Dienstag, 17. März 2026
Die Wohngebiete der Cherusker und Hastfalen deckten sich.
ulrich leyhe, 12:11h
Nach den Spuren Ausschau zu halten, die das verstreute Volk der Cherusker historisch insbesondere in Ostfalen aber auch in anderen Regionen Europas hinterließ setzt komplexe Herangehensweisen voraus und steht immer in engem Verhältnis zu den seinerzeit vor allem westlich von ihnen siedelnden Völkerschaften wie etwa den Brukterer. Das die Angrivarier sie im Verbund mit den Chamaven im 1. nachchristlichen Jahrhundert angegriffen haben, soll der Germania des Tacitus Kapitel 33 zufolge an ihrem Übermut gelegen haben, während beide Stämme es aber auch auf das Beute machen abgesehen haben sollen. So klingt es wie eine in dieser Zeit nicht unübliche Stammesfehde aus der sich aber keine grundlegenden Wohnsitzverlagerungen ableiten lassen. Zudem bleibt unklar inwieweit sie Widerstand leisteten, ob sich an den Kämpfen die Bewohner aller von Brukterer besiedelten Gaue beteiligten, oder ob es die Angrivarier nur auf die Sippen der führenden Fürsten in einzelnen Gauen abgesehen hatten. Dieser Hinweis bildete jedoch den Grundstein dafür anzunehmen, dass sich die nördlich des Wiehengebirges siedelnden Angrivarier schon nach Süden zu orientieren begannen, bevor eine Epoche ihren Anfang nahm, die als Völkerwanderung bezeichnet wird. Der Geschichtsverlauf kennt Prozesse die zu einer schlagartigen Veränderung in der Zusammensetzung einer Bevölkerung führten aber auch jene, die sich schleichend vollzogen. Wenn auch nur lückig, so waren Territorien nie unbesiedelt und häufig kam es auch zu Gegenbewegungen indem sich verdrängte Völker ihre einstigen Wohngebiete zurück eroberten. Dieser Anmerkung der es gelang sich einen Platz in der Geschichtsschreibung zu sichern macht die Auswirkungen die man in neuerer Zeit meinte dahinter erkennen zu können nicht unbedingt glaubwürdiger. Tacitus kommentierte zwiespältig in dem er zum einen das germanische Wesen verklärte zum anderen aber bedauerte, dass Tiberius die Bemühungen Germanien zu erobern nicht weiter verfolgte, sodass Zwistigkeiten innerhalb der germanischen Welt Balsam für seine Seele gewesen sein könnten. So passt es auch nicht zu der Überlieferung, dass die Brukterer völlig aufgerieben worden sein sollen und wird daher als übertrieben gewertet. Die Forschung tut sich seit jeher schwer den germanischen Stämmen ihre Siedlungsgebiete zuzuweisen was sich insbesondere auf die rheinnahen Völker bezieht die im Sog des römischen Einflusses lebten. So basierten all unsere Lokalisierungsbemühungen auf den oft voneinander abweichenden und mageren Vorgaben römischer Historiker und Geographen, sodass man dazu überging die Wissenslücken mit teils vagen Vermutungen zu schließen. Jede im Umlauf befindliche Verbreitungskarte basiert daher zwangsläufig auf Unabwägbarkeiten und ist abhängig von der Sichtweise ihres Erschaffers. Das Eingrenzen des Siedlungsgebiet der Brukterer ist speziell, da sich ihr Dialektraum im Gegensatz zum Ostfälischen der Cherusker weniger scharf abzeichnet. Auf Basis unseres Geschichtsverständnisses besiedelten sie eine umfängliche Region die nordöstlich des Niederrhein an der mittleren Ems begann, Raum zum Rhein für benachbarte Stämme ließ, das Münsterland umfasste und in seiner Breite bis zu den äußersten Brukterer an die obere Lippe reichte. Da inmitten dieses Gebietes der Höhenrücken des Teutoburger Waldes verläuft deutet dies daraufhin, dass sie auch in den Gebieten zwischen dem Teutoburger Wald und dem Wiehengebirge lebten. Damit wären sie das südliche Nachbarvolk der nördlich des Wiehengebirges siedelnden Angrivari (lat.), aber auch der Chasuari (lat.) und Chamavi (lat.) und das westliche Nachbarvolk der Cherusci (lat.) gewesen, während sich südlich von ihnen die Stammesgebiete der Sigambri, Tencteri, Usipetes bzw. Marsi (lat.) anschlossen die sich weder geographisch noch ethnisch isolieren lassen und nur im Dialektischen Spuren hinterlassen haben könnten. Bezogen auf die Brukterer geht die Forschung davon aus, dass sie aufgrund der in der Konsequenz jedoch als historisch zweifelhaft bezeichneten Auseinandersetzung mit den Angrivariern in die Regionen südlich der Lippe ausgewichen sein sollen. Sollte es sich so zugetragen haben, dann müsste man ihnen dialektisch betrachtet die südlich der Lippe vorherrschende heutige südwestwestfälische Mundart zuschreiben. Wahrscheinlicher scheint aber, dass der ab der Lippe nördlich verbreitete Münsterländische Dialekt der durch den Fluss eine deutliche Abgrenzung erfährt in seiner Urform die originäre Sprache der Brukterer war und es über die Jahrhunderte, die entsprechenden Lautwandel berücksichtigt, blieb. Somit ließe sich anhand von Dialekt und historischer Bewertung die Behauptung aufstellen, dass sich der Prozess der die Angrivarier südlich des Wiehengebirges zu Engern machte nicht auf den westlichen Teil des Münsterlandes südlich des Teutoburger Waldes auswirkte. Folglich hätte sich die Südexpansion der Angrivarier nur auf den östlichen Teil des Münsterlandes ausgewirkt. Eine Theorie die die Dialektgrenze zwischen dem „Münsterländisch der Brukterer „und dem „Ostwestfälisch der Angrivarier/Engern“ bestätigt und die die Nörrenberg Karte wieder gibt. Die Unmenge von Worten die sich auch im Münsterländischen Dialekt erhalten haben und denen ihre germanische Herkunft zu entnehmen ist symbolisieren den Bogenschlag in die Neuzeit, sodass diese Mundart als die regionale Nachfolgesprache jenes geographischen Raumes gilt den die Brukterer einst besiedelten. Gleiches gilt für die ostwestfälische Mundart in der sich aufgrund der angrivarischen Zuwanderung insbesondere im Grenzbereich zum Ostfälischen naheliegenderweise südniedersächsische Merkmale finden lassen. Die Vermischung der Mundart Traditionen in den Regionen in die die Engern einwanderten führte nach dieser Theorie zur Entstehung des Ostwestfälischen während sich westlich davon das Münsterländische und östlich davon das Ostfälische entwickelte. Obwohl die angrivarischen Zuwanderungen auch zu Machtverschiebungen geführt haben dürften, lassen sich keine Anzeichen finden die darauf hindeuten, dass das Alltagsleben unter engrischer Dominanz litt. Es ist zu erwarten, dass es von Seiten der Engern Ansprüche gab eigene Gaufürsten zu stellen man wird aber auch Gaufürsten der Brukterer akzeptiert haben. Eine Bewegung die sich in ähnlicher Weise auch in den östlichen Regionen gab, die vor ihrer Einwanderung von Cheruskern besiedelt waren. Allesamt waren es Gebiete in denen die Dialektik der alt eingesessenen Bewohner überlebte und dem Druck der neuen Spracheinflüsse aus dem Norden stand hielten, sodass sie sich noch heute zu Forschungszwecken heran ziehen lassen um Rückschlüsse auf die einstigen Machtverhältnisse zu ziehen bzw. Einflusszonen zu definieren. Trotz engrischer Siedlungspräsenz darf man von einer Mischbevölkerung ausgehen in der jedoch die „Brukterer Falen“ als auch die „Cherusker Falen“ für die Franken unauffällig blieben und historisch ein Schattendasein führten während die Engern die keine Falen waren für einige Jahrhunderte zum Namensgeber des Landes avancierten. Der Theorie folgend, dass die Egge in germanischen Zeiten Cherusker und Brukterer, das Wiehengebirge die Angrivarier von den Brukterer und ein Damm die Angrivarier von den Cheruskern schied behielten die Übergangszonen in dialektischer Hinsicht ihre trennende Wirkung und haben sie bis heute nicht verloren. So erhielten sich die Sprachgrenzen zwischen der West- und Ostfalai bis heute wobei man die engrische Mundart als Brücke versteht. Es verdeutlicht, dass die Angrivarier in ein geschlossenes von Brukterer und Cherusker besiedeltes "Falenland" einbrachen, es trennten bzw. durchschnitten bis sie sich im Integrationsprozess vermischten und sich ihre Spuren nur noch im ostwestfälischen erkennbar machen. Dazu passt auch die Überlegung, dass man das lippische Platt, einen akut vom Aussterben bedrohten Dialekt der ab den Externsteinen nahe Horn bis an die Weser gesprochen wird, als ein mundartliches Relikt der „Angarier“ im Sinne einer urangrivarischen Sprachinsel bezeichnen könnte. Eine Altsprache die sich nach Süden hin nicht mehr durch setzte und aufgrund einer schwächeren Besiedelungsintensität ihre Kraft verlor. Hinweise die sich mithilfe der Historie wie sie die fränkischen Chroniken hinterlassen haben ergänzen lassen. Und während auf die Franken die Engern wie der militante Teil unter der gegnerischen Streitmacht wirkte, behielt ein großer Teil der Bevölkerung seine fälische Natur bei. Und als die Karolinger 772 und 775 in die fälisch/engrischen Landschaften einfielen schien es aus Sicht der Franken so, als ob sich ihnen immer nur Engern entgegen stellen würden. Und obwohl der fälische Kriegeranteil nicht unerheblich gewesen sein dürfte so fanden sie aufgrund engrischer Dominanz in den Annalen keine Erwähnung und die Eresburg die von Karl dem Großen mehrfach erobert werden musste wurde wie überliefert folgerichtig auch nur von Engern und nicht von Falen verteidigt. Und so waren es sowohl unter der Brunsburg als auch anlässlich der Geiselstellung, die vermutlich in bzw. bei Herstelle erfolgte auch wieder nur Engern mit denen sie es zu tun bekamen. Was bei der Lektüre der fränkischen Chroniken auffällt ist, dass von Sachsen als Gegnern keine Rede war. In der Konsequenz allerdings logisch, da die Franken in den Sachsen nur ein über alle stehendes Feindbild sehen wollten, so wie sie es für ihre Innenpolitik brauchten um die Notwendigkeit von Feldzüge zu begründen. Das die Franken die Falen gegenüber den Engern untergewichteten dürfte auch an ihrer Unkenntnis gelegen haben nicht zu wissen, welches Volk oder welcher Stamm ihnen gerade gegenüber trat. Sie standen wechselnden Stammesführern gegenüber und wähnten sich obwohl sie 775 in engrischen Landen kämpften nicht in Engern, sondern wie es die Chronik berichtet unter der Volksgruppe der „Westfalaos“. Sie erkannten folglich kaum ab welcher Landmarke sie die Westfalai verließen und ab wann sie sich innerhalb eines von Engern dominierten Territorium bewegten bzw. in der Folge wann sie das Stammesgebiet der „Osterludi“ betraten, sodass man dazu aus den Chroniken keine territorialen Hinweise erwarten darf. Lediglich die Kapitulation der „Osterludi“ denen man schon keine Stammeszugehörigkeit mehr zubilligen wollte und über die die fränkischen Reichsannalen im Jahre 775 und später die corvey`schen Aufzeichnungen berichten liefern Anhaltspunkte über ein Volk das man äußerst knapp nur „Ostleute“ nannte um Ansatzweise zu versuchen ihre äußeren Grenzen abzutasten. Auf Basis der ostfälischen Dialektik die sich auch heute immer noch in einem Streifen links der Weser bemerkbar macht, sich aber in den letzten Jahrhunderten nach Osten zurück gezogen hat darf voraus gesetzt werden, dass sich außer dem Mischvolk der Engern und Falen auch die Ostfalen an den Kämpfen unter der Brunsburg beteiligt hatten zumal ihr Stammesgebiet zu Zeiten der fränkischen Eroberungen auf dem rechten Weserufer begann. Neben historischen, dialektischen oder geographischen Hinweisen auf die einstigen Wohnsitze der Völker lassen sich noch schwache Spuren in den Stilen der Bauernhäuser finden und obwohl das Querdielenhaus im Gegensatz zum niedersächsischen Vierständer Längsdielen bzw. Hallenhaus ein prägender Haustyp für die ostfälische Kulturlandschaft ist, so liefern die wenigen noch existenten Gebäude mit ihren unterschiedlichen Bauweisen bzw. ihrem Giebelschmuck zwar keine stichhaltigen Hinweise auf die Wohngebiete jener Menschen die sie einst prägten aber das Querdielenhaus scheint für Ostfalen charakteristisch gewesen zu sein. So bleibt festzuhalten, dass alle Bemühungen sich eine Vorstellung über die Ausdehnung des Falenlandes zu machen deren Bewohner man bereits in antiken Zeiten den Namen „Falaisii“ gegeben haben könnte, nahezu einzig auf der Dialektkunde fußen. So wirkte die „Ostfalai“ an ihrem östlichen Ende im 8. Jahrhundert wie ein vom engrischen Stammesgebiet an den Rand gedrücktes, abgelegenes und politisch bedeutungslos gewordenes Terrain und es war kaum vorstellbar mit welcher Vehemenz diese Region nach dem Zusammenfall des Frankenreiches die Kraft zum Aufbau des „Sacrum Imperium Romanum“ nahm. Eine isolierte Region über die sich nach den Römerkriegen eine lange historische Ruhedecke ausgebreitet hat, die sich erst im Zuge der fränkischen Machtausdehnung allmählich hob. Das man sich aber in Ostfalen immer schon zu wehren wusste ist einem Relief zu entnehmen, das auf einer in Hornhausen gefundenen Steinplatte zu sehen ist und einen Reiter samt Lanze zeigt deren Entstehungszeit man im 7. Jahrhundert vermutet und bei dem es sich wohl um einen „Osterludi“ gehandelt haben dürfte. Nach den Jahren militärischer Gewalt begann sich der sächsische Adel mit den neuen Machthabern zu arrangieren und den schlichten Ostfalen half die ihnen eigene stoische Gelassenheit um die fränkische Oberhoheit und das missionarische Treiben zu ertragen. Unter Ludwig dem Frommen entspannte sich die karolingische Zwangsherrschaft und mit Liudolf dem ersten Herzog von Ostsachsen besser gesagt Ostfalen der aus der Region Gandersheim stammte und Großvater des Sachsenkönigs Heinrich war, der nur 40 Jahre nach dem Ende der Sachsenkriege geboren wurde vollzog sich eine Wende. Auf der Ostfalen Karte sticht der größte Verwaltungsbezirk mit Namen „Astfala Gau“ hervor dessen Entstehungsgeschichte sich unmittelbar mit dem Volk der Falen in Verbindung bringen lässt. Die Vorsilbe „Ast“ hält die Forschung wie selbstverständlich für die Himmelsrichtung „Ost“ und das nicht nur, weil es die fränkische Reichschronik so hinterließ oder der Franke Einhard es 775 die „Ostfalai“, also das im Osten liegende Falenland so nannte, sondern auch weil es ab dem 5. Jhdt. In der nach Südengland eingewanderten Schriftsprache als „East“ erhalten hat wo man daher Ostfalen auch heute noch „Eastphalia“ nennt, eben weil es am östlichen Ende des Falenlandes liegt. Da diese Theorie nahe liegt stellte man auch nicht infrage, dass Ast für Ost steht obwohl die germanischen Namen für „ost“ „austa bzw. austra“ lauten. Das sich ein Ostfalen, obwohl es sich am östlichen Rand befand nicht unbedingt mit der Silbe „Ast“ verträgt erfordert das Anstellen neuer Überlegungen wie dieser. Die Cherusker besiedelten ein vorteilhaftes Gebiet deren kontinentale Lage im Sinne einer West/Ost Achse den Wunsch des Imperiums verständlich macht dieses aus ihrer Sicht rückständige Germanenvolk in ein Vertragsverhältnis zu überführen in dem man ihm ein vergiftetes Bündnis anbot. Die in den Köpfen der römischen Elite wachsende Vorstellung einer kaiserlichen Provinz „Medium Germaniae“ die einen gesicherten Durchzugkorridor nach Osten garantiert hätte wäre auch für jene Fraktion eine lukrative Vorstellung gewesen, die innerhalb des cheruskischen Fürstenhauses dem Imperium positiv gegenüber stand. Es war der Kreis um den mächtigen Segestes dessen Residenz sich möglicherweise nahe Salzderheiden an dem Ort befand, wo später der Liudolfinger Sachsenkönig Heinrich seinem Hobby Singvögel zu fangen nachgegangen sein soll, wo ein eisenzeitlicher Ringwall aus dieser Epoche nachgewiesen wurde und wo sich die Örtlichkeit mit dem Zugkorridor von Germanicus 15 + deckt. Sein somit zentraler Fürstensitz auf der Vogelsburg am bedeutsamen Leineübergang von dem aus er den Suilberg – Morunga - Leine – Ritti und Lis Gau sowie das südliche Harzvorland hätte beherrschen können machte seine Sippe einflussreich. Folgt man dieser Theorie, dann hätten sich diese Gaue unter einem starken Anführer eine Distanz zu den nördlichen Siedlungsgebieten der Cherusker ihre Eigenständigkeit bewahrt waren autark und konnten sich bis ins frühen Mittelalter erhalten und sich mit einer engrischen Zugehörigkeit vielleicht auch Abhängigkeit besser arrangieren. Und das, obwohl auch in diesen Gauen bis heute der ostfälische und nicht der ostwestfälische Dialekt vorherrschend ist. Es wäre eine Erklärung dafür, warum diese abseitig gelegenen Gaue südwestlich des Harzes und östlich der Weser zum Stammesgebiet der Engern gehörten. Wir kennen die vielen Namen der anderen Gaufürsten oder Sippenältesten nicht, denn die Cherusker wurden nicht allein von Segimer bzw. Arminius oder Segestes geführt. Die Namen der Männer die möglicherweise einem schon damals existierenden Gudin – oder Densi Gau vorstanden hat uns die Geschichtsschreibung verschwiegen. In den entscheidenden Zeiten vor der Varusschlacht waren zweifellos alle Augen auf die Sippe des in Ostfalen residierenden Segimerclans gerichtet dessen Jungspross Arminius die Geschicke erst kurz vor Ausbruch der Varusschlacht in die Hand nehmen konnte, da er in Pannonien gebunden war. Ungeachtet des cheruskischen Hauptortes Hildesheim könnte er seinen Fürstensitz am sensiblen Weserübergang in Fürstenberg vis a vis von Höxter an der Weser gehabt haben. Einer neuralgischen Route am Hellweg die die späteren Falen 775 heftig verteidigen mussten. So regierte der von den Römerkriegen besonders betroffene Stammesteil östlich ab der Egge und beanspruchte auch den westlich gelegenen Nethegau, sodass auch auf ihren Schultern die Hauptlast des Verteidigungskrieges und die damit verbundene Verantwortung ruhte. Obwohl uns die Varusschlacht oft wie ein Akt spontaner Raserei bis zur Willkürlichkeit und gespickt mit einer Verkettung von Zufälligkeiten vermittelt wird, ganz so wie man sich das Verhalten unserer Vorfahren gerne in Erinnerung ruft, so dürften die Vorbereitungen nicht ohne eine kampferfahrene Führungsspitze abgelaufen sein. Dies setzt ein Zentrum voraus wo Absprachen statt fanden und die Geburtsstunde der Strategie schlug und sich sicherlich nicht im Quartier des römischen Feldherrn befand. Es lässt sich auf die germanische Stammestradition zurück leiten, dass man sich in Kriegszeiten auf einen gemeinsamen Anführer verständigte der von allen anderen akzeptiert, ihnen vor stand und im Sinne eines Her - zogs fungierend vor ihnen her zog bzw. das Heer hinter sich her zog. Ableitend vom althochdeutschen Wort Furisto gleich Fürst im Sinne von der Vörderste darf man im besagten Fürstenberg, dass sich im Jahre 1350 Vorstenberch nannte und sich nur wenige Kilometer südöstlich von Corvey nahe der Weserfurt befindet den Stammessitz des Segimerclans vermuten. So könnte dies der Ort gewesen sein, wo einst in Sichtweise zum „römischen Weserufer“ die Fäden zusammen liefen. Da uns die exakten Konturen der cheruskischen Stammesgebiete aus Germanenzeiten unbekannt sind lässt sich auch ihr Verbleib innerhalb des fälischen Volksverbundes kartographisch selbst unter Heranziehung vieler Mosaiksteine nur schwerlich aufspüren wenn nicht die Sprachunterschiede auf Basis der Dialekte gute Hinweise liefern würden. Anhaltspunkte die jedoch immer dürftiger werden soweit die Zeit voran schreitet. Geschichtliche Überlieferungen oftmals verborgen in Nebensätzen oder unscheinbaren Dorfchroniken offenbaren die vergangenen Machtzentren und damit auch die Territorien über die man einst herrschte und sich für die Zuordnung nutzen lässt. Namen geographischer Natur, verschollene Ortsname oder einstige Flurbezeichnungen wie Falen, Phalen oder Valen lassen sich der Literatur entnehmen. Bezeichnungen aus denen keine Himmelsrichtungen wie Ost oder West sprechen. Aber auch Familiennamen die aus diesen Namen hervor gingen sind weit verbreitet und lassen sich heute noch in jedem Telefonverzeichnis in zahlreichen Schreibweisen finden. Sie sind zahlreich und lauten mal Fahle, Vahl, von Vahl, Vahland, Vahlberg, Vahlbrock, Vahlbruch, Vahlbusch, Vahldieck, aber auch Vahldiek, Vahle, Vahlen, Vahlert, Vahlhaus, Vahlke, Vahlmann, Vahlefeld, Fahl, Fahland, Fählandt, Fahlbusch, Fahldieck, Fahlen, Fahlenbock, Fahlenbrach, Fahling, Fählinger oder Fahlkamp. Aber ihr Urprung ist immer noch gut erkennbar, lässt sich aus der onomastischen Forschungslandschaft nicht tilgen, ermuntert immer wieder zu neuen Überlegungen und scheint allgegenwärtig zu sein. Verbreitete Worte deren Ursprünge sich vermehrt in West- Ostfalen und Ostwestfalen finden lassen. Jenes Ostwestfalen, das sich über das ganze Mittelalter bis fasst in die Neuzeit unter dem Mantel Engern verbirgt aber den fälischen Bevölkerungsanteil in sich trägt. Das politisch durch den angrivarischen Zuzug entstandene Engern genannte Land, das ohne ihre Einwanderung das Land der Falen geblieben wäre. Ein einst unter Brukterer und Cherusker Einfluss stehendes Territorium, in der Mitte zwischen Ost - und Westfalen, samt einem Hastfalen, das die Forschung schlechterdings meinte immer nur in Verbindung mit den Himmelsrichtungen sehen zu können, obwohl sich ihre Bewohner der älteren Schreibweise folgend Hastfalen und nicht Ostfalen nannten. Mittig ist ein geläufige Bezeichnung und so kennt man auch nicht nur ein West-, ein Nord-, ein Süd- oder ein Ostdeutschland, sondern auch noch den Begriff eines Mitteldeutschland, wie es noch im „Mitteldeutschen Rundfunk“ zum Ausdruck kommt. Von Italien kennen wir ein Mittelitalien oder eben ein „Italia centrale oder Centro Italia“. Und so lebte auch damals schon der Mitte zwischen West - und Ostfalen eine Bevölkerung die einstmals zusammen hielt um sich gegen die römische Besatzung zur Wehr zu setzen um später unter fränkischer Ägide endgültig den Weg in die stammesgeschichtliche Bedeutungslosigkeit fortzusetzen. Und hätte uns die römische Literatur nicht so vieles überliefert, dann wären auch die Cherusker in Gänze unserem Namensgedächtnis entschwunden und wir hätten von ihrer Existenz nie erfahren. Möchte man versuchen diese These zu untermauern geraten bei der „Falenhypothese“ immer wieder die alten Namen längst vergangener Zeiten ins Blickfeld, werden auf die eine oder andere Art in die Gegenwart gezerrt und in ihre Bestandteile zerlegt. Man stöbert die verdächtigen Ortsnamen durch, stößt auf den einen oder anderen Hinweis und versucht alles miteinander in Verbindung zu bringen. Es lassen sich aber noch weitere Bezugspunkte und Anknüpfungsstellen finden, die den Verdacht erhärten, dass die Ostfalen und Teile der ostwestfälischen Bevölkerung die Nachfahren der Cherusker waren. An dieser Suche beteiligen sich im Gegensatz zu den anerkannten Forschungsstätten bevorzugt jene Historiker, die sich auf Privatinitiative hin aus unterschiedlichen Beweggründen wie auch der Verfasser die Aufgabe gestellt haben diesen Teil der Forschungslandschaft nicht der Vergessenheit preis geben zu wollen. Befragt man aktuell den offiziellen Stand der Forschung via KI, dann bekommt man die Antwort „Ja, die Falen (Westfalen und Ostfalen) waren wahrscheinlich ein Teil der Cherusker. Es wird vermutet, dass sich der Name "Falen" im Laufe der Zeit aus dem Stammesverband der Cherusker herausgebildet hat und das sie im 4. Jahrhundert in den Sachsen aufgegangen sind, dabei aber eine Sonderstellung unter diesem Namen bei behielten“. Man sollte sich also nicht damit abfinden, dass bislang alle zaghaften Anläufe in wiederkehrender Regelmäßigkeit dort verharren besser gesagt scheitern, wo ihnen die sich nur schwer zum Reden bringen lassende Historie die schroffe Mauer der Ratlosigkeit aufgebaut hat. Die literarisch bewiesene Existenz der Cherusker war immer schon der Antrieb und forderte die „modernen“ Falen heraus nach ihren einstigen Traditionen und Wurzeln zu forschen und so versuchte man sich auf diesem Wege auch der Frage nach der Varusschlacht anzunähern. Die „Acta Eruditorum“ eine 1682 gegründete Gelehrtenzeitschrift war die wichtigste in der damaligen Zeit. Sie berichtet in ihrer Ausgabe von 1741 von der kleinen Ortschaft Alferde. Sie liegt 5 Kilometer nordwestlich der Poppenburg und wurde früher Alecfurdi oder Alacfurd genannt. Sie erwähnt aber im Umkreis davon auch einen Ort mit dem Namen „vicus falini inclytus“. Inclytus steht für einen glorreichen bzw. berühmten Ort mit großer Vergangenheit der zwar einen Bezug zum Namen Falen verrät aber keine Erklärung hinterlässt was ihn so bedeutsam gemacht hat. Einzig, dass Falini dem lateinischen Wort Fallimini und damit dem Verb „Fallere“ nahe steht macht ihn interessant, denn im Imperativ I ist „Fallimini“ die mögliche Langform von „Falini“ und steht somit im passiven Sinne als Mehrzahl gegenüber der Einzahl „Fallere“. Damit wird es zum Mosaikstein bzw. zum Verdachtsfall und möchte man es im Sinne dieser Theorie deuten, dann war es ein Ort der den Falen ihren Ruhm verdankt. Es war aber auch ein Dorf in der Region um die Poppenburg und die Hallerburg und es könnte sich vermutlich dabei schon um einen cheruskisch/fälischen Grenzort zum westlich angrenzenden Angivarien bzw. Engern gehandelt haben. Zu erwähnen ist, dass sich in dieser Gegend, man könnte sagen noch ein Widerstandsnest gegen die fränkische Obrigkeit befand. Eine Landschaft in der man sich mit ihr nicht arrangieren wollte und auch ihre Verwaltungszentren in Form der Meierhöfe ablehnte weshalb in Ostwestfalen der Name Meier auch nicht in der üblichen Dichte auftritt. Und zwischen der im „Valen Gau“ liegenden fälischen Poppenburg und dem heutigen Ort Irmenseul liegen nur 21 Kilometer. Dazu steuert uns eine Überlieferung einen Hinweis aus dem Jahr 1590 zu demnach dort Westfalen und Sachsen einen letzten Versuch unternommen haben sollen um den Transport eines Marmorsäulenfragmentes nach Hildesheim zu verhindern. Ein Säulenelement, dass sich im Boden der Reichsabtei Corvey befand bauzeitlich aber früheren Datums war, sodass es die frühmittelalterliche Bevölkerung fälschlicherweise für die Irminsul hielt die jedoch aus Holz war. Und wie es für diese Region auch bezeichnend ist wurden, da sie dort nicht siedelten in diesem Zusammenhang auch keine Engern mit diesem Raubversuch in Verbindung gebracht. Im Kontext der Analyse stellt sich auch die Frage nach dem Namen des „Gau Valen“ bzw. warum man das Wort einmal mit „F“ und einmal mit „V“ schrieb. In Westfalen betont man bewusst und aus innerer Überzeugung bzw. Tradition heraus den Konsonanten „V“ stärker etwa so wie es beim Wort „Veltin“ deutlich wird. So wird deutlich, dass „V - Worte“ aus älterer Zeit stammten. Da die Geschichte der Schrift noch in den Anfängen steckte und mündliches erst noch verschriftet werden wollte ist anzunehmen, dass sich die Verwendung des „V“ gegenüber dem „F“ auf frühere Traditionen stützt, daher aber für die Forschung interessanter ist, als Worte die mit „F“ beginnen. So ist es auch immer noch für einen “Falen“ unmöglich und nahezu verpönt das „V“, wie es häufig in Süddeutschland geschieht wie ein „W“ auszusprechen, sodass sich ein Fale sofort zur Korrektur heraus gefordert fühlt. Und dann spricht er das „V“ auch prägnanter und mit besonderen Betonung, aber letztlich doch wie wie ein „F“ aus um den Unterschied in der Aussprache klar zu stellen. So nutzte man demnach für den kleinen Gau Valen auch noch das ältere „V“ während man die Großprovinz „Ast bzw. Hastfala Gau“ schon mit neuerem „f“ schrieb. Da auch der Name Cherusker seine griechische Wurzel nicht verhehlt und die Kontakte über ihre keltischen Nachbarn im Süden in den östlichen Teil der antiken Welt intensiver waren als in den Römischen. Man stand der griechischen Region und damit dem Buchstaben „V“ der seinen Ursprung im griechischen Alphabet hat näher, sodass dieser Buchstabe auch noch lange gegenüber dem lateinischen „F“ bevorzugt wurde, bis sich das „F“ durchzusetzen begann. Obwohl wie angenommen der Name Falen mit Bezug zu den „Fallere“ römisch/lateinischen Ursprungs war zeigt sich am „Gau Valen“ wie nahe man noch zum „V“ stand. Mit der Zuwanderung von Saxones und Angrivari in die Wohngebiete der südlichen Anrainervölker von denen einige Stämme im Zuge der so genannten Völkerwanderung in den Westen abwanderten vergingen auch die germanischen Völkernamen aus dieser Zeit und die einstigen Stammesgrenzen verschoben sich und passten sich den folgenden Bedürfnissen an. Bevölkerungsgruppen die sich nicht an den Auswanderungen beteiligten und blieben in ihren ursprünglichen Landschaften sesshaft. Im Betrachtungsraum gilt dies für das Land der Falen, das sich wie ein breiter Gürtel ab der Rheinregion bis an die Elbe erstreckte und das die Franken in Gänze „Falaos“ nannten. Der Mittelteil erhielt den Namen der angrivarischen Zuwanderer, aber es entstand kein Landstrich der sich nach dem Namen der Saxones benannte bzw. den man explizit diesem Volksstamm widmete was ihn verschwommen erscheinen lässt. Sowohl Saxones als auch Angrivari stießen auf die Ansiedlungen jener Völker, die ihre Wohngebiete in den Jahrhunderten davor nicht verlassen hatten und wollten und es entstand eine Bevölkerung die sich im Kern sowohl ihre seit Jahrhunderten entwickelten Traditionen in sprachlicher und kultureller Hinsicht bewahrt hatten aber die Einflüsse der Zuwanderer aus dem Norden aufnahmen. Aber nicht nur der Gau Valen, der Gau Valedungon oder der Großgau Astfala dessen autochthoner Name Hastfala Gau lautete bestätigen das Fortbestehen der Cherusker unter ihrem neuen fränkischen Sammelnamen Falaos“. Aus Urkunden über Schenkungen an die Kirche aus der Zeit des 9. bis zu Beginn des 11. lassen sich die Namen weiterer Behausungen entnehmen die erkennen lassen, dass auch kleinere Ansiedlungen von Falen bewohnt und existiert haben und zwar auch dort, wo sich später die Engern ausbreiteten. So etwa das in früheren Zeiten zur Wüstung gewordene Dorf „Falahus“ im einst cheruskischen Nethegau folglich auf der linken Weserseite unweit der Weserfurt und nahe den heutigen Orten Ottbergen und Bruchhausen gelegen. Etwa 8 Kilometer nördlich davon bei Ovenhausen, dass sich damals ebenfalls in einem cheruskischen Gau links der Weser befand und den Namen „Auganagavvi“ trug ist ein Gut mit Namen Valahuson bzw. Valhusen einschließlich eines Fallhauser Born überliefert. Abweichend von der Kernregion aber immer noch im Betrachtungsraum befand sich etwa 5 Kilometer südöstlich von Bad Arolsen ein Dorf, dass noch heute unter dem Namen Vahlhausen weiter lebt, in älteren Aufzeichnungen schon als Hof bezeichnet wird und sich einst auch Falhusen, Falahusun, bzw. Falhuson bzw. Valahusun nannte. Obwohl im Norden liegend ist ein weiteres Vahlhausen mit ähnlicher Namenstradition in der Region Wildeshausen überliefert und bei Detmold befand sich ein Ducatu Falhon sowie das heutige Vahlhausen, das sich im 12. Jhdt vermutlich aus Nortvalchusen und Nortvalehusen bzw. Valehusen zusammen setzte. Bei Berel im einstigen Astfala Gau etwa 17 Kilometer östlich von Hildesheim existierte eine Wüstung mit dem Namen Vahlem bzw. Falen oder Vahlen. Ebenso wird ein Vahlhausen beim 35 Kilometer westlich von Paderborn befindlichen Wadersloh genannt. Eine weitere Wüstung ist das 1088 erwähnte Falahuson bzw. Falahusen, das sich nahe dem Kloster Gehrden inmitten des Nethegau befand, ein Ort zwischen Fölsen und dem ebenfalls nicht mehr existenten Haberhausen. Ein Waldgebiet mit Namen Fahlenbruch befindet sich zwischen Frohn- und Schweckhausen in dem sich der Theorie nach das erste Lager des Feldherrn Varus befand, ein Vahlbruch 16 km nördlich von Höxter und des Weiteren ein Vahlhaus bei Gütersloh sowie ein Vahlhausen bei Bad Meinberg. Bekannt ist auch eine Flurbezeichnung mit Namen „Fahlhauser Feld“ wie aus einer im Dringenberger Heimatmuseum innerhalb der Burg Dringenberg gezeigten Parzellenkarte hervor geht. Es befand sich in unmittelbarer Nähe zum Ort Dringenberg im Nethegau gelegen wo sich vermutlich einst ebenfalls eine Dorf - oder Gehöft Wüstung mit Namen Fahlhausen befand. Es grenzt an eine Flurbezeichnung die den Namen „Falsche Feld“ trägt. Das deutsche Wort „falsch“ dem bekanntlich das lateinische Wort „Fallere“ zugrunde liegt. Im Verlauf der Spätantike als sich die vormaligen Kleinstrukturen auflösten setzte sich in nachgermanischen Zeiten befördert durch fränkische Einflussnahme für die Großregion der bislang fremde gewesene Gesamtname Falen durch, der in der Schriftform auch zu Valen wurde. Er wurde gebräuchlicher und fasste schrittweise Fuß, sodass diese Orte bzw. Wüstungen als Hinweise dafür gewertet werden, dass die sesshafte Bevölkerung ihn zeitgemäß auch für Dorfneugründungen bzw. Ansiedlungen in jenen Gegenden verwendete, in denen die Nachfahren sowohl der Brukterer als auch der Cherusker nun gemeinsam mit den Engern lebten. Vermutlich tat man es um sich gegenüber ihnen als den Falen zugehörig zu erkennen zu geben und sich vielleicht sogar abgrenzen wollte. So erwähnen die Traditionen auch noch ein „Valaburgun“, das etwa 17 Kilometer südwestlich von Hildesheim zwischen Gronau und Banteln lag. Eine Ansiedlung in der Nähe von Hallerburg und Poppenburg wo sich die Gaue Scotelingo, Astfala und Valothungo befinden den Schutz der Leine nutzten. Das aus diversen Einzelgauen bestehende Ostfalen grenzte sich hier von Engern ab und befand sich zudem an einem weiteren strategisch bedeutsamen Hellweg nämlich dem „Vor dem Santforde“ der vom Niederrhein über Minden nach Hildesheim und über die Leine nach Mitteldeutschland führte. Die Recherche lässt erkennen, dass man sich den Namen Falen nicht nur gab um ihn mit politischen Grenzziehungen in Verbindung zu bringen, sondern er auch Eingang in die dörflichen Wohnverhältnisse fand. Wir können nicht erwarten, dass sich aus einer schriftlosen Zeit Ortsnamen aus germanischer Zeit erhalten haben, die dann möglichst noch einen cheruskischen Ursprung verraten. Im fälischen Boden stieß man auf zahlreiche Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs ihrer einst germanischen Vorbesiedler und entdeckte auch zur Genüge römische Hinterlassenschaften die sich dem ersten nachchristlichen Jahrhundert zuordnen lassen, sodass an einer Besiedlungskontinuität keine Zweifel bestehen. Bis auf den Namenswechsel den viele germanischen Stämme über sich ergehen lassen mussten bestätigt die Analyse das Verbreitungsgebiet der sich Falen nennenden Bewohner, dass mit den Wohngebieten der Cherusker weitgehend deckungsgleich ist. Aufgrund der Plausibilität dieser Theorie möchte sich der Verfasser nicht mit weiteren etymologischen Ansätzen zur Herkunft des Namens „Falen“ auseinander setzen . Dazu gehört die Überlegung es mit der fahlen Haut seiner Bewohner in Verbindung zu bringen oder seinen Ursprung im altnordischen Wort Falah für flach suchen möchte, es im Sinne von Feld verstehen will oder im Zusammenhang mit dem Fällen eines Baumes. Auch der Gedanke „Falen“ hätte eine Verbindung zum lateinischen Wort Vallum für Wall, Pfahl oder Pfahlwerk bzw. Vallus für Zaun oder Palisade wird hier nicht weiter verfolgt. Als eine so genannte wahrscheinliche Theorie rückt man die Ebenen der Weserauen in den Vordergrund, da es sich dabei um flache Landschaft handelt verkennt aber die Höhenlagen. Falen aber auch Engern erlitten im Zusammenhang mit der karolingischen Zwangsherrschaft bittere Jahrzehnte in dem große Teile ihrer Bevölkerung in andere Regionen umgesiedelt wurden um sie von ihrem einstigen Territorium zu isolieren, wovon aber noch die Rede sein wird. Beispielgebend soll hier nur auf die Wüstung Falheim bei Frickhofen/Limburg hingewiesen werden.
(17.03.2026)
(17.03.2026)