder Gehöft Wüstung mit Namen Fahlhausen befand. Es grenzt an eine Flurbezeichnung die den Namen „Falsche Feld“ trägt. Das deutsche Wort „falsch“ dem bekanntlich das lateinische Wort „Fallere“ zugrunde liegt. Im Verlauf der Spätantike als sich die vormaligen Kleinstrukturen auflösten setzte sich in nachgermanischen Zeiten befördert durch fränkische Einflussnahme für die Großregion der bislang fremde gewesene Gesamtname Falen durch, der in der Schriftform auch zu Valen wurde. Er wurde gebräuchlicher und fasste schrittweise Fuß, sodass diese Orte bzw. Wüstungen als Hinweise dafür gewertet werden, dass die sesshafte Bevölkerung ihn zeitgemäß auch für Dorfneugründungen bzw. Ansiedlungen in jenen Gegenden verwendete, in denen die Nachfahren sowohl der Brukterer als auch der Cherusker nun gemeinsam mit den Engern lebten. Vermutlich tat man es um sich gegenüber ihnen als den Falen zugehörig zu erkennen zu geben und sich vielleicht sogar abgrenzen wollte. So erwähnen die Traditionen auch noch ein „Valaburgun“, das etwa 17 Kilometer südwestlich von Hildesheim zwischen Gronau und Banteln lag. Eine Ansiedlung in der Nähe von Hallerburg und Poppenburg wo sich die Gaue Scotelingo, Astfala und Valothungo befinden den Schutz der Leine nutzten. Das aus diversen Einzelgauen bestehende Ostfalen grenzte sich hier von Engern ab und befand sich zudem an einem weiteren strategisch bedeutsamen Hellweg nämlich dem „Vor dem Santforde“ der vom Niederrhein über Minden nach Hildesheim und über die Leine nach Mitteldeutschland führte. Die Recherche lässt erkennen, dass man sich den Namen Falen nicht nur gab um ihn mit politischen Grenzziehungen in Verbindung zu bringen, sondern er auch Eingang in die dörflichen Wohnverhältnisse fand. Wir können nicht erwarten, dass sich aus einer schriftlosen Zeit Ortsnamen aus germanischer Zeit erhalten haben, die dann möglichst noch einen cheruskischen Ursprung verraten. Im fälischen Boden stieß man auf zahlreiche Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs ihrer einst germanischen Vorbesiedler und entdeckte auch zur Genüge römische Hinterlassenschaften die sich dem ersten nachchristlichen Jahrhundert zuordnen lassen, sodass an einer Besiedlungskontinuität keine Zweifel bestehen. Bis auf den Namenswechsel den viele germanischen Stämme über sich ergehen lassen mussten bestätigt die Analyse das Verbreitungsgebiet der sich Falen nennenden Bewohner, dass mit den Wohngebieten der Cherusker weitgehend deckungsgleich ist. Aufgrund der Plausibilität dieser Theorie möchte sich der Verfasser nicht mit weiteren etymologischen Ansätzen zur Herkunft des Namens „Falen“ auseinander setzen . Dazu gehört die Überlegung es mit der fahlen Haut seiner Bewohner in Verbindung zu bringen oder seinen Ursprung im altnordischen Wort Falah für flach suchen möchte, es im Sinne von Feld verstehen will oder im Zusammenhang mit dem Fällen eines Baumes. Auch der Gedanke „Falen“ hätte eine Verbindung zum lateinischen Wort Vallum für Wall, Pfahl oder Pfahlwerk bzw. Vallus für Zaun oder Palisade wird hier nicht weiter verfolgt. Als eine so genannte wahrscheinliche Theorie rückt man die Ebenen der Weserauen in den Vordergrund, da es sich dabei um flache Landschaft handelt verkennt aber die Höhenlagen. Falen aber auch Engern erlitten im Zusammenhang mit der karolingischen Zwangsherrschaft bittere Jahrzehnte in dem große Teile ihrer Bevölkerung in andere Regionen umgesiedelt wurden um sie von ihrem einstigen Territorium zu isolieren, wovon aber noch die Rede sein wird. Beispielgebend soll hier nur auf die Wüstung Falheim bei Frickhofen/Limburg hingewiesen werden.
(17.03.2026)
(17.03.2026)
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Mittwoch, 18. Februar 2026
Der Gau der Hastfalen.
ulrich leyhe, 23:26h
Hildesheim im Westen des „Hastfalagowe“ gelegen und rund 80 km Luftlinie vom „Prima Vari castra“ entfernt, dass sich dieser Theorie folgend bei Schweckhausen im Nethegau befand wirft Fragen auf stärkt aber die Annahme, dass sich den Legionen nur die Bewohner der Region entgegen stellten für die sich das Kampfgebiet in erreichbarer Nähe befand. Unmittelbar Betroffene die aber ausreichten um Varus mit seinen Legionen, die Tiberius zuvor in ihrer Sollstärke reduziert hatte, besiegen zu können. Die Distanz kann aber auch verdeutlichen, dass die im Süden des Stammesgebietes lebenden Cherusker maßgeblich von den benachbarten Chatten, Marsern bzw. Sigambrer unterstützt wurden. Springt man ins frühe Mittelalter um Spuren zu finden mit denen sich bestätigen lässt, dass vor den Hastfalen die Cherusker die Region bewohnten, dann muss man es auch aus der Sicht der Franken betrachten, da nur sie die Geschehnisse verschrifteten. Man darf annehmen, dass vieles an Wissen um die historischen Zusammenhänge zwischen Antike und frühem Mittelalter in den Gelehrtenstuben der fränkischen Hauptstädte bekannt war und auch, dass die im Ostfrankenreich des Lateinischen mächtigen Mönche im 9. Jahrhundert im Reichskloster Corvey wesentliche ihre Region betreffende Details aus den Zeiten der Römerherrschaft den Tacitus Annalen entnehmen konnten. Es drang jedoch nicht in die unbelesenen Schichten der einfachen Bevölkerung vor und für die Ziele der karolingischen Oberschicht besser gesagt der Soldateska war es ohnehin unerheblich, da man der Gefahr aus dem Osten endlich Herr werden wollte. Christlicherseits waren die Prioritäten, die in dem festen Bewusstsein ruhten dem richtigen Glauben zu dienen, gesetzt. Als man sich in der Renaissance nach der Wiederentdeckung der Tacitus Annalen begann für das Varusschlachtfeld zu interessieren geschah dies aus unterschiedlichen Motiven heraus, aber nicht um wissen zu wollen, wo denn die Nachfahren der einstigen Cherusker abgeblieben sein könnten. Denn während Italien nur daran interessiert war dem Trend der Zeit folgend in den Besitz antiker Werke zu gelangen war das Thema im nachmittelalterlichen „teutschen Reich“ dazu geeignet in Arminius eine Identifikationsperson für ein neues nationales Bewusstsein zu sehen. Obwohl aus dieser Zeit zahlreiche Theorien über die Örtlichkeit der Varusschlacht im Umlauf waren, lässt sich das Geschehen auf die Region beziehen die sich Ostfalen nennt. Zu Beginn der Renaissance mag es noch befremdlich gewirkt haben, aber zum Ende hin war sich die Forschung darin einig das Ostfalen auch das Heimatland der Cherusker gewesen sein musste und das in dieser Dialektregion auch heute noch der eine oder andere Mensch lebt, dessen Blutlinie sich in die vorchristliche Zeit zurück verfolgen lässt, sodass man andere Hypothesen verwerfen kann, da sich ihnen keine historische Plausibilität entnehmen lässt. Unlösbar ist es dem Wesen und Verhalten der Cherusker, das uns ihre Taten verrieten Rückschlüsse auf die den Ostfalen eigene Mentalität zu schließen, sodass die Suche nach den Parallelen auf anderen Feldern aufzunehmen ist. Was bleibt ist Dank der Mundartforschung zumindest die Möglichkeit das einstige Siedlungsgebiet der Cherusker auf diese Weise umreißen zu können. Eine Methodik auf Basis dialektischer Untersuchungen die erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts angewendet wurde und erste Impulse lieferte mit denen sich die Außengrenzen eines Ostfalenlandes offenbaren um sich in der Folge auch mit dem Volk dahinter näher zu befassen. Unbeabsichtigt aber parallel dazu nahm auch das Interesse zu sich mit dem Verbleib der Cherusker zu beschäftigen. Es scheiterte aber daran, dass sich keine passende Erklärung für das Wort „Falen“ finden ließ um eine plausible Verbindung herstellen zu können. Ein Wort gleich einem Vermächtnis aus einer anderen Welt, das man unter der germanischen Bevölkerung vermutlich kannte, es aber selten anwendete, es vermied es auf sich zu beziehen, geschweige denn das man imstande gewesen wäre es verschriften zu können. Mit der Ersterwähnung „Westfalai“ im Jahr 775 betrat gleichzeitig auch die „Ostfalai“ den Boden unseres geographisches Vorstellungsvermögens. Damit öffnete sich ein weiter Horizont der nicht nur mit der Frage beginnt wo das „Westfalai“ genannte Siedlungsgebiet einst im Westen begann, sondern auch wo es im Osten endete. Grob lässt sich sagen, dass die Westfalai da endete wo das Territorium der Angrivariern die im Verlauf der Geschichte zu Engern wurden begann. Ähnlich verhält es sich mit der Region der „Ostfalai“, deren westliche Grenze sich am östlichen Ende des engrischen Einflussgebiet der Engern befand. Grenzen bilden immer Überschneidungszonen wirken wie halb offene Nahtstellen und werden auf dialektischem Wege dort deutlich, wo Flussläufe oder Gebirgsketten die Menschen voneinander trennen. Im Betrachtungsraum ist es das Eggegebirge dem eine wichtige Bedeutung für das westlich der Weser beginnende Siedlungsgebiet der Cherusker zukommt, da es die westfälische Bucht schroff vom Nethegau abtrennt als auch die Weser während es im Osten die Leine, die Aller und die Oker ist. Im Süden ist es der Verlauf der Diemel während der Harz eine Sperrfunktion einnimmt. Auf der Suche nach den Außengrenzen der „Ostfalai“ die zu Ostfalen wurde sind diese geographischen Anhaltspunkte die dem Stammesgebiet der „Osterludi“ ihre Schranken in alle vier Himmelsrichtungen aufzeigen hilfreich. Ein Großraum der hätte es die Geschichte anders gewollt das Zeug für ein eigenes Bundesland gehabt hätte. Der große Siedlungsraum der Falen die in einem etwa 100 bis 200 Kilometer breiten Streifen zwischen Rhein und Elbe siedelten waren vom Volksstamm her betrachtet keine Sachsen. Ein Umstand den die fränkischen Chroniken wie im Kapitel „Wie die Falen zu ihrem Namen kamen“ bereits dargelegt wurde unterschlugen bzw. es aus frühen Quellen fälschlicherweise übernahmen. Was sich jedoch als erschwerend für die Suche nach den räumlichen Abgrenzungen des Ostfalenlandes erweist ist in erster Linie die Grenzziehung zu den Engern an seiner westlichen Seite. Jener germanische Großstamm der unter dem Namen Angrivarier bekannt geworden ist die sich später Engern nannten, die vermutlich bereits ab dem 3.Jahrhundert sukzessive in ein bis dato von Cheruskern aber auch von Brukterer besiedeltes Gebiet einwanderten und sich zwischen der „West – und Ostfalai“ neue Wohngebiete erschlossen. Das Volk der Angrivarii in ihrer ursprünglichen Heimat nördlich des Wiehengebirges stand den küstennah siedelnden Völkern insbesondere den Saxones sprachlich und räumlich näher als jenen keltisch und rheingermanischen geprägten Mischregionen südlich dieses Gebirgsrückens in die sie einwanderten. Es waren zum Rhein hin die Landschaften aus denen sich diverse Sippen unter anderem aus den Stämmen der Brukterer, Chamaver oder Tubanten lösten die von den römischen Quellen ab dem 3. Jahrhundert Franken genannt wurden, während zur Weser hin die Cherusker für sie Platz machten in dem sie sich nach Osten orientierten. Der Name Franken wurden zu einer Sammelbezeichnung für jene östlich des Rhein siedelnden Stämme die sich nach dem römischen Niedergang nicht mehr daran hindern ließen im Westen die Jahrhunderte lang bestehende Grenze zu überqueren. Für die im östlichen Teil sesshaft gebliebenen einstigen Germanen, die sich dem Frankenbund nicht angeschlossen hatten verschwand der Name Cherusker und es verfestigte sich ein Name der den antiken Traditionen folgte. Es war ein diffiziler geschichtsträchtiger Name der ihnen schon von Velleius Paterculus in die Wiege gelegt wurde in dem er in ihnen ein zum Lügen geborenes Geschlecht erkannte, dass sogar in Friedenszeiten auf der Suche nach List und Betrug war. Für die römische Gesellschaft waren die von den Germanen begangenen Wortbrüche, explizit der dem Varus zum Opfer fiel und den man mit der Verletzung der Treue gleichsetzte unverzeihlich und wurde zum Merkmal der barbarischen Völker. Der lateinische Ausdruck dafür lautet „fidem fallere“ und bedeutet in der Übersetzung die „untreuen Betrüger“. Für Domitius Ulpianus lud man eine schwere Schuld auf sich, wenn man das Vertrauen brach und er nannte es „Grave est fidem fallere“. Ein Begriff der zum Synonym wurde, im lateinischen „falsi“, der Endung des Genetivs Plural seinen schriftlichen Ausdruck fand und im Deutschen auch mit „die Falschen“ übersetzt wird. Ein Begriff aus dem die Bezeichnung Falen wurde die uns erstmals „Dank der Franken“ 775 schriftlich vor Augen kam. Die Franken die sich von den einstigen Stammesverbindungen und Zugehörigkeiten befreit hatten und damit alte Zwänge ablegten begannen nun sich von jenen zu entfernen die ihnen nicht nach Westen folgten, sich statt dessen im Falenbund zusammen schlossen, zu ihren Widersachern wurden und sie erstmals im 6. Jahrhundert angriff. Möglicherweise zeitgleich überschritten im Rücken der fränkischen westwärst gerichteten Abwanderungen die später Engern genannten Angrivarii das Wiehengebirge nach Süden. Eine kontinuierliche Völkerbewegung die sie in frei werdende Räume führte die nur noch lückig von Cheruskern und Bructerer besiedelt waren. Ein stetes Nachrücken der Angrivarii in dünner besiedelte Regionen, das den abgewanderten Stämmen die den Druck spürten nicht entging und fortan unter den Franken den Eindruck entstehen ließ in ihnen die neue Autorität im Osten sehen zu müssen. So vermischte sich bezugnehmend auf die Zusammensetzung der Bevölkerung zunehmend der Ursprungscharakter innerhalb der Bewohner und wich einer Mischkultur an dessen Basis sich weiterhin Teile jener Stämme behaupten konnten die nicht nach Westen abgedriftet waren und zu Mitsiedlern wurden. Auch nicht auszuschließen ist, dass es aus kultureller Sicht betrachtet unter den nördlich des Wiehengebirges und den südlich davon siedelnden Stämmen Animositäten gab und Abneigungen den Alltag bestimmten was zu Feindschaften und Konflikten führte und das Zusammenleben erschwerten. Der unter den Angrivarii gewachsene nordniedersächsische Dialekt stieß auf Siedlungsräume in denen noch die Dialektik der älteren Kulturen Bestand hatte was in Mischdialekte mündete die sich in der lippischen bzw. ostwestfälischen Mundart erhalten haben könnten. Ein Prozess dem auch die von Norden zugewanderten Saxones ausgesetzt waren die östlich der Angrivarii nach Süden drückten. Deren mundartlicher Einfluss endete jedoch deutlich an der ostfälischen Dialektgrenze, etwa einer Linie Nienburg/Celle und ließ kaum Mischdialekte entstehen. Daraus lässt sich schließen, dass die Saxones nicht so tief in den Süden vor rückten wie ihre westlichen Nachbarn die Angrivarii. Ihr Einfluss kam dort zum Stillstand wo sich vor ihnen die Landschaften ausbreiteten in denen man noch die Traditionen der Jasdorf Kultur pflegte und man auf Bewohner traf die sich vielleicht schon Cherusker nannten. Und obwohl der Einflussbereich der Saxones bereits nördlich von Hannover bzw. nordöstlich von Minden endete, sahen die Franken aufgrund ihrer über die Jahrhunderte gesammelten negativen Erfahrungen im Gegensatz zu den Angrivarii in ihnen die Hauptfeinde. Die Forschung im 19. Jahrhundert besaß nur vage Vorstellungen darüber wo sich die Siedlungsgebiete der aus den Cheruskern hervor gegangenen Ostfalen befanden. Die einstige Magna Germania war nach dem Niedergang Roms und dem Aufstieg der Franken zur Großmacht eine verhangene und geschichtsvergessene Region und was sich fernab vom Rheintal im Osten in der Spätantike bzw. in frühmittelalterlicher Zeit zutrug litt unter dem allgemeinen Mangel an Wissen. So fiel es der Falenforschung schwer sich einen historisch belastbaren Unterbau zu schaffen um sich dieser Aufgabe plausibel nähern zu können. Erst dank der Karolinger die im Zuge der Christianisierung ihren Machtbereich nach Osten erweitern und auch ihre weltlichen Vorstellungen durchdrücken wollten, fiel Licht in die Historie, sodass die Forschung auf Auswertbares zurück greifen konnte. Um die Außenmaße eines Ostfalen bzw. Cheruskien südlich von Sachsen bzw. Saxonien und östlich von Engern bzw. Angrivarien erstmals greifbar zu machen half die besagte Hildesheimer Diözesankarte der sich die frühen ostfälischen Gauabgrenzungen entnehmen lassen. Möglicherweise gab es nicht nur mündliche Hinweise, sondern auch frühe aber nicht überlieferte skizzenhafte Kartenwerke mit denen sich die Franken einen Überblick verschafften welche Wege sie zu gehen hatten. Hilfsmittel die selbst wenn sie erhalten wären keine Identifikation ermöglicht hätten. So blieb der Forschung nur eine Karte die Ostfalen im 10. Jahrhundert zeigt. Sie verdeutlicht, dass die Diözesen die Gaulandschaften aus vorchristlichen Zeiten als Basis nahmen und sich die früheren Landaufteilungen für ihre klerikale Arbeit zu nutze machten. So spiegelt die Diözesankarte den Zustand wider wie er sich nach den im 10. Jahrhundert längst zu Ende gegangenen angrivarisch/engrischen und saxonisch/sächsischen Besiedelungen zeigte. Folgt man der These Cheruskerland = Ostfalenland dann könnten anhand der Gaue in Verbindung mit der Dialektforschung die Rand - und Kerngebiete deutlich werden die einst von Cheruskern besiedelt wurden. Gaue deren Urzuschnitte aus vorchristlichen Zeiten stammten die aber im Zuge der diözesalen Neuordnung auch den klerikalen Interessen zu dienen hatten und ihnen untergeordnet wurden. Dies führte auch zu Abtretungen an benachbarte Diözesen und betraf insbesondere jene, die sich im Grenzbereich zu Engern befanden, obwohl man davon ausgehen darf, dass sie rechts der Weser mehrheitlich von Ostfalen besiedelt wurden. Da wie sich dialektisch nachweisen lässt keine saxonisch/sächsischen Gebietsansprüche erkennbar sind, die sich südlich einer Linie Nienburg/Celle bemerkbar machten erleichtert dies die Abgrenzung der Ostfalen Gaue nach Norden. So wird deutlich welche „Cherusker/Ostfalen“ Gaue der Diözese Hildesheim zugeordnet wurden und welche man den „Angrivarii/Engern“ Diözesen Minden, die damals noch existierte bzw. Paderborn angliederte. Trotzdem bleibt strittig, bzw. ist zu bezweifeln, dass sich in den Regionen rechts der Weser die Engern mit überwiegender Mehrheit etablieren konnten. Da dies gegen die dort vorherrschende ostfälische Dialektik spricht dürfte dies nicht im nennenswerten Umfang statt gefunden haben, sodass es andere Gründe dafür gegeben haben wird, dass man Gaue die sich rechts der Weser befanden den Engern Diözesen zuschlug. Möglicherweise wollte man die Diözese Hildesheim im Umfang reduzieren bzw. schwächen und entzog ihr aus politischen Motiven drei im Westen befindliche Gaue obwohl darin ostfälisch gesprochen wurde und gliederte sie entweder der nördlichen Diözese Minden oder dem Archidiakonat Paderborn an. Zu Paderborn, das in die alten Rechte der Abtei Corvey eintrat schlug man den streifenförmigen Augau der sich östlich zwischen Weser und Solling entlang zog, samt seinem Hinterland im Solling mit seiner bis heute ostfälisch sprechenden Bevölkerung. Und auch wenn in den beiden links der Weser befindlichen Gaulandschaften Marstem und Tilithi nur wenige Engern lebten, wie es auch dort der ostfälische Dialekt zum Ausdruck bringt, schloss man diese der „Engerndiözese“ Minden an. So wird deutlich, dass die auf der Karte für das Diözesan Hildesheim ausgewiesenen Gaubezirke um das 10. Jahrhundert einschließlich der drei abgetretenen Gaue gegenüber heute noch von weitaus mehr Menschen bewohnt wurden die den Nachfolgedialekt sprachen der auf der cheruskischen Vorbevölkerung fußt. Der „Astfala Gau“ um Hildesheim ist der flächenmäßig größte Gau auf der Diözesan Karte und was seinen Hauptort Hildesheim anbetrifft, so bestätigen der augusteische Tafelsilberfund von 1868 als auch der neuerliche Münzfund bei Borsum, das nur 7 km nordöstlich von Hildesheim liegt, dass dieser Ort über eine lange Geschichte verfügt. Der zu Germanenzeiten lebende und im Jahr 170 + verstorbene Geograph Claudius Ptolemäus überlieferte in seiner Weltkarte den lateinischen Namen Askalingion für eine germanische Siedlung die das Geodäsie Team um Andreas Kleinenberg und Prof. Lelgemann für Hildesheim am prähistorischen Hellweg gelegen halten. Ein Hinweis darauf welche zentrale Bedeutung Hildesheim schon in der Antike besaß. Obwohl Karl der Große zunächst Elze als Bischofssitz favorisierte rückte sein Sohn davon ab und entschied sich für Hildesheim da zu seiner Zeit sächsischer Einfluss zu wachsen begann und für sie Hildesheim mehr Bedeutung besaß. Hildesheim leitet sich vom althochdeutschen Wort "hildi" ab, das für "Kampf" oder "Schlacht" steht und auf eine kriegerische Vergangenheit hinweist. Hildesheim ein germanischer Handelsplatz in dem sich germanische Obrigkeit etabliert haben könnte die über weiter reichende Macht verfügte. Das der Begriff eines Falenvolkes den die Franken für die Menschen zwischen Wupper und Oker übernahmen und anwendeten stärkt den Verdacht, dass der nach den Falen benannte „Astfala Gau“ den einstigen Kerngau der Cherusker/Falen dargestellt hat. In welcher Epoche die im 10. Jahrhundert zu Papier gebrachten Gaulandschaften ihre Namen bekamen verrät die Geschichte nicht und es bleiben als Anhaltspunkte nur die Kenntnisse zu ihrer Ersterwähnung. Von den zwei Gauen die aus unbekannten Gründen der „Engerndiözese“ Minden statt der „Ostfalendiözese“ Hildesheim zugesprochenen wurden fand der Marstem Gau erstmals 532 Erwähnung, als dort der thüringische König Irmfried eine Niederlage gegen die Franken erlitt. In diesem Gau liegen die Hauptorte Barsinghausen und Wunsdorf in denen bezeichnenderweise ostfälisch und nicht nordniedersächsisch der Dialekt der Angrivarii/Engern gesprochen wird so wie es nördlich ab einer Grenze Nienburg/Celle der Fall ist. Und auch im zweiten, dem Tilithi Gau mit seinem Hauptort Hameln wird traditionell ostfälisch gesprochen wobei man rätselt, ob der Name nicht sogar keltischen Ursprungs gewesen sein könnte. So kann man davon ausgehen, dass diese Territorien nicht nur hauptsächlich von Ostfalen besiedelt wurden, sondern auch deren Vorfahren in diesen Gaudistrikten ansässig waren. Dem zur Diözese Hildesheim gehörenden „Astfala Gau“ seine Entstehungszeit zu entlocken rückt auf Basis der Falentheorie in den Bereich des Möglichen. In diesem Internet Buch wird urhebermäßig die Ansicht vertreten, dass die Bezeichnung Falen für die Menschen rechts des Rhein schon aus vorfränkischer Zeit stammte und daher auch die Bezeichnung „Astfala Gau“ nicht erst unter dem Einfluss der Franken entstand, sondern schon davor existierte. Die Wohnsitzverlagerungen von Völkern und Stämmen in der Kernphase zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert führten dazu, dass sesshaft Gebliebene an Substanz einbüßen was wieder andere Stämme animierte zuzuwandern. Im Norden und Westen des heutigen Deutschlands löste dies eine Zeit des Umbruchs aus in der sich die einstigen germanischen Stammesnamen begannen aufzulösen, man sich als Volk neu erfand und sich neue Formen der Zusammengehörigkeit ergaben. Die nach Westen abwandernden nahmen den Sprech der Rhein nahen Bevölkerung an und die von Norden zuwandernden Stämme eigneten sich die Dialekte der Bevölkerung an die südlich der Mittelgebirge lebten. Während nach Westen ziehende Stämme in kulturell höher stehende Regionen einwanderten blieb das soziale Gefüge bzw. Gefälle bei den Südwanderern überschaubar. Es war ein schleichender Prozess bis sich die Bewohner zwischen Wupper und Oker mit dem neuen Namen Falen zu arrangieren begannen, man ihn letztlich adaptierte und er zu ihrem Eigennamen avancierte. Auch die Menschen rechts der Weser gehörten, da sie am Komplott gegen Rom an vorderster Stelle standen zum Volk der Vertragsbrecher der „Fallere“. Und auch wenn den Falen nach den Jahrhunderten jegliches Bewusstsein dafür fehlte bzw. verloren ging welche Gründe hinter ihrem Volksnamen steckten und sie mit den „nicht fälischen“ Engern eine Volksgemeinschaft eingingen, waren sie die Urbevölkerung und dürften sich auch als solche verstanden haben. Sie begannen sich langsam mit dem Namen Falen zu identifizieren bis sich Gewohnheit einstellte, man von der neuen Identität nicht mehr abließ und es ihnen sogar gelang diesen Namen gegenüber dem Namen Engern bis in unsere Tage zu behaupten. Vergleichende Forschungen ergaben, dass sich im Gegensatz zum „Astfala Gau“ kein „Westfala Gau“ definieren lässt bzw. der pagus Boractra der Brukterer im pagus Westfalon aufging bzw. ihm entsprach. So war es bezugnehmend zur Himmelsrichtung für die frühe Geschichtsschreibung naheliegend der Region die Bezeichnung „Astfala Gau“ zu geben aus dem der Ostfalen Gau wurde. Aber die im „Astfala Gau“ ansässige Bevölkerung empfand sich zu keiner Zeit wie das östliche Anhängsel eines großen Falenlandes und so dürfte es für sie befremdlich gewesen sein sich von fränkischer Seite einen Namen für ihre Wohngebiete vorschreiben zu lassen in denen sie schon seit Jahrhunderten lebten, sich zwar inzwischen Falen, aber nie Astfalen nannten. Als Karl der Große im Jahre 775 als der Name „Westfalaos“ erstmals fiel den Westen der „Falai“ betrat schien der Umwandlungsprozess von den germanischen Altnamen hin zum neuen Völkerbund auch rechts des Rhein längst abgeschlossen gewesen zu sein. Und obwohl Ripuarien sich schon zu Beginn des 8. Jahrhunderts auch rechts des Rhein in den antiken Speckgürtel um Köln ausbreitete verspürte man mit der rechtsrheinischen Bevölkerung den „schälen Sigambrern“ nur noch wenig Verbundenheit bzw. Gemeinsamkeit. Der Name „Falaos“ explizit „Westfalaos“ hatte sich umgangssprachlich eingebürgert, aber der Mission stand noch die Großaufgabe bevor das gesamte Falenland in Diözesen aufzuteilen. Die Existenz eines „Westfalai“ irritierte die Geschichtsforschung und verführte dazu nach der dazugehörigen „Restfalai“ bzw. dem Pendant im Osten Ausschau zu halten. Sie fand sich schnell im Gegenüber, denn sie bot sich spiegelbildlich rechts der Weser im dort befindlichen „Astfala Gau“ an und wurde in der fränkischen Literatur als „Ostfalai“ bekannt.
Mit Hilfe der kleinen Gaulandschaften die sich um den großen „Astfala Gau“ gruppierten lässt sich zweifellos eine Erklärungskette aufbauen, um sich unter einem „Ast“ auch ein „Ost“ vorstellen zu können löst aber dennoch wie dargestellt Verwirrung aus. So war der größere „Astfala Gau“ mit seinem Hauptort Hildesheim die Seele der Region und die diversen kleineren Gaudistrikten die es umringt trugen auch ihre Eigennamen. Im 8. Jahrhundert hatten auch die Bewohner östlich der Weser längst ihre germanischen Stammesnamen aufgegeben und waren mit dem Namen Falen vertraut der sich in nachantiker Zeit verbreitet hatte und gaben daher auch dem größten Gau innerhalb ihres Siedlungsgebietes diesen Namen. Ihr Gau dem man die Silbe „Ast“ vorstellte und sie mit „Ost“ verband verfügte aber auch noch über einen anderen bzw. Zweitnamen. Denn eine aus voralthochdeutschen Zeiten stammende Bezeichnung nannte ihn nicht „Astfala Gau“, sondern „Hastfalagowe“. Obwohl das Wort „gowe“ erst in merowingisch - karolingischen Zeiten schriftlich nachweisbar ist darf man davon ausgehen, dass es bereits lange Zeit davor Bestandteil der Mundart war. Sowohl die Endsilbe „gowe“ als auch das „H“ am Wortanfang von „Hastfalagowe“ lassen einen weitaus älteren Ursprung als das zwischen 750 und 1050 + gesprochenen Althochdeutsche erkennen und bereits während der Ersten Lautverschiebung zwischen 1500 - und 500 + als sich das Urgermanische entwickelte entstand. Aber diesem „H“ könnte eine andere Bedeutung zugrunde liegen. Den Karolingern war die Dimension der von Falen besiedelten Landmasse bekannt und sie nannten im 8.Jahrhundert die im Osten liegende Landschaft naheliegenderweise „Ostphalai“ da es ihnen nach dem Einmarsch in die Westfalai plausibel erschien im westlichen Elbevorland auf die Menschen der Ostfalai zu treffen. Aber auch wenn das altsächsische Wort „eastern“ das auch in Astfala ruht an einen Bezug zur Himmelsrichtung „Ost“ denken lässt, so nannten sich die Bewohner des einstigen Cheruskerlandes nicht Ostfala und ihre Heimat auch nicht „Astfala“. Denn sie bewohnten das Land Fala und sie nannten sich die Hastfala. Den Völkern waren die Zwergennamen Vestri und Austri die für West und Ost bekannt die wir aus der Mythologie kennen und die Franken bedienten sich auch des Namens Austrasien für den östlichen Teil ihres Reiches und die Deutung des heutigen Ortes Asthall in Südengland das seinen Namen der angelsächsischen Geschichte verdankt und sich im frühen 11. Jhdt. „East Heolon“ nannte macht auch einen Bezug zum Osten deutlich, aber diesem Grundgedanken folgten nicht die Bewohner zwischen Weser und Oker, denn sie nannten ihren Gau „Hastfala“ und nicht “Eastfala Gau”. Auch empfanden sich die Menschen die das östliche Territorium eines großen Falenlandes besiedelten nicht einem fälischen Großstamm zugehörig Sie besaßen ihre Eigenständigkeit und sie verbanden ihre Wohngebiete auch nicht mit einer Himmelsrichtung die die Franken für sie ersannen und man kann ihnen auch wenn sich Franken und Falen sprachlich gut untereinander verständigen konnten keine Ostwestdefinition unterstellen. Da auch die Sprachforschung keine eindeutigen Hinweise liefert wonach sich die Vorsilbe „Hast“ die während der Ersten Lautverschiebung entstanden sein könnte, auf „Ost“ beziehen lässt, sollte die Silbe „Hast“ eine andere Bedeutung bzw. Entstehungsgeschichte, was Tradition und Vergangenheit anbelangt gehabt haben. Ein Blick ins Sprachgeschichtliche zeigt, dass im Altenglischen und demzufolge auch im Altsächsischen ein s Wort existiert das sich „haest“ scheibt. Es steht für ungestümes Verhalten bis hin zum Streit, während es im Altfranzösischen eine ähnlich Bedeutung hat und mit Gewalt bzw. Gewalttätigkeit in Verbindung gebracht wird. Hast und heftig bilden etymologische eine Einheit und so wird “hast” auch mit heftig in Verbindung gebracht. Der Griff einer Waffe, ob Schwert oder Speer nennt sich Heft und auch von dort geht eine heftige Handhabung aus. Die Begriffe “Haest” oder “Hast” im Zusammenhang mit “Hildi” spiegeln die zeitgenössische kriegerische Welt wider in der der Waffengebrauch alltäglich war und die Waffe stehts griffbereit zu liegen hatte. Hinter den Gaunamen die aus der um das Jahr 1000 entstandenen Hildesheimer Diözesan Einteilung hervorgehen stehen für das Wort Gau noch die Altkürzel "ga" oder "go" so darf man sie auch für die einst umrissenen germanischen Landschaften halten die wir heute Verwaltungsdistrikte nennen und die die Karte sichtbar werden lässt. Von größerem Forschungsinteresse sind zweifellos die Hauptnamen davor die allerdings nur wenig Aufschluss bzw. Auskunft über ihre einstigen Bewohner und deren Stammeszugehörigkeiten geben oder Erklärungen liefern in welcher germanischen bzw. frühmittelalterlichen Epoche man ihnen die diese Namen gab und warum. Mal trug ihr Umriss zur Namensbildung bei wie es beim "Schüsselchen Gau" Scotelingo der Fall war und als Schlötel heute noch im ostbergischen Dialekt gesprochen wird. Mal waren es die Salzvorkommen die zur Namensgebung beitrugen wie im Falle des "Saltgo". Aber bei den meisten Bezeichnungen liegen die Gründe im Dunklen und darüber welchen Stämmen oder Völkern sich die darin lebenden Menschen zugehörig fühlten bzw. welcher Gaufürst sie befehligte und wo dieser residierte geben die Namensbezeichnungen keine Auskunft. Die Völker standen in einem unsteten wechselnden Verhältnis zu ihren Wohngebieten. Darüber ob man sesshaft bleiben konnte bzw. sich zugereiste ansiedeln durften entschied der Gaufürst bzw. die unmittelbaren Lebensumstände, sodass sich nicht erkennen lässt welchem Stamm man sich zugehörig fühlte, sodass Zwist den Alltag mit bestimmte. Folglich ist nicht zu erwarten ist, dass man den Gaunamen Erklärungen im frühen politischen Sinne entnehmen könnte. Die Bezeichnungen "Hast" aber auch “Ast”, dem die Doppeldeutigkeit zum Osten anhängt haben in der Volkskunde unterschiedliche Bedeutungen. Stellt man das Wort “Hast” ins Femininum wird daraus “die Hast” und lässt sich mit der Hasta, dem Namen des langen Stoßspeeres, der Hauptkampfwaffe der frühen römischen Infanterie in Verbindung bringen. Was in Rom “die Hasta” war, war in Germanien der “Ger”. Der aus Schaft und Spitze bestehende “Ger” galt als die älteste Waffe der Menschheit und schon Cassius Dio schrieb, dass die “Ger - manen” sie erfolgreich in der Varusschlacht als Erstwaffe einsetzten als sie begannen die Legionen zu umstellen. Sie war vielseitig in dem man sie im Nahkampf als Stichwaffe einsetzte und ihre Bedeutung als Distanz- bzw. Wurfwaffe erst mit der Erfindung des Schießpulvers verlor. Die Urbezeichnung "Ger" ist im Aufbau deutscher Sprachentwicklung an vielen Stellen und nicht nur im Vogelnamen Gerfalke anzutreffen. Sie steckt in zahlreichen teilweise noch gebräuchlichen Eigennamen wie Gerbert = Ger-braht der Speerglänzende, Gerhard = Gerhart = der Speerkühne oder Gertrud. Als heilige Lanze war der Ger hoch geachtet und als ältestes Stück der Reichskleinodien gehörte er im Mittelalter zu den Insignien der Macht. Als die Germanen mit dem Imperium in Kontakt kamen lernten sie auch die lateinische Bezeichnung “Hasta” für den ihnen bekannten "Ger" kennen und jene Germanen die sich Rom als Hilfstruppen anboten stattete man nicht mit dem Ger, sondern mit der Hasta aus. Die sie trugen nannte man die Hastati und im Rang standen sie auf der untersten Ebene. In Germanien schnitzte man den Ger aus Eschenholz in althochdeutsch “asca”, wobei das Wort „Ascarius“ als lateinisch germanisches Mischwort überliefert ist und die Doppeldeutigkeit verrät. Der Ascarius ist auch als Eigenname im Sinne von der Eschenmann bzw. der Speerwerfende überliefert. Der Baum der im germanischen Glauben einen hohen Stellenwert besaß und uns in der Schreibweise „Eskerke“ = Eschenkirche begegnet worauf in einem vorigen Kapitel eingegangen wurde. Einem historischen Parzellenname der auf verborgene Weise auf einen möglichen Standort der Irminsul nahe Borlinghausen hinweist. Im Aufbau römischer Schlachtordnung standen die Hasta Träger in der ersten Kampfreihe und waren mit ihrer auch Lanze genannten Stoßwaffe jene Legionäre die sich dem Feind als erste im Sinne einer Speerspitze entgegen stellten. Zusammen mit dem Schwert bildeten sie später das Schreckensbild des fränkischen Panzerreiters. Nicht nur Arminius auch ausgediente einfache Söldner kehrten in ihre Heimatdörfer zurück, brachten Wissen und Sold mit und führten auch den ihnen von der römischen Kommandosprache bekannten Namen “Hasta” in Germanien ein. So wird man im frühen Mittelalter in Falen auch noch die aus antiken Zeiten stammende Bezeichnung Hasta gekannt und das ihnen attraktiver erscheinende Wort auch weiterhin angewendet haben. Die Überlegung basiert auf der Theorie, dass die Germanen ihrem Gau den Namen ihrer Hauptwaffe gaben der sie in zahlreichen Kampfeinsätzen für Rom Sieg und und ihren späteren Reichtum verdanken. Zu Zeiten der Kriege gegen Karl den Großen überwog das lateinische Wort "lancea" von dem sich der Name Lanze ableitet sich aber erst ab dem Mittelalter einzubürgern begann. Der romano/kelte Vortigern rief im 5. Jahrhundert Engern, Falen bzw. Sachsen zu Hilfe eine Zeit in der die Küstenstadt Hastings ihren angelsächsischen Namen bekam. Die etymologische Spur lässt sich zurück führen auf die Ansiedlung eines Mannes mit Namen Hæsta im Sinne von Hæstas Volk und es könnte sich bei ihm um einen bedeutsamen Speerwerfer bzw. “Eschenmann” gehandelt haben. Hæst wird auch mit stark übersetzt während Hastings mit "a" geschrieben wird, das die englische Zunge allerdings wie ein "ä" ausspricht. In diesem Zusammenhang ist aus der Geschichte der Angelsachsen der Historia Ecclesiastica von Orderic Vitalis der lateinische Satz ".....hastile ferreum intorquens in Edricum misit, sed ab illo praevisum et vitatum, in militem prope stantum peccavit adeo" überliefert, der übersetzt lautet: "...er schwang einen eisernen Speer nach Edric, doch da der den Angriff vorhersah und auswich, traf er einen in der Nähe stehenden Soldaten so sehr, dass er auch einen anderen verwundete". Aus der römischen Besatzungszeit war auch die Hasta im angelsächsischen Sprachraum unter dem Namen Hastile bekannt und man darf aber auch daraus schließen, dass er in den Herkunftsregionen der Stämme angewendet wurde von wo aus die Menschen einst nach Südengland ausgewandert sind. Eine Bezeichnung die demnach sowohl auf den britischen Inseln als auch auf dem europäischen Festland den Weg ins frühe vorkarolingische Mittelalter gefunden hat und die Hasta zum Inbegriff des Widerstandes wurde. Dem Rechnung tragend könnte ein Kernregion östlich der Weser nach ihr benannt worden sein. Ein Landstrich der sich seiner kämpferischen Vergangenheit bewusst war. Schon bevor den Franken die Macht über Falen entglitt war Hildesheim im Hastfalagau gelegen der zentrale Ort fälischer Macht rechts der Weser. Ekbert dem Einäugige regierte darin ab etwa 932 bis 994 während Tammo, der Bruder von Bischof Bernward von Hildesheim dem Gau von etwa 960 bis 1037 als Graf vorstand. Da es für den Begriff “Hastile” aber auch den Namen “Astile” gibt, der im Zusammen mit dem Schaft – Althochdeutsch scaft -, steht, stärkt dies sowohl den Verdacht als auch die Argumentation, dass der Astfala Gau nicht mit der Himmelsrichtung “Ost” in Verbindung gebracht werden kann und man davon abrücken kann. So war die Asta eine Zweitbezeichnung für die Hasta, ein Name der im Gegensatz zu den Falen die die Bezeichnung Lanze bevorzugten unter den Franken nicht in Gebrauch war, aber von den Falen östlich der Weser über die antiken Zeiten hinaus verwendet wurde. Sie benannten ihren Gau danach da sie sich als eine Gemeinschaft jener betrachteten, die sich mit der Hasta seit jeher zur Wehr gesetzt hatten und sich damit Respekt und Achtung verschafften. Da die Germanien etwa gegen Rom die offene Feldschlacht vermieden und andere Kampfmethoden als die mediterranen Völkern anwendeten könnte der Einsatzzweck den Unterschied zwischen Hasta und Ger gemacht haben. Denn während die “Hasta” bzw. “Asta” in der ersten Kampfreihe im römischen Militär als Stoßwaffe genutzt wurde war der “Ger” die traditionelle Distanzwaffe der Germanen mit der sie ihre Beute erlegten und demzufolge ihr Nahrungserwerb abhing, die sie aber im Kampf nicht verlieren durften. So hatten die “Auxiliar Germanen” da sich der Stil der Kriegsführung auch im Norden zu ändern begann den Wert der Hasta zu schätzen gelernt. Der Hastfala bzw. Astfalagau im Raum Hildesheim in dem die Hastakämpfer lebten war zweifellos der größte Gau der rechts der Weser siedelnden Falen und bildete den Kern- bzw. Hauptgau innerhalb der Diözesankarte. Über die Bedeutung des “Hastfalagau” und der darin ruhenden Silben Hast bzw. Ast die die Zeiten noch bis ins Bistum Hildesheim des Jahres 1000 überdauert hatten, wird man sich im Mittelalter keine Gedanken mehr gemacht haben. Als man der Landschaft vielleicht zwischen dem Ende der Germanenzeit und dem frühen Mittelalter, vielleicht auch schon davor ihren Namen gab der mit “Hast oder Ast” begann, standen die Menschen im Gegensatz zu heute der Antike noch um einige Jahrhunderte näher. Man verfügte noch über Erinnerungspotenzial aus jener Zeit und war sich über alle Epochen der Geschichte auch schon vor Beginn des fränkischen Einfalls immer der nötigen Wehrhaftigkeit und Abschreckung bewusst. Im Gedächtnis hatten sich vielleicht noch Erinnerungen an die Irminsul und deren einstige Bedeutung erhalten und man verfügte noch über vage Kenntnisse aus Vorzeiten die über die Sagenwelt weiter getragen wurden und aus Varus den Mann machten der aufgrund seiner Geburtskrankheit getragen werden musste aus dem sich der geflügelte Begriff Draka entwickelte. Es war die Gedenkstätte für Irmin der sich mit dem mit ihm verwandten Namen der Irmina von Oeren, der Ururgroßmutter Karls des Großen verbinden lässt. Selbstredend, dass sich unter diesem Namen kaum ein heidnischer Gott vorstellen lässt, denn dann hätte man die Vorfahrin von Karl nach einem heidnischen Gott benannt, eine unvorstellbare Freveltat die in der Zeit sicherlich nicht üblich war. Dem Missionseifer darf man folglich anlasten, eine Verbindung aufgebaut zu haben in dem man Irmin eine heidnisch spirituelle Bedeutung gab woraus die Franken die Berechtigung ableiteten die Gedenkstätte auslöschen zu müssen. Verknüpft man die Theorien, dann steht der Begriff "Hast" aus der Militärsprache auch für die Kontinuität einer Verteidigungsbereitschaft. Denn mit der "Hast" ließen sich Kampfkraft, Sieg, Ehre und Friede verbinden und das Anwenden dieser Symbolik stand nur der Region zu die sich das größte Verdienst am einstigen Erfolg erkämpft hatte. Man adelte damit einen Landstrich in dem ein Menschenschlag lebte der seine Kräfte immer schon bündeln musste um sich vor fremden Besatzern zu schützen. Und mit dem Hervorheben jener Waffe signalisierte man allen ihnen feindlich gesinnten Mächten ihre Wehrhaftigkeit. Mit diesen gedanklichen Dimensionen und Zeitsprüngen muss man sich auseinander setzen, wenn man die Beweggründe unserer Vorfahren für ihre Verhaltensweisen verstehen will. Über die Jahrhunderte betrachtet kam daher auch die Falenforschung nicht zur Ruhe und alle an sie erinnernden Ortsnamen wurden zum Verdachtsfall, ob sich dahinter keine etymologischen Spuren finden lassen könnten mit denen sich ein Bezug in die Antike herstellen lassen könnte. Die Geschichte wollte, dass uns einige Dokumente in Kartenform erhalten geblieben sind denen sich auf die Gaue bezogene politische Grenzziehungen entnehmen lassen. Da sich nach den Sachsenkriegen Grafen und Klerus die Verwaltung zuspielten bzw. teilten verwundert es nicht das derartige Kartenwerke nur in den Diözesen und Bistümern wie in diesem Fall in Hildesheim die Zeiten überdauert haben. Für die religiöse Betreuung der Bewohner hatte sich die Karte an den Verwaltungsgrenzen der einstigen germanischen Gaudistrikte zwischen Weser und Fuhse sowie Harz und Bardengau orientiert, die man auf Basis dieser Theorie als die charakteristischen „Cheruskergaue“ bezeichnen könnte. Die Hildesheimer Karte schloss jedoch jene Gaue aus, die man im Zuge der engrischen Zuwanderungen sprachlich und politisch voneinander getrennt wissen wollte und die daher den Diözesen und frühen Bistümern Minden bzw. Paderborn zugeteilt wurden. Sie verdeutlicht aber auch eine Abgrenzung zu den östlich, nördlich und südlich angrenzenden Völkern die sich eine Dialektik bewahrt hatten die nicht dem Ostfälischen entsprach. Die Karte umreißt eine Region in der sich im Kern eine isolierte Einwohnerschaft ihre Eigenständigkeit bewahrt hat die sich über die Gaunamen vage identifizieren lässt. Mit der Karte hat sich der Historiker Hermann Adolf Lüntzel auseinander gesetzt und dazu unter dem Titel „Die ältere Hildesheimer Diözese“ 1837 seine Forschungen veröffentlicht. Dabei hat er sich mit jedem Gau und den darin liegenden Orten akribisch auseinander gesetzt um sie den jeweiligen Gaulandschaften zuordnen zu können. Die frühmittelalterlichen Corveyer Traditionen bezeichnen den mit Abstand größten Gau mit dem Namen Astfala oder Hastfala Gau und man setzte ihn schon 990 mit einer “Provincia” gleich. Ein Gau der wegen des zentralen Ortes Hildesheim eine besondere Aufwertung erfuhr und ihn als Ducatu bezeichnete, da ihm ein Dux vorstand was einem Herzog gleich kommt. Im Zusammenhang mit den kleineren Gaudistrikten die auch Pago genannt wurden und ihn umgaben bzw. an seine Grenzen stießen erwähnen die Traditionen die Namen Valim, Falun, Falim, Falhen die sich auf diese Region konzentrieren. Diese werden sowohl als im großen „Astfala Ducatu“ liegend, als auch als Einzelgau bezeichnet, sodass man sich auf den Namen „Untergau“ verständigte. Der Astfala Gau umfasste etwa 2000 Quadratkilometer um Hildesheim und war das Herzstück der ostfälisch sprechenden Großregion womit sich auch die Anhäufung von Worten mit Bezug zum Ursprungswort “Fallere” bzw. Falen in den Chroniken erklärt die sich im ostfälischen Hastfalagau erhalten haben bzw. sich nachweisen lassen. Seit der Antike ist bekannt, dass das eigentliche Zentrum des Widerstandes erst ab der Weserregion begann und was auch den Franken bewusst war als sie ihren Eroberungszug begannen. So hielten sich dort die alten Namenstradition in Gestalt etymologischer Relikte wie etwa “Falhen” im Gegensatz zur Westfalai, wo sie sich nicht nachweisen lassen am längsten. Und so ist es zum Beispiel der frühere Ort Guddianstede, dass heutige Gadenstedt, das zwar als im Pago Falhen bzw. Falim befindlich erwähnt wird, das aber gleichzeitig auch als im “Astfala Gau” liegend bezeichnet wird. Sowohl Übertragung als auch Schreibweise der niederdeutschen Mundart lassen aber vermuten, dass hier immer nur ein und derselbe Untergau gemeint ist. Ein Falhen oder Falim Gau der innerhalb des Hastfala oder Astfala Gau lag und dem natürlich der Hinweis “östlich” fehlte. Möglicherweise hatte er ursprünglich mit ihm Konkuriert bis man sich entschloss der Region den Hauptnamen Ast - bzw. Hastfala Gau zu geben. Es war der größte, vermutlich auch der dominanteste und wohl auch der bevölkerungsreichste Gau um den sich die namentlich überlieferten Gaulandschaften deren Entstehungsgeschichten und Namenfindungen weit in die Vergangenheit zurück reichen gruppierten. In ihm lag geschützt vom Innerste Bergland Hildesheim das sich um 1000 Hildenesheim nannte und in dem der Name Hild ruht. Eine Region in der Widerstand zum Brauchtum gehörte was durch die Silbe Hild die für Schlacht steht unterstrichen wird. Es war der Name der berühmtesten Walküre und ist auch im Namen Brunhild enthalten. So war das Heim der Hild das Zentrum und es liegt nahe, dass sich dort alle cheruskischen Gaufürsten versammelt haben könnten wenn es galt Beschlüsse über Krieg und Frieden zu fassen. Obwohl man Karl nie Cäsar sondern nur Augustus nannte und er sich auch nicht, gaben die Karolinger dem verkehrsgünstig gelegenen Elze durch das man vermutlich schon 9 – den bei Scelerata verunglückten Drusus trug, das einen Marschtag von Römerlager Wilkenburg entfernt lag den kaiserlich klingenden Namen „Aula Caesaris“ und naheliegenderweise schon zu Cheruskerzeiten eine wichtige Funktion besaß. Im ostfälischen Ort Elze befand sich ein karolingischer Königshof und er war lagebedingt eng mit der antiken Tradition verbunden, befand sich links der Leine im Gudingau folglich westlich des Hastfala Gau, zählte mit Hildesheim zu den Hauptorten der Region und schirmte mit Burgstemmen den westlichen Zugang nach Hildesheim ab. Die Untergaue stützten den Hauptgau und ihnen standen unterschiedlich einflussreiche Fürsten oder Stammesälteste vor die in keiner Literatur festgehalten wurden, aber Arminius ihre Unterstützung zugesagt haben dürften. Der Hastfala Gau endete östlich im Einzugsbereich der Fuhse und grenzte an seiner Südseite an fünf Gaue, unmittelbar anschließend der Gau Scotelingen und Hildesheim im Hast bzw. Astfala Gau liegend zu einem Grenzort machte. In diesem Zusammenhang sind auch die im 1. und 2. Jahrhundert genannten Victofalen bzw. Victohali, die Thaiphalen bzw. Taifali, oder die Naharnavaler bzw. Naharvali zu erwähnen die im wandalischen Stammesverbund lebten, im östlichen Mitteleuropa und der Oderregion siedelten und im Kontext der Markomannenkriege erscheinen. Sowohl die zwischen dem Westen und dem Osten Germaniens liegende Distanz macht eine Namensverbindung unwahrscheinlich als auch die unterschiedlichen Schreibweisen der Endungen wie „hali“ „fali“ oder „vali“ verhindert es eine direkte Verbindung zu den Falen bzw. Phalen herzustellen, sodass man annehmen darf, dass sie anderen Sprachwurzeln entstammten. Hier wird die Spur des seit Cäsar gebräuchlichen lateinischen Namen „Fallere“ verfolgt, der für Hinterlist, Betrug und Täuschung steht und auf römischer Seite zum Schimpfwort für jene Germanen wurde die gegenüber dem Imperium ihr Wort brachen. Der um 17 + verstorbene Ovid formulierte seinerzeit was man unter „Fallere“ zu verstehen hat mit den Worten „der Gipfel der Treulosigkeit und des falschen Meineids“. Es wurde zu einem ausdrucksstarken Synonym war aber auch ein heimliches Eingeständnis des Versagens bzw. einer gescheiterten, da erfolglosen Germanenpolitik. Deprimierend und für viele beschämend wurde 16 + auf höchste kaiserliche Anweisung das Militär angewiesen alle Aktivitäten im germanischen Nordosten einzustellen. Ein Befehl der in der Armee Wut und Zorn auslöste dem man nur widerwillig folgte und dazu führte, dass man die Varuslegionen „post mortem“ zu den besten des Reiches erklärte die nur auf dem Weg des Verrats besiegbar waren. Tacitus brachte es unverständlich zum Ausdruck in dem er bedauerte, dass die Germanenkriege nicht nach 16 + wieder aufgenommen wurden, sodass man an die Dolchstoßlegende erinnert wird. Es wog schlimm, dass Rom hinter den Rhein zurück geworfen, dort verharren musste und keine Revanche mehr ausüben durfte. Unter Corbulo endete der den Legionen nach 16 + aufgezwungene „status quo“ und erst nach 30 Jahren kam es wieder zu einem Schlagabtausch den Tacitus schon damals herbei gesehnt hatte. Unter den Bewohnern in den römischen Niederlassungen am Rhein weckte es alte Erinnerungen denn wieder hatte man sich der Cherusker zu erwehren und es machte ihnen deutlich, dass der alte Feind im Osten immer noch präsent war, der dem Imperium schon in früheren Zeiten auf perfide Weise massiven Schaden zugefügt hatte. Das Wissen darum, dass man es immer noch mit diesen „Falsari“ also jenen Lügnern und Betrügern von einst zu tun hatte trug dazu bei, dass dieses Schimpfwort seine Berechtigung nicht verlieren konnte. Eine abwertende Bezeichnung für ihre Widersacher die sich zunächst nur innerhalb der Grenzen des Imperium einzubürgern begann und aus der später das Wort Falen“ wurde. Ein Begriff mit dem man seine Gegner verfluchte und sich ein gekränkter römischer Militärapparat Luft verschaffte der später zum Inbegriff für ein Feindesland wurde. Ein Identifikationsmerkmal mit dem man in antiken Zeiten begann ein ganzes Volk zu stigmatisieren weil es sich mit allen Mittel wehrte und nicht beherrscht werden wollte, sodass es sich letztlich in das Gedächtnis der nachfolgenden Generationen noch über die Weser hinaus eingrub. Auch wenn in späteren Jahrhunderten hinter dem Wort niemand mehr den einstigen Sinn erkennen konnte, oder den Grund wusste da über die Zeiten alle Spuren und Erinnerungen verwischt waren, so wurde dieser auch den Franken bekannte Makel behaftete Begriff zum Gebrauchswort, das dem rechtsrheinischen Volksmund in die Wiege gelegt war der es über die Zeiten bewahrte. Aber der nach den „Falsari“ in abgewandelter Form benannte Gau Falhen ragt wie eine Keimzelle deutlich aus dem größeren „Hastfala Gau“ heraus und bildete darin den Kern. Auch wenn sich dahinter nicht der ureigene Gau des Segimer Clans verbarg, der vermutlich im südlicher gelegenen Raum Höxter ansässig war, so könnte sich hier die starke Hausmacht des Mannes befunden haben den man in Rom Arminius nannte und den der Verfasser mit dem „germanischen“ Seyfrit gleichsetzt der später von rivalisierenden Sippen mit Gewalt abgesetzt worden sein soll. Jene Person die dem möglicherweise bei Einbeck residierenden Segestes seine Grenzen aufzeigte. Es war ein in Etappen statt findender, schleichender Prozess bis sich die auf lateinisch/romanischen Wurzeln beruhende Bezeichnung „Falen“ durchgesetzt hatte, sie in fränkischen Wortschatz überging und daraus eine frühmittelalterliche Sammelbezeichnung wurde die auch rechts des Rhein Verbreitung fand. Nachdem der Begriff Falen längst nicht mehr neu war, so fand er doch erst mit dem Einmarsch fränkischer Krieger ab 775 Eingang in die frühmittelalterliche Literatur, woraufhin es danach auch im „Falenland“ zu ersten Verschriftungsversuchen kam. Niederschriften die wie es die abweichenden Bezeichnungen hinsichtlich Schreibweise und früher Toponymik bzw. der Suche nach den passenden Buchstaben zeigen noch unbeholfen wirken. Die über einen längeren Zeitraum auf unterschiedliche Weise statt gefundene Namensadaption erschwerte auch das exakte räumliche Eingrenzen. So sind Worte mit Bezug zu „Falen“ vor der fränkischen Machtübernahme in der alten Magna Germania kaum datierfähig da sie im Alltäglichen noch nicht gebräuchlich bzw. darin nicht vorgedrungen waren. Da sich Falen wie sich erkennen lässt nicht als Engern verstanden was weniger umgekehrt der Fall ist, da Parzellen, Anwesen oder Gaue mit einen namentlichen Bezug zu den Engern nicht bekannt sind, spricht die Verwendung des Namens Falen in seinen unterschiedlichen Formen auch für die Theorie einer bewussten Abgrenzung zu den Engern. In dieser Anfangsphase findet sich auch eine Erklärung für den im „Astfala Gau“ befindlichen „Pago Falhen“, der was die auffällige Schreibweise unter Verwendung des darin befindlichen Buchstaben „h“ anzeigt älteren Datums gewesen sein dürfte. Er könnte damit in eine frühe Phase der Neuorientierung gefallen sein in der der Name Falen bzw. Falai für die im Osten lebende Bevölkerung noch gewöhnungsbedürftig war, geschweige denn das man sich in den wenigen Skriptorien sicher war wie man ihn denn zu Papier zu bringen hatte. So war zu erwarten, das sich unter den von Engern überlagerten Regionen westlich der Weser namentliche Bezüge zu den Falen finden lassen da sie dort ihre angestammten Siedlungsgebiete besaßen bevor die Engern von Norden hinzu stießen. Nach fränkischer Auffassung traf man in diesen Regionen auch nur auf Engern, da sich Falen ihnen gegenüber im Auftreten und in ihren Lebensgewohnheiten nicht mehr erkennbar machten und ihnen dialektische Unterschiede verborgen blieben bzw. für sie keine Bedeutung besaßen. Dies schließt aber nicht aus das es, auch wenn es keine belastbaren Dokumente gibt den Franken nicht sehr wohl bewusst gewesen sein könnte, dass sie es auch im engrischen Territorium immer noch mit den darin ursprünglich und immer noch alt eingesessenen Bewohnern zu tun hatten. Auf die Vorfahren der Engern jene Angrivarier, die sich aufgrund ihrer nördlich liegenden Siedlungsgebiete nicht an der verräterischen Varusschlacht beteiligt hatten wendete man möglicherweise schon in römischen Zeiten den Begriff „Fallere“ nicht an. Es war der Stamm der ihnen damals trotz der mit ihnen erfolgten Schlacht später half die 16 + schiffbrüchig geworden Legionäre wieder in ihre Heimat zurück führen zu können, ein Austausch der möglicherweise in Kalkriese einen unguten Ausgang nahm. An der Sonderlage hielten in der Folge auch die Franken fest und machten einen Unterschied zwischen Falen und Engern. Nicht auszuschließen auch, dass es die Engern aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit vermieden als Falen angesprochen zu werden als auch umgekehrt. Traditionell besaß man in Germanien ein ausgeprägtes Herkunft - und Zugehörigkeitsgefühl, pflegte zwar die Blutrache konnte aber wenn nötig Fälle von Mord und Totschlag auch auf materieller Basis schlichten um Frieden zu stiften, verstand sich als eine eingeschworene Sippe, kaum als Individuum und sah sich vielleicht noch nicht einmal einem übergeordneten Cheruskerstamm zugehörig, sondern zunächst dem jeweiligen Gauoberen verpflichtet, da man in unmittelbarer Abhängigkeit zu ihm stand. Man kämpfte in Sippenverbänden da man unter seinesgleichen sein wollte, aber dem für Krieg und Frieden zuständigen Gaufürst, der die Hundertschaft zusammen stellte und dem sie sich unterstellten folgte man wenn er zur Heeresfolge aufrief. Und auch wenn nach dem Imperium auch die Franken den Menschen in der Region östlich der Weser die einst von Cheruskern besiedelt war den Namen Falen gaben, weil sie diese für die „Ost - Falai“ und in ihnen keine "Angarier" sah, so fühlten sich diese „Osterliudi“ zu Beginn der Frankenherrschaft noch lange nicht als Falen und zögerten sich mit diesem Namen zu betiteln. Man darf davon ausgehen, dass man die Bezeichnung Falen nicht erst unter Karl Martell für die Menschen östlich des Rhein anwendete, sodass ihnen der Name auch nicht fremd war. Da sich die alten germanischen Stammesnamen im Zuge der Wanderbewegungen aus dem Bewusstsein der Menschen entfernt hatten, setzte im Wechsel der Generationen ein Gewöhnungsprozess ein und man begann sich mit der linksrheinisch/westlichen Redewendung zu arrangieren bis man sich letztlich damit identifizierte. Er erwies sich mit der Zeit als unabänderlich, war nicht mehr rückgängig zu machen, griff um sich, wurde zur Alltäglichkeit und Normalität bis daraus etwas Selbstverständliches wurde. Zu den auf der Diözesankarte abgebildeten ostfälischen Gauen die den einstigen Herrschaftsbereich der Cherusker widerspiegeln zählen der/die Flutwide, Molzbizi, Muthwide, Lera, Scotelingen, Valodungen, Amber, Aringo, Flenithi, Densi, Wikanauelde, Hretti und der Greni Gau. Hätten man unter der Karolingerherrschaft die westlich davon befindlichen Gaue in denen man wie sich Sprachhistorisch nachweisen lässt auch ostfälisch sprach nicht den „Engern Diözesen“ Minden und Paderborn zugesprochen, sondern sie bei der historisch zuständigen Diözese Hildesheim belassen, hätte sich das einst größere cheruskische Stammesgebiet in seinen ursprünglichen Dimensionen deutlicher abgezeichnet. Hermann Adolf Lüntzel hatte sich zu Beginn des 19. Jahrhundert mit der Verortung beschäftigt und versucht das heraus zu arbeiten was heutige Kartenwerken nur noch schwerlich leisten können. Probleme bereitete damals wie heute die in frühmittelalterlicher Zeit zu Papier gebrachte Schreibweise der überlieferten Ortsnamen, wenn man sie den dazugehörigen Gauen zuordnen möchte. Als man begann „Falen“ umgangssprachlich zu nutzen verwendete das Wort auch dafür um Territorien, Ansiedlungen, Flur- oder Orts- und natürlich auch um Gaunamen damit zu benennen. Worte für Falen die in der Frühphase in unterschiedlichen Schreibweisen wie Falhen, Vahlem, Valun bzw. Valem geschrieben wurden lassen sich in diversen alten Chroniken finden. Namen die die frühen Deutschen zunächst nur von der fränkischen Zunge übernahmen, die aber später wie autochthon wirkten begann man nun auch für sich zu beanspruchen. Die Sprache der Verwaltung machte ihn sich ihn zunutze und wer sich als den Falen zugehörig fühlte brachte damit vielleicht auch Stolz zum Ausdruck Fale zu sein. Im zwischen West- und Ostfalen liegenden Engern wo die Falen in der fränkischen Literatur ein Schattendasein führten vollzog sich dieser Prozess auf unterschwellige Weise. Während sich unter den Ostfalen das neue Bewusstsein aufgrund der regionalen Abgeschiedenheit im Gegensatz zu Westfalen später entwickelte, sie es sich dafür aber über die Jahrhunderte betrachtet bewahren konnten, hatte es unter den den Franken räumlich näher stehenden Westfalen einen anderen Stellenwert. Der Angleichungsprozess im Zuge engrischer Zuwanderung entwickelte sich nicht über Nacht, erstreckte sich über einen langen Zeitraum und führte daher auch zu keinen Verständigungsproblemen. Je nach dem wie unwirtlich sich die Lebensbedingungen für die Angrivarier nördlich des Wiehengebirges entwickelten was sie möglicherweise zur Abwanderung zwang bzw. Siedlungsland frei und verfügbar wurde und worin sie sich unterschiedlich verteilten, nutzten sie es und es stellte sich in den neuen Wohngebieten mit den Eingesessenen ein auskömmliches bzw. einvernehmliches Zusammenleben ein. Betrachtet man die Gaue im einzelnen, so sollte der Anteil fälischer Bewohner cheruskischen Ursprungs in den Paderborn und Minden zugeordneten Gauen konstant geblieben sein und auch wenn sich unter den Ostfalen engrische Spracheinflüsse auswirkten, so machte sie dies nicht zu Engern. In den den vorgenannten Diözesen zugeschlagenen Gauen westlich der Weser lebten Engern und Ostfalen das typische Leben in einem Grenzbereich, wobei der östlich und westlich der Weser befindliche Auguenser Gau in dem man nicht nur einen klassischen Cheruskergau sehen darf, sondern auch das varianische Sommerlager vermuten darf, charakteristisch ist. Aber auch im einstigen Cheruskerbecken um Steinheim machte sich der engrische Spracheinfluss bemerkbar was den ostfälischen Dialekt nach Osten verdrängte. Auf Basis unseres Wissenstandes der sich aus historischen Quellen erschließen lässt und in Verbindung mit der markanten Landschaftsstruktur der Egge wird erkennbar, dass in antiken Zeiten auch der westlich der Weser liegende Nethegau von Cheruskern besiedelt war, bevor sich durch den Zuzug der Angrivariern unbekannten Ausmaßes die Zusammensetzung Bevölkerungsanteile verschob. Erst am Rand des 1266 Suderland genannten Sauerlandes und im Bereich der Diemel an der Grenze zum Hessigau soll die engrische Einflussnahme geendet haben wobei der Warburger Dialekt immer noch stark ostfälisch geprägt ist. Es war vor allem die fruchtbare Warburger Börde innerhalb des Nethegaus in dem die Franken ihren Einfluss besonders deutlich werden ließen und die Territorien des sächsischen Hessengau und des fränkischen Hessengau schufen denen, da schwer begründbar wohl Macht politisches Kalkül zugrunde lag um die dort siedelnde unbotmäßige fälisch/engrische Bevölkerung im weltlichen und kirchlichen Sinne besser domestizieren zu können. Daraus spricht, das, dass administrative Umsetzen für die Karolinger eine „Heidenarbeit“ war und nur in Zusammenarbeit mit dem Klerus gelingen konnte. Das Bistum Paderborn unterstand nach seiner Gründung im 8. Jahrhundert durch Karl den Großen der Kirchenprovinz Mainz und ist heute Hauptort einer eigenen Kirchenprovinz während die Diözese Hildesheim dem Erzbischof von Mainz und die Diözese Minden dem Erzbischof von Köln unterstellt ist. Zur Strukturierung der Kirchensprengel dienten die überkommenen Gaue als Bezugsgröße und Orientierung und das Aufleben des Althergebrachten aus einst heidnischen Stammestraditionen stand bekanntlich unter Strafandrohung. Missionarisches wirken wurde begleitet von den Vorgaben Karls des Großen um im Zuge der Nachkriegsordnung das Entstehen neuer Gefahrenherde auszuschließen. Trotz gemeinsamer Interessen führten die Grenzziehungen zwischen den kirchlichen Provinzen und den weltlichen Territorien zu politischen Spannungen und waren daher nicht deckungsgleich. So wird man die gewachsene Bindungen der Stämme und Sippen untereinander sich Möglichkeit unterbrochen haben und schreckte dabei auch nicht vor dem Mittel der Zwangsumsiedlung zurück. Aber nicht nur das Grenzgebiet zwischen Engern und Ostfalen nordwestlich des Harzes auch das „cheruskische Erbe“ südwestlich davon stellte für die neuen Machthaber eine Herausforderung dar. Denn auch dort galt es mit Hilfe der diözesalen Zuordnungen sowohl die Einflusssphären zu wahren als auch darauf zu achten zukünftige Konfliktherde zu vermeiden. In diesem Sinne teilte man die Landschaften auf und isolierte sie sogar in dem man etwa den im Kern ostfälisch geprägten südlich gelegenen Leinegau, bzw. Lochne Gau schlug in dem die engrische Besiedlung keine sprachlichen Einflüsse hinterlassen hat und der der Diözese Hildesheim zugestanden hätte, der nördlich orientierten „Engerndiözese“ Minden zuschlug. Ein Muster vergleichbar mit dem der Diözese Minden zugeordneten Tilithi Gau in dem man ebenfalls ostfälisch sprach. Obwohl die klassischen ostfälischen Regionen der Diözese Hildesheim zugestanden hätten schien man sie zerpflücken zu wollen und schlug große Bereiche nicht nur den Bistümern Paderborn oder Minden zu. So machte auch das Erzbistums Mainz direkte Ansprüche geltend in dem es den ostfälischen Liesgau, den Rittigau den Suilber Gau, sowie den Gau Morunga beanspruchte. So wurden ostfälische Gaudistrikte auf Anordnung der Erzbistümer neu gegliedert, sodass die von der späteren Kartographie skizierten Grenzen mehr den politischen Zielen und Interessen entsprachen aber nicht die Realität ihrer Bewohner wider spiegelten. Die einst cheruskischen Kerngebiete nördlich des Harzes wo deren Dialekte ins ostfälische übergingen waren von der engrischen Zuwanderung nicht betroffen. Die Ausrichtung ihrer Gaue orientierte sich auch an den vom Harz ausgehenden Flussläufen wodurch sich Nordsüdstrukturen abzeichnen was ihren Zuschnitt beeinflusste. Vor dem Hintergrund der nicht unerheblichen Distanzen bis zum im Nethegau vermuteten Varusschlachtfeld ist infrage zu stellen, ob sich die nördlich des Astfala Gau befindlichen Gaue noch zum Herrschaftsgebiet der Cherusker rechnen lassen, oder ob nahe dem Bardengau bereits elbgermanische Machtverhältnisse griffen bzw. diese Stämme auch nicht an dieser Schlacht teilnahmen. Der östlich an den Astfala Gau angrenzende schmale aber etwa 60 km lange Lier – auch Lera genannte Gau basierte auf der landschaftlich vorgegebenen Fließrichtung der Oker und befand sich westlich von ihr. Er begann bei Vienenburg und endete im Norden an der Aller. Die Oker trennte die Elb – von den Wesergermanen und die Formgebung des Gau dürfte eine Abschirmungsabsicht nach Osten zugrunde gelegen haben, die auch strategisches Denken vermuten lässt zumal dem Gau in der Literatur berechtigterweise die Funktion einer Grenzmark zum östlich der Oker befindlichen elbgermanisch orientierten Derlingau zugeschrieben wird. Um auch die östlichen Außengrenzen des cheruskischen Siedlungsgebietes zu fassen geben die antiken Quellen Hinweise wonach das Stammesgebiet der Cherusker an den Wohngebieten suebischer Teilstämme endete. Ptolemäus hielt sie im 2. Jahrhundert kartograpisch fest und nannte sie Sueboi Angiler bzw. Angeiloi, während Tacitus sie Suevi Anglier bzw. Anglii nennt. Im Zuge erster Verschriftungen wurde 934 ein „pago suevi“ gleich Schwabengau im Nordharz östlich von Quedlinburg genannt, den man als Relikt dieser Zeit ansehen könnte. Forschungen zeigten zudem eine Verbindung zwischen dem völkerwanderungszeitlichen Stammesgebiet der Sueben auf der iberischen Halbinsel ins Bodetal im nördlichen Harzvorland. Die Nibelungensage dessen älteste Teile ins 5. und 6. Jahrhundert zurück greifen erwähnen im Zusammenhang mit der Drachentötung einen Suavawald. Die Theorie geht davon aus, dass sich die Inschrift "CIVITATEM ISTAM TV CIRCUMDA DNE ET ANGELI TVI CVSTODIANT MVROS EIVS" im Corveyer Westwerk auf diesen Teilstamm bezieht und die erwähnten Mauern des Kaisers die Bewohner vor ihnen schützen sollten. Während das Stammesgebiet der Cherusker an der Oker endete reichten ihre Einflussgebiete weiter und gingen im Norden in die der Langobarden über wobei an der Aller ihre Grenzen lagen und die Gaue Moltbizi und Muthwide vermutlich nicht mehr zu ihrem Stammesgebiet zählten, obwohl man sie gemäß der im Mittelalter erstellten Karte der Diözese Hildesheim zuschlug. In der Regel waren es Flüsse oder Höhenrücken mit denen sich Herrschaftsbereiche wie die Hastfala Region abgrenzte, sodass sie nach Westen aus Leine, Haller und dem Ith bestanden, womit das Stammland der Cherusker die in den Falen weiter lebten abgesteckt wäre. Eine Region die zu ihrer Zeit noch nicht den gesamten Komplex umfasste, der sich heute Ostfalen nennt. Aber ein Gebiet in dem sich die Hastfalen gegen die engrischen Zuwanderungen behaupten wollten und konnten auch wenn ihnen der Klerus später den Tilithigau und den Marstemgau nördlich der Haller nahm. Fest machen lässt sich ihr Bestreben sich gegen die Engern abzugrenzen an der Grenzfestung Poppenburg die früher Bobbenburg hieß und sich unmittelbar an der Bundesstraße 1 nördlich von Burgstemmen befindet. Und noch zur Mitte des 11. Jhdt. wird die Poppenburg über die damals der sächsische Graf Brun herrschte als noch im Gau Valen liegend genannt, sich aber gleichzeitig in der Provinz Hastfala befand. Ein Gauname der in der Diözesankarte keine Erwähnung mehr findet aber bestätigt, dass noch vor rund 1000 Jahren ein „Falen Gau“ existierte auch wenn man ihn „Gau Valen“ nannte und sich darin wieder der eigenständigen Volksname Falen erkennen lässt. Nimmt man auch hier die Flüsse als Anhaltspunkte, dann war der „Valen Gau“ in dem sich der historische Ort Kemme neun Kilometer östlich von Hildesheim befindet ein von Innerste und Leine eingerahmter Gau, ein Kleingau der sich im größeren „Ducatu Gau Hastfala“ befand, den aber die Kartographie vernachlässigte. Während der Scotelin Gau seinen Namen der eingetieften landschaftlichen Lage verdankt in der er sich befindet und woraufhin man ihn Schüssel Gau nannte, könnte der Valothungo Gau für die Falenforschung aufschlussreicher sein. Da sich in der Zweitsilbe wie man es im Heliand um 830 niederschrieb das altsächsische Wort „tunga“ für Zunge verbirgt, lässt sich auch eine Verbindung zur ersten Silbe „Valo“ herstellen. Denn wer sich aus dem Zuwanderungsgebiet der Engern von Minden bzw. Rinteln kommend nach Osten wendete, nutzte die Enge zwischen Ith und Deister, erreichte dann bei Gronau die Leine, dann den bedeutenden Ort Elze und befand sich nach ihrer Überquerung im „Valothungo Gau“. Dem Gau in dem sich die Zunge ins Ostfälische änderte. Ein Gau der an der Grenze zu einem weiteren großen Dialektraum in Form eines Übergangsgebiet vom ostwestfälischen ins ostfälische lag und innerhalb des großen fälischen Sprachgebietes zwischen Wupper und Oker nachdem Abt Nikulas zwischen 1151 und 1154 die Grenze vom südniedersächsischen Sprachraum in den Ostwestfälischen bei Minden übertrat den zweiten Große Sprachkomplex innerhalb des Niederdeutschen bildete. Somit wird in cheruskischer Tradition erkennbar, dass deren Gaue einst bis zum Hellweg „vor dem Santforde“ reichten. Burgstemmen am östlichen Leineufer für das die Poppenburg Namensgeber war, war ihre Grenzfestung wo man den Versuch unternahm sich gegen unerwünschte Einflüsse aus dem Westen zu „stemmen“. Anzunehmen, dass sie auch gegen die Engern gerichtet war von denen man sich immer schon scheiden wollte wie es der Angrivarierwall im Jahre 16 + andeutet. Die besondere Lage der Poppenburg deutet darauf hin, dass es am dortigen Leineübergang bereits in Cheruskerzeiten militärische Vorgängerstrukturen mit Bollwerkfunktion gegeben haben könnte. Ein strategischer Punkt, der sich in einer heiklen Eck- und Grenzlage zu den beiden nördlich siedelnden Völkern der Langobarden und Angrivarier befand. Nur 3 Kilometer nördlich des Valothungo Gau gelegen besaß die Burg für die Region eine zentrale Bedeutung und obwohl sie nach der Diözesankarte im Hastfala Gau lag, wird sie im Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim sowohl als im Scotelin Gau als auch im Valen Gau befindlich erwähnt was wieder die überordnete Stellung der „Provinz Hastfala“ verdeutlicht die über den Kleingauen stand. Grundsätzlich ist bekannt, dass es in früheren Zeiten harte Grenzen die sich in Dialekten widerspiegelten und sogar zwischen den kleinsten nahe beieinander liegenden Dörfern gab, die notfalls auch mit Gewalt verteidigt wurden. Rivalitäten, die sich über Jahrhunderte fortsetzen konnten. Trotzdem dürfte es immer wieder zu Verschiebungen sowohl innerhalb der ostfälischen Gaue als auch unter den Ostwestfälisch und Ostfälisch sprechenden Menschen in den einzelnen Dörfern und Ansiedlungen gekommen sein. Als Karl der Große Ende des 8. Jhdt. die Verhältnisse nach seinen Vorstellungen regelte war die engrische Zuwanderung in die einst von Falen besiedelten Landschaften zum Stillstand gekommen und so dürfte sich mit der Einführung fränkischen Rechts die Abgrenzung nach der Diöcesankarte zwischen dem Territorium von Engern/Falen und dem östlich angrenzenden Falen in ihren Grundzügen verfestigt und nicht mehr verschoben haben. Die Konturen des Cheruskerlandes erscheinen nun plastischer erstreckten sich vor dem Zuzug der Engern ab dem nördlichen Windschatten des Harzes bis an die Egge, im Nordwesten könnten sie im Steinheimer Becken geendet haben, wo die Keramikstudie von Raphael von Uslar greift und reichten im Süden bis an die nennen wir sie mal „zweite keltische Auffanglinie“ bzw. die hessische Dialektgrenze im Diemelbereich. Sind es heute die seltenen Erden, dann waren es damals die Bleivorkommen um Brilon, die Goldadern an der Itter, die Eisenerzgruben an der Diemel, die Silberminen bei Goslar die es galt vor 2000 Jahren in den römischen Machtbereich einzugliedern bevor man den Blick auf die weiter östlich liegenden Bodenschätze des Harzes wie Zink oder Kupfer bzw. darüber hinaus richten konnte. Ebenso hatte man die Salzlagerstätten auch östlich der Weser und ihre wirtschaftliche Bedeutung im Auge und trachtete nach deren intensiver Ausbeutung so, wie es auch die lothringischen Salzvorkommen in augusteischer Zeit belegen. Aber solange sich die attraktiven Rohstoffe in von Cheruskern beherrschten oder in von ihnen beeinflussten Regionen befanden, waren sie nur in Abstimmung mit ihnen nutzbar und das heutige Ostfalen wirkte wie eine Barriere auf dem Weg dahin. (18.02.2026)
Mit Hilfe der kleinen Gaulandschaften die sich um den großen „Astfala Gau“ gruppierten lässt sich zweifellos eine Erklärungskette aufbauen, um sich unter einem „Ast“ auch ein „Ost“ vorstellen zu können löst aber dennoch wie dargestellt Verwirrung aus. So war der größere „Astfala Gau“ mit seinem Hauptort Hildesheim die Seele der Region und die diversen kleineren Gaudistrikten die es umringt trugen auch ihre Eigennamen. Im 8. Jahrhundert hatten auch die Bewohner östlich der Weser längst ihre germanischen Stammesnamen aufgegeben und waren mit dem Namen Falen vertraut der sich in nachantiker Zeit verbreitet hatte und gaben daher auch dem größten Gau innerhalb ihres Siedlungsgebietes diesen Namen. Ihr Gau dem man die Silbe „Ast“ vorstellte und sie mit „Ost“ verband verfügte aber auch noch über einen anderen bzw. Zweitnamen. Denn eine aus voralthochdeutschen Zeiten stammende Bezeichnung nannte ihn nicht „Astfala Gau“, sondern „Hastfalagowe“. Obwohl das Wort „gowe“ erst in merowingisch - karolingischen Zeiten schriftlich nachweisbar ist darf man davon ausgehen, dass es bereits lange Zeit davor Bestandteil der Mundart war. Sowohl die Endsilbe „gowe“ als auch das „H“ am Wortanfang von „Hastfalagowe“ lassen einen weitaus älteren Ursprung als das zwischen 750 und 1050 + gesprochenen Althochdeutsche erkennen und bereits während der Ersten Lautverschiebung zwischen 1500 - und 500 + als sich das Urgermanische entwickelte entstand. Aber diesem „H“ könnte eine andere Bedeutung zugrunde liegen. Den Karolingern war die Dimension der von Falen besiedelten Landmasse bekannt und sie nannten im 8.Jahrhundert die im Osten liegende Landschaft naheliegenderweise „Ostphalai“ da es ihnen nach dem Einmarsch in die Westfalai plausibel erschien im westlichen Elbevorland auf die Menschen der Ostfalai zu treffen. Aber auch wenn das altsächsische Wort „eastern“ das auch in Astfala ruht an einen Bezug zur Himmelsrichtung „Ost“ denken lässt, so nannten sich die Bewohner des einstigen Cheruskerlandes nicht Ostfala und ihre Heimat auch nicht „Astfala“. Denn sie bewohnten das Land Fala und sie nannten sich die Hastfala. Den Völkern waren die Zwergennamen Vestri und Austri die für West und Ost bekannt die wir aus der Mythologie kennen und die Franken bedienten sich auch des Namens Austrasien für den östlichen Teil ihres Reiches und die Deutung des heutigen Ortes Asthall in Südengland das seinen Namen der angelsächsischen Geschichte verdankt und sich im frühen 11. Jhdt. „East Heolon“ nannte macht auch einen Bezug zum Osten deutlich, aber diesem Grundgedanken folgten nicht die Bewohner zwischen Weser und Oker, denn sie nannten ihren Gau „Hastfala“ und nicht “Eastfala Gau”. Auch empfanden sich die Menschen die das östliche Territorium eines großen Falenlandes besiedelten nicht einem fälischen Großstamm zugehörig Sie besaßen ihre Eigenständigkeit und sie verbanden ihre Wohngebiete auch nicht mit einer Himmelsrichtung die die Franken für sie ersannen und man kann ihnen auch wenn sich Franken und Falen sprachlich gut untereinander verständigen konnten keine Ostwestdefinition unterstellen. Da auch die Sprachforschung keine eindeutigen Hinweise liefert wonach sich die Vorsilbe „Hast“ die während der Ersten Lautverschiebung entstanden sein könnte, auf „Ost“ beziehen lässt, sollte die Silbe „Hast“ eine andere Bedeutung bzw. Entstehungsgeschichte, was Tradition und Vergangenheit anbelangt gehabt haben. Ein Blick ins Sprachgeschichtliche zeigt, dass im Altenglischen und demzufolge auch im Altsächsischen ein s Wort existiert das sich „haest“ scheibt. Es steht für ungestümes Verhalten bis hin zum Streit, während es im Altfranzösischen eine ähnlich Bedeutung hat und mit Gewalt bzw. Gewalttätigkeit in Verbindung gebracht wird. Hast und heftig bilden etymologische eine Einheit und so wird “hast” auch mit heftig in Verbindung gebracht. Der Griff einer Waffe, ob Schwert oder Speer nennt sich Heft und auch von dort geht eine heftige Handhabung aus. Die Begriffe “Haest” oder “Hast” im Zusammenhang mit “Hildi” spiegeln die zeitgenössische kriegerische Welt wider in der der Waffengebrauch alltäglich war und die Waffe stehts griffbereit zu liegen hatte. Hinter den Gaunamen die aus der um das Jahr 1000 entstandenen Hildesheimer Diözesan Einteilung hervorgehen stehen für das Wort Gau noch die Altkürzel "ga" oder "go" so darf man sie auch für die einst umrissenen germanischen Landschaften halten die wir heute Verwaltungsdistrikte nennen und die die Karte sichtbar werden lässt. Von größerem Forschungsinteresse sind zweifellos die Hauptnamen davor die allerdings nur wenig Aufschluss bzw. Auskunft über ihre einstigen Bewohner und deren Stammeszugehörigkeiten geben oder Erklärungen liefern in welcher germanischen bzw. frühmittelalterlichen Epoche man ihnen die diese Namen gab und warum. Mal trug ihr Umriss zur Namensbildung bei wie es beim "Schüsselchen Gau" Scotelingo der Fall war und als Schlötel heute noch im ostbergischen Dialekt gesprochen wird. Mal waren es die Salzvorkommen die zur Namensgebung beitrugen wie im Falle des "Saltgo". Aber bei den meisten Bezeichnungen liegen die Gründe im Dunklen und darüber welchen Stämmen oder Völkern sich die darin lebenden Menschen zugehörig fühlten bzw. welcher Gaufürst sie befehligte und wo dieser residierte geben die Namensbezeichnungen keine Auskunft. Die Völker standen in einem unsteten wechselnden Verhältnis zu ihren Wohngebieten. Darüber ob man sesshaft bleiben konnte bzw. sich zugereiste ansiedeln durften entschied der Gaufürst bzw. die unmittelbaren Lebensumstände, sodass sich nicht erkennen lässt welchem Stamm man sich zugehörig fühlte, sodass Zwist den Alltag mit bestimmte. Folglich ist nicht zu erwarten ist, dass man den Gaunamen Erklärungen im frühen politischen Sinne entnehmen könnte. Die Bezeichnungen "Hast" aber auch “Ast”, dem die Doppeldeutigkeit zum Osten anhängt haben in der Volkskunde unterschiedliche Bedeutungen. Stellt man das Wort “Hast” ins Femininum wird daraus “die Hast” und lässt sich mit der Hasta, dem Namen des langen Stoßspeeres, der Hauptkampfwaffe der frühen römischen Infanterie in Verbindung bringen. Was in Rom “die Hasta” war, war in Germanien der “Ger”. Der aus Schaft und Spitze bestehende “Ger” galt als die älteste Waffe der Menschheit und schon Cassius Dio schrieb, dass die “Ger - manen” sie erfolgreich in der Varusschlacht als Erstwaffe einsetzten als sie begannen die Legionen zu umstellen. Sie war vielseitig in dem man sie im Nahkampf als Stichwaffe einsetzte und ihre Bedeutung als Distanz- bzw. Wurfwaffe erst mit der Erfindung des Schießpulvers verlor. Die Urbezeichnung "Ger" ist im Aufbau deutscher Sprachentwicklung an vielen Stellen und nicht nur im Vogelnamen Gerfalke anzutreffen. Sie steckt in zahlreichen teilweise noch gebräuchlichen Eigennamen wie Gerbert = Ger-braht der Speerglänzende, Gerhard = Gerhart = der Speerkühne oder Gertrud. Als heilige Lanze war der Ger hoch geachtet und als ältestes Stück der Reichskleinodien gehörte er im Mittelalter zu den Insignien der Macht. Als die Germanen mit dem Imperium in Kontakt kamen lernten sie auch die lateinische Bezeichnung “Hasta” für den ihnen bekannten "Ger" kennen und jene Germanen die sich Rom als Hilfstruppen anboten stattete man nicht mit dem Ger, sondern mit der Hasta aus. Die sie trugen nannte man die Hastati und im Rang standen sie auf der untersten Ebene. In Germanien schnitzte man den Ger aus Eschenholz in althochdeutsch “asca”, wobei das Wort „Ascarius“ als lateinisch germanisches Mischwort überliefert ist und die Doppeldeutigkeit verrät. Der Ascarius ist auch als Eigenname im Sinne von der Eschenmann bzw. der Speerwerfende überliefert. Der Baum der im germanischen Glauben einen hohen Stellenwert besaß und uns in der Schreibweise „Eskerke“ = Eschenkirche begegnet worauf in einem vorigen Kapitel eingegangen wurde. Einem historischen Parzellenname der auf verborgene Weise auf einen möglichen Standort der Irminsul nahe Borlinghausen hinweist. Im Aufbau römischer Schlachtordnung standen die Hasta Träger in der ersten Kampfreihe und waren mit ihrer auch Lanze genannten Stoßwaffe jene Legionäre die sich dem Feind als erste im Sinne einer Speerspitze entgegen stellten. Zusammen mit dem Schwert bildeten sie später das Schreckensbild des fränkischen Panzerreiters. Nicht nur Arminius auch ausgediente einfache Söldner kehrten in ihre Heimatdörfer zurück, brachten Wissen und Sold mit und führten auch den ihnen von der römischen Kommandosprache bekannten Namen “Hasta” in Germanien ein. So wird man im frühen Mittelalter in Falen auch noch die aus antiken Zeiten stammende Bezeichnung Hasta gekannt und das ihnen attraktiver erscheinende Wort auch weiterhin angewendet haben. Die Überlegung basiert auf der Theorie, dass die Germanen ihrem Gau den Namen ihrer Hauptwaffe gaben der sie in zahlreichen Kampfeinsätzen für Rom Sieg und und ihren späteren Reichtum verdanken. Zu Zeiten der Kriege gegen Karl den Großen überwog das lateinische Wort "lancea" von dem sich der Name Lanze ableitet sich aber erst ab dem Mittelalter einzubürgern begann. Der romano/kelte Vortigern rief im 5. Jahrhundert Engern, Falen bzw. Sachsen zu Hilfe eine Zeit in der die Küstenstadt Hastings ihren angelsächsischen Namen bekam. Die etymologische Spur lässt sich zurück führen auf die Ansiedlung eines Mannes mit Namen Hæsta im Sinne von Hæstas Volk und es könnte sich bei ihm um einen bedeutsamen Speerwerfer bzw. “Eschenmann” gehandelt haben. Hæst wird auch mit stark übersetzt während Hastings mit "a" geschrieben wird, das die englische Zunge allerdings wie ein "ä" ausspricht. In diesem Zusammenhang ist aus der Geschichte der Angelsachsen der Historia Ecclesiastica von Orderic Vitalis der lateinische Satz ".....hastile ferreum intorquens in Edricum misit, sed ab illo praevisum et vitatum, in militem prope stantum peccavit adeo" überliefert, der übersetzt lautet: "...er schwang einen eisernen Speer nach Edric, doch da der den Angriff vorhersah und auswich, traf er einen in der Nähe stehenden Soldaten so sehr, dass er auch einen anderen verwundete". Aus der römischen Besatzungszeit war auch die Hasta im angelsächsischen Sprachraum unter dem Namen Hastile bekannt und man darf aber auch daraus schließen, dass er in den Herkunftsregionen der Stämme angewendet wurde von wo aus die Menschen einst nach Südengland ausgewandert sind. Eine Bezeichnung die demnach sowohl auf den britischen Inseln als auch auf dem europäischen Festland den Weg ins frühe vorkarolingische Mittelalter gefunden hat und die Hasta zum Inbegriff des Widerstandes wurde. Dem Rechnung tragend könnte ein Kernregion östlich der Weser nach ihr benannt worden sein. Ein Landstrich der sich seiner kämpferischen Vergangenheit bewusst war. Schon bevor den Franken die Macht über Falen entglitt war Hildesheim im Hastfalagau gelegen der zentrale Ort fälischer Macht rechts der Weser. Ekbert dem Einäugige regierte darin ab etwa 932 bis 994 während Tammo, der Bruder von Bischof Bernward von Hildesheim dem Gau von etwa 960 bis 1037 als Graf vorstand. Da es für den Begriff “Hastile” aber auch den Namen “Astile” gibt, der im Zusammen mit dem Schaft – Althochdeutsch scaft -, steht, stärkt dies sowohl den Verdacht als auch die Argumentation, dass der Astfala Gau nicht mit der Himmelsrichtung “Ost” in Verbindung gebracht werden kann und man davon abrücken kann. So war die Asta eine Zweitbezeichnung für die Hasta, ein Name der im Gegensatz zu den Falen die die Bezeichnung Lanze bevorzugten unter den Franken nicht in Gebrauch war, aber von den Falen östlich der Weser über die antiken Zeiten hinaus verwendet wurde. Sie benannten ihren Gau danach da sie sich als eine Gemeinschaft jener betrachteten, die sich mit der Hasta seit jeher zur Wehr gesetzt hatten und sich damit Respekt und Achtung verschafften. Da die Germanien etwa gegen Rom die offene Feldschlacht vermieden und andere Kampfmethoden als die mediterranen Völkern anwendeten könnte der Einsatzzweck den Unterschied zwischen Hasta und Ger gemacht haben. Denn während die “Hasta” bzw. “Asta” in der ersten Kampfreihe im römischen Militär als Stoßwaffe genutzt wurde war der “Ger” die traditionelle Distanzwaffe der Germanen mit der sie ihre Beute erlegten und demzufolge ihr Nahrungserwerb abhing, die sie aber im Kampf nicht verlieren durften. So hatten die “Auxiliar Germanen” da sich der Stil der Kriegsführung auch im Norden zu ändern begann den Wert der Hasta zu schätzen gelernt. Der Hastfala bzw. Astfalagau im Raum Hildesheim in dem die Hastakämpfer lebten war zweifellos der größte Gau der rechts der Weser siedelnden Falen und bildete den Kern- bzw. Hauptgau innerhalb der Diözesankarte. Über die Bedeutung des “Hastfalagau” und der darin ruhenden Silben Hast bzw. Ast die die Zeiten noch bis ins Bistum Hildesheim des Jahres 1000 überdauert hatten, wird man sich im Mittelalter keine Gedanken mehr gemacht haben. Als man der Landschaft vielleicht zwischen dem Ende der Germanenzeit und dem frühen Mittelalter, vielleicht auch schon davor ihren Namen gab der mit “Hast oder Ast” begann, standen die Menschen im Gegensatz zu heute der Antike noch um einige Jahrhunderte näher. Man verfügte noch über Erinnerungspotenzial aus jener Zeit und war sich über alle Epochen der Geschichte auch schon vor Beginn des fränkischen Einfalls immer der nötigen Wehrhaftigkeit und Abschreckung bewusst. Im Gedächtnis hatten sich vielleicht noch Erinnerungen an die Irminsul und deren einstige Bedeutung erhalten und man verfügte noch über vage Kenntnisse aus Vorzeiten die über die Sagenwelt weiter getragen wurden und aus Varus den Mann machten der aufgrund seiner Geburtskrankheit getragen werden musste aus dem sich der geflügelte Begriff Draka entwickelte. Es war die Gedenkstätte für Irmin der sich mit dem mit ihm verwandten Namen der Irmina von Oeren, der Ururgroßmutter Karls des Großen verbinden lässt. Selbstredend, dass sich unter diesem Namen kaum ein heidnischer Gott vorstellen lässt, denn dann hätte man die Vorfahrin von Karl nach einem heidnischen Gott benannt, eine unvorstellbare Freveltat die in der Zeit sicherlich nicht üblich war. Dem Missionseifer darf man folglich anlasten, eine Verbindung aufgebaut zu haben in dem man Irmin eine heidnisch spirituelle Bedeutung gab woraus die Franken die Berechtigung ableiteten die Gedenkstätte auslöschen zu müssen. Verknüpft man die Theorien, dann steht der Begriff "Hast" aus der Militärsprache auch für die Kontinuität einer Verteidigungsbereitschaft. Denn mit der "Hast" ließen sich Kampfkraft, Sieg, Ehre und Friede verbinden und das Anwenden dieser Symbolik stand nur der Region zu die sich das größte Verdienst am einstigen Erfolg erkämpft hatte. Man adelte damit einen Landstrich in dem ein Menschenschlag lebte der seine Kräfte immer schon bündeln musste um sich vor fremden Besatzern zu schützen. Und mit dem Hervorheben jener Waffe signalisierte man allen ihnen feindlich gesinnten Mächten ihre Wehrhaftigkeit. Mit diesen gedanklichen Dimensionen und Zeitsprüngen muss man sich auseinander setzen, wenn man die Beweggründe unserer Vorfahren für ihre Verhaltensweisen verstehen will. Über die Jahrhunderte betrachtet kam daher auch die Falenforschung nicht zur Ruhe und alle an sie erinnernden Ortsnamen wurden zum Verdachtsfall, ob sich dahinter keine etymologischen Spuren finden lassen könnten mit denen sich ein Bezug in die Antike herstellen lassen könnte. Die Geschichte wollte, dass uns einige Dokumente in Kartenform erhalten geblieben sind denen sich auf die Gaue bezogene politische Grenzziehungen entnehmen lassen. Da sich nach den Sachsenkriegen Grafen und Klerus die Verwaltung zuspielten bzw. teilten verwundert es nicht das derartige Kartenwerke nur in den Diözesen und Bistümern wie in diesem Fall in Hildesheim die Zeiten überdauert haben. Für die religiöse Betreuung der Bewohner hatte sich die Karte an den Verwaltungsgrenzen der einstigen germanischen Gaudistrikte zwischen Weser und Fuhse sowie Harz und Bardengau orientiert, die man auf Basis dieser Theorie als die charakteristischen „Cheruskergaue“ bezeichnen könnte. Die Hildesheimer Karte schloss jedoch jene Gaue aus, die man im Zuge der engrischen Zuwanderungen sprachlich und politisch voneinander getrennt wissen wollte und die daher den Diözesen und frühen Bistümern Minden bzw. Paderborn zugeteilt wurden. Sie verdeutlicht aber auch eine Abgrenzung zu den östlich, nördlich und südlich angrenzenden Völkern die sich eine Dialektik bewahrt hatten die nicht dem Ostfälischen entsprach. Die Karte umreißt eine Region in der sich im Kern eine isolierte Einwohnerschaft ihre Eigenständigkeit bewahrt hat die sich über die Gaunamen vage identifizieren lässt. Mit der Karte hat sich der Historiker Hermann Adolf Lüntzel auseinander gesetzt und dazu unter dem Titel „Die ältere Hildesheimer Diözese“ 1837 seine Forschungen veröffentlicht. Dabei hat er sich mit jedem Gau und den darin liegenden Orten akribisch auseinander gesetzt um sie den jeweiligen Gaulandschaften zuordnen zu können. Die frühmittelalterlichen Corveyer Traditionen bezeichnen den mit Abstand größten Gau mit dem Namen Astfala oder Hastfala Gau und man setzte ihn schon 990 mit einer “Provincia” gleich. Ein Gau der wegen des zentralen Ortes Hildesheim eine besondere Aufwertung erfuhr und ihn als Ducatu bezeichnete, da ihm ein Dux vorstand was einem Herzog gleich kommt. Im Zusammenhang mit den kleineren Gaudistrikten die auch Pago genannt wurden und ihn umgaben bzw. an seine Grenzen stießen erwähnen die Traditionen die Namen Valim, Falun, Falim, Falhen die sich auf diese Region konzentrieren. Diese werden sowohl als im großen „Astfala Ducatu“ liegend, als auch als Einzelgau bezeichnet, sodass man sich auf den Namen „Untergau“ verständigte. Der Astfala Gau umfasste etwa 2000 Quadratkilometer um Hildesheim und war das Herzstück der ostfälisch sprechenden Großregion womit sich auch die Anhäufung von Worten mit Bezug zum Ursprungswort “Fallere” bzw. Falen in den Chroniken erklärt die sich im ostfälischen Hastfalagau erhalten haben bzw. sich nachweisen lassen. Seit der Antike ist bekannt, dass das eigentliche Zentrum des Widerstandes erst ab der Weserregion begann und was auch den Franken bewusst war als sie ihren Eroberungszug begannen. So hielten sich dort die alten Namenstradition in Gestalt etymologischer Relikte wie etwa “Falhen” im Gegensatz zur Westfalai, wo sie sich nicht nachweisen lassen am längsten. Und so ist es zum Beispiel der frühere Ort Guddianstede, dass heutige Gadenstedt, das zwar als im Pago Falhen bzw. Falim befindlich erwähnt wird, das aber gleichzeitig auch als im “Astfala Gau” liegend bezeichnet wird. Sowohl Übertragung als auch Schreibweise der niederdeutschen Mundart lassen aber vermuten, dass hier immer nur ein und derselbe Untergau gemeint ist. Ein Falhen oder Falim Gau der innerhalb des Hastfala oder Astfala Gau lag und dem natürlich der Hinweis “östlich” fehlte. Möglicherweise hatte er ursprünglich mit ihm Konkuriert bis man sich entschloss der Region den Hauptnamen Ast - bzw. Hastfala Gau zu geben. Es war der größte, vermutlich auch der dominanteste und wohl auch der bevölkerungsreichste Gau um den sich die namentlich überlieferten Gaulandschaften deren Entstehungsgeschichten und Namenfindungen weit in die Vergangenheit zurück reichen gruppierten. In ihm lag geschützt vom Innerste Bergland Hildesheim das sich um 1000 Hildenesheim nannte und in dem der Name Hild ruht. Eine Region in der Widerstand zum Brauchtum gehörte was durch die Silbe Hild die für Schlacht steht unterstrichen wird. Es war der Name der berühmtesten Walküre und ist auch im Namen Brunhild enthalten. So war das Heim der Hild das Zentrum und es liegt nahe, dass sich dort alle cheruskischen Gaufürsten versammelt haben könnten wenn es galt Beschlüsse über Krieg und Frieden zu fassen. Obwohl man Karl nie Cäsar sondern nur Augustus nannte und er sich auch nicht, gaben die Karolinger dem verkehrsgünstig gelegenen Elze durch das man vermutlich schon 9 – den bei Scelerata verunglückten Drusus trug, das einen Marschtag von Römerlager Wilkenburg entfernt lag den kaiserlich klingenden Namen „Aula Caesaris“ und naheliegenderweise schon zu Cheruskerzeiten eine wichtige Funktion besaß. Im ostfälischen Ort Elze befand sich ein karolingischer Königshof und er war lagebedingt eng mit der antiken Tradition verbunden, befand sich links der Leine im Gudingau folglich westlich des Hastfala Gau, zählte mit Hildesheim zu den Hauptorten der Region und schirmte mit Burgstemmen den westlichen Zugang nach Hildesheim ab. Die Untergaue stützten den Hauptgau und ihnen standen unterschiedlich einflussreiche Fürsten oder Stammesälteste vor die in keiner Literatur festgehalten wurden, aber Arminius ihre Unterstützung zugesagt haben dürften. Der Hastfala Gau endete östlich im Einzugsbereich der Fuhse und grenzte an seiner Südseite an fünf Gaue, unmittelbar anschließend der Gau Scotelingen und Hildesheim im Hast bzw. Astfala Gau liegend zu einem Grenzort machte. In diesem Zusammenhang sind auch die im 1. und 2. Jahrhundert genannten Victofalen bzw. Victohali, die Thaiphalen bzw. Taifali, oder die Naharnavaler bzw. Naharvali zu erwähnen die im wandalischen Stammesverbund lebten, im östlichen Mitteleuropa und der Oderregion siedelten und im Kontext der Markomannenkriege erscheinen. Sowohl die zwischen dem Westen und dem Osten Germaniens liegende Distanz macht eine Namensverbindung unwahrscheinlich als auch die unterschiedlichen Schreibweisen der Endungen wie „hali“ „fali“ oder „vali“ verhindert es eine direkte Verbindung zu den Falen bzw. Phalen herzustellen, sodass man annehmen darf, dass sie anderen Sprachwurzeln entstammten. Hier wird die Spur des seit Cäsar gebräuchlichen lateinischen Namen „Fallere“ verfolgt, der für Hinterlist, Betrug und Täuschung steht und auf römischer Seite zum Schimpfwort für jene Germanen wurde die gegenüber dem Imperium ihr Wort brachen. Der um 17 + verstorbene Ovid formulierte seinerzeit was man unter „Fallere“ zu verstehen hat mit den Worten „der Gipfel der Treulosigkeit und des falschen Meineids“. Es wurde zu einem ausdrucksstarken Synonym war aber auch ein heimliches Eingeständnis des Versagens bzw. einer gescheiterten, da erfolglosen Germanenpolitik. Deprimierend und für viele beschämend wurde 16 + auf höchste kaiserliche Anweisung das Militär angewiesen alle Aktivitäten im germanischen Nordosten einzustellen. Ein Befehl der in der Armee Wut und Zorn auslöste dem man nur widerwillig folgte und dazu führte, dass man die Varuslegionen „post mortem“ zu den besten des Reiches erklärte die nur auf dem Weg des Verrats besiegbar waren. Tacitus brachte es unverständlich zum Ausdruck in dem er bedauerte, dass die Germanenkriege nicht nach 16 + wieder aufgenommen wurden, sodass man an die Dolchstoßlegende erinnert wird. Es wog schlimm, dass Rom hinter den Rhein zurück geworfen, dort verharren musste und keine Revanche mehr ausüben durfte. Unter Corbulo endete der den Legionen nach 16 + aufgezwungene „status quo“ und erst nach 30 Jahren kam es wieder zu einem Schlagabtausch den Tacitus schon damals herbei gesehnt hatte. Unter den Bewohnern in den römischen Niederlassungen am Rhein weckte es alte Erinnerungen denn wieder hatte man sich der Cherusker zu erwehren und es machte ihnen deutlich, dass der alte Feind im Osten immer noch präsent war, der dem Imperium schon in früheren Zeiten auf perfide Weise massiven Schaden zugefügt hatte. Das Wissen darum, dass man es immer noch mit diesen „Falsari“ also jenen Lügnern und Betrügern von einst zu tun hatte trug dazu bei, dass dieses Schimpfwort seine Berechtigung nicht verlieren konnte. Eine abwertende Bezeichnung für ihre Widersacher die sich zunächst nur innerhalb der Grenzen des Imperium einzubürgern begann und aus der später das Wort Falen“ wurde. Ein Begriff mit dem man seine Gegner verfluchte und sich ein gekränkter römischer Militärapparat Luft verschaffte der später zum Inbegriff für ein Feindesland wurde. Ein Identifikationsmerkmal mit dem man in antiken Zeiten begann ein ganzes Volk zu stigmatisieren weil es sich mit allen Mittel wehrte und nicht beherrscht werden wollte, sodass es sich letztlich in das Gedächtnis der nachfolgenden Generationen noch über die Weser hinaus eingrub. Auch wenn in späteren Jahrhunderten hinter dem Wort niemand mehr den einstigen Sinn erkennen konnte, oder den Grund wusste da über die Zeiten alle Spuren und Erinnerungen verwischt waren, so wurde dieser auch den Franken bekannte Makel behaftete Begriff zum Gebrauchswort, das dem rechtsrheinischen Volksmund in die Wiege gelegt war der es über die Zeiten bewahrte. Aber der nach den „Falsari“ in abgewandelter Form benannte Gau Falhen ragt wie eine Keimzelle deutlich aus dem größeren „Hastfala Gau“ heraus und bildete darin den Kern. Auch wenn sich dahinter nicht der ureigene Gau des Segimer Clans verbarg, der vermutlich im südlicher gelegenen Raum Höxter ansässig war, so könnte sich hier die starke Hausmacht des Mannes befunden haben den man in Rom Arminius nannte und den der Verfasser mit dem „germanischen“ Seyfrit gleichsetzt der später von rivalisierenden Sippen mit Gewalt abgesetzt worden sein soll. Jene Person die dem möglicherweise bei Einbeck residierenden Segestes seine Grenzen aufzeigte. Es war ein in Etappen statt findender, schleichender Prozess bis sich die auf lateinisch/romanischen Wurzeln beruhende Bezeichnung „Falen“ durchgesetzt hatte, sie in fränkischen Wortschatz überging und daraus eine frühmittelalterliche Sammelbezeichnung wurde die auch rechts des Rhein Verbreitung fand. Nachdem der Begriff Falen längst nicht mehr neu war, so fand er doch erst mit dem Einmarsch fränkischer Krieger ab 775 Eingang in die frühmittelalterliche Literatur, woraufhin es danach auch im „Falenland“ zu ersten Verschriftungsversuchen kam. Niederschriften die wie es die abweichenden Bezeichnungen hinsichtlich Schreibweise und früher Toponymik bzw. der Suche nach den passenden Buchstaben zeigen noch unbeholfen wirken. Die über einen längeren Zeitraum auf unterschiedliche Weise statt gefundene Namensadaption erschwerte auch das exakte räumliche Eingrenzen. So sind Worte mit Bezug zu „Falen“ vor der fränkischen Machtübernahme in der alten Magna Germania kaum datierfähig da sie im Alltäglichen noch nicht gebräuchlich bzw. darin nicht vorgedrungen waren. Da sich Falen wie sich erkennen lässt nicht als Engern verstanden was weniger umgekehrt der Fall ist, da Parzellen, Anwesen oder Gaue mit einen namentlichen Bezug zu den Engern nicht bekannt sind, spricht die Verwendung des Namens Falen in seinen unterschiedlichen Formen auch für die Theorie einer bewussten Abgrenzung zu den Engern. In dieser Anfangsphase findet sich auch eine Erklärung für den im „Astfala Gau“ befindlichen „Pago Falhen“, der was die auffällige Schreibweise unter Verwendung des darin befindlichen Buchstaben „h“ anzeigt älteren Datums gewesen sein dürfte. Er könnte damit in eine frühe Phase der Neuorientierung gefallen sein in der der Name Falen bzw. Falai für die im Osten lebende Bevölkerung noch gewöhnungsbedürftig war, geschweige denn das man sich in den wenigen Skriptorien sicher war wie man ihn denn zu Papier zu bringen hatte. So war zu erwarten, das sich unter den von Engern überlagerten Regionen westlich der Weser namentliche Bezüge zu den Falen finden lassen da sie dort ihre angestammten Siedlungsgebiete besaßen bevor die Engern von Norden hinzu stießen. Nach fränkischer Auffassung traf man in diesen Regionen auch nur auf Engern, da sich Falen ihnen gegenüber im Auftreten und in ihren Lebensgewohnheiten nicht mehr erkennbar machten und ihnen dialektische Unterschiede verborgen blieben bzw. für sie keine Bedeutung besaßen. Dies schließt aber nicht aus das es, auch wenn es keine belastbaren Dokumente gibt den Franken nicht sehr wohl bewusst gewesen sein könnte, dass sie es auch im engrischen Territorium immer noch mit den darin ursprünglich und immer noch alt eingesessenen Bewohnern zu tun hatten. Auf die Vorfahren der Engern jene Angrivarier, die sich aufgrund ihrer nördlich liegenden Siedlungsgebiete nicht an der verräterischen Varusschlacht beteiligt hatten wendete man möglicherweise schon in römischen Zeiten den Begriff „Fallere“ nicht an. Es war der Stamm der ihnen damals trotz der mit ihnen erfolgten Schlacht später half die 16 + schiffbrüchig geworden Legionäre wieder in ihre Heimat zurück führen zu können, ein Austausch der möglicherweise in Kalkriese einen unguten Ausgang nahm. An der Sonderlage hielten in der Folge auch die Franken fest und machten einen Unterschied zwischen Falen und Engern. Nicht auszuschließen auch, dass es die Engern aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit vermieden als Falen angesprochen zu werden als auch umgekehrt. Traditionell besaß man in Germanien ein ausgeprägtes Herkunft - und Zugehörigkeitsgefühl, pflegte zwar die Blutrache konnte aber wenn nötig Fälle von Mord und Totschlag auch auf materieller Basis schlichten um Frieden zu stiften, verstand sich als eine eingeschworene Sippe, kaum als Individuum und sah sich vielleicht noch nicht einmal einem übergeordneten Cheruskerstamm zugehörig, sondern zunächst dem jeweiligen Gauoberen verpflichtet, da man in unmittelbarer Abhängigkeit zu ihm stand. Man kämpfte in Sippenverbänden da man unter seinesgleichen sein wollte, aber dem für Krieg und Frieden zuständigen Gaufürst, der die Hundertschaft zusammen stellte und dem sie sich unterstellten folgte man wenn er zur Heeresfolge aufrief. Und auch wenn nach dem Imperium auch die Franken den Menschen in der Region östlich der Weser die einst von Cheruskern besiedelt war den Namen Falen gaben, weil sie diese für die „Ost - Falai“ und in ihnen keine "Angarier" sah, so fühlten sich diese „Osterliudi“ zu Beginn der Frankenherrschaft noch lange nicht als Falen und zögerten sich mit diesem Namen zu betiteln. Man darf davon ausgehen, dass man die Bezeichnung Falen nicht erst unter Karl Martell für die Menschen östlich des Rhein anwendete, sodass ihnen der Name auch nicht fremd war. Da sich die alten germanischen Stammesnamen im Zuge der Wanderbewegungen aus dem Bewusstsein der Menschen entfernt hatten, setzte im Wechsel der Generationen ein Gewöhnungsprozess ein und man begann sich mit der linksrheinisch/westlichen Redewendung zu arrangieren bis man sich letztlich damit identifizierte. Er erwies sich mit der Zeit als unabänderlich, war nicht mehr rückgängig zu machen, griff um sich, wurde zur Alltäglichkeit und Normalität bis daraus etwas Selbstverständliches wurde. Zu den auf der Diözesankarte abgebildeten ostfälischen Gauen die den einstigen Herrschaftsbereich der Cherusker widerspiegeln zählen der/die Flutwide, Molzbizi, Muthwide, Lera, Scotelingen, Valodungen, Amber, Aringo, Flenithi, Densi, Wikanauelde, Hretti und der Greni Gau. Hätten man unter der Karolingerherrschaft die westlich davon befindlichen Gaue in denen man wie sich Sprachhistorisch nachweisen lässt auch ostfälisch sprach nicht den „Engern Diözesen“ Minden und Paderborn zugesprochen, sondern sie bei der historisch zuständigen Diözese Hildesheim belassen, hätte sich das einst größere cheruskische Stammesgebiet in seinen ursprünglichen Dimensionen deutlicher abgezeichnet. Hermann Adolf Lüntzel hatte sich zu Beginn des 19. Jahrhundert mit der Verortung beschäftigt und versucht das heraus zu arbeiten was heutige Kartenwerken nur noch schwerlich leisten können. Probleme bereitete damals wie heute die in frühmittelalterlicher Zeit zu Papier gebrachte Schreibweise der überlieferten Ortsnamen, wenn man sie den dazugehörigen Gauen zuordnen möchte. Als man begann „Falen“ umgangssprachlich zu nutzen verwendete das Wort auch dafür um Territorien, Ansiedlungen, Flur- oder Orts- und natürlich auch um Gaunamen damit zu benennen. Worte für Falen die in der Frühphase in unterschiedlichen Schreibweisen wie Falhen, Vahlem, Valun bzw. Valem geschrieben wurden lassen sich in diversen alten Chroniken finden. Namen die die frühen Deutschen zunächst nur von der fränkischen Zunge übernahmen, die aber später wie autochthon wirkten begann man nun auch für sich zu beanspruchen. Die Sprache der Verwaltung machte ihn sich ihn zunutze und wer sich als den Falen zugehörig fühlte brachte damit vielleicht auch Stolz zum Ausdruck Fale zu sein. Im zwischen West- und Ostfalen liegenden Engern wo die Falen in der fränkischen Literatur ein Schattendasein führten vollzog sich dieser Prozess auf unterschwellige Weise. Während sich unter den Ostfalen das neue Bewusstsein aufgrund der regionalen Abgeschiedenheit im Gegensatz zu Westfalen später entwickelte, sie es sich dafür aber über die Jahrhunderte betrachtet bewahren konnten, hatte es unter den den Franken räumlich näher stehenden Westfalen einen anderen Stellenwert. Der Angleichungsprozess im Zuge engrischer Zuwanderung entwickelte sich nicht über Nacht, erstreckte sich über einen langen Zeitraum und führte daher auch zu keinen Verständigungsproblemen. Je nach dem wie unwirtlich sich die Lebensbedingungen für die Angrivarier nördlich des Wiehengebirges entwickelten was sie möglicherweise zur Abwanderung zwang bzw. Siedlungsland frei und verfügbar wurde und worin sie sich unterschiedlich verteilten, nutzten sie es und es stellte sich in den neuen Wohngebieten mit den Eingesessenen ein auskömmliches bzw. einvernehmliches Zusammenleben ein. Betrachtet man die Gaue im einzelnen, so sollte der Anteil fälischer Bewohner cheruskischen Ursprungs in den Paderborn und Minden zugeordneten Gauen konstant geblieben sein und auch wenn sich unter den Ostfalen engrische Spracheinflüsse auswirkten, so machte sie dies nicht zu Engern. In den den vorgenannten Diözesen zugeschlagenen Gauen westlich der Weser lebten Engern und Ostfalen das typische Leben in einem Grenzbereich, wobei der östlich und westlich der Weser befindliche Auguenser Gau in dem man nicht nur einen klassischen Cheruskergau sehen darf, sondern auch das varianische Sommerlager vermuten darf, charakteristisch ist. Aber auch im einstigen Cheruskerbecken um Steinheim machte sich der engrische Spracheinfluss bemerkbar was den ostfälischen Dialekt nach Osten verdrängte. Auf Basis unseres Wissenstandes der sich aus historischen Quellen erschließen lässt und in Verbindung mit der markanten Landschaftsstruktur der Egge wird erkennbar, dass in antiken Zeiten auch der westlich der Weser liegende Nethegau von Cheruskern besiedelt war, bevor sich durch den Zuzug der Angrivariern unbekannten Ausmaßes die Zusammensetzung Bevölkerungsanteile verschob. Erst am Rand des 1266 Suderland genannten Sauerlandes und im Bereich der Diemel an der Grenze zum Hessigau soll die engrische Einflussnahme geendet haben wobei der Warburger Dialekt immer noch stark ostfälisch geprägt ist. Es war vor allem die fruchtbare Warburger Börde innerhalb des Nethegaus in dem die Franken ihren Einfluss besonders deutlich werden ließen und die Territorien des sächsischen Hessengau und des fränkischen Hessengau schufen denen, da schwer begründbar wohl Macht politisches Kalkül zugrunde lag um die dort siedelnde unbotmäßige fälisch/engrische Bevölkerung im weltlichen und kirchlichen Sinne besser domestizieren zu können. Daraus spricht, das, dass administrative Umsetzen für die Karolinger eine „Heidenarbeit“ war und nur in Zusammenarbeit mit dem Klerus gelingen konnte. Das Bistum Paderborn unterstand nach seiner Gründung im 8. Jahrhundert durch Karl den Großen der Kirchenprovinz Mainz und ist heute Hauptort einer eigenen Kirchenprovinz während die Diözese Hildesheim dem Erzbischof von Mainz und die Diözese Minden dem Erzbischof von Köln unterstellt ist. Zur Strukturierung der Kirchensprengel dienten die überkommenen Gaue als Bezugsgröße und Orientierung und das Aufleben des Althergebrachten aus einst heidnischen Stammestraditionen stand bekanntlich unter Strafandrohung. Missionarisches wirken wurde begleitet von den Vorgaben Karls des Großen um im Zuge der Nachkriegsordnung das Entstehen neuer Gefahrenherde auszuschließen. Trotz gemeinsamer Interessen führten die Grenzziehungen zwischen den kirchlichen Provinzen und den weltlichen Territorien zu politischen Spannungen und waren daher nicht deckungsgleich. So wird man die gewachsene Bindungen der Stämme und Sippen untereinander sich Möglichkeit unterbrochen haben und schreckte dabei auch nicht vor dem Mittel der Zwangsumsiedlung zurück. Aber nicht nur das Grenzgebiet zwischen Engern und Ostfalen nordwestlich des Harzes auch das „cheruskische Erbe“ südwestlich davon stellte für die neuen Machthaber eine Herausforderung dar. Denn auch dort galt es mit Hilfe der diözesalen Zuordnungen sowohl die Einflusssphären zu wahren als auch darauf zu achten zukünftige Konfliktherde zu vermeiden. In diesem Sinne teilte man die Landschaften auf und isolierte sie sogar in dem man etwa den im Kern ostfälisch geprägten südlich gelegenen Leinegau, bzw. Lochne Gau schlug in dem die engrische Besiedlung keine sprachlichen Einflüsse hinterlassen hat und der der Diözese Hildesheim zugestanden hätte, der nördlich orientierten „Engerndiözese“ Minden zuschlug. Ein Muster vergleichbar mit dem der Diözese Minden zugeordneten Tilithi Gau in dem man ebenfalls ostfälisch sprach. Obwohl die klassischen ostfälischen Regionen der Diözese Hildesheim zugestanden hätten schien man sie zerpflücken zu wollen und schlug große Bereiche nicht nur den Bistümern Paderborn oder Minden zu. So machte auch das Erzbistums Mainz direkte Ansprüche geltend in dem es den ostfälischen Liesgau, den Rittigau den Suilber Gau, sowie den Gau Morunga beanspruchte. So wurden ostfälische Gaudistrikte auf Anordnung der Erzbistümer neu gegliedert, sodass die von der späteren Kartographie skizierten Grenzen mehr den politischen Zielen und Interessen entsprachen aber nicht die Realität ihrer Bewohner wider spiegelten. Die einst cheruskischen Kerngebiete nördlich des Harzes wo deren Dialekte ins ostfälische übergingen waren von der engrischen Zuwanderung nicht betroffen. Die Ausrichtung ihrer Gaue orientierte sich auch an den vom Harz ausgehenden Flussläufen wodurch sich Nordsüdstrukturen abzeichnen was ihren Zuschnitt beeinflusste. Vor dem Hintergrund der nicht unerheblichen Distanzen bis zum im Nethegau vermuteten Varusschlachtfeld ist infrage zu stellen, ob sich die nördlich des Astfala Gau befindlichen Gaue noch zum Herrschaftsgebiet der Cherusker rechnen lassen, oder ob nahe dem Bardengau bereits elbgermanische Machtverhältnisse griffen bzw. diese Stämme auch nicht an dieser Schlacht teilnahmen. Der östlich an den Astfala Gau angrenzende schmale aber etwa 60 km lange Lier – auch Lera genannte Gau basierte auf der landschaftlich vorgegebenen Fließrichtung der Oker und befand sich westlich von ihr. Er begann bei Vienenburg und endete im Norden an der Aller. Die Oker trennte die Elb – von den Wesergermanen und die Formgebung des Gau dürfte eine Abschirmungsabsicht nach Osten zugrunde gelegen haben, die auch strategisches Denken vermuten lässt zumal dem Gau in der Literatur berechtigterweise die Funktion einer Grenzmark zum östlich der Oker befindlichen elbgermanisch orientierten Derlingau zugeschrieben wird. Um auch die östlichen Außengrenzen des cheruskischen Siedlungsgebietes zu fassen geben die antiken Quellen Hinweise wonach das Stammesgebiet der Cherusker an den Wohngebieten suebischer Teilstämme endete. Ptolemäus hielt sie im 2. Jahrhundert kartograpisch fest und nannte sie Sueboi Angiler bzw. Angeiloi, während Tacitus sie Suevi Anglier bzw. Anglii nennt. Im Zuge erster Verschriftungen wurde 934 ein „pago suevi“ gleich Schwabengau im Nordharz östlich von Quedlinburg genannt, den man als Relikt dieser Zeit ansehen könnte. Forschungen zeigten zudem eine Verbindung zwischen dem völkerwanderungszeitlichen Stammesgebiet der Sueben auf der iberischen Halbinsel ins Bodetal im nördlichen Harzvorland. Die Nibelungensage dessen älteste Teile ins 5. und 6. Jahrhundert zurück greifen erwähnen im Zusammenhang mit der Drachentötung einen Suavawald. Die Theorie geht davon aus, dass sich die Inschrift "CIVITATEM ISTAM TV CIRCUMDA DNE ET ANGELI TVI CVSTODIANT MVROS EIVS" im Corveyer Westwerk auf diesen Teilstamm bezieht und die erwähnten Mauern des Kaisers die Bewohner vor ihnen schützen sollten. Während das Stammesgebiet der Cherusker an der Oker endete reichten ihre Einflussgebiete weiter und gingen im Norden in die der Langobarden über wobei an der Aller ihre Grenzen lagen und die Gaue Moltbizi und Muthwide vermutlich nicht mehr zu ihrem Stammesgebiet zählten, obwohl man sie gemäß der im Mittelalter erstellten Karte der Diözese Hildesheim zuschlug. In der Regel waren es Flüsse oder Höhenrücken mit denen sich Herrschaftsbereiche wie die Hastfala Region abgrenzte, sodass sie nach Westen aus Leine, Haller und dem Ith bestanden, womit das Stammland der Cherusker die in den Falen weiter lebten abgesteckt wäre. Eine Region die zu ihrer Zeit noch nicht den gesamten Komplex umfasste, der sich heute Ostfalen nennt. Aber ein Gebiet in dem sich die Hastfalen gegen die engrischen Zuwanderungen behaupten wollten und konnten auch wenn ihnen der Klerus später den Tilithigau und den Marstemgau nördlich der Haller nahm. Fest machen lässt sich ihr Bestreben sich gegen die Engern abzugrenzen an der Grenzfestung Poppenburg die früher Bobbenburg hieß und sich unmittelbar an der Bundesstraße 1 nördlich von Burgstemmen befindet. Und noch zur Mitte des 11. Jhdt. wird die Poppenburg über die damals der sächsische Graf Brun herrschte als noch im Gau Valen liegend genannt, sich aber gleichzeitig in der Provinz Hastfala befand. Ein Gauname der in der Diözesankarte keine Erwähnung mehr findet aber bestätigt, dass noch vor rund 1000 Jahren ein „Falen Gau“ existierte auch wenn man ihn „Gau Valen“ nannte und sich darin wieder der eigenständigen Volksname Falen erkennen lässt. Nimmt man auch hier die Flüsse als Anhaltspunkte, dann war der „Valen Gau“ in dem sich der historische Ort Kemme neun Kilometer östlich von Hildesheim befindet ein von Innerste und Leine eingerahmter Gau, ein Kleingau der sich im größeren „Ducatu Gau Hastfala“ befand, den aber die Kartographie vernachlässigte. Während der Scotelin Gau seinen Namen der eingetieften landschaftlichen Lage verdankt in der er sich befindet und woraufhin man ihn Schüssel Gau nannte, könnte der Valothungo Gau für die Falenforschung aufschlussreicher sein. Da sich in der Zweitsilbe wie man es im Heliand um 830 niederschrieb das altsächsische Wort „tunga“ für Zunge verbirgt, lässt sich auch eine Verbindung zur ersten Silbe „Valo“ herstellen. Denn wer sich aus dem Zuwanderungsgebiet der Engern von Minden bzw. Rinteln kommend nach Osten wendete, nutzte die Enge zwischen Ith und Deister, erreichte dann bei Gronau die Leine, dann den bedeutenden Ort Elze und befand sich nach ihrer Überquerung im „Valothungo Gau“. Dem Gau in dem sich die Zunge ins Ostfälische änderte. Ein Gau der an der Grenze zu einem weiteren großen Dialektraum in Form eines Übergangsgebiet vom ostwestfälischen ins ostfälische lag und innerhalb des großen fälischen Sprachgebietes zwischen Wupper und Oker nachdem Abt Nikulas zwischen 1151 und 1154 die Grenze vom südniedersächsischen Sprachraum in den Ostwestfälischen bei Minden übertrat den zweiten Große Sprachkomplex innerhalb des Niederdeutschen bildete. Somit wird in cheruskischer Tradition erkennbar, dass deren Gaue einst bis zum Hellweg „vor dem Santforde“ reichten. Burgstemmen am östlichen Leineufer für das die Poppenburg Namensgeber war, war ihre Grenzfestung wo man den Versuch unternahm sich gegen unerwünschte Einflüsse aus dem Westen zu „stemmen“. Anzunehmen, dass sie auch gegen die Engern gerichtet war von denen man sich immer schon scheiden wollte wie es der Angrivarierwall im Jahre 16 + andeutet. Die besondere Lage der Poppenburg deutet darauf hin, dass es am dortigen Leineübergang bereits in Cheruskerzeiten militärische Vorgängerstrukturen mit Bollwerkfunktion gegeben haben könnte. Ein strategischer Punkt, der sich in einer heiklen Eck- und Grenzlage zu den beiden nördlich siedelnden Völkern der Langobarden und Angrivarier befand. Nur 3 Kilometer nördlich des Valothungo Gau gelegen besaß die Burg für die Region eine zentrale Bedeutung und obwohl sie nach der Diözesankarte im Hastfala Gau lag, wird sie im Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim sowohl als im Scotelin Gau als auch im Valen Gau befindlich erwähnt was wieder die überordnete Stellung der „Provinz Hastfala“ verdeutlicht die über den Kleingauen stand. Grundsätzlich ist bekannt, dass es in früheren Zeiten harte Grenzen die sich in Dialekten widerspiegelten und sogar zwischen den kleinsten nahe beieinander liegenden Dörfern gab, die notfalls auch mit Gewalt verteidigt wurden. Rivalitäten, die sich über Jahrhunderte fortsetzen konnten. Trotzdem dürfte es immer wieder zu Verschiebungen sowohl innerhalb der ostfälischen Gaue als auch unter den Ostwestfälisch und Ostfälisch sprechenden Menschen in den einzelnen Dörfern und Ansiedlungen gekommen sein. Als Karl der Große Ende des 8. Jhdt. die Verhältnisse nach seinen Vorstellungen regelte war die engrische Zuwanderung in die einst von Falen besiedelten Landschaften zum Stillstand gekommen und so dürfte sich mit der Einführung fränkischen Rechts die Abgrenzung nach der Diöcesankarte zwischen dem Territorium von Engern/Falen und dem östlich angrenzenden Falen in ihren Grundzügen verfestigt und nicht mehr verschoben haben. Die Konturen des Cheruskerlandes erscheinen nun plastischer erstreckten sich vor dem Zuzug der Engern ab dem nördlichen Windschatten des Harzes bis an die Egge, im Nordwesten könnten sie im Steinheimer Becken geendet haben, wo die Keramikstudie von Raphael von Uslar greift und reichten im Süden bis an die nennen wir sie mal „zweite keltische Auffanglinie“ bzw. die hessische Dialektgrenze im Diemelbereich. Sind es heute die seltenen Erden, dann waren es damals die Bleivorkommen um Brilon, die Goldadern an der Itter, die Eisenerzgruben an der Diemel, die Silberminen bei Goslar die es galt vor 2000 Jahren in den römischen Machtbereich einzugliedern bevor man den Blick auf die weiter östlich liegenden Bodenschätze des Harzes wie Zink oder Kupfer bzw. darüber hinaus richten konnte. Ebenso hatte man die Salzlagerstätten auch östlich der Weser und ihre wirtschaftliche Bedeutung im Auge und trachtete nach deren intensiver Ausbeutung so, wie es auch die lothringischen Salzvorkommen in augusteischer Zeit belegen. Aber solange sich die attraktiven Rohstoffe in von Cheruskern beherrschten oder in von ihnen beeinflussten Regionen befanden, waren sie nur in Abstimmung mit ihnen nutzbar und das heutige Ostfalen wirkte wie eine Barriere auf dem Weg dahin. (18.02.2026)
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