Montag, 18. Mai 2026
Das römische Militärlager am Menkhauser Bach - Gab es eine Verbindung zur Varusschlacht ?
Bis es dem Niederländer René Jansen Venneboer im Jahr 2017 gelang dieses Lager am Einstieg eines Passes an der Südseite des Teutoburger Waldes mittels Bodenradar zu entdecken konnten sich nur wenige Historiker vorstellen, dass es auch durch das Menkhauser bzw. Schopkebachtal eine römische Marschroute über den Teutoburger Wald in die nördliche Richtung gab, sodass es sich lange verborgen halten konnte. Aufgrund seiner Lage im Kreuzungsbereich zweier Altstraßen hatte es eine erweiterte Funktion und war an dieser Stelle mehr, als nur ein kurzzeitig genutztes Marschlager im Sinne eines Übernachtungslagers, dass man am folgenden Morgen wieder zurück gebaut bzw. eingeebnet hätte. Dieses Lager dürfte zu jenen gezählt haben, die an exponierten Stellen in strategisch günstiger Lage für eine Mehrfachnutzung ausgelegt waren, sodass es durchziehende Legionen wieder verwendeten, also bei Bedarf häufiger nutzen konnten und bot Truppen bis zu einer Stärke von max. drei Legionen platz. Im Zuge der etwa 30 Jahre andauernden Germanenkriege dürfte es von unterschiedlichen römischen Feldherren mit ihren Legionen genutzt worden sein deren militärische Absichten darin bestanden die Regionen nördlich des TW erkunden zu wollen, sodass sich damit eine Vielzahl an kriegerischen Auseinandersetzungen in Verbindung bringen lässt. Solange sich jedoch keine eindeutigen Hinweise ergeben lässt es sich mit keinem historisch konkret verbrieften antiken Ereignis wie etwa der Varusschlacht in Verbindung bringen. Möchte man trotz Mangel an Wissen über die Gegebenheiten vor 2000 Jahren den Versuch wagen Wahrscheinlichkeiten herzustellen setzt man sich einem heiklen Unterfangen aus bei dem die Forschung in die ungeliebten Grauzonen der Spekulation absteigen müsste und wozu die vorherige Festlegung von Prämissen und Kriterien gehört. Was wir wissen ist, dass die römischen Eroberer bis zum Jahre 9 + bevorzugt die Lippe und später auch die Ems und die Weser nutzten um in Germanien vorzudringen aber am Ende jeder Schiffbarkeit stand der Fuß- und Eselsmarsch. Da wirkte die von Osnabrück bis Scherfede reichende alte Osnegge, der später abschnittsweise TW (Teutoburger Wald) und Egge genannte Gebirgszug wie eine Barriere. die es an mehreren Stellen zu überwinden galt. Eine Bezeichnung die erstmals die Franken 782/783 unter dem Namen „Osneggi“ schriftlich erwähnten und sich vermutlich auf den Berg bezieht an dessen Nähe sie kämpften und auf dem sich die aus keltischen Zeiten stammende Wallanlage „Grotenburg“ befindet. Alle Annahmen und Schlussfolgerungen zu Verlauf und Örtlichkeit der Schlacht lassen sich nur durch logisch aufgebaute Denkprozesse und Kombinationen erarbeiten, lassen sich weder von diversen Bodenfunden ableiten, sich schwerlich den geologischen Gegebenheiten entnehmen und sich nur mit viel Akribie aus dem erschließen, was textuell die Schilderungen über die Germanicus Schlachten zur Verortung hergeben. Obwohl die Forschung am römischen Bodendenkmal im Menkhauser Tal erst am Anfang steht,  hält dies den investigativen Geschichtswissenschaftler nicht davon ab Fragen nach der Möglichkeit zu stellen, ob das Menkhauser Lager nicht vielleicht auch von Varus genutzt worden sein könnte. Allerdings sollte die Forschungsgeschichte um die Funde am Kalkrieser Berg abschreckendes Beispiel genug sein um zu frühe Festlegungen zu vermeiden. Denn auch wenn der Lagerbereich mittels Laser gescannt wurde womit sich die Wall- und Grabenstrukturen im Gelände sichtbar machen lassen, verbietet es sich streng wissenschaftlich betrachtet Thesen in jeglicher Form aufzustellen, solange nicht die gesamten 26 ha Fläche über die es sich erstreckte bodenkundlich zufriedenstellend erforscht sind. Ein Aufwand der auch weil er nicht zum Nulltarif zu haben ist viele Jahre Zeit in Anspruch nimmt dafür aber unseren Wissenstand stetig verbessern helfen kann und wird. Da das Menkhauser Tal nach 16 + von keinen römischen Legionen mehr aufgesucht worden sein dürfte, würden schon wenige Münzfunde etwa mit dem Kürzel "VAR"  versehene oder frühe aber schon unter Kaiser Tiberius geprägte Münzen bestätigen,  dass es zu Zeiten von Varus bzw. Germanicus genutzt bzw. sogar von ihnen selbst betreten worden sein könnte. Damit ist jedoch nicht der Beweis erbracht, dass das Lager mit der Varusschlacht in Verbindung gestanden hat, da römische Legionen während der Germanenkriege in vielen Bereichen der rechtsrheinischen Großregion aktiv waren. Und selbst wenn sich organische Teile fänden, die sich auf Basis der C 14 Methode untersuchen ließen, so bieten diese aufgrund der zeitlichen Streuung keine belastbaren Hinweise bzw. einen Bezug zu dieser Schlacht. So wird es nur ein im Spätsommer des Jahres 9 +  gefällter Baum sein, der sich im Schlick des Menkhauser Baches erhielt und der aufgrund seines datierfähigen Baumringes, den er in der Vegetationsperiode vom Frühjahr bis zum Spätsommer bzw. Herbst dieses Jahres gebildet hat die Historie davon überzeugen kann, dass auch Varus einst die dort nachgewiesenen Clavicula Tore passiert haben könnte. Aber das Lager fällt nicht nur ins Auge weil es sich unmittelbar an der Nordsüdroute, sondern auch weil es sich im Nahbereich der bedeutsamen Ostwestverbindung die ebenfalls von römischen Truppen frequentiert wurde befindet. Dadurch stand es an einem wichtigen Knotenpunkt mit Drehkreuzfunktion was im Umkreis einer Tagesmarschetappe die Existenz weiterer Nacht - bzw. dauerhafterer Lager erwarten lässt. Während diese ostwestlich verlaufende Heerstraße den Namen Senner Hellweg trägt die nur 200 Meter südlich des Menkhauser Lagers vorbei führt und auch unter dem Namen "Weg unter dem Berge" oder als "Weg unter dem Walde" bekannt ist, ist für die Nordsüdstrecke die ebenfalls seit ältesten Zeiten genutzt wurde kein historischer Name überliefert. Und während man den Namen Hellweg der sich auf Basis von Forschungen vermutlich auf die römische Namensbezeichnung „Helvius“ zurück führen lässt nur für Westostrouten anwendete, nannten die Germanen ihre Straßen Dietwege wobei einer dieser Volkswege durch das Menkhauser Nordsüdtal führte. Römisches Militär war in den drei Jahrzehnte andauernden kriegerischen Konflikten allgegenwärtig präsent und darunter war die Varusschlacht zwar eine kriegsentscheidende, aber letztlich nur eine von weiteren, wobei die gigantischen Germanicus Schlachten des Jahres 16 + was ihre Anzahl an Kämpfern anbelangt in Mitteleuropa erst unter neuzeitlichen Bedingungen übertroffen wurde. So muss die Diskussion aufgrund seiner Lage im Kreuzungsbereich zweier Fernverbindungen auch bezogen auf die Varusschlacht dem Rechnung tragen was einer Fülle von Grundannahmen bedarf um es entweder annähernd überzeugend darzustellen oder es andernfalls infrage stellen zu müssen. Diese sich durch das Bachtal deutlich nach Norden orientierende Marschroute unterstreicht das bekannte Muster einer pragmatisch gradlinigen Vorgehensweise römischer Baumeister bzw. Feldherren. Gleichzeitig ist sie auch die bislang einzig bekannte, westlichste nachgewiesene römerzeitliche Verbindung die den Ostbereich der westfälischen Bucht über den Teutoburger Wald mit dem Wiehengebirge verbindet. Vom nordöstlichsten Clavicula Tor des Menkhauser Lagers misst die kürzeste Entfernung in Form einer Luftlinie bis zur Weser bei Vlotho 28,5 Kilometer. Damit hebt sich diese Verbindung von der Externsteine Passage ab, die eine Marschrichtung vom Ostbereich der westfälischen Bucht ausgehend nach Nordosten erkennen lässt. Römische Legionen die nach Norden etwa in die Richtung der Porta Westfalica marschieren wollten nutzten folglich das Menkhauser Tal, während jene Truppen deren Ziel sich im nordöstlichen Bereich um Hameln befand die Externsteine passierten. Zur Vervollständigung sei gesagt, dass der Hellweg das klassische römische Einfalltor von Ostwestfalen aus an die Weser bei Höxter mit seinem Lagerstandort am Paderborner Johannisstift war und die Egge bei Schwaney überwand. Andere mögliche Marschwege an denen sich nach aktuellem Wissenstand keine Marschlager fanden wie etwa dem bei Stapelage treten somit in den Hintergrund und erscheinen zweitrangig. So zeigt es sich, dass diese drei Verbindungen in antiken Zeiten die vorteilhaftesten da zielgerichtetsten gewesen sein dürften wenn man in den Osten, den Norden bzw. den Nordosten vordringen wollte. Historiker die das Menkhauser Lager mit der Varusschlacht in Verbindung bringen wollen sehen in ihm ein Lager, das sich innerhalb des Zugkorridors der Varuslegionen befunden haben sollte. Dies erfordert sich detailliert mit den Überlieferungen des Cassius Dio auseinandersetzen zu müssen, der den Verlauf der Schlacht am plausibelsten hinterlassen hat. Aber welche Bedeutung sollte ein Römerlager im Menkhauser Tal im direkten Zusammenhang mit den Kämpfen der Varusschlacht gehabt haben. Möchte man es in Kontext zur Varusschlacht bringen, dann ist seine Funktion zu hinterfragen und man muss zunächst feststellen, das dieses Drehkreuzlager den Zweck eines längerfristig nutzbaren Durchgangslagers zu erfüllen hatte. Da es aber nicht mit dem seit Jahrhunderten gesuchten „Übersommerungslager“ des Varus, noch dem stark umkämpften „prima Vari castra“ und auch nicht mit dem Fluchtlager Aliso identisch ist und sich den historischen Aufzeichnungen auch kein Lager am südlichen Einstieg in den TW entnehmen lässt fällt es schwer ihm einen Platz unter den wesentlichen Kernstätten im Verlauf der Mehrtagesschlacht zuweisen zu können und einen Ort zu finden wo es eine mögliche Daseinsberechtigung gehabt hätte.

Zuvor gilt es aber zwei Thesen anzusprechen.

Theorie 1.)
Man suchte es vor der Schlacht auf (Hinweglager)

Hätte Varus es also auf dem Weg ins Gebiet der Aufrührer als Zwischenraststation genutzt, dann hätte er es nichts ahnend vor dem was ihm bevor stand auf seinem Zug in den Norden im unzerstörten Zustand verlassen. Dann hätte sich sein Ausgangs - also das bedeutsame „Sommerlager“ zwangsläufig in einer dazu passenden Marschdistanz im Osten der westfälischen Bucht, etwa im Raum Paderborn befunden. Einer Region durch die keine Weser floss, sondern sich nahe den Quellgebieten von Lippe und Ems unweit der „äußersten Brukterer“ und sich nicht im Stammesgebiet der Cherusker befand, wie es überliefert ist. Das Menkhauser Lager wäre demnach das erste Lager gewesen, das Varus auf dem Hinweg in die Schlacht zur Übernachtung aufgesucht hätte, nach dem man am Morgen das Hauptlager verlassen hatte. Passierte man das Menkhauser Lager auf dem Weg nach Norden in die Varusschlacht, dann wäre es den Germanen gelungen die römischen Legionen in eine Region zu locken, die sich nahezu entgegen gesetzt zum Rhein befindet was ebenfalls nicht im Einklang mit der Quellenanalyse steht wonach die Schlacht auf dem Weg in die Winterlager ausbrach. Auf diesem Weg in den Norden wäre man auch sicherlich ohne Frauen und Kinder bzw. einem umfänglichen Tross aufgebrochen. Wäre es so geschehen, dann verließ man das Menkhauser Lager auf dem noch friedlich verlaufenden Hinweg, nutzte es dann aber erneut auf dem fluchtartig angetretenen Rückweg nach der verlorenen Schlacht womit man bei der Definition eines Rückweglagers wäre. Insgesamt Argumente die dagegen sprechen, dass Varus das Menkhauser Lager auf dem Weg in die Schlacht genutzt hätte.

Theorie 2.)
Man suchte es nach der Schlacht auf (Rückweglager)

Da man Varus wie es die römische Geschichtsschreibung überlieferte an die Weser ins Land der Cherusker gelockt hatte gibt die Lage des römischen Militärlager im Menkhauser Bachtal eine deutliche Marschrichtung nach Norden in die Region vor durch die die Weser floss. Folglich könnte man von dieser Warte aus betrachtet das so genannte Sommerlager im Bereich der Weserschleife bei Vlotho erwarten. Die Cherusker waren ein Stamm der wie geographische Hinweise belegen, sowie Dialekt- und Keramikforschungen zeigen vorwiegend rechts, aber vor 2000 Jahren auch noch links der Weser siedelte bevor die Ausbreitung der Angrivarier sie nach Osten abdrängte. Wobei Varus wohl keinem Lockruf folgte, sondern dem Befehl des Kaisers nachkam mitzuhelfen das Reich nach Osten expandieren zu lassen. Um über das Menkhauser Lager eine Verbindung zur Schlacht herstellen zu können spielt demzufolge sowohl die Lage der Wohngebiete der Cherusker und somit auch der Ort wo der Segimer Clan mit dem Varus anfänglich zusammen arbeitete seine Residenz hatte, eine wesentliche Rolle. Diese Sippe führte das Volk der Cherusker an und ihr Hauptsitz dürfte sich zentral innerhalb ihres Stammesgebietes und weniger in Randlage befunden haben. Das Volk der Cherusker beherrschte seinerzeit eine Großregion die vermutlich das Weserbergland über Hildesheim und Hanover bis an die Oker umfasste und sich über den Nethegau, sowie den Solling und den Westharz bis an die obere Leine erstreckte. Dadurch war dieser Stamm für die römischen Bemühungen nach Osten expandieren zu wollen von elementarer Bedeutung, sodass Rom eine Art Bündnis bzw. ein vertragsähnliches Verhältnis anstrebte. Unter diesen Voraussetzungen lässt sich die Sinnhaftigkeit eines römischen Stützpunktes im Nordwesten ihres Siedlungsgebietes nur schwer erklären was aber nicht davon abhalten soll diese Theorie weiter zu verfolgen. Aus dem vermeintlichen „Sommerlager“, für das sich der Weserknick bei Vlotho anbietet, es aber auch noch östlich davon gelegen haben könnte kommend, marschierten die Rumpflegionen, da man Tiberius einige Kontingente für seinen Markomannen Feldzug abtreten musste in südlicher Richtung. Eine Marschrichtung die der Zielsetzung entsprach die Winterlager erreichen zu wollen. Man hatte folglich das Lager verlassen in dem Varus von Segestes gewarnt worden sein soll, so wie es dieser acht Jahre später zu seiner Reputation in Rom vorgab getan zu haben. Das Lager in dem sich unter Varus der Generalstab traf, man den Marsch ins Gebiet der Aufrührer beschloss und in dem man wie überliefert unter die Waffen trat. Die Region Vlotho am südlichen Weserufer und westlich des Weserberglandes gelegen wo man heute das Ravensberger Platt spricht gehört zur Gruppe der westfälischen Dialekte und befand sich demnach im einstigen Stammesgebiet der Brukterer. Ein Grenzgebiet zum lippisch sprechenden Weserbergland, das ebenfalls zu den westfälischen Dialekte zählt, aber schon zum Ostfälischen Sprachraum der Cherusker tendiert. Ptolemäus der die Cherusker östlich der Weser verortete während die cheruskische Keramikform nach von Uslar im Werrebereich nicht nachweisbar ist. Eine Grenzregion in der man nicht mehr westfälisch, sondern Lippisch spricht, das wiederum einem Übergangsdialekt ins Ostfälische, dem Nachfolgedialekt der Cheruskersprache entspricht. Das 1055 erstmals erwähnte Valethorpe ein Ortsteil von Vlotho deutet darauf hin, dass es wie es die Falenforschung verdeutlicht von Brukterer als auch Cheruskern besiedelt wurde. Nördlich von Vlotho dürfte sich bereits angrivarischer Einfluss bemerkbar gemacht haben, sodass Varus sein Hauptquartier nicht mehr in einem Kerngebiet, sondern im nordwestlichen Randgebiet der Cherusker hatte was sich nicht mit der allgemeinen Auffassung verträgt. Von hier aus hätte Varus demnach seinen Marsch angetreten der vor dem Erreichen des Menkhauser Tales im Desaster endete. Varus verließ das Lager mit einem umfänglichen Anhang an Privatpersonen und Familienangehörigen während Arminius parallel zum Verlassen des Lagers an einen unbekannten Ort zu seinen Männern ritt. Das Dilemma um die folgenden Ereignisse wurzelt bzw. nahm seinen Anfang in der irreführenden Interpretation der antiken Wortwahl bzw. der Fehlübersetzung der Auseinandersetzung zwischen Varus und Arminius. Denn dem Ursprung folgend nannte die Antike sie an keiner Stelle eine Schlacht und das hatte auch seine Gründe, denn für das was geschah fand sich schon in der Antike keine zutreffende Bezeichnung weil sich niemandem im römischen Reich der genaue Hergang erschloss. Primär nannte man das Ereignis „Clades Variana“, das aber für eine Niederlage oder ein Unglück steht. Das Wort Proelium, das man für Kampfhandlungen zwischen Heeren nutzte hätte es getroffen, wurde aber an keiner Stelle überliefert. Optimal wäre es gewesen die Katastrophe so zu nennen wié die die römische Niederlage von Cannae, für die man in der Antike den Namen „pugna Cannensis“ hatte. Wie es sich aber dem Caeliusstein den man 1620 entdeckte entnehmen lässt, entschied man sich am Niederrhein für die Wortwahl „bello Variano“ also den Krieg des Varus. Aber was sich wirklich zutrug fand dank Cassius Dio erst über 200 Jahre später den Weg in die Öffentlichkeit. Erst dieser Bericht klärte die Nachwelt darüber auf, dass es keine Schlacht im Sinne einer Feldschlacht war, sondern eine dramatische Verkettung von Gefechten in denen die Germanen wie Partisanen auftraten, die sich über mehrere Tage verteilte, in der die Germanen die Natur für sich kämpfen ließen und zudem das Wetter auf ihrer Seite hatten. Cassius Dio beschrieb die Varusschlacht als ein Ereignis dem sich entnehmen lässt, dass es sich über max. 3 1/2 Tage hinzog. Auf dieser Basis eine Tagesetappenleistung zu errechnen die aus Marsch - Ruhe und Gefechtsphasen bestand gestaltet sich schwierig. Dem Problem näher zu kommen, wo der Marsch und die Scharmützelgefechte ihren Anfang nahmen. Wo aber die Germanen aus der Deckung heraus die ersten Lanzen auf die Legionen warfen bzw. sie sich auf versteckten Pfaden dem Marschzug näherten und wo Varus am Abend des ersten Kampftages sein erstes Nachtlager errichten ließ, dass in den Mittelpunkt der Kamphandlungen geriet, bleibt eine theoretische Herausforderung. Ebenso wie die Frage wo und wann die ersten Speere flogen was nicht unmittelbar nach dem Ausmarsch der Fall war, sondern erst passierte als man sich schon vom Ausgangslager entfernt hatte, So weit, dass man den Gedanken an eine Rückkehr fallen ließ. Im weiteren Verlauf schien unschlüssig vorzuherrschen wie man die ersten Attacken zu bewerten hatte woraufhin man in der Folge die falschen Entscheidungen traf. Angefangen vom Angriff Scenario, der Definition von Örtlichkeiten in Verbindung mit der Marschgeschwindigkeit, über die Legionsstärke bis hin zur Position des ersten Varuslagers, sowie dem Ort wo Germanicus die Knochen bestattete wurden um diesen undurchschaubaren Prozess darzustellen schon eine Vielzahl von Theorien entworfen und wieder verworfen. Und immer stand die Frage im Vordergrund wo sich der Hinterhalt befunden haben könnte in den man die Truppen lockte um sie besser bekämpfen zu können, wie weit es gelang Varus dafür vom Ursprungskurs abzubringen und wieviel Zeit ihm dafür verloren ging. Denn jener Marsch in den Hinterhalt musste die Marschzeit um zusätzliche Kilometer verlängert haben was dazu führte, dass sich das Operationsgebiet ausweitete. Ein Exkurs mit dem alle Theorien in Einklang zu bringen sind, sodass die Strecke deren Überwindung unter normalen Marschbedingungen nur einen Tag gedauert hätte sich gut über die etwa 3 1/2 Tage hingezogen haben könnte, so wie es sich der Cassius Dio Überlieferung entnehmen lässt. Wenn man denn dem Menkhauser Lager eine Funktion innerhalb des Desasters zubilligen möchte und man es zum Ende hin wieder tangieren wollte, dann sollte sich die Mehrtagesschlacht weitestgehend innerhalb eines Korridors auf der 24 Kilometer umfassenden Distanz etwa zwischen Vlotho – Valdorf und Oerlinghausen zugetragen haben, bevor man von dort aus ins besser befestigte Aliso flüchtete. So lässt sich im Groben betrachtet im Menkhauser Lager eine Station erkennen die sich zwischen den Endkämpfen und dem Lager Aliso befand, Das besagte Dilemma, dass man genau genommen nicht mehr Varusschlacht nennen sollte auch wenn damit ein großes Abschlachten einherging. Gegen ein kurzfristiges Aufnahmelager spräche, dass die Germanen speziell in diesem Lager rückkehrende Legionäre erwarteten, sodass sie sich kaum gewagt hätten in diesem allen Germanen bekannten Lager, wenn auch nur vorübergehend einen sicheren Zufluchtsort zu sehen. Aber es gibt noch eine weitere Deutung mit der man das Menkhauser Lager mit dem varianischen Niedergang in Verbindung bringen kann. Denn es könnte auch das zweite von Cassius Dio erwähnte, auch als Notlager titulierte Lager gewesen sein, das die Reste der Varusarmee nach dem Verlassen des „prima Vari castra“ am Folgeabend aufnahm und wo sich Varus ins Schwert stürzte. Es wäre dann das Lager gewesen, das im Zuge der Kämpfe baulich erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde und nur noch aus eingestürzten zusammen gefallenen Wällen bestand. Ein Lager in dem die Germanen die Überlebenden nieder gemacht hatten oder in die Gefangenschaft führten. Ein Deutung die substanzlos bleibt, da das Gelände noch nicht umfassend untersucht wurde, bzw. sich bislang keine Waffenfunde bzw. Zerstörungen nachweisen lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst derartige Funde bzw. Feststellungen keine eindeutigen Indizien sind die für das erwähnte varianische Notlager sprächen. Sollte sich noch ein Zerstörungshorizont zu erkennen geben, so ließe sich dieser auch ohne, dass das Lager von Varuslegionären im Zuge der Schlacht genutzt wurde auch auf die Wut alles Römische vernichten zu wollen zurück führen. Bei näherer Betrachtung käme noch eine Trassenanalyse zwischen Vlotho und dem Menkhauser Tal infrage was seine „Hinterhalttauglichkeit anbelangt. Um die Stationen der Varusschlacht heraus arbeiten zu können käme ein Marschkorridor in Frage der sich zwischen dem Menkhauser Lager und der Örtlichkeit erstreckt wo man einen Gefechtsbeginn erwarten darf, da dies nicht unmittelbar nach dem Verlassen des Lagers statt fand. In Frage käme eine Distanz von etwa 24 Kilometern und möchte man auch hier tief in der Spekulation versinken, dann kann sich der Hinterhalt auch noch in einem unbestimmbaren Abstand zur Hauptstrecke befunden haben was Visionen weckt ihn sogar noch im weit entfernten Kalkriese vermuten zu können. Da aber das Menkhauser Lager auf Basis der Grundannahme, dass es nicht im direkten Kampfbereich lag so doch im Korridor so sollte man nicht gänzlich ausschließen, dass es Überlebende gab die es trotz der Risiken aufgesucht haben, Legionäre die also das Lager Menkhausen während sie zurück fluteten passierten, sich dort sammelten um dann den Marsch nach Aliso anzutreten. Legionäre die dem Hinterhalt entkamen gleich wo sich dieser befand wenn man nicht sogar davon ausgehen sollte, dass die gesamte Marschstrecke aus einem einzigen Hinterhalte bestand. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich die Gefechtsfolge wie sie die antiken Schriften offenbaren am Plausibelsten mit dem Rückmarsch vom Weserlager Höxter erklärt, wo für die Kampflegionen der Hinterhalt ab der Hellwegstation Brakel begann und vor dem Eggeaufstieg bei Borlinghausen endete während der dort abgekoppelte zivile Tross am Gradberg in die Hände der Cherusker überging. So wie es die Theorie dieses Internet Buches „Vom Sommerlager in den Untergang“ beschreibt. Sich die Beschaffenheit der Zugstrecke von der Weser bei Vlotho bis Oerlinghausen vor 2000 Jahren vorzustellen lassen die Naturräume zu. Heute noch bestehende Wald- oder Sumpfregionen waren früher umfänglicher, Flüsse und Gebirgsrücken bedeuteten Hindernisse und konnten sich für einen Hinterhalt als begünstigend erweisen. Der ab dem Menkhauser Bachtal nach Norden führende Marschweg was auch für die umgekehrte Richtung galt, suchte sich die bestbegehbarste Trasse vermied ungünstiges Terrain und ist nachvollziehbar. Der historische Handelsweg auch Diet – bzw. Heerweg genannt führte über die "Alte Vlothoer Straße" zwischen Bad Salzuflen und Vlotho die sich noch durch Hohlwegbündel erkennbar macht was auch für eine prähistorische bzw. römerzeitliche Nutzung spricht. Insgesamt ist es eine Landschaft die sich nicht durch imposante, schroffe bzw. augenfällige Strukturen verdächtig macht die man hätte für einen Hinterhalt nutzen können. Möchte man den Verlauf rekonstruieren dann bietet das Gelände keine herausragenden Hinterhaltqualitäten und die, die Zugstrecke kreuzenden Flüsse Bega und Werre hätten als Hindernisse in den antiken Schriften erwähnt sein sollen. Insgesamt betrachtet war es eine überschaubare Naturkulisse in der sich keine Engpass ähnlichen Strukturen erkennen lassen in die man die Legionen hätte locken können, sodass erst der Einstieg in den TW nahe Oerlinghausen Geländeformationen bot die es den Germanen ermöglicht hätten erfolgversprechend über die Marschkolonne herzufallen. Überlegungen die in Betracht zu ziehen sind und zu dem Schluss führt, dass Menkhauser Lager nicht mit dem Stempel „Varusverdächtig“ versehen zu können. Ungeachtet der Theorie spricht die Entdeckung des Menkhauser Lagers für die Existenz weiterer Marschlager einschließlich des gesuchten Aliso wobei die Entfernung nach Paderborn etwa 27 km bzw. nach Anreppen etwa 23 km einer Tagesmarschetappe gleich kommt und der Paderborner Ortsteil Elsen immer noch verlockend klingt. Aber auch wenn das Menkhauser Lager im Zuge der Schlacht zu keiner Bedeutung gelangte, es wurde immer doppelseitig genutzt, gleich ob man von der Lippe aus kommend an die Weser wollte, oder es auf dem Rückweg aufsuchte. Germanicus kämpfte gegen die Angrivarier in der Region Minden/Rinteln deren Einflussbereiche um diese Zeit schon südlicher reichten, sodass damals Vlotho ein Grenzort zwischen ihnen und den Brukterer gewesen sein könnte und möchte man der Theorie folgen, dass die Westfalen ein Nachfolgevolk dieser Brukterer waren, dann kämpfte Karl der Große gegen die "Westfalaos" in der gleichen Region während sich die cheruskischen Stammesgebiete erst östlich anschlossen. Die Trasse zwischen Vlotho und Oerlinghausen hätte sich demnach in Gänze auf die Wohngebiete der Brukterer konzentriert, sodass die Gefechte gegen Varus abseits der Cherusker statt fanden was gegen alle Annahmen spräche die man mit dem Varusereignis verbindet. So kann man zu dem Resümee gelangen, dass sich hinter dem Menkhauser Lager vieles verborgen haben könnte aber ein Zusammenhang mit der Varuskatastrophe nicht herstellbar ist.
(18.05.2026)

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