Dienstag, 13. Januar 2026
Odin Gott oder Stammvater der Cherusker ?
Bevor innerhalb dieses Blogs die Forschung nach dem Verbleib der Cherusker über den Ursprung und ihr mögliches Aufgehen in den Ostfalen fortgesetzt wird, soll einer nennen wir es mal Erscheinung der Vortritt gelassen werden die ihren Weg in unser Vorstellungsvermögen fand als man die Geschichte noch Sage nannte und Gottsein und Menschsein miteinander zu verschmelzen schienen. Und natürlich soll die zweifellos provokant gewählte Überschrift dazu ermuntern Festgefahrenes noch einmal neu zu überdenken. Das der Gestalt des Odin von der je nach Interpretation, Quellenstudium, Region oder Dialekt auch andere Namen bekannt sind, hier ein eigenes Kapitel gewidmet wird liegt an den diversen Hinweisen über die er sich mit den einstigen Wohngebieten der Cherusker und deren Nachfahren in Verbindung bringen lässt. Obwohl sich in den später auch nieder geschriebenen Sagen keine Indizien dafür finden lassen, dass Odin ein Gott gewesen sein könnte, so ist die moderne Wissenschaft doch mehrheitlich davon überzeugt, dass man dies um die „germanische Jahrtausendwende“ angenommen haben könnte. Grundsätzlich und im Allgemeinen muss die Forschung der Sagenwelt kritisch gegenüber stehen, wenn es um ihre historischen Belastbarkeiten geht, forscht dann aber was Odin anbelangt unbeirrt und äußerst akribisch nach allem aus dem sich ableiten lässt, dass man Odin zu Zeiten der Germanen für einen Gott gehalten haben könnte. Tun wir aber unseren Altvorderen kein Unrecht und lassen ganz so wie es auch gewesen war Odin einen Menschen sein. Vor dem Hintergrund betrachtet, dass sein Gottsein bereits von den beiden mittelalterlichen Hauptgewährsmännern Saxo Grammaticus und Snorri Sturluson die sich mit ihm beschäftigt hatten angezweifelt wird, sollte man ruhigen Gewissens die Suche nach einem Gott Odin einstellen und nach dem Menschen Odin Ausschau halten. Das man es trotzdem vor allem populärwissenschaftlich immer noch tut und sich auf alles stürzt womit sich begründen lässt, dass man Odin in der Altwelt für einen Gott gehalten haben könnte, könnte u.a. daran liegen, dass der Volksmund auch heute noch verherrlichen mit vergöttlichen gleich setzt zumal auch Menschen das Attribut der Anbetungswürdigkeit zugestanden wird. Aber auch Menschen die man vergöttlicht oder gar anbeten möchte bleiben Menschen. Auch früher schon sehnte sich die in uns allen schlummernde kindliche Seele und das bis ins Erwachsenendasein hinein nach einem höheren Wesen von der es sich eine Antwort auf die Frage der eigenen Existenz erhofft, aber damit lässt sich nicht die irrational erscheinende Suche nach einem frühen Gott mit Namen Odin erklären. Zwar dachten auch die damaligen Völker die Lösung für vieles im Überirdischen, den Gestirnen oder den Naturgewalten finden zu können, sahen aber im irdischen Odin nie die Göttlichkeit, denn dieser Mann war menschlicher Natur. Kratzen wir also an unserer Zivilisationstünche dann begegnen wir schneller als gedacht dem alt bekannten Vorzeitmenschen der uns still daran erinnert, dass wir auf der Suche nach der Allmacht dieser keinen Schritt näher gekommen sind. Beruhigend zu wissen, dass dies trotz aller Überzeugungskunst auch den weltweiten Konfessionen und Religionsströmungen noch nicht gelungen ist. Mit der Distanz wuchs unsere Ehrfurcht und mit der Unbegreiflichkeit die Angst vor den Urgewalten. Unwissen, dass sich im negativen Sinne immer schon leicht zunutze machen ließ. Menschen die eine besondere Aura umgab die ihrer Zeit voraus waren etwa weil sie fortschrittlichere Kulturen kannten und die ihren Verstand und ihre Kenntnisse einsetzten standen, wie es wohl auch bei Odin der Fall war, zu Recht an der Spitze von Sippe und Stamm. Er konnte rhetorisch überzeugen, hatte die beste Chance sich einen Platz im Langzeitgedächtnis der Völker zu sichern war aber nicht das, was die Menschen die ihn noch vor Augen hatten einst ihn ihm gesehen haben könnten. Standen die Sterne günstig befanden sich unter jenen die später Geschichte schrieben immer Menschen, denen es über ein die Generationen übergreifendes Erinnerungsvermögen gelang wie unsterblich zu erscheinen, da man Kraft ihrer einstigen Fähigkeiten auf ewige Zeit an sie denken wollte. Schmückendes Beiwerk inbegriffen und der Mensch könnte mit ihrer Hilfe seine Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod erfüllt sehen. Aber suchen wir nicht länger nach Göttern wo keine sind, sondern halten Ausschau nach Menschen die uns etwas zu sagen hatten, die besondere Leistungen erbrachten, die uns weiter brachten, die vom Zeitgeist begünstigt waren denen es vergönnt war Messias artig in der passenden Epoche die Bühne der Geschichte betreten zu haben und die Botschaften verbreiteten die überzeugten. In dieser Hinsicht haben uns die Weltreligionen auch die eine oder andere positiv besetzte Person genannt, von der man sich führen lassen wollte und an denen sich unser Leben hilfreich ausrichten lässt. Nachweisbares mit Substanz war zwar auch für den einfachen Menschen wünschenswert wenn er glauben wollte, aber nicht unabdingbar. Aber spätestens nach einigen Generationen sollte sich auch der letzte darüber bewusst geworden sein, wie es auch Saxo und Snorri erging, dass vieles von alledem nur dem Wunschdenken und der Vision entsprang. Und auch heutzutage sollten wir uns diese Objektivität eingestehen. Aber mitnichten, denn Vorstufen der Göttlichkeit inform von Heiligsprechungen erhalten sich sogar bis in unsere Zeit hinein. Besonders übermütige vor allem aber mächtige Gestalten der Geschichte mochten nicht auf ihren Tod warten und schwangen sich schon zu Lebzeiten auf den höchsten Thron, da sie sich ihrer späteren Vergöttlichung mehr oder weniger sicher oder unsicher waren. Aber nur die Nachwelt entschied letztlich wer zum Gott taugte und wer in der Versenkung der Zeit verschwand. Ziel aller war es mit verklärtem Blick vor allem hinter den Naturgewalten das Wirken von Gottheiten erkennen zu wollen und nicht nur Kaiser Augustus wäre gerne einer jener gewesen, der sich dieses zu Lebzeiten innigst gewünscht hätte aber auch seine Vergöttlichung fand ein Ende. In den Naturgewalten göttliche Hand sehen zu wollen darf man unseren Altvorderen nachsehen, müssen aber dem vermenschlichten Gott eine Absage erteilen, denn diese Art von Göttern waren immer schon Menschen. Nur lange genug unserem Blickfeld entschwunden zu sein ist kein Argument um anzunehmen, unsere Vorfahren hätte in Odin einen Gott gesehen. Aber obwohl Sturluson und Saxo es früh entlarvten trug der Gedanke Früchte und wer heute das Wort Odin oder Wodan hört verbindet es sofort mit dem Namen des germanischen Hauptgottes und macht sich, da es überall so zu lesen ist, keine weiteren Gedanken mehr darüber, ob es sich nicht vielleicht auch bei ihm nur um einen Menschen gehandelt haben könnte. Anders als die germanischen, römischen und keltischen Götter die die natürlichen Prozesse verkörperten wie etwa Donar der für Blitz und Donner stand, oder jene die die Fruchtbarkeit symbolisierten und wozu leider auch der Gott des Krieg gehört, so war diese Gestalt anders. Sie stand für menschliche Verhaltensweisen und Eigenschaften wie Wissen, Intelligenz und Fähigkeit die man in früheren Zeiten schnell mit Zauberkraft und Magie in Verbindung brachte und vertrat natürlich auch die kriegerischen Wesenszüge in uns. Aber Odin war von realer Natur, seine Existenz war für die Germanen greifbarer und dies war auch noch über eine lange Zeit den nachfolgenden Generationen bewusst, da man ihm unverhofft am Wegesrand begegnen konnte. Die Ursache dafür, dass man diesem Menschen und ohne das er ein Gott war gerne ein gottgleiches Erscheinungsbild verlieh muss daran gelegen haben, dass er in seiner Zeit heraus ragendes vollbracht hat. Aber die heutige Forschung lässt trotzdem nicht locker und der erste Hinweis den sie aufgriff in Odin einen Unsterblichen, also den vermeintlichen Gott der alten Mythologie sehen zu können, stammt aus dem 5. Jahrhundert und wurde auf einer Runeninschrift im dänischen Vindelev entdeckt. Ihr lässt sich der im Runentext des älteren Futhark geschriebene Halbsatz entnehmen der transliteriert, also buchstabengetreu in eine andere Schrift übertragen „iʀ Wōd[i]nas weraʀ“ lautet. In der Übersetzung liest er sich „er ist Odins Mann“ was sich vermutlich auf einen lokalen Herrscher beziehen lässt. Zunächst ist festzustellen, dass hier eine Person genannt wird die man mit Wōd[i]nas übersetzt hat, wonach man ihn fortan Wodanaz nennt und das darin erkennbar der Name Odin ruht. Es verwundert jedoch aus dieser vage zu nennenden schriftlichen Überlieferung ableiten zu können, es habe sich bei Wōd[i]nas respektive Odin um einen Gott gehandelt und das nur, weil man einen Stammesführer als Odins Mann bezeichnet hat. Genau so gut, kann dieser lokale Herrscher einem höheren Anführer unterstanden haben der sich Odin nannte, aber bei weitem kein Gott war. Den Altvorderen zu unterstellen und daraus den Wunschgedanken zu entwickeln, man hätte hier einen Bezug zu einem Gott herstellen wollen, obwohl der nur einer höheren Hierarchie hätte entstammt sein können verdeutlicht das Dilemma. Einer Bügelfibel aus Nordendorf deren zeitliche Bestimmung unklar ist und die entweder aus dem frühen 7. Jahrhundert oder der Zeit zwischen 560 - 585 stammen soll sind die Worte „logaþore wodan wigiþonar“ zu entnehmen. Während das Wort „wodan“ hier unstrittig ist und das Wort „wigiþonar“ für Donar stehen dürfte, wird das Wort „logaþore“ kontrovers diskutiert. Auch der Hinweis darauf, dass diese Wodan oder Odin genannte Person über die Jahrhunderte betrachtet immer noch eine große Bedeutung für die Menschen hatte macht aus ihm noch keinen Gott. Gleiches gilt auch für eine weitere in Runen verfassten Inschrift auf einem Schädelfragment aus dem dänischen Ribe aus der Zeit um 725–750 n. Chr. der sich ebenfalls deutlich der Name Odin entnehmen lässt. Insgesamt betrachtet lässt sich sagen, dass es da eine Person gab die unter unseren Vorfahren schätzten, die eine besonders hohe Anerkennung genoss und deren früheste Schreibweisen mehr auf Wodan als auf Odin hinaus liefen. Und auch wenn hier der Name „wodan“ einmal im Zusammenhang mit dem germanischen Donnergott Donar fällt, so lässt sich dem nicht entnehmen, dass es sich bei „wodan“ auch um einen Gott handelte. So wusste man in antiker Zeit lediglich das die Germanen Naturgottheiten kannten wie möglicherweise Ostara während Tacitus einen besonders hoch stehenden, namentlich aber nicht benannten unter ihnen mit dem römischen Gott Merkur verglich was vielfach dazu verleitete annehmen zu dürfen Mercurius wäre mit Wodan identisch. Eine Vermutung aber eher eine Fehlannahme die sich durch die Geschichtsforschung zieht. Unbenommen zahlreicher Thesen und Theorien über sein Wirken, wie und wo er an seinen Namen Odin oder Wodan kam oder was die Sage über ihn wusste bleibt vieles zunächst hinter der Frage zurück was diesen Mann zu seiner Berühmtheit verhalf, was er also an Besonderem leistete. Ließe es sich begründen also untermauern, dann gelänge es auch neues Licht in die uns weitgehend unbekannte Welt der Cherusker und ihre herausragenden Leistungen im Abwehrkampf gegen eine höher zivilisierte und besser gerüstete Macht am Anbeginn frühdeutscher Geschichte zu bringen denn unter ihnen könnte er gelebt haben. Möchte man die von Odin erbrachten Leistungen nach heutiger Lesart aus dem Sagenkomplex lösen, dann scheint es als habe er damals Grundlegendes für die Orientierung der damaligen Gesellschaft geleistet und damit in ihrer Welt für eine gewisse Ordnung gesorgt. Was für das alte Germanien bahnbrechend klingt könnte es auch gewesen sein und wäre allein schon hinweisgebend dafür, warum die Völker der Zeit zu ihm aufgeblickt haben könnten. Kaum vorstellbar und noch weniger zu erwarten wäre demnach welch hohe Kulturstufe der germanische Fürstenadel bereits in vorchristlicher Zeit erreicht haben müsste, wenn er einen derart weitsichtigen Mann hervor bringen konnte, wenn er nicht zugewandert wäre. Odin war demnach ein Gewinn für das soziale Gefüge einer im Umbruch befindlichen Gesellschaft die vor allem aus bäuerlichen Strukturen bestand sich aber nach Schutz und zentraler Ordnung sehnte und es in Odin fand. Dank seines Wissen und seiner Weisheit mit der er die Menschen führte und sie lehrte verhalf er ihnen gegenüber benachbarten Völkern zu einem Vorsprung. Da er sich aufgrund seiner Herkunft über die zunehmende Bedeutung der Schrift bewusst war soll er seinem Volk die Nutzung der Runen beigebracht haben, verhalf ihnen vermutlich auch zu neuen Brautechniken und soll ihnen möglicherweise auch die Herstellung eines mit Honig versetzten Getränkes, den Skaldenmet erklärt haben. Eine schmackhafte Flüssigkeit deren Rezeptur unter ihnen bislang unbekannt war und die was wenig verwundert die Dichtkunst und Weisheit gefördert haben soll. Und es war ebenfalls eine Errungenschaft die wie so vieles mit Zauberei in Verbindung gebracht wurde. Er versammelte nicht nur die besten Kämpfer um sich die er diszipliniert anführte und die daher auf dem Schlachtfeld überlegen waren. Er verstand sich wohl auch in den Dingen. was die Nutzung diverser Stimulantien anbelangt da der Berserkergang mit ihm in Verbindung gebracht wird. Kämpfer die sich vor der Schlacht in einen rauschartigen Zustand von rasender Wut versetzten um Schmerz unempfindlicher kämpfen zu können. Eine Methodik auf Basis von Tetrahydrocannabinol dem Hauptwirkstoff der Hanfpflanze wie sie auch schon Herodot von den Skythen beschrieb und wie sie sich in der Kaukasus Region nachweisen ließ. Dazu passt zweifellos der Begriff "Furor Teutonicus" den Lukan im 1. nachchristlichen Jahrhundert prägte. Zudem verstärkte Odin die religiösen Vorstellungen der Menschen im Sinne kosmischer Ordnung und lieferte seinen Untertanen die Theorie einer Schöpfungsgeschichte in Verbindung mit einem Leben nach dem Tod  bzw. dem  erlösenden Gedanken auf ein Weiterleben in Walhall. Führungsqualität und strategisches Raffinesse im Umgang mit Feinden brachte ihm den Ruf eines versierten Schlachtenlenkers ein was in damaliger Zeit von existenzieller Bedeutung war. Seine Leistungen fielen in die Zeit vor der germanischen Jahrtausendwende als Rom noch weit von der Weser entfernt agierte und damit begann die keltischen Arverner und Allobroger zu unterwerfen. Odin den neben seinen Kampfgefährten den Asen, auch seine Brüder Vili und Ve nach Norden begleiteten befand sich aufgrund einer zurück greifenden zeitlichen Recherche die auf der Völsunga Sage beruht um das Jahr 126 vor Chr. im Alter von etwa 25 Jahren in den besten „Kämpferjahren“. Um das Jahr 120 n. Chr. begann vermutlich durch umfängliche Klimaveränderungen in Verbindung mit Sturmfluten, vielleicht auch aufgrund von Überbevölkerung eine unruhige Zeit in der diverse germanische Stämme vor allem die Kimbern, aber auch die Teutonen und Ambronen ihre Wohngebiete in Meeresnähe im heutigen Jütland und der norddeutschen Bucht auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen verließen. Dabei zogen sie möglicherweise auf breiter Front entlang des Elbtales südwärts und kamen durch die Stammesgebiete der Elb - und Weseranrainer. Ob dies friedlich verlief bzw. sie schon hier den Gedanken an Sesshaftigkeit verfolgten ist denkbar, sodass die Cherusker im Zusammenwirken mit den Elbgermanen am Beginn der Mittelgebirge die ersten Stämme gewesen sein könnten, die sich ihrem Zuwanderungsdruck aus dem Norden entgegen stellen mussten. Eine Epoche in der Abschreckung und Kampfqualität verbunden mit Verhandlungsgeschick gefragt war und in der sich Odin neben seinen übrigen Talenten auch auf kriegerischem Terrain besondere Verdienste erwarb. So profitierten die Cherusker von seinen Kenntnissen und Erfahrungen, sowie den taktischen und waffentechnischen Qualitäten die er sich nicht in Germanien aneignen konnte was auf Einflüsse höher entwickelter antiker Völker hinweisen könnte wo man es mit Feinden zu tun hatte die sich mit den Germanen nicht vergleichen ließen. Darüber hinaus nutzte man das was die keltische Schmiedekunst hinterlassen hatte, so dass die Cherusker schon in dieser Zeit an Ansehen gewannen. Wissen das sich in Achtung verwandelte, sich übertrug und ihnen später dabei half sich gegen die römischen Eroberer zur Wehr setzen zu können. Odin der Snorri Sturluson folgend zunächst aus dem Südosten kommend nach Saxland einwanderte und später das dänische Seeland erreichte wo man in Lejre eine silberne Figur aus dem Jahr 900 n. Chr. fand die eine Gestalt auf einem Thron flankiert von zwei Vögel zeigt die als die Kolkraben Hugin und Munin interpretiert werden, zog zahlreiche Völker in seinen Bann und inspirierte sie mit seinem Auftreten und seinen Taten, sodass man sich an ihm orientieren wollte. Obwohl der Recherche zufolge Voden/Odin nie angelsächsischen Boden betrat ist es bezeichnend, dass sich fasst alle angelsächsischen Kleinreiche wie etwa Wessex in ihren Chroniken darauf stützten von Voden abzustammen um davon im Mittelalter Herrschaftsansprüche ableiten zu können und selbst innerhalb des britischen Königshauses Windsor wird gerne eine legendäre Verbindung bis zu Odin gezogen. Die frühen Könige von Kent, die Oiscingas darunter Hengest und Horsa sahen in Voden ebenfalls ihren Urahn. Aber auch Mercia, East Anglia und Northumbria dokumentierten Voden in ihren Ahnengalerien. Abstammungsmythen die aus Altsachsen oder dem skandinavischen Norden die Insel erreicht haben dürften und die wie sich sprachlich erkennbar macht bevorzugt aus Engern und Falen einwanderten. Odin wird als Stammvater der großen skandinavischen Dynastien beschrieben und auch einige mittelalterliche zentraleuropäische Adelshäuser schmücken sich aufgrund weitreichender Heiratsverbindungen gerne mit den genealogischen Traditionen der legendären Stammbäumen die sich auf die frühen germanischen Wanderkönige beziehen.  Der gemeingermanische Name Wodan erscheint nicht in der isländischen Edda Saga in der die nordgermanische Form Odin angewendet bzw. bevorzugt wird. „Erst als die Sage schreiben lernte“ wurden die bis dato nur gesprochenen Worte Wodan bzw. Odin auch zu Papier gebracht, sodass in Germanien vor der geschriebenen Geschichte das Gesagte steht und über die Vorgeschichte berichtet. Es ist wie dargestellt der Wunsch der Historiker in unseren germanischen Altvorderen religiöses Denken aufspüren zu wollen was sich in der Existenz gottgleicher Gestalten widerspiegeln könnte. Das hinter den Naturereignissen höhere Wesen stehen mussten gehörte in früheren Zeiten zur allgemeinen Denkungsweise, aber je weiter sich eine Zivilisation entwickelte um so voller wurde der Götterhimmel samt ihrer Namensvielfalt und ihren diversen Zuständigkeiten was die Aussagekraft der Sage verwässerte und worunter das historisch Auswertbare litt. Aus der Völsunga Saga die zwischen 1250 und 1300 nieder geschrieben worden sein soll geht der Stammbaum eines germanischen Fürstengeschlechtes hervor das man im deutschen Sprachraum Wälsungen nannte. Ein Name in dem der althochdeutsche Begriff „wälsen“ ruht, der auch aus der Wandersprache der Handwerker bekannt ist, die sich auf der Walz befanden was auf die einstigen Wander- bzw. Einwanderungsbewegungen der Wälsungen hinweisen könnte und zu Odin passt in dem die Überlieferungen seit jeher den unsteten Wanderer und Reisenden bzw. den Einwanderer aus fernen Welten sahen. In den Wälsungen ruht der älteste bekannte Kontext zu Wæls auch Wäls genannt und bereits im Epos Beowulf erwähnt wird der bis ins frühe 6. Jahrhundert zurück reicht. Darin wird er als Vater des Helden Sigemund geführt was die Glaubwürdigkeit der Völsungar Saga stärkt. Im Gegensatz zur Edda Saga die auf den göttlichen Stammbaum von Odin eingeht gilt die Völsungar Saga als der menschliche Stammbaum. Odin war darin kein Gott, sondern der Gründervater einer tonangebenden Sippe und wenn man der Theorie folgt, dass es sich bei dem darin genannten Sigmund um Sigimer handelte der den größeren Anteil am Sieg über Varus hatte und der aus Sicht der Germanen auch der war, der den Drachen tötete. Er war nach den ebenfalls erwähnten Odin Nachfahren Sigi, Rerir und Wölsung der letzte auf der Liste und somit der Vater des jungen Mannes den die Nachwelt für den Drachentöter hielt, den man Arminius nannte während sein germanischer Name dialektisch ausgesprochen vermutlich Sichfrit hieß, vor dem die Überlieferung abriss und der im Zuge der Christianisierung zum Erzengel Michael mutierte. Somit lässt sich vorsichtig auch das Alter von Odin bestimmen und je nach dem wieviel Jahre man einer Generation geben möchte, könnte seine Geburt wie dargestellt zwischen 141 und 146 v. Chr. gelegen haben. In dem man in ihm auch den Stammvater der Cherusker erkennen möchte interessiert auch was man über sein Leben weiß bzw. was sich über seine Herkunft rekonstruieren lässt. So haben sich Teile der Wissenschaft aufgemacht Beweise dafür zu erbringen, dass schon Snorri Sturluson im 13. Jahrhundert mit seiner Vermutung Odin wäre ein Mensch und kein Gott gewesen richtig gelegen haben könnte. Auch der umstrittene „Experimental Archäologe“ Thor Heyerdahl der über seine Forschungen verstarb war bemüht und beteiligte sich daran Argumente für seine körperliche Existenz zu sammeln um in Wodan den Menschen ausfindig zu machen, jenen rastlosen Wanderer der einäugig und mit wallendem Mantel durch die germanischen Wälder gestapft sein soll. Das er im Zuge von Ausgrabungen am Asowschen Meer nahe der Donmündung auf Wikingerfunde stieß verwundert allerdings nicht, da diese bekanntermaßen die russischen Flüsse als Handelswege nutzten, sodass die archäologische Relikte erst in nachchristlicher Zeit in den Boden gelangt sein konnten. Snorri war auch der, der die Motivation jener massiv untergrub die sich anstrengten Argumente für die Göttlichkeit eines Odin ins Feld zu führen in dem er interessante Hinweise zu seiner physischen Herkunft wusste und daher behauptete, dass sich die ursprüngliche Heimat der Odin Sippe einst hinter dem Fluss Don dem antiken Tanais befand der auch Tanakvisl oder Vanakvisl genannt wurde und ins Schwarze Meer mündet. Wir wissen nicht woher Snorri dieses Wissen hatte und man kann es anzweifeln aber es weckt den Wunsch es mit unserem historischen Wissenstand abzugleichen. Dies führt zu der Frage woher Odin kam bevor Snorri ihn am Tanais verortete, auf welchem Weg er dahin gelangte und wie er von dort in den Norden Europas kam. Da der Name von Odin erstmals in der Schreibweise Wōd[a]nas erscheint lässt sich schlussfolgern, dass sein eigentlicher Name diesem ähnelt wobei ihm die englische Version Voden am Nächsten käme. Folgt man der Darstellung des Snorri Prolog so hatte sich Odin als er die Tanais Region verließ zunächst für Saxland als seine neue Heimat entschieden bevor er weiter nach Norden zog. Der Name Saxland war in Nordeuropa geläufig und man bezog ihn im Mittelalter auf die altsächsischen Stammlande. Der Grund könnte gewesen sein, dass es Odin in diese Region zog, da es die Urheimat seiner Vorfahren war die es einst in Richtung Südosteuropa verließen wonach er zum Stamm der Bastarnen gehört haben könnte. Es geschah weit in vorchristlicher Zeit als man in Rom noch nicht an Machtgewinn und Eroberungen im Norden dachte und der griechische Kulturraum nicht nur für Rom, sondern auch für die Germanen attraktiv war. Und es waren die Bastarnen die unter Phillip V. von Makedonien der 179 – verstarb die ersten waren, die als Söldner in Südosteuropa in Erscheinung traten. Sie werden der Poienești – Lukaševka - Kultur im heutigen Rumänien und Moldawien zugerechnet die wie man anhand von Grabungsvergleichen feststellte eine Nähe zur Jastorf Kultur besaßen, die sich im Raum Uelzen nachweisen lässt, was auf ihre elbgermanischen Wurzeln hinweist. Auch Tacitus hatte dieses Wissen und bezog sich im letzten Kapitel der Germania im Zusammenhang mit den Venetern, Sueben und Fennen auch auf die Bastarnen. Er erkannte in ihnen aufgrund ihrer Sprache und Lebensweise, ihrer Kulte, sowie ihrer Ansiedlungs - und Wohnungsart Germanen, lokalisierte sie im Bereich der Ostkarpaten und an der Grenze zu Dakien und nannte sie nach ihrem einheimischen Namen Peucinen, wobei auch die Namen ihrer Anführer Cotto und Clondicus germanische Deutung zulassen. Hinzu kommt die Art ihres Kampfes die sich unter jüngeren germanischen Völkerschaften wie etwa den Alemannen  nachweisen lässt. Im Rahmen einer systematischen Einteilung der germanischen Völker erwähnt Plinius der Ältere in seinem Werk Naturalis historia (Buch IV, 99–100) mit den Bastarnen einschließlich den Peukinern auch die Cherusker. Er teilte die Germanen in fünf Hauptgruppen und fasste schon die Bastarnen die um diese Zeit nicht mehr an der Elbe, sondern an den Südhängen der Ostkarpaten und über Dakien hinaus bis zur Donaumündung lebten trotz der großen Distanz mit den an der Weser lebenden Cheruskern zusammen. In ihrer übergeordneten germanischen Gesamtheit zählt Plinius der Ältere die Cherusker zur Gruppe der Hermionen in die er auch die Sueben, Hermunduren und Chatten einbezog. Der Name Hermionen lässt sich bei genauem Hinsehen nur mit der antiken gleichnamigen griechischen Stadt in Verbindung bringen die heute Ermioni heißt. Deren einstige Bewohner hatten sich damals an der Schlacht von Salamis beteiligt und standen auch in engem Bezug zum trojanischen Krieg. Snorri stellte vermutlich deswegen auch eine Verbindung zu Troja und zur Türkei namentlich zu „Tyrkland“ her und erkannte auch die Nähe der Odin Sippe zu der Stadt die den Namen Hermione, der Tochter des Menelaos trug deren Name sich von Hermes ableitete. Es wäre eine interessante Vorstellung anzunehmen, dass sich schon die Odin Sippe dazu verleiten ließ den Namen dieser wehrhaften Stadt Hermione nach Germanien zu tragen. Die Bastarnen die dieser Theorie folgend in vorchristlicher Zeit in Gänze oder in Teilen in die Balkanregionen auswanderten wollte Perseus der letzte König des antiken Makedonien auf seiner Seite für die Schlacht von Pydna im Jahr 168 v. Chr. gegen Rom gewinnen, was ihm allerdings misslang da man sich über die Entlohnung uneins war. Möglicherweise beteiligte sich daher nur eine begrenzte Anzahl von Bastarnen daran die er bezahlen konnte, während ihre Hauptmacht in Wartestellung zurück geblieben sein könnte, die sich dann nach der für Perseus verlorenen Schlacht in ihre Siedlungsgebiete zurück zog. Denkbar ist, dass es die Odin Sippe war die für Perseus kämpfte, sodass sie in den Sog der Niederlage geriet und sie wie auch Perseus selbst nach dem römischen Sieg ebenfalls die Flucht ergreifen musste. Sie schlugen dabei einen Weg ein der sie über die Donaumündung hinaus führte wo sich der Unterstamm der Peukiner von ihnen trennte um wie überliefert auf der Donauinsel Peuke sesshaft zu werden und gelangten an den Tanais. Möglicherweise auf Druck benachbarter Völker wie der Skythen verließ die Odinsippe die Region überschritt den Dnepr und kam in der heutigen Westukraine zwischen den Flüssen Dnister und Weichsel mit der slawischen Kultur in Kontakt. Die Geburtszeit von Odin der auch Voden genannt wird ließe sich anhand der Völsungar Saga auf die Zeit zwischen 141 und 146 v. Chr. zurück rechnen, sodass er demnach etwa 2o Jahre nach der Schlacht von Pydna geboren worden sein könnte, als die Odinsippe auf dem Weg nach Saxland die slawischen Gebiete durchwanderte. Odins Vater soll der sagenhaften Borr gewesen sein der Odin vermutlich mit einer Slawin zeugte was dazu führte, dass man ihm den Namen Voden gab, das slawische Wort für Wasser. Ein Name den in späterer Zeit auch die Stadt Edessa, eine Hauptstadt im antiken Reich Makedonien trug. Wann die Schar Saxland erreichte wo dann Sigi der Sohn von Odin geboren worden wäre, käme einer hypothetischen Frage gleich aber Sigi könnte das erste in Saxland geborene Mitglied einer Dynastie gewesen sein die die Geschicke im Stammesgebiet der Cherusker lenkte und die Führung unter jenen Germanen übernahm die zwischen Weser und Elbe siedelten, nachdem Odin nach Seeland weiter zog. Die Quellen sprudelten erst als sich die römischen Historiker wach gerüttelt von den heftigen Ereignissen für die Welt der Germanen zu interessieren begannen die sie weitest gehend noch für Kelten hielten und sich die Frage stellten wie es ihnen gelungen sein könnte drei Varusarmeen auch wenn diese entleert, also nicht in Sollstärke marschierten, besiegen zu können. So suchte man nach Erklärungen für den Erfolg der Germanen ohne natürlich die Wehrhaftigkeit der eigenen Armee zu beschädigen und könnte daher auch eine Verbindung in die griechische Antike hergestellt haben, wo ein Volk lebte dessen Kriegern es ebenfalls in erheblicher Unterzahl schafften selbst gegen stärkste Gegner bestehen zu können. Die Cherusker waren ein Volk das sich ihrer stammesgeschichtlichen Tradition bewusst war und über ein Fürstenhaus verfügte, dass einst aus Südosteuropa einwanderte. Wissen, dass sich bis ins Mittelalter erhalten haben könnte. Das Alter dieses Volkes bzw. der Bezug zu Griechenland drückt sich auch über ihren lateinischen Name Cherusci aus, das sich auf ihren antiken griechischen Namen Chēroûskoi zurück führen lässt. Das Wort Chēroûs ist etwa 2.400 bis 2.500 Jahre alt und steht im Zusammenhang mit dem Wort für „Witwe“, „verwaist“ „leer“, „verlassen“ oder „beraubt“ und beschreibt im übertragenen Sinne einen Zustand des Mangels, des Getrenntseins von etwas. Etymologisch leitet es sich auch vom altgriechischen Wort chaírō ab, was „sich freuen“ oder „begrüßen“ bedeutet, sodass sich hinter dem Wort Chēroûs zwei Deutungsmöglichkeiten verbergen. Zu rätseln warum man den Germanen an der Weser ausgerechnet diesen griechischen Namen gegeben haben könnte ist müßig. Der vermutlich um 15 + in Algeciras geborene Pomponius Mela kam vor Plinius dem Älteren zur Welt und war der erste antike Historiker der die im äußersten also „ultra ultimi“ lebenden Germanen Hermionen nannte, sie unter diesem Namen für eine Gruppe germanischer Stämme anwendete und damit eine weitere Verbindung von der Weser nach Griechenland herstellte. Warum man von Pomponius Mela nur den Namen der Hermionen, aber nicht die Namen der Ingävonen für die Nordseegermanenstämme der Angeln, Friesen, Chauken und Sachsen oder den der Istävonen für die rheinnahen westlich siedelnden Stämme erfährt, über die erst Plinius der Ältere etwa 77 + und Tacitus nach 98 + berichtete ist unklar. Es könnte daran liegen, dass er sich in seinen Schriften in erster Linie auf griechische Quellen wie Homer, der auch als erster den trojanischen Krieg erwähnte stützte und wo nicht die Wurzeln der zwei anderen germanischen Hauptgruppen lagen. Es war kein Zufall, dass Mela den Namen der griechischen Hermionen für eine bestimmte germanische Stammesgruppe übernahm die wie überliefert aus Sueben, Hermunduren, Chatten und Cheruskern bestand. Das Chatten und Cherusker an der Varusschlacht beteiligt waren gilt als sicher, zudem gibt es Hinweise, dass auch Sueben möglicherweise unter ihrem Teilstamm den Angiloi teilnahmen. Des Weiteren ist es denkbar, dass die Hermunduren eine Gruppe innerhalb der Elbgermanen die östlich der Oker siedelten nach antiken Vorstellungen ebenfalls Kämpfer abstellten. Germanen die schon Ahenobarbus vor der Zeitenwende verunsichert hatte. Mela wird man später über den Verlauf der Varusschlacht informiert haben und man hielt es in jener Zeit für zutreffend, dass man derart erfolgreich agierende germanische Stämme mit den wehrhaften Hermionen von einst verglich und einen Zusammenhang herstellte, der sich durch das kollektive Gedächtnis des cheruskischen Herrschergeschlecht zog und in Arminius dem Varusbezwinger seinen berühmtesten Vertreter fand. Im Sinne dieser Theorie, dass Irmin für Armin bzw. Arminius steht, der nach der Familienchronik der Cherusker auf Segimer dem Ururururenkel von Odin folgte, wäre es eine plausible Theorie davon auszugehen, dass Irmin der Hermione wie auch sein Stammvater Odin ein Mensch war und die Irminsul noch im 8. Jahrhundert ein stummer hölzerner Zeuge dieser lange vergangenen Tradition war. Zu Zeiten des Imperiums war man in Bezug auf den Glauben der Völker freizügiger und ließ den Vielgötterglauben zu trotzdem sind keine Überlieferungen aus der Zeit bekannt aus denen sich schließen lassen könnte, dass die Germanen einen Gott mit Namen Odin oder Vodan kannten oder hatten und sie suchten daher auch nicht wie es später die Karolinger taten nach einer möglichen „Odinsul“ um sie zu zerstören. Und natürlich wusste Karl der Große es besser, denn seine Ahnin Irmina von Oeren die nur 40 Kilometer südlich seines möglichen Geburtsortes Mürlenbach in Trier lebte hätte sicherlich keinen göttergleichen Vornamen getragen haben dürfen. So ruht auch der Forschergeist bis in unsere Tage nicht um nach Argumenten zu suchen die dafür oder dagegen sprechen, dass Irmin wie einst auch Odin aus Fleisch und Blut war. Der dänische Geschichtsschreiber und Geistliche Saxo Grammaticus war etwa 19 Jahre älter als Snorri Sturluson und beschrieb in der um 1200 entstandenen Gesta Danorum das Leben von Odin. Auch für ihn war er kein Gott, sondern ein außergewöhnlicher Mensch und das nicht nur weil man in ihm einen Zauberer sah. Sein Wissenstand war auf der Höhe von Snorri und auch er hielt ihn für einen Menschen der aus Südosteuropa in den Norden gelangte wobei Saxo als Herkunftsstadt Byzanz favorisierte. Darüber hinaus verfügte er noch über weitere Informationen wonach man Odin sogar als Hochstapler identifizieren könnte und er sich zu dem moralischer Verfehlungen und politischer Intrigen schuldig gemacht haben soll, sodass man ihn möglicherweise ins nordeuropäische Exil vertrieb. Die Sage stellte es so dar als ob Odin die Magd Gefjun nach Norden sandte um zu erkunden welches Land dort lag wo zu jener Zeit ein Häuptling namens Gylfi herrschte. Möchte man es anders interpretieren, dann schickte er sie vor um für ihn die Region als mögliche Bleibe zu Erkundschaften. Gylfi soll dieser Magd Ackerland gegeben haben, dass sie mit Hilfe von vier Riesen die sich in Ochsen verwandelt hatten pflügte und das heute Seeland heißt. Und als Gefjun Odin mitteilte, dass Gylfi gutes Land besaß, ging Odin dorthin. Gylfi wiederum interessierte sich der Sage nach dafür, wo Odin und seine Männer die Asen lebten bevor sie in sein Land kamen. Anders bewertet wollte er wissen mit wem er es bei Odin zu tun hatte. So versuchte er es zu entdecken was ihm jedoch nicht gelang da sich die genannte Asenburg Walhall und alles was er dort erlebte als ein Spiegelbild erwies, dass letztlich wie ein Traum zerplatzte. Denkbar, dass man ihn beeindrucken wollte es aber letztlich nichts vorzuweisen gab. In der Sage wird der Vorgang „Gylfaginning“ genannt was für Verblendung, Betörung aber auch Betrug steht. Skjold ein Sohn Odins, erhielt später das Land das Gefjun pflügte und heiratete sie. Man möchte es heute so sehen, als ob auch Saxo damit begründen wollte, dass Odin ein Mensch war. Eine moderne Annahme die darauf fußt, dass man schon in Germanzeiten die Ansicht vertreten haben könnte Odin sei ein Gott gewesen, was keineswegs zutreffend gewesen sein muss. Woher man im 12. Jahrhundert noch so lange nach seinem Tod in Island und Dänemark immer noch diese detaillierten Kenntnisse aus seinem Leben besaß ist rätselhaft. Indem Wissen über seine Schwächen kursierte wurde der Mensch in ihm immer plastischer und der Bezug zu Troja was die Wanderung der Odinsippe anbelangt verlor an Bedeutung. Obwohl schon der Gelehrte Isidor von Sevilla der von ca. 560 bis 636 + lebte in den Germanen keine Nachkommen der Trojaner sah erhob die Fredegar Chronik die um das Jahr 660 abgeschlossen war die Geschehnisse um Troja der „Mutter aller Schlachten“ zur Abstammungslehre der Franken und auch die Briten besaßen ähnliche Vorstellungen. So werden bezogen auf die odinschen Überlieferungsstränge zwei Theorien erkennbar. Zum einen kann der Epos eines um 1200 - in der heutigen Türkei statt gefundenen gigantischen Ereignisses mit seinen Nachwirkungen in die römische Antike zur Herleitung des Namens der Hermionen geführt haben und zum anderen wäre es der jüngere Prozess gewesen der angestoßen durch die Bastarnen, der Niederlage von Pydna und die im Saxland endenden Wanderbewegungen was auch den Stammesnamen Chēroûskoi erklären würde. Was sich über die zahlreiche vor allem männliche Nachkommenschaft von Odin die im sagenhaften Kern entweder menschlicher oder göttlicher Abstammung war recherchieren lässt, so ist dies aus heutiger Sicht undurchschaubar und man kann nur versuchen es aus der damaligen Zeit heraus zu betrachten. So zeichnen sich auch hier zwei Erklärungsstränge ab wer sie bzw. was sie waren, ob man ihnen also Göttlichkeit oder Menschlichkeit nachsagen konnte. Zum einen ist auf die in mittelalterlichen Zeiten entstandene Vergöttlichung der Söhne Odins einzugehen wie es die Sagenwelt der Edda Literatur vermittelt und andererseits ist dem die als realistischer erscheinende Völsunga Sage die von einem Unbekannten verfasst wurde entgegen zu halten ist, die ohne Vergötterung auskommt dafür aber als einzige Saga die chronologische Aufzählung der Odin Nachkommen in Form einer Ahnentafel vorweisen kann und was zu ihrer Wertsteigerung beiträgt. Beide Sagenkomplexe ergänzen sich und sind auch in etwa zur gleichen Zeit zu Papier gebracht worden. Exemplarisch für die unzureichende Aussagekraft der Edda Werke ist die Gestalt des Hödur der in den isländischen Quellen nahezu ausnahmslos als Odins Sohn bezeichnet wird, während dem der dänische Chronist Saxo Grammaticus in seiner „Gesta Danorum“ davon abweicht und ihn als einen sterblichen Helden beschreibt der nicht mit Odin verwandt war. Sowohl Saxo Grammaticus als auch Snorri Sturluson hatten versucht das zu ihrer Zeit Gesagte zusammen zu fassen, aber wen sie im Mittelalter befragten bleibt ihr Geheimnis. So erwähnt nur die Edda Literatur die zwischenzeitlich in ein Stadium der Vergöttlichung übergegangenen Nachfahren des Gründervaters, während Saxo Grammaticus in ihnen keine übernatürlichen Wesen, sondern Krieger und Stammesführer folglich Sterbliche sieht. So dürfte es beide stutzig gemacht haben was sie hörten überlieferten es aber ungeachtet bestehender Skepsis so wie ihnen gesagt wurde. So befanden sich nach Snorri Stuluson unter Odins Söhnen ein Licht - ein Donnergott und auch ein Gott der Dichtkunst die sich untereinander Botschaften sandten sich aber auch teilweise gegenseitig umbrachten was aufzeigt mit wieviel Phantasie seine mittelalterlichen Zeitgenossen versucht haben die Dinge der Vergangenheit die sie noch zu wissen glaubten auf mündlichem Wege plausibel zu machen, damit man sie verschriften konnte. Je nachdem welches Alter Odin erreichte und unter Berücksichtigung einer hohen Säuglingssterblichkeit in Verbindung mit der Vorstellung, dass Odin mit unterschiedlichen Frauen Nachwuchs zeugte lässt ermessen wieviel Söhne und Töchter zu seinen Lebenszeiten zur Welt kamen. Das man seinen Sohn Heimdall einen Götterwächter nennt, der mit neun Müttern in Verbindung gebracht wird lässt den Verdacht zu, dass unter Odin Harem artige zuständige geherrscht haben könnten. Daraus, dass die Edda Sagenwelt den Odin Söhnen Götterfunktionen gab durfte man in unserer Zeit schließen, dass auch der germanische Mensch in Odin einen Gott sah. Sagen die allerdings erst im Mittelalter nieder geschrieben, aber im frühen Mittelalter entstanden und auch älter sein könnten die man sich aber erst in späteren Zeiten zugeraunt hat, als die hohe Zeit der Germanen schon lange vorbei war. Sagen die ignorierten bzw. ausblendeten, dass Odin auch menschlichen Ursprungs gewesen sein könnte, aber letztlich seine Göttlichkeit auch nicht in Frage stellen wollten. Was Island aber auch Dänemark als Gedankengut über Odins einstige Herkunft bewahrte bevor er nach Norden kam wo seine Zeugungsfähigkeit ungebrochen schien da seine Söhne nahezu alle als Gründungsväter auch der nordischen Königshäuser geführt werden ist schwer deutbar.
Sigi den die Prosa Edda also die Snorra, aber auch die Völsunga Sage als Sohn Odins führt wird in der Völsunga Vorzeitsaga als König von Hunaland bezeichnet. Eine Region hinter der sich der deutsche Norden aufgrund seiner massiven Hünengräbern aus vorgermanischer Zeit verbergen könnte. Historische Analysen stehen auf tönernen Füßen aber der Genealogie folgend könnte er frühestens Jahrgang 126 – gewesen sein, und Hunaland könnte im Gegensatz zu Frakland der Zweitbezeichung die ältere von beiden gewesen sein. Neben Sigi werden in der Snorra Edda zwei weitere Odin Söhne erwähnt. Diese waren Beldeg der nur wenn er auch den Namen Balder getragen haben sollte ein Gott war, während sein zweiter Bruder Vegdeg nicht im Verdacht steht ein Gott gewesen zu sein. Aber obwohl sie die Völsunga Genealogie nicht erwähnt müssten sie ebenfalls in vorchristlicher Zeit gelebt haben, da sie als Söhne Odins das Alter von Sigi gehabt hätten. Ihre einstigen Reiche lokalisierte man der Sage nach da wo sich im Mittelalter West – und Ostfalen befand während das Wort Frakland auch eine andere Bedeutung als Franken gehabt haben könnte. Beldeg und Vegdeg herrschten jedoch über Regionen die sich mit den einstigen Stammesgebieten der Cherusker deckten. Das die Völsunga Saga sie nicht aufführt ließe sich mit der Erstgeburt des Sigi erklären, aber das man sie für Götter hielt gibt die Interpretation nicht her. Während die angelsächsischen und skandinavischen Königshäuser die sich ebenfalls auf Odin und seine Söhne berufen nicht in den Betrachtungsraum dieser Überlegungen fallen sind hier einzig die Odin Nachfahren von Bedeutung die sich auf die Saxland Wälsunge Dynastie beziehen lassen. Eine Auflistung von Nachkommen die uns im Kern nur über die Völsunga Saga erhalten ist und die da sie nicht mit germanischen Göttergestalten in Verbindung gebracht wird als die überzeugendere von beiden wirkt. Die Franken ob Merowinger oder Karolinger wussten über die germanische Götterwelt noch weitaus mehr, als die Informanten von Snorri Sturluson und Saxo Grammaticus aber darüber hielt der neue Zeitgeist karolingischer Gewaltchristianisierung den Daumen und man achtete darauf, dass das Gedächtnis der Menschen von alledem nichts mehr bewahren konnte bzw. durfte. Da dies umfänglich gelang stehen auch nur wenige Zeugnisse zur Verfügung die es aufhellen könnten. Möchte man fündig werden dann muss man sich Einblick in die Methodik der Missionierung verschaffen. Und es ist kein Geheimnis, dass die hohen heidnischen Festtage, wenn auch unter anderem Namen und zeitlich etwas verschoben immer noch Bestandteil des christlichen Kalenders sind. Ebenso verhält es sich mit der alten Drachentötersage des Sichfrit auf Basis des Arminius an dessen Stelle die Kirche den Erzengel Michael setzte den man im Mittelalter zum Schutzpatron des Heiligen Römischen Reiches machte dem Otto der Große den Sieg auf dem Lechfeld verdankte und was die Verbreitung seines Kultes auch im Weserraum begünstigte. Michael war Bezwinger des Drachen und somit das christliche Gegenstück zu Sichfrit wie man ihn im Dialekt nannte. Der Michaelskult an der Weser ist historisch betrachtet ein tief verwurzeltes religiöses Phänomen und man kann sagen das überall wo St. Michael drauf steht „St. Sichfrit“ drin steckt und davon existieren insbesondere an der Weser im alten Wirkungsgebiet antik deutscher Geschichte diverse Hinterlassenschaften in Form von Michaelshäusern - Kirchen, Klöstern, Kapellen oder andächtigen Plätzen auf Anhöhungen. Ganz zu schweigen vom Hamburger Michel bzw. vom sprichwörtlichen deutschen Michel stechen im Betrachtungsraum die St. Michaels - oder St. Micheliskirchen in Höxter, in Brakel in Hildesheim, in Göttingen, Nienburg, Würgassen, Holzminden oder Seesen heraus. Heilige Stätten unter denen, möchte man sie auf den Drachentöter beziehen man auch einstige Wodanheiligtümer vermuten darf. Und in der Tat gibt es historische und geografische Bezüge zur Weser region im Kontext zum Wodanskult. Was die Bezüge anbelangt so werden oftmals Orte die mit der Silbe Boden oder Oden beginnen auf ihn zurück geführt. Und nicht nur im Weser fernen Odenwald sollen sich seine Spuren finden lassen, sondern vor allem im Weser nahen Bereich. Ob Bodenwerder, Bodenfelde Bodenstedt oder Bodenhausen schnell steckt man mit einem Fuß in der etymologischen Falle. Das es aber keine sein muss beweist der Ort Bodenhausen bei Habichtswald - Ehlen in Hessen. Das ehemalige Rittergut ist heute eine Gehöftgruppe und man schrieb es noch im Jahr 1074 „Vodenhausen“ bzw. „Vodenhuson“ bzw. um das Jahre 1081 bezeichnenderweise in seiner englischen Schreibweise. Eine Namensentwicklung die den Wandel vom mittelniederdeutschen bzw. althochdeutschen „V“ hin zum späteren „B“ verdeutlicht, sodass man annehmen darf, dass sich auch die zuvor genannten Worte mit „V“ statt mit „B“ schrieben. Ab dem Zeitpunkt als die Legionen nach 30 Jahren Krieg Germanien über den Rhein verließen endete für ihre Zivilisation schlagartig die Bedrohungslage. Aber fortan fühlten sich alle Stämme durch diesen Sieg was infolge des Rückzuges deutlich wurde ermutigt und empfanden sich miteinander gestärkt und verbunden. Man behielt aber auch in Erinnerung, wem man diesen militärischen Erfolg zu verdanken hatte und das einstige Feindbild  wich einem sich gegenseitigen beäugen. Es begannen sich die Verhältnisse innerhalb der Stämme und Völker zu verschieben manches löste sich was die Entstehung neuer Zusammenschlüsse begünstigte aus denen Machtblöcke wurden. Die nachgermanische Welt und ihre Gesellschaftsordnung trat in eine Phase der Neuorientierung und Konsolidierung in der die Begehrlichkeiten wuchsen vom römischen Leben profitieren zu wollen und der ewige Wunsch nach besseren Lebensbedingungen begann sich auf die Eroberung neuer Siedlungsgebiete zu konzentrieren. Im Sinne dieser Theorie war es die "Allianz der Hermionen" die damals den Abwehrkampf aufnahm und man war der Fürstenfamilie der Wälsungen zu Dank verpflichtet. So erkannte das kollektive Gedächtnis auch in Odin den Mann, der aufgrund seiner einstigen Autorität für alle zur Identifikationsfigur wurde, hinter der man sich versammeln konnte und griff auf ihn den legendären Gründervater und seine Fähigkeiten zurück die er an seine Nachkommen vererbte, sodass ihn seine Anhängerschaft zwar unsterblich werden ließ, aber keinen Gott aus ihm machte.  Ein angeborenes menschliches Verhalten sich von höherer Führung Stärke und Erfolg zu erhoffen. Im Zuge der Schlacht auf dem Lechfeld 955 wurde das Verlangen wieder deutlich als man christlich beseelt unter der Flagge des Erzengels Michael in den Kampf zog.  So hatte sich eine Erinnerungskultur etabliert, ganz so wie man es wieder einige Generationen später mit dem Kyffhäuser hielt unter dem ein unsterblicher Kaiser Barbarossa weiter lebte und in einen Mythos mündete. So bleibt uns praktisch nichts anderes übrig als den Fakten Beachtung zu schenken, dass sich auf die Region Ostfalen vieles konzentriert was in frühdeutscher Zeit teils als Sage seinen Anfang nahm und als Geschichte endete. Aber es ist festzustellen, dass Geschichtsforschung obwohl Wortgleich nichts mit dem Erzählen von Geschichten zu tun hat, oder etwa doch ?
(13.01.2026)

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Sonntag, 28. Dezember 2025
Dialekte lügen nicht. "Ostfälisch war die Sprache der Cherusker".
Anzumerken ist, dass auch die Sprache der Cherusker nur ein Glied von vielen in einer Kette zahlreicher Sprachumbrüche innerhalb einer Jahrtausende langen Entwicklungsgeschichte war, sodass sich auch das heutige Ostfälisch so wie es in der Region gesprochen wird in dem sie einst sesshaft waren nur als ein dialektisches Endprodukt bezeichnen lässt. So bleibt es dem Leser überlassen, ob er dieser vereinfachten Darstellung im Grundsatz zustimmen kann. Möchte man die keltischen Einflüsse außen vor lassen so ist zu erwarten, dass unter den Engern immer noch die Nachfahren der Bruktuarier und Cherusci lebten. Darüber hinaus gehört es zum Wesen jeglicher Wohnsitzverlagerungen, dass sich die Sprachen und Dialekte der ansässigen Bevölkerungsgruppen dem anpassen, sie aber ihre eigenen nicht gänzlich aufgeben. Noch bevor die Karolinger 775 nach Osten vorstießen und die fränkischen Chronisten in diesem Zusammenhang erstmals ein „Westfalaos“ erwähnten, gelangte Karl der Große bereits im Jahre 772 von Worms kommend in den äußerten Süden des Feindeslandes, eroberte zunächst die Eresburg, überschritt dann die Diemel und betrat das Land der Engern, das sich „Angaria“ nannte. Man kann davon ausgehen, dass sich die von den Franken als Falen bezeichneten Menschen mit den Engern in militärischer Hinsicht verbündeten, obwohl sie sich unter den Engern vielleicht auch wie Fremde im eigenen Land gefühlt haben könnten und sich ihre Eigenheiten bewahrt hatten. Die Engern waren ein Volk, in dem die konsequent vorgehenden Franken aus alter Tradition heraus einen sächsischen Teilstamm erkennen wollten mit dem sie sich für die Zeiten üblich weder auf ethnische Weise näher befassen wollten, noch daran interessiert waren sich mit ihrer Abstammung zu beschäftigen da für sie der Eroberungswille erste Priorität hatte. Da die Engern die Landschaften der einst von „Cherusci - Falen“ bzw. „Bruktuarier - Falen“ bewohnten Gebiete nicht völlig durch siedelt hatten, kamen die Franken in eine Region in der sowohl engrische Gaufürsten als auch noch die der eingesessenen Volksgruppen das Sagen hatten. Bevor sich dieses Kapitel mit den von den „Angrivarier - Engern“ geschaffenen neuen Realitäten und ihren unterschiedlichen Einflusssphären und Auswirkungen in ihrem neuen Land „Angaria“ südlich des Wiehengebirges befasst, darf man die Feststellung wagen, dass die allgemein in Gebrauch befindliche kartographische Darstellung die man für das Land der Angrivarier/Engern hält einem Konstrukt artiges Gebilde gleicht, das auf überholten historischen Vorstellungen beruht die heute nicht mehr haltbar sein sollten. Es wirkt auf seltsam undefinierbare Weise wie der fiktive Versuch diesem Volk ein erdachtes Wohngebiet zuweisen zu wollen, ohne sich zuvor mit den historischen Gegebenheiten Germaniens plausibel auseinander gesetzt zu haben. Ein zu oberflächlich erarbeitetes Erzeugnis, das vor den Augen der heutigen Fachwelt keinen ernst zunehmenden Bestand haben sollte da es eine zusammen hängende Region vorgaukelt in der einst das angrivarische Grossvolk existiert haben soll und das man besser dem schulischen Umlauf entnehmen sollte. Es wurde ein Landstrich skizziert, der von der dänischen Grenze bis Nordhessen reicht und den Anspruch erhebt im Jahr 1000 das Wohngebiet der Angrivarier/Engern gewesen zu sein. Ohne zu zucken und bar jeglichen Wissens bezog man Städte wie Bremen und Hamburg mit ein was die große Unsicherheit innerhalb der Forschungslandschaft noch zusätzlich unterstreicht und selbst bei Verden an der Aller im Sturmigau gelegen sind sich einige Historiker unschlüssig. Aber eine der Unregierbarkeit ausgelieferte Darstellung, die der eines "Lotharingien" ähnelt wird es nicht gegeben haben. Neuzeitliche Überlegungen verdeutlichen, dass sich innerhalb dieser als ungesichert zu bezeichnenden Struktur aufgrund der erheblichen Distanzen weder eine kulturelle Verbundenheit bzw. Kommunikation noch Formen von Zusammengehörigkeit entwickeln konnten. So dürfte es im nördlichen küstennahen Teil friesisch, chaukisch bzw. saxonisch geprägte Kleinstämme gegeben haben deren Namen nicht überliefert sind und die sich nicht als Angrivarier definierten. Orientiert man sich an dem Jahr 775 in dem die Franken militärische Fakten schufen, dann soll sich damals der Hauptort der Engern am Ort der einstigen Gauburg Alt – Bückeburg im heutigen Obernkirchen befunden haben. Ein Befestigung wohlweislich nördlich des Wiehengebirges gelegen die sich aufgrund der aus dem 12. Jahrhundert überlieferten Sprachgrenze noch im ursprünglich angrivarischen Kernland befand. Die letzte Ruhestätte von Herzog Widukind hingegen, der obwohl er als westfälischer Edeling und Gaufürst in die Geschichte einging, aber auch mit Engern in Verbindung gebracht wird, soll sich südlich des Wiehengebirges im Ort Enger befunden haben wo man sich nicht mehr im angrivarischen bzw. südniedersächsischen Dialekt unterhielt, sondern ostwestfälisch sprach. Wenn uns die Überlieferung nicht täuscht lässt sich daraus schließen, dass er bereits der Region entstammte in dem sich das Volk der Engern etabliert hatte, sodass Widukind sowohl angrivarische Wurzeln gehabt haben könnte als auch Nachkomme der „Cheruskerfalen“ bzw. „Bruktererfalen“ gewesen sein könnte die dort vor der engrischen Ausdehnung siedelten. Von der einstigen angrivarischen Gaufestung Alt – Bückeburg bis zur Südgrenze des von Engern besiedelten Gebietes etwa auf der Höhe der Eresburg an der Diemel beträgt die Entfernung rund 90 Kilometer. Da die Engern in keine unbewohnten Regionen vorstießen sind insbesondere aufgrund der Distanz Zweifel angebracht, ob die Engern dieses ihnen zugeschriebene Territorium vollumfänglich durch siedelt hatten. So darf man annehmen, dass es im Zuge ihrer Landnahme innerhalb der von den Vorvölkern besiedelten Gebiete zu unterschiedlichen Gebietsaufteilungen und wechselnden Zusammensetzungen bzw. Mehrheitsstrukturen kam. Nur die Engern im Visier gehabt stießen die Franken in diese jedoch von unterschiedlichen Gruppen bewohnten Landschaften vor um deren Widerstand zu brechen. In Ostfalen, dass im Mittelpunkt dieser Betrachtung steht unterwarfen sich den Franken und das offensichtlich kampflos die Ost – Falahis an Oker und Fuhse wo ein Aufeinandertreffen mit der Übergabe von Geiseln endete. Überliefert ist aber auch, dass sich danach Teile von ihnen in den engrischen Bukkigau, also die Region um Bückeburg abgesetzt haben sollen um dem weiteren Geschehen zu entgehen, „pagus quem dicunt nomine Bukki“. Aus der Region Oker/Fuhse kommend steuerte Karl der Große den Kriegsschauplatz bei Lübbecke an und passierte zuvor das Territorium der Engern die den Franken und das vermutlich im besagten alten Hauptort Alt – Bückeburg ebenfalls Geiseln stellten, wobei auch in diesem Zusammenhang keine Kämpfen erwähnt werden. Es war eine Geiselübergabe, die im Hinblick auf die bereits drei Jahre zuvor im Jahr 772 vermutlich bei Herstelle erfolgte, Fragen aufwirft. Dies rechtfertigt Annahmen die darauf hindeuten, dass es entweder eine Machtaufteilung in Süd - bzw. Nordengern innerhalb des engrischen Fürstenhauses gab, oder es keine Engern, sondern es im Südosten Ostfalen waren die den Franken 772 an der Weser ihre Geiseln übergaben nachdem Karl der Große den Ort ihres Vorfahren Irmin zerstört hatte. Um den Fortgang des Feldzuges zu vervollständigen zog der König 775 weiter nach Lübbecke dem einstigen „Hlidbek“. In diesem Zusammenhang erwähnen die fränkischen Reichschroniken das hochdeutsche Wort „Bach“ in Form von Lidbach und nicht die niederdeutsche Schreibweise „Bek“. Dort kam er Teilen seiner Krieger zu Hilfe, die er zuvor wie man vermutet unvorsichtigerweise von seiner Hauptmacht getrennt hatte. Es wurde daraus ein aus sprachhistorischer Sicht denkwürdiger Vorstoß in Richtung Westen, da in diesem Jahr 775 bei Lübbecke erstmals der Name „Westfalen“ fiel. Die französische Nationalbibliothek kam daher auch dem Ansinnen des Landschaftsverbandes Westfalen – Lippe nach und leite anlässlich der 1250 Jahrfeier ausnahmsweise für vier Monate die Original Handschrift nach Paderborn aus. Nach ihrer Ersterwähnung in der Schreibweise „Falchovarii“, einem Namen der erstmals zu Beginn des 5. Jahrhundert in einem spätrömischen Handbuch als oströmische Auxiliareinheit geführt wurde, zu dieser Zeit jedoch schon auf eine ältere Entstehungsgeschichte geblickt haben dürfte, „betrat der Name“ auch erstmals den Boden ihrer Herkunft. Einer Handschrift in der Schreibweise des 9.Jahrhundert ist zu entnehmen, dass man das Urwort von Westfalen wie es sich aus der Handschrift entziffern lässt noch nicht mit einem „W“ am Anfang, sondern mit dem germanischen „doppel – u“ dem englischen “double-u“ schrieb. Während sich die ersten Buchstaben des „Urwortes“ zweifelsfrei als „uuestfal“ buchstabengetreu gut lesen lassen, wirken die zwei sichelartigen Darstellungen zwischen „uuestfal“ und den Buchstaben „os“ zunächst unklar. Erst im Kontext mit anderen lateinischen Worten lässt sich dahinter ein „a“ erkennen, so dass daraus das Wort „Westfalaos“ deutlich wird. Ein Wort, dass sich auf den ersten Blick wie „uuestfalccos“ liest.

Der gesamte Verlauf in dem das Wort fiel liest sich in lateinischer Sprache wie folgt:

Et inde revertente praefato rege, invenit aliam partem de suo exercitu super fluvium Wisora continentes ripam, quam iussi fuerant. Saxones cum ipsis pugnam fecerunt in loco, qui dicitur Lidbach, et Franci Deo volente victoriam habuerunt, et plures ex ipsis Saxones occiderunt. Hoc audiente domno Carolo rege, iterum super Saxones cum exercitu irruens et non minorem stragem ex eis fecit et praedam multam conquisivit super „UUESTFALAOS“ et obsides dederunt sicut et illi alii Saxones. Et tunc obsidibus receptis et praeda multa adsumpta et per ter stragia Saxonum facta supradictus domnus Carolus rex ad propria reversus est auxiliante Domino in Franciam.

Und ins Deutsche übersetzt:

Als der König zurückkehrte, fand er einen Teil seines Heeres am Ufer der Wisora ​​vor, wo es, wie befohlen, Stellung bezogen hatte. Die Sachsen kämpften bei Lidbach gegen sie, und die Franken errangen, so Gott will, den Sieg und töteten viele Sachsen. Daraufhin zog König Karl der Große mit seinem Heer erneut gegen die Sachsen und richtete unter ihnen ein ebenso großes Gemetzel an. Er erbeutete reiche Beute von den Westfalen und stellte, wie auch die anderen Sachsen, Geiseln. Nachdem er die Geiseln erhalten, reiche Beute gemacht und drei Massaker an den Sachsen verübt hatte, kehrte König Karl der Große, so Gott will, ins Frankreich zurück.

In den Quellen deutlich hinterlegt ist, dass sich die Kämpfer aus den Reihen der „Westfalaos“ bei Lübbecke auf engrischem Territorium befanden und sich zudem nördlich des Wiehengebirges aufhielten. So geht die Geschichtsforschung davon aus, dass es sich bei den Gegnern die Karl den Großen dort in Bedrängnis brachten um Falen handelte, die westlich bzw. südwestlich von Lübbecke siedelten und den fränkischen Heer den Rückweg durch ihre Wohngebiete erschweren wollten. Hinweis gebend dafür, dass es sich bei diesen „Westfalaos“ um die einstigen Brukterer handelte und das Falen und Engern wechselseitig und nicht geschlossen operierten. Auch die Literaturstelle, wonach sich die Westfalen ohne erkannt zu werden zeitweise ins fränkische Heer mischen konnten geistert förmlich durch alle historischen Interpretationen und verdeutlicht, dass die Umstände bei Lübbecke weitgehend im Dunklen liegen. Deutlich wird dabei aber die dialektische Nähe zwischen den ripuarischen Rheinfranken und den unmittelbar an sie grenzenden Falen. Und obwohl es auch bei Lübbecke wo sich die Franken auf engrischem Territorium Gefechte mit den „Westfalahis“ lieferten und es zu Geiselstellungen kam bei denen es sich aber auch um Gefangene gehandelt haben könnte, die man als Geisel bezeichnete, soll es den fränkischen Annalen zufolge nur zu einem unbefriedigenden Verhandlungserfolg gekommen sein denn sie berichten, dass der Vertrag für die Franken von Nachteil war. Dies klingt danach, dass sich die westlichen Falen einer umfangreicheren Kapitulation entziehen konnten. Eine gänzlich Unterwerfung der westlich der Engern siedelnden Westfalen lässt sich folglich im Verlauf des Jahres 775 nicht nachweisen. Da keine Quelle Aussagen darüber enthält, wo sich wie auch bei den „Ostfalaos“ der oder die Hauptorte der „Westfalaos“ befanden, muss man sie wohl da suchen wo die germanischen Stämme sie innerhalb ihrer Gaustrukturen hinterlassen hatten. Ein Widukind der unter diesen Bedingungen das Unterfangen einging und sich aufschwang die Interessen aller vertreten zu wollen und den Engern und Westfalen für sich beanspruchten wird in seiner Zeit kein leichtes Spiel gehabt haben. Der Feldzug von Karl dem Großen der 772 begann ließ ihn örtlich begrenzt nur in den unteren Rand bzw. Einflussbereich der Engern und Ostfalen eines später Angaria genannten Landesteils eindringen. Mit einer unbekannten Zahl an Kämpfern brach er zuvor in Worms auf wobei sein Kontingent schwächer gewesen sein könnte als vermutet, da der fränkische Adel um diese Zeit einem größeren Vorhaben noch zögerlich gegenüber stand. Langlebige Errungenschaften soweit es sich auswerten lässt blieben überschaubar und möglicherweise musste nicht nur der Klerus den Feldzug höher bewerten als er es war um ihn gegenüber den Skeptikern nicht wie eine entbehrliche Aktion aussehen zu lassen. Da wirken nach der Eroberung der Eresburg, die nach seinem Abzug schnell wieder in engrische bzw. fälische Hände überging, die übertriebene Darstellung zur Niederlegung der Irminsul bzw. die damit verbundene spiritistische Überhöhung auf einen fiktiven gottähnlichen Kultplatz gestoßen zu sein im Zusammenhang mit der Geiselstellung wie der letzte Ausweg um den Schein eines Erfolgs zu wahren. Zur regionalen Bestimmung ist überliefert, dass sich die aus weitaus älteren Zeiten datierende Eresburg im Jahr 772 auf engrischem Territorium befand. Sie lag damit im äußersten südwestlichen Teil einer Region in der auch noch die alteingesessenen Bewohner aus den Zeiten vor dem Zuzug der Engern lebten, aber von den Franken nicht als solche wahr genommen wurden. Den zugezogenen Angrivarier/Engern war die historische Bedeutung die die Irminsul für die ansässige ostfälische Bevölkerung hatte nicht bewusst und selbst unter ihnen war sie nach den vielen Jahrhunderten verblast und längst nicht mehr Bestandteil ihrer stammesgeschichtlichen Rückbesinnung an die einstigen Ereignisse. Das änderte sich erst als eine Abschrift der Tacitus Annalen im 9. Jahrhundert nach Corvey gelangte und zunächst den Mönchen die Zusammenhänge zur Varusschlacht auffielen. Diesen Schriften ist die Erkenntnis zu verdanken, dass die Schlacht einst vor dem Borlinghauser Eggeanstieg dem vermeintlichen „Teutoburgiensi saltu“ endete, sodass auch die Klarheit darüber wuchs was es mit den diversen rätselhaften Bodenfunden auf sich hatte die sich aus der römischen Epoche angehäuft hatten. So kehrten die zur Sage gewordenen Erinnerungen zurück und stießen auf realen Boden. In der Erwartung, dass man hier dem gegnerischen Widerstandes das Rückgrat brechen konnte, zerstörte man diesen allen bekannten überregionalen Thingort, der in den folgenden Jahrhunderten vermutlich nur noch die Funktion eines landläufigen und eher profanen Versammlungsplatzes inne hatte. Und es passte gut ins Kalkül der Franken, die ihn als ein religiöses Zentrum heidnischen Treibens verstanden wissen wollten. Der Recherche zufolge gelangte Karl der Große dort hin nach dem er sich von der Eresburg kommend an der südlichen Grenze des Feindeslandes vor getastet hatte um dann nach Nordosten zu schwenken wo er nach etwa 20 km nahe Borlinghausen nach dieser Theorie auf den besagten Kultplatz stieß. Eine Stätte von wo aus man über die Egge zum Sintfeldplateau gelangte und von wo aus der König auf direktem Weg die antike Verkehrsverbindung nutzend an die Weser weiter zog wo sich vermutlich der oder ein Hauptort seiner Feinde befand. Eine Region die wie der gesamte Nethegau dialektisch noch stark ostfälisch und damit cheruskisch geprägt ist, sodass die Verhandlungspartner der Franken keine Engern gewesen sein dürften. Aber mit dieser handstreichartig wirkenden Aktion ließ sich ein Exempel statuieren, das sowohl der Förderung des christlichen Leitbildes diente als auch seinen politischen Zweck erfüllte. Zwei historische Großereignisse wobei es das des Jahres 772 + ohne das des Jahres 9 + nicht gegeben hätte. Man könnte anhand der angrivarischen Vorgeschichte die Schlussfolgerung wagen, dass die Bedeutung des Irminsulgeländes für die aus ihnen hervor gegangenen Engern einen geringeren Stellenwert besaß, als für die regional zur Minderheit gewordene unterschwellige Vorbevölkerung. Ein Umstand mit dem sich erklären ließ, warum in den fränkischen Reichschroniken anlässlich der Niederlegung der Irminsul statt von heftigen Kampfhandlungen nur von einer mäßigen Gegenwehr die Rede ist. Lediglich die fernab verfassten nordhumbrischen Jahrbücher erwähnen, dass die Franken große Verluste erlitten hätten. Verluste die ihnen die Engern gemeinsam mit den Falen aber möglicherweise auch im Zuge der Kämpfe um die Eresburg zugefügt haben könnten wie es auch andere Überlieferungen andeuten und wie es bei Erstürmungen denkbar ist. So hätten diese Verluste auch nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Irminsul gestanden haben müssen. Aufgrund des starken Bezuges zum merowingischen Heristal gilt Herstelle nahe der Diemelmündung in die Weser als Favorit für die Örtlichkeit an der sich die wohl eher die ostfälischen Oberen als die Engern den Franken unterwarfen. Die in der Nähe befindliche Sieburg mit ihrer Namensähnlichkeit zur Syburg verdeutlicht, dass es sich um eine weitere von weitem sichtbare Höhenburg handelte aber wie auch die Eresburg befand sich auch die Sieburg bereits südlich der Diemel, eine Region in der die Hessen bzw. vormaligen Chatten offensichtlich die Befestigungsanlagen ihrer nördlichen Anrainer akzeptierten. Innerhalb der Sieburg die den Adelshof eines Grenzfürsten beherbergt haben dürfte kam es bislang zu keinen Hinweis gebenden archäologischen Untersuchungen über ihre Entstehungsgeschichte. Wir kennen aus fränkischer Feder die Namen Westfalahis, Angariis, Ostfalahis oder Nordalbingier aber keinen umrissenen Landesteil der damit vergleichbar den Namen Saxones getragen hätte was im territorialen Sinne seine Bedeutungslosigkeit erkennen lässt. Ein Hinweis darauf, dass man in Franken den Begriff Sachsen nur als einen pauschalen Oberbegriff betrachtete und ihn für die Gesamtheit einer Bevölkerung anwendete da sie sich unter diesem Name westlich des Rhein besser Angst und schrecken schüren ließ. Da es keinen einheitlichen Sachsenstamm gab war man auch nicht imstande die Wohnsitze eines sächsischen Volkes regional abgrenzen zu können. In den Momenten in denen die Franken diesen Sachsen in unmittelbaren Kampfhandlungen gegenüber standen greifen die Chroniken bevorzugt auf die Namen der Teilstämme zurück. So trafen auf Basis der Quellen die Franken auch 775 wie schon unter Pippin und Karl Martell separate Vereinbarungen immer nur mit den Heerführern der vorgenannten Teilstämme, jedoch nie mit einem charakteristisch oder urtypisch zu nennenden sächsischen Stammesführer was die Gestaltlosigkeit unterstreicht und de facto sogar Zweifel an ihre Existenz im Binnenland erlaubt. So sollte man der Geschichte um die Sachsenkriege vielleicht eher den Namen Falen - bzw. Engernkriege geben. Im vermuteten Ohrum an der Okerfurt, vielleicht aber auch in Werla führten die Franken 775 die Verhandlungen einschließlich Geiselübergabe mit den „Ostfalahis“ unter Hessi die man abwertend auch nur Ostleute nannte, sowie mit mit den Engern bzw. Angariis unter Brun bei Bückeburg. Bei dieser Betrachtung irritiert erneut das Zustandekommen des 772 im vermuteten Herstelle geschlossenen Vertrages in dem sich im Jahr der Irminsulzerstörung wohl eher die Falen zuvor schon bereit erklärt hatten einer Geiselübergabe zuzustimmen. Ein Vorfall der die diplomatischen Qualitäten beider Vereinbarungen in Frage stellt. Und obwohl Herstelle ganz im Südosten des Nethegau in einer Region liegt die man mit Fragezeichen versehen im Verlauf der Zuwanderungen zum Stammesgebiet der Engern rechnete wird dort auch in heutiger Zeit immer noch nicht das ostwestfälische Sprachengemisch sondern das Ostfälische, der Ursprungsdialekt der Cherusker gesprochen.

Der Übersichtskarte zur ostfälischen Sprache lässt sich entnehmen wie umfänglich sich ihre Verbreitung einst und heute immer noch darstellt.




Daraus schließen zu dürfen, das sich die Engern zwei Mal den Franken unterwarfen könnte eine Fehlannahme zugrunde liegen, denn man kann auch dem spekulativen Gedanken folgen, dass in Herstelle der ostfälische Bevölkerungsanteil überwog und ein ostfälischer Gaufürst, der sich von den Engern die ihren Stammsitz im nördlichen Bückeburg hatten unabhängig wähnte, der Geiselstellung zustimmte. So könnte erkennbar werden, dass sich die „ostfälischen Nethegauer“ gegenüber den „Bückeburger Engern“ eine gewisse Selbstständigkeit bewahrt hatten was wieder die Frage aufwirft, inwieweit man die von der Forschung skizzierten Grenzen eines „Großangrivariens“, das auf unnatürliche Weise von der Diemel bis an die Nordseeküste reichen soll als realistisch bezeichnen kann.
So könnte man annehmen, dass sich das Volk der Engern zumindest in ein Mittelengern nördlich des Wiehengebirges und ein Südengern südlich davon aufteilen ließe. Den abgelegenen küstennahen Raum um Hamburg und Bremen bzw. Schleswig - Holsteins in dem unbekannte Stammeszugehörigkeiten bzw. Machtverhältnisse vorgeherrscht haben dürften noch als engrisch anzusprechen erscheint abwegig. Es ist naheliegend, dass das Volk jener Engern, die sich Karl dem Großen bei Bückeburg unterwarfen in der Nachfolge jener Angrivariern stand die in den Siedlungsgebieten nördlich des Wiehengebirges sesshaft geblieben waren was auch für die Zeit nach dem 8. Jahrhundert galt, sodass man von ausreichenden Lebensbedingungen ausgehen darf. Die Besiedlungsdynamik der Angrivarier in den Süden und dort in ein zuvor von Cheruskern und Brukterer auch Bruktuarier genannt besiedeltes Gebiet ließ südlich des Wiehengebirges eine aus diesen drei Völkern hervor gegangene Mischbevölkerung entstehen. Man kann auch sagen einer angrivarisch/brukterischen bzw. angrivarisch/cheruskischen in deren Verlauf sich auch das Verhältnis der in den Süden abgewanderten Angrivarier zu ihren im Norden verbliebenen „Nordangrivariern“ änderte, die ihre Wohngebiete oberhalb des Wiehengebirges beibehielten. Bislang nicht hinterfragt wurde die Möglichkeit, dass die Angrivarier auch selbst unter Zuwanderungsdruck küstennaher Stämme geraten sein könnten, was dazu führte, dass sie sich widerwillig nach Süden ausdehnen mussten und daher ihre Vorherrschaft nördlich des Wiehengebirges zugunsten dieser Stämme aufgaben. Unter diesen Voraussetzungen wirkt die Vorstellung noch abstruser, dass man den Engern ein Stammesgebiet zubilligte, dass bis an die dänische Grenze reichte. Wie es die politischen Grenzen bis in die Neuzeit von NRW und NI zeigen hatte der Kamm des Wiehengebirges Grenzcharakter war somit auch maßgeblich für die Ausbreitung bzw. die Wanderbewegungen der Völker und dürfte seit jeher das Verhältnis der Stämme untereinander beeinflusst haben. Wären es auch im Jahre 772 Engern gewesen, die die Geiseln übergaben, dann hätte dies für eine Zweiteilung der damaligen Machtverhältnisse innerhalb der Engernherrschaft gesprochen, denn demnach hatten die Nordengern die Kapitulation der Südengern nicht mit vollzogen, wofür die erneute Geiselstellung 775 sprechen könnte. Ein Vorgang der für die Theorie spricht, dass es Ostfalen waren die sich 772 in Herstelle den Franken unterwarfen, was folglich für die Engern nicht bindend war. Zweifellos kann sich das Gros der Engern 775 auch erst unter Druck genötigt bzw. gezwungen gesehen haben wieder Geiseln stellen zu müssen da man erkannte, dass die Franken an ihren Eroberungsplänen fest hielten was sich 772 für die unter Druck geratenen Stämme noch nicht so deutlich abgezeichnet hatte. 772 waren die Engern in den Nordgauen noch keinen fränkischen Angriffen ausgesetzt, schätzten also die Lage zu Beginn der Sachsenkriege anders ein, da sich ihnen noch nicht die Vehemenz erschloss mit der die Franken ihre Ostfeldzüge voran trieben. Die eigenständige Vorgehensweise bereits 772 einen separaten Vertrag mit den Franken aushandeln zu können spricht für ein autarkes Auftreten der „Nethegau Ostfalen“ und Brun der als Oberhaupt der Engern galt, war unter diesem Aspekt betrachtet an der Geiselstellung des Jahres 772 auch nicht beteiligt. So könnte sich dem auch entnehmen lassen, dass sich 772 zur Verteidigung der Eresburg, als auch der Irminsul den Franken weniger die Engern als viel mehr jene Falen entgegengestellt hatten, die sich mit den Ostfalen verbunden sahen. So ist zu erwarten, dass sich 772 auch keine „Nordengern“ also „Altangrivarier“ zur Unterstützung der Ostfalen in den Süden begeben hatten bzw. begeben wollten da man sich dort noch nicht betroffen sah. So könnte es wie schon im Falle der Varusschlacht an der zu überwindenden Distanz gelegen haben und an der sich auch keine Angrivarier beteiligt hatten, dass sich auch 772 an der Verteidigung der Südgrenze keine Engern eingefunden hatten. Dies schließt aber nicht aus, dass begrenzte Kontingente jener Engern Waffen in die Hand nahmen die bereits im Nethegau sesshaft waren. Die Suche nach den plausibelsten Erklärungen für die Hintergründe und Verhaltensweisen lässt viele Interpretationen und Schlussfolgerungen zu die unbeantwortet bleiben müssen denn oftmals sind es schicksalhafte Verläufe, die zu Weichenstellungen führen und sich entscheidend auf Sieg oder Niederlage auswirken können. Das die Engern in Altbückeburg Geiseln auslieferten, während die Westfalen im nahen Lübbecke nahezu parallel dazu heftigen Widerstand leisteten verdeutlicht den unbefriedigenden Wissensstand über die fragilen Verhältnisse der Zeit. In diesem Fall gilt es auch zu berücksichtigen, dass sich der angrivarische Mensch auch noch nach Jahrhunderten in seiner Wesensart vom keltisch/cheruskisch geprägten unterschied und man nördlich des Wiehengebirges auf die Eggeregion, die fruchtbare Warburger Börde samt der prähistorischen Grenzfeste Eresburg und der fälischen Kultstätte Irminsul einen völlig anderen Blickwinkel hatte. So könnte es an dieser nach Süden kontinuierlich zunehmenden fälischen Bevölkerungsmehrheit gelegen haben, dass es die Engern ihnen überließ, sich am Südrand selbst verteidigen zu müssen , sodass die ausbleibende Unterstützung den Franken in die Hände spielte. Die Falen erkannten frühzeitig, dass die Franken 775 mit einem großen Aufgebot dieses Mal von Düren kommend anrückten, Zeit genug sich vorzubereiten. Die Erstürmung der Eresburg zwang die Engern und Falen erneut sich verbünden zu müssen, aber es gelang ihnen nicht die Franken empfindlich zu schwächen. Vergessen wir nicht, dass Chlodwig I Sugambrer war deren Siedlungsgebiete nördlich der Ruhr aber auch östlich der ubischen Wohngebiete bis Brilon und an die Sieg heran gereicht haben könnten, sodass noch zu viel fränkischen Blut in fälischen Adern floss wodurch sie sich in ihrer Gegenwehr in machen Regionen gehemmt gesehen haben könnten. Das es den westlichen Falen im Zuge der Kämpfe um die Sigiburg schon nicht gelang die Streitkräfte der Franken zu dezimieren geschweige aufhalten zu können und sie unbehelligt bis an die Diemel weiterziehen ließ wo sie auch von Falen und Engern an der Eresburg nicht geschlagen werden konnten und auch die östlichen Falen keinen nennenswerten Widerstand leisteten spricht für einen erheblichen Mangel an Geschlossenheit wenn nicht sogar für Sympathie was sich schon 28 Jahre vor der Schlacht an der Brunsburg zeigte, als sich ostfälische Krieger den Franken unter Karl Martells Sohn Grifo anschlossen. Vielleicht ist es aufgrund gemeinsamer Dialekte ein Hinweis darauf, da sich ihre gemeinsamen Ursprünge zu stark ähnelten, zumal der ripuarische Teil östlich des Rhein an die fälischen Wohngebiete grenzte. Es wird deutlich, dass sich unter jenen Angrivariern die im Zuge ihrer Einwanderungen in die cheruskisch/brukterischen Landschaften südlich des Wiehengebirges gegenüber ihren nördlichen Stammesangehörigen ein verändertes Selbstverständnis einstellte. Man begann sich den neuen Verhältnissen anzupassen, ihre Denkweise zu ihren neuen Mitbewohnern wich einer pragmatischen Einstellung, es stellte sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl ein und man übernahm gegenseitige Traditionen. Obwohl sich noch ein unerklärbarer Funken an Ursprungserinnerungen erhalten haben könnte versperrten doch Nebel der Jahrhunderte sowohl unter den Engern als auch den Ostfalen den Blick auf die einstige Bedeutung der Irminsul, entwickelte sich zu einem von allen genutzten Thingplatz und könnte in seiner Funktion als Kultort beispielgebend für ein Zusammenrücken gewesen sein. Aber kein Exkurs in die Geschichte um den Verbleib der Cherusker die man nun Ostfalen nannte ohne an jene Kultstätte zu erinnern deren Lage wie die Indizien auffällig bestätigen mit dem Endpunkt der Varusschlacht korrespondierte und die sich nun im 8. Jahrhundert wenig zentral und ungünstig gelegen im äußersten Süden des engrischen Stammesgebietes im gefährdeten Grenzgebiet zu dem von Franken beherrschten Hessen wieder fand. Deutlicher lässt sich nicht zum Ausdruck bringen, dass die Irminsul ihren Ursprung in älteren Zeiten hatte. Denn eine so bedeutsame Kultstätte, hätte sie nicht im Einklang mit der historischen Vorgeschichte der Varusschlacht gestanden, wäre wohl andernorts entstanden. Aber nicht da, wo sie sich gegenüber von Süden oder Westen anrückenden feindlichen Mächten nahezu schutzlos präsentierte zumal sich dort auch Wertgegenstände befunden haben sollen die zu Raub und Zerstörung nahezu einluden. Sie war dem Endpunkt der Varusschlacht geschuldet und ihr Standort war zu dem Zeitpunkt als man den Stamm als Gedenkstätte aufrichtete und noch lange danach sicher. Die Säule bedurfte daher auch keiner exponierten etwa mit Wällen oder Palisaden gesicherten Lage, sodass man sie sorglos und ungeschützt auf einer mäßigen Anhöhe platzieren konnte und sie befand sich auch nicht inmitten einer bewachten Befestigung auf einer Kuppe oder in beschwerlich erreichbarer Hanglage. In der Landschaft kennzeichnete sie den markantesten Endpunkt der Varusschlacht und dort sollte sie auch bequem erreichbar sein. Ein Ort den man aufgrund seines Bekanntheitsgrades später für regionale und überregionale Zusammenkünfte nutzte bevor die Franken dahinter heidnisches Treiben sehen wollten. Da sich in der letzten Kampfphase das Zuggeschehen des Jahres 9 + am prähistorischen Haar bzw. Bördenweg noch vor dem Einstieg in den „Teutoburgiensi saltu“ zusammen ballte, sich konzentrierte bzw. an ihm orientierte wurde sie auch unweit davon errichtet. 800 Jahre später hatten sich die territorialen Machtverhältnisse gänzlich verschoben, sodass in diesen Zeiten die Fähigkeit, vor allem aber der Wille das Gelände der Säule, das sich nicht mehr so zeigte wie einst zu verteidigen. Sowohl unter den Falen als auch unter den emotional weniger mit dem historischen Erbe verbundenen Engern dürfte die Bereitschaft dazu abgenommen haben. Der schon in prähistorischen Zeiten bedeutsame Knotenpunkt am Weserübergang der schon für die römischen Imperatoren in Brücken armen Zeiten das klassische Einfalltor nach Osten darstellte hatte seine militärische Bedeutung auch im Zuge der Sachsenkriege nicht verloren. Dort wo die Nethe ihr steiniges Geschiebe in der Weser absetzte und einen seichten Übergang über sie ermöglichte war für die umliegenden Stämme der richtige Ort um sich den Franken entgegen zu stellen. Die Region wo der Hellweg, der später Deitweg hieß die Weser querte und sich seit vorgeschichtlichen Zeiten ein prosperierender Handelsplatz nahe der Furt befand, war später auch prädestiniert um dort den Bau der Reichsabtei Corvey anzugehen, deren Grundstein schon 18 Jahre nach dem Ende der Sachsenkriege gelegt wurde. Hinweis gebend für den hohen Stellenwert dieser Passage ist die Tatsache, dass dort schon 1115 die erste Brücke über die Weser existierte. Die damals einzige und letzte bevor sie in die Nordsee mündete. Die Reichsabtei Corvey die sich zur Herzkammer religiös geprägter Geisteswissenschaften entwickelte verdankte ihren Standort auch den dort immer noch vorhandenen territorialen und labilen Ansprüchen aus germanischen Zeiten, den damit verbundenen umkämpften Außengrenzen, ihren Traditionen und überkommenen Privilegien. Erkennbar und nahezu deckungsgleich erscheinen sie bei der Betrachtung des „pagus Auguensis“. Obwohl sich die Wissenschaft mangels schriftlicher Zeugnisse darauf verständigt hat ihn als mittelalterlich einzustufen, dürfte er aufgrund seiner Namensgebung und Schreibweise auf eine weitaus ältere Entstehungsgeschichte zurück blicken. So könnte der Name „Pagus Auguensis“ noch auf einer altlateinischen Wurzel ruhen, aus der sich nach der Jahrtausendwende zunächst der Name „Auganagavvi“ = „Augana – Gau“ und der später „Augau“ genannte Gau entwickelt hat und seine uns überlieferten Außengrenzen verraten seine mindestens frühmittelalterliche Herkunft. Germanische Gaudistrikte endeten oft an Fließgewässern, insbesondere an größeren wie dem der Weser, aber der „pagus Auguensis“ beanspruchte nach alter Stammestradition noch einen Landstreifen am rechten Ufer des Flusses und zudem einen Bereich der sich bis in den Solling hinein zog. Regionen die wie der Nethegau einst zum Siedlungsgebiet der Cherusker gezählt werden. So trug man dem unter fränkischer Hoheit Rechnung und weitete den Augau den ursprünglichen Bedürfnissen aus vorfränkischer Zeit folgend auf einen östlich der Weser befindlichen Bereich aus, der sich noch bis in die Waldregion des Solling und in Richtung Lauenförde reichte. Westlich der Weser umfassten die Grenzen des „Pagus Auguensis“ noch den Ort Bosseborn das einstige Bossesburium sowie Ovenhausen wo sich bis heute ebenfalls die ostfälischen Dialektrelikte gegenüber dem ostwestfälischen behaupten können was auch hier die ursprünglich cheruskische Besiedelung verdeutlicht. Trotz eines ostfälischen Dialekteinflusses sowohl westlich als auch östlich der Weser was nicht für eine Intensität engrischer Besiedelung spricht war man, zumal dieser im frühen Mittelalter noch weitaus ausgeprägter gewesen sein dürfte zu Zeiten Ludwig des Deutschen der Auffassung den „pagus Auguensis“ zu Lasten des ostfälischen Bevölkerungsanteils dem Territorium der Engern zuschlagen zu können und es setzte sich zum Nachteil der ostfälischen Diözese Hildesheim der Gebietsanspruch der ostwestfälischen Diözese Paderborn durch. Und noch bis heute macht sich auch unter den Menschen in den Gauen links der Weser, wie dem Nethe Gau, dem Thiliti oder dem Weti Gau die in „Angaria“ also Engern aufgingen der deutliche ostfälische Spracheinschlag der cheruskischen Mundart bemerkbar. Der sich unter der Einwanderung der Angrivarier südlich des Wiehengebirges entwickelnde ostwestfälische Dialekt nahm die Spracheinflüsse der brukterischen und cheruskischen Bevölkerung auf, ließ aber am östlichen Rand noch einen breiten ostfälischen Dialektstreifen zu der sich deutlicher den Cheruskern zuordnen lässt und aufzeigt wie weit einst das cheruskische Territorium nach Westen ausgriff. Um den neuen klerikalen Anforderungen und Ansprüchen gerecht zu werden bzw. die Landschaften verwalten zu können orientierte man sich naheliegenderweise an den gewachsenen althergebrachten Gauabgrenzungen wie sie die germanischen Stämmen und Völker teils schon in vorchristlicher Zeit vorgegeben hatten. Zweifellos wie alles maßgeblich vom karolingischen Kaiserhaus beeinflusst wurde, sprach man wie sich den Grenzen der Diözese Verden möglicherweise entnehmen lässt etwa den Bardengau zu, in dem man u.a. die Nachfahren der Langobarden zusammen fasste, während man versuchte innerhalb der Diözese Minden den engrischen aber auch den „urangrivarischen“ nicht abgewanderten Bevölkerungsanteil zusammen zu fassen und in der Diözese Hildesheim den cheruskischen folglich ostfälischen abzudecken. Der Diözese Paderborn ordnete man die Gebiete zu, die sich vor den angrivarischen Einwanderungswellen Brukterer und Cherusker teilten und trat einen westlichen von Brukterern besiedelten Teil etwa ab Bad Waldliesborn der Diözese Münster ab. Die Diözese Hildesheim umfasste im wesentlichen die Regionen zwischen Weser und Oker in denen der ostfälische Dialekt noch heute unüberhörbar vorherrscht und wo Menschen lebten die sich seit Jahrhunderten als Stammesgenossen verstanden. Auch wenn man im Zuge der Mission - und der damit verbundenen Herstellung neue Verwaltungsstrukturen schuf um die Mission zu erleichtern sollte und dafür auch gewachsene Gaudistrikte östlich der Weser aus Ostfalen heraus trennte und zu Engern schlug und dies auch mit dem „Nethegau“ dem „Auguenser Gau“ und anderen links der Weser tat, so muss offen bleiben inwieweit diese Regionen damals überhaupt von eingewanderten Engern als Siedlungsland genutzt und von ihnen durchdrungen wurden. So darf man annehmen, dass die vorherrschende Bevölkerungsdichte die Intensität ihr Besiedelung beeinflusste und Regional zu Sättigungen bis zum Stillstand führte und sich insbesondere auf die Randzonen auswirkte wo sie eher eine Minorität bildeten. Um die Einflusszonen der Diözese Hildesheim zu beschränken ist es auch denkbar, dass die Gebietsverlagerungen in den rechts der Weser von Ostfalen bewohnten Gebiete zu Gunsten der „Engerndiözese“ Paderborn zu Konflikten mit der Diözese Hildesheim geführt haben könnte. Die von Cheruskern ab dem mittleren Wesertal über Hildesheim, die Leine hinaus bis zur Oker besiedelten Gaue galten als das einstige Kerngebiet der Cherusker, das die Franken „Ostfalai“ nannten während sie westlich davon liegenden Gaue obwohl teils auch von Cheruskern besiedelt den Engern zuschrieben. Der zu Beginn des 9.Jahrhundert unter fränkischer Akzeptanz regierende Graf Bernhard, den man einen Sachsen nannte stand in der Tradition der Cheruskerfürsten. Seine Besitztümer reichten bis nach Hameln und an die Saale und er ermöglichte die Gründung des Klosters Corvey in dem er Teile seiner Ländereien die sich im „Auguenser Gau“ innerhalb von Brenkhausen, Albaxen, Lütmarsen und Godelheim befanden an den Sohn Karls des Großen abtrat. So entstand an der westlichen Pforte ins einstige Kernland der Cherusker ein Bollwerk der Christenheit und man errichtete es nahe der Brunsburg, einer Herzkammer des Widerstandes. Wohl im Wissen um die heikle Lage nannte man den westlich der Weser liegenden Teil des Auguenser Gau im Jahre 823 erstmals „Marca Huxori“. Ein Hinweis darauf, dass sich die Region als Grenzmark verstand was ihre strategische Bedeutung unterstreicht. Man sah sich auf der linken Weserseite von wo aus man den Missionsgedanken nach Osten tragen wollte in sicherer Lage und nutzte die Vorteile dieses Standortes, der schon unter Kaiser Augustus favorisiert wurde. Waren es zu Varuszeiten als Rom die wie für die Ewigkeit gedachten steinernen Gebäude hinterließ, die 823 noch standen und hinter denen man sich vor den angilischen Sueben schützen wollte, die sich auf römischen Druck hin vom Niederrhein nach Osten nördlich des Harzes abgesetzt hatten. Möglicherweise erkannte man im 9. Jahrhundert nicht nur die Unberechenbarkeit der Völker unmittelbar östlich des Weser, sondern auch die heikle Lage gegenüber den slawischen Regionen östlich der Elbe. So befand sich das heutige Höxter der einstige cheruskische Handelsplatz dessen Namensherkunft Rätsel aufgibt, nicht erst seit den letzten Tagen des II. Weltkriegs im Brennpunkt strategischer Konflikte. Der Buchstabe X wie er aus dem Wort Höxter spricht und das „gs“ ersetzt hat, wird im deutschen Sprachraum erst seit der Übernahme des lateinischen Alphabets verwendet und gelangte erst um das Jahr 700 über die lateinische Literatur an die Weser. So schrieb man den Namen Höxter in der Zeit davor, als man noch nach der Sprechweise und nicht der Schreibweise ging folgerichtig auch so aus wie er über den Namen „Villa Hugseli“ überliefert ist. Und so nannten sich auch ihre Bewohner noch im Mittelalter die „Hugselienses“. Es war eine Zeit als man auch noch den germanischen Name des Arminius wie Sichfrit aussprach und sich auch hier der „ch“ Laut erst später in ein „g“ verwandelte. Insgesamt rechtfertigt es die Annahme, dass man den vor dem Jahr 700 gesprochenen Dialekt aus dem das ostfälische und ostwestfälische hervor ging noch als spätgermanisch bezeichnen könnte. So darf auch spekuliert werden, dass der Silbe „Hug“ der männliche Name Hugo zugrunde liegt und germanischen Ursprung verrät. Sie steht für Verstand, Geist und Gedächtnis und war ein Begriff der oft im Zusammenhang mit der Person des Odin fällt den der Sage nach zwei allwissende Raben begleiteten von denen einer den Namen Hugin trägt, sodass man auf dieser Basis dem Ort Hugseli eine Entstehung in vorrömischer Zeit zugestehen könnte. Demnach dürfte der Ort Hugseli der sich am Ende des Hellweges unmittelbar an der Weser befand schon vor den Römerkriegen ein bedeutender Handelsplatz der Stämme gewesen sein. Einer Mutmaßung gleich käme jedoch die Annahme aus dem Ortsnamen ließe sich ein Bezug zu den nahe der Stadt liegenden Rabenklippen herstellen, denn vor allem Kehre bzw. Biegung mehr noch als Anhöhe oder Hügel lässt sich mit der Silbe „Hug“ in Verbindung bringen. Der den Engern zugesprochene „Auguenser Gau“ ist eine Landschaft die an Kaiser Augustus erinnert worauf bereits in einem früheren Kapitel eingegangen wurde. Ein Name den die fälische Zunge vereinfacht zum „Augau“ eingekürzt hatte und daher heute davon überzeugt ist, es ließe sich ein Bezug zu einer Auen- also Wiesenlandschaft herstellen, obwohl besagter Augau bis in die Waldlandschaft und in die Höhenlagen des Solling östlich von Höxter reicht. Da man den „Augau“ bzw. „Auga Gau“ im Voralthochdeutschen auch „Auganagavvi“ nannte muss dies, da aus ihm das Wort Gau widersinnigerweise zwei Mal hervor geht irritieren. Denn zum einen wird es in der ersten Silbe „Auga“ gleich „Au Gau“ deutlich und zum anderen in der Endsilbe „gavvi“ die ebenfalls für Gau steht. So hat man möglicherweise später dieser Landschaft der man in antiken Zeiten auch den Namen „Auguensis“ bzw. „Augensis“ gegeben hatte zum Allgemeinverständnis die germanische Silbe „gavvi“ für Gau angehängt aber die Anfangssilbe „Augu“ hatte mit dem Begriff Gau nie eine Gemeinsamkeit. Somit könnte dies den Verdacht erhärten wonach sich der „Auganagavvi“ im Ursprung auf die „Auguensis“ stützt, der Name den man der römischen Provinz gab und mit deren Aufbau Kaiser Augustus einst Varus beauftragt hatte. Eine Bezeichnung die etymologisch mit dem Augstgau am Oberrhein um Kaiseraugst vergleichbar wäre und auf der römischen Stadt „Augusta Raurica“ basiert, die sich 752 „Fini Augustinense“ nannte und die auf vergleichbare Weise 897 in „Ougesgouue“ „eingedeutscht“ bzw. germanisiert wurde womit sie stark dem „Auganagavvi“ ähnelt. Ein Thema das im Zuge dieses Internet Buches bereits im Kapitel „Auguensischer Gau mit der Marca Huxori“ behandelt wurde. Man darf anzweifeln, dass die Franken imstande bzw. willens waren die Dialekte der nach germanischen Bevölkerung die zwischen der Benrather Sprachgrenze und dem Nordrand der Mittelgebirge siedelten unterscheiden zu können. Bewohnern, denen sie die Namen Westfalos und östlich der Weser den Namen Ostfalos gaben. Geschweige denn, dass sie das Abweichende unter den Engern und Falen erkennen konnten, welche Stammes- bzw. Volkszugehörigkeiten für einzelne Siedlungen galten, wenn sich diese in schlecht erreichbaren Regionen befanden, zumal man sich um so weiter man nach Osten gelangte weniger gut verständigen konnte. So erscheinen Grenzziehungen die die fränkische Handschrift tragen insbesondere bezogen auf den Siedlungsraum der Engern fragwürdig, wirken willkürlich, beruhen nicht immer auf den vorherrschenden Dialekten bzw. der angestammten Bevölkerung und wurden aus Gründen gezogen die sich heute nicht mehr erschließen lassen. Erkennbar wird dies auch bei der Betrachtung des Nethegau den man in fränkischer Zeit nicht ohne Grund aufteilte in dem man den Oberen Bördenweg nahe der Grenzfestung Helmern, die einstige Königsstraße die von Borlinghausen zur Weser führte zur Trennlinie erklärte. Dem Bereich südlich davon bis zur Diemel gab man den Namen sächsischer Hessengau um den sächsischen Einfluss einzudämmen, während den Nordteil unter fränkischer Hoheit einheimische Gaufürsten bzw. später Gaugrafen regieren durften. Für den Bereich südlich der Diemel ersann man den Namen fränkischer Hessengau der wiederum den fränkischen Einfluss auf den Hessengau deutlich macht. Alles war insgesamt wohl der Tatsache geschuldet, dass es sich beim einstigen cheruskischen Nethegau immer noch um eine fragile Landschaft handelte in der sich der Irminsul Ort befand. Aber sowohl nördlich als auch südlich des Oberen Bördenweges gleich ob es Engern oder Falen waren wird man zum ostwestfälischen Vorgängerdialekt übergegangen sein. Es war eine Trennlinie die fränkischen Machtinteressen diente, die fruchtbare Warburger Börde mit entscheidend war und man den Kirchspielort Löwen mit der Quelle der Taufnethe begünstigte wo man die christlichen Taufen vollzog. Sich an den gewachsenen ethnischen Strukturen zu orientieren war für die Franken nur insoweit das Gebot der Stunde wie sich die Bevölkerungsschicht als willfährig erwies und aus sich rivalisierend gegenüber stehenden Sippenverbänden oder Stämmen wie es sich etwa im Verhältnis zwischen Engern und Falen ergeben haben könnte, ließe sich wie man es aus vielen Kulturen kennt Nutzen ziehen. Den neuen Landesherren war an der Kontrolle der Bevölkerung gelegen während es dem Klerus oblag die Missionierung in ungläubiger Umgebung voran zu treiben. Ziel war die Entmündigung der Bevölkerung und das Verhindern eines Wiederaufkeimens heidnischen Gebarens, sodass man die diözesanen Abgrenzungen so wählte, dass sie beidem gerecht wurden. Wo also Engern drauf stand muss nicht Engern drin gewesen sein um es mal salopp auszudrücken. Wie und wo die Franken in der Folge mit Unterstützung ihrer Glaubensboten die Grenzziehung um das aus ihrer Sicht engrische Territorium legten entsprang einer Mischung aus völkischer Unwissenheit, vielleicht auch aus Desinteresse, Regulierungsbedürfnis vor allem aber basierte es auf ihrem Herrschaftsanspruch. Bei alledem noch das Verhältnis der einen oder anderen darin lebenden Bevölkerungsgruppe zu beachten hatte für die Franken keine Bedeutung. Unterdessen hatten sie zu dem nördlich geprägten engrischen Menschenschlag auch eine andere Beziehung bzw. Sichtweise, da in ihnen noch die Unruhe eines wanderndes Volkes steckte, dass sich innerhalb der Falen neue Siedlungsgebiete erschlossen hatte. Gegenüber den vermutlich eher gleichmütig veranlagten Falen war für die Franken ihr Widerstandswille spürbarer. Das die Falen innerhalb des nun auch von Engern mit beanspruchten Landes in den fränkischen Chroniken keine Erwähnung fanden mag daran gelegen haben, dass sie auf sie aggressiver wirkten und man daher in ihnen die größere Gefahr sah. Das Volk der Engern, das aus fränkischer Sicht noch in Bewegung war, weniger gebändigt schien, sich ihr Neuland nicht entreißen lassen wollte beherrschte zwangsläufig die fränkischen Chroniken. Die Franken betraten 772 jenes Land der Engern zunächst von seiner Südseite her wo die aus noch älteren Zeiten stammende Bergfeste der Eresburg stand und eroberten sie, setzen ihr Zerstörungswerk an der Irminsul fort und forderten im gleichen Jahr an der Weser wo sie ihren Siegeszug beendeten die Herausgabe von Geiseln. Geiseln die sie nach Wahrnehmung der Franken auch nur aus den Händen der Engern entgegen genommen haben konnten. Sie wüteten in einer Großregion in der sie es nach ihrer Lesart ab 775 mit West – und in der Folge auch mit Ostfalen aber nie mit Falen, sondern statt dessen mit Engern zu tun bekamen. Zusammenfassend ließe sich sagen, dass die Westfalen wenn man sie im Betrachtungsraum als die Nachfahren der Brukterer ansprechen darf bzw. Ostfalen bei denen es sich in dergestalt um die Cherusker handelte seit antiken Zeiten und das im übertragenden Sinne noch bis heute in Gemeinschaft mit den zugewanderten Angrivariern in einem Landstrich siedelten den man ab dem 10. Jahrhundert „Angaria“ nannte. Diesen Bereich den sich die Engern erschlossen hatten und der regional betrachtet möglicherweise auch mehrheitlich von ihnen beherrschte keilförmige Siedlungsraum zwischen Wiehengebirge und Diemel unterbrach infolgedessen ein einst nur bzw. vor allem von Brukterern und Cheruskern besiedelten Gebiet. In Gänze gesehen waren es eine großräumige Region in denen in erster Linie Völker lebten die die Rheinfranken aus eigener Tradition Falen nannten. Im 8. Jahrhundert war man mit dem steten Wohnsitzwechsel von Völkern und Stämmen noch vertrauter und es war sozusagen gang und gäbe dass sich die einzelnen Völkerschaften nicht zuordnen ließen zumal ihnen oft selbst ihre eigene Herkunft nicht klar war und die Überlebensfrage in jenen Tagen alles überwog. Die Franken lösten das Problem auf indem sie für die einstigen Kleinstämme die aus antiken Zeiten stammende Sammelbezeichnung „Falen“ übernahmen. Ein Name den sie nicht für das aus dem Norden stammende Volk der Engern anwendeten denen sie mit einem veränderten Selbstverständnis gegenüber traten da sie sie aus Gründen ihrer anderen Sprach - und Verhaltensweise nicht für Falen hielten. Ob die autochthone Bevölkerung in diesen Tagen imstande war sich auf umfassende Gesamtnamen zu verständigen, sich bewusst war welchem Volk man sich zugehörig empfand, oder sich ein gemeinschaftliches Interesse nur über Sippenälteste oder Kleinstämme mit regional geographischen Bezug definierte ist denkbar. So könnte man sich als Varier im Sinne von Warrior gleich Kämpfer oder Krieger verstanden haben, sodass Kampfgemeinschaften zu Volksgruppennamen wurden unter denen man sich zusammen schloss und sich dann danach benannte. Inwieweit man die der antiken Literatur entnommenen Namen Angrivarier, Brukterer und Cherusker auch als deren Eigennamen betrachten kann ist zwar naheliegend muss aber als ungeklärt bezeichnet werden. Im direkten persönlichen Gespräch als die antike Welt mit ihnen in Kontakt kam stieß man sicherlich auf die eine oder andere Eigenbezeichnung weil man über seine Verhandlungspartner informiert sein wollte. Überlegungen darüber in welcher lateinischen oder griechischen Schreibweise man dann aber die schwer aussprechbaren Namen zu Papier brachte und ob sie dann noch dem Original entsprachen führen seit jeher zu Irritationen und unterschiedlichen Ansichten. Namen wie Hunen, Hundinge oder Uelfinge wie sie die Sage anbietet weisen auf ein weites Spektrum innerhalb der bekannten Stammesnamen hin und so wie der Name der Amelungen Bezug auf die ostgotischen Amaler nimmt, dürfte sich auch der Name der Wälsungen und somit der Wälser auf das cheruskische Fürstenhaus beziehen lassen. Für das 8. Jahrhundert darf man davon ausgehen, dass sich die Alteingesessenen Bewohner bereits selbst als Engern bezeichneten, da die mit den Engern gemeinsam lebenden Falen sich ihrer eigenen Wurzeln nicht mehr bewusst waren. Wie es der Kult um die Irminsul deutlich macht hielt man nun gemeinsam an alten Traditionen fest. In ihrer Gesamtheit traten sie den Franken als geschlossene Volksgemeinschaft gegenüber und es musste sich aus deren Sicht der Eindruck verfestigen, dass den Engern sowohl links als auch teilweise rechts der Weser ein rechtmäßiger Führungsanspruch zustand. Die Falen hingegen hatten ihn der Überlieferung nach eingebüßt, aufgegeben oder er fand weil er für das fremde Volk der Franken nicht mehr nachweisbar war oder wegen ihrer regionalen Minderheit keine Erwähnung mehr. Schon in der Forschung des 19. Jahrhundert hatte man im Zuge des aufkommenden Interesses an Varus, seiner Schlacht, vor allem aber aufgrund der Suche nach dem Verbleib der Cherusker die „Falenforschung“ als eine Herausforderung erkannt. In der Überzeugung, dass sie in der Blutlinie der Cherusker standen da die Antike es bezogen auf ihre Siedlungsgebiete räumlich so darstellte, begann man sich vorsichtig mit ihnen zu beschäftigen und nutzte dazu als Basis das einzige zur Auswertung zur Verfügung stehende kartographische Werk, das den Namen „Die Gau – Eintheilung der Dioecese Hildesheim um das Jahr 1000“ trägt. Es versprach mangels anderer Bezugsgrößen die Erkenntnis, da sich nur diesen mittelalterlichen Aufzeichnungen entnehmen lässt, wo auch das alte Volk der Cherusker gelebt haben musste. Diese Darstellung gibt nicht nur Aufschluss über die Namen der Gaue, sondern auch über ihre Zuschnitte und ihre Lage. Aus klerikalen und verwaltungstechnischen Gründen hatten sich die Franken an den historisch gewachsenen Gaulandschaften orientiert und sie möglicherweise auch ihren Bedürfnissen angepasst bzw. ihre Grenzen verschoben. Obwohl sich ihnen keine stammeshistorischen Informationen entnehmen lassen, klammert man sich an diese Namen um ihnen Hinweise zu entlocken mit den sich die cheruskisch/fälischen Wohngebiete von einst in Ostfalen identifizieren lassen könnten. Eine weitere Herausforderung liegt darin die Territorien zu erkennen die man den Engern folglich den Diöcesen Paderborn und Minden aber nicht Hildesheim zuschlug, das naturgemäß als auch der Dialektrecherche zufolge für die ostfälischen Gaue hätte zuständig sein müssen. Inwieweit die damaligen Machtinteressen der Diözesen in die Zuordnungen hinein spielten in dem um den einen oder anderen Gau gefeilscht wurde und dabei die gewachsenen Strukturen ignorierte ist unklar aber möglich. Deutlich machen könnte es der Suilbergau in angrenzender Lage zu den Diöcesen Paderborn und Hildesheim an dem beide interessiert gewesen sein dürften. Aber wie nach einem Kompromiss klingend schlug man ihn ungeachtet seiner ostfälischen Bevölkerung der Diöcese Mainz zu. Das Cheruskerland zu dem nach allgemeiner Auffassung auch noch der Nethegau zählte und das von östlicher Seite gesehen am Eggekamm endete von wo aus sich die Siedlungsgebiete der äußersten Brukterer anschlossen könnte sich noch über den östlichen Teil des Teutoburgerwaldes nach Norden hinaus ausgedehnt haben und auch die östlichen Gaue ab einer Linie Rinteln bis Steinheim mit erfasste haben. Welches Volk westlich davon den Grain- bzw. Grönegau, den Wehsigo Gau oder den Osterpurge Gau im Raum Melle, Herford, Detmold bewohnte bevor sich die Angrivarier unter diese Vorbevölkerung mischte bleibt offen, aber der Verdacht liegt nahe, dass es aufgrund der isolierten Lage zwischen den beiden Höhenrücken der Mittelgebirge und im Gegensatz zur westfälischen Bucht die „Kleinen Brukterer waren die es besiedelten. Mit Hilfe der Diöcesankarte bietet sich die Chance die überlieferten Abgrenzungen, also die von den Franken zu politischen Einheiten bzw. klerikalen Sprengeln zusammen gefassten Gaue entweder den Engern oder den Ostfalen zuweisen zu können unter deren Besiedlungskruste die zu Ostfalen gewordenen Cherusker bzw. zu Westfalen gewordenen Brukterer lebten. Fränkische Machtvollkommenheit führte dazu, dass man die in antiken Zeiten westlich der Weser siedelnden Cherusker mit ihren nun engrischen Bevölkerungsanteilen zu Territorien der Engern erklärte und einen Pufferstreifen rechts der Weser, siehe auch die Augau Diskussion hinzu nahm, obwohl man darin bereits ostfälisch sprach, also das ostwestfälische Dialektgemisch fehlte. Eine Region rechts der Weser die man nicht mehr in die „Marca Huxori“ der Reichsabtei Corvey eingliederte, sodass die Weser für das Land der Abtei zur Grenze nach Ostfalen wurde. Wohl wissend, dass sich die „Marca Huxori“ nach der Gaueinteilung inmitten eines auch Auganagavvi Gau genannten Gaues befand. Im Gegensatz dazu beanspruchte die „Engerndiözese“ Paderborn für sich den ostfälischen Augau bzw. Auganagavvi Gau rechts der Weser für sich und die Diözese Minden trennte für sich den ostfälischen Tilithigau ab und schmälerte damit ebenfalls das Einflussgebiet des naturgemäß zur Diözese Hildesheim gehörenden ostfälischen Landes.
Möglicherweise lag es am schwächeren Durchsetzungsvermögen der Hildesheimer Diözese, oder daran eine Einflussnahme der Ostfalen nach Westen verhindern zu wollen. Nachdem die lückige engrische Besiedlungsintensität deutlich geworden ist und deren Auftreten bzw. Erscheinungsbild den Franken den Eindruck von Dominanz vermittelte, waren es fortan die Engern die aus Sicht der Franken die Region beherrschten und für sie das tonangebende Volk darstellten, das ihnen sowohl links als auch rechts der Weser beheimatet erschien. Die fränkischen Eroberer nutzten im Zuge der Festlegung von Diözesangrenzen ihren Einfluss und verhinderten möglicherweise, das die Gaubezirke rechts der Weser der Diözese Hildesheim zugeschlagen wurden. In der Folge übernahm die Diözese Minden die ursprünglich angrivarischen Stammesgebiete der Engern bzw. vertrat deren Interessen, während die Diöcese Paderborn die Verantwortung für die Regionen trug in die die Angrivarier später Engern genannt eingewanderten, während sich die Diözese Hildesheim um das Seelenheil der ihnen untergeordneten Ostfalen bemühte. Auf der Suche nach den Nachkommen der Cherusker stößt man auf die besagten Merkwürdigkeiten wie sie im man möchte fasst sagen fränkischen Kunstnamen „Ostfalen“ zum Ausdruck kommen. Ein innerhalb der frühdeutschen Geschichtsforschung zum Phänomen gewordenes östlich siedelndes Kleinvolk in Grenzlage zu den westslawischen Stämmen. Es lebte auf dem Territorium der Cherusker weiter für deren Namensherkunft es über die „Fallere Theorie“ eine gute Erklärung gibt und deren Verbleib sich nur auf dem Weg der Kartographie, der Dialektforschung und der antiken Hinterlassenschaft entschlüsseln lassen könnte. Da Forschung und Landeskunde nicht ruhte gebar man auf Basis dessen, was die Historie hinterließ und was die Deutung zuließ eine Karte unter dem Titel „Das Stammesherzogtum Sachsen um das Jahr 1000 und platzierte darin das Land der Engern im Mittelteil. Eine Darstellung die in einem 1886 erschienenen Geschichtsatlanten veröffentlicht wurde und die die politischen Grenzen um das Jahr 1000 zeigen soll die fortan mangels besseren Wissens vielen Generationen und das bis in unsere Tage als Schulstoff dient. Man sollte darin aber nicht mehr als den mutigen Versuch sehen den Nebeln der Vergangenheit Fakten abzugewinnen. Eben den Bedürfnissen und der Orientierung dienend wollte man den Wünschen nach mehr Konkretem gerecht werden und nach Erklärungen für Veränderungen und Stammesverschiebungen suchen die sich unserem Wissen längst entzogen haben, sodass man zu dieser waghalsig zu nennenden Darstellung bzw. Auffassung gelangte. Um den gedanklichen Prozessen die zu den kühnen Annahmen führten bzw. sie inhaltlich zu widerlegen ist es unvermeidbar dafür das nötige Vorstellungsvermögen zu schärfen. So haben wir uns sowohl in die Zeiten zurück zu versetzen als auch zu versuchen die Gründe früherer Forscher nachzuvollziehen, die das Verlangen verspürten die Existenz eines Ostfalen auch überzeugend nachweisen zu wollen. Als die Franken im Zuge der Sachsenkriege östlich des Rhein zunächst und zwangsläufig auf das im Westen siedelnde Teilvolk der Falen stießen, fiel im Jahre 775 auch erstmals der Name „Westfalai“ vielleicht besser gesagt die „Westfalai“. Karl der Große rückte von Düren aus an, setzte wohl in Köln über den Rhein querte den alten germanisch sigambrischen „Speckgürtel“ rechts des Rhein setzte vermutlich in Beyenburg über die Wupper und dürfte auf dem Weg zur Syburg nach Dortmund in dieser Region auch die unsichtbare Grenze in ein Land überschritten haben deren Bewohner man seit antiken Zeiten den herablassenden Namen Falen gegeben hatte. Ein Land, das der Begrifflichkeit des Wortes „Fallere“ folgte, das den dort lebenden Menschen von außerhalb gegeben wurde, den sie aber für sich erst anwendeten nachdem sich ihnen seine ursprüngliche Bedeutung nicht mehr erschloss. Eine bekannte Vorgehensweise auswärtiger Völker wenn man Regionen kenntlich machen möchte für deren Bevölkerung es keinen umfassenden Namen gab und die sich keinen Stämmen mehr zuordnen lassen. Und erst als man östlich des Rhein begann die einstigen noch aus germanischen Zeiten stammenden Eigennamen abzulegen, adoptierte man auch den Namen Falen und identifizierte sich mit ihm im Verlauf der Jahrhunderte. Die Franken bedienten sich der Einfachheit halber an der Himmelsrichtung, sodass man den westlichen Landesteil von Falen naheliegender Weise die „Westfalai“ nannte. Es war eine Bezeichnung mit der sie zum Ausdruck brachten, dass sich die zentrale Falairegion erst daran anschloss. Doch sie übersprangen dieses Kernland und gelangten scheinbar übergangslos nach Ostfalen, da aus ihrer Sicht zwischen West – und Ostfalen keine Falen sondern Engern lebten. Eine historische Anekdote die das Interesse der Forschung weckte um nach den westlichen Grenzen einer „Ostfalai“ Ausschau zu halten die in antiken Zeiten von den Cheruskern besiedelt worden sein könnte. Grenzen die sie vor rund 2000 Jahren von den vermutlich westlich von ihnen damals dort siedelnden Brukterer und Angrivarier trennten. Das sich das einstige Cheruskerland und der Theorie nach heutige Ostfalen bis mindestens an den östlichen Rand der ostwestfälischen und lippischen Dialektgrenze erstreckte erscheint plausibel wobei der Verlauf der Weser eine entscheidende Rolle spielte. Dadurch das sich im Zuge der angrivarischen Südbewegungen ihr Landanspruch nach Osten ausweitete wurde auch der ostfälische Spracheinfluss der in den Grenzregionen ein unterschwelliges Dasein lebt zurück gedrängt. Wo er als die Angrivarier Engern genannt wurden zum Stillstand kam wird erst im Zuge der Auswertungen anhand der Hildesheimer Diözesankarte und um das Jahr 990 deutlich. Bei diesem 990 unter dem Namen Schnede - Auseinandersetzung bekannt gewordenen Disput um die Grenze zwischen Engern und Ostfalen in der es um kirchliche Macht und Einfluss ging, mussten auf Befehl Otto III. je acht Männer aus Ostfalen und Engern damals Astvalun und Angarum genannt aussagen, wo genau ihre Grenzen zueinander verliefen um anhand derer die kirchlichen Zuständigkeiten zwischen den Bistümern Minden und Hildesheim zu klären bzw. festzulegen. Eine Abstimmung die jedoch nur für die nordwestlichen Grenzen von Ostfalen, aber nicht für die Bistumsgrenzen von Paderborn überliefert ist. Die Abordnungen trafen sich vor den geistlichen und weltlichen Fürsten aus Minden und Verden. Merkwürdig ist, dass das relativ unbeteiligte Verden teilnahm während die Anwesenheit von Kirchenmännern aus Hildesheim bzw. Bischof Gerdag nicht bezeugt ist. Die Männer aus „Angarum“ also Engern stammten mehrheitlich aus Neustadt am Rübenberge, während jene aus Astvalun also Ostfalen vorwiegend aus den heutigen Stadtbezirken von Hannover kamen. Dem lässt sich entnehmen, dass die östlich von Neustadt fließende Leine der Grenzfluss zwischen Astvalun und Angarum war. Vergleicht man aber das Gesprächsergebnis des Jahres 990 mit den späteren Fakten dann fällt auf, dass die Hildesheimer und die Mindener Diözesankarte eine Grenzziehung abbildet, die davon abweicht. Sie legte dem widersprechend die östlich der Leine fließende Wieze als Grenze fest was in der Konsequenz dazu führte, dass sich das heutige Stadtgebiet Hannover nicht mehr im ostfälischen Astvalun Gau, sondern im engrischen Marstem Gau wieder fand wodurch Ostfalen im kirchlichen Sinne territorial benachteiligt wurde. Während deutlich wird, dass sich 990 zunächst die Leine als Westgrenze von Ostfalen bestätigte bleibt unklar, warum man Minden und damit Engern obwohl rechts der Leine Ostfalen lebten begünstigte. Da aber Dialekte nicht lügen zeigt sich daran, dass man über die Jahrhunderte betrachtet den ostfälischen Einfluss kontinuierlich nach Osten abdrängte. Ein Prozess, der vermutlich im 2. nachchristlichen Jahrhundert einsetzte und mehrere Ursachen hatte. Siedelten die Cherusker einst auch über die Weser hinaus nach Westen waren es die der Engern die in ihre Siedlungsräume eindrangen, die die Weser zum Grenzfluss machten und danach die Franken die ihr Territorium, dass sie Ostfalen nannten bis an die Leine und dann sogar bis an die Wieze schoben, sodass nur der ostfälische Dialekt zurück blieb an dem sich ihr einstiges Stammesgebiet festmachen lässt. Es flohen zwar einige Ostfalen zu den Engern aber Karl der Große hatte mit ihnen 775 offensichtlich leichtes Spiel, denn die Chroniken erwähnen lediglich die Geiselübergabe der aber keine Kampfhandlungen voraus gingen. Der Name „Ostfalai“ geht aus den fränkischen Reichsannalen auch Annales Laurissenses genannt nicht hervor, denn der in lateinischer Sprache geschriebene Text zum Jahr 775 enthält nur die Begriffe „Austreleudi Saxones“ und „Austrasii“ und erst die zwischen 814 und 830 verfassten Einhard Annalen erwähnen mit Bezug zur „Westfalai“ auch die Namen „Ostfalai“ und „Ostfalais“. Daraus werden Hinweise die die Richtigkeit der Übersetzung des Urwortes „Westfalaos“ bestätigen. Somit hält die von Franken verfasste Literatur fest, dass auch in den östlich der Weser liegenden Landschaften „Falaos“ ansässig waren. Welche Ausdehnung das Land der ihnen grundsätzlich gegnerisch gesinnten „Ostleute“ hatte, die die Franken ebenfalls als Falen bezeichneten und sie unter dem Begriff Saxones zusammen fassten, geht aus den fränkischen Reichschroniken nicht hervor. Man nannte sie „Ostleute“ und Bewohner die sich auf Basis dieser Theorie um diese Zeit selbst weder Saxones noch Falos genannt haben dürften. Während es die Engern aus denen der germanische Stammesname der Angrivarier spricht der Forschung leichter machten, sahen die Franken nach alter römischer Tradition in allen übrigen die „Falerii“. Im Zuge der durch die Völkerwanderung entstandenen Verwerfungen und Umsiedelungen hatten mit Ausnahme der Angrivarier die germanischen Stämme der Region ihre ursprüngliche Identität aufgegeben, sodass sich mangels germanischer Literatur deren vorfränkische Volksnamen im wesentlichen nur in der antiken Literatur auf Basis einstiger Stammesnamen finden lassen. So verwundert es auch nicht, dass die Forschung bis heute bemüht ist explizit den Raum aufzuspüren in dem jene „Austrasier“ lebten die man für die Nachfahren der Cherusker halten darf, also jene Gegend lokalisieren möchte, wo sich hinter der Weser noch jene alten unbeugsamen Stammesstrukturen erhalten haben könnten die den Spuren der Cherusker folgten, denen aber in den Jahrhunderten die einstige Widerstandskraft abhanden kam. Der Corveyer Geschichtsschreiber Poeta Saxo nannte die Bewohner die sich 775 den Franken an der Oker unterwarfen zum Ende des 9. Jahrhunderts dem fränkischen Original folgend „Osterludi“ folglich Ostleute, kannte aber auch die Bezeichnung „Ostfalos“ während Widukind von Corvey sie nur „die Menschen im Osten“ nannte. Anzunehmen auch, dass man sich am Rhein nicht mehr der Substanz und Ausdehnung dieser einst großen Bevölkerungsgruppe rechts der Weser bewusst war und ein nur mäßig vorhandenes vorzeitliches Geschichtsbewusstsein das Übrige tat. Allgemein bekannt dürfte gewesen sein, dass in einem einst geschlossenen fälischen Siedlungsgebiet, das vom heutigen Märkischen Kreis bis an die Oker reichte auch unter den eingewanderten Engern die den Mittelteil besiedelt hatten eine fälische Bevölkerungsschicht schlummerte. Und während sich unter den Franken zu Lasten der West – und Ostfalen die druckvoller in Erscheinung tretenden Engern bis ins Mittelalter einen Namen gemacht hatten, was zu häufigeren Erwähnungen führte und zwangsläufig die Forschung nach den mit ihn lebenden Falen erschwerte, sollte sich die Geschichte später wieder drehen, sodass sich die einstigen Engern lebten sie denn noch heute mit dem Namen Ostwestfalen abfinden müssten.
(28.12.2025)

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Samstag, 8. November 2025
Wer die Geschichte der Falen erforschen will muss tief schürfen.
Um sich dem Kerngebiet in Ostfalen zu nähern hat man sich auf den Spuren Karls des Großen folglich von West nach Ost vorzuarbeiten, ganz so wie er es aus strategischen Gründen tat um letztlich bis in den Raum vorzustoßen in dem sich die vage bestimmbaren Wohngebiete der „Cheruskerfalen“ befanden und hatte dazu zuvor das Land „Angaria“ zu passieren. Die Zeitspanne vom Ende der römischen Germanenkriege bis die Franken begannen in die Wohngebiete der germanischen Nachfahren vorzudringen die sich einst dem Imperium in den Weg stellten ist für die Geschichte ein Wimpernschlag. Es war das Jahr 775 als Karl der Große erschien und die fränkischen Jahrbücher erstmals diesen bis dato unbekannten, da nicht nieder geschriebenen Namen „Westfalai“ erwähnen. So betrat er nach 772 dem denkwürdigen Jahr der Irminsulzerstörung erneut zunächst den Westteil einer fälischen Großregion die erst östlich der Weser endete. Ein Sammelbegriff dem der Theorie folgend der lateinische Name „Fallere“ zugrunde liegt deren Bewohner man vermutlich die „Falsarii“ genannt haben könnte und aus dem sich im germanischen Sprachraum auch das Wort die „Falschen“ im Sinne von die Hinterlistigen ableitete. Eine auf lateinischer Wurzel beruhende Bezeichnung die sich in den von den Franken so genannten Regionen erst noch einbürgern sollte. Es ist aber auch ein Begriff dem sich kein rückwärts gerichteter Bezug auf die einst dort siedelnden germanischen Stammesnamen ableiten lässt, da er nach der Jahrtausendwende nur im römisch besetzten keltisch geprägten, vornehmlich dem linksrheinischen Landesteil Germaniens in Gebrauch war. 779 nannte man sie auch „Westfalaos“, bei Poeto Saxo lesen wir noch den Namen „Westfalhos“, während der Biograph Einhard 784 dazu im konträren Sinne auch die Bezeichnungen „Ostfalais“ und „Ostfalai“ verwendete. So besteht die Herausforderung darin das Verbindende zwischen der ab dem Jahr 784 Ostfalai genannten Region, deren Bewohner man nach dieser Theorie auch „Ostfalsarii“ nennen könnte und dem westlich davon
liegenden auch „Angaria“ genannten Territorium, dem die fälische Zuge den Namen Engern gab, heraus zu arbeiten wobei ein besonderer Augenmerk dem Überschneidungsbereich gilt. Eine Landschaft mit einer Bevölkerung zu der auch der Name „Mediofalsarii“, da zwischen West – und Ostfalen liegend gepasst hätte und deren frei gewordene Nutzflächen sich die Angrivarier angeeignet hatten, was den regionalen Bevölkerungsanteil unter ihnen verschob. Das die Franken alle Widersacher mit Ausnahme der Engern, die schon zu Zeiten des Imperiums unter den Römern anders gelitten waren letztlich Falen nannte, was bekanntermaßen auch die Cherusker mit einbezog verlief auf unterschiedlichen Wegen. So behielten auch die Angrivarii im Gegensatz zu den Falen von denen viele Teilstämme nach Westen abwanderten ihren aus prähistorischen Zeiten bekannten Namen bei. Man könnte spekulieren, dass es daran gelegen haben könnte, dass sich die Angrivarii nicht an der „verräterischen“ Varusschlacht beteiligt hatten und erst 16 + als Gegner Roms auftraten, sodass man sie im Imperium moderater einschätzte. So, wie es etwa bei dem durch sie vermittelten Gefangenenaustausch der einst gestrandeten Römer zum Ausdruck kommt, sodass man ihnen nicht den Makel der Falschheit anlastete und sie später auch nicht Falen nannte. So nutzten auch die Franken den Namen Falen bzw. griffen ihn auf der sich inzwischen verbreitet hatte und den man folgerichtig nur für jene Stämme anwendete die westlich und östlich der Engern siedelten. Dabei verkannten sie die Existenz der fälischen Vorbevölkerung mit denen die Engern in Siedlungsgemeinschaft lebten. Die erste Zuwanderungswelle der Angrivarii nach Süden könnte sich bereits ab dem frühen 2. Jhdt. vollzogen haben, als die Dominanz der Cherusker nachließ und Vorfahren der Franken noch selbst rechts des Rhein siedelten. Die späteren Siedlungsverlagerungen der Angrivarii könnten zweierlei Gründe gehabt haben. Zum einen könnten die Vorläuferstämme der Franken wegen ihres Ausweichen in die lukrativen linksrheinischen Gebiete Land frei gemacht haben zum anderen könnten aber auch die Wohnsitzverlagerungen der Angrivarii für Druck gesorgt haben. Vor diesem Hintergrund betrachtet kann man das Bedürfnis der Franken auch so verstehen, als ob sie in ihren einstigen rechtsrheinischen Landschaften noch alte Besitzansprüche geltend machen wollten was ihren Eroberungen den Anschein von Rückeroberungen verleihen würde. Mit dem Zuzug der Angrivarii aus nördlicher Richtung der sich wie symbolisch durch die markante Gebirgsenge zwischen Aulhausen und Fischerstadt vollzogen haben könnte in die sich die Weser eingegraben hatte überwanden die Angrivarii das klassische Grenzgebirge, das einst die Grenze zwischen den zwei Großkulturen der Kelten und Germanen bildete, sie lange voneinander trennte und sie voneinander auf Abstand hielt. Das 25 ha umfassende keltenzeitliche Latène Bollwerk „Nammer Lager“ befand sich nur etwa 5000 Meter östlich der Porta was darauf schließen lässt, dass man sich schon in prähistorischen Zeiten den Nordvölkern gegenüber wehrhaft zeigen musste um sich ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Ein Wesenszug den der fälische Mensch noch bis heute in sich tragen könnte. Für die germanischen Nordvölker galt das Wiehengebirge lange Zeit als unüberwindbar, sie wussten von der dahinter liegenden höheren Kultur und ihrer Wehrhaftigkeit. Sie sahen es am südlichen Horizont in weiter Ferne liegend aufsteigen, sozusagen „wiet wech“, dem es möglicherweise auch seinen Namen verdankt, denn wieh gleich wiet steht in der Mundart für weit und sie begehrtes es. Das Völker aus unterschiedlichen Gründen ihre Wohnsitze verließen ist Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Möglicherweise ist der Zuzug der Angrivarii über den Kamm des Wiehengebirges noch als Spätfolge urgermanischer also vorchristlicher Südwärtsbewegungen zu sehen, steht aber gleichzeitig schon im Zusammenhang mit der ab dem 4. Jhdt. einsetzenden so genannten Völkerwanderung was auch für die Sachsen gelten dürfte. Zunächst führte der Weg die Angrivarii in die Wohngebiete jener Menschen die unmittelbar südlich der Porta siedelten und damit auch in die ursprünglichen Stammlande der östlicher siedelnden Cherusker bzw. der westlich orientierten Brukterer, stießen in der Folge bis in den Diemelraum vor, weniger stark nach Osten über die Weser und Hinweise belegen, dass sogar noch die Region um das heutige Soest unter engrischen Einfluss geriet. Es wird sich nicht in Form eines kontinuierlichen Bevölkerungszustroms vollzogen haben, kannte Phasen des Stillstands wohl auch weil es zu Auseinandersetzungen kam, es kein Erfordernis aufgrund fehlendem Bevölkerungswachstums gab, oder aus Gründen nicht ausreichend vorhandener Flächen. die sich nutzbar machen ließen. So baute sich langsam das Stammesgebiet „Angaria“ innerhalb der Grenzen eines einst zum Cherusker - und Bruktererland gehörenden Siedlungsgebietes auf, dass seine politische Unabhängigkeit erst im Zuge der Streitigkeiten zwischen Heinrich dem Löwen und Kaiser Barbarossa verlieren sollte. So entstand in einem Streifen links als auch rechts der Weser eine Mischbevölkerung bestehend aus Engern und Ostfalen bzw. vormals aus Angrivarii und Cherusci. Während die überlieferten Gaunamen keine Anhaltspunkte liefern, ob man in ihnen fälischen oder engrischen Ursprung erkennen kann, so ist die jeweilige Lage der Gaudistrikte aufschlussreicher denn ihr lässt sich fälische oder engrische Einflussnahme entnehmen. Wohin und wie weit sich die Siedlungsgebiete der Angrivarii ab dem Wiehengebirge nach Norden ausdehnten bevor sich Sippen oder Teilstämme von ihnen lösten, sich nach Süden ausbreiteten um unter dem Namen Engern in die Geschichte einzugehen, lässt sich nicht überzeugend eingrenzen und das dazu vorliegende schon betagte Kartenmaterial offenbart Wissenslücken. Das Wiehengebirge trennte seit jeher die Völker und damit auch ihre Sprache was insbesondere im Umfeld der Porta, dem althergebrachten Wanderkorridor aus den klimatisch benachteiligten Nordregionen bis in den Süden Mitteleuropas erkennbar wird und sich daher innerhalb der niederdeutschen Gesamtsprache wie zwangsläufig auch eine Mundartgrenze bzw. ein Sprachgefälle einstellen musste. Hier schied sich die Vorläuferdialektik des von den Angrivarii gesprochenen Nordniederdeutschen von der Vorläuferdialektik des Südniederdeutschen wie man sie von den Brukteri und Cherusci gesprochen erwarten darf. So entstand mit der Einwanderung der Angrivarii in den südlich angrenzenden Gebieten in Verbindung mit der von Brukteri und Cherusci gesprochenen Sprache eine ostwestfälische Dialektzone. Eine Sprachregion die sich als das Siedlungsgebiet der Angrivarii umreißen lässt. Eine Sprache bzw. ein Dialekt aus der wenn die Theorie zutrifft, die Sprachwissenschaft noch imstande sein sollte, die ursprünglich nordniederdeutsche Dialektik der Angrivarii heraus filtern zu können.
Für den östlichen Bereich vor dem auch die Besiedlung der Angrivarii nachweislich zum Stillstand kam, führte man den sprachlichen Begriff „ostfälisch“ ein, während man dem von Brukterern stärker durchsiedelten westlichen Teil vermutlich den Namen Münsterländisch gab, um die Bezeichnung Westwestfälisch zu vermeiden. Da sich keine deutlichen sprachlichen Unterschiede hervor heben schien im Gegensatz zum Wiehengebirge der Rücken des Teutoburger Waldes dialektisch betrachtet zumal sich auf ihm bezeichnenderweise auch keine keltischen Verteidigungsanlagen feststellen ließen, nur eine untergeordnete Bedeutung gehabt zu haben. Auch wenn die keltische als auch die germanische Sprache im indogermanischen eine gemeinsame Wurzel haben lassen sich die in der Neuzeit benutzten Worte aufgrund der starken Veränderungen denen sie im Laufe der Jahrhunderte unterworfen waren keiner der beiden Strömungen mehr zuweisen. So dürfte sich eine Vielzahl von Worten die in Falen östlich des Rhein in der westfälischen Bucht, am Nordrand des Sauerlandes, aber wegen ihrer Abgeschiedenheit besonders innerhalb des Sauerlandes, als auch südlich der Mittelgebirge und östlich der Egge bis zur Oker genutzt wurden, ihren keltischen Einschlag bewahrt haben. Regionen in denen sich eine keltisch geprägte bodenständige Kultur und Sprache etabliert hatte, aber nun beide Völker im Zuge der germanischen Einwanderungswellen nach Süden zwang sprachlich aufeinander zugehen zu müssen. Wie sich die germanischen Stämme der Cherusker und Brukterer voneinander unterschieden und in welchen keltischen Räumen sie in der zweiten Hälfte des letzten vorchristlichen Jahrtausend Fuß fassten wird vergleichbar mit den Zuwanderungen der Angrivarii und Saxones nach der Jahrtausende gewesen sein. Stämme die über eine Gesamtbreite vom Rhein bis zur Elbe eine Nordsüdbewegung ausführten und dann in den kulturellen Sog jener Stämme gerieten unter denen sie sich sowohl niederließen, sie aber auch verdrängten. In Fortsetzung dieser Strömung war es die gallisch/römische Landmasse die zum Auslöser des rheinischen Fächers wurde im Zuge dessen die rechtsrheinischen Völker der Nieder - und Rheinfranken nach Westen drifteten. Die fälisch sprechenden Stämme soweit sie sich dem anschlossen nahmen ihren Dialekt mit, der sich im Verlauf mit den Dialekten der Rheinbevölkerung mischte. Die Nordvölker die lange vom Wiehengebirge zurück gehalten wurden bevor sie es überwanden verharrten letztlich im wesentlichen an der sprachlichen Trennlinie zum Oberdeutschen wofür geographisch der Diemelverlauf nahe der Benrather Linie steht. Eine gegen die Nordvölker gerichtete Sprachgrenze die nach dem Wiehengebirge den Charakter einer zweiten keltischen Auffanglinie besaß. An dieser Lautschwelle setzte die keltisch geprägte sprachliche Dominanz des Oberdeutschen ein was darauf hindeutet, dass sich im hessischen Sprachraum die keltische Kultur als langlebiger erwies. Es waren die Flüsse und Gebirge die seit prähistorischen Zeiten die Landschaften prägten und über die Stammeszugehörigkeiten hinaus auch über die Verteidigungsbündnisse entschieden. So beeinflusste auch immer die Geographie die Sprachsektoren und womit sich auch die Rheingermanen von den Wesergermanen unterscheidbar macht, die man gerne in einem Atemzug nennt. Denn während sich die eine Zivilisation an der Fließrichtung der dem Rhein zugewandten Flüsse orientierte waren es für die andere Kultur die Zuläufe zur Weser. Grundsatzüberlegungen die mit dazu beitragen ein Verständnis für die frühen fälischen Verhältnisse zu entwickeln. Waren es im westlichen Westfalen wo Usipeter, Sugambrer, Marser und Tenkterer einen Vorläuferdialekt des Westniederdeutschen gesprochen haben dürften, so folgten östlich von ihnen in der westfälischen Bucht die Brukterer die im Zuge der römischen Zwangsumsiedlungen vermutlich in ihren südöstlichen Stammesgebieten Lebensraum an Marser und Sugambrer abtraten und den Durchzug der angilischen Sueben erlebten, bevor diese östlich und nordöstlich der Egge auf die Wohngebiete der Cherusker trafen. Jene um das Jahr Null ebenfalls verdrängten angilischen Sueben die sich im Suebengau nördlich des Harzes ansiedelten und die auch die Cherusker passieren ließen, bevor diese ihre neuen Siedlungsgebiete erreichten. So waren es vermutlich auch diese Angili auf die sich die Inschrift am Corveyer Westwerk bezieht, da sie für die neue römische Provinz eine Gefahr hätten darstellen können, vor denen sie sich mittels Mauern schützen wollten und sich daher der Unterstützung der Cherusker versicherten. Von diesen Veränderungen waren die Angrivarii lange ausgenommen da sie sich nördlich des Wiehengebirges bis zum Jahr 16 + den römischen Angriffen entziehen konnten, sich auch nicht an der Varusschlacht beteiligt hatten und Teile von ihnen erst nach Süden strebten als in diesen Regionen Siedlungsland frei wurde, das sie für attraktiver hielten. Während die Benrather Linie den niederdeutschen vom oberdeutschen Sprachraum und die „Wiehengebirgsgrenze“ den Nordniederdeutschen vom Südniederdeutschen trennte, verlief zwischen den zum Rhein – und den zur Weser tendierenden Germanen noch eine weitere Sprachgrenze. Sie begann östlich von Minden wo sich in einem Landstreifen links der Weser ab dem Schaumburger bzw. Calenberger Land der Übergangsdialekt von der ostwestfälischen zur ostfälische Mundart der Wesergermanen bzw. Cherusci bemerkbar macht und endete südlich davon wo sich der den Cherusci zugesprochene Nethegau befindet, von dem die Forschung annimmt, dass er westlich an die Wohngebiete der Bructeri stößt. Die Zuwanderung der Angrivarii beeinflusste die Dialekte der Brukterer und Cherusker, erzeugte den Mischdialekt des Ostwestfälischen und verdrängte die bisherigen Dialekt wodurch sich der ostfälische Vorläuferdialekt der Cherusci von der linken auf die Weserseite zurück zog. In Grenz- bzw. Übergangsregionen erweisen sich ältere Sprachformen als langlebig und machen sich in den Einzugsbereichen bis heute bemerkbar, sodass die Mundarten der ostfälischen Isoglosse noch in Regionen westlich der Weser etwa in Höxter und Bosseborn, sowie im Nethegau einschließlich der Warburger Börde hörbar sind aus denen sie einst verdrängt wurden. So war die Weser insbesondere zwischen Höxter und Beverungen mit dem Nethegau auf dem linken Ufer aus sprachlicher Sicht betrachtet nie ein Grenze. Das den Nethegau nach Westen abschirmende Eggegebirge sorgte für seine geographische Abgeschiedenheit und ließ ihn seit vorchristlichen Zeiten nach Osten tendieren was den ostfälischen Dialekt erklärt. Eine Landschaft in der sich über die Mundart wie ein Sprachrelikt aus längst vergangenen Zeiten seine Zugehörigkeit zum einstigen Stammesgebiet der Cherusker nachweisen lässt. In ähnlicher Weise wird es auch an der Sprachgrenze zwischen Elb - und Wesergermanen erkennbar, die östlich ab der Oker deutlich wird. Angrivarii die in die Regionen südlich des Wiehengebirges einwanderten und in ihren Herkommensgebieten weder ostwestfälisch noch ostfälisch sprachen, sondern sich in einer Vorläufersprache des Nordniedersächsischen unterhalten haben dürften, gelang es nicht sich mit ihrem Dialekt dauerhaft durchzusetzen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt anhand von Keramikvergleichen aus Bodenfunden auch eine Untersuchung von Raphael von Uslar der sich zwei unterschiedliche Bevölkerungsgruppen längst der Weser entnehmen lassen und aus deren Fundorten sich schließen lässt, dass in diesem Raum die westlich orientierte Töpferware der Bructeri auf die östliche der Cherusci traf und eine Töpferware der Angrivarii nicht erkennbar wird. Dies ist zum einen Hinweisgebend dafür, dass es in diesen Zeiten im Betrachtungsraum nur zwei konkurrierende Typen gab aber auch, dass schon die Bructeri Kultur westlichen Mustern folgte. Eine Grauzone könnte man im Lipperland ausmachen, in dem sich keramisch als auch sprachlich sowohl ostwestfälische als auch ostfälische Einflüsse bemerkbar machen, sodass es schwer fällt in dieser Region Zuordnungen auf die einstige Besiedlungsdichte von Cherusci bzw. Bructeri zu treffen bevor die Angrivarii begannen einzuwandern. Da es noch nicht gelungen ist Unterschiede bzw. Feinheiten zwischen germanischer Töpferware aus Angrivarii oder Bructeri Produktion zu erkennen ist noch nicht darf man annehmen, dass sich die Angrivarii auch was ihre Töpferware anbelangt bereits der Stilelemente der neuen Mitbewohner zu eigen gemacht haben könnte. Sowohl den Bructeri als auch den Cherusci könnte am Zuwachs der Angrivarii und der damit verbundenen Siedlungsauffrischung gelegen gewesen sein, sodass man sie auch ohne das sie sich mit ihrer Kultur durchsetzen konnten dauerhaft integrierte. Wobei die Geschichtsforschung davon ausgeht, dass die Angrivarii um das Ende des 1. nachchristlichen Jahrhunderts erst oder nur mit Hilfe der Chamaven in die Stammesgebiete der Bructeri eindringen konnten was sich nach kriegerischen Auseinandersetzungen anhört, es aber unklar bleibt wo sich diese, vermutlich in Richtung Niederrhein ereignet haben könnten. Das sich die Eigensprache der Angrivarii südlich des Wiehengebirges nicht etablierte bzw. in einen Mischdialekt mündete, könnte auch am kulturellen Rückstand einer aus den Moorlandschaften des nordniederdeutschen Raumes stammenden Volkes gegenüber einem noch keltisch geprägten fortschrittlicheren Menschenschlages südlich der Mittelgebirge gelegen haben. Jene Teile der Angrivarii die sich entschieden hatten über das Wiehengebirge nach Süden zu ziehen, sich mit diesen Bewohnern zu vermischen und unter ihnen unter dem Namen Engern fortlebten dann die fälische Mundart annahmen, siedelten sich zunächst in den südlich des Wiehengebirges angrenzenden Gauen Grain- Wesi - bzw. Wetigau an. Die parallel zum Wiehengebirge verlaufende Dialektgrenze spricht dafür, dass sich nicht alle Angrivarier bzw. Angrivarii möchte man den lateinischen Namen einsetzen, an den Wohnsitzverlagerungen nach Süden beteiligten und Teile oberhalb des Gebirges sesshaft. Die führte dazu, dass sich dieser Stamm unterschiedlich voneinander entwickelte und in "Nord - und Südangrivarii" aufteilte. Obwohl es keine schriftlichen Quellen dazu gibt könnte man daraus schließen, dass sich die Stämme nördlich des Wiehengebirges auch noch lange selbst als Angrivarier bezeichneten, während jene die ihre Wohnsitze verlagerten der südlichen Zungenschlag der Falen zu Engern machte. Anhand der historischen Überlieferungen lässt sich rekonstruieren, dass sich die Bewohner die man im Imperium Cherusci nannte in antiken Zeiten vor allem östlich der Weser folglich im so genannten Ostfalen siedelten, wo sie sich an Mittelweser und Leine konzentrierten. Nach allgemeinen und dialektisch nachweisbaren Wissenstand dehnten sich ihre Wohngebiete aber auch noch bis zum Eggekamm, als auch zwischen der Diemel und den Externsteinen aus was die Enklave des darin liegenden Nethegau umfasst. Wie vermutet bewohnten die Cherusci auch Teile der als Lipperland bezeichneten Region zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald und hier insbesondere die östlichen Regionen der Werreniederung. Ein flacher Landstrich in dem sich einzelne Sippen der Brukteri und Cherusci die Siedlungsgebiete aufgeteilt haben dürften, bevor die Angrivarii hinzu stießen. Eine Landschaft südlich des Wiehengebirges die heute zum „Sprachgebilde“ Ostwestfalen gezählt wird und in die ab dem ersten nachchristlichen Jahrhundert die Angrivarier begannen von Norden her einzuwandern. Es darf angenommen werden, dass die innerniederdeutsche Dialektgrenze die über den Kamm des Wiehengebirges verläuft bereits weit in vorchristliche Zeiten reicht und die sich südlich davon ausgebreiteten fälischen Mundarten noch von der keltischen Zunge beeinflusst waren. Was wiederum hinweisgebend dafür ist, dass sich auch im Kern dieser Stämme keltenzeitliches Brauchtum erhielt, das zum genetischen Bestandteil wurde und sich durch Erbgut fortpflanzte. So kann man spekulieren, dass die Bructeri in sich auch noch mehr dem keltischen als dem germanischen Typus zugewandt waren. So bedarf es auch der Überlegung, ob sich die Bructeri überhaupt selbst Brukterer nannten was wir wie in anderen Fällen auch für selbstverständlich halten bzw. diese Bezeichnung nicht keltischem Ursprung entstammte. Ihr Lebensraum war von außen betrachtet stark von Bohlendämmen beeinflusst und bedurfte vieler Überquerungen. Man denke nur an den Ort „Zer niwu Briggu“ zu deutsch Neubrück im südschweizerischen Kanton Valais. Eine Region die bereits anderen Spracheinflüssen unterlag. Neben der durch das Wiehengebirge verlaufenden innerniederdeutschen Mundartgrenze die den nordniederdeutschen vom südniederdeutschen Dialekt trennt existieren südlich die ineinander greifenden fälischen Sprachgrenzen. Lässt man den fälischen Großraum etwa am einstigen tiberischen Landlimes dem „limitemque a Tiberio“ der östlich von Duisburg begann, in Richtung Sieg ausläuft und sich anhand des ostbergischen Dialektes bzw. der niederländischen Sprachvarietät noch nachweisen lässt beginnen, dann erstreckte sich dieser bis an die Oker im nördlichen Harzvorland und ins Elbe Vorland und verdeutlicht einen durchgängig einheitlichen Menschenschlag der sich durch einen gemeinsamen Sprachkern ausweist. Es ist eine von den fälischen Dialekten geprägte Region gleich einem fälischen Fächer der seine Fortsetzung im westlich orientierten rheinisch/fränkischen Fächer findet. Mundarten die sich je nach Großregion leicht aber hörbar voneinander unterscheiden, die sich aber ihre fälische Gemeinsamkeit bewahrten, im westlichen Falen ihren Anfang nahmen und im östlichen Falen endeten. Um die Sprachräume zu unterscheiden ersann die Forschung zahlreiche eigene Begriffe um sie voneinander abzugrenzen was aufgrund der zahlreichen Übergangszonen eine Herausforderung darstellt. So definierte man für Westfalen im wesentlichen die Dialektgruppen Südwestfälisch, Münsterländisch es folgt Ostwestfälisch und die ostfälischen Dialekte lässt man im Weserraum mit dem Weserostfälisch beginnen und sie im Elbeostfälisch enden. Für die Region um Helmstedt ersann man die Bezeichnung Ostostfälisch, den Norden um Uelzen nannte man Heideostfälisch. Der großen Verbreitung der fälischen Dialekte lässt sich entnehmen, wo die nordniederdeutsche Mundart endete was für ein geschlossenes Bundesland Falen sprechen würde hätte die Geschichte es denn so gewollt. Die germanischen Stämme die einst in dieser Großregion lebten waren sich in ihrer südniederdeutschen Sprache einig, sie bildeten eine eigenständige Allianz und unterschieden sich von den nordniederdeutsch sprechenden Stämmen der Angrivarii und Saxones. Wie alle Sprachgrenzen wirken auch diese nach Norden ausgerichteten unscharf da innerhalb der norddeutschen Bucht die Mittelgebirge als geographische Bezugspunkte fehlen und nur die Fließrichtungen der Flüsse den Völkern als Orientierungshilfe dienten. So konnten sich letztlich die fälischen Dialekte hörbar gegenüber den Einwanderern aus dem Norden behaupten. In welchem Dialekt oder welcher Sprache sich die ostfälischen Cherusker unterhielten und welche und wieviel Worte ihnen reichten um sich zu verständigen ist unbekannt. Gestik, Mimik und raunenartige Töne werden vielfach die wortgewandte Kommunikation ersetzt haben erfüllten aber ihren Zweck. Da in den einstigen Wohngebieten der Cherusker heute das Südniederdeutsche und somit das Ostwestfälische vor allem aber das Ostfälische gesprochen wird entziehen auch sie sich nicht dem starken Verdacht in einer Region nicht nur mit keltischem Sprachuntergrund gelebt zu haben, sondern auch in sich keltischer Abstammung gewesen zu sein. Obwohl die Existenz der Angrivarii/Engern auch in den östlich zu Ostfalen angrenzenden Teilen Ostwestfalens im Kern unstrittig ist, erscheinen die Konturen und ihre Grenzen zu den einstigen Wohngebiete der Cherusci/Ostfalen wie verwässert. Was uns an wenigen Kenntnissen über die einstigen Wohngebiete der Angrivarii vorliegt verdanken wir dem taciteischen Hinweis aus den Zeiten der römischen Germanenkriege die schon lange vor seiner Geburt endeten wonach sie Germanicus in den Rücken gefallen sein sollen, als sich dieser zum Schlachtfeld Idistaviso begab. Wo dies allerdings geschah verschwieg er uns. Da Germanicus über die Ems soweit diese damals für römische Landungsschiffe schiffbar war vorrückte, könnte er die Boote westlich Bramsche verlassen haben um von dort den prähistorischen „Hellweg unter dem Berge“ zu nutzen. Die Wohngebiete begannen östlich der Hase angrenzend an die Stammesgebiete die Chasuarier sodass die Attacke bereits in dieser Region statt gefunden haben könnte. Der Theorie zufolge hätte Germanicus dabei die südlichen Siedlungsgebiete der Angrivarier gestriffen was diese auf den Plan rief und in der man einen Vorboten der Kämpfe am Angrivarierdamm sehen kann. Demnach hätte der Angriff auf Germanicus am Nordrand des Wiehengebirges statt gefunden, was sich auch mit der Lage ihrer vermeintlichen Wohngebiete deckt. Wie weit Germanicus marschieren musste um auf auf den Kampfplatz „Idistaviso“ zu gelangen bzw. wo sich ihm die Cherusker entgegen stellten, bleibt der Spekulation überlassen. Möchte man es mit der Gebirgskette des „Ith“ in Verbindung bringen, dann standen Germanicus nach dieser Attacke bis ins Kerngebiet der Cherusker noch einige Tagesmärsche bevor. Daran wird deutlich, dass sich der hinterrückse Angriff der Angrivarier auf Germanicus sowohl schon weit vor den Wohngebieten der Cherusker als auch schon in Grenznähe zu ihnen ereignet haben könnte. Das sie weder an der Erstschlacht gegen Varus teilnahmen noch im Zusammenhang mit der Schlacht bei Idistaviso auf Seiten der Cherusci erwähnt werden spricht dafür, dass beide Stämme auf Distanz zueinander bedacht waren, es aber auch an den relativ weiten Anmarschstrecken gelegen haben könnte. Vermuten lässt sich, dass sie sich der Koalition unter Arminius anfänglich nicht vollumfänglich anschließen wollten, da sie darin keine oder noch keine Notwendigkeit sahen und auch keine unmittelbare Bündnisverpflichtung bestand. Die Interessenslagen zwischen Angrivarii und Cherusci waren unterschiedlich und in Angrivarien hatte man vielleicht auf einen anderen Ausgang der Idistaviso Schlacht gesetzt, wartete die weitere Entwicklung ab, hatte aber bereits die eigene Streitmacht zusammen gezogen um gewappnet zu sein. So reagierten die Angrivarii auch erst nach dem Germanicus wieder in ihr Stammesgebiet eingedrungen war um zur Ems zu gelangen. Eine Schlacht die wohl letztlich im Umkreis der Porta stattfand muss nicht Ausdruck einer langfristigen Planung gewesen sein, denn Germanicus hätte von Idistaviso auch einen anderen Rückweg zur Ems einschlagen können als das Angrivariergebiet passieren zu müssen. Was diese Schlacht am so genannten Agrivarierwall anbelangt, so stellt man sich diese Anlage wie eine wallartige Erdaufschüttung vor. Ein Schutz - oder Trennwall der sich für die Legionäre und später die römischen Geschichtsschreiber so darstellte, als ob sich hinter dieser Anschüttung eine Abgrenzung zu den Cherusci verbarg. Tacitus nannte die Abgrenzung „dirimerentur“ dem sich entnehmen lässt, dass beide Völker Wert auf Eigenständigkeit legten, man sich also ihre gewachsenen Eigenheiten bewahren wollte. Das sich Angrivarier und Cherusker 9 + und auch nicht 16 + bei Idistaviso gemeinsam gegen Rom stellten bzw. stellen wollten mag ebenfalls verdeutlichen, dass man abweichende Zielsetzungen verfolgte. Passend zu der im Imperium vorherrschenden Annahme, dass sich Angrivarii und Cherusci mit gegensätzlichen Interessen gegenüber standen und sich hier scheiden wollten klang es plausibel, aber auch im Einklang mit der Theorie, dass es zwischen ihnen bereits damals und nicht erst in späteren Jahrhunderten Rivalitäten gegeben hatte. Ein Bauwerk, dass jedoch schon aus Keltenzeiten gestammt haben könnte und seinerzeit den Zweck verfolgte den Nordvölkern den Weg durch die Porta zu erschweren. Da Germanen auch nicht dafür bekannt sind den Aufwand betrieben zu haben feste Grenzen zu hinterlassen und die Geländemarkierung zudem schon 16 + älteren Datums war müsste sie demnach einen Ost/West Verlauf genommen haben. Jedenfalls entzieht sich seine Lage bislang jeglicher Verortung. Ob Germanicus nach der Idistaviso Schlacht an der sich keine Angrivarii beteiligt hatten mit einer weiteren Auseinandersetzung auf dem Rückzug gerechnet hat sei dahin gestellt. Auch darf man vermuten, dass das Geschehen bei Idistaviso einen anderen Verlauf genommen haben könnte, wenn sich die Angrivarii gemeinsam mit den Cherusci gegen Germanicus gestellt hätten. So war es eine Vorgehensweise die stark an die Zersplitterung der Kräfte im Zuge der Sachsenkriege erinnert. Während das Wiehengebirge sowohl eine geologische und damit verbunden auch mundartliche Grenze bildete und die Weser wenn auch nicht mundartlich so doch Grenzcharakter besaß, hatte sich das in der linksseitigen Ausbuchtung der Weser befindliche Lipperland bezogen auf seine Bewohner und ihren Dialekt auch unter den Engern seine Eigenheiten bewahrt. Auch das Großvolk der Brukterer mit seinen unterschiedlichen zwischen Rhein und Weser siedelnden Stämmen kommunizierte untereinander in einer fälischen Vorläufersprache. Es waren Dialekte die auch jene Stämme sprachen die sich von ihnen im Zuge der Völkerwanderungen lösten und nach Westen zogen, sich dort mit den Keltoromanen mischten und im Reich der Rheinfranken aufgingen, sodass auch die Ripuarier imstande waren sich mit den westlichen Falen unterhalten zu können. Es war die Sprache der Straßburger Eide die Ludwig der Deutsche sprach, dessen Mutter aus dem altniederländisch sprechenden Hespengau stammt. Darin enthaltene Worte wie „dage“ für Tag, „mig“ für mich bzw. „sama“ für ebenso die ins Niederdeutsche weisen machen die alte Sprachverwandtschaft zwischen Falen und Franken deutlich. Die Angrivarii waren anders als die „Cheruscifalen bzw. die Bructerifalen“ kein keltisch/germanisches Mischvolk und standen diesem distanzierter gegenüber. Das Verhältnis beider Kulturen untereinander als auch ihre Gemütsunterschiede lassen sich schwer einschätzen und der besagte Angrivarierwall könnte immer noch die alten Einflusssphären markiert haben. Wie die spätere Geschichte zeigt hielt sich der Unterschied in der Wesensart noch bis ins Mittelalter, was am Dialekt und der karolingischen Diözesanaufteilung deutlich wird. Zwei Völker von denen sich in vorchristlichen Zeiten als die Sesshaftigkeit noch überwog sich das eine mehr nach Norden und das andere nach Süden orientierte. Die sprachlichen Unterscheidungsmerkmale lassen die Schlussfolgerung zu, dass der noch bis ins frühe erste Jahrhundert südlich des Wiehengebirges vorherrschende Dialekt nach dem angrivarischen Zuzug sukzessive das Ostwestfälische entstehen ließ wodurch sich in dieser Region die Mundart der dort einst siedelnden Brukterer und Cherusker veränderte. Es entstand ein Dialekt, der sich zwischen die westfälische und ostfälische Sprachkultur schob was darauf hindeuten könnte, dass sich die beiden Mundarten von Bructeri und Cherusci vor dem Zuzug der Angrivarii dialektisch näher gestanden haben könnten. Letztlich führte die Tatsache, dass der Kontakt jener Angrivarii die sich neue Siedlungsgebiete südlich des Wiehengebirges erschlossen in ihre nördlichen Abstammungsgebiete schmolz was den kontinuierlichen Verlust ihrer bisherigen Sprachgewohnheit begünstigte. Ein zweigeteiltes Volk, dass sich vielleicht auch politisch entfremdete. So musste und konnte auch der isländische Mönch Nikulas im 12. Jahrhundert folgerichtig feststellen, dass er sich ab Minden in einer anderen Sprachenlandschaft wieder fand in der man nicht mehr „angrivarisch“ sondern „engrisch“ sprach. So hat der Zuzug der Angrivarii in die Regionen südlich des Wiehengebirges die dort bereits seit antiken Zeiten durchgängig vorherrschenden fälischen also bructerisch bzw. cheruskischen Sprachgewohnheiten der Region den anderen Klang des ostwestfälischen gegeben. Noch heute stellt sich der Raum um Minden aufgrund der wie ein ein Einfalltor wirkenden Porta Westfalica wie eine nach Norden ausgreifende sprachliche Ausbuchtung dar. Eine Region in der man ostwestfälisch aber kein ostfälisch und auch nicht niedersächsisch bzw. nordniedersächsisch spricht da die Engern es adaptiert hatten. Die Keramik Studie von Rafael von Uslar hilft weiter denn sie bestätigt für den gesamten Untersuchungsraum einschließlich einer Überlagerungszone eine östlich Cheruskische und eine westlich Bructerisch orientierte Typisierung. Funde deren Formgebung sich jedoch keinem angrivarischen Nordvolk zuschreiben lassen was darauf hindeutet, dass sich die Techniken der Bructerer bei den Angrivarii durch setzte. Wie überliefert lassen sich die germanischen Völker die die heute Niedergermanien bezeichnete Großregion bewohnten erstmals räumlich von den römischen Geschichtsschreibern Pomponius Mela, Plinius und Tacitus abgrenzen, während sich der kundige Strabo der noch nach 23 + gelebt haben soll nicht darunter befindet. In unterschiedlichen Schreibweisen werden drei Gruppen erwähnt die man Istävonen, Ingävonen bzw. Hermionen nennt und die vielleicht gemeinsam mit den Istävonen ihre südosteuropäische Herkunft verraten könnten. Während die Istävonen in der Nähe des Rhein lebten und die Ingävonen die dem Meer zugewandten Regionen bewohnten bezeichnet Mela die Hermionen als die „ultra ultimi“ bzw. die letzten also jenseitig lebenden Germanenstämme was auf ihre östlichen Siedlungsgebiete hindeutet. Mit der Sammelbezeichnung Hermionen gelingt es über die Stammesaufzählung sie den Regionen östlich der Weser bis zu den Quellgebieten der Flüsse zuzuweisen die den Harz in nördliche Richtung verließen und es wird deutlich was Mela darunter verstand. Zu den Hermionen die nur Plinius nach Völkern trennt zählt er die elbgermanischen Sueben, Hermunduren aber auch die Chatten und Cherusker. Die Sueben dessen angilischer Teilstamm von Tacitus und Ptolemäes überliert ist besiedelten das Elbegebiet und sind nördlich des Harzes unter der Bezeichnung Suebengau erfasst. Namentlich nicht genannt aber räumlich naheliegend könnte man auch noch die Langobarden zu den Hermionen gerechnet haben. Die im Betrachtungsraum siedelnden Angrivarier, obwohl ebenfalls nicht in diesem Zusammenhang überliefert ließen sich demnach bereits den Nordseegermanen und die Brukterer den Rheingermanen zurechnen. Dieser Darstellung lässt sich die Siedlungsnähe der Cherusker sowohl zu den Angrivariern als auch zu den Brukterer entnehmen, obwohl man sie in der Antike einem anderen Kulturraum zuordnete. Da Tacitus berichtete, dass Germanicus sein Heer 16 + an die äußerste Grenze der Brukterer führte, der Stamm der von der römischen Expansion besonders betroffen war lässt erkennen, dass ihre Siedlungsgebiete im Osten etwa bis zum Eggekamm reichten. Den Ursprung der Hermionen könnte man in der alten griechischen Stadt Hermione sehen, die der griechische Geograph Strabo in seiner Geographica erwähnt hat. Er und Pomponius Mela waren Zeitgenossen und kannten sich und das der von der iberischen Halbinsel stammende Mela die griechische Stadt Hermione erst über den Kontakt mit Strabo kannte klingt plausibel. Plinius hingegen kämpfte vermutlich unter Corbulo gegen die Cherusker, war im Kindesalter als Strabo verstarb und könnte wie auch Tacitus die Bezeichnung Hermionen bzw. die dazugehörigen Volksnamen den vorliegenden Schriften entnommen haben. Pomponius Mela der das älteste geographische Werk in lateinischer Sprache verfasste stand nicht nur mit Strabo in Verbindung der das griechische Hermione auch selbst besucht hatte, sondern war auch der erste antike Geschichtsschreiber über den wir das Wort Herminones erfahren haben. Er könnte sich über Strabo seine Kenntnisse verschafft haben und sah die Parallelen die ihn veranlasst haben könnten die Völker unter dem Begriff Hermiones zusammen gefasst zu haben, die uns Plinius nach dem Tod von Mela namentlich überlieferte. Da sich darunter jene germanischen Stämme befanden, die sich besonders heftig gegen die römischen Expansionsversuche zur Wehr gesetzt hatten, während zu den Istävonen und Igävonen keine Einzelstämme bekannt geworden sind unterstreicht die Bedeutung dieser Stämme die sie sich im Widerstand gegen Rom erkämpft hatten. Das altgriechische, bronzezeitliche und heutige Ermione das nach Hermion dem Sohn des Europs benannt wurde beherbergte ein tapferes Volk, dass sich auch mit drei Schiffen an der Schlacht in der Bucht von Salamis beteiligte, als die Persern den Griechen unter Xerxes I unterlagen. Somit zwang sich ein Vergleich mit den sich erfolgreich zur Wehr setzenden Germanen auf und Plinius selbst erlebte um das Jahr 47 + auf welch widerstandsfähige Bevölkerung das Imperium seit dem Rheinübertritt traf. Eine Parallele die dazu geführt haben könnte, dass man den Namen Hermiones in abgewandelter Form auch auf Arminius übertrug. Als ursprünglicher Namensgeber der Stadt Ermione gilt der griechische Gott Hermes in dem man in Rom nur den Gott der Händler sah, der aber in Griechenland der Kriegsgott war und die Seelen der Verstorbenen begleitete. Hermes stand aber auch für das Mysteriöse und Abgeschiedene wie es das Wort „hermetisch“ ausdrückt und wie man es auf die fremden und unbekannten Regionen nördlich der von Kelten besiedelten Landschaften angewendet haben könnte. Da die griechische Welt über die Donau schon lange vor der imperialen Ausdehnung Kontakt zu den süddeutsche Kelten aufgenommen hatte und die römische Gesellschaft von den griechischen Vordenkern profitierte könnte auch Strabo der römischen Geschichtsschreibung als Informant und Bereicherung gedient haben dem wir auch die interessante Überlieferung über den Triumphzug des Germanicus im Jahre 17 + zu verdanken haben. Somit könnte es ein Strabo gewesen sein, der wenn auch indirekt dokumentierte, dass die griechische Welt den germanischen Norden schon in vorchristlichen Zeiten den Nimbus des Unbekannten entrissen hatte und man begann sich die Großregion auf dem Weg von Namensvergebungen zu nähern. In mehrfacher Hinsicht könnte er erkannt haben, dass die griechischen Hermionen mit den germanischen Stämmen vergleichbar waren und hätte sein Gedankengut an den nach ihm lebenden Pomponius Mela vererbt. Somit wäre der aus griechischer Sicht positiv besetzte Name Hermionen in gewissem Sinne eine Vorläuferbezeichnung für jene Stämme gewesen, denen man aus römischem Blickwinkel betrachtet nach der Varusniederlage aus Verachtung begann den negativ besetzten betrügerischen Namen „Fallerii“ gegeben haben könnte. Aber auch die Bastarnen die Tacitus aufgrund ihrer Sprache für Germanen hielt sollen vor ihrer Abwanderung in der Elbregion beheimatet gewesen sein. Über sie ließ sich eine weitere rückwärtige Verbindung zur Entstehungsgeschichte der Cheruskern aufbauen wie es einem späteren Kapitel vorbehalten sein soll. Obwohl es naheliegender scheint die Angrivarier zu den Hermionen zu zählen, taten es die antiken Historiker nicht. Die Maschinerie kriegerischer Auseinandersetzungen kommt nie zum Stillstand und besonders im Zuge der Umwälzungen nach dem Zusammenbruch des römischen Westreiches brannte es vielerorts, Waffenhandwerk war gefragt und ab dem 5. Jahrhundert gehörte die Anwerbung von Kriegern zum Tagesgeschäft der Heerführer. Man motivierte sich gegenseitig und es zog die Kämpfer aus den fälischen Landen wie man weiß nicht nur nach England, sondern auch in die im oströmischen Raum entstandenen Krisenregionen. Und wie sich der „Notitia dignitatum“ entnehmen lässt, kamen in dieser Zeit unter der Bezeichnung Falchovarier dort auch Falen zum Einsatz. Die Geschichtsforschung lehrt uns, dass die Phase in der man begann den Völkern und Landschaften Namen zu geben weit aus früher anzusetzen ist, als es die ersten schriftlichen Zeugnisse die unter der Bezeichnung Ersterwähnung eingang in die Historie finden vermuten lassen. Das man zu Beginn des 5. Jhdt. in der „Notitia Dignitatum“ neben den in Auxuliardiensten stehenden Bructeren, Ampsivarier, Chamaven, Alamanni, Batavi, Franci und Angrivarii unter dem Namen Falchovarii auch die Falen erwähnt lässt unterschiedliche Schlüsse zu. Im Zusammenhang mit dieser Thematik stellt sich die Frage aus welcher Epoche die Namen der Söldnerverbände stammten die um 394 - 396 in der „Notitia dignitatum“ nieder geschrieben wurden, ob man sie so nannte und ob sie sich selbst so nannten. Man hatte zum Ende des 4. Jhdt. nicht nach neuen Stammesnamen Ausschau halten müssen und übernahm die Traditionsnamen der Zeit. Es scheint, dass sich die Franci um diese Zeit bereits unter diesem Namen stammesgeschichtlich etabliert hatten und sie ihn gegen ihre alten germanischen Namen eingetauscht hatten. Bezogen auf die Angrivarii könnte man zu der Schlussfolgerung gelangen, dass sich die Angrivarii inmitten der Völkerwanderungszeit noch im Sinne älterer germanischer Verwurzelung noch als ein geschlossenen Volk verstanden und daher im 4. Jhdt. noch unter ihrem „germanischen“ Namen Angrivarii auftraten. Um diese Zeit hätte demnach ihr Bestreben nach Süden vorzudringen zwar schon eingesetzt haben können aber der später für sie aufgekommene Name Engern der nach mundartlicher Vereinfachung klingt hatte sich noch nicht nach außen verbreitet. Zudem besteht der Verdacht, dass auch der lateinische Name Angrivarii auch über die Schriftform bzw. die Schreibweise entschied bzw. ein Volk dessen Bewohner sich untereinander Engern nannten, mit diesem lateinischen Namen noch nicht die politische Bühne betreten hatten und daher die bekanntere antike Bezeichnung verwendeten. Schlussfolgernd galt dies auch für die Falen die noch nicht nach Ost - oder Westfalen unterteilt wurden was dafür spricht, dass sich diese altgermanischen Stämme um diese Zeit und noch ungetrübt von angrivarischer Zuwanderung zwar schon mit dem ihnen zugewiesenen Namen Falen arrangiert hatten sich aber noch eigenständig sahen. Eben jener Name Falen dem man mit Vorsicht zu begegnen hat, da er nicht der Wunschname der damit gemeinten Bevölkerung war, den die Bewohner aber seit dem 4. Jhdt. begonnen hatten ihn im Zuge der Völkerwanderungs bedingten Zusammenschlüsse anzunehmen. Es war eine Übergangsphase in der die Namen der germanischen Stämme wie sie uns nur aus antiken Quellen bekannt geworden sind zu verblassen begannen, was auch für die Cherusker zutrifft die man zu den Falen zählte. Eine Zeit in der die Bezeichnungen Cherusker und Falen noch parallel genutzt wurden, so wie es im Fall der Cherusker noch um 384 geschah, als man für sie in Ostrom schon den Namen Falchovarii verwendete. In diesem Jahr als der Dichter Claudian den römischen Heerführer Stilicho rühmte wurden sie letztmalig in der Literatur erwähnt. Danach begann sich wie es den Eindruck macht der Name Falen den man damals für eine heimtückische Bevölkerung anwendete, der im römischen Reich schon länger ein geflügelter Begriff war langsam durchzusetzen. Er stand für Betrug und Verrat und verdrängte den antiken Namen der Cherusker denen er einst galt, sodass damit auch ihre Identität in den Wirren der Zeit unter ging. So lässt sich auf Basis dieser Rekonstruktion schlussfolgern, dass sich der Begriff Falen sukzessive ab dem 4. Jhdt. auf die rechtsrheinische Großregion übertrug. (Siehe Beitrag vom 19.3.2025 „Wie die Falen zu ihrem Namen kamen“). Es war die Zeit in der die Franken die unter angrivarischem Einfluss geratenen Falen zu Engern machten und sie dann aus eigenem Selbstverständnis heraus samt den westlich und östlich von ihnen siedelnden Ost- und Westfalen zu Sachsen erklärte. Eine Phase der eine Zeit voraus ging in der sich Teile des bis dato Cherusker genannten Stammes von ihren bisherigen Wohngebieten gelöst hatten um zu Söldnern zu werden und gemeinsam mit den ihnen benachbarten Stämmen abzuwandern. Etwa mit den Langobarden mit denen sie zunächst zur Donau und dann nach Norditalien zogen, aber auch um dem Ruf von Vortigern nach England zu folgen um ihm zu helfen die eingefallenen Nordvölker zu bekämpfen oder sich den Saxones anzuschließen die die französische Kanalküste verunsicherten. Besonders diese Gewalttaten waren, die Gallien und damit das Frankenreich erschütterten und sie letzlich bewog ihr Augenmerk nach Osten in jene Regionen zu richten denen die Saxones herstammten um das Grundübel zu bekämpfen. Dazu gehörte es einen Landkomplex in seiner Gänze zu erobern in dem sich ihnen auch die nicht zu den Saxones zählenden Völker zwischen Rhein und Elbe entgegen stellten. Jene Stämme nach deren Unterwerfung die Franken schon seit Merowingerzeiten vergeblich trachteten, was aber unter einem charismatischen „Charles le Magne“ in greifbare Nähe rückte. Es waren Landschaften mit deren Dialektik sie vertraut waren, da sie ihnen einst selbst entstammten und was ihnen trotz der Zähigkeit des Widerstandes die Kommunikation erleichterte. Möchte man das rätselhafte und zu definierende Stammesgebiet der Ostfalen eingrenzen muss man es mit der Ausdehnung der Angrivarier/Engern gemeinsam denken und kann dabei auf die uns überlieferten Gaunamen aus dem 10. Jahrhundert zurück greifen. Im Zuge angrivarischer Zuwanderung, die zögerlich ab der Mitte des 1. Jahrhunderts einsetzte sollen sie mit Unterstützung der Chamaven die Brukterer aus den Gebieten nördlich der Lippe zurück gedrängt haben und müssten zunächst begonnen haben das Werretal zu besiedeln. Ein Hinweis der jedoch durch keinen weiteren historischen Anhaltspunkt gestützt wird, sodass nicht deutlich mit welcher Bevölkerungsgröße sich die Brukterer in der Region danach noch behaupten konnten. Inwieweit es in diesem Zusammenhang auch zu Auseinandersetzungen mit den Cheruscii kam bleibt offen spricht aber dafür, dass die Vorstöße der Angrivarii in der Anfangsphase nicht immer einvernehmlich verliefen. Ein in den folgenden Jahrhunderten nicht unübliches Abwandern von Teil- bzw. Unterstämmen bzw. unbekannt gebliebene Wohnsitzverlagerungen von Brukterer und Cherusci könnten südlich des Wiehengebirges bis ins Wesergebiet hinein zu gesunkenen Einwohnerzahlen geführt haben was Raum schuf und auch zu einer willkommenen Auffrischung der ausgedünnten Landschaften beigetragen haben könnte, sodass man vom Zuzug der Angrivarii profitierte. Es war jene Region davon betroffen die sich heute Ostwestfalen nennt und in deren östliche als auch westliche Übergangszonen die benachbarten Dialekte hinein spielen. Abgesehen von allen naturgegebenen Reibereien galt auch für die angrivarischen Bauernkulturen, dass man sich nach Böden umsah die für die Bewirtschaftung attraktiv waren und die ungeeigneteren Flächen aussparte was ihre Besiedlungsintensität beeinflusste. Wie die Konflikte ausgetragen wurden und wer letztlich Verlierer oder Gewinner war, ob Fale oder Enger entzieht sich unserer Kenntnis aber Rivalitäten die es auf den Thingversammlungen zu klären galt werden die Folge gewesen sein. So verlief der Integrationsprozess in einer zuvor von Cheruskern und Brukterer besiedelten Region für die der Name Engern aufkam auf eine für uns undurchschaubare Weise. Wohl willkürlich eher ungeregelt, dem jeweils Stärkeren gehorchend, aber über die Jahrhunderte betrachtet eher unauffällig. Wer sich folglich wie und wo durch setzte und wer welche Landstriche für sich beanspruchte, wann es zu ausgewogen Bevölkerungsanteilen kam und wann Engern bzw. Falen noch die Mehrheit stellten bleibt offen. Aber es gab sicherlich auch Bereiche in denen Falen noch die Mehrheit bildeten und sich behaupteten. Letztlich aber hielt sich in den östlichen Regionen des Landes „Angaria“ eine Schicht bodenständig gebliebener „Altcherusker“ die sich nun als Falen verstanden, sich mangels eigener geschichtlicher Erinnerung nun selbst für Falen hielten und sich ihre Wohngebiete mit den Engern teilte. Engern war entgegen dem Namen Falen eine Bezeichnung die sich der eigene Volksmund gab, den die fränkischen Eroberer aufgriffen und der anzeigt, dass man sich, obwohl man sich den Dialekt der Falen arrangiert hatte, noch ältester Siedlungsvergangenheit bewusst war, sich also noch mit ihren Volksgenossen nördlich des Wiehengebirges verbunden sah. Im Detail betrachtet ist die Bezeichnung Gau auf Verwaltungsebene der kleinste politische Nenner. Der ursprüngliche Name entstammt wohl einer Zeit, als sich die indogermanischen Sprachenzweige noch näher standen was sich auch im altindischen Sanskrit nachweisen lässt. Es bedeutet aber nicht, dass auch die Gaunamen aus vorchristlichen Zeiten stammen. Die Anfänge unserer sprachlichen Verständigung liegen im Dunklen und es war ein langer Prozess bis man in Germanien Sprache und Schrift miteinander verband, bzw. Laute verschriftete um daraus eine Schriftsprache entwickelte. Und da niemand schreibt wie er spricht was auch im umgekehrten Sinne gilt führte beides immer ein Doppelleben. Und auch heute noch ist Kommunikation im persönlichen Gespräch frei und jenseits jeglicher schriftlicher Zwänge ungezwungen und distanzlos, da man sich anders als im versteiften Schriftverkehr in die Augen sehen und sich auch ohne Worte verständigen kann. Der mündliche Ausdruck baute sich in Urzeiten wie aus dem Nichts kommend auf und doch wussten unsere Vorfahren wie sich in ihren Zeiten den Zielen näher kommen ließ, als es noch nicht nötig war Worte auf schriftlichem Weg bewegen zu wollen. Gerauntes stand am Anfang bei dem die Stimme mal abgehoben und mal gesenkt wurde und Runen folgten dem als erster Verschriftungsversuch. Es folgte die Phase in der sich eine fortschrittlichere Kultur einer langsameren annäherte bis die zuletzt genannte den Wunsch verspürte sich über die Schriftsprache voneinander unterscheiden zu wollen, da man anders war. Während die Reste keltischer Sprache in den germanischen Dialekten bis zur Unkenntlichkeit aufgingen hinterließ die griechische Kultur in den Provinzen nördlich der Alpen kaum Spuren und das Wenige schien mit dem Ende keltischer Donauherrschaften spätestens am Main versiegt zu sein. Das sich in der Auseinandersetzung mit der lateinischen Schriftsprache die germanische Zunge auf Dauer nur schwer unterdrücken ließ ist durch das Wörterverzeichnis des Abrogans aus dem 8. Jahrhundert belegt und nutzte das in der lateinischen Sprache liegende Wegweisende nur solange, bis man imstande war auch die eigene Sprache, dass „Theodisce“ verschriften zu können. Wie auch viele andere geschriebene Worte unseres alltäglichen Sprachgebrauchs auf eine lange Geschichte zurück blicken, können auch die Gaunamen frühesten Zeiten entstammen. Ihnen eine Bedeutung zu entnehmen die auch bei der direkten Suche nach den einstigen Stammesgebieten der Cherusker hilft scheitert kann aber gelingen wenn man das Wort Cherusker mit Falen austauscht. Aus den Gaunamen sprechen volkstümliche Merkmale unterschiedlichster Bedeutung und Wertvorstellung und selbst geraunt ausgestoßene Begriffe mit ursprachlichem aber undefinierbaren Inhalt können noch darin ruhen. In den Gaubezeichnungen einen aussagekräftigen Inhalt zu entdecken gleich ob er aus keltischem oder germanischem Rachen kam bleibt uns aber weitgehend versagt. Im Zuge der Verschriftung verlor vieles seine ursprüngliche Bedeutung und verliert es noch bis heute, sodass wir auf der Suche nach den vermeintlichen Spuren der Vergangenheit vor einem Rätsel stehen und oft einem Irrweg folgen. Ein nie zum Stillstand kommender Prozess den auch Karl der Große erkannt haben könnte, als er zum Ende des 8. und im 9.Jhdt. die Christianisierung anstieß und sich veranlasst sah ein bemerkenswertes Sendschreiben an die Klöstern zu verfassen, in dem er sie darin aufforderte Sprachstudien zu betreiben, da auch Sprache und Schrift als Mittel der Verständigung der Pflege bedürfen. Wenn es zutrifft, dass seiner Mutter Bertrada die Bertradaburg ihrer Großmutter bei Gerolstein gehörte und Karl dort zur Welt kam, dann war das „Nord Moselfränkische“ seine Muttersprache jene Sprache die noch weit nämlich bis einschließlich Siegen ins rechtsrheinische sozusagen „Siegfränkische“ hinein reichte und seine Wurzeln lagen in einst Sigambrischen Siedlungsgebieten. Und wie auch weiter nördlich nahmen alle früher rechts des Rhein siedelnden Germanenstämme im Zuge ihrer Wanderbewegungen ihre Dialekte auf die linke Rheinseite mit. So hatte auch Karl noch einen starken Bezug zur Sprache seiner Ahnen und stellte damit den Klerus vor eine unchristlich wirkende Aufgabe. Damit stellte auch er schon früh die Weichen für die Zweisprachigkeit und die Akzeptanz der Dialekte in Konkurrenz zum einheitlichen Latein, das zu lesen oder zu schreiben nur eine Minderheit imstande war und nur dank Liturgie und Mönchtum die Zeiten überdauern sollte. Parallel zur ausschließlich lateinisch geprägten Korrespondenz setzten auch im nun Sachsen genannten Landesteil die ersten Bemühungen ein auch die Sprache des Volkes verschriften zu wollen. Der Fuldaer Schule ist zu verdanken, dass schon um 830 der älteste Text des Heliand Epos in altsächsischer Sprache entstand. Und wiederum geschah es in der Reichsabtei Corvey wo man erstmals die Mundart beim Wort nahm und wo sich die „verschriftete Stimme“ unserer Vorfahren nach empfinden ließ in dem man sie lesbar machte. Und zweifellos wird das Interesse sich dieser Sprache zu widmen im altsächsischen Corvey ungleich größer gewesen sein, als im altfränkisch geprägten Fulda. Denkbar daher, dass auch die 840 in altsächsischer Sprache verfasste Genesis in Corvey entstand. Das sich gleichzeitig der vor 800 geborene Geschichtsschreiber Rudolf von Fulda mit den Tacitus Annalen, wie es den Ostfränkischen Reichsannalen zu entnehmen ist auseinander setzte oder mit der taciteischen Germania, aus der er in seiner Translatio S. Alexandri zur Heiratspolitik zitierte, aber ohne den Namen Tacitus zu erwähnen verdeutlicht, dass in der Reichsabtei Corvey die Stunde der „Zweischriftigkeit“ schlug. Dort wo sich Antike und Neuzeit trafen und schon die Mönche im 9. Jhdt. über der Abschrift der Tacitus Annalen brüteten und dem Feldherrn Varus eng auf der Spur waren. Aber nur die Altvorderen kannten noch die Bedeutung der Worte für die unterschiedlichen Landschaften mit denen man den Gauen ihre Namen gab um sie unterscheidbar zu machen wobei die Dialektforschung und Etymologie bislang weder plausible Erkenntnisse über ihren Sinn, als auch ihre Entstehungszeit und noch weniger etwas über ihre Entwicklungsgeschichte beisteuern konnte. So fallen alle Bemühungen schwer darin Bezüge zu entdecken die sich engrischer, fälischer oder gar cheruskischer Herkunft zuordnen lassen. Dem von Ludwig dem Frommen 815 gegründeten Bistum Hildesheim stand auf dem Weg der Christianisierung der Spagat bevor eine Diözese aufbauen, strukturieren und verwalten zu wollen bzw. zu müssen in der sich die Menschen in ihrer schriftlosen Sprache verständigten. Eine Sprache des Volkes, weit entfernt vom römischen Latein die die Bistumsväter zwang sich auf die bestehenden Gaue stützen und zwar so wie sie sich umgangssprachlich nannten und wie in ihren Konturen im Volk verwurzelt waren. Noch bevor man die Sprache verschriften konnte waren die Stimmlaute mit Hilfe der in Corbie 765 entwickelten karolingischen Minuskeln den im Alphabet hinterlegten Buchstaben anzupassen. Ein Prozess dem große Teile einstiger Lautsprache aus Gründen der Vereinfachung zum Opfer gefallen sein dürften, sodass man sich mit der Schreibweise begnügen muss wie sie die „Gau-Eintheilung der Dioecese Hildesheim“ enthält, die um das Jahr 1000 entstand. Der Mensch des frühen Mittelalters hatte sowohl einen anderen Bezug zu der Region in der lebte, der Scholle von der er lebte als auch zur Obrigkeit. Da sich auch der damalige Anspruch an die persönlichen Freiheiten und die damit verbundenen Vorstellungen des Einzelnen bzw. deren Unterwürfigkeit anders definierte und mit den heutigen Standards nicht vergleichbar ist fällt es schwer zu erkennen wie ein Gau vor der fränkischen Landnahme regiert wurde. Wie sich die Gaue untereinander abgrenzten gab oft die Geologie also die Landschaftsform vor und ob man sich beispielsweise unter der Flutwide oder dem Moltbizi ein eigenständiges Gaugebilde vorstellen darf verschwimmt in unseren Vorstellungen über das was wir heute Verwaltungsgrenzen nennen. Der fränkisch/sächsische Adel der Nachkriegszeit wird in Abstimmung mit dem Bistum vieles neu geregelt aber auch altes übernommen haben und es ist unklar, ob man in Zeiten der Glaubensumkehr auf gewachsene Strukturen Rücksicht nahm oder jenen Hauptleuten den Vorzug gab, die den neuen Verhältnissen besonders zugetan waren bzw. widerspruchslos folgten. So stellt sich auch die Frage, ob man die alteingesessenen Gaubezeichnungen unter christlichen Vorzeichen beibehielt, ob man sie anpasste oder sogar ihr Namen tilgte da aus ihnen unliebsame heidnische Traditionen sprachen. Die Reichsabtei Corvey die von den scriptorischen Vorarbeiten ihres Mutterklosters Corbie profitierte, dürfte neben der missionarischen Unterstützung der neuen Diöcese auch in struktureller Hinsicht einen nicht unerheblichen Einfluss auf die nun vom Bistum Hildesheim entworfenen Gauabgrenzungen ausgeübt haben. Ob man dabei in Corvey oder in Hildesheim die traditionell gewachsenen Verhältnisse und Wünsche der eingesessenen Bevölkerung mehr berücksichtigte weil man sich ihnen gegenüber mehr und den neuen Machtverhältnissen weniger verpflichtet sah bleibt offen. Und so könnte auch der aus dem nahen Leinegau stammende Corveyer Abt Saracho dem die Zuschnitte der einstigen Gaulandschaften bekannt waren an der Hildesheimer Diöcesankarte mitgewirkt haben. Ihm waren die Einwohner vertraut, er sprach ihre Sprache und er konnte auch noch den fälischen Urdialekt vom sächsischen Einfluss trennen. Das Wissen der Zeit war ihm geläufig, er wusste um die römische Vergangenheit der Region in der er wirkte, sah die die dem Boden entrissenen zahlreichen Artefakte aus antiker Zeit die man den Kloster übergab und wusste nicht nur wo und wer im 9. Jahrhundert die Abschrift der Tacitus Annalen studiert hatte sondern auch, dass er selbst zu den Nachfahren jener Menschen gehörte die einst auch die Legionen in arge Bedrängnis brachten. Und da ihm die Schriften Rudolfs von Fulda und die Werke von Widukind von Corvey vorlagen wird er auch gewusst haben wie sich die frühen Zuwanderungsbewegungen der Engern vollzogen hatten und wie sich ihre Siedlungsaktivitäten bzw. ihre Ausbreitung zwischen West – und Ostfalen bemerkbar machten. Die Namensverwandlung von den germanischen Stammesnamen wie sie die römischen Geschichtsschreiber hinterließen bis daraus die Sammelbezeichnung Falen wurde war ein Prozess dem keine fixe Entstehungszeit zugrunde liegt, da er sich schleichend vollzog. Ein Name der umgangssprachlich im Brauchtum der Menschen rechts des Rhein nicht verwurzelt war bis die Franken sie damit konfrontierten und der auf keine Tradition zurück blicken konnte die sich erst zu etablieren begann, als sich nach dem Ende des weströmischen Reiches die Völker beruhigten und sich eine neue Ordnung einstellte. Karl der Große könnte noch gewusst haben wie widerspenstig sich auch seine einst sigambrisch/fälischen Vorfahren schon in antiken Zeiten verhielten, als er sich zum Ziel gesetzt hatte, dass vergangene Imperium zu renovieren und gleichzeitig die christlichen Werte verbreiten wollte. Die Geringschätzigkeit mit der die kultivierte Rheinregion den Menschen vis a vis von Köln gegenüber trat in dem man ihnen den abfälligen Beinamen der „schälen Sigambrer“ gab, zeigt auch wie weit man zurück gehen muss um eine mögliche etymologische Begründung für einen anderen Begriff der Falenforschung zu finden, nämlich den des Hastfala Gau. Im Ergebnis des 30 Jahre andauernden verlustreichen Germanenkrieges der Rom letztlich auf die linke Rheinseite zurück warf, war es wohl das Volk auf der Straße, das seinen Unmut zuerst zum Ausdruck brachte und einen eigenen Begriff für die betrügerischen Germanen auf der anderen Seite des Flusses erfand. Beflügelt von der tief verwurzelten Ablehnung die schon von der kelto/romanischen Kultur den unzivilisierten Stämmen entgegen schlug lag es nahe sie abgeleitet vom lateinischen Wort „Fallere“, das für Täuschung, Betrug und Verrat stand Falen zu nennen was zum Oberbegriff für Niederträchtigkeit wurde. Da nach den großen Völkerwanderungen die Stammesnamen oder Völker in ihren einstigen Wohngebieten verschwammen und sich nicht mehr fassen ließen, gingen die fränkischen Machthaber den einfachen Weg und gaben der Großregion den pauschalen Begriff „Falen“. Damit nicht genug stülpten sie über deren Wohngebiete den übergeordneten Namen Sachsen der abschreckend klingen sollte und wendeten ihn in Unkenntnis der Siedlungsgebiete der Volkgruppen bis zur Nordsee an. Da sich auch die Sachsen dem ewigen Drang der Nordvölker nach Süden aufzubrechen nicht entziehen konnten und es zu Raubzügen bis an die Rheingrenze kam, rangen sich die Franken 775 zu einem umfänglichen Feldzug gegen sie durch. In diesen Zeiten hatte man im Fränkischen längst keine Erklärung mehr für die Gründe der überkommenen Wortfindung „Falen“ und welches antike Vermächtnis darin ruhte. Literarisch hinterlegt wurde die Bezeichnung „Falen“ für die Großregion und ihre Bewohner erstmals im Zuge dieser großen Strafaktion als man aufgrund ihres Bruchstück haften Wissens auf recht einfallslose Weise den Namen mit der Himmelsrichtung verknüpfte. Eine Wortwahl die davon zeugt, dass man die Eigennamen der dort alt eingesessenen Stämme längst nicht mehr kannte, deren einstigen Siedlungsgebieten keine Bedeutung mehr beimaß, ihnen schlicht kein Interesse entgegen brachte oder man es sich vereinfachen wollte. „Falen“ ein Name der sich dieser Theorie nach bereits ab dem 2. nachchristlichen Jahrhundert eingebürgert haben könnte als die Gegensätze unüberbrückbar schienen und die Distanz zwischen Rom und den Ostvölkern zu wachsen begann. Aber auch eine Bezeichnung, die die Franken mit Ausnahme der Engern und unterhalb des Oberbegriffes „Saxones“ auf alle Volksgruppen übertrugen, die gegen Karl den Großen im Verlauf der Sachsenkriege zu Felde zogen. Nach fränkischem Verständnis sah man in den Engern einen separaten Volksstamm der zu ihrer Zeit zwischen den westlichen und den östlich Falen siedelte und ihnen ebenfalls feindlich gesinnt war, stufte sie insgesamt als heidnische Sachsen ein, fragte nicht nach unterschieden oder eigenen Traditionen und erkannte auch in der Irminsul nicht das war sie zum Ausdruck brachte. So unterwarf man die Westfalahis, die Angariis und die Hastfalen die östlich der Weser unter Hessi kapitulierten und bezeichnete sie im Capitulare Saxonicum, dem Gesetzestext Karls des Großen 797 auf bekannt simple Weise „Oostfalahis“ obwohl sie sich selbst anders nannten. In den Metzer Annalen werden sie als „Osterliudi“ geführt, in den Annalen Saxo „Osterluidi“, bei Poeta Saxo „Osterliudi oder Ostphalians“, in den Weißenburger Annalen die „Osterludi“, in den Annalen Laurissenses „Austreleudi“ und in der Vita Meinwerci „Asterliudi“, während sie in den Einhard-Annalen 775 „Ostfalais“ und „Ostfalai hießen. Dem lässt sich entnehmen, dass man erneut in der Himmelsrichtung einen Ausweg aus dem Dilemma sah nicht zu wissen mit wem man es zu tun hatte. Das für die Franken ein Gesamtvolk unter dem Namen „Falahis, Falai bzw Falais existierte steht außer Frage aber es scheint, dass man die Falen östlich der Weser in einigen Chroniken geringer schätzte da man sie nur „Leute“ nannte. Dies spricht dafür, dass ihre frühgeschichtlichen Leistungen im späten 8. Jhdt. Längst verblast waren und man sie erst wieder aufgrund der in der Reichsabtei Corvey erbrachten scriptorischen Leistungen zu würdigen wusste, als man sich mit der Antike zu beschäftigen begann. Die Chroniken machen deutlich, dass nur die Westfalahis und die Angariis die gemeinsam mit den Falahis siedelten im Jahre 775 ernsthaften Widerstand leisteten, während von den Ostfalahis unter Hessi nichts dergleichen bekannt wurde. Man vermutet, dass die Kapitulation der Ostfalahis in Ohrum am Hellweg statt fand da dort für das Jahr 780 ein Taufereignis überliefert ist. Vielleicht passender und genauso denkbar wäre aber auch ein strategischer Ort an der Oker gewesen da wo sich ein Adelshof befand und man später die ottonische Pfalz Werla errichtete. Obwohl sich daraus kein deutlicher Bezug zum Fluss Fuhse nachweisen lässt deren Quelle sich nur sechs Kilometer westlich der Königspfalz Werla befindet, wird versucht damit auch den Nachweis zu erbringen, dass sich dort sowohl das Siedlungsgebiet der Ostfalahis befand, als auch das der den Cheruskern nahestehende Stammesgebiet der seinerzeit ebenfalls erwähnten Fosen, Fosi oder Foser. Ein benachbarter Stamm der Cherusker den Tacitus als nicht sehr umfangreich beschrieben hatte. Die Oker war ein bedeutender Grenzfluss an dem nach Osten das große Stammesgeflecht der angilischen Sueben sowie der Semnonen und Hermunduren öffnete die nach Plinius dem Älteren gemeinsam mit den Cheruskern zu den Hermionen gezählt wurden. Völker, die schon Varus für seine neue Provinz als Bedrohung empfunden haben könnte und er sich daher der Unterstützung der Cherusker versichern wollte bzw. musste. (08.11.2025)

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Wer die Geschichte der Falen erforschen will muss tief schürfen
Um sich dem Kerngebiet in Ostfalen zu nähern hat man sich auf den Spuren Karls des Großen folglich von West nach Ost vorzuarbeiten, ganz so wie er es aus strategischen Gründen tat um letztlich bis in den Raum vorzustoßen in dem sich die vage bestimmbaren Wohngebiete der „Cheruskerfalen“ befanden und hatte dazu zuvor das Land „Angaria“ zu passieren. Die Zeitspanne vom Ende der römischen Germanenkriege bis die Franken begannen in die Wohngebiete der germanischen Nachfahren vorzudringen die sich einst dem Imperium in den Weg stellten ist für die Geschichte ein Wimpernschlag. Es war das Jahr 775 als Karl der Große erschien und die fränkischen Jahrbücher erstmals diesen bis dato unbekannten, da nicht nieder geschriebenen Namen „Westfalai“ erwähnen. So betrat er nach 772 dem denkwürdigen Jahr der Irminsulzerstörung erneut zunächst den Westteil einer fälischen Großregion die erst östlich der Weser endete. Ein Sammelbegriff dem der Theorie folgend der lateinische Name „Fallere“ zugrunde liegt deren Bewohner man vermutlich die „Falsarii“ genannt haben könnte und aus dem sich im germanischen Sprachraum auch das Wort die „Falschen“ im Sinne von die Hinterlistigen ableitete. Eine auf lateinischer Wurzel beruhende Bezeichnung die sich in den von den Franken so genannten Regionen erst noch einbürgern sollte. Es ist aber auch ein Begriff dem sich kein rückwärts gerichteter Bezug auf die einst dort siedelnden germanischen Stammesnamen ableiten lässt, da er nach der Jahrtausendwende nur im römisch besetzten keltisch geprägten, vornehmlich dem linksrheinischen Landesteil Germaniens in Gebrauch war. 779 nannte man sie auch „Westfalaos“, bei Poeto Saxo lesen wir noch den Namen „Westfalhos“, während der Biograph Einhard 784 dazu im konträren Sinne auch die Bezeichnungen „Ostfalais“ und „Ostfalai“ verwendete. So besteht die Herausforderung darin das Verbindende zwischen der ab dem Jahr 784 Ostfalai genannten Region, deren Bewohner man nach dieser Theorie auch „Ostfalsarii“ nennen könnte und dem westlich davon
liegenden auch „Angaria“ genannten Territorium, dem die fälische Zuge den Namen Engern gab, heraus zu arbeiten wobei ein besonderer Augenmerk dem Überschneidungsbereich gilt. Eine Landschaft mit einer Bevölkerung zu der auch der Name „Mediofalsarii“, da zwischen West – und Ostfalen liegend gepasst hätte und deren frei gewordene Nutzflächen sich die Angrivarier angeeignet hatten, was den regionalen Bevölkerungsanteil unter ihnen verschob. Das die Franken alle Widersacher mit Ausnahme der Engern, die schon zu Zeiten des Imperiums unter den Römern anders gelitten waren letztlich Falen nannte, was bekanntermaßen auch die Cherusker mit einbezog verlief auf unterschiedlichen Wegen. So behielten auch die Angrivarii im Gegensatz zu den Falen von denen viele Teilstämme nach Westen abwanderten ihren aus prähistorischen Zeiten bekannten Namen bei. Man könnte spekulieren, dass es daran gelegen haben könnte, dass sich die Angrivarii nicht an der „verräterischen“ Varusschlacht beteiligt hatten und erst 16 + als Gegner Roms auftraten, sodass man sie im Imperium moderater einschätzte. So, wie es etwa bei dem durch sie vermittelten Gefangenenaustausch der einst gestrandeten Römer zum Ausdruck kommt, sodass man ihnen nicht den Makel der Falschheit anlastete und sie später auch nicht Falen nannte. So nutzten auch die Franken den Namen Falen bzw. griffen ihn auf der sich inzwischen verbreitet hatte und den man folgerichtig nur für jene Stämme anwendete die westlich und östlich der Engern siedelten. Dabei verkannten sie die Existenz der fälischen Vorbevölkerung mit denen die Engern in Siedlungsgemeinschaft lebten. Die erste Zuwanderungswelle der Angrivarii nach Süden könnte sich bereits ab dem frühen 2. Jhdt. Vollzogen haben, als die Dominanz der Cherusker nachließ und Vorfahren der Franken noch selbst rechts des Rhein siedelten. Die späteren Siedlungsverlagerungen der Angrivarii könnten zweierlei Gründe gehabt haben. Zum einen könnten die Vorläuferstämme der Franken wegen ihres Ausweichen in die lukrativen linksrheinischen Land frei gemacht haben zum anderern könnten aber auch die Gebietsverlagerungen der Angrivarii für Druck gesorgt haben. Vor diesem Hintergrund betrachtet kann man das Bedürfnis der Franken auch so verstehen, als ob sie in ihren einstigen rechtsrheinischen Landschaften noch alte Besitzansprüche geltend machen wollten was ihren Eroberungen den Anschein von Rückeroberungen verleihen würde. Mit dem Zuzug der Angrivarii aus nördlicher Richtung der sich wie symbolisch durch die markante Gebirgsenge zwischen Aulhausen und Fischerstadt vollzogen haben könnte in die sich die Weser eingegraben hatte überwanden die Angrivarii das klassische Grenzgebirge, das einst die Grenze zwischen den zwei Großkulturen der Kelten und Germanen bildete, sie lange voneinander trennte und sie voneinander auf Abstand hielt. Das 25 ha umfassende keltenzeitliche Latene Bollwerk „Nammer Lager“ befand sich nur etwa 5000 Meter östlich der Porta was darauf schließen lässt, dass man sich schon in prähhistorischen Zeiten den Nordvölkern gegenüber wehrhaft zeigen musste um sich ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Ein Wesenszug den der fälische Mensch noch bis heute in sich tragen könnte. Für die germanischen Nordvölker galt das Wiehengebirge lange Zeit als unüberwindbar, sie wussten von der dahinter liegenden höheren Kultur und ihrere Wehrhaftigkeit. Sie sahen es am südlichen Horizont in weiter Ferne liegend aufsteigen, sozusagen „wiet wech“, dem es möglicherweise auch seinen Namen verdankt, denn wieh gleich wiet steht in der Mundart für weit und sie begehrtes es. Das Völker aus unterschiedlichen Gründen ihre Wohnsitze verließen ist Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Möglicherweise ist der Zuzug der Angrivarii über den Kamm des Wiehengebirges noch als Spätfolge urgermanischer also vorchristlicher Südwärtsbewegungen zu sehen, steht aber gleichzeitig schon im Zusammenhang mit der ab dem 4. Jhdt einsetzenden so genannten Völkerwanderung was auch für die Sachsen gelten dürfte. Zunächst führte der Weg die Angrivarii in die Wohngebiete jener Menschen die unmittelbar südlich der Porta siedelten und damit auch in die ursprünglichen Stammlande der östlicher siedelnden Cherusker bzw. auch der westlich orientierten Brukterer, stießen in der Folge bis in den Diemelraum, nach Osten weniger stark über die Weser vor und Hinweise belegen, dass sogar noch Soest unter engrischen Einfluss geriet. Es wird sich nicht in Form eines kontinuierlichen Bevölkerungszustroms vollzogen haben, kannte Phasen des Stillstands wohl auch weil es zu Auseinandersetzungen kam, es kein Erfordernis aufgrund fehlendem Bevölkerungswachstums gab, oder aus Gründen nicht ausreichend vorhandener besiedelbarer Flächen. So baute sich langsam ein „Angaria“ innerhalb der Grenzen eines einst zum Cherusker - und Bruktererland gehörenden Siedlungsgebietes auf, dass seine politische Unabhängigkeit im Zuge der Streitigkeiten zwischen Heinrich dem Löwen und Kaiser Barbarossa verlor. So entstand in einem Streifen links als auch rechts der Weser eine Mischbevölkerung bestehend aus Engern und Ostfalen bzw. vormals aus Angrivarii und Cherusci. Während die überlieferten Gaunamen keine Anhaltspunkte liefern, ob man in ihnen fälischem oder engrischem Ursprung erkennen kann so ist die jeweilige Lage der Gaudistikte aufschlußreicher denn ihr lässt sich fälische oder engrische Einflussnahme entnehmen. Wohin und wie weit sich die Siedlungsgebiete der Angrivarii ab dem Wiehengebirge nach Norden ausdehnten bevor sie sich nach Süden ausbreiteten und unter dem Namen Engern in die Geschichte eingingen lässt sich nicht überzeugend eingrenzen und das dazu vorliegende Kartenmaterial offenbart Wissenslücken. Das Wiehengebirge trennte seit jeher die Völker und damit auch ihre Sprache was insbesondere im Umfeld der Porta, dem althergebrachten Wanderkorridor aus den klimatisch benachteiligten Nordregionen bis in den Süden Mitteleuropas erkennbar wird und sich innerhalb der niederdeutschen Gesamtsprache wie zwangsläufig auch eine Mundartgrenze bzw. ein Sprachgefälle einstellen musste. Hier schied sich die Vorläuferdialektik des von den Angrivarii gesprochenen Nordniederdeutschen von der Vorläuferdialektik des Südniederdeutschen wie man sie von den Brukteri und Cherusci gesprochen erwarten darf. So entstand mit der Einwanderung der Angrivarii in den südlich angrenzenden Gebieten in Verbindung mit der von Brukteri und Cherusci gesprochenen Sprache eine ostwestfälische Dialektzone. Ein Sprachinsel die sich als das Siedlungsgebiet der Angrivarii erkennbar macht. Eine Sprache bzw. ein Dialekt aus der wenn die Theorie zutrifft, die Sprachwissenschaft noch imstande sein sollte, die ursprünglich nordniederdeutsche Dialektik der Angrivarii heraus filtern zu können.
Für den östlichen Bereich vor dem auch die Besiedlung der Angrivarii nachweislich zum Stillstand kam, führte man den sprachlichen Begriff „ostfälisch“ ein, während man dem von Brukterern stärker durchsiedelten westlichen Teil den Namen Münsterländisch gab, vermutlich um die Bezeichnung Westwestfälisch zu vermeiden. Da sich keine deutlichen sprachlichen Unterschiede hervor heben schien im Gegensatz zum Wiehengebirge der Rücken des Teutoburger Waldes, auf dem auch keine keltischen Verteidigungsanlagen festgestellt wurden dialektisch betrachtet nur eine untergeordnete Bedeutung gehabt zu haben. Auch wenn die keltische als auch die germanische Sprache eine gemeinsame Wurzel haben lassen sich die in der Neuzeit benutzten Worte aufgrund der starken Veränderungen denen sie im Laufe der Jahrhunderte unterworfen waren keiner der beiden Strömungen mehr zuweisen. So dürfte sich eine Vielzahl von Worten die in Falen östlich des Rhein in der westfälischen Bucht, am Nordrand des Sauerlandes, aber wegen ihrer Abgeschiedenheit besonders innerhalb des Sauerlandes, als auch südlich der Mittelgebirge und östlich der Egge bis zur Oker genutzt wurden, ihren keltischen Einschlag bewahrt haben. Regionen in denen sich eine keltisch geprägte bodenständige Kultur und Sprache etabliert hatte aber nun beide Völker im Zuge der germanischen Einwanderungswellen nach Süden zwang sprachlich aufeinander zugehen zu müssen. Wie sich diese germanischen Stämme voneinander unterschieden und in welchen keltischen Räumen sie in der zweiten Hälfte des letzten vorchristlichen Jahrtausend Fuß fassten wird vergleichbar mit den Zuwanderungen der Angrivarii und Saxones nach der Jahrtausende gewesen sein. Stämme die über eine Gesamtbreite vom Rhein bis zur Elbe eine Nordsüdbewegung annahmen und dann in den kulturellen Sog jener Stämme gerieten unter denen sie sich niederließen die sie aber auch verdrängten. In Fortsetzung dieser Strömung war es die gallisch/römische Landmasse die zum Auslöser des rheinischen Fächers wurde im Zuge dessen die rechtsrheinschen Völker der Nieder - und Rheinfranken nach Westen drifteten. Die fälisch sprechenden Stämme soweit sie sich dem anschlossen nahmen ihren Dialekt mit, der sich im Verlauf mit den Dialekten der Rheinbevölkerung mischte. Die Nordvölker die lange vom Wiehengebirge zurück gehalten wurden bevor sie es überwanden verharrten letztlich im wesentlichen an der sprachlichen Trennlinie zum Oberdeutschen wofür geographisch der Diemelverlauf nahe der Benrather Linie steht. Eine gegen die Nordvölker gerichtete Sprachgrenze die nach dem Wiehengebirge den Charakter einer zweiten keltischen Auffanglinie besaß. An dieser Lautschwelle setzte die keltisch geprägte sprachliche Dominanz des Oberdeutschen ein was darauf hindeutet, dass sich im hessischen Sprachraum die keltische Kultur als langlebiger erwies. Es waren die Flüsse und Gebirge die seit prähistorischen Zeiten die Landschaften prägten und über die Stammeszugehörigkeiten hinaus auch über die Verteidigungsbündnisse entschieden. So beinflusste auch immer die Geographie die Sprachsektoren und womit sich auch die Rheingermanen von den Wesergermanen unterscheidbar macht, die man gerne in einem Atemzug nennt. Denn während sich die eine Zivilisation an der Fließrichtung der dem Rhein zugewandten Flüsse orientierte waren es für die andere Kultur die Zuläufe zur Weser. Grundsatzüberlegungen die mit dazu beitragen ein Verständnis für die frühen fälischen Verhältnisse zu entwickeln. Waren es im westlichen Westfalen wo Usipeter, Sugambrer, Marser und Tenkterer einen Vorläuferdialekt des Westniederdeutschen gesprochen haben dürften, so folgten östlich von ihnen in der westfälischen Bucht die Brukterer die im Zuge der römischen Zwangsumsiedlungen vermutlich in ihren südöstlichen Stammesgebieten Lebensraum an Marser und Sugambrer abtraten und den Durchzug der angilischen Sueben erlebten, bevor diese östlich und nordöstlich der Egge auf die Wohngebiete der Cherusker trafen. Jene um das Jahr Null ebenfalls verdrängten angilischen Sueben die sich im Suebengau nördlich des Harzes ansiedelten und die auch die Cherusker passieren ließen, bevor diese ihre neuen Siedlungsgebiete erreichten. So waren es vermutlich auch diese Angili auf die sich die Inschrift am Corveyer Westwerk bezieht, da sie für die neue römische Provinz eine Gefahr hätten darstellen können, vor denen sie sich mittels Mauern schützen wollten und sich daher der Unterstützung der Cherusker versicherten. Von diesen Veränderungen waren die Angrivarii lange ausgenommen da sie sich nördlich des Wiehengebirges bis zum Jahr 16 + den römischen Angriffen entziehen konnten, sich auch nicht an der Varusschlacht beteiligt hatten und Teile von ihnen erst nach Süden strebten als in diesen Regionen Siedlungsland frei wurde, das sie für attraktiver hielten. Während die Benrather Linie den niederdeutschen vom oberdeutschen Sprachraum und die „Wiehengebirgsgrenze“ den Nordniederdeutschen vom Südniederdeutschen trennte, verlief zwischen den zum Rhein – und den zur Weser tendierenden Germanen noch eine weitere Sprachgrenze. Sie begann östlich von Minden wo sich in einem Landstreifen links der Weser ab dem Schaumburger bzw. Calenberger Land der Übergangsdialekt von der ostwestfälischen zur ostfälische Mundart der Wesergermanen bzw. Cherusci bemerkbar macht und endete südlich davon wo sich der den Cherusci zugesprochene Nethegau befindet, von dem die Forschung annimmt, dass er westlich an die Wohngebiete der Bructeri stößt. Die Zuwanderung der Angrivarii beeinflusste die Dialekte der Brukterer und Cherusker, erzeugte den Mischdialekt des Ostwestfälischen und verdrängte die bisherigen Dialekt wodurch sich der ostfälische Vorläuferdialekt der Cherusci von der linken auf die Weserseite zurück zog. In Grenz- bzw. Übergangsregionen erweisen sich ältere Sprachformen als langlebig und machen sich in den Einzugsbereichen bis heute bemerkbar, sodass die Mundarten der ostfälischen Isoglosse noch in Regionen westlich der Weser etwa in Höxter und Bosseborn, sowie im Nethegau einschließlich der Warburger Börde hörbar sind aus denen sie einst verdrängt wurden. So war die Weser insbesondere zwischen Höxter und Beverungen mit dem Nethegau auf dem linken Ufer aus sprachlicher Sicht betrachtet nie ein Grenze. Das den Nethegau nach Westen abschirmende Eggegebirge sorgte für seine geographische Abgeschiedenheit und ließ ihn seit vorchristlichen Zeiten nach Osten tendieren was den ostfälischen Dialekt erklärt. Eine Landschaft in der sich über die Mundart wie ein Sprachrelikt aus längst vergangenen Zeiten seine Zugehörigkeit zum einstigen Stammesgebiet der Cherusker nachweisen lässt. In ähnlicher Weise wird es auch an der Sprachgrenze zwischen Elb - und Wesergermanen erkennbar, die östlich ab der Oker deutlich wird. Angrivarii die in die Regionen südlich des Wiehengebirges einwanderten und in ihren Herkommensgebieten weder ostwestfälisch noch ostfälisch sprachen, sondern sich in einer Vorläufersprache des Nordniedersächsischen unterhalten haben dürften, gelang es nicht sich mit ihrem Dialekt dauerhaft durchzusetzen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt anhand von Keramikvergleichen aus Bodenfundem auch eine Untersuchung von Raphael von Uslar der sich zwei unterschiedliche Bevölkerungsgruppen längst der Weser entnehmen lassen und aus deren Fundorten sich schließen lässt, dass in diesem Raum die westlich orientierte Töpferware der Bructeri auf die östliche der Cherusci traf und eine Töpferware der Angrivarii nicht erkennbar wird. Dies ist zum einen Hinweisgebend dafür, dass es in diesen Zeiten im Betrachtungsraum nur zwei konkurrierende Typen gab aber auch, dass schon die Bructeri Kultur westlichen Mustern folgte. Eine Grauzone könnte man im Lipperland ausmachen, in dem sich keramisch als auch sprachlich sowohl ostwestfälische als auch ostfälische Einflüsse bemerkbar machen, sodass es schwer fällt in dieser Region Zuordnungen auf die einstige Besiedlungsdichte von Cherusci bzw. Bructeri zu treffen bevor die Angrivarii begannen einzuwandern. Da es noch nicht gelungen ist Unterschiede bzw. Feinheiten zwischen germanischer Töpferware aus Angrivarii oder Bructeri Produktion zu erkennen ist noch nicht darf man annehmen, dass sich die Angrivarii auch was ihre Töpferware anbelangt bereits der Stilelemente der neuen Mitbewohner zu eigen gemacht haben könnte. Sowohl den Bructeri als auch den Cherusci könnte am Zuwachs der Angrivarii und der damit verbundenen Siedlungsauffrischung gelegen gewesen sein, sodass man sie auch ohne das sie sich mit ihrer Kultur durchsetzen konnten dauerhaft integrierte. Wobei die Geschichtsforschung davon ausgeht, dass die Angrivarii um das Ende des 1. nachchristlichen Jahrhunderts erst oder nur mit Hilfe der Chamaven in die Stammesgebiete der Bructeri eindringen konnten was sich nach kriegerischen Auseinandersetzungen anhört, es aber unklar bleibt wo sich diese, vermutlich am Niederrhein ereignet haben sollten. Das sich die Eigensprache der Angrivarii südlich des Wiehengebirges nicht etablierte bzw. in einen Mischdialekt mündete, könnte auch am kulturellen Rücksstand einer aus den Moorlandschaften des nordniederdeutschen Raumes stammenden Volkes gegenüber einem noch keltisch geprägten fortschrittlicheren Menschenschlages südlich der Mittelgebirge gelegen haben. Jene Teile der Angrivarii die sich entschieden hatten über das Wiehengebirge nach Süden zu ziehen, sich mit diesen Bewohnern zu vermischen und unter ihnen unter dem Namen Engern fortlebten dann die fälische Mundart annahmen, siedelten sich zunächst in den südlich des Wiehengebirges angrenzenden Grain- Wesi - und Wetigau an. Die parallel zum Wiehengebirge verlaufende Dialektgrenze spricht dafür, dass sich nicht alle Angrivarier bzw. Angrivarii möchte man den lateinischen Namen einsetzen an den Wohnsitzverlagerungen nach Süden beteiligten und Teile oberhalb des Gebirges sesshaft blieben führte dazu, dass sich dieser Stamm unterschiedlich voneinander entwickelte und in Nord - und Südangrivarii aufteilte. Obwohl es keine schriftlichen Quellen dazu gibt könnte man daraus schließen, dass sich die Stämme nördlich des Wiehengebirges auch noch lange selbst Angrivarier nannten. Während jene die ihre Wohnsitze verlagerten der südlichen Zungenschlag der Falen zu Engern machte. Anhand der historischen Überlieferungen lässt sich rekonstruieren, dass sich die Bewohner die man im Imperium Cherusci nannte in antiken Zeiten vor allem östlich der Weser folglich im so genannten Ostfalen siedelten wo sie sich an Mittelweser und Leine konzentrierten. Nach allgemeinen und dialektisch nachweisbaren Wissenstand dehnten sich ihre Wohngebiete aber auch noch bis zum Eggekamm, als auch zwischen der Diemel und den Externsteinen aus was die Enklave des darin liegenden Nethegau umfasst. Wie vermutet bewohnten die Cherusci auch Teile der als Lipperland bezeichneten Region zwischen Wiehengebirge und Teutoburger Wald und hier insbesondere die östlichen Regionen der Werreniederung. Ein flacher Landstrich in dem sich einzelne Sippen der Brukteri und Cherusci die Siedlungsgebiete aufgeteilt haben dürften, bevor die Angrivarii hinzu stießen. Eine Landschaft südlich des Wiehengebirges die heute zum „Sprachgebilde“ Ostwestfalen gezählt wird und in die ab dem ersten nachchristlichen Jahrhundert die Angrivarier begannen von Norden her einzuwandern. Es darf angenommen werden, dass die innerniederdeutsche Dialektgrenze die über den Kamm des Wiehengebirges verläuft bereits weit in vorchristliche Zeiten reicht und die sich südlich davon ausgebreiteten fälischen Mundarten noch von der keltischen Zunge beeinflusst waren. Was wiederum hinweisgebend dafür ist, dass sich auch im Kern dieser Stämme keltenzeitliches Brauchtum erhielt, das zum genetischen Bestandteil wurde und sich durch Erbgut fortpflanzte. So kann man spekulieren, dass die Bructeri in sich auch noch mehr dem keltischen als dem germanischen Typus zugewandt waren. So bedarf es auch der Überlegung, ob sich die Bructeri überhaupt selbst Brukterer nannten was wir wie in anderen Fällen auch für selbstverständlich halten bzw. diese Bezeichnung nicht keltischem Ursprung entstammte. Ihr Lebensraum war von außen betrachtet stark von Bohlendämmen beeinflusst und bedurfte vieler Überquerungen. Man denke nur an den Ort „Zer niwu Briggu“ zu deutsch Neubrück im südschweizerischen Kanton Valais.
Neben der durch das Wiehengebirge verlaufenden innerniederdeutschen Mundartgrenze die den nordniederdeutschen vom südniederdeutschen Dialekt trennt existieren südlich die ineinander greifenden fälischen Sprachgrenzen. Lässt man den fälischen Großraum etwa am einstigen tiberischen Landlimes dem „limitemque a Tiberio“ der östlich von Duisburg begann, in Richtung Sieg ausläuft und sich anhand des ostbergischen Dialektes bzw. der niederländischen Sprachvarietät noch nachweisen lässt beginnen, dann erstreckte sich dieser bis an die Oker im nördlichen Harzvorland und ins Elbe Vorland und verdeutlicht einen durchgängig einheitlichen Menschenschlag der sich durch einen gemeinsamen Sprachkern ausweist. Es ist eine von den fälischen Dialekten geprägte Region gleich einem fälischen Fächer der seine Fortsetzung im westlich orientierten rheinischen Fächer findet. Mundarten die sich je nach Großregion leicht aber hörbar voneinander unterscheiden, die sich aber ihre fälische Gemeinsamkeit bewahrten, im westlichen Falen ihren Anfang nahmen und im östlichen Falen endeten. Um die Sprachräume zu unterscheiden ersann die Forschung zahlreiche eigene Begriffe um sie voneinander abzugrenzen was aufgrund der zahlreichen Übergangszonen eine Herausforderung darstellt. So definierte man für Westfalen im wesentlichen die Dialektgruppen Südwestfälisch, Münsterländisch es folgt Ostwestfälisch und die ostfälischen Dialekte lässt man im Weserraum mit dem Weserostfälisch beginnen und sie im Elbeostfälisch enden. Für die Region um Helmstedt ersann man die Bezeichnung Ostostfälisch, den Norden um Uelzen nannte man Heideostfälisch. Der großen Verbreitung der fälischen Dialekte lässt sich entnehmen, wo die nordniederdeutsche Mundart endete was für ein geschlossenes Bundesland Falen sprechen würde hätte die Geschichte es denn so gewollt. Die germanischen Stämme die einst in dieser Großregion lebten waren sich in ihrer südniederdeutschen Sprache einig, sie bildeten eine eigenständige Allianz und unterschieden sich von den nordniederdeutsch sprechenden Stämmen der Angrivarii und Saxones. Wie alle Sprachgrenzen wirken auch diese nach Norden ausgerichteten unscharf da innerhalb der norddeutschen Bucht die Mittelgebirge als geographische Bezugspunkte fehlen und nur die Fließrichtungen der Flüsse den Völkern als Orientierungshilfe dienten. So konnten sich letztlich die fälischen Dialekte hörbar gegenüber den Einwanderern aus dem Norden behaupten. In welchem Dialekt oder welcher Sprache sich die ostfälichen Cherusker unterhielten und welche und wieviel Worte ihnen reichten um sich zu verständigen ist unbekannt. Gestik, Mimik und raunenhafte Töne werden vielfach die wortgewandte Kommunikation ersetzt haben erfüllten aber ihren Zweck. Da in den einstigen Wohngebieten der Cherusker heute das Südniederdeutsche und somit das Ostwestfälische vor allem aber das Ostfälische gesprochen wird entziehen auch sie sich nicht dem starken Verdacht in einer Region nicht nur mit keltischem Sprachuntergrund gelebt zu haben, sondern auch in sich keltischer Abstammung gewesen zu sein. Obwohl die Existenz der Angrivarii/Engern auch in den östlich zu Ostfalen angrenzenden Teilen Ostwestfalens im Kern unstrittig ist, erscheinen die Konturen und ihre Grenzen zu den einstigen Wohngebiete der Cherusci/Ostfalen wie verwässert. Was uns an wenigen Kenntnissen über die einstigen Wohngebiete der Angrivarii vorliegt verdanken wir dem taciteischen Hinweis aus den Zeiten der römischen Germanenkriege die schon lange vor seiner Geburt endeten wonach sie Germanicus in den Rücken gefallen sein sollen, als sich dieser zum Schlachtfeld Idistaviso begab. Wo dies allerdings geschah verschwieg er uns. Da Germanicus über die Ems soweit diese damals für römische Landungsschiffe schiffbar war vorrückte, könnte er die Boote westlich Bramsche verlassen haben um von dort den prähistorischen „Hellweg unter dem Berge“ zu nutzen. Die Wohngebiete begannen östlich der Hase angrenzend an die Stammesgebiete die Chasuarier sodass die Attacke bereits in dieser Region statt gefunden haben könnte. Der Theorie zufolge hätte Germanicus dabei die südlichen Siedlungsgebiete der Angrivarier gestriffen was diese auf den Plan rief und in der man einen Vorboten der Kämpfe am Angrivarierdamm sehen kann. Demnach hätte der Angriff auf Germanicus am Nordrand des Wiehengebirges statt gefunden, was sich auch mit der Lage ihrer vemeintlichen Wohngebiete deckt. Wie weit Germanicus marschieren musste um auf auf den Kampfplatz „Idistaviso“ zu gelangen bzw. wo sich ihm die Cherusker entgegen stellten, bleibt der Spekulation überlassen. Möchte man es mit der Gebirgskette des „Ith“ in Verbindung bringen, dann standen Germanicus nach dieser Attacke bis ins Kerngebiet der Cherusker noch einige Tagesmärsche bevor. Daran wird deutlich, dass sich der hinterrückse Angriff der Angrivarier auf Germanicus sowohl schon weit vor den Wohngebieten der Cherusker als auch schon in Grenznähe zu ihnen ereignet haben könnte. Das sie weder an der Erstschlacht gegen Varus teilnahmen noch im Zusammenhang mit der Schlacht bei Idistaviso auf Seiten der Cherusci erwähnt werden spricht dafür, dass beide Stämme auf Distanz zueinander bedacht waren, es aber auch an den relativ weiten Anmarschstrecken gelegen haben könnte. Vermuten lässt sich, dass sie sich der Koalition unter Arminius anfänglich nicht vollumfänglich anschliessen wollten, da sie darin keine oder noch keine Notwendigkeit sahen und auch keine unmittelbare Bündnisverpflichtung bestand. Die Interessenslagen zwischen Angrivarii und Cherusci waren unterschiedlich und in Angrivarien hatte man vielleicht auf einen anderen Ausgang der Idistaviso Schlacht gesetzt, wartete die weitere Entwicklung ab, hatte aber bereits die eigene Streitmacht zusammen gezogen um gewappnet zu sein. So reagierten die Angrivarii auch erst nach dem Germanicus wieder in ihr Stammesgebiet eingedrungen war um zur Ems zu gelangen. Eine Schlacht die wohl letztlich im Umkreis der Porta stattfand muss nicht Ausdruck einer langfristigen Planung gewesen sein, denn Germanicus hätte von Idistaviso auch einen anderen Rückweg zur Ems einschlagen können als das Angrivariergebiet passieren zu müssen. Was diese Schlacht am so genannten Agrivarierwall anbelangt, so stellt man sich diese Anlage wie eine wallartige Erdaufschüttung vor. Ein Schutz - oder Trennwall der sich für die Legionäre und später die römischen Geschichtsschreiber so darstellte, als ob sich hinter dieser Anschüttung eine Abgrenzung zu den Cherusci verbarg. Tacitus nannte die Abgrenzung „dirimerentur“ dem sich entnehmen lässt, dass beide Völker Wert auf Eigenständigkeit legten, man sich also ihre gewachsenen Eigenheiten bewahren wollte. Das sich Angrivarier und Cherusker 9 + und auch nicht 16 + bei Idistaviso gemeinsam gegen Rom stellten bzw. stellen wollten mag ebenfalls verdeutlichen, dass man abweichende Zielsetzungen verfolgte. Passend zu der im Imperium vorherrschenden Annahme, dass sich Angrivarii und Cherusci mit gegensätzlichen Interessen gegenüber standen und sich hier scheiden wollten klang es plausibel, aber auch im Einklang mit der Theorie, dass es zwischen ihnen bereits damals und nicht erst in späteren Jahrhunderten Rivalitäten gegeben hatte. Ein Bauwerk, dass jedoch schon aus Keltenzeiten gestammt haben könnte und seinerzeit den Zweck verfolgte den Nordvölkern den Weg durch die Porta zu erschweren. Da Germanen auch nicht dafür bekannt sind den Aufwand betrieben zu haben feste Grenzen zu hinterlassen und die Geländemarkierung zudem schon 16 + älteren Datums war müsste sie demnach einen Ost/West Verlauf genommen haben. Jedenfalls entzieht sich seine Lage bislang jeglicher Verortung. Ob Germanicus nach der Idistaviso Schlacht an der sich keine Angrivarii beteiligt hatten mit einer weiteren Auseinandersetzung auf dem Rückzug gerechnet hat sei dahin gestellt. Auch darf man vermuten, dass das Geschehen bei Idistaviso einen anderen Verlauf genommen haben könnte, wenn sich die Angrivarii gemeinsam mit den Cherusci gegen Germanicus gestellt hätten. So war es eine Vorgehensweise die stark an die Zersplitterung der Kräfte im Zuge der Sachsenkriege erinnert. Während das Wiehengebirge sowohl eine geologische und damit verbunden auch mundartliche Grenze bildete und die Weser wenn auch nicht mundartlich so doch Grenzcharakter besaß, hatte sich das in der linksseitigen Ausbuchtung der Weser befindliche Lipperland bezogen auf seine Bewohner und ihren Dialekt auch unter den Engern seine Eigenheiten bewahrt. Auch das Großvolk der Brukterer mit seinen unterschiedlichen zwischen Rhein und Weser siedelnden Stämmen kommunizierte untereinander in einer fälischen Vorläufersprache. Es waren Dialekte die auch jene Stämme sprachen die sich von ihnen im Zuge der Völkerwanderungen lösten und nach Westen zogen, sich dort mit den Keltoromanen mischten und im Reich der Rheinfranken aufgingen, sodass auch die Ripuarier imstande waren sich mit den westlichen Falen unterhalten zu können. Es war die Sprache der Straßburger Eide die Ludwig der Deutsche sprach, dessen Mutter aus dem altniederländisch sprechenden Hespengau stammt. Darin enthaltene Worte wie „dage“ für Tag, „mig“ für mich bzw. „sama“ für ebenso die ins Niederdeutsche weisen machen die alte Sprachverwandtschaft zwischen Falen und Franken deutlich. Die Angrivarii waren anders als die „Cheruscifalen bzw. die Bructerifalen“ kein keltisch/germanisches Mischvolk und standen diesem distanzierter gegenüber. Das Verhältnis beider Kulturen untereinander als auch ihre Gemütsunterschiede lassen sich schwer einschätzen und der besagte Angrivarierwall könnte immer noch die alten Einflußsphären markiert haben. Wie die spätere Geschichte zeigt hielt sich der Unterschied in der Wesensart noch bis ins Mittelalter, was am Dialekt und der karolingischen Diözesanaufteilung deutlich wird. Zwei Völker von denen sich in vorchristlichen Zeiten als die Seßhaftigkeit noch überwog sich das eine mehr nach Norden und das andere nach Süden orientierte. Die sprachlichen Unterscheidungsmerkmale lassen die Schlussfolgerung zu, dass der noch bis ins frühe erste Jahrhundert südlich des Wiehengebirges vorherrschende Dialekt nach dem angrivarischen Zuzug sukzessive das Ostwestfälische entstehen ließ wodurch sich in dieser Region die Mundart der dort einst siedelnden Brukterer und Cherusker veränderte. Es entstand ein Dialekt, der sich zwischen die westfälische und ostfälische Sprachkultur schob was darauf hindeuten könnte, dass sich die beiden Mundarten von Bructeri und Cherusci vor dem Zuzug der Angrivarii dialektisch näher gestanden haben könnten. Letztlich führte die Tatsache, dass der Kontakt jener Angrivarii die sich neue Siedlungsgebiete südlich des Wiehengebirges erschlossen in ihre nördlichen Abstammungsgebiete schmolz was den kontinuierlichen Verlust ihrer bisherigen Sprachgewohnheit begünstigte. Ein zweigeteiltes Volk, dass sich vielleicht auch politisch entfremdete. So musste und konnte auch der isländische Mönch Nikulas im 12. Jahrhundert folgerichtig feststellen, dass er sich ab Minden in einer anderen Sprachenlandschaft wieder fand in der man nicht mehr „angrivarisch“ sondern „engrisch“ sprach. So hat der Zuzug der Angrivarii in die Regionen südlich des Wiehengebirges die dort bereits seit antiken Zeiten durchgängig vorherrschenden fälischen also bructerisch bzw. cheruskischen Sprachgewohnheiten der Region den anderen Klang des ostwestfälischen gegeben. Noch heute stellt sich der Raum um Minden aufgrund der wie ein ein Einfalltor wirkenden Porta Westfalica wie eine nach Norden ausgreifende sprachliche Ausbuchtung dar. Eine Region in der man ostwestfälisch aber kein ostfälisch und auch nicht niedersächsisch bzw. nordniedersächsisch spricht da die Engern es adaptiert hatten. Die Keramik Studie von Rafael von Uslar hilft weiter denn sie bestätigt für den gesamten Untersuchungsraum einschließlich einer Überlagerungszone eine östlich Cheruskische und eine westlich Bructerisch orientierte Typisierung. Funde deren Formgebung sich jedoch keinem angrivarischen Nordvolk zuschreiben lassen was darauf hindeutet, dass sich die Techniken der Bructerer bei den Angrivarii durchsetzte. Wie überliefert lassen sich die germanischen Völker die die heute Niedergermanien bezeichnete Großregion bewohnten erstmals räumlich von den römischen Geschichtsschreibern Pomponius Mela, Plinius und Tacitus abgrenzen, während sich der kundige Strabo der noch nach 23 + gelebt haben soll nicht darunter befindet. In unterschiedlichen Schreibweisen werden drei Gruppen erwähnt die man Istävonen, Ingävonen bzw. Hermionen nennt und die vielleicht gemeinsam mit den Istävonen ihre südosteuropäische Herkunft verraten könnten. Während die Istävonen in der Nähe des Rhein lebten und die Ingävonen die dem Meer zugewandten Regionen bewohnten bezeichnet Mela die Hermionen als die „ultra ultimi“ bzw. die letzten also jenseitig lebenden Germanenstämme was auf ihre östlichen Siedlungsgebiete hindeutet. Mit der Sammelbezeichnung Hermionen gelingt es über die Stammesaufzählung sie den Regionen östlich der Weser bis zu den Quellgebieten der Flüsse zuzuweisen die den Harz in nördliche Richtung verließen und es wird deutlich was Mela darunter verstand. Zu den Hermionen die nur Plinius nach Völkern trennt zählt er die elbgermanischen Sueben, Hermunduren aber auch die Chatten und Cherusker. Die Sueben dessen angilischer Teilstamm von Tacitus und Ptolemäes überliert ist besiedelten das Elbegebiet und sind nördlich des Harzes unter der Bezeichung Suebengau erfasst. Namentlich nicht genannt aber räumlich naheliegend könnte man auch noch die Langobarden zu den Hermionen gerechnet haben. Die im Betrachtungsraum siedelnden Angrivarier, obwohl ebenfalls nicht in diesem Zusammenhang überliefert ließen sich demnach bereits den Nordseegermanen und die Brukterer den Rheingermanen zurechnen. Dieser Darstellung lässt sich die Siedlungsnähe der Cherusker sowohl zu den Angrivariern als auch zu den Brukterer entnehmen, obwohl man sie in der Antike einem anderen Kulturraum zuordnete. Da Tacitus berichtete, dass Germanicus sein Heer 16 + an die äußerste Grenze der Brukterer führte, der Stamm der von der römischen Expansion besonders betroffen war lässt erkennen, dass ihre Siedlungsgebiete im Osten etwa bis zum Eggekamm reichten. Den Ursprung der Hermionen könnte man in der alten griechischen Stadt Hermione sehen, die der griechische Geograph Strabo in seiner Geographica erwähnt hat. Er und Pomponius Mela waren Zeitgenossen und kannten sich und das der von der iberischen Halbinsel stammende Mela die griechische Stadt Hermione erst über den Kontakt mit Strabo kannte klingt plausibel. Plinius hingegen kämpfte vermutlich unter Corbulo gegen die Cherusker, war im Kindesalter als Strabo verstarb und könnte wie auch Tacitus die Bezeichnung Hermionen bzw. die dazugehörigen Volksnamen den vorliegenden Schriften entnommen haben. Pomponius Mela der das älteste geographische Werk in lateinischer Sprache verfasste stand nicht nur mit Strabo in Verbindung der das griechische Hermione auch selbst besucht hatte, sondern war auch der erste antike Geschichtsschreiber über den wir das Wort Herminones erfahren haben. Er könnte sich über Strabo seine Kenntnisse verschafft haben und sah die Parallelen die ihn veranlasst haben könnten die Völker unter dem Begriff Hermiones zusammen gefasst zu haben, die uns Plinius nach dem Tod von Mela namentlich überlieferte. Da sich darunter jene germanischen Stämme befanden, die sich besonders heftig gegen die römischen Expansionsversuche zur Wehr gesetzt hatten, während zu den Istävonen und Igävonen keine Einzelstämme bekannt geworden sind unterstreicht die Bedeutung dieser Stämme die sie sich im Widerstand gegen Rom erkämpft hatten. Das altgriechische, bronzezeitliche und heutige Ermione das nach Hermion dem Sohn des Europs benannt wurde beherbergte ein tapferes Volk, dass sich auch mit drei Schiffen an der Schlacht in der Bucht von Salamis beteiligte, als die Persern den Griechen unter Xerxes I unterlagen. Somit zwang sich ein Vergleich mit den sich erfolgreich zur Wehr setzenden Germanen auf und Plinius selbst erlebte um das Jahr 47 + auf welch widerstandsfähige Bevölkerung das Imperium seit dem Rheinübertritt traf. Eine Parallele die dazu geführt haben könnte, dass man den Namen Hermiones in abgewandelter Form auch auf Arminius übertrug. Als ursprünglicher Namensgeber der Stadt Ermione gilt der griechische Gott Hermes in dem man in Rom nur den Gott der Händler sah, der aber in Griechenland der Kriegsgott war und die Seelen der Verstorbenen begleitete. Hermes stand aber auch für das Mysteriöse und Abgeschiedene wie es das Wort „hermetisch“ ausdrückt und wie man es auf die fremden und unbekannten Regionen nördlich der von Kelten besiedelten Landschaften angewendet haben könnte. Da die griechische Welt über die Donau schon lange vor der imperialen Ausdehnung Kontakt zu den süddeutsche Kelten augenommen hatte und die römische Gesellschaft von den griechischen Vordenkern profitierte könnte auch Strabo der römischen Geschichtsschreibung als Informant und Bereicherung gedient haben dem wir auch die interessante Überlieferung über den Triumphzug des Germanicus im Jahre 17 + zu verdanken haben. Somit könnte es ein Strabo gewesen sein, der wenn auch indirekt dokumentierte, dass die griechische Welt den germanischen Norden schon in vorchristlichen Zeiten den Nimbus des Unbekannten entrissen hatte und man begann sich die Großregion auf dem Weg von Namensvergebungen zu nähern. In mehrfacher Hinsicht könnte er erkannt haben, dass die griechischen Hermionen mit den germanischen Stämmen vergleichbar waren und hätte sein Gedankengut an den nach ihm lebenden Pomponius Mela vererbt. Somit wäre der aus griechischer Sicht positiv besetzte Name Hermionen in gewissem Sinne eine Vorläuferbezeichnung für jene Stämme gewesen, denen man aus römischem Blickwinkel betrachtet nach der Varusniederlage aus Verachtung begann den negativ besetzten betrügerischen Namen „Fallerii“ gegeben haben könnte. Aber auch die Bastarnen die Tacitus aufgrund ihrer Sprache für Germanen hielt sollen vor ihrer Abwanderung in der Elbregion beheimatet gewesen sein. Über sie ließ sich eine weitere rückwärtige Verbindung zur Entstehungsgeschichte der Cheruskern aufbauen wie es einem späteren Kapitel vorbehalten sein soll. Obwohl es naheliegender scheint die Angrivarier zu den Hermionen zu zählen, taten es die antiken Historiker nicht. Die Maschinerie kriegerischer Auseinandersetzungen kommt nie zum Stillstand und besonders im Zuge der Umwälzungen nach dem Zusammenbruch des römischen Westreiches brannte es vielerorts, Waffenhandwerk war gefragt und ab dem 5. Jahrhundert gehörte die Anwerbung von Kriegern zum Tagesgeschäft der Heerführer. Man motivierte sich gegenseitig und es zog die Kämpfer aus den fälischen Landen wie man weiß nicht nur nach England, sondern auch in die im oströmischen Raum entstandenen Krisenregionen. Und wie sich der „Notitia dignitatum“ entnehmen lässt, kamen in dieser Zeit unter der Bezeichnung Falchovarier dort auch Falen zum Einsatz. Die Geschichtsforschung lehrt uns, dass die Phase in der man begann den Völkern und Landschaften Namen zu geben weit aus früher anzusetzen ist, als es die ersten schriftlichen Zeugnisse die unter der Bezeichnung Ersterwähnung eingang in die Historie finden vermuten lassen. Das man zu Beginn des 5. Jhdt. in der „Notitia Dignitatum“ neben den in Auxuliardiensten stehenden Bructeren, Ampsivarier, Chamaven, Alamanni, Batavi, Franci und Angrivarii unter dem Namen Falchovarii auch die Falen erwähnt lässt unterschiedliche Schlüsse zu. Im Zusammenhang mit dieser Thematik stellt sich die Frage aus welcher Epoche die Namen der Söldnerverbände stammten die um 394 - 396 in der „Notitia dignitatum“ nieder geschrieben wurden, ob man sie so nannte und ob sie sich selbst so nannten. Man hatte zum Ende des 4. Jhdt. nicht nach neuen Stammesnamen Ausschau halten müssen und übernahm die Traditionsnamen der Zeit. Es scheint, dass sich die Franci um diese Zeit bereits unter diesem Namen stammesgeschichtlich etabliert hatten und sie ihn gegen ihre alten germanischen Namen eingetauscht hatten. Bezogen auf die Angrivarii könnte man zu der Schlußfolgerung gelangen, dass sich die Angrivarii inmitten der Völkerwanderungszeit noch im Sinne älterer germanischer Verwurzelung noch als ein geschlossenen Volk verstanden und daher im 4. Jhdt. noch unter ihrem „germanischen“ Namen Angrivarii auftraten. Um diese Zeit hätte demnach ihr Bestreben nach Süden vorzudringen zwar schon eingesetzt haben können aber der später für sie aufgekommene Name Engern der nach mundartlicher Vereinfachung klingt hatte sich noch nicht nach außen verbreitet. Zudem besteht der Verdacht, dass auch der lateinische Name Angrivarii auch über die Schriftform bzw. die Schreibweise entschied bzw. ein Volk dessen Bewohner sich untereinander Engern nannten, mit diesem lateinischen Namen noch nicht die politische Bühne betreten hatten und daher die bekanntere antike Bezeichnung verwendeten. Schlussfolgernd galt dies auch für die Falen die noch nicht nach Ost - oder Westfalen unterteilt wurden was dafür spricht, dass sich diese altgermanischen Stämme um diese Zeit und noch ungetrübt von angrivarischer Zuwanderung zwar schon mit dem ihnen zugewiesenen Namen Falen arrangiert hatten sich aber noch eigenständig sahen. Eben jener Name Falen dem man mit Vorsicht zu begegnen hat, da er nicht der Wunschname der damit gemeinten Bevölkerung war, den die Bewohner aber seit dem 4. Jhdt. begonnen hatten ihn im Zuge der Völkerwanderungs bedingten Zusammenschlüsse anzunehmen. Es war eine Übergangsphase in der die Namen der germanischen Stämme wie sie uns nur aus antiken Quellen bekannt geworden sind zu verblassen begannen, was auch für die Cherusker zutrifft die man zu den Falen zählte. Eine Zeit in der die Bezeichnungen Cherusker und Falen noch parallel genutzt wurden, so wie es im Fall der Cherusker noch um 384 geschah, als man für sie in Ostrom schon den Namen Falchovarii verwendete. In diesem Jahr als der Dichter Claudian den römischen Heerführer Stilicho rühmte wurden sie letztmalig in der Literatur erwähnt. Danach begann sich wie es den Eindruck macht der Name Falen den man damals für eine heimtückische Bevölkerung anwendete, der im römischen Reich schon länger ein geflügelter Begriff war langsam durchzusetzen. Er stand für Betrug und Verrat und verdrängte den antiken Namen der Cherusker denen er einst galt, sodass damit auch ihre Identität in den Wirren der Zeit unter ging. So lässt sich auf Basis dieser Rekonstruktion schlußfolgern, dass sich der Begriff Falen sukzessive ab dem 4. Jhdt. auf die rechtsrheinische Großregion übertrug. (Siehe Beitrag vom 19.3.2025 „Wie die Falen zu ihrem Namen kamen“). Es war die Zeit in der die Franken die unter angrivarischem Einfluss geratenen Falen zu Engern machten und sie dann aus eigenem Selbstverständnis heraus samt den westlich und östlich von ihnen siedelnden Ost- und Westfalen zu Sachsen erklärte. Eine Phase der eine Zeit voraus ging in der sich Teile des bis dato Cherusker genannten Stammes von ihren bisherigen Wohngebieten gelöst hatten um zu Söldnern zu werden und gemeinsam mit den ihnen benachbarten Stämmen abzuwandern. Etwa mit den Langobarden mit denen sie zunächst zur Donau und dann nach Norditalien zogen, aber auch um dem Ruf von Vortigern nach England zu folgen um ihm zu helfen die eingefallenen Nordvölker zu bekämpfen oder sich den Saxones anzuschließen die die französische Kanalküste verunsicherten. Besonders diese Gewalttaten waren, die Gallien und damit das Frankenreich erschütterten und sie letzlich bewog ihr Augenmerk nach Osten in jene Regionen zu richten denen die Saxones herstammten um das Grundübel zu bekämpfen. Dazu gehörte es einen Landkomplex in seiner Gänze zu erobern in dem sich ihnen auch die nicht zu den Saxones zählenden Völker zwischen Rhein und Elbe entgegen stellten. Jene Stämme nach deren Unterwerfung die Franken schon seit Merowingerzeiten vergeblich trachteten, was aber unter einem charismatischen „Charles le Magne“ in greifbare Nähe rückte. Es waren Landschaften mit deren Dialektik sie vertraut waren, da sie ihnen einst selbst entstammten und was ihnen trotz der Zähigkeit des Widerstandes die Kommunikation erleichterte. Möchte man das rätselhafte und zu definierende Stammesgebiet der Ostfalen eingrenzen muss man es mit der Ausdehnung der Angrivarier/Engern gemeinsam denken und kann dabei auf die uns überlieferten Gaunamen aus dem 10. Jahrhundert zurück greifen. Im Zuge angrivarischer Zuwanderung, die zögerlich ab der Mitte des 1. Jahrhunderts einsetzte sollen sie mit Unterstützung der Chamaven die Brukterer aus den Gebieten nördlich der Lippe zurück gedrängt haben und müssten zunächst begonnen haben das Werretal zu besiedeln. Ein Hinweis der jedoch durch keinen weiteren historischen Anhaltspunkt gestützt wird, sodass nicht deutlich mit welcher Bevölkerungsgröße sich die Brukterer in der Region danach noch behaupten konnten. Inwieweit es in diesem Zusammenhang auch zu Auseiandersetzungen mit den Cheruscii kam bleibt offen spricht aber dafür, dass die Vorstöße der Angrivarii in der Anfangsphase nicht immer einvernehmlich verliefen. Ein in den folgenden Jahrhunderten nicht unübliches Abwandern von Teil- bzw. Unterstämmen bzw. unbekannt gebliebene Wohnsitzverlagerungen von Brukterer und Cherusci könnten südlich des Wiehengebirges bis ins Wesergebiet hinein zu gesunkenen Einwohnerzahlen geführt haben was Raum schuf und auch zu einer willkommenen Auffrischung der ausgedünnten Landschaften beigetragen haben könnte, sodass man vom Zuzug der Angrivarii profitierte. Es war jene Region davon betroffen die sich heute Ostwestfalen nennt und in deren östliche als auch westliche Übergangszonen die benachbarten Dialekte hinein spielen. Abgesehen von allen naturgegebenen Reibereien galt auch für die angrivarischen Bauernkulturen, dass man sich nach Böden umsah die für die Bewirtschaftung attraktiv waren und die ungeeigneteren Flächen aussparte was ihre Besiedlungsintensität beeinflusste. Wie die Konflikte ausgetragen wurden und wer letztlich Verlierer oder Gewinner war, ob Fale oder Enger entzieht sich unserer Kenntnis aber Rivalitäten die es auf den Thingversammlungen zu klären galt werden die Folge gewesen sein. So verlief der Integrationsprozess in einer zuvor von Cheruskern und Brukterer besiedelten Region für die der Name Engern aufkam auf eine für uns undurchschaubare Weise. Wohl willkürlich eher ungeregelt, dem jeweils Stärkeren gehorchend, aber über die Jahrhunderte betrachtet eher unauffällig. Wer sich folglich wie und wo durchsetzte und wer welche Landstriche für sich beanspruchte, wann es zu ausgewogen Bevölkerungsanteilen kam und wann Engern bzw. Falen noch die Mehrheit stellten bleibt offen. Aber es gab sicherlich auch Bereiche in denen Falen noch die Mehrheit bildeten und sich behaupteten. Letztlich aber hielt sich in den östlichen Regionen des Landes „Angaria“ eine Schicht bodenständig gebliebener „Altcherusker“ die sich nun als Falen verstanden, sich mangels eigener geschichtlicher Erinnerung nun selbst für Falen hielten und sich ihre Wohngebiete mit den Engern teilte. Engern war entgegen dem Namen Falen eine Bezeichung die sich der eigene Volksmund gab, den die fränkischen Eroberer aufgriffen und der anzeigt, dass man sich, obwohl man sich den Dialekt der Falen arrangiert hatte, noch ältester Siedlungvergangenheit bewusst war, sich also noch mit ihren Volksgenossen nördlich des Wiehengebirges verbunden sah. Im Detail betrachtet ist die Bezeichnung Gau auf Verwaltungsebene der kleinste politische Nenner. Der ursprüngliche Name entstammt wohl einer Zeit, als sich die indogermanischen Sprachenzweige noch näher standen was sich auch im altindischen Sanskrit nachweisen lässt. Es bedeutet aber nicht, dass auch die Gaunamen aus vorchristlichen Zeiten stammen. Die Anfänge unserer sprachlichen Verständigung liegen im Dunklen und es war ein langer Prozess bis man in Germanien Sprache und Schrift miteinander verband, bzw. Laute verschriftete um daraus eine Schriftsprache entwickelte. Und da niemand schreibt wie er spricht was auch im umgekehrten Sinne gilt führte beides immer ein Doppelleben. Und auch heute noch ist Kommunikation im persönlichen Gespräch frei und jenseits jeglicher schriftlicher Zwänge ungezwungen und distanzlos, da man sich anders als im versteiften Schriftverkehr in die Augen sehen und sich auch ohne Worte verständigen kann. Der mündliche Ausdruck baute sich in Urzeiten wie aus dem Nichts kommend auf und doch wussten unsere Vorfahren wie sich in ihren Zeiten den Zielen näher kommen ließ, als es noch nicht nötig war Worte auf schriftlichem Weg bewegen zu wollen. Gerauntes stand am Anfang bei dem die Stimme mal abgehoben und mal gesenkt wurde und Runen folgten dem als erster Veerschriftungsversuch. Es folgte die Phase in der sich eine fortschrittlichere Kultur einer langsameren annährte bis die zuletzt genannte den Wunsch verspürte sich über die Schriftsprache voneinander unterscheiden zu wollen, da man anders war. Während die Reste keltischer Sprache in den germanischen Dialekten bis zur Unkenntlichkeit aufgingen hinterließ die griechische Kultur in den Provinzen nördlich der Alpen kaum Spuren und das Wenige schien mit dem Ende keltischer Donauherrschaften spätestens am Main versiegt zu sein. Das sich in der Auseinandersetzung mit der lateinischen Schriftsprache die germanische Zunge auf Dauer nur schwer unterdrücken ließ ist durch das Wörterverzeichnis des Abrogans aus dem 8. Jahrhundert belegt und nutzte das in der lateinischen Sprache liegende Wegweisende nur solange, bis man imstande war auch die eigene Sprache, dass „Theodisce“ verschriften zu können. Wie auch viele andere geschriebene Worte unseres alltäglichen Sprachgebrauchs auf eine lange Geschichte zurück blicken, können auch die Gaunamen frühesten Zeiten entstammen. Ihnen eine Bedeutung zu entnehmen die auch bei der direkten Suche nach den einstigen Stammengebieten der Cherusker hilft scheitert kann aber gelingen wenn man das Wort Cherusker mit Falen austauscht. Aus den Gaunamen sprechen volkstümliche Merkmale unterschiedlichster Bedeutung und Wertvorstellung und selbst geraunt ausgestoßene Begriffe mit ursprachlichem aber undefinierbaren Inhalt können noch darin ruhen. In den Gaubezeichnungen einen aussagekräftigen Inhalt zu entdecken gleich ob er aus keltischem oder germanischem Rachen kam bleibt uns aber weitgehend versagt. Im Zuge der Verschriftung verlor vieles seine ursprüngliche Bedeutung und verliert es noch bis heute, sodass wir auf der Suche nach den vermeintlichen Spuren der Vergangenheit vor einem Rätsel stehen und oft einem Irrweg folgen. Ein nie zum Stillstand kommender Prozess den auch Karl der Große erkannt haben könnte, als er zum Ende des 8. und im 9.Jhdt. die Christianisierung anstieß und sich veranlast sah ein bemerkenswertes Sendschreiben an die Klöstern zu verfassen, in dem er sie darin aufforderte Sprachstudien zu betreiben, da auch Sprache und Schrift als Mittel der Verständigung der Pflege bedürfen. Wenn es zutrifft, dass seiner Mutter Bertrada die Bertradaburg ihrer Großmutter bei Gerolstein gehörte und Karl dort zur Welt kam, dann war das „Nord Moselfränkische“ seine Muttersprache jene Sprache die noch weit nämlich bis einschließlich Siegen ins rechtsrheinische sozusagen „Siegfränkische“ hinein reichte und seine Wurzeln lagen in einst Sigambrischen Siedlungsgebieten. Und wie auch weiter nördlich nahmen alle früher rechts des Rhein siedelnden Germanenstämme im Zuge ihrer Wanderbewegungen ihre Dialekte auf die linke Rheinseite mit. So hatte auch Karl noch einen starken Bezug zur Sprache seiner Ahnen und stellte damit den Klerus vor eine unchristlich wirkende Aufgabe. Damit stellte auch er schon früh die Weichen für die Zweisprachigkeit und die Akzeptanz der Dialekte in Konkurrenz zum einheitlichen Latein, das zu lesen oder zu schreiben nur eine Minderheit imstande war und nur dank Liturgie und Mönchtum die Zeiten überdauern sollte. Parallel zur ausschließlich lateinisch geprägten Korrespondenz setzten auch im nun Sachsen genannten Landesteil die ersten Bemühungen ein auch die Sprache des Volkes verschriften zu wollen. Der Fuldaer Schule ist zu verdanken, dass schon um 830 der älteste Text des Heliand Epos in altsächsischer Sprache entstand. Und wiederum geschah es in der Reichsabtei Corvey wo man erstmals die Mundart beim Wort nahm und wo sich die „verschriftete Stimme“ unserer Vorfahren nach empfinden ließ in dem man sie lesbar machte. Und zweifellos wird das Interesse sich dieser Sprache zu widmen im altsächsischen Corvey ungleich größer gewesen sein, als im altfränkisch geprägten Fulda. Denkbar daher, dass auch die 840 in altsächsischer Sprache verfasste Genesis in Corvey entstand. Das sich gleichzeitig der vor 800 geborene Geschichtsschreiber Rudolf von Fulda mit den Tacitus Annalen, wie es den Ostfränkischen Reichsannalen zu entnehmen ist auseinander setzte oder mit der taciteischen Germania, aus der er in seiner Translatio S. Alexandri zur Heiratspolitik zitierte, aber ohne den Namen Tacitus zu erwähnen verdeutlicht, dass in der Reichsabtei Corvey die Stunde der „Zweischriftigkeit“ schlug. Dort wo sich Antike und Neuzeit trafen und schon die Mönche im 9. Jhdt. über der Abschrift der Tacitus Annalen brüteten und dem Feldherrn Varus eng auf der Spur waren. Aber nur die Altvorderen kannten noch die Bedeutung der Worte für die unterschiedlichen Landschaften mit denen man den Gauen ihre Namen gab um sie unterscheidbar zu machen wobei die Dialektforschung und Etymologie bislang weder plausible Erkenntnisse über ihren Sinn, als auch ihre Entstehungszeit und noch weniger etwas über ihre Entwicklungsgeschichte beisteuern konnte. So fallen alle Bemühungen schwer darin Bezüge zu entdecken die sich engrischer, fälischer oder gar cheruskischer Herkunft zuordnen lassen. Dem von Ludwig dem Frommen 815 gegründeten Bistum Hildesheim stand auf dem Weg der Christianisierung der Spagat bevor eine Diözese aufbauen, strukturieren und verwalten zu wollen bzw. zu üssen in der sich die Menschen in ihrer schriftlosen Sprache verständigten. Eine Sprache des Volkes, weit entfernt vom römischen Latein die die Bistumsväter zwang sich auf die bestehenden Gaue stützen und zwar so wie sie sich umgangssprachlich nannten und wie in ihren Konturen im Volk verwurzelt waren. Noch bevor man die Sprache verschriften konnte waren die Stimmlaute mit Hilfe der in Corbie 765 entwickelten karolingischen Minuskeln den im Alphabet hinterlegten Buchstaben anzupassen. Ein Prozess dem große Teile einstiger Lautsprache aus Gründen der Vereinfachung zum Opfer gefallen sein dürften, sodass man sich mit der Schreibweise begnügen muss wie sie die „Gau-Eintheilung der Dioecese Hildesheim“ enthält, die um das Jahr 1000 entstand. Der Mensch des frühen Mittelalters hatte sowohl einen anderen Bezug zu der Region in der lebte, der Scholle von der er lebte als auch zur Obrigkeit. Da sich auch der damalige Anspruch an die persönlichen Freiheiten und die damit verbundenen Vorstellungen des Einzelnen bzw. deren Unterwürfigkeit anders definierte und mit den heutigen Standards nicht vergleichbar ist fällt es schwer zu erkennen wie ein Gau vor der fränkischen Landnahme regiert wurde. Wie sich die Gaue untereinander abgrenzten gab oft die Geologie also die Landschaftsform vor und ob man sich beispielsweise unter der Flutwide oder dem Moltbizi ein eigenständiges Gaugebilde vorstellen darf verschwimmt in unseren Vorstellungen über das was wir heute Verwaltungsgrenzen nennen. Der fränkisch/sächsische Adel der Nachkriegszeit wird in Abstimmung mit dem Bistum vieles neu geregelt aber auch altes übernommen haben und es ist unklar, ob man in Zeiten der Glaubensumkehr auf gewachsene Strukturen Rücksicht nahm oder jenen Hauptleuten den Vorzug gab, die den neuen Verhältnissen besonders zugetan waren bzw. widerspruchslos folgten. So stellt sich auch die Frage, ob man die alteingessenen Gaubezeichnungen unter christlichen Vorzeichen beibehielt, ob man sie anpasste oder sogar ihr Namen tilgte da aus ihnen unliebsame heidnische Traditionen sprachen. Die Reichsabtei Corvey die von den scriptorischen Vorarbeiten ihres Mutterklosters Corbie profitierte, dürfte neben der missionarischen Unterstützung der neuen Diöcese auch in struktureller Hinsicht einen nicht unerheblichen Einfluß auf die nun vom Bistum Hildesheim entworfenen Gauabgrenzungen ausgeübt haben. Ob man dabei in Corvey oder in Hildesheim die traditionell gewachsenen Verhältnisse und Wünsche der eingesessenen Bevölkerung mehr berücksichtigte weil man sich ihnen gegenüber mehr und den neuen Machtverhältnissen weniger verpflichtet sah bleibt offen. Und so könnte auch der aus dem nahen Leinegau stammende Corveyer Abt Saracho dem die Zuschnitte der einstigen Gaulandschaften bekannt waren an der Hildesheimer Diöcesankarte mitgewirkt haben. Ihm waren die Einwohner vertraut, er sprach ihre Sprache und er konnte auch noch den fälischen Urdialekt vom sächsischen Einfluss trennen. Das Wissen der Zeit war ihm geläufig, er wusste um die römische Vergangenheit der Region in der er wirkte, sah die die dem Boden entrissenen zahlreichen Artefakte aus antiker Zeit die man den Kloster übergab und wusste nicht nur wo und wer im 9. Jahrhundert die Abschrift der Tacitus Annalen studiert hatte sondern auch, dass er selbst zu den Nachfahren jener Menschen gehörte die einst auch die Legionen in arge Bedrängnis brachten. Und da ihm die Schriften Rudolfs von Fulda und die Werke von Widukind von Corvey vorlagen wird er auch gewusst haben wie sich die frühen Zuwanderungsbewegungen der Engern vollzogen hatten und wie sich ihre Siedlungsaktivitäten bzw. ihre Ausbreitung zwischen West – und Ostfalen bemerkbar machten. Die Namensverwandlung von den germanischen Stammesnamen wie sie die römischen Geschichtsschreiber hinterließen bis daraus die Sammelbezeichnung Falen wurde war ein Prozess dem keine fixe Entstehungszeit zugrunde liegt, da er sich schleichend vollzog. Ein Name der umgangssprachlich im Brauchtum der Menschen rechts des Rhein nicht verwurzelt war bis die Franken sie damit konfrontierten und der auf keine Tradition zurück blicken konnte die sich erst zu etablieren begann, als sich nach dem Ende des weströmischen Reiches die Völker beruhigten und sich eine neue Ordnung einstellte. Karl der Große könnte noch gewusst haben wie widerspenstig sich auch seine einst sigambrisch/fälischen Vorfahren schon in antiken Zeiten verhielten, als er sich zum Ziel gesetzt hatte, dass vergangene Imperium zu renovieren und gleichzeitig die christlichen Werte verbreiten wollte. Die Geringschätzigkeit mit der die kultivierte Rheinregion den Menschen vis a vis von Köln gegenüber trat in dem man ihnen den abfälligen Beinamen der „schälen Sigambrer“ gab, zeigt auch wie weit man zurück gehen muss um eine mögliche etymologische Begründung für einen anderen Begriff der Falenforschung zu finden, nämlich den des Hastfala Gau. Im Ergebnis des 30 Jahre andauernden verlustreichen Germanenkrieges der Rom letztlich auf die linke Rheinseite zurück warf, war es wohl das Volk auf der Straße, das seinen Unmut zuerst zum Ausdruck brachte und einen eigenen Begriff für die betrügerischen Germanen auf der anderen Seite des Flusses erfand. Beflügelt von der tief verwurzelten Ablehnung die schon von der kelto/romanischen Kultur den unzivilisierten Stämmen entgegen schlug lag es nahe sie abgeleitet vom lateinischen Wort „Fallere“, das für Täuschung, Betrug und Verrat stand Falen zu nennen was zum Oberbegriff für Niederträchtigkeit wurde. Da nach den großen Völkerwanderungen die Stammesnamen oder Völker in ihren einstigen Wohngebieten verschwammen und sich nicht mehr fassen ließen, gingen die fränkischen Machthaber den einfachen Weg und gaben der Großregion den pauschalen Begriff „Falen“. Damit nicht genug stülpten sie über deren Wohngebiete den übergeordneten Namen Sachsen der abschreckend klingen sollte und wendeten ihn in Unkenntnis der Siedlungsgebiete der Volkgruppen bis zur Nordsee an. Da sich auch die Sachsen dem ewigen Drang der Nordvölker nach Süden aufzubrechen nicht entziehen konnten und es zu Raubzügen bis an die Rheingrenze kam, rangen sich die Franken 775 zu einem umfänglichen Feldzug gegen sie durch. In diesen Zeiten hatte man im Fränkischen längst keine Erklärung mehr für die Gründe der überkommenen Wortfindung „Falen“ und welches antike Vermächtnis darin ruhte. Literarisch hinterlegt wurde die Bezeichnung „Falen“ für die Großegion und ihre Bewohner erstmals im Zuge dieser großen Strafaktion als man aufgrund ihres bruckstückhaften Wissens auf recht einfallslose Weise den Namen mit der Himmelsrichtung verknüpfte. Eine Wortwahl die davon zeugt, dass man die Eigennamen der dort alt eingesessenen Stämme längst nicht mehr kannte, deren einstigen Siedlungsgebieten keine Bedeutung mehr beimaß, ihnen schlicht kein Interesse entgegen brachte oder man es sich vereinfachen wollte. „Falen“ ein Name der sich dieser Theorie nach bereits ab dem 2. nachchristlichen Jahrhundert eingebürgert haben könnte als die Gegensätze unüberbrückbar schienen und die Distanz zwischen Rom und den Ostvölkern zu wachsen begann. Aber auch eine Bezeichnung, die die Franken mit Ausnahme der Engern und unterhalb des Oberbegriffes „Saxones“ auf alle Volksgruppen übertrugen, die gegen Karl den Großen im Verlauf der Sachsenkriege zu Felde zogen. Nach fränkischem Verständnis sah man in den Engern einen separaten Volksstamm der zu ihrer Zeit zwischen den westlichen und den östlich Falen siedelte und ihnen ebenfalls feindlich gesinnt war, stufte sie insgesamt als heidnische Sachsen ein, fragte nicht nach unterschieden oder eigenen Traditionen und erkannte auch in der Irminsul nicht das war sie zum Ausdruck brachte. So unterwarf man die Westfalahis, die Angariis und die Hastfalen die östlich der Weser unter Hessi kapitulierten und bezeichnete sie im Capitulare Saxonicum, dem Gesetztestext Karls des Großen 797 auf bekannt simple Weise „Oostfalahis“ obwohl sie sich selbst anders nannten. In den Metzer Annalen werden sie als „Osterliudi“ geführt, in den Annalen Saxo „Osterluidi“, bei Poeta Saxo „Osterliudi oder Ostphalians“, in den Weißenburger Annalen die „Osterludi“, in den Annalen Laurissenses „Austreleudi“ und in der Vita Meinwerci „Asterliudi“, während sie in den Einhard-Annalen 775 „Ostfalais“ und „Ostfalai hießen. Dem lässt sich entnehmen, dass man erneut in der Himmelsrichtung einen Ausweg aus dem Dilemma sah nicht zu wissen mit wem man es zu tun hatte. Das für die Franken ein Gesamtvolk unter dem Namen „Falahis, Falai bzw Falais existierte steht außer Frage aber es scheint, dass man die Falen östlich der Weser in einigen Chroniken geringer schätzte da man sie nur „Leute“ nannte. Dies spricht dafür, dass ihre frühgeschichtlichen Leistungen im späten 8. Jhdt. Längst verblast waren und man sie erst wieder aufgrund der in der Reichsabtei Corvey erbrachten scriptorischen Leistungen zu würdigen wusste, als man sich mit der Antike zu beschäftigen begann. Die Chroniken machen deutlich, dass nur die Westfalahis und die Angariis die gemeinsam mit den Falahis siedelten im Jahre 775 ernsthaften Widerstand leisteten, während von den Ostfalahis unter Hessi nichts dergleichen bekannt wurde. Man vermutet, dass die Kapitulation der Ostfalahis in Ohrum am Hellweg statt fand da dort für das Jahr 780 ein Taufereignis überliefert ist. Vielleicht passender und genauso denkbar wäre aber auch ein strategischer Ort an der Oker gewesen da wo sich ein Adelshof befand und man später die ottonische Pfalz Werla errichtete. Obwohl sich daraus kein deutlicher Bezug zum Fluss Fuhse nachweisen lässt deren Quelle sich nur sechs Kilometer westlich der Königspfalz Werla befindet, wird versucht damit auch den Nachweis zu erbringen, dass sich dort sowohl das Siedlungsgebiet der Ostfalahis befand, als auch das der den Cheruskern nahestehende Stammesgebiet der seinerzeit ebenfalls erwähnten Fosen, Fosi oder Foser. Ein benachbarter Stamm der Cherusker den Tacitus als nicht sehr umfangreich beschrieben hatte. Die Oker war ein bedeutender Grenzfluss an dem nach Osten das große Stammesgeflecht der angilischen Sueben sowie der Semnonen und Hermunduren öffnete die nach Plinius dem Älteren gemeinsam mit den Cheruskern zu den Hermionen gezählt wurden. Völker, die schon Varus für seine neue Provinz als Bedrohung empfunden haben könnte und er sich daher der Unterstützung der Cherusker versichern wollte bzw. musste. (08.11.2025)

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