Dienstag, 13. Januar 2026
Odin Gott oder Stammvater der Cherusker ?
Bevor innerhalb dieses Blogs die Forschung nach dem Verbleib der Cherusker über den Ursprung und ihr mögliches Aufgehen in den Ostfalen fortgesetzt wird, soll einer nennen wir es mal Erscheinung der Vortritt gelassen werden die ihren Weg in unser Vorstellungsvermögen fand als man die Geschichte noch Sage nannte und Gottsein und Menschsein miteinander zu verschmelzen schienen. Und natürlich soll die zweifellos provokant gewählte Überschrift dazu ermuntern Festgefahrenes noch einmal neu zu überdenken. Das der Gestalt des Odin von der je nach Interpretation, Quellenstudium, Region oder Dialekt auch andere Namen bekannt sind, hier ein eigenes Kapitel gewidmet wird liegt an den diversen Hinweisen über die er sich mit den einstigen Wohngebieten der Cherusker und deren Nachfahren in Verbindung bringen lässt. Obwohl sich in den später auch nieder geschriebenen Sagen keine Indizien dafür finden lassen, dass Odin ein Gott gewesen sein könnte, so ist die moderne Wissenschaft doch mehrheitlich davon überzeugt, dass man dies um die „germanische Jahrtausendwende“ angenommen haben könnte. Grundsätzlich und im Allgemeinen muss die Forschung der Sagenwelt kritisch gegenüber stehen, wenn es um ihre historischen Belastbarkeiten geht, forscht dann aber was Odin anbelangt unbeirrt und äußerst akribisch nach allem aus dem sich ableiten lässt, dass man Odin zu Zeiten der Germanen für einen Gott gehalten haben könnte. Tun wir aber unseren Altvorderen kein Unrecht und lassen ganz so wie es auch gewesen war Odin einen Menschen sein. Vor dem Hintergrund betrachtet, dass sein Gottsein bereits von den beiden mittelalterlichen Hauptgewährsmännern Saxo Grammaticus und Snorri Sturluson die sich mit ihm beschäftigt hatten angezweifelt wird, sollte man ruhigen Gewissens die Suche nach einem Gott Odin einstellen und nach dem Menschen Odin Ausschau halten. Das man es trotzdem vor allem populärwissenschaftlich immer noch tut und sich auf alles stürzt womit sich begründen lässt, dass man Odin in der Altwelt für einen Gott gehalten haben könnte, könnte u.a. daran liegen, dass der Volksmund auch heute noch verherrlichen mit vergöttlichen gleich setzt zumal auch Menschen das Attribut der Anbetungswürdigkeit zugestanden wird. Aber auch Menschen die man vergöttlicht oder gar anbeten möchte bleiben Menschen. Auch früher schon sehnte sich die in uns allen schlummernde kindliche Seele und das bis ins Erwachsenendasein hinein nach einem höheren Wesen von der es sich eine Antwort auf die Frage der eigenen Existenz erhofft, aber damit lässt sich nicht die irrational erscheinende Suche nach einem frühen Gott mit Namen Odin erklären. Zwar dachten auch die damaligen Völker die Lösung für vieles im Überirdischen, den Gestirnen oder den Naturgewalten finden zu können, sahen aber im irdischen Odin nie die Göttlichkeit, denn dieser Mann war menschlicher Natur. Kratzen wir also an unserer Zivilisationstünche dann begegnen wir schneller als gedacht dem alt bekannten Vorzeitmenschen der uns still daran erinnert, dass wir auf der Suche nach der Allmacht dieser keinen Schritt näher gekommen sind. Beruhigend zu wissen, dass dies trotz aller Überzeugungskunst auch den weltweiten Konfessionen und Religionsströmungen noch nicht gelungen ist. Mit der Distanz wuchs unsere Ehrfurcht und mit der Unbegreiflichkeit die Angst vor den Urgewalten. Unwissen, dass sich im negativen Sinne immer schon leicht zunutze machen ließ. Menschen die eine besondere Aura umgab die ihrer Zeit voraus waren etwa weil sie fortschrittlichere Kulturen kannten und die ihren Verstand und ihre Kenntnisse einsetzten standen, wie es wohl auch bei Odin der Fall war, zu Recht an der Spitze von Sippe und Stamm. Er konnte rhetorisch überzeugen, hatte die beste Chance sich einen Platz im Langzeitgedächtnis der Völker zu sichern war aber nicht das, was die Menschen die ihn noch vor Augen hatten einst ihn ihm gesehen haben könnten. Standen die Sterne günstig befanden sich unter jenen die später Geschichte schrieben immer Menschen, denen es über ein die Generationen übergreifendes Erinnerungsvermögen gelang wie unsterblich zu erscheinen, da man Kraft ihrer einstigen Fähigkeiten auf ewige Zeit an sie denken wollte. Schmückendes Beiwerk inbegriffen und der Mensch könnte mit ihrer Hilfe seine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod erfüllt sehen. Aber suchen wir nicht länger nach Göttern wo keine sind, sondern halten Ausschau nach Menschen die uns etwas zu sagen hatten, die besondere Leistungen erbrachten, die uns weiter brachten, die vom Zeitgeist begünstigt waren denen es vergönnt war Messias artig in der passenden Epoche die Bühne der Geschichte betreten zu haben und die Botschaften verbreiteten die überzeugten. In dieser Hinsicht haben uns die Weltreligionen auch die eine oder andere positiv besetzte Person genannt, von der man sich führen lassen wollte und an denen sich unser Leben hilfreich ausrichten lässt. Nachweisbares mit Substanz war zwar auch für den einfachen Menschen wünschenswert wenn er glauben wollte, aber nicht unabdingbar. Aber spätestens nach einigen Generationen sollte sich auch der letzte darüber bewusst geworden sein, wie es auch Saxo und Snorri erging, dass vieles von alledem nur dem Wunschdenken und der Vision entsprang. Und auch heutzutage sollten wir uns diese Objektivität eingestehen. Aber mitnichten, denn Vorstufen der Göttlichkeit inform von Heiligsprechungen erhalten sich sogar bis in unsere Zeit hinein. Besonders übermütige vor allem aber mächtige Gestalten der Geschichte mochten nicht auf ihren Tod warten und schwangen sich schon zu Lebzeiten auf den höchsten Thron, da sie sich ihrer späteren Vergöttlichung mehr oder weniger sicher oder unsicher waren. Aber nur die Nachwelt entschied letztlich wer zum Gott taugte und wer in der Versenkung der Zeit verschwand. Ziel aller war es mit verklärtem Blick vor allem hinter den Naturgewalten das Wirken von Gottheiten erkennen zu wollen und nicht nur Kaiser Augustus wäre gerne einer jener gewesen, der sich dieses zu Lebzeiten innigst gewünscht hätte aber auch seine Vergöttlichung fand ein Ende. In den Naturgewalten göttliche Hand sehen zu wollen darf man unseren Altvorderen nachsehen, müssen aber dem vermenschlichten Gott eine Absage erteilen, denn diese Art von Göttern waren immer schon Menschen. Nur lange genug unserem Blickfeld entschwunden zu sein ist kein Argument um anzunehmen, unsere Vorfahren hätte in Odin einen Gott gesehen. Aber obwohl Sturluson und Saxo es früh entlarvten trug der Gedanke Früchte und wer heute das Wort Odin oder Wodan hört verbindet es sofort mit dem Namen des germanischen Hauptgottes und macht sich, da es überall so zu lesen ist, keine weiteren Gedanken mehr darüber, ob es sich nicht vielleicht auch bei ihm nur um einen Menschen gehandelt haben könnte. Anders als die germanischen, römischen und keltischen Götter die die natürlichen Prozesse verkörperten wie etwa Donar der für Blitz und Donner stand, oder jene die die Fruchtbarkeit symbolisierten und wozu leider auch der Gott des Krieg gehört, so war diese Gestalt anders. Sie stand für menschliche Verhaltensweisen und Eigenschaften wie Wissen, Intelligenz und Fähigkeit die man in früheren Zeiten schnell mit Zauberkraft und Magie in Verbindung brachte und vertrat natürlich auch die kriegerischen Wesenszüge in uns. Aber Odin war von realer Natur, seine Existenz war für die Germanen greifbarer und dies war auch noch über eine lange Zeit den nachfolgenden Generationen bewusst, da man ihm unverhofft am Wegesrand begegnen konnte. Die Ursache dafür, dass man diesem Menschen und ohne das er ein Gott war gerne ein gottgleiches Erscheinungsbild verlieh muss daran gelegen haben, dass er in seiner Zeit heraus ragendes vollbracht hat. Aber die heutige Forschung lässt trotzdem nicht locker und der erste Hinweis den sie aufgriff in Odin einen Unsterblichen, also den vermeintlichen Gott der alten Mythologie sehen zu können, stammt aus dem 5. Jahrhundert und wurde auf einer Runeninschrift im dänischen Vindelev entdeckt. Ihr lässt sich der im Runentext des älteren Futhark geschriebene Halbsatz entnehmen der transliteriert, also buchstabengetreu in eine andere Schrift übertragen „iʀ Wōd[i]nas weraʀ“ lautet. In der Übersetzung liest er sich „er ist Odins Mann“ was sich vermutlich auf einen lokalen Herrscher beziehen lässt. Zunächst ist festzustellen, dass hier eine Person genannt wird die man mit Wōd[i]nas übersetzt hat, wonach man ihn fortan Wodanaz nennt und das darin erkennbar der Name Odin ruht. Es verwundert jedoch aus dieser vage zu nennenden schriftlichen Überlieferung ableiten zu können, es habe sich bei Wōd[i]nas respektive Odin um einen Gott gehandelt und das nur, weil man einen Stammesführer als Odins Mann bezeichnet hat. Genau so gut, kann dieser lokale Herrscher einem höheren Anführer unterstanden haben der sich Odin nannte, aber bei weitem kein Gott war. Den Altvorderen zu unterstellen und daraus den Wunschgedanken zu entwickeln, man hätte hier einen Bezug zu einem Gott herstellen wollen, obwohl der nur einer höheren Hierarchie hätte entstammt sein können verdeutlicht das Dilemma. Einer Bügelfibel aus Nordendorf deren zeitliche Bestimmung unklar ist und die entweder aus dem frühen 7. Jahrhundert oder der Zeit zwischen 560 - 585 stammen soll sind die Worte „logaþore wodan wigiþonar“ zu entnehmen. Während das Wort „wodan“ hier unstrittig ist und das Wort „wigiþonar“ für Donar stehen dürfte, wird das Wort „logaþore“ kontrovers diskutiert. Auch der Hinweis darauf, dass diese Wodan oder Odin genannte Person über die Jahrhunderte betrachtet immer noch eine große Bedeutung für die Menschen hatte macht aus ihm noch keinen Gott. Gleiches gilt auch für eine weitere in Runen verfassten Inschrift auf einem Schädelfragment aus dem dänischen Ribe aus der Zeit um 725–750 n. Chr. der sich ebenfalls deutlich der Name Odin entnehmen lässt. Insgesamt betrachtet lässt sich sagen, dass es da eine Person gab die unter unseren Vorfahren schätzten, die eine besonders hohe Anerkennung genoss und deren früheste Schreibweisen mehr auf Wodan als auf Odin hinaus liefen. Und auch wenn hier der Name „wodan“ einmal im Zusammenhang mit dem germanischen Donnergott Donar fällt, so lässt sich dem nicht entnehmen, dass es sich bei „wodan“ auch um einen Gott handelte. So wusste man in antiker Zeit lediglich das die Germanen Naturgottheiten kannten wie möglicherweise Ostara während Tacitus einen besonders hoch stehenden, namentlich aber nicht benannten unter ihnen mit dem römischen Gott Merkur verglich was vielfach dazu verleitete annehmen zu dürfen Mercurius wäre mit Wodan identisch. Eine Vermutung aber eher eine Fehlannahme die sich durch die Geschichtsforschung zieht. Unbenommen zahlreicher Thesen und Theorien über sein Wirken, wie und wo er an seinen Namen Odin oder Wodan kam oder was die Sage über ihn wusste bleibt vieles zunächst hinter der Frage zurück was diesen Mann zu seiner Berühmtheit verhalf, was er also an Besonderem leistete. Ließe es sich begründen also untermauern, dann gelänge es auch neues Licht in die uns weitgehend unbekannte Welt der Cherusker und ihre herausragenden Leistungen im Abwehrkampf gegen eine höher zivilisierte und besser gerüstete Macht am Anbeginn frühdeutscher Geschichte zu bringen denn unter ihnen könnte er gelebt haben. Möchte man die von Odin erbrachten Leistungen nach heutiger Lesart aus dem Sagenkomplex lösen, dann scheint es als habe er damals Grundlegendes für die Orientierung der damaligen Gesellschaft geleistet und damit in ihrer Welt für eine gewisse Ordnung gesorgt. Was für das alte Germanien bahnbrechend klingt könnte es auch gewesen sein und wäre allein schon hinweisgebend dafür, warum die Völker der Zeit zu ihm aufgeblickt haben könnten. Kaum vorstellbar und noch weniger zu erwarten wäre demnach welch hohe Kulturstufe der germanische Fürstenadel bereits in vorchristlicher Zeit erreicht haben müsste, wenn er einen derart weitsichtigen Mann hervor bringen konnte, wenn er nicht zugewandert wäre. Odin war demnach ein Gewinn für das soziale Gefüge einer im Umbruch befindlichen Gesellschaft die vor allem aus bäuerlichen Strukturen bestand sich aber nach Schutz und zentraler Ordnung sehnte und es in Odin fand. Dank seines Wissen und seiner Weisheit mit der er die Menschen führte und sie lehrte verhalf er ihnen gegenüber benachbarten Völkern zu einem Vorsprung. Da er sich aufgrund seiner Herkunft über die zunehmende Bedeutung der Schrift bewusst war soll er seinem Volk die Nutzung der Runen beigebracht haben, verhalf ihnen vermutlich auch zu neuen Brautechniken und soll ihnen möglicherweise auch die Herstellung eines mit Honig versetzten Getränkes, den Skaldenmet erklärt haben. Eine schmackhafte Flüssigkeit deren Rezeptur unter ihnen bislang unbekannt war und die was wenig verwundert die Dichtkunst und Weisheit gefördert haben soll. Und es war ebenfalls eine Errungenschaft die wie so vieles mit Zauberei in Verbindung gebracht wurde. Er versammelte nicht nur die besten Kämpfer um sich die er diszipliniert anführte und die daher auf dem Schlachtfeld überlegen waren. Er verstand sich wohl auch in den Dingen. was die Nutzung diverser Stimulantien anbelangt da der Berserkergang mit ihm in Verbindung gebracht wird. Kämpfer die sich vor der Schlacht in einen rauschartigen Zustand von rasender Wut versetzten um Schmerz unempfindlicher kämpfen zu können. Eine Methodik auf Basis von Tetrahydrocannabinol dem Hauptwirkstoff der Hanfpflanze wie sie auch schon Herodot von den Skythen beschrieb und wie sie sich in der Kaukasus Region nachweisen ließ. Dazu passt zweifellos der Begriff "Furor Teutonicus" den Lukan im 1. nachchristlichen Jahrhundert prägte. Zudem verstärkte Odin die religiösen Vorstellungen der Menschen im Sinne kosmischer Ordnung und lieferte seinen Untertanen die Theorie einer Schöpfungsgeschichte in Verbindung mit einem Leben nach dem Tod  bzw. dem  erlösenden Gedanken auf ein Weiterleben in Walhall. Führungsqualität und strategisches Raffinesse im Umgang mit Feinden brachte ihm den Ruf eines versierten Schlachtenlenkers ein was in damaliger Zeit von existenzieller Bedeutung war. Seine Leistungen fielen in die Zeit vor der germanischen Jahrtausendwende als Rom noch weit von der Weser entfernt agierte und damit begann die keltischen Arverner und Allobroger zu unterwerfen. Odin den neben seinen Kampfgefährten den Asen, auch seine Brüder Vili und Ve nach Norden begleiteten befand sich aufgrund einer zurück greifenden zeitlichen Recherche die auf der Völsunga Sage beruht um das Jahr 126 vor Chr. im Alter von etwa 25 Jahren in den besten „Kämpferjahren“. Um das Jahr 120 n. Chr. begann vermutlich durch umfängliche Klimaveränderungen in Verbindung mit Sturmfluten, vielleicht auch aufgrund von Überbevölkerung eine unruhige Zeit in der diverse germanische Stämme vor allem die Kimbern, aber auch die Teutonen und Ambronen ihre Wohngebiete in Meeresnähe im heutigen Jütland und der norddeutschen Bucht auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen verließen. Dabei zogen sie möglicherweise auf breiter Front entlang des Elbtales südwärts und kamen durch die Stammesgebiete der Elb - und Weseranrainer. Ob dies friedlich verlief bzw. sie schon hier den Gedanken an Sesshaftigkeit verfolgten ist denkbar, sodass die Cherusker im Zusammenwirken mit den Elbgermanen am Beginn der Mittelgebirge die ersten Stämme gewesen sein könnten, die sich ihrem Zuwanderungsdruck aus dem Norden entgegen stellen mussten. Eine Epoche in der Abschreckung und Kampfqualität verbunden mit Verhandlungsgeschick gefragt war und in der sich Odin neben seinen übrigen Talenten auch auf kriegerischem Terrain besondere Verdienste erwarb. So profitierten die Cherusker von seinen Kenntnissen und Erfahrungen, sowie den taktischen und waffentechnischen Qualitäten die er sich nicht in Germanien aneignen konnte was auf Einflüsse höher entwickelter antiker Völker hinweisen könnte wo man es mit Feinden zu tun hatte die sich mit den Germanen nicht vergleichen ließen. Darüber hinaus nutzte man das was die keltische Schmiedekunst hinterlassen hatte, so dass die Cherusker schon in dieser Zeit an Ansehen gewannen. Wissen das sich in Achtung verwandelte, sich übertrug und ihnen später dabei half sich gegen die römischen Eroberer zur Wehr setzen zu können. Odin der Snorri Sturluson folgend zunächst aus dem Südosten kommend nach Saxland einwanderte und später das dänische Seeland erreichte wo man in Lejre eine silberne Figur aus dem Jahr 900 n. Chr. fand die eine Gestalt auf einem Thron flankiert von zwei Vögel zeigt die als die Kolkraben Hugin und Munin interpretiert werden, zog zahlreiche Völker in seinen Bann und inspirierte sie mit seinem Auftreten und seinen Taten, sodass man sich an ihm orientieren wollte. Obwohl der Recherche zufolge Voden/Odin nie angelsächsischen Boden betrat ist es bezeichnend, dass sich fasst alle angelsächsischen Kleinreiche wie etwa Wessex in ihren Chroniken darauf stützten von Voden abzustammen um davon im Mittelalter Herrschaftsansprüche ableiten zu können und selbst innerhalb des britischen Königshauses Windsor wird gerne eine legendäre Verbindung bis zu Odin gezogen. Die frühen Könige von Kent, die Oiscingas darunter Hengest und Horsa sahen in Voden ebenfalls ihren Urahn. Aber auch Mercia, East Anglia und Northumbria dokumentierten Voden in ihren Ahnengalerien. Abstammungsmythen die aus Altsachsen oder dem skandinavischen Norden die Insel erreicht haben dürften und die wie sich sprachlich erkennbar macht bevorzugt aus Engern und Falen einwanderten. Odin wird als Stammvater der großen skandinavischen Dynastien beschrieben und auch einige mittelalterliche zentraleuropäische Adelshäuser schmücken sich aufgrund weitreichender Heiratsverbindungen gerne mit den genealogischen Traditionen der legendären Stammbäumen die sich auf die frühen germanischen Wanderkönige beziehen.  Der gemeingermanische Name Wodan erscheint nicht in der isländischen Edda Saga in der die nordgermanische Form Odin angewendet bzw. bevorzugt wird. „Erst als die Sage schreiben lernte“ wurden die bis dato nur gesprochenen Worte Wodan bzw. Odin auch zu Papier gebracht, sodass in Germanien vor der geschriebenen Geschichte das Gesagte steht und über die Vorgeschichte berichtet. Es ist wie dargestellt der Wunsch der Historiker in unseren germanischen Altvorderen religiöses Denken aufspüren zu wollen was sich in der Existenz gottgleicher Gestalten widerspiegeln könnte. Das hinter den Naturereignissen höhere Wesen stehen mussten gehörte in früheren Zeiten zur allgemeinen Denkungsweise, aber je weiter sich eine Zivilisation entwickelte um so voller wurde der Götterhimmel samt ihrer Namensvielfalt und ihren diversen Zuständigkeiten was die Aussagekraft der Sage verwässerte und worunter das historisch Auswertbare litt. Aus der Völsunga Saga die zwischen 1250 und 1300 nieder geschrieben worden sein soll geht der Stammbaum eines germanischen Fürstengeschlechtes hervor das man im deutschen Sprachraum Wälsungen nannte. Ein Name in dem der althochdeutsche Begriff „wälsen“ ruht, der auch aus der Wandersprache der Handwerker bekannt ist, die sich auf der Walz befanden was auf die einstigen Wander- bzw. Einwanderungsbewegungen der Wälsungen hinweisen könnte und zu Odin passt in dem die Überlieferungen seit jeher den unsteten Wanderer und Reisenden bzw. den Einwanderer aus fernen Welten sahen. Odin war darin kein Gott, sondern der Gründervater einer tonangebenden Sippe und wenn man der Theorie folgt, dass es sich bei dem darin genannten Sigmund um Sigimer handelte der den größeren Anteil am Sieg über Varus hatte und der aus Sicht der Germanen auch der war, der den Drachen tötete. Er war nach den ebenfalls erwähnten Odin Nachfahren Sigi, Rerir und Wölsung der letzte auf der Liste und somit der Vater des jungen Mannes den die Nachwelt für den Drachentöter hielt, den man Arminius nannte während sein germanischer Name dialektisch ausgesprochen vermutlich Sichfrit hieß, vor dem die Überlieferung abriss und der im Zuge der Christianisierung zum Erzengel Michael mutierte. Somit lässt sich vorsichtig auch das Alter von Odin bestimmen und je nach dem wieviel Jahre man einer Generation geben möchte, könnte seine Geburt wie dargestellt zwischen 141 und 146 v. Chr. gelegen haben. In dem man in ihm auch den Stammvater der Cherusker erkennen möchte interessiert auch was man über sein Leben weiß bzw. was sich über seine Herkunft rekonstruieren lässt. So haben sich Teile der Wissenschaft aufgemacht Beweise dafür zu erbringen, dass schon Snorri Sturluson im 13. Jahrhundert mit seiner Vermutung Odin wäre ein Mensch und kein Gott gewesen richtig gelegen haben könnte. Auch der umstrittene „Experimental Archäologe“ Thor Heyerdahl der über seine Forschungen verstarb war bemüht und beteiligte sich daran Argumente für seine körperliche Existenz zu sammeln um in Wodan den Menschen ausfindig zu machen, jenen rastlosen Wanderer der einäugig und mit wallendem Mantel durch die germanischen Wälder gestapft sein soll. Das er im Zuge von Ausgrabungen am Asowschen Meer nahe der Donmündung auf Wikingerfunde stieß verwundert allerdings nicht, da diese bekanntermaßen die russischen Flüsse als Handelswege nutzten, sodass die archäologische Relikte erst in nachchristlicher Zeit in den Boden gelangt sein konnten. Snorri war auch der, der die Motivation jener massiv untergrub die sich anstrengten Argumente für die Göttlichkeit eines Odin ins Feld zu führen in dem er interessante Hinweise zu seiner physischen Herkunft wusste und daher behauptete, dass sich die ursprüngliche Heimat der Odin Sippe einst hinter dem Fluss Don dem antiken Tanais befand der auch Tanakvisl oder Vanakvisl genannt wurde und ins Schwarze Meer mündet. Wir wissen nicht woher Snorri dieses Wissen hatte und man kann es anzweifeln aber es weckt den Wunsch es mit unserem historischen Wissenstand abzugleichen. Dies führt zu der Frage woher Odin kam bevor Snorri ihn am Tanais verortete, auf welchem Weg er dahin gelangte und wie er von dort in den Norden Europas kam. Da der Name von Odin erstmals in der Schreibweise Wōd[a]nas erscheint lässt sich schlussfolgern, dass sein eigentlicher Name diesem ähnelt wobei ihm die englische Version Voden am Nächsten käme. Folgt man der Darstellung des Snorri Prolog so hatte sich Odin als er die Tanais Region verließ zunächst für Saxland als seine neue Heimat entschieden bevor er weiter nach Norden zog. Der Name Saxland war in Nordeuropa geläufig und man bezog ihn im Mittelalter auf die altsächsischen Stammlande. Der Grund könnte gewesen sein, dass es Odin in diese Region zog, da es die Urheimat seiner Vorfahren war die es einst in Richtung Südosteuropa verließen wonach er zum Stamm der Bastarnen gehört haben könnte. Es geschah weit in vorchristlicher Zeit als man in Rom noch nicht an Machtgewinn und Eroberungen im Norden dachte und der griechische Kulturraum nicht nur für Rom, sondern auch für die Germanen attraktiv war. Und es waren die Bastarnen die unter Phillip V. von Makedonien der 179 – verstarb die ersten waren, die als Söldner in Südosteuropa in Erscheinung traten. Sie werden der Poienești – Lukaševka - Kultur im heutigen Rumänien und Moldawien zugerechnet die wie man anhand von Grabungsvergleichen feststellte eine Nähe zur Jastorf Kultur besaßen, die sich im Raum Uelzen nachweisen lässt, was auf ihre elbgermanischen Wurzeln hinweist. Auch Tacitus hatte dieses Wissen und bezog sich im letzten Kapitel der Germania im Zusammenhang mit den Venetern, Sueben und Fennen auch auf die Bastarnen. Er erkannte in ihnen aufgrund ihrer Sprache und Lebensweise, ihrer Kulte, sowie ihrer Ansiedlungs - und Wohnungsart Germanen, lokalisierte sie im Bereich der Ostkarpaten und an der Grenze zu Dakien und nannte sie nach ihrem einheimischen Namen Peucinen, wobei auch die Namen ihrer Anführer Cotto und Clondicus germanische Deutung zulassen. Hinzu kommt die Art ihres Kampfes die sich unter jüngeren germanischen Völkerschaften wie etwa den Alemannen  nachweisen lässt. Im Rahmen einer systematischen Einteilung der germanischen Völker erwähnt Plinius der Ältere in seinem Werk Naturalis historia (Buch IV, 99–100) mit den Bastarnen einschließlich den Peukinern auch die Cherusker. Er teilte die Germanen in fünf Hauptgruppen und fasste schon die Bastarnen die um diese Zeit nicht mehr an der Elbe, sondern an den Südhängen der Ostkarpaten und über Dakien hinaus bis zur Donaumündung lebten trotz der großen Distanz mit den an der Weser lebenden Cheruskern zusammen. In ihrer übergeordneten germanischen Gesamtheit zählt Plinius der Ältere die Cherusker zur Gruppe der Hermionen in die er auch die Sueben, Hermunduren und Chatten einbezog. Der Name Hermionen lässt sich bei genauem Hinsehen nur mit der antiken gleichnamigen griechischen Stadt in Verbindung bringen die heute Ermioni heißt. Deren einstige Bewohner hatten sich damals an der Schlacht von Salamis beteiligt und standen auch in engem Bezug zum trojanischen Krieg. Snorri stellte vermutlich deswegen auch eine Verbindung zu Troja und zur Türkei namentlich zu „Tyrkland“ her und erkannte auch die Nähe der Odin Sippe zu der Stadt die den Namen Hermione, der Tochter des Menelaos trug deren Name sich von Hermes ableitete. Es wäre eine interessante Vorstellung anzunehmen, dass sich schon die Odin Sippe dazu verleiten ließ den Namen dieser wehrhaften Stadt Hermione nach Germanien zu tragen. Die Bastarnen die dieser Theorie folgend in vorchristlicher Zeit in Gänze oder in Teilen in die Balkanregionen auswanderten wollte Perseus der letzte König des antiken Makedonien auf seiner Seite für die Schlacht von Pydna im Jahr 168 v. Chr. gegen Rom gewinnen, was ihm allerdings misslang da man sich über die Entlohnung uneins war. Möglicherweise beteiligte sich daher nur eine begrenzte Anzahl von Bastarnen daran die er bezahlen konnte, während ihre Hauptmacht in Wartestellung zurück geblieben sein könnte, die sich dann nach der für Perseus verlorenen Schlacht in ihre Siedlungsgebiete zurück zog. Denkbar ist, dass es die Odin Sippe war die für Perseus kämpfte, sodass sie in den Sog der Niederlage geriet und sie wie auch Perseus selbst nach dem römischen Sieg ebenfalls die Flucht ergreifen musste. Sie schlugen dabei einen Weg ein der sie über die Donaumündung hinaus führte wo sich der Unterstamm der Peukiner von ihnen trennte um wie überliefert auf der Donauinsel Peuke sesshaft zu werden und gelangten an den Tanais. Möglicherweise auf Druck benachbarter Völker wie der Skythen verließ die Odinsippe die Region überschritt den Dnepr und kam in der heutigen Westukraine zwischen den Flüssen Dnister und Weichsel mit der slawischen Kultur in Kontakt. Die Geburtszeit von Odin der auch Voden genannt wird ließe sich anhand der Völsungar Saga auf die Zeit zwischen 141 und 146 v. Chr. zurück rechnen, sodass er demnach etwa 2o Jahre nach der Schlacht von Pydna geboren worden sein könnte, als die Odinsippe auf dem Weg nach Saxland die slawischen Gebiete durchwanderte. Odins Vater soll der sagenhaften Borr gewesen sein der Odin vermutlich mit einer Slawin zeugte was dazu führte, dass man ihm den Namen Voden gab, das slawische Wort für Wasser. Ein Name den in späterer Zeit auch die Stadt Edessa, eine Hauptstadt im antiken Reich Makedonien trug. Wann die Schar Saxland erreichte wo dann Sigi der Sohn von Odin geboren worden wäre, käme einer hypothetischen Frage gleich aber Sigi könnte das erste in Saxland geborene Mitglied einer Dynastie gewesen sein die die Geschicke im Stammesgebiet der Cherusker lenkte und die Führung unter jenen Germanen übernahm die zwischen Weser und Elbe siedelten, nachdem Odin nach Seeland weiter zog. Die Quellen sprudelten erst als sich die römischen Historiker wach gerüttelt von den heftigen Ereignissen für die Welt der Germanen zu interessieren begannen die sie weitest gehend noch für Kelten hielten und sich die Frage stellten wie es ihnen gelungen sein könnte drei Varusarmeen auch wenn diese entleert, also nicht in Sollstärke marschierten, besiegen zu können. So suchte man nach Erklärungen für den Erfolg der Germanen ohne natürlich die Wehrhaftigkeit der eigenen Armee zu beschädigen und könnte daher auch eine Verbindung in die griechische Antike hergestellt haben, wo ein Volk lebte dessen Kriegern es ebenfalls in erheblicher Unterzahl schafften selbst gegen stärkste Gegner bestehen zu können. Die Cherusker waren ein Volk das sich ihrer stammesgeschichtlichen Tradition bewusst war und über ein Fürstenhaus verfügte, dass einst aus Südosteuropa einwanderte. Wissen, dass sich bis ins Mittelalter erhalten haben könnte. Das Alter dieses Volkes bzw. der Bezug zu Griechenland drückt sich auch über ihren lateinischen Name Cherusci aus, das sich auf ihren antiken griechischen Namen Chēroûskoi zurück führen lässt. Das Wort Chēroûs ist etwa 2.400 bis 2.500 Jahre alt und steht im Zusammenhang mit dem Wort für „Witwe“, „verwaist“ „leer“, „verlassen“ oder „beraubt“ und beschreibt im übertragenen Sinne einen Zustand des Mangels, des Getrenntseins von etwas. Etymologisch leitet es sich auch vom altgriechischen Wort chaírō ab, was „sich freuen“ oder „begrüßen“ bedeutet, sodass sich hinter dem Wort Chēroûs zwei Deutungsmöglichkeiten verbergen. Zu rätseln warum man den Germanen an der Weser ausgerechnet diesen griechischen Namen gegeben haben könnte ist müßig. Der vermutlich um 15 + in Algeciras geborene Pomponius Mela kam vor Plinius dem Älteren zur Welt und war der erste antike Historiker der die im äußersten also „ultra ultimi“ lebenden Germanen Hermionen nannte, sie unter diesem Namen für eine Gruppe germanischer Stämme anwendete und damit eine weitere Verbindung von der Weser nach Griechenland herstellte. Warum man von Pomponius Mela nur den Namen der Hermionen, aber nicht die Namen der Ingävonen für die Nordseegermanenstämme der Angeln, Friesen, Chauken und Sachsen oder den der Istävonen für die rheinnahen westlich siedelnden Stämme erfährt, über die erst Plinius der Ältere etwa 77 + und Tacitus nach 98 + berichtete ist unklar. Es könnte daran liegen, dass er sich in seinen Schriften in erster Linie auf griechische Quellen wie Homer, der auch als erster den trojanischen Krieg erwähnte stützte und wo nicht die Wurzeln der zwei anderen germanischen Hauptgruppen lagen. Es war kein Zufall, dass Mela den Namen der griechischen Hermionen für eine bestimmte germanische Stammesgruppe übernahm die wie überliefert aus Sueben, Hermunduren, Chatten und Cheruskern bestand. Das Chatten und Cherusker an der Varusschlacht beteiligt waren gilt als sicher, zudem gibt es Hinweise, dass auch Sueben möglicherweise unter ihrem Teilstamm den Angiloi teilnahmen. Des Weiteren ist es denkbar, dass die Hermunduren eine Gruppe innerhalb der Elbgermanen die östlich der Oker siedelten nach antiken Vorstellungen ebenfalls Kämpfer abstellten. Germanen die schon Ahenobarbus vor der Zeitenwende verunsichert hatte. Mela wird man später über den Verlauf der Varusschlacht informiert haben und man hielt es in jener Zeit für zutreffend, dass man derart erfolgreich agierende germanische Stämme mit den wehrhaften Hermionen von einst verglich und einen Zusammenhang herstellte, der sich durch das kollektive Gedächtnis des cheruskischen Herrschergeschlecht zog und in Arminius dem Varusbezwinger seinen berühmtesten Vertreter fand. Im Sinne dieser Theorie, dass Irmin für Armin bzw. Arminius steht, der nach der Familienchronik der Cherusker auf Segimer dem Ururururenkel von Odin folgte, wäre es eine plausible Theorie davon auszugehen, dass Irmin der Hermione wie auch sein Stammvater Odin ein Mensch war und die Irminsul noch im 8. Jahrhundert ein stummer hölzerner Zeuge dieser lange vergangenen Tradition war. Zu Zeiten des Imperiums war man in Bezug auf den Glauben der Völker freizügiger und ließ den Vielgötterglauben zu trotzdem sind keine Überlieferungen aus der Zeit bekannt aus denen sich schließen lassen könnte, dass die Germanen einen Gott mit Namen Odin oder Vodan kannten oder hatten und sie suchten daher auch nicht wie es später die Karolinger taten nach einer möglichen „Odinsul“ um sie zu zerstören. Und natürlich wusste Karl der Große es besser, denn seine Ahnin Irmina von Oeren die nur 40 Kilometer südlich seines möglichen Geburtsortes Mürlenbach in Trier lebte hätte sicherlich keinen göttergleichen Vornamen getragen haben dürfen. So ruht auch der Forschergeist bis in unsere Tage nicht um nach Argumenten zu suchen die dafür oder dagegen sprechen, dass Irmin wie einst auch Odin aus Fleisch und Blut war. Der dänische Geschichtsschreiber und Geistliche Saxo Grammaticus war etwa 19 Jahre älter als Snorri Sturluson und beschrieb in der um 1200 entstandenen Gesta Danorum das Leben von Odin. Auch für ihn war er kein Gott, sondern ein außergewöhnlicher Mensch und das nicht nur weil man in ihm einen Zauberer sah. Sein Wissenstand war auf der Höhe von Snorri und auch er hielt ihn für einen Menschen der aus Südosteuropa in den Norden gelangte wobei Saxo als Herkunftsstadt Byzanz favorisierte. Darüber hinaus verfügte er noch über weitere Informationen wonach man Odin sogar als Hochstapler identifizieren könnte und er sich zu dem moralischer Verfehlungen und politischer Intrigen schuldig gemacht haben soll, sodass man ihn möglicherweise ins nordeuropäische Exil vertrieb. Die Sage stellte es so dar als ob Odin die Magd Gefjun nach Norden sandte um zu erkunden welches Land dort lag wo zu jener Zeit ein Häuptling namens Gylfi herrschte. Möchte man es anders interpretieren, dann schickte er sie vor um für ihn die Region als mögliche Bleibe zu Erkundschaften. Gylfi soll dieser Magd Ackerland gegeben haben, dass sie mit Hilfe von vier Riesen die sich in Ochsen verwandelt hatten pflügte und das heute Seeland heißt. Und als Gefjun Odin mitteilte, dass Gylfi gutes Land besaß, ging Odin dorthin. Gylfi wiederum interessierte sich der Sage nach dafür, wo Odin und seine Männer die Asen lebten bevor sie in sein Land kamen. Anders bewertet wollte er wissen mit wem er es bei Odin zu tun hatte. So versuchte er es zu entdecken was ihm jedoch nicht gelang da sich die genannte Asenburg Walhall und alles was er dort erlebte als ein Spiegelbild erwies, dass letztlich wie ein Traum zerplatzte. Denkbar, dass man ihn beeindrucken wollte es aber letztlich nichts vorzuweisen gab. In der Sage wird der Vorgang „Gylfaginning“ genannt was für Verblendung, Betörung aber auch Betrug steht. Skjold ein Sohn Odins, erhielt später das Land das Gefjun pflügte und heiratete sie. Man möchte es heute so sehen, als ob auch Saxo damit begründen wollte, dass Odin ein Mensch war. Eine moderne Annahme die darauf fußt, dass man schon in Germanzeiten die Ansicht vertreten haben könnte Odin sei ein Gott gewesen, was keineswegs zutreffend gewesen sein muss. Woher man im 12. Jahrhundert noch so lange nach seinem Tod in Island und Dänemark immer noch diese detaillierten Kenntnisse aus seinem Leben besaß ist rätselhaft. Indem Wissen über seine Schwächen kursierte wurde der Mensch in ihm immer plastischer und der Bezug zu Troja was die Wanderung der Odinsippe anbelangt verlor an Bedeutung. Obwohl schon der Gelehrte Isidor von Sevilla der von ca. 560 bis 636 + lebte in den Germanen keine Nachkommen der Trojaner sah erhob die Fredegar Chronik die um das Jahr 660 abgeschlossen war die Geschehnisse um Troja der „Mutter aller Schlachten“ zur Abstammungslehre der Franken und auch die Briten besaßen ähnliche Vorstellungen. So werden bezogen auf die odinschen Überlieferungsstränge zwei Theorien erkennbar. Zum einen kann der Epos eines um 1200 - in der heutigen Türkei statt gefundenen gigantischen Ereignisses mit seinen Nachwirkungen in die römische Antike zur Herleitung des Namens der Hermionen geführt haben und zum anderen wäre es der jüngere Prozess gewesen der angestoßen durch die Bastarnen, der Niederlage von Pydna und die im Saxland endenden Wanderbewegungen was auch den Stammesnamen Chēroûskoi erklären würde. Was sich über die zahlreiche vor allem männliche Nachkommenschaft von Odin die im sagenhaften Kern entweder menschlicher oder göttlicher Abstammung war recherchieren lässt, so ist dies aus heutiger Sicht undurchschaubar und man kann nur versuchen es aus der damaligen Zeit heraus zu betrachten. So zeichnen sich auch hier zwei Erklärungsstränge ab wer sie bzw. was sie waren, ob man ihnen also Göttlichkeit oder Menschlichkeit nachsagen konnte. Zum einen ist auf die in mittelalterlichen Zeiten entstandene Vergöttlichung der Söhne Odins einzugehen wie es die Sagenwelt der Edda Literatur vermittelt und andererseits ist dem die als realistischer erscheinende Völsunga Sage die von einem Unbekannten verfasst wurde entgegen zu halten ist, die ohne Vergötterung auskommt dafür aber als einzige Saga die chronologische Aufzählung der Odin Nachkommen in Form einer Ahnentafel vorweisen kann und was zu ihrer Wertsteigerung beiträgt. Beide Sagenkomplexe ergänzen sich und sind auch in etwa zur gleichen Zeit zu Papier gebracht worden. Exemplarisch für die unzureichende Aussagekraft der Edda Werke ist die Gestalt des Hödur der in den isländischen Quellen nahezu ausnahmslos als Odins Sohn bezeichnet wird, während dem der dänische Chronist Saxo Grammaticus in seiner „Gesta Danorum“ davon abweicht und ihn als einen sterblichen Helden beschreibt der nicht mit Odin verwandt war. Sowohl Saxo Grammaticus als auch Snorri Sturluson hatten versucht das zu ihrer Zeit Gesagte zusammen zu fassen, aber wen sie im Mittelalter befragten bleibt ihr Geheimnis. So erwähnt nur die Edda Literatur die zwischenzeitlich in ein Stadium der Vergöttlichung übergegangenen Nachfahren des Gründervaters, während Saxo Grammaticus in ihnen keine übernatürlichen Wesen, sondern Krieger und Stammesführer folglich Sterbliche sieht. So dürfte es beide stutzig gemacht haben was sie hörten überlieferten es aber ungeachtet bestehender Skepsis so wie ihnen gesagt wurde. So befanden sich nach Snorri Stuluson unter Odins Söhnen ein Licht - ein Donnergott und auch ein Gott der Dichtkunst die sich untereinander Botschaften sandten sich aber auch teilweise gegenseitig umbrachten was aufzeigt mit wieviel Phantasie seine mittelalterlichen Zeitgenossen versucht haben die Dinge der Vergangenheit die sie noch zu wissen glaubten auf mündlichem Wege plausibel zu machen, damit man sie verschriften konnte. Je nachdem welches Alter Odin erreichte und unter Berücksichtigung einer hohen Säuglingssterblichkeit in Verbindung mit der Vorstellung, dass Odin mit unterschiedlichen Frauen Nachwuchs zeugte lässt ermessen wieviel Söhne und Töchter zu seinen Lebenszeiten zur Welt kamen. Das man seinen Sohn Heimdall einen Götterwächter nennt, der mit neun Müttern in Verbindung gebracht wird lässt den Verdacht zu, dass unter Odin Harem artige zuständige geherrscht haben könnten. Daraus, dass die Edda Sagenwelt den Odin Söhnen Götterfunktionen gab durfte man in unserer Zeit schließen, dass auch der germanische Mensch in Odin einen Gott sah. Sagen die allerdings erst im Mittelalter nieder geschrieben, aber im frühen Mittelalter entstanden und auch älter sein könnten die man sich aber erst in späteren Zeiten zugeraunt hat, als die hohe Zeit der Germanen schon lange vorbei war. Sagen die ignorierten bzw. ausblendeten, dass Odin auch menschlichen Ursprungs gewesen sein könnte, aber letztlich seine Göttlichkeit auch nicht in Frage stellen wollten. Was Island aber auch Dänemark als Gedankengut über Odins einstige Herkunft bewahrte bevor er nach Norden kam wo seine Zeugungsfähigkeit ungebrochen schien da seine Söhne nahezu alle als Gründungsväter auch der nordischen Königshäuser geführt werden ist schwer deutbar.
Sigi den die Prosa Edda also die Snorra, aber auch die Völsunga Sage als Sohn Odins führt wird in der Völsunga Vorzeitsaga als König von Hunaland bezeichnet. Eine Region hinter der sich der deutsche Norden aufgrund seiner massiven Hünengräbern aus vorgermanischer Zeit verbergen könnte. Historische Analysen stehen auf tönernen Füßen aber der Genealogie folgend könnte er frühestens Jahrgang 126 – gewesen sein, und Hunaland könnte im Gegensatz zu Frakland der Zweitbezeichung die ältere von beiden gewesen sein. Neben Sigi werden in der Snorra Edda zwei weitere Odin Söhne erwähnt. Diese waren Beldeg der nur wenn er auch den Namen Balder getragen haben sollte ein Gott war, während sein zweiter Bruder Vegdeg nicht im Verdacht steht ein Gott gewesen zu sein. Aber obwohl sie die Völsunga Genealogie nicht erwähnt müssten sie ebenfalls in vorchristlicher Zeit gelebt haben, da sie als Söhne Odins das Alter von Sigi gehabt hätten. Ihre einstigen Reiche lokalisierte man der Sage nach da wo sich im Mittelalter West – und Ostfalen befand während das Wort Frakland auch eine andere Bedeutung als Franken gehabt haben könnte. Beldeg und Vegdeg herrschten jedoch über Regionen die sich mit den einstigen Stammesgebieten der Cherusker deckten. Das die Völsunga Saga sie nicht aufführt ließe sich mit der Erstgeburt des Sigi erklären, aber das man sie für Götter hielt gibt die Interpretation nicht her. Während die angelsächsischen und skandinavischen Königshäuser die sich ebenfalls auf Odin und seine Söhne berufen nicht in den Betrachtungsraum dieser Überlegungen fallen sind hier einzig die Odin Nachfahren von Bedeutung die sich auf die Saxland Wälsunge Dynastie beziehen lassen. Eine Auflistung von Nachkommen die uns im Kern nur über die Völsunga Saga erhalten ist und die da sie nicht mit germanischen Göttergestalten in Verbindung gebracht wird als die überzeugendere von beiden wirkt. Die Franken ob Merowinger oder Karolinger wussten über die germanische Götterwelt noch weitaus mehr, als die Informanten von Snorri Sturluson und Saxo Grammaticus aber darüber hielt der neue Zeitgeist karolingischer Gewaltchristianisierung den Daumen und man achtete darauf, dass das Gedächtnis der Menschen von alledem nichts mehr bewahren konnte bzw. durfte. Da dies umfänglich gelang stehen auch nur wenige Zeugnisse zur Verfügung die es aufhellen könnten. Möchte man fündig werden dann muss man sich Einblick in die Methodik der Missionierung verschaffen. Und es ist kein Geheimnis, dass die hohen heidnischen Festtage, wenn auch unter anderem Namen und zeitlich etwas verschoben immer noch Bestandteil des christlichen Kalenders sind. Ebenso verhält es sich mit der alten Drachentötersage des Sichfrit auf Basis des Arminius an dessen Stelle die Kirche den Erzengel Michael setzte den man im Mittelalter zum Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches machte dem Otto der Große den Sieg auf dem Lechfeld verdankte und was die Verbreitung seines Kultes auch im Weserraum begünstigte. Michael war Bezwinger des Drachen und somit das christliche Gegenstück zu Sichfrit wie man ihn im Dialekt nannte. Der Michaelskult an der Weser ist historisch betrachtet ein tief verwurzeltes religiöses Phänomen und man kann sagen das überall wo St. Michael drauf steht „St. Sichfrit“ drin steckt und davon existieren insbesondere an der Weser im alten Wirkungsgebiet antik deutscher Geschichte diverse Hinterlassenschaften in Form von Michaelshäusern - Kirchen, Klöstern, Kapellen oder andächtigen Plätzen auf Anhöhungen. Ganz zu schweigen vom Hamburger Michel bzw. vom sprichwörtlichen deutschen Michel stechen im Betrachtungsraum die St. Michaels - oder St. Micheliskirchen in Höxter, in Brakel in Hildesheim, in Göttingen, Nienburg, Würgassen, Holzminden oder Seesen heraus. Heilige Stätten unter denen, möchte man sie auf den Drachentöter beziehen man auch einstige Wodanheiligtümer vermuten darf. Und in der Tat gibt es historische und geografische Bezüge zur Weser region im Kontext zum Wodanskult. Was die Bezüge anbelangt so werden oftmals Orte die mit der Silbe Boden oder Oden beginnen auf ihn zurück geführt. Und nicht nur im Weser fernen Odenwald sollen sich seine Spuren finden lassen, sondern vor allem im Weser nahen Bereich. Ob Bodenwerder, Bodenfelde Bodenstedt oder Bodenhausen schnell steckt man mit einem Fuß in der etymologischen Falle. Das es aber keine sein muss beweist der Ort Bodenhausen bei Habichtswald - Ehlen in Hessen. Das ehemalige Rittergut ist heute eine Gehöftgruppe und man schrieb es noch im Jahr 1074 „Vodenhausen“ bzw. „Vodenhuson“ bzw. um das Jahre 1081 bezeichnenderweise in seiner englischen Schreibweise. Eine Namensentwicklung die den Wandel vom mittelniederdeutschen bzw. althochdeutschen „V“ hin zum späteren „B“ verdeutlicht, sodass man annehmen darf, dass sich auch die zuvor genannten Worte mit „V“ statt mit „B“ schrieben. Ab dem Zeitpunkt als die Legionen nach 30 Jahren Krieg Germanien über den Rhein verließen endete für ihre Zivilisation schlagartig die Bedrohungslage. Aber fortan fühlten sich alle Stämme durch diesen Sieg was infolge des Rückzuges deutlich wurde ermutigt und empfanden sich miteinander gestärkt und verbunden. Man behielt aber auch in Erinnerung, wem man diesen militärischen Erfolg zu verdanken hatte und das einstige Feindbild  wich einem sich gegenseitigen beäugen. Es begannen sich die Verhältnisse innerhalb der Stämme und Völker zu verschieben manches löste sich was die Entstehung neuer Zusammenschlüsse begünstigte aus denen Machtblöcke wurden. Die nachgermanische Welt und ihre Gesellschaftsordnung trat in eine Phase der Neuorientierung und Konsolidierung in der die Begehrlichkeiten wuchsen vom römischen Leben profitieren zu wollen und der ewige Wunsch nach besseren Lebensbedingungen begann sich auf die Eroberung neuer Siedlungsgebiete zu konzentrieren. Im Sinne dieser Theorie war es die "Allianz der Hermionen" die damals den Abwehrkampf aufnahm und man war der Fürstenfamilie der Wälsungen zu Dank verpflichtet. So erkannte das kollektive Gedächtnis auch in Odin den Mann, der aufgrund seiner einstigen Autorität für alle zur Identifikationsfigur wurde, hinter der man sich versammeln konnte und griff auf ihn den legendären Gründervater und seine Fähigkeiten zurück die er an seine Nachkommen vererbte, sodass ihn seine Anhängerschaft zwar unsterblich werden ließ, aber keinen Gott aus ihm machte.  Ein angeborenes menschliches Verhalten sich von höherer Führung Stärke und Erfolg zu erhoffen. Im Zuge der Schlacht auf dem Lechfeld 955 wurde das Verlangen wieder deutlich als man christlich beseelt unter der Flagge des Erzengels Michael in den Kampf zog.  So hatte sich eine Erinnerungskultur etabliert, ganz so wie man es wieder einige Generationen später mit dem Kyffhäuser hielt unter dem ein unsterblicher Kaiser Barbarossa weiter lebte und in einen Mythos mündete. So bleibt uns praktisch nichts anderes übrig als den Fakten Beachtung zu schenken, dass sich auf die Region Ostfalen vieles konzentriert was in frühdeutscher Zeit teils als Sage seinen Anfang nahm und als Geschichte endete. Aber es ist festzustellen, dass Geschichtsforschung obwohl Wortgleich nichts mit dem Erzählen von Geschichten zu tun hat, oder etwa doch ?
(13.01.2026)

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