Mittwoch, 18. Februar 2026
Der Gau der Hastfalen - Kerngebiet der wortbrüchigen Cherusker - Aber auch ein weiter Weg zum Varusschlachtfeld.
ulrich leyhe, 23:26h
Hildesheim im Westen des „Hastfalagowe“ gelegen und rund 80 km Luftlinie vom „Prima Vari castra“ entfernt, dass sich dieser Theorie folgend bei Schweckhausen im Nethegau befand wirft Fragen auf stärkt aber die Annahme, dass sich den Legionen nur die Bewohner der Region entgegen stellten für die sich das Kampfgebiet in erreichbarer Nähe befand. Unmittelbar Betroffene die aber ausreichten um Varus mit seinen Legionen, die Tiberius zuvor in ihrer Sollstärke reduziert hatte, besiegen zu können. Die Distanz kann aber auch verdeutlichen, dass die im Süden des Stammesgebietes lebenden Cherusker maßgeblich von den benachbarten Chatten, Marsern bzw. Sigambrer unterstützt wurden. Springt man ins frühe Mittelalter um Spuren zu finden mit denen sich bestätigen lässt, dass vor den Hastfalen die Cherusker die Region bewohnten, dann muss man es auch aus der Sicht der Franken betrachten, da nur sie die Geschehnisse verschrifteten. Man darf annehmen, dass vieles an Wissen um die historischen Zusammenhänge zwischen Antike und frühem Mittelalter in den Gelehrtenstuben der fränkischen Hauptstädte bekannt war und auch, dass die im Ostfrankenreich des Lateinischen mächtigen Mönche im 9. Jahrhundert im Reichskloster Corvey wesentliche ihre Region betreffende Details aus den Zeiten der Römerherrschaft den Tacitus Annalen entnehmen konnten. Es drang jedoch nicht in die unbelesenen Schichten der einfachen Bevölkerung vor und für die Ziele der karolingischen Oberschicht besser gesagt der Soldateska war es ohnehin unerheblich, da man der Gefahr aus dem Osten endlich Herr werden wollte. Christlicherseits waren die Prioritäten, die in dem festen Bewusstsein ruhten dem richtigen Glauben zu dienen, gesetzt. Als man sich in der Renaissance nach der Wiederentdeckung der Tacitus Annalen begann für das Varusschlachtfeld zu interessieren geschah dies aus unterschiedlichen Motiven heraus, aber nicht um wissen zu wollen, wo denn die Nachfahren der einstigen Cherusker abgeblieben sein könnten. Denn während Italien nur daran interessiert war dem Trend der Zeit folgend in den Besitz antiker Werke zu gelangen war das Thema im nachmittelalterlichen „teutschen Reich“ dazu geeignet in Arminius eine Identifikationsperson für ein neues nationales Bewusstsein zu sehen. Obwohl aus dieser Zeit zahlreiche Theorien über die Örtlichkeit der Varusschlacht im Umlauf waren, lässt sich das Geschehen auf die Region beziehen die sich Ostfalen nennt. Zu Beginn der Renaissance mag es noch befremdlich gewirkt haben, aber zum Ende hin war sich die Forschung darin einig das Ostfalen auch das Heimatland der Cherusker gewesen sein musste und das in dieser Dialektregion auch heute noch der eine oder andere Mensch lebt, dessen Blutlinie sich in die vorchristliche Zeit zurück verfolgen lässt, sodass man andere Hypothesen verwerfen kann, da sich ihnen keine historische Plausibilität entnehmen lässt. Unlösbar ist es dem Wesen und Verhalten der Cherusker, das uns ihre Taten verrieten Rückschlüsse auf die den Ostfalen eigene Mentalität zu schließen, sodass die Suche nach den Parallelen auf anderen Feldern aufzunehmen ist. Was bleibt ist Dank der Mundartforschung zumindest die Möglichkeit das einstige Siedlungsgebiet der Cherusker auf diese Weise umreißen zu können. Eine Methodik auf Basis dialektischer Untersuchungen die erst ab der Mitte des 18. Jahrhunderts angewendet wurde und erste Impulse lieferte mit denen sich die Außengrenzen eines Ostfalenlandes offenbaren um sich in der Folge auch mit dem Volk dahinter näher zu befassen. Unbeabsichtigt aber parallel dazu nahm auch das Interesse zu sich mit dem Verbleib der Cherusker zu beschäftigen. Es scheiterte aber daran, dass sich keine passende Erklärung für das Wort „Falen“ finden ließ um eine plausible Verbindung herstellen zu können. Ein Wort gleich einem Vermächtnis aus einer anderen Welt, das man unter der germanischen Bevölkerung vermutlich kannte, es aber selten anwendete, es vermied es auf sich zu beziehen, geschweige denn das man imstande gewesen wäre es verschriften zu können. Mit der Ersterwähnung „Westfalai“ im Jahr 775 betrat gleichzeitig auch die „Ostfalai“ den Boden unseres geographisches Vorstellungsvermögens. Damit öffnete sich ein weiter Horizont der nicht nur mit der Frage beginnt wo das „Westfalai“ genannte Siedlungsgebiet einst im Westen begann, sondern auch wo es im Osten endete. Grob lässt sich sagen, dass die Westfalai da endete wo das Territorium der Angrivariern die im Verlauf der Geschichte zu Engern wurden begann. Ähnlich verhält es sich mit der Region der „Ostfalai“, deren westliche Grenze sich am östlichen Ende des engrischen Einflussgebiet der Engern befand. Grenzen bilden immer Überschneidungszonen wirken wie halb offene Nahtstellen und werden auf dialektischem Wege dort deutlich, wo Flussläufe oder Gebirgsketten die Menschen voneinander trennen. Im Betrachtungsraum ist es das Eggegebirge dem eine wichtige Bedeutung für das westlich der Weser beginnende Siedlungsgebiet der Cherusker zukommt, da es die westfälische Bucht schroff vom Nethegau abtrennt als auch die Weser während es im Osten die Leine, die Aller und die Oker ist. Im Süden ist es der Verlauf der Diemel während der Harz eine Sperrfunktion einnimmt. Auf der Suche nach den Außengrenzen der „Ostfalai“ die zu Ostfalen wurde sind diese geographischen Anhaltspunkte die dem Stammesgebiet der „Osterludi“ ihre Schranken in alle vier Himmelsrichtungen aufzeigen hilfreich. Ein Großraum der hätte es die Geschichte anders gewollt das Zeug für ein eigenes Bundesland gehabt hätte. Der große Siedlungsraum der Falen die in einem etwa 100 bis 200 Kilometer breiten Streifen zwischen Rhein und Elbe siedelten waren vom Volksstamm her betrachtet keine Sachsen. Ein Umstand den die fränkischen Chroniken wie im Kapitel „Wie die Falen zu ihrem Namen kamen“ bereits dargelegt wurde unterschlugen bzw. es aus frühen Quellen fälschlicherweise übernahmen. Was sich jedoch als erschwerend für die Suche nach den räumlichen Abgrenzungen des Ostfalenlandes erweist ist in erster Linie die Grenzziehung zu den Engern an seiner westlichen Seite. Jener germanische Großstamm der unter dem Namen Angrivarier bekannt geworden ist die sich später Engern nannten, die vermutlich bereits ab dem 3.Jahrhundert sukzessive in ein bis dato von Cheruskern aber auch von Brukterer besiedeltes Gebiet einwanderten und sich zwischen der „West – und Ostfalai“ neue Wohngebiete erschlossen. Das Volk der Angrivarii in ihrer ursprünglichen Heimat nördlich des Wiehengebirges stand den küstennah siedelnden Völkern insbesondere den Saxones sprachlich und räumlich näher als jenen keltisch und rheingermanischen geprägten Mischregionen südlich dieses Gebirgsrückens in die sie einwanderten. Es waren zum Rhein hin die Landschaften aus denen sich diverse Sippen unter anderem aus den Stämmen der Brukterer, Chamaver oder Tubanten lösten die von den römischen Quellen ab dem 3. Jahrhundert Franken genannt wurden, während zur Weser hin die Cherusker für sie Platz machten in dem sie sich nach Osten orientierten. Der Name Franken wurden zu einer Sammelbezeichnung für jene östlich des Rhein siedelnden Stämme die sich nach dem römischen Niedergang nicht mehr daran hindern ließen im Westen die Jahrhunderte lang bestehende Grenze zu überqueren. Für die im östlichen Teil sesshaft gebliebenen einstigen Germanen, die sich dem Frankenbund nicht angeschlossen hatten verschwand der Name Cherusker und es verfestigte sich ein Name der den antiken Traditionen folgte. Es war ein diffiziler geschichtsträchtiger Name der ihnen schon von Velleius Paterculus in die Wiege gelegt wurde in dem er in ihnen ein zum Lügen geborenes Geschlecht erkannte, dass sogar in Friedenszeiten auf der Suche nach List und Betrug war. Für die römische Gesellschaft waren die von den Germanen begangenen Wortbrüche, explizit der dem Varus zum Opfer fiel und den man mit der Verletzung der Treue gleichsetzte unverzeihlich und wurde zum Merkmal der barbarischen Völker. Der lateinische Ausdruck dafür lautet „fidem fallere“ und bedeutet in der Übersetzung die „untreuen Betrüger“. Für Domitius Ulpianus lud man eine schwere Schuld auf sich, wenn man das Vertrauen brach und er nannte es „Grave est fidem fallere“. Ein Begriff der zum Synonym wurde, im lateinischen „falsi“, der Endung des Genetivs Plural seinen schriftlichen Ausdruck fand und im Deutschen auch mit „die Falschen“ übersetzt wird. Ein Begriff aus dem die Bezeichnung Falen wurde die uns erstmals „Dank der Franken“ 775 schriftlich vor Augen kam. Die Franken die sich von den einstigen Stammesverbindungen und Zugehörigkeiten befreit hatten und damit alte Zwänge ablegten begannen nun sich von jenen zu entfernen die ihnen nicht nach Westen folgten, sich statt dessen im Falenbund zusammen schlossen, zu ihren Widersachern wurden und sie erstmals im 6. Jahrhundert angriff. Möglicherweise zeitgleich überschritten im Rücken der fränkischen westwärst gerichteten Abwanderungen die später Engern genannten Angrivarii das Wiehengebirge nach Süden. Eine kontinuierliche Völkerbewegung die sie in frei werdende Räume führte die nur noch lückig von Cheruskern und Bructerer besiedelt waren. Ein stetes Nachrücken der Angrivarii in dünner besiedelte Regionen, das den abgewanderten Stämmen die den Druck spürten nicht entging und fortan unter den Franken den Eindruck entstehen ließ in ihnen die neue Autorität im Osten sehen zu müssen. So vermischte sich bezugnehmend auf die Zusammensetzung der Bevölkerung zunehmend der Ursprungscharakter innerhalb der Bewohner und wich einer Mischkultur an dessen Basis sich weiterhin Teile jener Stämme behaupten konnten die nicht nach Westen abgedriftet waren und zu Mitsiedlern wurden. Auch nicht auszuschließen ist, dass es aus kultureller Sicht betrachtet unter den nördlich des Wiehengebirges und den südlich davon siedelnden Stämmen Animositäten gab und Abneigungen den Alltag bestimmten was zu Feindschaften und Konflikten führte und das Zusammenleben erschwerten. Der unter den Angrivarii gewachsene nordniedersächsische Dialekt stieß auf Siedlungsräume in denen noch die Dialektik der älteren Kulturen Bestand hatte was in Mischdialekte mündete die sich in der lippischen bzw. ostwestfälischen Mundart erhalten haben könnten. Ein Prozess dem auch die von Norden zugewanderten Saxones ausgesetzt waren die östlich der Angrivarii nach Süden drückten. Deren mundartlicher Einfluss endete jedoch deutlich an der ostfälischen Dialektgrenze, etwa einer Linie Nienburg/Celle und ließ kaum Mischdialekte entstehen. Daraus lässt sich schließen, dass die Saxones nicht so tief in den Süden vor rückten wie ihre westlichen Nachbarn die Angrivarii. Ihr Einfluss kam dort zum Stillstand wo sich vor ihnen die Landschaften ausbreiteten in denen man noch die Traditionen der Jasdorf Kultur pflegte und man auf Bewohner traf die sich vielleicht schon Cherusker nannten. Und obwohl der Einflussbereich der Saxones bereits nördlich von Hannover bzw. nordöstlich von Minden endete, sahen die Franken aufgrund ihrer über die Jahrhunderte gesammelten negativen Erfahrungen im Gegensatz zu den Angrivarii in ihnen die Hauptfeinde. Die Forschung im 19. Jahrhundert besaß nur vage Vorstellungen darüber wo sich die Siedlungsgebiete der aus den Cheruskern hervor gegangenen Ostfalen befanden. Die einstige Magna Germania war nach dem Niedergang Roms und dem Aufstieg der Franken zur Großmacht eine verhangene und geschichtsvergessene Region und was sich fernab vom Rheintal im Osten in der Spätantike bzw. in frühmittelalterlicher Zeit zutrug litt unter dem allgemeinen Mangel an Wissen. So fiel es der Falenforschung schwer sich einen historisch belastbaren Unterbau zu schaffen um sich dieser Aufgabe plausibel nähern zu können. Erst dank der Karolinger die im Zuge der Christianisierung ihren Machtbereich nach Osten erweitern und auch ihre weltlichen Vorstellungen durchdrücken wollten, fiel Licht in die Historie, sodass die Forschung auf Auswertbares zurück greifen konnte. Um die Außenmaße eines Ostfalen bzw. Cheruskien südlich von Sachsen bzw. Saxonien und östlich von Engern bzw. Angrivarien erstmals greifbar zu machen half die besagte Hildesheimer Diözesankarte der sich die frühen ostfälischen Gauabgrenzungen entnehmen lassen. Möglicherweise gab es nicht nur mündliche Hinweise, sondern auch frühe aber nicht überlieferte skizzenhafte Kartenwerke mit denen sich die Franken einen Überblick verschafften welche Wege sie zu gehen hatten. Hilfsmittel die selbst wenn sie erhalten wären keine Identifikation ermöglicht hätten. So blieb der Forschung nur eine Karte die Ostfalen im 10. Jahrhundert zeigt. Sie verdeutlicht, dass die Diözesen die Gaulandschaften aus vorchristlichen Zeiten als Basis nahmen und sich die früheren Landaufteilungen für ihre klerikale Arbeit zu nutze machten. So spiegelt die Diözesankarte den Zustand wider wie er sich nach den im 10. Jahrhundert längst zu Ende gegangenen angrivarisch/engrischen und saxonisch/sächsischen Besiedelungen zeigte. Folgt man der These Cheruskerland = Ostfalenland dann könnten anhand der Gaue in Verbindung mit der Dialektforschung die Rand - und Kerngebiete deutlich werden die einst von Cheruskern besiedelt wurden. Gaue deren Urzuschnitte aus vorchristlichen Zeiten stammten die aber im Zuge der diözesalen Neuordnung auch den klerikalen Interessen zu dienen hatten und ihnen untergeordnet wurden. Dies führte auch zu Abtretungen an benachbarte Diözesen und betraf insbesondere jene, die sich im Grenzbereich zu Engern befanden, obwohl man davon ausgehen darf, dass sie rechts der Weser mehrheitlich von Ostfalen besiedelt wurden. Da wie sich dialektisch nachweisen lässt keine saxonisch/sächsischen Gebietsansprüche erkennbar sind, die sich südlich einer Linie Nienburg/Celle bemerkbar machten erleichtert dies die Abgrenzung der Ostfalen Gaue nach Norden. So wird deutlich welche „Cherusker/Ostfalen“ Gaue der Diözese Hildesheim zugeordnet wurden und welche man den „Angrivarii/Engern“ Diözesen Minden, die damals noch existierte bzw. Paderborn angliederte. Trotzdem bleibt strittig, bzw. ist zu bezweifeln, dass sich in den Regionen rechts der Weser die Engern mit überwiegender Mehrheit etablieren konnten. Da dies gegen die dort vorherrschende ostfälische Dialektik spricht dürfte dies nicht im nennenswerten Umfang statt gefunden haben, sodass es andere Gründe dafür gegeben haben wird, dass man Gaue die sich rechts der Weser befanden den Engern Diözesen zuschlug. Möglicherweise wollte man die Diözese Hildesheim im Umfang reduzieren bzw. schwächen und entzog ihr aus politischen Motiven drei im Westen befindliche Gaue obwohl darin ostfälisch gesprochen wurde und gliederte sie entweder der nördlichen Diözese Minden oder dem Archidiakonat Paderborn an. Zu Paderborn, das in die alten Rechte der Abtei Corvey eintrat schlug man den streifenförmigen Augau der sich östlich zwischen Weser und Solling entlang zog, samt seinem Hinterland im Solling mit seiner bis heute ostfälisch sprechenden Bevölkerung. Und auch wenn in den beiden links der Weser befindlichen Gaulandschaften Marstem und Tilithi nur wenige Engern lebten, wie es auch dort der ostfälische Dialekt zum Ausdruck bringt, schloss man diese der „Engerndiözese“ Minden an. So wird deutlich, dass die auf der Karte für das Diözesan Hildesheim ausgewiesenen Gaubezirke um das 10. Jahrhundert einschließlich der drei abgetretenen Gaue gegenüber heute noch von weitaus mehr Menschen bewohnt wurden die den Nachfolgedialekt sprachen der auf der cheruskischen Vorbevölkerung fußt. Der „Astfala Gau“ um Hildesheim ist der flächenmäßig größte Gau auf der Diözesan Karte und was seinen Hauptort Hildesheim anbetrifft, so bestätigen der augusteische Tafelsilberfund von 1868 als auch der neuerliche Münzfund bei Borsum, das nur 7 km nordöstlich von Hildesheim liegt, dass dieser Ort über eine lange Geschichte verfügt. Der zu Germanenzeiten lebende und im Jahr 170 + verstorbene Geograph Claudius Ptolemäus überlieferte in seiner Weltkarte den lateinischen Namen Askalingion für eine germanische Siedlung die das Geodäsie Team um Andreas Kleinenberg und Prof. Lelgemann für Hildesheim am prähistorischen Hellweg gelegen halten. Ein Hinweis darauf welche zentrale Bedeutung Hildesheim schon in der Antike besaß. Obwohl Karl der Große zunächst Elze als Bischofssitz favorisierte rückte sein Sohn davon ab und entschied sich für Hildesheim da zu seiner Zeit sächsischer Einfluss zu wachsen begann und für sie Hildesheim mehr Bedeutung besaß. Hildesheim leitet sich vom althochdeutschen Wort "hildi" ab, das für "Kampf" oder "Schlacht" steht und auf eine kriegerische Vergangenheit hinweist. Hildesheim ein germanischer Handelsplatz in dem sich germanische Obrigkeit etabliert haben könnte die über weiter reichende Macht verfügte. Das der Begriff eines Falenvolkes den die Franken für die Menschen zwischen Wupper und Oker übernahmen und anwendeten stärkt den Verdacht, dass der nach den Falen benannte „Astfala Gau“ den einstigen Kerngau der Cherusker/Falen dargestellt hat. In welcher Epoche die im 10. Jahrhundert zu Papier gebrachten Gaulandschaften ihre Namen bekamen verrät die Geschichte nicht und es bleiben als Anhaltspunkte nur die Kenntnisse zu ihrer Ersterwähnung. Von den zwei Gauen die aus unbekannten Gründen der „Engerndiözese“ Minden statt der „Ostfalendiözese“ Hildesheim zugesprochenen wurden fand der Marstem Gau erstmals 532 Erwähnung, als dort der thüringische König Irmfried eine Niederlage gegen die Franken erlitt. In diesem Gau liegen die Hauptorte Barsinghausen und Wunsdorf in denen bezeichnenderweise ostfälisch und nicht nordniedersächsisch der Dialekt der Angrivarii/Engern gesprochen wird so wie es nördlich ab einer Grenze Nienburg/Celle der Fall ist. Und auch im zweiten, dem Tilithi Gau mit seinem Hauptort Hameln wird traditionell ostfälisch gesprochen wobei man rätselt, ob der Name nicht sogar keltischen Ursprungs gewesen sein könnte. So kann man davon ausgehen, dass diese Territorien nicht nur hauptsächlich von Ostfalen besiedelt wurden, sondern auch deren Vorfahren in diesen Gaudistrikten ansässig waren. Dem zur Diözese Hildesheim gehörenden „Astfala Gau“ seine Entstehungszeit zu entlocken rückt auf Basis der Falentheorie in den Bereich des Möglichen. In diesem Internet Buch wird urhebermäßig die Ansicht vertreten, dass die Bezeichnung Falen für die Menschen rechts des Rhein schon aus vorfränkischer Zeit stammte und daher auch die Bezeichnung „Astfala Gau“ nicht erst unter dem Einfluss der Franken entstand, sondern schon davor existierte. Die Wohnsitzverlagerungen von Völkern und Stämmen in der Kernphase zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert führten dazu, dass sesshaft Gebliebene an Substanz einbüßen was wieder andere Stämme animierte zuzuwandern. Im Norden und Westen des heutigen Deutschlands löste dies eine Zeit des Umbruchs aus in der sich die einstigen germanischen Stammesnamen begannen aufzulösen, man sich als Volk neu erfand und sich neue Formen der Zusammengehörigkeit ergaben. Die nach Westen abwandernden nahmen den Sprech der Rhein nahen Bevölkerung an und die von Norden zuwandernden Stämme eigneten sich die Dialekte der Bevölkerung an die südlich der Mittelgebirge lebten. Während nach Westen ziehende Stämme in kulturell höher stehende Regionen einwanderten blieb das soziale Gefüge bzw. Gefälle bei den Südwanderern überschaubar. Es war ein schleichender Prozess bis sich die Bewohner zwischen Wupper und Oker mit dem neuen Namen Falen zu arrangieren begannen, man ihn letztlich adaptierte und er zu ihrem Eigennamen avancierte. Auch die Menschen rechts der Weser gehörten, da sie am Komplott gegen Rom an vorderster Stelle standen zum Volk der Vertragsbrecher der „Fallere“. Und auch wenn den Falen nach den Jahrhunderten jegliches Bewusstsein dafür fehlte bzw. verloren ging welche Gründe hinter ihrem Volksnamen steckten und sie mit den „nicht fälischen“ Engern eine Volksgemeinschaft eingingen, waren sie die Urbevölkerung und dürften sich auch als solche verstanden haben. Sie begannen sich langsam mit dem Namen Falen zu identifizieren bis sich Gewohnheit einstellte, man von der neuen Identität nicht mehr abließ und es ihnen sogar gelang diesen Namen gegenüber dem Namen Engern bis in unsere Tage zu behaupten. Vergleichende Forschungen ergaben, dass sich im Gegensatz zum „Astfala Gau“ kein „Westfala Gau“ definieren lässt bzw. der pagus Boractra der Brukterer im pagus Westfalon aufging bzw. ihm entsprach. So war es bezugnehmend zur Himmelsrichtung für die frühe Geschichtsschreibung naheliegend der Region die Bezeichnung „Astfala Gau“ zu geben aus dem der Ostfalen Gau wurde. Aber die im „Astfala Gau“ ansässige Bevölkerung empfand sich zu keiner Zeit wie das östliche Anhängsel eines großen Falenlandes und so dürfte es für sie befremdlich gewesen sein sich von fränkischer Seite einen Namen für ihre Wohngebiete vorschreiben zu lassen in denen sie schon seit Jahrhunderten lebten, sich zwar inzwischen Falen, aber nie Astfalen nannten. Als Karl der Große im Jahre 775 als der Name „Westfalaos“ erstmals fiel den Westen der „Falai“ betrat schien der Umwandlungsprozess von den germanischen Altnamen hin zum neuen Völkerbund auch rechts des Rhein längst abgeschlossen gewesen zu sein. Und obwohl Ripuarien sich schon zu Beginn des 8. Jahrhunderts auch rechts des Rhein in den antiken Speckgürtel um Köln ausbreitete verspürte man mit der rechtsrheinischen Bevölkerung den „schälen Sigambrern“ nur noch wenig Verbundenheit bzw. Gemeinsamkeit. Der Name „Falaos“ explizit „Westfalaos“ hatte sich umgangssprachlich eingebürgert, aber der Mission stand noch die Großaufgabe bevor das gesamte Falenland in Diözesen aufzuteilen. Die Existenz eines „Westfalai“ irritierte die Geschichtsforschung und verführte dazu nach der dazugehörigen „Restfalai“ bzw. dem Pendant im Osten Ausschau zu halten. Sie fand sich schnell im Gegenüber, denn sie bot sich spiegelbildlich rechts der Weser im dort befindlichen „Astfala Gau“ an und wurde in der fränkischen Literatur als „Ostfalai“ bekannt.
Mit Hilfe der kleinen Gaulandschaften die sich um den großen „Astfala Gau“ gruppierten lässt sich zweifellos eine Erklärungskette aufbauen, um sich unter einem „Ast“ auch ein „Ost“ vorstellen zu können löst aber dennoch wie dargestellt Verwirrung aus. So war der größere „Astfala Gau“ mit seinem Hauptort Hildesheim die Seele der Region und die diversen kleineren Gaudistrikten die es umringt trugen auch ihre Eigennamen. Im 8. Jahrhundert hatten auch die Bewohner östlich der Weser längst ihre germanischen Stammesnamen aufgegeben und waren mit dem Namen Falen vertraut der sich in nachantiker Zeit verbreitet hatte und gaben daher auch dem größten Gau innerhalb ihres Siedlungsgebietes diesen Namen. Ihr Gau dem man die Silbe „Ast“ vorstellte und sie mit „Ost“ verband verfügte aber auch noch über einen anderen bzw. Zweitnamen. Denn eine aus voralthochdeutschen Zeiten stammende Bezeichnung nannte ihn nicht „Astfala Gau“, sondern „Hastfalagowe“. Obwohl das Wort „gowe“ erst in merowingisch - karolingischen Zeiten schriftlich nachweisbar ist darf man davon ausgehen, dass es bereits lange Zeit davor Bestandteil der Mundart war. Sowohl die Endsilbe „gowe“ als auch das „H“ am Wortanfang von „Hastfalagowe“ lassen einen weitaus älteren Ursprung als das zwischen 750 und 1050 + gesprochenen Althochdeutsche erkennen und bereits während der Ersten Lautverschiebung zwischen 1500 - und 500 + als sich das Urgermanische entwickelte entstand. Aber diesem „H“ könnte eine andere Bedeutung zugrunde liegen. Den Karolingern war die Dimension der von Falen besiedelten Landmasse bekannt und sie nannten im 8.Jahrhundert die im Osten liegende Landschaft naheliegenderweise „Ostphalai“ da es ihnen nach dem Einmarsch in die Westfalai plausibel erschien im westlichen Elbevorland auf die Menschen der Ostfalai zu treffen. Aber auch wenn das altsächsische Wort „eastern“ das auch in Astfala ruht an einen Bezug zur Himmelsrichtung „Ost“ denken lässt, so nannten sich die Bewohner des einstigen Cheruskerlandes nicht Ostfala und ihre Heimat auch nicht „Astfala“. Denn sie bewohnten das Land Fala und sie nannten sich die Hastfala. Den Völkern waren die Zwergennamen Vestri und Austri die für West und Ost bekannt die wir aus der Mythologie kennen und die Franken bedienten sich auch des Namens Austrasien für den östlichen Teil ihres Reiches und die Deutung des heutigen Ortes Asthall in Südengland das seinen Namen der angelsächsischen Geschichte verdankt und sich im frühen 11. Jhdt. „East Heolon“ nannte macht auch einen Bezug zum Osten deutlich, aber diesem Grundgedanken folgten nicht die Bewohner zwischen Weser und Oker, denn sie nannten ihren Gau „Hastfala“ und nicht “Eastfala Gau”. Auch empfanden sich die Menschen die das östliche Territorium eines großen Falenlandes besiedelten nicht einem fälischen Großstamm zugehörig Sie besaßen ihre Eigenständigkeit und sie verbanden ihre Wohngebiete auch nicht mit einer Himmelsrichtung die die Franken für sie ersannen und man kann ihnen auch wenn sich Franken und Falen sprachlich gut untereinander verständigen konnten keine Ostwestdefinition unterstellen. Da auch die Sprachforschung keine eindeutigen Hinweise liefert wonach sich die Vorsilbe „Hast“ die während der Ersten Lautverschiebung entstanden sein könnte, auf „Ost“ beziehen lässt, sollte die Silbe „Hast“ eine andere Bedeutung bzw. Entstehungsgeschichte, was Tradition und Vergangenheit anbelangt gehabt haben. Ein Blick ins Sprachgeschichtliche zeigt, dass im Altenglischen und demzufolge auch im Altsächsischen ein s Wort existiert das sich „haest“ scheibt. Es steht für ungestümes Verhalten bis hin zum Streit, während es im Altfranzösischen eine ähnlich Bedeutung hat und mit Gewalt bzw. Gewalttätigkeit in Verbindung gebracht wird. Hast und heftig bilden etymologische eine Einheit und so wird “hast” auch mit heftig in Verbindung gebracht. Der Griff einer Waffe, ob Schwert oder Speer nennt sich Heft und auch von dort geht eine heftige Handhabung aus. Die Begriffe “Haest” oder “Hast” im Zusammenhang mit “Hildi” spiegeln die zeitgenössische kriegerische Welt wider in der der Waffengebrauch alltäglich war und die Waffe stehts griffbereit zu liegen hatte. Hinter den Gaunamen die aus der um das Jahr 1000 entstandenen Hildesheimer Diözesan Einteilung hervorgehen stehen für das Wort Gau noch die Altkürzel "ga" oder "go" so darf man sie auch für die einst umrissenen germanischen Landschaften halten die wir heute Verwaltungsdistrikte nennen und die die Karte sichtbar werden lässt. Von größerem Forschungsinteresse sind zweifellos die Hauptnamen davor die allerdings nur wenig Aufschluss bzw. Auskunft über ihre einstigen Bewohner und deren Stammeszugehörigkeiten geben oder Erklärungen liefern in welcher germanischen bzw. frühmittelalterlichen Epoche man ihnen die diese Namen gab und warum. Mal trug ihr Umriss zur Namensbildung bei wie es beim "Schüsselchen Gau" Scotelingo der Fall war und als Schlötel heute noch im ostbergischen Dialekt gesprochen wird. Mal waren es die Salzvorkommen die zur Namensgebung beitrugen wie im Falle des "Saltgo". Aber bei den meisten Bezeichnungen liegen die Gründe im Dunklen und darüber welchen Stämmen oder Völkern sich die darin lebenden Menschen zugehörig fühlten bzw. welcher Gaufürst sie befehligte und wo dieser residierte geben die Namensbezeichnungen keine Auskunft. Die Völker standen in einem unsteten wechselnden Verhältnis zu ihren Wohngebieten. Darüber ob man sesshaft bleiben konnte bzw. sich zugereiste ansiedeln durften entschied der Gaufürst bzw. die unmittelbaren Lebensumstände, sodass sich nicht erkennen lässt welchem Stamm man sich zugehörig fühlte, sodass Zwist den Alltag mit bestimmte. Folglich ist nicht zu erwarten ist, dass man den Gaunamen Erklärungen im frühen politischen Sinne entnehmen könnte. Die Bezeichnungen "Hast" aber auch “Ast”, dem die Doppeldeutigkeit zum Osten anhängt haben in der Volkskunde unterschiedliche Bedeutungen. Stellt man das Wort “Hast” ins Femininum wird daraus “die Hast” und lässt sich mit der Hasta, dem Namen des langen Stoßspeeres, der Hauptkampfwaffe der frühen römischen Infanterie in Verbindung bringen. Was in Rom “die Hasta” war, war in Germanien der “Ger”. Der aus Schaft und Spitze bestehende “Ger” galt als die älteste Waffe der Menschheit und schon Cassius Dio schrieb, dass die “Ger - manen” sie erfolgreich in der Varusschlacht als Erstwaffe einsetzten als sie begannen die Legionen zu umstellen. Sie war vielseitig in dem man sie im Nahkampf als Stichwaffe einsetzte und ihre Bedeutung als Distanz- bzw. Wurfwaffe erst mit der Erfindung des Schießpulvers verlor. Die Urbezeichnung "Ger" ist im Aufbau deutscher Sprachentwicklung an vielen Stellen und nicht nur im Vogelnamen Gerfalke anzutreffen. Sie steckt in zahlreichen teilweise noch gebräuchlichen Eigennamen wie Gerbert = Ger-braht der Speerglänzende, Gerhard = Gerhart = der Speerkühne oder Gertrud. Als heilige Lanze war der Ger hoch geachtet und als ältestes Stück der Reichskleinodien gehörte er im Mittelalter zu den Insignien der Macht. Als die Germanen mit dem Imperium in Kontakt kamen lernten sie auch die lateinische Bezeichnung “Hasta” für den ihnen bekannten "Ger" kennen und jene Germanen die sich Rom als Hilfstruppen anboten stattete man nicht mit dem Ger, sondern mit der Hasta aus. Die sie trugen nannte man die Hastati und im Rang standen sie auf der untersten Ebene. In Germanien schnitzte man den Ger aus Eschenholz in althochdeutsch “asca”, wobei das Wort „Ascarius“ als lateinisch germanisches Mischwort überliefert ist und die Doppeldeutigkeit verrät. Der Ascarius ist auch als Eigenname im Sinne von der Eschenmann bzw. der Speerwerfende überliefert. Der Baum der im germanischen Glauben einen hohen Stellenwert besaß und uns in der Schreibweise „Eskerke“ = Eschenkirche begegnet worauf in einem vorigen Kapitel eingegangen wurde. Einem historischen Parzellenname der auf verborgene Weise auf einen möglichen Standort der Irminsul nahe Borlinghausen hinweist. Im Aufbau römischer Schlachtordnung standen die Hasta Träger in der ersten Kampfreihe und waren mit ihrer auch Lanze genannten Stoßwaffe jene Legionäre die sich dem Feind als erste im Sinne einer Speerspitze entgegen stellten. Zusammen mit dem Schwert bildeten sie später das Schreckensbild des fränkischen Panzerreiters. Nicht nur Arminius auch ausgediente einfache Söldner kehrten in ihre Heimatdörfer zurück, brachten Wissen und Sold mit und führten auch den ihnen von der römischen Kommandosprache bekannten Namen “Hasta” in Germanien ein. So wird man im frühen Mittelalter in Falen auch noch die aus antiken Zeiten stammende Bezeichnung Hasta gekannt und das ihnen attraktiver erscheinende Wort auch weiterhin angewendet haben. Die Überlegung basiert auf der Theorie, dass die Germanen ihrem Gau den Namen ihrer Hauptwaffe gaben der sie in zahlreichen Kampfeinsätzen für Rom Sieg und und ihren späteren Reichtum verdanken. Zu Zeiten der Kriege gegen Karl den Großen überwog das lateinische Wort "lancea" von dem sich der Name Lanze ableitet sich aber erst ab dem Mittelalter einzubürgern begann. Der romano/kelte Vortigern rief im 5. Jahrhundert Engern, Falen bzw. Sachsen zu Hilfe eine Zeit in der die Küstenstadt Hastings ihren angelsächsischen Namen bekam. Die etymologische Spur lässt sich zurück führen auf die Ansiedlung eines Mannes mit Namen Hæsta im Sinne von Hæstas Volk und es könnte sich bei ihm um einen bedeutsamen Speerwerfer bzw. “Eschenmann” gehandelt haben. Hæst wird auch mit stark übersetzt während Hastings mit "a" geschrieben wird, das die englische Zunge allerdings wie ein "ä" ausspricht. In diesem Zusammenhang ist aus der Geschichte der Angelsachsen der Historia Ecclesiastica von Orderic Vitalis der lateinische Satz ".....hastile ferreum intorquens in Edricum misit, sed ab illo praevisum et vitatum, in militem prope stantum peccavit adeo" überliefert, der übersetzt lautet: "...er schwang einen eisernen Speer nach Edric, doch da der den Angriff vorhersah und auswich, traf er einen in der Nähe stehenden Soldaten so sehr, dass er auch einen anderen verwundete". Aus der römischen Besatzungszeit war auch die Hasta im angelsächsischen Sprachraum unter dem Namen Hastile bekannt und man darf aber auch daraus schließen, dass er in den Herkunftsregionen der Stämme angewendet wurde von wo aus die Menschen einst nach Südengland ausgewandert sind. Eine Bezeichnung die demnach sowohl auf den britischen Inseln als auch auf dem europäischen Festland den Weg ins frühe vorkarolingische Mittelalter gefunden hat und die Hasta zum Inbegriff des Widerstandes wurde. Dem Rechnung tragend könnte ein Kernregion östlich der Weser nach ihr benannt worden sein. Ein Landstrich der sich seiner kämpferischen Vergangenheit bewusst war. Schon bevor den Franken die Macht über Falen entglitt war Hildesheim im Hastfalagau gelegen der zentrale Ort fälischer Macht rechts der Weser. Ekbert dem Einäugige regierte darin ab etwa 932 bis 994 während Tammo, der Bruder von Bischof Bernward von Hildesheim dem Gau von etwa 960 bis 1037 als Graf vorstand. Da es für den Begriff “Hastile” aber auch den Namen “Astile” gibt, der im Zusammen mit dem Schaft – Althochdeutsch scaft -, steht, stärkt dies sowohl den Verdacht als auch die Argumentation, dass der Astfala Gau nicht mit der Himmelsrichtung “Ost” in Verbindung gebracht werden kann und man davon abrücken kann. So war die Asta eine Zweitbezeichnung für die Hasta, ein Name der im Gegensatz zu den Falen die die Bezeichnung Lanze bevorzugten unter den Franken nicht in Gebrauch war, aber von den Falen östlich der Weser über die antiken Zeiten hinaus verwendet wurde. Sie benannten ihren Gau danach da sie sich als eine Gemeinschaft jener betrachteten, die sich mit der Hasta seit jeher zur Wehr gesetzt hatten und sich damit Respekt und Achtung verschafften. Da die Germanien etwa gegen Rom die offene Feldschlacht vermieden und andere Kampfmethoden als die mediterranen Völkern anwendeten könnte der Einsatzzweck den Unterschied zwischen Hasta und Ger gemacht haben. Denn während die “Hasta” bzw. “Asta” in der ersten Kampfreihe im römischen Militär als Stoßwaffe genutzt wurde war der “Ger” die traditionelle Distanzwaffe der Germanen mit der sie ihre Beute erlegten und demzufolge ihr Nahrungserwerb abhing, die sie aber im Kampf nicht verlieren durften. So hatten die “Auxiliar Germanen” da sich der Stil der Kriegsführung auch im Norden zu ändern begann den Wert der Hasta zu schätzen gelernt. Der Hastfala bzw. Astfalagau im Raum Hildesheim in dem die Hastakämpfer lebten war zweifellos der größte Gau der rechts der Weser siedelnden Falen und bildete den Kern- bzw. Hauptgau innerhalb der Diözesankarte. Über die Bedeutung des “Hastfalagau” und der darin ruhenden Silben Hast bzw. Ast die die Zeiten noch bis ins Bistum Hildesheim des Jahres 1000 überdauert hatten, wird man sich im Mittelalter keine Gedanken mehr gemacht haben. Als man der Landschaft vielleicht zwischen dem Ende der Germanenzeit und dem frühen Mittelalter, vielleicht auch schon davor ihren Namen gab der mit “Hast oder Ast” begann, standen die Menschen im Gegensatz zu heute der Antike noch um einige Jahrhunderte näher. Man verfügte noch über Erinnerungspotenzial aus jener Zeit und war sich über alle Epochen der Geschichte auch schon vor Beginn des fränkischen Einfalls immer der nötigen Wehrhaftigkeit und Abschreckung bewusst. Im Gedächtnis hatten sich vielleicht noch Erinnerungen an die Irminsul und deren einstige Bedeutung erhalten und man verfügte noch über vage Kenntnisse aus Vorzeiten die über die Sagenwelt weiter getragen wurden und aus Varus den Mann machten der aufgrund seiner Geburtskrankheit getragen werden musste aus dem sich der geflügelte Begriff Draka entwickelte. Es war die Gedenkstätte für Irmin der sich mit dem mit ihm verwandten Namen der Irmina von Oeren, der Ururgroßmutter Karls des Großen verbinden lässt. Selbstredend, dass sich unter diesem Namen kaum ein heidnischer Gott vorstellen lässt, denn dann hätte man die Vorfahrin von Karl nach einem heidnischen Gott benannt, eine unvorstellbare Freveltat die in der Zeit sicherlich nicht üblich war. Dem Missionseifer darf man folglich anlasten, eine Verbindung aufgebaut zu haben in dem man Irmin eine heidnisch spirituelle Bedeutung gab woraus die Franken die Berechtigung ableiteten die Gedenkstätte auslöschen zu müssen. Verknüpft man die Theorien, dann steht der Begriff "Hast" aus der Militärsprache auch für die Kontinuität einer Verteidigungsbereitschaft. Denn mit der "Hast" ließen sich Kampfkraft, Sieg, Ehre und Friede verbinden und das Anwenden dieser Symbolik stand nur der Region zu die sich das größte Verdienst am einstigen Erfolg erkämpft hatte. Man adelte damit einen Landstrich in dem ein Menschenschlag lebte der seine Kräfte immer schon bündeln musste um sich vor fremden Besatzern zu schützen. Und mit dem Hervorheben jener Waffe signalisierte man allen ihnen feindlich gesinnten Mächten ihre Wehrhaftigkeit. Mit diesen gedanklichen Dimensionen und Zeitsprüngen muss man sich auseinander setzen, wenn man die Beweggründe unserer Vorfahren für ihre Verhaltensweisen verstehen will. Über die Jahrhunderte betrachtet kam daher auch die Falenforschung nicht zur Ruhe und alle an sie erinnernden Ortsnamen wurden zum Verdachtsfall, ob sich dahinter keine etymologischen Spuren finden lassen könnten mit denen sich ein Bezug in die Antike herstellen lassen könnte. Die Geschichte wollte, dass uns einige Dokumente in Kartenform erhalten geblieben sind denen sich auf die Gaue bezogene politische Grenzziehungen entnehmen lassen. Da sich nach den Sachsenkriegen Grafen und Klerus die Verwaltung zuspielten bzw. teilten verwundert es nicht das derartige Kartenwerke nur in den Diözesen und Bistümern wie in diesem Fall in Hildesheim die Zeiten überdauert haben. Für die religiöse Betreuung der Bewohner hatte sich die Karte an den Verwaltungsgrenzen der einstigen germanischen Gaudistrikte zwischen Weser und Fuhse sowie Harz und Bardengau orientiert, die man auf Basis dieser Theorie als die charakteristischen „Cheruskergaue“ bezeichnen könnte. Die Hildesheimer Karte schloss jedoch jene Gaue aus, die man im Zuge der engrischen Zuwanderungen sprachlich und politisch voneinander getrennt wissen wollte und die daher den Diözesen und frühen Bistümern Minden bzw. Paderborn zugeteilt wurden. Sie verdeutlicht aber auch eine Abgrenzung zu den östlich, nördlich und südlich angrenzenden Völkern die sich eine Dialektik bewahrt hatten die nicht dem Ostfälischen entsprach. Die Karte umreißt eine Region in der sich im Kern eine isolierte Einwohnerschaft ihre Eigenständigkeit bewahrt hat die sich über die Gaunamen vage identifizieren lässt. Mit der Karte hat sich der Historiker Hermann Adolf Lüntzel auseinander gesetzt und dazu unter dem Titel „Die ältere Hildesheimer Diözese“ 1837 seine Forschungen veröffentlicht. Dabei hat er sich mit jedem Gau und den darin liegenden Orten akribisch auseinander gesetzt um sie den jeweiligen Gaulandschaften zuordnen zu können. Die frühmittelalterlichen Corveyer Traditionen bezeichnen den mit Abstand größten Gau mit dem Namen Astfala oder Hastfala Gau und man setzte ihn schon 990 mit einer “Provincia” gleich. Ein Gau der wegen des zentralen Ortes Hildesheim eine besondere Aufwertung erfuhr und ihn als Ducatu bezeichnete, da ihm ein Dux vorstand was einem Herzog gleich kommt. Im Zusammenhang mit den kleineren Gaudistrikten die auch Pago genannt wurden und ihn umgaben bzw. an seine Grenzen stießen erwähnen die Traditionen die Namen Valim, Falun, Falim, Falhen die sich auf diese Region konzentrieren. Diese werden sowohl als im großen „Astfala Ducatu“ liegend, als auch als Einzelgau bezeichnet, sodass man sich auf den Namen „Untergau“ verständigte. Der Astfala Gau umfasste etwa 2000 Quadratkilometer um Hildesheim und war das Herzstück der ostfälisch sprechenden Großregion womit sich auch die Anhäufung von Worten mit Bezug zum Ursprungswort “Fallere” bzw. Falen in den Chroniken erklärt die sich im ostfälischen Hastfalagau erhalten haben bzw. sich nachweisen lassen. Seit der Antike ist bekannt, dass das eigentliche Zentrum des Widerstandes erst ab der Weserregion begann und was auch den Franken bewusst war als sie ihren Eroberungszug begannen. So hielten sich dort die alten Namenstradition in Gestalt etymologischer Relikte wie etwa “Falhen” im Gegensatz zur Westfalai, wo sie sich nicht nachweisen lassen am längsten. Und so ist es zum Beispiel der frühere Ort Guddianstede, dass heutige Gadenstedt, das zwar als im Pago Falhen bzw. Falim befindlich erwähnt wird, das aber gleichzeitig auch als im “Astfala Gau” liegend bezeichnet wird. Sowohl Übertragung als auch Schreibweise der niederdeutschen Mundart lassen aber vermuten, dass hier immer nur ein und derselbe Untergau gemeint ist. Ein Falhen oder Falim Gau der innerhalb des Hastfala oder Astfala Gau lag und dem natürlich der Hinweis “östlich” fehlte. Möglicherweise hatte er ursprünglich mit ihm Konkuriert bis man sich entschloss der Region den Hauptnamen Ast - bzw. Hastfala Gau zu geben. Es war der größte, vermutlich auch der dominanteste und wohl auch der bevölkerungsreichste Gau um den sich die namentlich überlieferten Gaulandschaften deren Entstehungsgeschichten und Namenfindungen weit in die Vergangenheit zurück reichen gruppierten. In ihm lag geschützt vom Innerste Bergland Hildesheim das sich um 1000 Hildenesheim nannte und in dem der Name Hild ruht. Eine Region in der Widerstand zum Brauchtum gehörte was durch die Silbe Hild die für Schlacht steht unterstrichen wird. Es war der Name der berühmtesten Walküre und ist auch im Namen Brunhild enthalten. So war das Heim der Hild das Zentrum und es liegt nahe, dass sich dort alle cheruskischen Gaufürsten versammelt haben könnten wenn es galt Beschlüsse über Krieg und Frieden zu fassen. Obwohl man Karl nie Cäsar sondern nur Augustus nannte und er sich auch nicht, gaben die Karolinger dem verkehrsgünstig gelegenen Elze durch das man vermutlich schon 9 – den bei Scelerata verunglückten Drusus trug, das einen Marschtag von Römerlager Wilkenburg entfernt lag den kaiserlich klingenden Namen „Aula Caesaris“ und naheliegenderweise schon zu Cheruskerzeiten eine wichtige Funktion besaß. Im ostfälischen Ort Elze befand sich ein karolingischer Königshof und er war lagebedingt eng mit der antiken Tradition verbunden, befand sich links der Leine im Gudingau folglich westlich des Hastfala Gau, zählte mit Hildesheim zu den Hauptorten der Region und schirmte mit Burgstemmen den westlichen Zugang nach Hildesheim ab. Die Untergaue stützten den Hauptgau und ihnen standen unterschiedlich einflussreiche Fürsten oder Stammesälteste vor die in keiner Literatur festgehalten wurden, aber Arminius ihre Unterstützung zugesagt haben dürften. Der Hastfala Gau endete östlich im Einzugsbereich der Fuhse und grenzte an seiner Südseite an fünf Gaue, unmittelbar anschließend der Gau Scotelingen und Hildesheim im Hast bzw. Astfala Gau liegend zu einem Grenzort machte. In diesem Zusammenhang sind auch die im 1. und 2. Jahrhundert genannten Victofalen bzw. Victohali, die Thaiphalen bzw. Taifali, oder die Naharnavaler bzw. Naharvali zu erwähnen die im wandalischen Stammesverbund lebten, im östlichen Mitteleuropa und der Oderregion siedelten und im Kontext der Markomannenkriege erscheinen. Sowohl die zwischen dem Westen und dem Osten Germaniens liegende Distanz macht eine Namensverbindung unwahrscheinlich als auch die unterschiedlichen Schreibweisen der Endungen wie „hali“ „fali“ oder „vali“ verhindert es eine direkte Verbindung zu den Falen bzw. Phalen herzustellen, sodass man annehmen darf, dass sie anderen Sprachwurzeln entstammten. Hier wird die Spur des seit Cäsar gebräuchlichen lateinischen Namen „Fallere“ verfolgt, der für Hinterlist, Betrug und Täuschung steht und auf römischer Seite zum Schimpfwort für jene Germanen wurde die gegenüber dem Imperium ihr Wort brachen. Der um 17 + verstorbene Ovid formulierte seinerzeit was man unter „Fallere“ zu verstehen hat mit den Worten „der Gipfel der Treulosigkeit und des falschen Meineids“. Es wurde zu einem ausdrucksstarken Synonym war aber auch ein heimliches Eingeständnis des Versagens bzw. einer gescheiterten, da erfolglosen Germanenpolitik. Deprimierend und für viele beschämend wurde 16 + auf höchste kaiserliche Anweisung das Militär angewiesen alle Aktivitäten im germanischen Nordosten einzustellen. Ein Befehl der in der Armee Wut und Zorn auslöste dem man nur widerwillig folgte und dazu führte, dass man die Varuslegionen „post mortem“ zu den besten des Reiches erklärte die nur auf dem Weg des Verrats besiegbar waren. Tacitus brachte es unverständlich zum Ausdruck in dem er bedauerte, dass die Germanenkriege nicht nach 16 + wieder aufgenommen wurden, sodass man an die Dolchstoßlegende erinnert wird. Es wog schlimm, dass Rom hinter den Rhein zurück geworfen, dort verharren musste und keine Revanche mehr ausüben durfte. Unter Corbulo endete der den Legionen nach 16 + aufgezwungene „status quo“ und erst nach 30 Jahren kam es wieder zu einem Schlagabtausch den Tacitus schon damals herbei gesehnt hatte. Unter den Bewohnern in den römischen Niederlassungen am Rhein weckte es alte Erinnerungen denn wieder hatte man sich der Cherusker zu erwehren und es machte ihnen deutlich, dass der alte Feind im Osten immer noch präsent war, der dem Imperium schon in früheren Zeiten auf perfide Weise massiven Schaden zugefügt hatte. Das Wissen darum, dass man es immer noch mit diesen „Falsari“ also jenen Lügnern und Betrügern von einst zu tun hatte trug dazu bei, dass dieses Schimpfwort seine Berechtigung nicht verlieren konnte. Eine abwertende Bezeichnung für ihre Widersacher die sich zunächst nur innerhalb der Grenzen des Imperium einzubürgern begann und aus der später das Wort Falen“ wurde. Ein Begriff mit dem man seine Gegner verfluchte und sich ein gekränkter römischer Militärapparat Luft verschaffte der später zum Inbegriff für ein Feindesland wurde. Ein Identifikationsmerkmal mit dem man in antiken Zeiten begann ein ganzes Volk zu stigmatisieren weil es sich mit allen Mittel wehrte und nicht beherrscht werden wollte, sodass es sich letztlich in das Gedächtnis der nachfolgenden Generationen noch über die Weser hinaus eingrub. Auch wenn in späteren Jahrhunderten hinter dem Wort niemand mehr den einstigen Sinn erkennen konnte, oder den Grund wusste da über die Zeiten alle Spuren und Erinnerungen verwischt waren, so wurde dieser auch den Franken bekannte Makel behaftete Begriff zum Gebrauchswort, das dem rechtsrheinischen Volksmund in die Wiege gelegt war der es über die Zeiten bewahrte. Aber der nach den „Falsari“ in abgewandelter Form benannte Gau Falhen ragt wie eine Keimzelle deutlich aus dem größeren „Hastfala Gau“ heraus und bildete darin den Kern. Auch wenn sich dahinter nicht der ureigene Gau des Segimer Clans verbarg, der vermutlich im südlicher gelegenen Raum Höxter ansässig war, so könnte sich hier die starke Hausmacht des Mannes befunden haben den man in Rom Arminius nannte und den der Verfasser mit dem „germanischen“ Seyfrit gleichsetzt der später von rivalisierenden Sippen mit Gewalt abgesetzt worden sein soll. Jene Person die dem möglicherweise bei Einbeck residierenden Segestes seine Grenzen aufzeigte. Es war ein in Etappen statt findender, schleichender Prozess bis sich die auf lateinisch/romanischen Wurzeln beruhende Bezeichnung „Falen“ durchgesetzt hatte, sie in fränkischen Wortschatz überging und daraus eine frühmittelalterliche Sammelbezeichnung wurde die auch rechts des Rhein Verbreitung fand. Nachdem der Begriff Falen längst nicht mehr neu war, so fand er doch erst mit dem Einmarsch fränkischer Krieger ab 775 Eingang in die frühmittelalterliche Literatur, woraufhin es danach auch im „Falenland“ zu ersten Verschriftungsversuchen kam. Niederschriften die wie es die abweichenden Bezeichnungen hinsichtlich Schreibweise und früher Toponymik bzw. der Suche nach den passenden Buchstaben zeigen noch unbeholfen wirken. Die über einen längeren Zeitraum auf unterschiedliche Weise statt gefundene Namensadaption erschwerte auch das exakte räumliche Eingrenzen. So sind Worte mit Bezug zu „Falen“ vor der fränkischen Machtübernahme in der alten Magna Germania kaum datierfähig da sie im Alltäglichen noch nicht gebräuchlich bzw. darin nicht vorgedrungen waren. Da sich Falen wie sich erkennen lässt nicht als Engern verstanden was weniger umgekehrt der Fall ist, da Parzellen, Anwesen oder Gaue mit einen namentlichen Bezug zu den Engern nicht bekannt sind, spricht die Verwendung des Namens Falen in seinen unterschiedlichen Formen auch für die Theorie einer bewussten Abgrenzung zu den Engern. In dieser Anfangsphase findet sich auch eine Erklärung für den im „Astfala Gau“ befindlichen „Pago Falhen“, der was die auffällige Schreibweise unter Verwendung des darin befindlichen Buchstaben „h“ anzeigt älteren Datums gewesen sein dürfte. Er könnte damit in eine frühe Phase der Neuorientierung gefallen sein in der der Name Falen bzw. Falai für die im Osten lebende Bevölkerung noch gewöhnungsbedürftig war, geschweige denn das man sich in den wenigen Skriptorien sicher war wie man ihn denn zu Papier zu bringen hatte. So war zu erwarten, das sich unter den von Engern überlagerten Regionen westlich der Weser namentliche Bezüge zu den Falen finden lassen da sie dort ihre angestammten Siedlungsgebiete besaßen bevor die Engern von Norden hinzu stießen. Nach fränkischer Auffassung traf man in diesen Regionen auch nur auf Engern, da sich Falen ihnen gegenüber im Auftreten und in ihren Lebensgewohnheiten nicht mehr erkennbar machten und ihnen dialektische Unterschiede verborgen blieben bzw. für sie keine Bedeutung besaßen. Dies schließt aber nicht aus das es, auch wenn es keine belastbaren Dokumente gibt den Franken nicht sehr wohl bewusst gewesen sein könnte, dass sie es auch im engrischen Territorium immer noch mit den darin ursprünglich und immer noch alt eingesessenen Bewohnern zu tun hatten. Auf die Vorfahren der Engern jene Angrivarier, die sich aufgrund ihrer nördlich liegenden Siedlungsgebiete nicht an der verräterischen Varusschlacht beteiligt hatten wendete man möglicherweise schon in römischen Zeiten den Begriff „Fallere“ nicht an. Es war der Stamm der ihnen damals trotz der mit ihnen erfolgten Schlacht später half die 16 + schiffbrüchig geworden Legionäre wieder in ihre Heimat zurück führen zu können, ein Austausch der möglicherweise in Kalkriese einen unguten Ausgang nahm. An der Sonderlage hielten in der Folge auch die Franken fest und machten einen Unterschied zwischen Falen und Engern. Nicht auszuschließen auch, dass es die Engern aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit vermieden als Falen angesprochen zu werden als auch umgekehrt. Traditionell besaß man in Germanien ein ausgeprägtes Herkunft - und Zugehörigkeitsgefühl, pflegte zwar die Blutrache konnte aber wenn nötig Fälle von Mord und Totschlag auch auf materieller Basis schlichten um Frieden zu stiften, verstand sich als eine eingeschworene Sippe, kaum als Individuum und sah sich vielleicht noch nicht einmal einem übergeordneten Cheruskerstamm zugehörig, sondern zunächst dem jeweiligen Gauoberen verpflichtet, da man in unmittelbarer Abhängigkeit zu ihm stand. Man kämpfte in Sippenverbänden da man unter seinesgleichen sein wollte, aber dem für Krieg und Frieden zuständigen Gaufürst, der die Hundertschaft zusammen stellte und dem sie sich unterstellten folgte man wenn er zur Heeresfolge aufrief. Und auch wenn nach dem Imperium auch die Franken den Menschen in der Region östlich der Weser die einst von Cheruskern besiedelt war den Namen Falen gaben, weil sie diese für die „Ost - Falai“ und in ihnen keine "Angarier" sah, so fühlten sich diese „Osterliudi“ zu Beginn der Frankenherrschaft noch lange nicht als Falen und zögerten sich mit diesem Namen zu betiteln. Man darf davon ausgehen, dass man die Bezeichnung Falen nicht erst unter Karl Martell für die Menschen östlich des Rhein anwendete, sodass ihnen der Name auch nicht fremd war. Da sich die alten germanischen Stammesnamen im Zuge der Wanderbewegungen aus dem Bewusstsein der Menschen entfernt hatten, setzte im Wechsel der Generationen ein Gewöhnungsprozess ein und man begann sich mit der linksrheinisch/westlichen Redewendung zu arrangieren bis man sich letztlich damit identifizierte. Er erwies sich mit der Zeit als unabänderlich, war nicht mehr rückgängig zu machen, griff um sich, wurde zur Alltäglichkeit und Normalität bis daraus etwas Selbstverständliches wurde. Zu den auf der Diözesankarte abgebildeten ostfälischen Gauen die den einstigen Herrschaftsbereich der Cherusker widerspiegeln zählen der/die Flutwide, Molzbizi, Muthwide, Lera, Scotelingen, Valodungen, Amber, Aringo, Flenithi, Densi, Wikanauelde, Hretti und der Greni Gau. Hätten man unter der Karolingerherrschaft die westlich davon befindlichen Gaue in denen man wie sich Sprachhistorisch nachweisen lässt auch ostfälisch sprach nicht den „Engern Diözesen“ Minden und Paderborn zugesprochen, sondern sie bei der historisch zuständigen Diözese Hildesheim belassen, hätte sich das einst größere cheruskische Stammesgebiet in seinen ursprünglichen Dimensionen deutlicher abgezeichnet. Hermann Adolf Lüntzel hatte sich zu Beginn des 19. Jahrhundert mit der Verortung beschäftigt und versucht das heraus zu arbeiten was heutige Kartenwerken nur noch schwerlich leisten können. Probleme bereitete damals wie heute die in frühmittelalterlicher Zeit zu Papier gebrachte Schreibweise der überlieferten Ortsnamen, wenn man sie den dazugehörigen Gauen zuordnen möchte. Als man begann „Falen“ umgangssprachlich zu nutzen verwendete das Wort auch dafür um Territorien, Ansiedlungen, Flur- oder Orts- und natürlich auch um Gaunamen damit zu benennen. Worte für Falen die in der Frühphase in unterschiedlichen Schreibweisen wie Falhen, Vahlem, Valun bzw. Valem geschrieben wurden lassen sich in diversen alten Chroniken finden. Namen die die frühen Deutschen zunächst nur von der fränkischen Zunge übernahmen, die aber später wie autochthon wirkten begann man nun auch für sich zu beanspruchen. Die Sprache der Verwaltung machte ihn sich ihn zunutze und wer sich als den Falen zugehörig fühlte brachte damit vielleicht auch Stolz zum Ausdruck Fale zu sein. Im zwischen West- und Ostfalen liegenden Engern wo die Falen in der fränkischen Literatur ein Schattendasein führten vollzog sich dieser Prozess auf unterschwellige Weise. Während sich unter den Ostfalen das neue Bewusstsein aufgrund der regionalen Abgeschiedenheit im Gegensatz zu Westfalen später entwickelte, sie es sich dafür aber über die Jahrhunderte betrachtet bewahren konnten, hatte es unter den den Franken räumlich näher stehenden Westfalen einen anderen Stellenwert. Der Angleichungsprozess im Zuge engrischer Zuwanderung entwickelte sich nicht über Nacht, erstreckte sich über einen langen Zeitraum und führte daher auch zu keinen Verständigungsproblemen. Je nach dem wie unwirtlich sich die Lebensbedingungen für die Angrivarier nördlich des Wiehengebirges entwickelten was sie möglicherweise zur Abwanderung zwang bzw. Siedlungsland frei und verfügbar wurde und worin sie sich unterschiedlich verteilten, nutzten sie es und es stellte sich in den neuen Wohngebieten mit den Eingesessenen ein auskömmliches bzw. einvernehmliches Zusammenleben ein. Betrachtet man die Gaue im einzelnen, so sollte der Anteil fälischer Bewohner cheruskischen Ursprungs in den Paderborn und Minden zugeordneten Gauen konstant geblieben sein und auch wenn sich unter den Ostfalen engrische Spracheinflüsse auswirkten, so machte sie dies nicht zu Engern. In den den vorgenannten Diözesen zugeschlagenen Gauen westlich der Weser lebten Engern und Ostfalen das typische Leben in einem Grenzbereich, wobei der östlich und westlich der Weser befindliche Auguenser Gau in dem man nicht nur einen klassischen Cheruskergau sehen darf, sondern auch das varianische Sommerlager vermuten darf, charakteristisch ist. Aber auch im einstigen Cheruskerbecken um Steinheim machte sich der engrische Spracheinfluss bemerkbar was den ostfälischen Dialekt nach Osten verdrängte. Auf Basis unseres Wissenstandes der sich aus historischen Quellen erschließen lässt und in Verbindung mit der markanten Landschaftsstruktur der Egge wird erkennbar, dass in antiken Zeiten auch der westlich der Weser liegende Nethegau von Cheruskern besiedelt war, bevor sich durch den Zuzug der Angrivariern unbekannten Ausmaßes die Zusammensetzung Bevölkerungsanteile verschob. Erst am Rand des 1266 Suderland genannten Sauerlandes und im Bereich der Diemel an der Grenze zum Hessigau soll die engrische Einflussnahme geendet haben wobei der Warburger Dialekt immer noch stark ostfälisch geprägt ist. Es war vor allem die fruchtbare Warburger Börde innerhalb des Nethegaus in dem die Franken ihren Einfluss besonders deutlich werden ließen und die Territorien des sächsischen Hessengau und des fränkischen Hessengau schufen denen, da schwer begründbar wohl Macht politisches Kalkül zugrunde lag um die dort siedelnde unbotmäßige fälisch/engrische Bevölkerung im weltlichen und kirchlichen Sinne besser domestizieren zu können. Daraus spricht, das, dass administrative Umsetzen für die Karolinger eine „Heidenarbeit“ war und nur in Zusammenarbeit mit dem Klerus gelingen konnte. Das Bistum Paderborn unterstand nach seiner Gründung im 8. Jahrhundert durch Karl den Großen der Kirchenprovinz Mainz und ist heute Hauptort einer eigenen Kirchenprovinz während die Diözese Hildesheim dem Erzbischof von Mainz und die Diözese Minden dem Erzbischof von Köln unterstellt ist. Zur Strukturierung der Kirchensprengel dienten die überkommenen Gaue als Bezugsgröße und Orientierung und das Aufleben des Althergebrachten aus einst heidnischen Stammestraditionen stand bekanntlich unter Strafandrohung. Missionarisches wirken wurde begleitet von den Vorgaben Karls des Großen um im Zuge der Nachkriegsordnung das Entstehen neuer Gefahrenherde auszuschließen. Trotz gemeinsamer Interessen führten die Grenzziehungen zwischen den kirchlichen Provinzen und den weltlichen Territorien zu politischen Spannungen und waren daher nicht deckungsgleich. So wird man die gewachsene Bindungen der Stämme und Sippen untereinander sich Möglichkeit unterbrochen haben und schreckte dabei auch nicht vor dem Mittel der Zwangsumsiedlung zurück. Aber nicht nur das Grenzgebiet zwischen Engern und Ostfalen nordwestlich des Harzes auch das „cheruskische Erbe“ südwestlich davon stellte für die neuen Machthaber eine Herausforderung dar. Denn auch dort galt es mit Hilfe der diözesalen Zuordnungen sowohl die Einflusssphären zu wahren als auch darauf zu achten zukünftige Konfliktherde zu vermeiden. In diesem Sinne teilte man die Landschaften auf und isolierte sie sogar in dem man etwa den im Kern ostfälisch geprägten südlich gelegenen Leinegau, bzw. Lochne Gau schlug in dem die engrische Besiedlung keine sprachlichen Einflüsse hinterlassen hat und der der Diözese Hildesheim zugestanden hätte, der nördlich orientierten „Engerndiözese“ Minden zuschlug. Ein Muster vergleichbar mit dem der Diözese Minden zugeordneten Tilithi Gau in dem man ebenfalls ostfälisch sprach. Obwohl die klassischen ostfälischen Regionen der Diözese Hildesheim zugestanden hätten schien man sie zerpflücken zu wollen und schlug große Bereiche nicht nur den Bistümern Paderborn oder Minden zu. So machte auch das Erzbistums Mainz direkte Ansprüche geltend in dem es den ostfälischen Liesgau, den Rittigau den Suilber Gau, sowie den Gau Morunga beanspruchte. So wurden ostfälische Gaudistrikte auf Anordnung der Erzbistümer neu gegliedert, sodass die von der späteren Kartographie skizierten Grenzen mehr den politischen Zielen und Interessen entsprachen aber nicht die Realität ihrer Bewohner wider spiegelten. Die einst cheruskischen Kerngebiete nördlich des Harzes wo deren Dialekte ins ostfälische übergingen waren von der engrischen Zuwanderung nicht betroffen. Die Ausrichtung ihrer Gaue orientierte sich auch an den vom Harz ausgehenden Flussläufen wodurch sich Nordsüdstrukturen abzeichnen was ihren Zuschnitt beeinflusste. Vor dem Hintergrund der nicht unerheblichen Distanzen bis zum im Nethegau vermuteten Varusschlachtfeld ist infrage zu stellen, ob sich die nördlich des Astfala Gau befindlichen Gaue noch zum Herrschaftsgebiet der Cherusker rechnen lassen, oder ob nahe dem Bardengau bereits elbgermanische Machtverhältnisse griffen bzw. diese Stämme auch nicht an dieser Schlacht teilnahmen. Der östlich an den Astfala Gau angrenzende schmale aber etwa 60 km lange Lier – auch Lera genannte Gau basierte auf der landschaftlich vorgegebenen Fließrichtung der Oker und befand sich westlich von ihr. Er begann bei Vienenburg und endete im Norden an der Aller. Die Oker trennte die Elb – von den Wesergermanen und die Formgebung des Gau dürfte eine Abschirmungsabsicht nach Osten zugrunde gelegen haben, die auch strategisches Denken vermuten lässt zumal dem Gau in der Literatur berechtigterweise die Funktion einer Grenzmark zum östlich der Oker befindlichen elbgermanisch orientierten Derlingau zugeschrieben wird. Um auch die östlichen Außengrenzen des cheruskischen Siedlungsgebietes zu fassen geben die antiken Quellen Hinweise wonach das Stammesgebiet der Cherusker an den Wohngebieten suebischer Teilstämme endete. Ptolemäus hielt sie im 2. Jahrhundert kartograpisch fest und nannte sie Sueboi Angiler bzw. Angeiloi, während Tacitus sie Suevi Anglier bzw. Anglii nennt. Im Zuge erster Verschriftungen wurde 934 ein „pago suevi“ gleich Schwabengau im Nordharz östlich von Quedlinburg genannt, den man als Relikt dieser Zeit ansehen könnte. Forschungen zeigten zudem eine Verbindung zwischen dem völkerwanderungszeitlichen Stammesgebiet der Sueben auf der iberischen Halbinsel ins Bodetal im nördlichen Harzvorland. Die Nibelungensage dessen älteste Teile ins 5. und 6. Jahrhundert zurück greifen erwähnen im Zusammenhang mit der Drachentötung einen Suavawald. Die Theorie geht davon aus, dass sich die Inschrift "CIVITATEM ISTAM TV CIRCUMDA DNE ET ANGELI TVI CVSTODIANT MVROS EIVS" im Corveyer Westwerk auf diesen Teilstamm bezieht und die erwähnten Mauern des Kaisers die Bewohner vor ihnen schützen sollten. Während das Stammesgebiet der Cherusker an der Oker endete reichten ihre Einflussgebiete weiter und gingen im Norden in die der Langobarden über wobei an der Aller ihre Grenzen lagen und die Gaue Moltbizi und Muthwide vermutlich nicht mehr zu ihrem Stammesgebiet zählten, obwohl man sie gemäß der im Mittelalter erstellten Karte der Diözese Hildesheim zuschlug. In der Regel waren es Flüsse oder Höhenrücken mit denen sich Herrschaftsbereiche wie die Hastfala Region abgrenzte, sodass sie nach Westen aus Leine, Haller und dem Ith bestanden, womit das Stammland der Cherusker die in den Falen weiter lebten abgesteckt wäre. Eine Region die zu ihrer Zeit noch nicht den gesamten Komplex umfasste, der sich heute Ostfalen nennt. Aber ein Gebiet in dem sich die Hastfalen gegen die engrischen Zuwanderungen behaupten wollten und konnten auch wenn ihnen der Klerus später den Tilithigau und den Marstemgau nördlich der Haller nahm. Fest machen lässt sich ihr Bestreben sich gegen die Engern abzugrenzen an der Grenzfestung Poppenburg die früher Bobbenburg hieß und sich unmittelbar an der Bundesstraße 1 nördlich von Burgstemmen befindet. Und noch zur Mitte des 11. Jhdt. wird die Poppenburg über die damals der sächsische Graf Brun herrschte als noch im Gau Valen liegend genannt, sich aber gleichzeitig in der Provinz Hastfala befand. Ein Gauname der in der Diözesankarte keine Erwähnung mehr findet aber bestätigt, dass noch vor rund 1000 Jahren ein „Falen Gau“ existierte auch wenn man ihn „Gau Valen“ nannte und sich darin wieder der eigenständigen Volksname Falen erkennen lässt. Nimmt man auch hier die Flüsse als Anhaltspunkte, dann war der „Valen Gau“ in dem sich der historische Ort Kemme neun Kilometer östlich von Hildesheim befindet ein von Innerste und Leine eingerahmter Gau, ein Kleingau der sich im größeren „Ducatu Gau Hastfala“ befand, den aber die Kartographie vernachlässigte. Während der Scotelin Gau seinen Namen der eingetieften landschaftlichen Lage verdankt in der er sich befindet und woraufhin man ihn Schüssel Gau nannte, könnte der Valothungo Gau für die Falenforschung aufschlussreicher sein. Da sich in der Zweitsilbe wie man es im Heliand um 830 niederschrieb das altsächsische Wort „tunga“ für Zunge verbirgt, lässt sich auch eine Verbindung zur ersten Silbe „Valo“ herstellen. Denn wer sich aus dem Zuwanderungsgebiet der Engern von Minden bzw. Rinteln kommend nach Osten wendete, nutzte die Enge zwischen Ith und Deister, erreichte dann bei Gronau die Leine, dann den bedeutenden Ort Elze und befand sich nach ihrer Überquerung im „Valothungo Gau“. Dem Gau in dem sich die Zunge ins Ostfälische änderte. Ein Gau der an der Grenze zu einem weiteren großen Dialektraum in Form eines Übergangsgebiet vom ostwestfälischen ins ostfälische lag und innerhalb des großen fälischen Sprachgebietes zwischen Wupper und Oker nachdem Abt Nikulas zwischen 1151 und 1154 die Grenze vom südniedersächsischen Sprachraum in den Ostwestfälischen bei Minden übertrat den zweiten Große Sprachkomplex innerhalb des Niederdeutschen bildete. Somit wird in cheruskischer Tradition erkennbar, dass deren Gaue einst bis zum Hellweg „vor dem Santforde“ reichten. Burgstemmen am östlichen Leineufer für das die Poppenburg Namensgeber war, war ihre Grenzfestung wo man den Versuch unternahm sich gegen unerwünschte Einflüsse aus dem Westen zu „stemmen“. Anzunehmen, dass sie auch gegen die Engern gerichtet war von denen man sich immer schon scheiden wollte wie es der Angrivarierwall im Jahre 16 + andeutet. Die besondere Lage der Poppenburg deutet darauf hin, dass es am dortigen Leineübergang bereits in Cheruskerzeiten militärische Vorgängerstrukturen mit Bollwerkfunktion gegeben haben könnte. Ein strategischer Punkt, der sich in einer heiklen Eck- und Grenzlage zu den beiden nördlich siedelnden Völkern der Langobarden und Angrivarier befand. Nur 3 Kilometer nördlich des Valothungo Gau gelegen besaß die Burg für die Region eine zentrale Bedeutung und obwohl sie nach der Diözesankarte im Hastfala Gau lag, wird sie im Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim sowohl als im Scotelin Gau als auch im Valen Gau befindlich erwähnt was wieder die überordnete Stellung der „Provinz Hastfala“ verdeutlicht die über den Kleingauen stand. Grundsätzlich ist bekannt, dass es in früheren Zeiten harte Grenzen die sich in Dialekten widerspiegelten und sogar zwischen den kleinsten nahe beieinander liegenden Dörfern gab, die notfalls auch mit Gewalt verteidigt wurden. Rivalitäten, die sich über Jahrhunderte fortsetzen konnten. Trotzdem dürfte es immer wieder zu Verschiebungen sowohl innerhalb der ostfälischen Gaue als auch unter den Ostwestfälisch und Ostfälisch sprechenden Menschen in den einzelnen Dörfern und Ansiedlungen gekommen sein. Als Karl der Große Ende des 8. Jhdt. die Verhältnisse nach seinen Vorstellungen regelte war die engrische Zuwanderung in die einst von Falen besiedelten Landschaften zum Stillstand gekommen und so dürfte sich mit der Einführung fränkischen Rechts die Abgrenzung nach der Diöcesankarte zwischen dem Territorium von Engern/Falen und dem östlich angrenzenden Falen in ihren Grundzügen verfestigt und nicht mehr verschoben haben. Die Konturen des Cheruskerlandes erscheinen nun plastischer erstreckten sich vor dem Zuzug der Engern ab dem nördlichen Windschatten des Harzes bis an die Egge, im Nordwesten könnten sie im Steinheimer Becken geendet haben, wo die Keramikstudie von Raphael von Uslar greift und reichten im Süden bis an die nennen wir sie mal „zweite keltische Auffanglinie“ bzw. die hessische Dialektgrenze im Diemelbereich. Sind es heute die seltenen Erden, dann waren es damals die Bleivorkommen um Brilon, die Goldadern an der Itter, die Eisenerzgruben an der Diemel, die Silberminen bei Goslar die es galt vor 2000 Jahren in den römischen Machtbereich einzugliedern bevor man den Blick auf die weiter östlich liegenden Bodenschätze des Harzes wie Zink oder Kupfer bzw. darüber hinaus richten konnte. Ebenso hatte man die Salzlagerstätten auch östlich der Weser und ihre wirtschaftliche Bedeutung im Auge und trachtete nach deren intensiver Ausbeutung so, wie es auch die lothringischen Salzvorkommen in augusteischer Zeit belegen. Aber solange sich die attraktiven Rohstoffe in von Cheruskern beherrschten oder in von ihnen beeinflussten Regionen befanden, waren sie nur in Abstimmung mit ihnen nutzbar und das heutige Ostfalen wirkte wie eine Barriere auf dem Weg dahin. (18.02.2026)
Mit Hilfe der kleinen Gaulandschaften die sich um den großen „Astfala Gau“ gruppierten lässt sich zweifellos eine Erklärungskette aufbauen, um sich unter einem „Ast“ auch ein „Ost“ vorstellen zu können löst aber dennoch wie dargestellt Verwirrung aus. So war der größere „Astfala Gau“ mit seinem Hauptort Hildesheim die Seele der Region und die diversen kleineren Gaudistrikten die es umringt trugen auch ihre Eigennamen. Im 8. Jahrhundert hatten auch die Bewohner östlich der Weser längst ihre germanischen Stammesnamen aufgegeben und waren mit dem Namen Falen vertraut der sich in nachantiker Zeit verbreitet hatte und gaben daher auch dem größten Gau innerhalb ihres Siedlungsgebietes diesen Namen. Ihr Gau dem man die Silbe „Ast“ vorstellte und sie mit „Ost“ verband verfügte aber auch noch über einen anderen bzw. Zweitnamen. Denn eine aus voralthochdeutschen Zeiten stammende Bezeichnung nannte ihn nicht „Astfala Gau“, sondern „Hastfalagowe“. Obwohl das Wort „gowe“ erst in merowingisch - karolingischen Zeiten schriftlich nachweisbar ist darf man davon ausgehen, dass es bereits lange Zeit davor Bestandteil der Mundart war. Sowohl die Endsilbe „gowe“ als auch das „H“ am Wortanfang von „Hastfalagowe“ lassen einen weitaus älteren Ursprung als das zwischen 750 und 1050 + gesprochenen Althochdeutsche erkennen und bereits während der Ersten Lautverschiebung zwischen 1500 - und 500 + als sich das Urgermanische entwickelte entstand. Aber diesem „H“ könnte eine andere Bedeutung zugrunde liegen. Den Karolingern war die Dimension der von Falen besiedelten Landmasse bekannt und sie nannten im 8.Jahrhundert die im Osten liegende Landschaft naheliegenderweise „Ostphalai“ da es ihnen nach dem Einmarsch in die Westfalai plausibel erschien im westlichen Elbevorland auf die Menschen der Ostfalai zu treffen. Aber auch wenn das altsächsische Wort „eastern“ das auch in Astfala ruht an einen Bezug zur Himmelsrichtung „Ost“ denken lässt, so nannten sich die Bewohner des einstigen Cheruskerlandes nicht Ostfala und ihre Heimat auch nicht „Astfala“. Denn sie bewohnten das Land Fala und sie nannten sich die Hastfala. Den Völkern waren die Zwergennamen Vestri und Austri die für West und Ost bekannt die wir aus der Mythologie kennen und die Franken bedienten sich auch des Namens Austrasien für den östlichen Teil ihres Reiches und die Deutung des heutigen Ortes Asthall in Südengland das seinen Namen der angelsächsischen Geschichte verdankt und sich im frühen 11. Jhdt. „East Heolon“ nannte macht auch einen Bezug zum Osten deutlich, aber diesem Grundgedanken folgten nicht die Bewohner zwischen Weser und Oker, denn sie nannten ihren Gau „Hastfala“ und nicht “Eastfala Gau”. Auch empfanden sich die Menschen die das östliche Territorium eines großen Falenlandes besiedelten nicht einem fälischen Großstamm zugehörig Sie besaßen ihre Eigenständigkeit und sie verbanden ihre Wohngebiete auch nicht mit einer Himmelsrichtung die die Franken für sie ersannen und man kann ihnen auch wenn sich Franken und Falen sprachlich gut untereinander verständigen konnten keine Ostwestdefinition unterstellen. Da auch die Sprachforschung keine eindeutigen Hinweise liefert wonach sich die Vorsilbe „Hast“ die während der Ersten Lautverschiebung entstanden sein könnte, auf „Ost“ beziehen lässt, sollte die Silbe „Hast“ eine andere Bedeutung bzw. Entstehungsgeschichte, was Tradition und Vergangenheit anbelangt gehabt haben. Ein Blick ins Sprachgeschichtliche zeigt, dass im Altenglischen und demzufolge auch im Altsächsischen ein s Wort existiert das sich „haest“ scheibt. Es steht für ungestümes Verhalten bis hin zum Streit, während es im Altfranzösischen eine ähnlich Bedeutung hat und mit Gewalt bzw. Gewalttätigkeit in Verbindung gebracht wird. Hast und heftig bilden etymologische eine Einheit und so wird “hast” auch mit heftig in Verbindung gebracht. Der Griff einer Waffe, ob Schwert oder Speer nennt sich Heft und auch von dort geht eine heftige Handhabung aus. Die Begriffe “Haest” oder “Hast” im Zusammenhang mit “Hildi” spiegeln die zeitgenössische kriegerische Welt wider in der der Waffengebrauch alltäglich war und die Waffe stehts griffbereit zu liegen hatte. Hinter den Gaunamen die aus der um das Jahr 1000 entstandenen Hildesheimer Diözesan Einteilung hervorgehen stehen für das Wort Gau noch die Altkürzel "ga" oder "go" so darf man sie auch für die einst umrissenen germanischen Landschaften halten die wir heute Verwaltungsdistrikte nennen und die die Karte sichtbar werden lässt. Von größerem Forschungsinteresse sind zweifellos die Hauptnamen davor die allerdings nur wenig Aufschluss bzw. Auskunft über ihre einstigen Bewohner und deren Stammeszugehörigkeiten geben oder Erklärungen liefern in welcher germanischen bzw. frühmittelalterlichen Epoche man ihnen die diese Namen gab und warum. Mal trug ihr Umriss zur Namensbildung bei wie es beim "Schüsselchen Gau" Scotelingo der Fall war und als Schlötel heute noch im ostbergischen Dialekt gesprochen wird. Mal waren es die Salzvorkommen die zur Namensgebung beitrugen wie im Falle des "Saltgo". Aber bei den meisten Bezeichnungen liegen die Gründe im Dunklen und darüber welchen Stämmen oder Völkern sich die darin lebenden Menschen zugehörig fühlten bzw. welcher Gaufürst sie befehligte und wo dieser residierte geben die Namensbezeichnungen keine Auskunft. Die Völker standen in einem unsteten wechselnden Verhältnis zu ihren Wohngebieten. Darüber ob man sesshaft bleiben konnte bzw. sich zugereiste ansiedeln durften entschied der Gaufürst bzw. die unmittelbaren Lebensumstände, sodass sich nicht erkennen lässt welchem Stamm man sich zugehörig fühlte, sodass Zwist den Alltag mit bestimmte. Folglich ist nicht zu erwarten ist, dass man den Gaunamen Erklärungen im frühen politischen Sinne entnehmen könnte. Die Bezeichnungen "Hast" aber auch “Ast”, dem die Doppeldeutigkeit zum Osten anhängt haben in der Volkskunde unterschiedliche Bedeutungen. Stellt man das Wort “Hast” ins Femininum wird daraus “die Hast” und lässt sich mit der Hasta, dem Namen des langen Stoßspeeres, der Hauptkampfwaffe der frühen römischen Infanterie in Verbindung bringen. Was in Rom “die Hasta” war, war in Germanien der “Ger”. Der aus Schaft und Spitze bestehende “Ger” galt als die älteste Waffe der Menschheit und schon Cassius Dio schrieb, dass die “Ger - manen” sie erfolgreich in der Varusschlacht als Erstwaffe einsetzten als sie begannen die Legionen zu umstellen. Sie war vielseitig in dem man sie im Nahkampf als Stichwaffe einsetzte und ihre Bedeutung als Distanz- bzw. Wurfwaffe erst mit der Erfindung des Schießpulvers verlor. Die Urbezeichnung "Ger" ist im Aufbau deutscher Sprachentwicklung an vielen Stellen und nicht nur im Vogelnamen Gerfalke anzutreffen. Sie steckt in zahlreichen teilweise noch gebräuchlichen Eigennamen wie Gerbert = Ger-braht der Speerglänzende, Gerhard = Gerhart = der Speerkühne oder Gertrud. Als heilige Lanze war der Ger hoch geachtet und als ältestes Stück der Reichskleinodien gehörte er im Mittelalter zu den Insignien der Macht. Als die Germanen mit dem Imperium in Kontakt kamen lernten sie auch die lateinische Bezeichnung “Hasta” für den ihnen bekannten "Ger" kennen und jene Germanen die sich Rom als Hilfstruppen anboten stattete man nicht mit dem Ger, sondern mit der Hasta aus. Die sie trugen nannte man die Hastati und im Rang standen sie auf der untersten Ebene. In Germanien schnitzte man den Ger aus Eschenholz in althochdeutsch “asca”, wobei das Wort „Ascarius“ als lateinisch germanisches Mischwort überliefert ist und die Doppeldeutigkeit verrät. Der Ascarius ist auch als Eigenname im Sinne von der Eschenmann bzw. der Speerwerfende überliefert. Der Baum der im germanischen Glauben einen hohen Stellenwert besaß und uns in der Schreibweise „Eskerke“ = Eschenkirche begegnet worauf in einem vorigen Kapitel eingegangen wurde. Einem historischen Parzellenname der auf verborgene Weise auf einen möglichen Standort der Irminsul nahe Borlinghausen hinweist. Im Aufbau römischer Schlachtordnung standen die Hasta Träger in der ersten Kampfreihe und waren mit ihrer auch Lanze genannten Stoßwaffe jene Legionäre die sich dem Feind als erste im Sinne einer Speerspitze entgegen stellten. Zusammen mit dem Schwert bildeten sie später das Schreckensbild des fränkischen Panzerreiters. Nicht nur Arminius auch ausgediente einfache Söldner kehrten in ihre Heimatdörfer zurück, brachten Wissen und Sold mit und führten auch den ihnen von der römischen Kommandosprache bekannten Namen “Hasta” in Germanien ein. So wird man im frühen Mittelalter in Falen auch noch die aus antiken Zeiten stammende Bezeichnung Hasta gekannt und das ihnen attraktiver erscheinende Wort auch weiterhin angewendet haben. Die Überlegung basiert auf der Theorie, dass die Germanen ihrem Gau den Namen ihrer Hauptwaffe gaben der sie in zahlreichen Kampfeinsätzen für Rom Sieg und und ihren späteren Reichtum verdanken. Zu Zeiten der Kriege gegen Karl den Großen überwog das lateinische Wort "lancea" von dem sich der Name Lanze ableitet sich aber erst ab dem Mittelalter einzubürgern begann. Der romano/kelte Vortigern rief im 5. Jahrhundert Engern, Falen bzw. Sachsen zu Hilfe eine Zeit in der die Küstenstadt Hastings ihren angelsächsischen Namen bekam. Die etymologische Spur lässt sich zurück führen auf die Ansiedlung eines Mannes mit Namen Hæsta im Sinne von Hæstas Volk und es könnte sich bei ihm um einen bedeutsamen Speerwerfer bzw. “Eschenmann” gehandelt haben. Hæst wird auch mit stark übersetzt während Hastings mit "a" geschrieben wird, das die englische Zunge allerdings wie ein "ä" ausspricht. In diesem Zusammenhang ist aus der Geschichte der Angelsachsen der Historia Ecclesiastica von Orderic Vitalis der lateinische Satz ".....hastile ferreum intorquens in Edricum misit, sed ab illo praevisum et vitatum, in militem prope stantum peccavit adeo" überliefert, der übersetzt lautet: "...er schwang einen eisernen Speer nach Edric, doch da der den Angriff vorhersah und auswich, traf er einen in der Nähe stehenden Soldaten so sehr, dass er auch einen anderen verwundete". Aus der römischen Besatzungszeit war auch die Hasta im angelsächsischen Sprachraum unter dem Namen Hastile bekannt und man darf aber auch daraus schließen, dass er in den Herkunftsregionen der Stämme angewendet wurde von wo aus die Menschen einst nach Südengland ausgewandert sind. Eine Bezeichnung die demnach sowohl auf den britischen Inseln als auch auf dem europäischen Festland den Weg ins frühe vorkarolingische Mittelalter gefunden hat und die Hasta zum Inbegriff des Widerstandes wurde. Dem Rechnung tragend könnte ein Kernregion östlich der Weser nach ihr benannt worden sein. Ein Landstrich der sich seiner kämpferischen Vergangenheit bewusst war. Schon bevor den Franken die Macht über Falen entglitt war Hildesheim im Hastfalagau gelegen der zentrale Ort fälischer Macht rechts der Weser. Ekbert dem Einäugige regierte darin ab etwa 932 bis 994 während Tammo, der Bruder von Bischof Bernward von Hildesheim dem Gau von etwa 960 bis 1037 als Graf vorstand. Da es für den Begriff “Hastile” aber auch den Namen “Astile” gibt, der im Zusammen mit dem Schaft – Althochdeutsch scaft -, steht, stärkt dies sowohl den Verdacht als auch die Argumentation, dass der Astfala Gau nicht mit der Himmelsrichtung “Ost” in Verbindung gebracht werden kann und man davon abrücken kann. So war die Asta eine Zweitbezeichnung für die Hasta, ein Name der im Gegensatz zu den Falen die die Bezeichnung Lanze bevorzugten unter den Franken nicht in Gebrauch war, aber von den Falen östlich der Weser über die antiken Zeiten hinaus verwendet wurde. Sie benannten ihren Gau danach da sie sich als eine Gemeinschaft jener betrachteten, die sich mit der Hasta seit jeher zur Wehr gesetzt hatten und sich damit Respekt und Achtung verschafften. Da die Germanien etwa gegen Rom die offene Feldschlacht vermieden und andere Kampfmethoden als die mediterranen Völkern anwendeten könnte der Einsatzzweck den Unterschied zwischen Hasta und Ger gemacht haben. Denn während die “Hasta” bzw. “Asta” in der ersten Kampfreihe im römischen Militär als Stoßwaffe genutzt wurde war der “Ger” die traditionelle Distanzwaffe der Germanen mit der sie ihre Beute erlegten und demzufolge ihr Nahrungserwerb abhing, die sie aber im Kampf nicht verlieren durften. So hatten die “Auxiliar Germanen” da sich der Stil der Kriegsführung auch im Norden zu ändern begann den Wert der Hasta zu schätzen gelernt. Der Hastfala bzw. Astfalagau im Raum Hildesheim in dem die Hastakämpfer lebten war zweifellos der größte Gau der rechts der Weser siedelnden Falen und bildete den Kern- bzw. Hauptgau innerhalb der Diözesankarte. Über die Bedeutung des “Hastfalagau” und der darin ruhenden Silben Hast bzw. Ast die die Zeiten noch bis ins Bistum Hildesheim des Jahres 1000 überdauert hatten, wird man sich im Mittelalter keine Gedanken mehr gemacht haben. Als man der Landschaft vielleicht zwischen dem Ende der Germanenzeit und dem frühen Mittelalter, vielleicht auch schon davor ihren Namen gab der mit “Hast oder Ast” begann, standen die Menschen im Gegensatz zu heute der Antike noch um einige Jahrhunderte näher. Man verfügte noch über Erinnerungspotenzial aus jener Zeit und war sich über alle Epochen der Geschichte auch schon vor Beginn des fränkischen Einfalls immer der nötigen Wehrhaftigkeit und Abschreckung bewusst. Im Gedächtnis hatten sich vielleicht noch Erinnerungen an die Irminsul und deren einstige Bedeutung erhalten und man verfügte noch über vage Kenntnisse aus Vorzeiten die über die Sagenwelt weiter getragen wurden und aus Varus den Mann machten der aufgrund seiner Geburtskrankheit getragen werden musste aus dem sich der geflügelte Begriff Draka entwickelte. Es war die Gedenkstätte für Irmin der sich mit dem mit ihm verwandten Namen der Irmina von Oeren, der Ururgroßmutter Karls des Großen verbinden lässt. Selbstredend, dass sich unter diesem Namen kaum ein heidnischer Gott vorstellen lässt, denn dann hätte man die Vorfahrin von Karl nach einem heidnischen Gott benannt, eine unvorstellbare Freveltat die in der Zeit sicherlich nicht üblich war. Dem Missionseifer darf man folglich anlasten, eine Verbindung aufgebaut zu haben in dem man Irmin eine heidnisch spirituelle Bedeutung gab woraus die Franken die Berechtigung ableiteten die Gedenkstätte auslöschen zu müssen. Verknüpft man die Theorien, dann steht der Begriff "Hast" aus der Militärsprache auch für die Kontinuität einer Verteidigungsbereitschaft. Denn mit der "Hast" ließen sich Kampfkraft, Sieg, Ehre und Friede verbinden und das Anwenden dieser Symbolik stand nur der Region zu die sich das größte Verdienst am einstigen Erfolg erkämpft hatte. Man adelte damit einen Landstrich in dem ein Menschenschlag lebte der seine Kräfte immer schon bündeln musste um sich vor fremden Besatzern zu schützen. Und mit dem Hervorheben jener Waffe signalisierte man allen ihnen feindlich gesinnten Mächten ihre Wehrhaftigkeit. Mit diesen gedanklichen Dimensionen und Zeitsprüngen muss man sich auseinander setzen, wenn man die Beweggründe unserer Vorfahren für ihre Verhaltensweisen verstehen will. Über die Jahrhunderte betrachtet kam daher auch die Falenforschung nicht zur Ruhe und alle an sie erinnernden Ortsnamen wurden zum Verdachtsfall, ob sich dahinter keine etymologischen Spuren finden lassen könnten mit denen sich ein Bezug in die Antike herstellen lassen könnte. Die Geschichte wollte, dass uns einige Dokumente in Kartenform erhalten geblieben sind denen sich auf die Gaue bezogene politische Grenzziehungen entnehmen lassen. Da sich nach den Sachsenkriegen Grafen und Klerus die Verwaltung zuspielten bzw. teilten verwundert es nicht das derartige Kartenwerke nur in den Diözesen und Bistümern wie in diesem Fall in Hildesheim die Zeiten überdauert haben. Für die religiöse Betreuung der Bewohner hatte sich die Karte an den Verwaltungsgrenzen der einstigen germanischen Gaudistrikte zwischen Weser und Fuhse sowie Harz und Bardengau orientiert, die man auf Basis dieser Theorie als die charakteristischen „Cheruskergaue“ bezeichnen könnte. Die Hildesheimer Karte schloss jedoch jene Gaue aus, die man im Zuge der engrischen Zuwanderungen sprachlich und politisch voneinander getrennt wissen wollte und die daher den Diözesen und frühen Bistümern Minden bzw. Paderborn zugeteilt wurden. Sie verdeutlicht aber auch eine Abgrenzung zu den östlich, nördlich und südlich angrenzenden Völkern die sich eine Dialektik bewahrt hatten die nicht dem Ostfälischen entsprach. Die Karte umreißt eine Region in der sich im Kern eine isolierte Einwohnerschaft ihre Eigenständigkeit bewahrt hat die sich über die Gaunamen vage identifizieren lässt. Mit der Karte hat sich der Historiker Hermann Adolf Lüntzel auseinander gesetzt und dazu unter dem Titel „Die ältere Hildesheimer Diözese“ 1837 seine Forschungen veröffentlicht. Dabei hat er sich mit jedem Gau und den darin liegenden Orten akribisch auseinander gesetzt um sie den jeweiligen Gaulandschaften zuordnen zu können. Die frühmittelalterlichen Corveyer Traditionen bezeichnen den mit Abstand größten Gau mit dem Namen Astfala oder Hastfala Gau und man setzte ihn schon 990 mit einer “Provincia” gleich. Ein Gau der wegen des zentralen Ortes Hildesheim eine besondere Aufwertung erfuhr und ihn als Ducatu bezeichnete, da ihm ein Dux vorstand was einem Herzog gleich kommt. Im Zusammenhang mit den kleineren Gaudistrikten die auch Pago genannt wurden und ihn umgaben bzw. an seine Grenzen stießen erwähnen die Traditionen die Namen Valim, Falun, Falim, Falhen die sich auf diese Region konzentrieren. Diese werden sowohl als im großen „Astfala Ducatu“ liegend, als auch als Einzelgau bezeichnet, sodass man sich auf den Namen „Untergau“ verständigte. Der Astfala Gau umfasste etwa 2000 Quadratkilometer um Hildesheim und war das Herzstück der ostfälisch sprechenden Großregion womit sich auch die Anhäufung von Worten mit Bezug zum Ursprungswort “Fallere” bzw. Falen in den Chroniken erklärt die sich im ostfälischen Hastfalagau erhalten haben bzw. sich nachweisen lassen. Seit der Antike ist bekannt, dass das eigentliche Zentrum des Widerstandes erst ab der Weserregion begann und was auch den Franken bewusst war als sie ihren Eroberungszug begannen. So hielten sich dort die alten Namenstradition in Gestalt etymologischer Relikte wie etwa “Falhen” im Gegensatz zur Westfalai, wo sie sich nicht nachweisen lassen am längsten. Und so ist es zum Beispiel der frühere Ort Guddianstede, dass heutige Gadenstedt, das zwar als im Pago Falhen bzw. Falim befindlich erwähnt wird, das aber gleichzeitig auch als im “Astfala Gau” liegend bezeichnet wird. Sowohl Übertragung als auch Schreibweise der niederdeutschen Mundart lassen aber vermuten, dass hier immer nur ein und derselbe Untergau gemeint ist. Ein Falhen oder Falim Gau der innerhalb des Hastfala oder Astfala Gau lag und dem natürlich der Hinweis “östlich” fehlte. Möglicherweise hatte er ursprünglich mit ihm Konkuriert bis man sich entschloss der Region den Hauptnamen Ast - bzw. Hastfala Gau zu geben. Es war der größte, vermutlich auch der dominanteste und wohl auch der bevölkerungsreichste Gau um den sich die namentlich überlieferten Gaulandschaften deren Entstehungsgeschichten und Namenfindungen weit in die Vergangenheit zurück reichen gruppierten. In ihm lag geschützt vom Innerste Bergland Hildesheim das sich um 1000 Hildenesheim nannte und in dem der Name Hild ruht. Eine Region in der Widerstand zum Brauchtum gehörte was durch die Silbe Hild die für Schlacht steht unterstrichen wird. Es war der Name der berühmtesten Walküre und ist auch im Namen Brunhild enthalten. So war das Heim der Hild das Zentrum und es liegt nahe, dass sich dort alle cheruskischen Gaufürsten versammelt haben könnten wenn es galt Beschlüsse über Krieg und Frieden zu fassen. Obwohl man Karl nie Cäsar sondern nur Augustus nannte und er sich auch nicht, gaben die Karolinger dem verkehrsgünstig gelegenen Elze durch das man vermutlich schon 9 – den bei Scelerata verunglückten Drusus trug, das einen Marschtag von Römerlager Wilkenburg entfernt lag den kaiserlich klingenden Namen „Aula Caesaris“ und naheliegenderweise schon zu Cheruskerzeiten eine wichtige Funktion besaß. Im ostfälischen Ort Elze befand sich ein karolingischer Königshof und er war lagebedingt eng mit der antiken Tradition verbunden, befand sich links der Leine im Gudingau folglich westlich des Hastfala Gau, zählte mit Hildesheim zu den Hauptorten der Region und schirmte mit Burgstemmen den westlichen Zugang nach Hildesheim ab. Die Untergaue stützten den Hauptgau und ihnen standen unterschiedlich einflussreiche Fürsten oder Stammesälteste vor die in keiner Literatur festgehalten wurden, aber Arminius ihre Unterstützung zugesagt haben dürften. Der Hastfala Gau endete östlich im Einzugsbereich der Fuhse und grenzte an seiner Südseite an fünf Gaue, unmittelbar anschließend der Gau Scotelingen und Hildesheim im Hast bzw. Astfala Gau liegend zu einem Grenzort machte. In diesem Zusammenhang sind auch die im 1. und 2. Jahrhundert genannten Victofalen bzw. Victohali, die Thaiphalen bzw. Taifali, oder die Naharnavaler bzw. Naharvali zu erwähnen die im wandalischen Stammesverbund lebten, im östlichen Mitteleuropa und der Oderregion siedelten und im Kontext der Markomannenkriege erscheinen. Sowohl die zwischen dem Westen und dem Osten Germaniens liegende Distanz macht eine Namensverbindung unwahrscheinlich als auch die unterschiedlichen Schreibweisen der Endungen wie „hali“ „fali“ oder „vali“ verhindert es eine direkte Verbindung zu den Falen bzw. Phalen herzustellen, sodass man annehmen darf, dass sie anderen Sprachwurzeln entstammten. Hier wird die Spur des seit Cäsar gebräuchlichen lateinischen Namen „Fallere“ verfolgt, der für Hinterlist, Betrug und Täuschung steht und auf römischer Seite zum Schimpfwort für jene Germanen wurde die gegenüber dem Imperium ihr Wort brachen. Der um 17 + verstorbene Ovid formulierte seinerzeit was man unter „Fallere“ zu verstehen hat mit den Worten „der Gipfel der Treulosigkeit und des falschen Meineids“. Es wurde zu einem ausdrucksstarken Synonym war aber auch ein heimliches Eingeständnis des Versagens bzw. einer gescheiterten, da erfolglosen Germanenpolitik. Deprimierend und für viele beschämend wurde 16 + auf höchste kaiserliche Anweisung das Militär angewiesen alle Aktivitäten im germanischen Nordosten einzustellen. Ein Befehl der in der Armee Wut und Zorn auslöste dem man nur widerwillig folgte und dazu führte, dass man die Varuslegionen „post mortem“ zu den besten des Reiches erklärte die nur auf dem Weg des Verrats besiegbar waren. Tacitus brachte es unverständlich zum Ausdruck in dem er bedauerte, dass die Germanenkriege nicht nach 16 + wieder aufgenommen wurden, sodass man an die Dolchstoßlegende erinnert wird. Es wog schlimm, dass Rom hinter den Rhein zurück geworfen, dort verharren musste und keine Revanche mehr ausüben durfte. Unter Corbulo endete der den Legionen nach 16 + aufgezwungene „status quo“ und erst nach 30 Jahren kam es wieder zu einem Schlagabtausch den Tacitus schon damals herbei gesehnt hatte. Unter den Bewohnern in den römischen Niederlassungen am Rhein weckte es alte Erinnerungen denn wieder hatte man sich der Cherusker zu erwehren und es machte ihnen deutlich, dass der alte Feind im Osten immer noch präsent war, der dem Imperium schon in früheren Zeiten auf perfide Weise massiven Schaden zugefügt hatte. Das Wissen darum, dass man es immer noch mit diesen „Falsari“ also jenen Lügnern und Betrügern von einst zu tun hatte trug dazu bei, dass dieses Schimpfwort seine Berechtigung nicht verlieren konnte. Eine abwertende Bezeichnung für ihre Widersacher die sich zunächst nur innerhalb der Grenzen des Imperium einzubürgern begann und aus der später das Wort Falen“ wurde. Ein Begriff mit dem man seine Gegner verfluchte und sich ein gekränkter römischer Militärapparat Luft verschaffte der später zum Inbegriff für ein Feindesland wurde. Ein Identifikationsmerkmal mit dem man in antiken Zeiten begann ein ganzes Volk zu stigmatisieren weil es sich mit allen Mittel wehrte und nicht beherrscht werden wollte, sodass es sich letztlich in das Gedächtnis der nachfolgenden Generationen noch über die Weser hinaus eingrub. Auch wenn in späteren Jahrhunderten hinter dem Wort niemand mehr den einstigen Sinn erkennen konnte, oder den Grund wusste da über die Zeiten alle Spuren und Erinnerungen verwischt waren, so wurde dieser auch den Franken bekannte Makel behaftete Begriff zum Gebrauchswort, das dem rechtsrheinischen Volksmund in die Wiege gelegt war der es über die Zeiten bewahrte. Aber der nach den „Falsari“ in abgewandelter Form benannte Gau Falhen ragt wie eine Keimzelle deutlich aus dem größeren „Hastfala Gau“ heraus und bildete darin den Kern. Auch wenn sich dahinter nicht der ureigene Gau des Segimer Clans verbarg, der vermutlich im südlicher gelegenen Raum Höxter ansässig war, so könnte sich hier die starke Hausmacht des Mannes befunden haben den man in Rom Arminius nannte und den der Verfasser mit dem „germanischen“ Seyfrit gleichsetzt der später von rivalisierenden Sippen mit Gewalt abgesetzt worden sein soll. Jene Person die dem möglicherweise bei Einbeck residierenden Segestes seine Grenzen aufzeigte. Es war ein in Etappen statt findender, schleichender Prozess bis sich die auf lateinisch/romanischen Wurzeln beruhende Bezeichnung „Falen“ durchgesetzt hatte, sie in fränkischen Wortschatz überging und daraus eine frühmittelalterliche Sammelbezeichnung wurde die auch rechts des Rhein Verbreitung fand. Nachdem der Begriff Falen längst nicht mehr neu war, so fand er doch erst mit dem Einmarsch fränkischer Krieger ab 775 Eingang in die frühmittelalterliche Literatur, woraufhin es danach auch im „Falenland“ zu ersten Verschriftungsversuchen kam. Niederschriften die wie es die abweichenden Bezeichnungen hinsichtlich Schreibweise und früher Toponymik bzw. der Suche nach den passenden Buchstaben zeigen noch unbeholfen wirken. Die über einen längeren Zeitraum auf unterschiedliche Weise statt gefundene Namensadaption erschwerte auch das exakte räumliche Eingrenzen. So sind Worte mit Bezug zu „Falen“ vor der fränkischen Machtübernahme in der alten Magna Germania kaum datierfähig da sie im Alltäglichen noch nicht gebräuchlich bzw. darin nicht vorgedrungen waren. Da sich Falen wie sich erkennen lässt nicht als Engern verstanden was weniger umgekehrt der Fall ist, da Parzellen, Anwesen oder Gaue mit einen namentlichen Bezug zu den Engern nicht bekannt sind, spricht die Verwendung des Namens Falen in seinen unterschiedlichen Formen auch für die Theorie einer bewussten Abgrenzung zu den Engern. In dieser Anfangsphase findet sich auch eine Erklärung für den im „Astfala Gau“ befindlichen „Pago Falhen“, der was die auffällige Schreibweise unter Verwendung des darin befindlichen Buchstaben „h“ anzeigt älteren Datums gewesen sein dürfte. Er könnte damit in eine frühe Phase der Neuorientierung gefallen sein in der der Name Falen bzw. Falai für die im Osten lebende Bevölkerung noch gewöhnungsbedürftig war, geschweige denn das man sich in den wenigen Skriptorien sicher war wie man ihn denn zu Papier zu bringen hatte. So war zu erwarten, das sich unter den von Engern überlagerten Regionen westlich der Weser namentliche Bezüge zu den Falen finden lassen da sie dort ihre angestammten Siedlungsgebiete besaßen bevor die Engern von Norden hinzu stießen. Nach fränkischer Auffassung traf man in diesen Regionen auch nur auf Engern, da sich Falen ihnen gegenüber im Auftreten und in ihren Lebensgewohnheiten nicht mehr erkennbar machten und ihnen dialektische Unterschiede verborgen blieben bzw. für sie keine Bedeutung besaßen. Dies schließt aber nicht aus das es, auch wenn es keine belastbaren Dokumente gibt den Franken nicht sehr wohl bewusst gewesen sein könnte, dass sie es auch im engrischen Territorium immer noch mit den darin ursprünglich und immer noch alt eingesessenen Bewohnern zu tun hatten. Auf die Vorfahren der Engern jene Angrivarier, die sich aufgrund ihrer nördlich liegenden Siedlungsgebiete nicht an der verräterischen Varusschlacht beteiligt hatten wendete man möglicherweise schon in römischen Zeiten den Begriff „Fallere“ nicht an. Es war der Stamm der ihnen damals trotz der mit ihnen erfolgten Schlacht später half die 16 + schiffbrüchig geworden Legionäre wieder in ihre Heimat zurück führen zu können, ein Austausch der möglicherweise in Kalkriese einen unguten Ausgang nahm. An der Sonderlage hielten in der Folge auch die Franken fest und machten einen Unterschied zwischen Falen und Engern. Nicht auszuschließen auch, dass es die Engern aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit vermieden als Falen angesprochen zu werden als auch umgekehrt. Traditionell besaß man in Germanien ein ausgeprägtes Herkunft - und Zugehörigkeitsgefühl, pflegte zwar die Blutrache konnte aber wenn nötig Fälle von Mord und Totschlag auch auf materieller Basis schlichten um Frieden zu stiften, verstand sich als eine eingeschworene Sippe, kaum als Individuum und sah sich vielleicht noch nicht einmal einem übergeordneten Cheruskerstamm zugehörig, sondern zunächst dem jeweiligen Gauoberen verpflichtet, da man in unmittelbarer Abhängigkeit zu ihm stand. Man kämpfte in Sippenverbänden da man unter seinesgleichen sein wollte, aber dem für Krieg und Frieden zuständigen Gaufürst, der die Hundertschaft zusammen stellte und dem sie sich unterstellten folgte man wenn er zur Heeresfolge aufrief. Und auch wenn nach dem Imperium auch die Franken den Menschen in der Region östlich der Weser die einst von Cheruskern besiedelt war den Namen Falen gaben, weil sie diese für die „Ost - Falai“ und in ihnen keine "Angarier" sah, so fühlten sich diese „Osterliudi“ zu Beginn der Frankenherrschaft noch lange nicht als Falen und zögerten sich mit diesem Namen zu betiteln. Man darf davon ausgehen, dass man die Bezeichnung Falen nicht erst unter Karl Martell für die Menschen östlich des Rhein anwendete, sodass ihnen der Name auch nicht fremd war. Da sich die alten germanischen Stammesnamen im Zuge der Wanderbewegungen aus dem Bewusstsein der Menschen entfernt hatten, setzte im Wechsel der Generationen ein Gewöhnungsprozess ein und man begann sich mit der linksrheinisch/westlichen Redewendung zu arrangieren bis man sich letztlich damit identifizierte. Er erwies sich mit der Zeit als unabänderlich, war nicht mehr rückgängig zu machen, griff um sich, wurde zur Alltäglichkeit und Normalität bis daraus etwas Selbstverständliches wurde. Zu den auf der Diözesankarte abgebildeten ostfälischen Gauen die den einstigen Herrschaftsbereich der Cherusker widerspiegeln zählen der/die Flutwide, Molzbizi, Muthwide, Lera, Scotelingen, Valodungen, Amber, Aringo, Flenithi, Densi, Wikanauelde, Hretti und der Greni Gau. Hätten man unter der Karolingerherrschaft die westlich davon befindlichen Gaue in denen man wie sich Sprachhistorisch nachweisen lässt auch ostfälisch sprach nicht den „Engern Diözesen“ Minden und Paderborn zugesprochen, sondern sie bei der historisch zuständigen Diözese Hildesheim belassen, hätte sich das einst größere cheruskische Stammesgebiet in seinen ursprünglichen Dimensionen deutlicher abgezeichnet. Hermann Adolf Lüntzel hatte sich zu Beginn des 19. Jahrhundert mit der Verortung beschäftigt und versucht das heraus zu arbeiten was heutige Kartenwerken nur noch schwerlich leisten können. Probleme bereitete damals wie heute die in frühmittelalterlicher Zeit zu Papier gebrachte Schreibweise der überlieferten Ortsnamen, wenn man sie den dazugehörigen Gauen zuordnen möchte. Als man begann „Falen“ umgangssprachlich zu nutzen verwendete das Wort auch dafür um Territorien, Ansiedlungen, Flur- oder Orts- und natürlich auch um Gaunamen damit zu benennen. Worte für Falen die in der Frühphase in unterschiedlichen Schreibweisen wie Falhen, Vahlem, Valun bzw. Valem geschrieben wurden lassen sich in diversen alten Chroniken finden. Namen die die frühen Deutschen zunächst nur von der fränkischen Zunge übernahmen, die aber später wie autochthon wirkten begann man nun auch für sich zu beanspruchen. Die Sprache der Verwaltung machte ihn sich ihn zunutze und wer sich als den Falen zugehörig fühlte brachte damit vielleicht auch Stolz zum Ausdruck Fale zu sein. Im zwischen West- und Ostfalen liegenden Engern wo die Falen in der fränkischen Literatur ein Schattendasein führten vollzog sich dieser Prozess auf unterschwellige Weise. Während sich unter den Ostfalen das neue Bewusstsein aufgrund der regionalen Abgeschiedenheit im Gegensatz zu Westfalen später entwickelte, sie es sich dafür aber über die Jahrhunderte betrachtet bewahren konnten, hatte es unter den den Franken räumlich näher stehenden Westfalen einen anderen Stellenwert. Der Angleichungsprozess im Zuge engrischer Zuwanderung entwickelte sich nicht über Nacht, erstreckte sich über einen langen Zeitraum und führte daher auch zu keinen Verständigungsproblemen. Je nach dem wie unwirtlich sich die Lebensbedingungen für die Angrivarier nördlich des Wiehengebirges entwickelten was sie möglicherweise zur Abwanderung zwang bzw. Siedlungsland frei und verfügbar wurde und worin sie sich unterschiedlich verteilten, nutzten sie es und es stellte sich in den neuen Wohngebieten mit den Eingesessenen ein auskömmliches bzw. einvernehmliches Zusammenleben ein. Betrachtet man die Gaue im einzelnen, so sollte der Anteil fälischer Bewohner cheruskischen Ursprungs in den Paderborn und Minden zugeordneten Gauen konstant geblieben sein und auch wenn sich unter den Ostfalen engrische Spracheinflüsse auswirkten, so machte sie dies nicht zu Engern. In den den vorgenannten Diözesen zugeschlagenen Gauen westlich der Weser lebten Engern und Ostfalen das typische Leben in einem Grenzbereich, wobei der östlich und westlich der Weser befindliche Auguenser Gau in dem man nicht nur einen klassischen Cheruskergau sehen darf, sondern auch das varianische Sommerlager vermuten darf, charakteristisch ist. Aber auch im einstigen Cheruskerbecken um Steinheim machte sich der engrische Spracheinfluss bemerkbar was den ostfälischen Dialekt nach Osten verdrängte. Auf Basis unseres Wissenstandes der sich aus historischen Quellen erschließen lässt und in Verbindung mit der markanten Landschaftsstruktur der Egge wird erkennbar, dass in antiken Zeiten auch der westlich der Weser liegende Nethegau von Cheruskern besiedelt war, bevor sich durch den Zuzug der Angrivariern unbekannten Ausmaßes die Zusammensetzung Bevölkerungsanteile verschob. Erst am Rand des 1266 Suderland genannten Sauerlandes und im Bereich der Diemel an der Grenze zum Hessigau soll die engrische Einflussnahme geendet haben wobei der Warburger Dialekt immer noch stark ostfälisch geprägt ist. Es war vor allem die fruchtbare Warburger Börde innerhalb des Nethegaus in dem die Franken ihren Einfluss besonders deutlich werden ließen und die Territorien des sächsischen Hessengau und des fränkischen Hessengau schufen denen, da schwer begründbar wohl Macht politisches Kalkül zugrunde lag um die dort siedelnde unbotmäßige fälisch/engrische Bevölkerung im weltlichen und kirchlichen Sinne besser domestizieren zu können. Daraus spricht, das, dass administrative Umsetzen für die Karolinger eine „Heidenarbeit“ war und nur in Zusammenarbeit mit dem Klerus gelingen konnte. Das Bistum Paderborn unterstand nach seiner Gründung im 8. Jahrhundert durch Karl den Großen der Kirchenprovinz Mainz und ist heute Hauptort einer eigenen Kirchenprovinz während die Diözese Hildesheim dem Erzbischof von Mainz und die Diözese Minden dem Erzbischof von Köln unterstellt ist. Zur Strukturierung der Kirchensprengel dienten die überkommenen Gaue als Bezugsgröße und Orientierung und das Aufleben des Althergebrachten aus einst heidnischen Stammestraditionen stand bekanntlich unter Strafandrohung. Missionarisches wirken wurde begleitet von den Vorgaben Karls des Großen um im Zuge der Nachkriegsordnung das Entstehen neuer Gefahrenherde auszuschließen. Trotz gemeinsamer Interessen führten die Grenzziehungen zwischen den kirchlichen Provinzen und den weltlichen Territorien zu politischen Spannungen und waren daher nicht deckungsgleich. So wird man die gewachsene Bindungen der Stämme und Sippen untereinander sich Möglichkeit unterbrochen haben und schreckte dabei auch nicht vor dem Mittel der Zwangsumsiedlung zurück. Aber nicht nur das Grenzgebiet zwischen Engern und Ostfalen nordwestlich des Harzes auch das „cheruskische Erbe“ südwestlich davon stellte für die neuen Machthaber eine Herausforderung dar. Denn auch dort galt es mit Hilfe der diözesalen Zuordnungen sowohl die Einflusssphären zu wahren als auch darauf zu achten zukünftige Konfliktherde zu vermeiden. In diesem Sinne teilte man die Landschaften auf und isolierte sie sogar in dem man etwa den im Kern ostfälisch geprägten südlich gelegenen Leinegau, bzw. Lochne Gau schlug in dem die engrische Besiedlung keine sprachlichen Einflüsse hinterlassen hat und der der Diözese Hildesheim zugestanden hätte, der nördlich orientierten „Engerndiözese“ Minden zuschlug. Ein Muster vergleichbar mit dem der Diözese Minden zugeordneten Tilithi Gau in dem man ebenfalls ostfälisch sprach. Obwohl die klassischen ostfälischen Regionen der Diözese Hildesheim zugestanden hätten schien man sie zerpflücken zu wollen und schlug große Bereiche nicht nur den Bistümern Paderborn oder Minden zu. So machte auch das Erzbistums Mainz direkte Ansprüche geltend in dem es den ostfälischen Liesgau, den Rittigau den Suilber Gau, sowie den Gau Morunga beanspruchte. So wurden ostfälische Gaudistrikte auf Anordnung der Erzbistümer neu gegliedert, sodass die von der späteren Kartographie skizierten Grenzen mehr den politischen Zielen und Interessen entsprachen aber nicht die Realität ihrer Bewohner wider spiegelten. Die einst cheruskischen Kerngebiete nördlich des Harzes wo deren Dialekte ins ostfälische übergingen waren von der engrischen Zuwanderung nicht betroffen. Die Ausrichtung ihrer Gaue orientierte sich auch an den vom Harz ausgehenden Flussläufen wodurch sich Nordsüdstrukturen abzeichnen was ihren Zuschnitt beeinflusste. Vor dem Hintergrund der nicht unerheblichen Distanzen bis zum im Nethegau vermuteten Varusschlachtfeld ist infrage zu stellen, ob sich die nördlich des Astfala Gau befindlichen Gaue noch zum Herrschaftsgebiet der Cherusker rechnen lassen, oder ob nahe dem Bardengau bereits elbgermanische Machtverhältnisse griffen bzw. diese Stämme auch nicht an dieser Schlacht teilnahmen. Der östlich an den Astfala Gau angrenzende schmale aber etwa 60 km lange Lier – auch Lera genannte Gau basierte auf der landschaftlich vorgegebenen Fließrichtung der Oker und befand sich westlich von ihr. Er begann bei Vienenburg und endete im Norden an der Aller. Die Oker trennte die Elb – von den Wesergermanen und die Formgebung des Gau dürfte eine Abschirmungsabsicht nach Osten zugrunde gelegen haben, die auch strategisches Denken vermuten lässt zumal dem Gau in der Literatur berechtigterweise die Funktion einer Grenzmark zum östlich der Oker befindlichen elbgermanisch orientierten Derlingau zugeschrieben wird. Um auch die östlichen Außengrenzen des cheruskischen Siedlungsgebietes zu fassen geben die antiken Quellen Hinweise wonach das Stammesgebiet der Cherusker an den Wohngebieten suebischer Teilstämme endete. Ptolemäus hielt sie im 2. Jahrhundert kartograpisch fest und nannte sie Sueboi Angiler bzw. Angeiloi, während Tacitus sie Suevi Anglier bzw. Anglii nennt. Im Zuge erster Verschriftungen wurde 934 ein „pago suevi“ gleich Schwabengau im Nordharz östlich von Quedlinburg genannt, den man als Relikt dieser Zeit ansehen könnte. Forschungen zeigten zudem eine Verbindung zwischen dem völkerwanderungszeitlichen Stammesgebiet der Sueben auf der iberischen Halbinsel ins Bodetal im nördlichen Harzvorland. Die Nibelungensage dessen älteste Teile ins 5. und 6. Jahrhundert zurück greifen erwähnen im Zusammenhang mit der Drachentötung einen Suavawald. Die Theorie geht davon aus, dass sich die Inschrift "CIVITATEM ISTAM TV CIRCUMDA DNE ET ANGELI TVI CVSTODIANT MVROS EIVS" im Corveyer Westwerk auf diesen Teilstamm bezieht und die erwähnten Mauern des Kaisers die Bewohner vor ihnen schützen sollten. Während das Stammesgebiet der Cherusker an der Oker endete reichten ihre Einflussgebiete weiter und gingen im Norden in die der Langobarden über wobei an der Aller ihre Grenzen lagen und die Gaue Moltbizi und Muthwide vermutlich nicht mehr zu ihrem Stammesgebiet zählten, obwohl man sie gemäß der im Mittelalter erstellten Karte der Diözese Hildesheim zuschlug. In der Regel waren es Flüsse oder Höhenrücken mit denen sich Herrschaftsbereiche wie die Hastfala Region abgrenzte, sodass sie nach Westen aus Leine, Haller und dem Ith bestanden, womit das Stammland der Cherusker die in den Falen weiter lebten abgesteckt wäre. Eine Region die zu ihrer Zeit noch nicht den gesamten Komplex umfasste, der sich heute Ostfalen nennt. Aber ein Gebiet in dem sich die Hastfalen gegen die engrischen Zuwanderungen behaupten wollten und konnten auch wenn ihnen der Klerus später den Tilithigau und den Marstemgau nördlich der Haller nahm. Fest machen lässt sich ihr Bestreben sich gegen die Engern abzugrenzen an der Grenzfestung Poppenburg die früher Bobbenburg hieß und sich unmittelbar an der Bundesstraße 1 nördlich von Burgstemmen befindet. Und noch zur Mitte des 11. Jhdt. wird die Poppenburg über die damals der sächsische Graf Brun herrschte als noch im Gau Valen liegend genannt, sich aber gleichzeitig in der Provinz Hastfala befand. Ein Gauname der in der Diözesankarte keine Erwähnung mehr findet aber bestätigt, dass noch vor rund 1000 Jahren ein „Falen Gau“ existierte auch wenn man ihn „Gau Valen“ nannte und sich darin wieder der eigenständigen Volksname Falen erkennen lässt. Nimmt man auch hier die Flüsse als Anhaltspunkte, dann war der „Valen Gau“ in dem sich der historische Ort Kemme neun Kilometer östlich von Hildesheim befindet ein von Innerste und Leine eingerahmter Gau, ein Kleingau der sich im größeren „Ducatu Gau Hastfala“ befand, den aber die Kartographie vernachlässigte. Während der Scotelin Gau seinen Namen der eingetieften landschaftlichen Lage verdankt in der er sich befindet und woraufhin man ihn Schüssel Gau nannte, könnte der Valothungo Gau für die Falenforschung aufschlussreicher sein. Da sich in der Zweitsilbe wie man es im Heliand um 830 niederschrieb das altsächsische Wort „tunga“ für Zunge verbirgt, lässt sich auch eine Verbindung zur ersten Silbe „Valo“ herstellen. Denn wer sich aus dem Zuwanderungsgebiet der Engern von Minden bzw. Rinteln kommend nach Osten wendete, nutzte die Enge zwischen Ith und Deister, erreichte dann bei Gronau die Leine, dann den bedeutenden Ort Elze und befand sich nach ihrer Überquerung im „Valothungo Gau“. Dem Gau in dem sich die Zunge ins Ostfälische änderte. Ein Gau der an der Grenze zu einem weiteren großen Dialektraum in Form eines Übergangsgebiet vom ostwestfälischen ins ostfälische lag und innerhalb des großen fälischen Sprachgebietes zwischen Wupper und Oker nachdem Abt Nikulas zwischen 1151 und 1154 die Grenze vom südniedersächsischen Sprachraum in den Ostwestfälischen bei Minden übertrat den zweiten Große Sprachkomplex innerhalb des Niederdeutschen bildete. Somit wird in cheruskischer Tradition erkennbar, dass deren Gaue einst bis zum Hellweg „vor dem Santforde“ reichten. Burgstemmen am östlichen Leineufer für das die Poppenburg Namensgeber war, war ihre Grenzfestung wo man den Versuch unternahm sich gegen unerwünschte Einflüsse aus dem Westen zu „stemmen“. Anzunehmen, dass sie auch gegen die Engern gerichtet war von denen man sich immer schon scheiden wollte wie es der Angrivarierwall im Jahre 16 + andeutet. Die besondere Lage der Poppenburg deutet darauf hin, dass es am dortigen Leineübergang bereits in Cheruskerzeiten militärische Vorgängerstrukturen mit Bollwerkfunktion gegeben haben könnte. Ein strategischer Punkt, der sich in einer heiklen Eck- und Grenzlage zu den beiden nördlich siedelnden Völkern der Langobarden und Angrivarier befand. Nur 3 Kilometer nördlich des Valothungo Gau gelegen besaß die Burg für die Region eine zentrale Bedeutung und obwohl sie nach der Diözesankarte im Hastfala Gau lag, wird sie im Urkundenbuch des Hochstiftes Hildesheim sowohl als im Scotelin Gau als auch im Valen Gau befindlich erwähnt was wieder die überordnete Stellung der „Provinz Hastfala“ verdeutlicht die über den Kleingauen stand. Grundsätzlich ist bekannt, dass es in früheren Zeiten harte Grenzen die sich in Dialekten widerspiegelten und sogar zwischen den kleinsten nahe beieinander liegenden Dörfern gab, die notfalls auch mit Gewalt verteidigt wurden. Rivalitäten, die sich über Jahrhunderte fortsetzen konnten. Trotzdem dürfte es immer wieder zu Verschiebungen sowohl innerhalb der ostfälischen Gaue als auch unter den Ostwestfälisch und Ostfälisch sprechenden Menschen in den einzelnen Dörfern und Ansiedlungen gekommen sein. Als Karl der Große Ende des 8. Jhdt. die Verhältnisse nach seinen Vorstellungen regelte war die engrische Zuwanderung in die einst von Falen besiedelten Landschaften zum Stillstand gekommen und so dürfte sich mit der Einführung fränkischen Rechts die Abgrenzung nach der Diöcesankarte zwischen dem Territorium von Engern/Falen und dem östlich angrenzenden Falen in ihren Grundzügen verfestigt und nicht mehr verschoben haben. Die Konturen des Cheruskerlandes erscheinen nun plastischer erstreckten sich vor dem Zuzug der Engern ab dem nördlichen Windschatten des Harzes bis an die Egge, im Nordwesten könnten sie im Steinheimer Becken geendet haben, wo die Keramikstudie von Raphael von Uslar greift und reichten im Süden bis an die nennen wir sie mal „zweite keltische Auffanglinie“ bzw. die hessische Dialektgrenze im Diemelbereich. Sind es heute die seltenen Erden, dann waren es damals die Bleivorkommen um Brilon, die Goldadern an der Itter, die Eisenerzgruben an der Diemel, die Silberminen bei Goslar die es galt vor 2000 Jahren in den römischen Machtbereich einzugliedern bevor man den Blick auf die weiter östlich liegenden Bodenschätze des Harzes wie Zink oder Kupfer bzw. darüber hinaus richten konnte. Ebenso hatte man die Salzlagerstätten auch östlich der Weser und ihre wirtschaftliche Bedeutung im Auge und trachtete nach deren intensiver Ausbeutung so, wie es auch die lothringischen Salzvorkommen in augusteischer Zeit belegen. Aber solange sich die attraktiven Rohstoffe in von Cheruskern beherrschten oder in von ihnen beeinflussten Regionen befanden, waren sie nur in Abstimmung mit ihnen nutzbar und das heutige Ostfalen wirkte wie eine Barriere auf dem Weg dahin. (18.02.2026)
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